Plays for sure?

In den letzten Jahren promotete Microsoft die eigene DRM-Infrastruktur mit dem Slogan „Plays for sure“ (Spielt zuverlässig / sicher). Wer den WMA-Schrott im Hauseigenen MSN-Musik-Store kaufte, bekam damit das Versprechen, dass die gekauften Stücke natürlich überall abspielbar waren. Also natürlich auf der Windows-Plattform und wenigen autorisierten Rechnern und nicht überall, wo man Musik hört. Aber selbst auf der Windows-Plattform läuft das nicht mehr so wirklich. Erst kam der Zune-Player von Microsoft (Nutzt den eigentlich jemand?) und schon der war nicht mehr abwärts kompatibel.

Nun wird der MSN-Musik-Store zum 31. August 2008 abgeschaltet und an die Kunden wurde eine Mail verschickt, dass man doch bitte für jede darüber gekaufte Musik die Rechteverwaltung ändern soll: DRM sucks redux: Microsoft to nuke MSN Music DRM keys. Sonst funktioniert die Musik nicht mehr. Und wehe, die Mail landet im Spamfilter… Man stelle sich das mal übertragen in die analoge Welt vor:

Man will in einem Laden Musik kaufen und gibt dort erstmal die fünf CD-Player an, auf denen die Musik abläuft. Mehr geht nicht, aber ok. Man ist ja schmerzfrei. Zusätzlich hinerlässt man noch eine Adresse, falls was passiert. Und irgendwann meldet sich der Musikhändler und erklärt, dass man leider eine Scheiss Technologie verkauft hat und nun alles ändern müsste. Bitte geben Sie fünf neue CD-Player für jede CD an. In der Realität ist das noch bizarrer.

Ist DRM damit tot? Nein, sicher nicht. Aber es zeigt, dass man sich auf die Technologie und die Versprechen der Hersteller nicht verlassen sollte. Nur offene Formate sind nachhaltig und garantieren, dass man auch in Zukunft noch zuverlässig auf die gekaufte Musik zugreifen kann. Selbst wenn der Hersteller die Technologie abschaltet, bzw. nicht mehr weiter entwickelt.

[via]

5 Kommentare
  1. Herr Schmidt 23. Apr 2008 @ 19:10
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