Digital Rights
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: Das wäre hier auch nicht der richtige Ort?
: Das wäre hier auch nicht der richtige Ort? Auf Abgeordnetenwatch hat jemand Ursula von der Leyen gefragt, in welchen Ländern mit einer funktionierenden Internetinfrastruktur „Kinderpornographie nicht verboten ist oder die Gesetze erfahrungsgemäß nicht umgesetzt werden“. Es wird ja gerne von Seiten der Großen Koalition das Argument verwendet, dass es diese Länder geben soll und dass man deshalb eine Netzzensur-Infrastruktur aufbauen muss. Eine Zeit lang wurden gerne Länder genannt. Das ging von Kasachstan über Indien bis letztlich „Afrika“. Jedes mal konnten wir nachweisen, dass die Aussagen falsch und irreführend sind.
Jetzt ist die ultimative Antwort da:
vielen Dank für Ihre Nachfrage. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich an dieser Stelle nicht einzelne Länder herausgreifen und sie öffentlich an den Pranger stellen möchte. Das wäre hier auch nicht der richtige Ort.
Der richtige Ort ist also eher im Radio, auf öffentlichen Veranstaltungen, im Bundestag und im Fernsehen – aber nicht auf Abgeordnetenwatch?
Liebe SPD, CDU und CSU: Was immer noch fehlt ist ein konkretes Beispiel für den Wahrheitsgehalt dieser Behauptung. Wir warten immer noch.
(Danke an Björn)
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: Netzpolitik-Podcast 082: Michael Carroll über Copyright Neutrality, REL u. a.
: Netzpolitik-Podcast 082: Michael Carroll über Copyright Neutrality, REL u. a. Beim Kongress der Medienwoche der diesjährigen IFA in Berlin hat CC-Mitbegründer und ‑Vorstandsmitglied Michael Carroll eine Keynote mit dem Titel „Creative Commons as Conversational Copyright“ gehalten. Sie sollte die Einleitung zu einer Paneldiskussion sein, die mit Prof. Dieter Gorny (BVMI), Annette Kroeber-Riel (Google Deutschland), Dr. Matthias Leonardy (GVU), Martin Moszkowicz (Constantin Film), Alexander Skipis (Börsenverein des deutschen Buchhandels), Oliver J. Süme (eco ISP-Verband) und Jens Seipenbusch (Piratenpartei) eigentlich sehr vielversprechend besetzt war. Leider erweckte die Runde dann weitgehend den Eindruck, man habe sich per Zeitmaschine in die 90er des letzten Jahrhunderts zurück begeben. Vielleicht lag das daran, dass Michael nicht als Panelteilnehmer vorgesehen war.
Beim anschließenden Interview erzählte mir Michael u. a. etwas mehr darüber, was er mit „Conversational Copyright“ meint, was unter „Copyright Neutrality“ zu verstehen ist, was es mit der Metadatensprache REL auf sich hat, wieso das Fair-Use-Prinzip des US-amerikanischen Urheberrechts mit Vorsicht zu genießen ist und was eine Kultur-Flatrate für Creative Commons als Lizenzmodell bedeuten würde. Die Fragen habe ich auf Deutsch reingeschnitten und das Interview dauert ca. 15 Minuten. Die MP3-Datei ist etwas über 13 MB groß.
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: Der große Tauschangriff
: Der große Tauschangriff Der großartige Peter Glaser hat in der Berliner Zeitung über Kopierschutz, Kulturflatrate und Kommunismus geschrieben: Der große Tauschangriff.
Im Widerspruch zu einem marktwirtschaftlich frei fließenden Datenstrom stehen die Einkapselungen der Inhalte in die Datenkäfige des Digital Rights Management (DRM). „Eigentum ist Diebstahl“ erhält auf diese Weise eine ganz neue Bedeutung, denn ginge es nach dem Willen von DRM-Falken, würde es ein Eigentum der Nutzer an digitalem Gut gar nicht mehr geben. Bücher, Musik, Filme, Spiele oder Software, die diesen neuen Beschränkungen unterliegen, kann man quasi nur noch ausleihen – wie ein Kolchosegerät. Bei einer solchen Neubewertung des Urheberrechts scheint es im Kern darum zu gehen, das Privateigentum abzuschaffen. Der Kommunismus ist an dem Versuch gescheitert. Soll der Idee nun mit den Mitteln des digitalen Kapitalismus doch noch zum Sieg verholfen werden?
