Öffentlichkeit

EU-Kulturminister: Mehr DRM wagen

Morgen wird der EU-Ministerrat in Brüssel unter Vorsitz der französischen Kulturministerin Christine Albanel zusammentreten. Die Futurezone berichtet kurz vor dem Treffen: EU-Kulturminister: Mit DRM gegen Piraten. Kurz zusammengefasst wollen sie mehr „Raubkopierer sind Verbrecher“ und mehr DRM für alle.

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Der morgen zu verabschiedende Ratsbeschluss der Kulturminister hat zwar keinen rechtlich verbindlichen Charakter, wirft aber ein Schlaglicht auf Denkweisen und Strategien der Medienindustrie und der französischen Ratspräsidentschaft. So sollten die Konsumenten durch „objektive Kampagnen“ darüber aufgeklärt werden, welche Konsequenzen die Online-Piraterie für die Kreativindustrien hätten.

Als Beitrag zum Konsumentenschutz sehen die Kulturminister ihre Forderung, die Kopierschutzsysteme der Medienindustrie (DRM) europaweit interoperabel und transparenter zu machen. Weiterhin fordern sie, die Urheberrechte durch internationale Abkommen und Kooperationen mit Drittstaaten zu stärken – gemeint ist damit wohl unter anderem das umstrittene Anti Counterfeiting Trade Agreement (ACTA), das unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne demokratische Kontrolle derzeit zwischen der EU, den USA und anderen Industriestaaten ausgehandelt wird und auch zur Bekämpfung der Internet-Piraterie beitragen soll.

Die dazu gehörigen informellen Treffen gab es schon vor einiger Zeit.

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8 Kommentare
  1. Mir wäre es schon recht, wenn sie mich mal aufklären würden, was überhaupt legal ist. Z.B. höre ich recht gerne Musik, die in Deutschland überhaupt nicht vertrieben wird. Bisher höre ich sie daher immer nur auf YouTube und im OnlineRadio, weil ich mir die Importkosten nicht antun will. Außerdem verstehe ich so wenig von den Vertragsbestimmungen, die ich bei einem Einkauf dann eingehen würde… Wäre schön, wenn ich wüsste, ob ich diese Musik bis zur Lizensierung in Deutschland legal anhören darf. Kam leider auch im „Urheberrecht im Alltag“ (Buch) nichts dazu.

    Wenn die Industriestaaten also ihr Protokoll da aushandeln, dann sollen sie bitte auch an solche Themen denken und dafür sorgen, dass ich auch hier an Musik aus weit entfernten Staaten komme – und bitte auch ohne kostenpflichtigen Download. Da bin ich dann doch noch ein kleiner Materialist, der gerne eine CD im Schrank haben möchte, wenn er etwas bezahlt.

    Vielleicht gibt es dazu ja auch schon eine klare Position, die dann wahrscheinlich gegen mich stehen würde.

  2. Und das in Zeiten, in denen immer mehr dazu übergegangen wird den ganzen DRM-Mist wegzulassen?
    Manchmal könnte man denken, dass einige Leute gehörig einen an der Klatsche haben …

  3. Aus DRM wird sowieso nichts, aber ACTA macht trotzdem Angst, weil sie die Vorschläge wiederaufwärmen, die vor 10 Jahren allenfalls für Satire von Medienkünstlern geeignet waren: Internetfilterung. Und maximale Durchsetzung über ein Handelsabkommen statt einen offenen internationalen Vertrag.

  4. Zeigt mal wieder, dass die Politik keine Ahnung hat, denn selbst beim Management von iTunes hat sich die Erkenntnis duchgesetzt, dass DRMs eine Barriere und kein Nutzen sind. Naja… die Politik hinkt mal wieder der technischen Entwicklung, der Gesellschaft und sogar der Industrie hinterher.

  5. Macht Sinn. Firmen wie SonyBMG und EA machen vor wie es geht. Das viele Kunden auf DRM-verseuchte Ware mit Kaufverweigerung reagieren, scheint trotz massiven Umsatzeinbußen nicht angekommen zu sein.

    Also nur zu, mehr DRM wagen, ihr werdet schon sehen was ihr davon habt !

  6. Will man eine “objektive Kampagne” muss man natürlich auf den Slogan „Raubkopierer sind Verbrecher“ verzichten. „Raubkopieren“ und auch der professionelle Handel damit ist immer noch ein Vergehen und eben kein Verbrechen. Aber „Verbrecher“ hört sich natürlich wunderbar schmissig an – auch wenn es schlichtweg eine Lüge ist.

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