Die Süddeutsche Zeitung begreift sich seit längerem als Hüter des Grals eines starken Urheberrechts. Das ist ja auch nichts Schlechtes, verschiedene Meinungen sind gut für den Diskurs. Auch heute gibt es wieder einen neuen Artikel dazu: Falsche Revolutionäre. Allerdings bin ich mir über die Intention des Artikels nicht so recht im Klaren. Da wird soviel durcheinander geworfen und falsch verstanden, dass man nach Lesen des Artikels kopfschüttelnd davor steht und nicht weiß, was eigentlich gemeint ist. Aufhänger ist der Verzicht vom iTunes Store auf Kopierschutz für Musik. Das wird vom Autor irgendwie als Aushebelung des Urheberrechts verstanden und irgendwie soll das auch ein Zweiklassensystem schaffen. Allerdings hat der Kopierschutz mit dem Urheberrecht nicht besonders viel zu tun und bis vor 20 Jahren gab es Kopierschutz auch gar nicht, obwohl es davor sehr lange das Urheberrecht schon gab.
Ein kleiner Textausschnitt:
Viele Namen hat sich die digitale Welt schon gegeben. Cyberpunk, Digerati, Free Culture. Das klang nach jugendfrischem Krawall, intellektuellem Diskurs oder nach jener unwiderstehlichen Mischung aus Adorno, Rock’n’Roll und Gruppensex, mit der die Ära der Hippies verklärt wird. So konnte Apple eben auch den betriebswirtschaftlichen Coup als revolutionären Akt verkaufen, die Kulturindustrie bei Verhandlungen um den Kopierschutz in die Knie gezwungen zu haben.
Meine Vermutung: Das hat ein Bot geschrieben, der wahllos Begrifflichkeiten (wie LSD, Cyberpunk, Urheberrecht, etc.) in eine grammatikalisch richtige Reihenfolge gesetzt hat.