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: Schäubles Wunschliste? „Vorbereitung Koalitionspapier“ (Update)
: Schäubles Wunschliste? „Vorbereitung Koalitionspapier“ (Update) Der Süddeutschen Zeitung ist eine Wunschliste aus dem Bundesinnenministerium für mögliche Koalitionsverhandlungen zugeschickt worden. Das „Vorbereitung Koalitionspapier“ enthält u.a. die folgenden Forderungen, die das Imazineblog zusammenfasst:
* Zugang des Verfassungsschutzes zu den Datensätzen der Vorratsdatenspeicherung
* Der Verfassungsschutz soll auch Online-Durchsuchungen durchführen dürfen
* Der Verfassungsschutz soll heimliche Späh- und Lauschangriffe auf Privatwohnungen durchführen dürfen
* Die Einführung des genetischen Fingerabdrucks als erkennungsdienstliche Standardmaßnahme
* Straffreiheit für verdeckte Ermittler, die Straftaten begehen, die zum szenetypischen Verhalten gehörenDas Ziel ist ganz klar: Der Verfassungsschutz soll immer mehr zur Polizei werden.
Das Bundesinnenministerium spielt erfahrungsgemäss das Papier herunter, wie die SZ berichtet:
Bruno Kahl, der Büroleiter von Minister Schäuble, erklärte auf Anfrage, es handele sich um ein Papier, das bisher nicht zur Leitungsebene des Hauses gelangt sei. Es gehe um eine Art Wunschzettel der Referate des Ministeriums am Ende der Legislaturperiode. Das Papier sei kein Koalitionsverhandlungs-Papier, sondern ein „Ministeriums-Internum“. Es sei nur im Auftrag von Referatsleitern aufgeschrieben worden, was man in der laufenden Legislaturperiode nicht geschafft habe, was also nun für die nächste Legislaturperiode noch auf dem Tisch liege.
Es ist gut möglich, dass mit einer gezielten Veröffentlichung des Papieres kurz vor der Wahl Verhandlungsmasse für Koalitionsverhandlungen mit der FDP geschaffen werden soll. Indem man einfach ein paar Forderungen stellt, die dann die FDP auf keinen Fall haben will, kann man durch geschicktes taktieren dafür sorgen, dass bestehendes gar nicht erst abgeschafft wird. Und alle glücklich aus den Koalitionsverhandlungen gehen. Wie man so hört, scheinen auch Einige ganz glücklich damit zu sein, was die Große Koalition in den letzten vier Jahren geschafft hat. Das werden auch andere Koalitionen nicht zurückbauen. Weitere vier Jahre Große Koalition bieten aber noch weitere Gelegenheit, an den Bürgerrechten Raubbau zu betreiben.
Im Falle einer weiteren großen Koalition kann man auf jeden Fall davon ausgehen, dass man von den Forderungen wieder hören wird.
Update: Die Taz hat das Papier gebloggt. Hier ist das PDF.
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: Neuer Statewatch-Bericht: NeoConOpticon
: Neuer Statewatch-Bericht: NeoConOpticon Die britische Bürgerrechtsorganisation Statewatch hat einen neuen Report zusammen mit dem Transnational Institute zum Sicherheitsindustriellen Komplex der EU herausgegeben: NeoConOpticon (PDF).
„Despite the often benign intent behind collaborative European ‘research’ into integrated land, air, maritime, space and cyber-surveillance systems, the EU’s security and R&D policy is coalescing around a high-tech blueprint for a new kind of security. It envisages a future world of red zones and green zones; external borders controlled by military force and internally by a sprawling network of physical and virtual security checkpoints; public spaces, micro-states and ‘mega events’ policed by high-tech surveillance systems and rapid reaction forces; ‘peacekeeping’ and ‘crisis management’ missions that make no operational distinction between the suburbs of Basra or the Banlieue; and the increasing integration of defence and national security functions at home and abroad. It is not just a case of “sleepwalking into” or “waking up to” a “surveillance society”, as the UK’s Information Commissioner famously warned, it feels more like turning a blind eye to the start of a new kind of arms race, one in which all the weapons are pointing inwards. Welcome to the NeoConOpticon.“
Die Pressemitteilung: Defence industry dominates EU’s security research programme (pdf).
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: Telekom-Paket-Aktion: Farbe bekennen!
: Telekom-Paket-Aktion: Farbe bekennen! Das ist eine deutsche Übersetzung eines Textes der schwedischen Initiative Telecomix zur Mobilisierung im Rahmen der letzten Verhandlungsrunde zum EU-Telekom-Paket. Die englische Originalversion findet sich hier.
Aktion: Farbe bekennen!
„Wir rufen die Mitglieder des Parlaments dazu auf, im Rahmen der derzeitigen Verhandlungen über das Telekom-Paket entschieden für ein freies, offenes und innovatives Internet einzutreten und die grundlegenden Freiheiten der Bürger Europas zu bewahren.“ – 26 führende Internet-Bürgerrechtsorganisationen in einem offenen Brief an das Europaparlament
Auftrag
Wir befinden uns jetzt in den Schlussverhandlungen des Telekom-Paketes. Gemeinsam haben wir vieles erreicht und nun nähern wir uns dem Ende. Wir rufen dich dazu auf, im Vorfeld der dritten Lesung des Vermittlungsausschusses Präsenz zu zeigen, um deinen kritischen Standpunkt in Bezug auf die folgenden Punkte einzubringen.
Dieser Wegweiser wird dir einige Möglichkeiten aufzeigen, das Telekom-Paket zu einem öffentlichen Thema zu machen. Behalte diese Seite im Auge, denn sie wird in Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen immer wieder ergänzt werden!’
Am Montag (Abend),den 28. September, werden sich die Mitglieder des Vermittlungsausschusses das erste Mal zusammenfinden – und schon dieses erste Treffen wird den grundsätzlichen Kurs der dritten Lesung bestimmen. Wir müssen also vorher handeln!
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: Personalfragebogen der Öffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA)
: Personalfragebogen der Öffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA) Bei Wikileaks findet sich ein Personalfragebogen der Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA), gehört zur Sparkasse Finanzgruppe, der einige fragewürdige Angaben verlangt: Oeffentliche Versicherungen Sachsen-Anhalt (OESA) Personalfragebogen, 2009.
Das PDF Dokument praäentiert einen Personalfragebogen der Öffentlichen Feuerversicherung Sachsen-Anhalt/Oeffentlichen Lebensversicherung Sachsen Anhalt (ÖSA) der Stellenbewerbern ausgehaendigt wird. Während der Fragebogen größtenteils Standardfragen präsentiert, wird ein Bewerber allerdings auch über seine Bereitwilligkeit zur einer Untersuchung des Betriebsarztes befragt, inklusive der Entbindung des Arztes von der Schweigepflicht gegenüber der ÖSA. Auch werden Bewerberinnen nach ihren „Voraussetzungen für den Mutterschutz“ gefragt, und Auskünfte über das Gehalt beim vorigen oder momentanen Arbeitgeber, die momentanen Vermögensverhältnisse und etwaige Unterhaltszahlungen erbeten. Abschließend soll einer automatischen wie manuellen Speicherung und Verarbeitung der Daten, soweit schutzwürdige Belange nicht beinträchtigt werden, zugestimmt werden, die allerdings nicht genauer spezifiziert ist.
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: Kommentar: Die FCC skizziert Regeln zur Netzneutralität
: Kommentar: Die FCC skizziert Regeln zur Netzneutralität Dies ist ein Gastbeitrag von Dr. Simon Schlauri, der zuerst auf Telemedicus erschien.
Am Montag hat der Vorsitzende der US-amerikanischen Federal Communications Commission (FCC), Julius Genachowski, neue Regeln vorgeschlagen (PDF), mit denen die amerikanischen Breitband-Internet-Service-Providers (ISPs) verpflichtet werden sollen, Internetinhalte, ‑anwendungen und ‑dienste nichtdiskriminierend zu behandeln, also die „Netzneutralität” zu wahren. Hintergrund der Regelung der Netzneutralität ist, dass die bisherige Funktion des Internets als Innovationsmotor gewahrt werden soll, indem weiterhin die Endverbraucher, und nicht die ISPs, über Erfolg und Misserfolg von Inhalten, Anwendungen und Diensten des Internet entscheiden.
Die FCC hatte bereits vor einiger Zeit vier Prinzipien zur Netzneutralität bekanntgegeben (PDF):
1. To encourage broadband deployment and preserve and promote the open and interconnected nature of the public Internet, consumers are entitled to access the lawful Internet content of their choice.
2. (…) consumers are entitled to run applications and use services of their choice, subject to the needs of law enforcement.
3. (…) consumers are entitled to connect their choice of legal devices that do not harm the network.
4. (…) consumers are entitled to competition among network providers, application and service providers, and content providers.
Im Wesentlichen enthalten diese Prinzipien Verbote für ISPs, ihren Kunden den Zugang zu (legalen) Internetinhalten, ‑anwendungen und ‑diensten zu verwehren und ihnen den Anschluss von Geräten an das Internet zu verunmöglichen. Die Prinzipien waren zunächst allerdings rechtlich unverbindlich. Die FCC will nun diese vier Prinzipien für verbindlich erklären und durch zwei weitere, ebenfalls verbindliche Prinzipien ergänzen. Der Wortlaut der neuen Prinzipien ist noch nicht bekannt, indessen umschrieb Genachowski ihren Inhalt in seinem Vortrag:
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: Steinmeier diskutiert im ZDF über Zensursula
: Steinmeier diskutiert im ZDF über Zensursula Das verpatzte Interview von Frank-Walter Steinmeier mit Radio Bremen hatten wir vor einigen Tagen schonmal. Dort zeigte sich, dass er wenig Ahnung von Netzpolitik und der Zensursula-Debatte hat und den passenden Sprechzettel falsch herum auswendig gelernt hatte. Am Wochenende war er bei der ZDF-Sendung „Erst Fragen, dann wählen“. Dort diskutierte er mit einem Web-Entwickler und forderte mal wieder Verkehrsregeln fürs Netz. Interessant ist seine Ausweichtechnik, indem er statt konkreter Antworten meist nur Rück-Fragen stellte. Aber anscheinend ist er in der Zwischenzeit etwas besser gebrieft worden. Gut verkaufen konnte er sich trotzdem nicht.
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: Petition für Netzneutralität in der EU
: Petition für Netzneutralität in der EU Es gibt jetzt eine EU-weite Petition für den Erhalt der Netzneutralität in Europa: euopeninternet.eu. Die könnt Ihr zeichnen und weiterverbreiten. (Danke an Vera, Matthias und Thorsten für die deutsche Übersetzung!)
Am 21. September hat der Vorsitzende der US-Regulierungsbehörde FCC, Julius Genachowski, Grundsätze für ein offenes Internet formuliert. Gleichzeitig stehen in Europa wichtige Entscheidungen an, die die Zukunft des offenen Internets betreffen. Angesichts dieser Entwicklungen haben wir diese Petition formuliert. Wenn Ihr ebenso wie wir daran glaubt, dass Europa ein offenes und freies Internet gemäß den folgenen Prinzipien verdient, zeichnet diese Petition bitte mit und gebt sie an Eure Freunde weiter.
1. Internetbenutzer haben das Recht, auf Inhalte ihrer Wahl zuzugreifen, sie zu senden und zu empfangen.
2. Internetbenutzer haben das Recht, Anwendungen und Dienste ihrer Wahl zu benutzen und auszuführen.
3. Internetbenutzer haben das Recht, Hard- und Software ihrer Wahl zu nutzen, wenn sie das Netz nicht schädigt.
4. Internetbenutzer haben das Recht, gemäß den Prinzipien des freiem Markt zwischen Netzwerk‑, Anwendungs‑, Service- und Inhalte-Anbieter zu wählen.
5. Internetbenutzer haben das Recht auf diskriminierungsfreien Zugang zum Internet. Weder dürfen bestimmte Anwendung oder Dienste blockiert werden, noch dürfen bestimmte Sender oder Empfänger vom freien Datenverkehr ausgeschlossen werden. Provider dürfen nicht bestimmte Dienste behindern oder sperren, noch dürfen sie bestimmte Inhalte oder Anwendeungen bevorzugen. Insbesondere dürfen sie nicht Dienste blockieren, die in Konkurrenz zu ihren eigenen Serviceleistungen stehen.
6. Internetnutzer haben ein Recht auf einen Anschluss mit festgelegtem Datendurchsatz und ebensolcher Qualität. Die Provider müssen offen darlegen, wie sie den Netzwerk-Verkehr verwalten.Diese Prinzipien sollen in europäisches und nationales Recht integriert und von den zuständigen Behörden europaweit einheitlich durchgesetzt werden.
Englischer Originaltext:
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: Zensursula-Evaluation für die Katz?
: Zensursula-Evaluation für die Katz? Ein Gedanke der mir heute nochmal kam bezüglich der „ach so tollen“ Zensursula-Netzzensur-Infrastruktur-Evaluation, was die SPD als ihren großen Verhandlungserfolg verkauft: Das könnte alles für die Katz sein! Das Thema wird jetzt mit dem „Erfolgsmodell Deutschland“ auf die EU-Ebene verlagert, wo dann eine entsprechende Richtlinie bei entstehen wird. Und Deutschland wird dann die Evaluation mit Hinweis auf veränderten Rahmenbedingungen durch die EU-Richtlinie ganz schnell beerdigen. Vielleicht nur ein Worst-Case, oder?
Die Evaluation hab ich schon zu einem früheren Zeitpunkt als relativ unnütz bezeichnet, weil in der Regel Gründe gefunden werden, alles so zu belassen, wie es geschaffen wurde. Der Gedanke mit der EU-Ebene kam mir eben.
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: Telekom-Paket: Vier deutsche EU-Abgeordnete im Vermittlungsausschuss
: Telekom-Paket: Vier deutsche EU-Abgeordnete im Vermittlungsausschuss Vor 11 Tagen hatten wir über die Vorbereitungen für die dritte Lesung im EU-Telekom-Paket berichtet. Ein Vermittlungsausschuss, bestehend aus jeweils 27 Repräsentanten des EU-Ministerrats und des EU-Parlaments verhandeln ab demnächst hinter verschlossenen Türen über das Schicksal des offenen, freien und neutralen Internets innerhalb der EU. Die 27 EU-Abgeordneten stehen jetzt fest. Dabei sind auch vier aus Deutschland. Die deutschen Politiker im Vermittlungsausschuss sind:
Angelika NIEBLER, CDU (32,7), Herbert REUL, CDU (23,2), Matthias GROOTE, SPD (54,6) und Silvana KOCH-MEHRIN, FDP (33,6).
La Quadrature du Net ermittelt immer fleissig bei Internet-relevanten Abstimmungen im EU-Parlament einen Wert für das Political Memory. (Bisher wurden u.a. Telekom-Paket, Softwarepatente und IPRED2 in den Wert einbezogen) So kann das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten in Internetfragen transparent nachvollzogen werden. Das sind die Zahlen hinter den Namen. Wie man sehen kann, sticht niemand durch ein ausgesprochen Internet-freundliches Abstimmungsverhalten hervor. 100% ist der Höchstwert für ein besonders Internet- und Bürgerrechts-freundliches Abstimmungsverhalten. Aber die nun in den Vermittlungsausschuss gewählten Abgeordneten können sich gerne geläutert zeigen und ihr Ranking, sowie ihr Internet-Karma in dieser Legislaturperiode verbessern. Und Ihr könnt gerne diese Abgeordneten kontaktieren und sie bitten, sich gegen Internetsperrungen bei Urheberrechtsverstößen (Haddoupi / 3‑Strikes) und für starke Netzneutralitäts-Regeln einzusetzen. Kontaktdaten findet Ihr durch Klicken auf die Namen.
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: FCC: Netzneutralität als Freiheitsgarant
: FCC: Netzneutralität als Freiheitsgarant Netzpolitik ist auch Demokratiepolitik, wie die USA mal wieder vormachen. Die Federal Communications Commission ist so etwas wie die Bundesnetzagentur. Sie ist für die traditionell schwache Regulierung des US-Telekommunikationsmarktes zuständig, ihre Entscheidungen auch für die Internetprovider bindend Nun hat ihr Präsident Julius Genachowski zwei neue Regeln bekanntgegeben. Demnach sind Netzneutralität und Transparenz beim Netzwerkmanagement ein Muss, die FCC löst so ein Wahlversprechen Barack Obamas ein.
Netzneutralität bezeichnet, dass die Provider den Verkehr in ihren Netzen gleich und ohne Bevorzugung behandeln – unabhängig vom Absender und der Art der Inhalte. Ob also ein User in Buxtehude oder der Server eines Fernsehsenders Daten verschickt oder empfängt, ob der Internet-Explorer oder Skype die Daten abruft oder erzeugt, ist demnach irrelevant. Genau das hat die FCC als Garant für die demokratische, offene Qualität des Internets erkannt und legt daher entsprechende Regeln fest. Kleine Brötchen sind hier nicht angebracht – daher heißt die zugehörige Domain: openinternet.gov.
Die Regeln umschließen zum einen das grundsätzliche Prinzip und kennen davon nur wenige Ausnahmen: Netzwerkmanagement soll demnach möglich bleiben und Neutralität bei als illegal erachteten Inhalten ist nicht gegeben. Das wiederum ist ein Freibrief für Deep Packet Inspection. Allerdings müssen alle Eingriffe in die Netzneutralität den FCC-Rules entsprechend offengelegt werden – das ist mehr, als hierzulande üblich.
Alles in allem ein mutiger Schritt: während sich die europäischen Regierungen unter anderem im Telekompaket nach wie vor nicht durchringen können, Netzneutralität als Basis allen Internets zu erkennen und das Prinzip festzuschreiben – vielleicht, weil sie Angst davor haben, dass ihre ehemals staatseigenen Telekom-Firmen weniger Rendite abwerfen könnten, wenn beispielsweise T‑Mobile die Skype-Nutzung zulassen müsste – wird in den USA agiert. Dabei würde auch in Europa eine staatliche Garantie für die Offenheit des Netzes Not tun. Dass man die Offenheit zum Beispiel für Copyright-Eingriffe wieder abschreibt, bleibt derweil natürlich bedauernswert.
Hier ist die Rede des FCC-Präsidenten Julius Genachowski: „Preserving a Free and Open Internet: A Platform for Innovation, Opportunity, and Prosperity“.
Und hier ist der Kommentar von Save the Internet: FCC Chief ‚Boldly’ Commits to Net Neutrality.
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: Wer sollte die digitale Bibliothek kontrollieren?
: Wer sollte die digitale Bibliothek kontrollieren? Andere Aspekte der Diskussion um Google-Books hat in den USA NPR gesendet: Who Should Control The Virtual Library? In einem rund 30 Minuten Streitgespräch diskutierten Fred Von Lohmann von der Electronic Frontier Foundation und Daphne Keller von Google über Monopole und die Privatsphäre der Leser.
Google stands to be the single repository for millions of the world’s books. Advocates applaud the organization and the access a digital library can afford. But critics worry about monopoly and profit motives, and what it means for readers’ privacy.
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: Netzpolitik: Was soll man wählen?
: Netzpolitik: Was soll man wählen? Eine Woche vor der Wahl bieten wir hier nochmal einen Überblick über die einzelnen Positionen der Parteien. Dabei haben wir auf drei Ressourcen zurück gegriffen:
1. Die Antworten der Parteien auf unsere vier Fragen zur Netzpolitik.
2. Wahlprüfsteine von Wikimedia Deutschland e.V. (Lesenswert! Da gibts noch mehr Punkte)
3. Die Aktion „Bürgerrechte wählen, Überwachung abwählen“ vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung.Da wir verschiedene Themenfelder bewertet haben, kann sich jeder ja die für sich wichtigen Punkte raussuchen und eine eigene Entscheidung treffen. Viel Spaß.
Netzneutralität:
Pro Netzneutralität: CDU, Grüne, Linke, Piraten und SPD
Kontra Netzneutralität: FDP (Glaubt an Markt)Urheberrecht / Tauschbörsen
Pro Urheberrechts-Reform: Grüne, Linke, Piraten und etwas eingeschränkt SPD
Kontra Urheberechts-Reform: FDP und CDU (Beide wollen Verschärfung – was immer das heißt…)Förderung von Freier Software und Open Source Kulturen:
Pro Förderung: Grüne, Linke, Piraten
Irgendwie Pro Förderung: CDU, FDP und SPDZensursula-Infrastruktur:
Dagegen: FDP, Grüne, Linke und Piraten
Dafür: CDU und SPDVorratsdatenspeicherung:
Dafür: SPD und CDU
Dagegen: FDP. Grüne, Linke und PiratenOnlinedurchsuchung:
Dafür: SPD und CDU
Dagegen: FDP. Grüne, Linke und PiratenOpen-Government (Vergleichbar mit data.gov):
Pro: Grüne, Linke und Piraten
Vielleicht: CDU, FDP und SPD -
: USA kündigt Netzneutralität-Regeln an
: USA kündigt Netzneutralität-Regeln an Wovon wir in Europa und Deutschland bisher nur träumen können, wird in den USA wohl Realität: Nächste Woche sollen konkrete Regeln zum Erhalt der Netzneutralität vorgestellt werden. Spiegel-Online berichtet darüber: Präsident Obama setzt Netzneutralität durch.
Die US-Telekommunikationsaufsicht FCC (Federal Communications Commission) wolle Internet- und Mobilfunkbetreibern vorschreiben, jeden Datenverkehr in ihren Netzen gleichzubehandeln, berichtet das „Wall Street Journal“ am Samstag. Gilt dieses sogenannte Prinzip der Netzneutralität, dann dürfen die Netzbetreiber zum Beispiel datenintensive Video- oder Spieledienste oder Konkurrenzangebote nicht benachteiligen.
Spiegel-Online bezieht sich dabei auf diesen Artikel des Wall Street Journal: U.S. as Traffic Cop in Web Fight .
The proposed rules could change how operators manage their networks and profit from them, and the everyday online experience of individual users. Treating Web traffic equally means carriers couldn’t block or slow access to legal services or sites that are a drain on their networks or offered by rivals. The rules will escalate a fight over how much control the government should have over Internet commerce. The Obama administration is taking the side of Google, Amazon.com Inc. and an array of smaller businesses that want to profit from offering consumers streaming video, graphics-rich games, movie and music downloads and other services.
Es wird sich nächste Woche zeigen, wie gut die Regeln sind.
In den Antworten der Parteien zu unseren vier Fragen zur Netzpolitik hatte nur die FDP konkret ihre Position dargelegt, dass man „grundsätzlich kein Bedarf für gesetzliche Regelungen zur Netzneutralität“ sehe. Alle anderen hatten sich mehr oder weniger für Netzneutralität-Regeln ausgesprochen (Wobei die CDU-Antwort hier, wie so oft, etwas schwammig ist).
(Danke an Stefan für den Link zum WSJ Artikel)
Update: Die Formulierung „legal services“ wirkt etwas komisch. Da kommen bei mir Erinnerungen an die Debatte rund um das EU-Telekom-Paket hoch, wo es auch ständig um „lawful content“ ging. Infrastruktur-Regeln sollten aber unabhängig vom Inhalt sein. Sonst ist man ganz schnell beim Sperren und Blocken.
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: Merkel will Verkehrsregeln um den Urheberrechtschutz zu wahren
: Merkel will Verkehrsregeln um den Urheberrechtschutz zu wahren Angela Merkel
war gestern in Hamburghatte Besuch einer Hamburger Schulklasse im Kanzleramt und hat dort auch Verkehrsregeln im Netz gefordert… um den Urheberrechtschutz zu wahren. Ist mir da etwas entgangen oder gibts die nicht schon in Form zweier Urheberrechtskörbe?Merkel schloss sich der Forderung von Kanzleramtsminister Thomas de Maizière an, Verkehrsregeln im Internet zu schaffen. „Es geht zum Beispiel darum, den Urheberschutz zu wahren“, sagte sie. „Respekt vor dem geistigen Eigentum muss es auch im Internet geben.“ Rechtsbewusstsein dürfe im Internet nicht aufhören. „Man geht ja auch nicht in einfach in einen Laden und klaut eine CD.“
Interessant ist der folgende Satz in Bezug auf die Netzzensur-Diskussion:
Allerdings dürfe das Internet „kein rechtsfreier Raum für Straftäter sein“, betonte die Kanzlerin. „Ich bin gerne bereit, auch mit den Experten der Internetszene zu diskutieren, wie wir dieses Problem angehen können, ohne in einen erbitterten Zensurstreit zu geraten.“
Ich hab gerade mal eine Mail an das Bundeskanzleramt geschrieben, mich für die Einladung zum Dialog bedankt und nachgefragt, wann sie denn Zeit hat. Ich bin flexibel und warte auch gerne bis nach der Wahl. Mal schauen, ob sie antwortet:
Sehr geehrte Frau Merkel,
mit Interesse habe ich Ihr Dialog-Angebot an „Experten der Internetszene“ im Hamburger Abendblatt wahrgenommen und möchte ich mich für die Einladung bedanken.
„Ich bin gerne bereit, auch mit den Experten der Internetszene zu diskutieren, wie wir dieses Problem angehen können, ohne in einen erbitterten Zensurstreit zu geraten.“ (Hamburger Abendblatt)
Als Betreiber des Weblogs netzpolitik.org, was u.a. für den Grimme Online Award 2008 nominiert war, aktuell das meistverlinkte Weblog im deutschsprachigen Raum ist und genau diese Fragestellungen der digitalen Welt täglich thematisiert, nehme ich das Angebot gerne an. Da Ihr Terminkalender sicherlich voller ist, würde ich mich über einen Terminvorschlag von Ihrer Seite freuen.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus Beckedahl -
: Quellen-TKÜ für Sachsen?
: Quellen-TKÜ für Sachsen? In Sachsen wollen CDU und FDP koalieren. Ein Entwurf der Koalitionsvereinbarung steht online. Bin ich der einzige, der aus der folgenden Formulierung eine Quellen-TKÜ rausliest?
Wir setzen uns dafür ein, die Internetkriminalität vor allem zum Schutz von Kindern und Jugendlichen wirksam zu bekämpfen und die dafür notwendigen Grundlagen für Polizei und Justiz zu schaffen. Wir werden Graffiti-Schmierereien effektiv bekämpfen und bestehende Eingriffsmöglichkeiten bei der Telefonüberwachung auch auf Internettelefonie ausdehnen.
Graffiti ist ja auch gut platziert. Da sind noch ein paar andere Dinge zu finden, wie anlassbezogener Einsatz mobiler Kennzeichensysteme und die Regelung der effektiven Videoüberwachung öffentlicher Plätze und öffentlicher Verkehrsmittel. Ein bißchen e‑Government und irgendwie schnelleres Internet runden die Vereinbarung ab.
(Danke an Rico.)
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: Wikileaks: Den Mächtigen auf die Füße treten
: Wikileaks: Den Mächtigen auf die Füße treten Bei Zeit.de ist ein guter Artikel über Wikileaks erschienen: „Den Mächtigen auf die Füße treten“.
Auf Wikileaks lassen sich Dokumente einsehen, die eigentlich nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Das ärgert viele, doch es ist gut für die Welt.
Etwas mehr Hintergrund bietet der Netzpolitik-Podcast 071: Wikileaks.
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: Weichert als Leiter des ULD für fünf Jahre wiedergewählt
: Weichert als Leiter des ULD für fünf Jahre wiedergewählt Herzlichen Glückwunsch: Thilo Weichert ist als Leiter des Unabhängigen Datenschutzzentrum Schleswig Holstein (ULD) für fünf Jahre wiedergewählt worden.
Kommentar von Weichert zu seiner Wiederwahl: „Ich freue mich über die Wahl und das damit zum Ausdruck gebrachte Vertrauen. Die Wahl zeigt, dass die Arbeit des ULD anerkannt wird. Die Anerkennung gebührt insbesondere meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die kommenden fünf Jahre bringen gewaltige Herausforderungen für den Datenschutz des Landes angesichts einer rasenden informationstechnischen Entwicklung. Es wird darum gehen, die Modernisierung des Datenschutzrechtes – im Land, in Deutschland und darüber hinaus – voranzubringen, die in Schleswig-Holstein erfolgreiche Datenschutzzertifizierung überregional zu etablieren, eine wirksame Datenschutzkontrolle im Land zu praktizieren sowie die Beratung und Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern, Politik, Verwaltung und Wirtschaft weiterhin zu gewährleisten – und dies alles angesichts sehr begrenzter öffentlicher Finanzressourcen. Gemeinsam können und werden wir dies schaffen.“