Der österreichische Rechtspopulist Herbert Kickl verlangte von der Zeitung „Der Standard“ die Daten von User:innen, von denen er sich im Forum der Zeitung beleidigt sah. Deren Preisgabe hält der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte für eine Verletzung der Meinungsfreiheit, wie er nun urteilte.
Diese Woche haben wir den deutschen Datenschutzbehörden auf die Finger geschaut und herausgefunden: gegen die Gesichtersuchmaschine Clearview tun sie viel zu wenig. Außerdem berichten wir über einen digitalen Kleinkrieg, den das Arbeitsamt führt, und von einer Jagd nach alten Sneakern.
Alte Schuhe dank GPS-Trackern quer durch die Welt jagen? Ein Rechercheteam fühlt mit der „Sneakerjagd“ den Recyclingsystemen der Fashion-Welt auf den Zahn. Netzpolitik.org hat mit dem Projektleiter Christian Salewski darüber gesprochen, wie man mit Trackern investigativen Journalismus machen kann.
Was illegalerweise auf YouTube hochgeladen und dort viel gesehen wird, funktioniert auch in der ZDF-Mediathek gut. Diese Erfahrung machte die Redaktion des Doku-Formats 37 Grad. Zeit, Lehren daraus zu ziehen.
Open-Data-Aktivist:innen und die Bundesagentur für Arbeit liefern sich ein Wettrüsten. Die Arbeitsagentur versucht eine Schnittstelle zur Jobbörse zu schließen, doch nach zwei Tagen ist sie wieder neu dokumentiert im Internet. Diesen Kampf gegen offene Daten scheint die Behörde nicht zu gewinnen.
Dass Informationsfreiheit alles andere als dröge ist, zeigt „Frag den Staat“ seit Jahren. Jetzt haben die Transparenzaktivist:innen ein Musikvideo herausgebracht.
Diese Woche blicken wir nach vorn: Wir fassen zusammen, welche Netzpolitik die neue Ampelkoalition betreiben will. Außerdem eskaliert in Irland ein Streit über Facebook – und in den USA verklagt Apple die NSO Group.
Weil sich Fehler in medialer Berichterstattung nie komplett vermeiden lassen, ist der transparente und selbstkritische Umgang damit umso wichtiger. Bei öffentlich-rechtlichen Medien sollten Programmbeschwerden deshalb nicht nur in Gremien, sondern auch im Programm behandelt werden.
Während die Corona-Infektionszahlen durch die Decke gehen und erste EU-Länder eine Impfpflicht einführen, macht der Online-Händler Amazon gute Geschäfte mit der Impfskepsis. Sein Empfehlungssystem schlägt reihenweise Verschwörungsinhalte vor – dagegen vorgehen will das Unternehmen aber nicht.
Diese Woche feiern wir den Start unserer Spendenkampagne, während sich deutsche Sicherheitsbehörden auf der BKA-Herbsttagung feiern. In Berlin übt sich die Bundesregierung in Toleranz gegenüber Staatstrojaner-Firmen und Lieferfahrer*innen protestieren gegen schlechte Arbeitsbedingungen.
Lieferdienst-Apps sind in deutschen Innenstädten Teil des Stadtbilds geworden. Doch ihre Beschäftigten arbeiten oft unter miesen Bedingungen. Bei Gorillas in Berlin regt sich Widerstand gegen die Ausbeutung.
Nach dem Digitale-Märkte-Gesetz geht diese Woche bereits der Zwillingsvorschlag mit Auflagen für Online-Dienste im Rat der EU-Staaten in die Zielgerade. Das große Reformvorhaben der EU für die digitale Welt nimmt damit einen weiteren Zwischenschritt. „Dark Patterns“ sollen künftig verboten werden, fordern die EU-Länder.
Es ist mal wieder soweit: Die Corona-Fallzahlen steigen. Aber auch Netzsperren, Uploadfilter und Staatstrojaner breiten sich aus. Eine Impfung können wir euch zwar nicht bieten, aber vielleicht können wir euch helfen, den Durchblick zu behalten, was Pandemiechaos und Gesetzgebung angeht.
Die Organisation Plant A Tree Co. verspricht auf Instagram, für jedes hochgeladene Tierfoto einen Baum zu pflanzen, und nutzt dafür die neue Stickerfunktion „Add yours“. Bereits nach einigen Minuten wächst ihr die Aktion über den Kopf. Ein Paradebeispiel für leere Versprechungen und misslungene Öko-Trends.
Oft bestimmen algorithmische Empfehlungssysteme, was wir im Internet sehen. Im US-Kongress liegen nun Gesetzesvorschläge vor, die User:innen mehr Wahlmöglichkeiten geben sollen.
Diese Woche ging es um wildeste Boulevarddramen in Österreich, die Furcht vor einer Zukunft voller autonomer Kampfroboter und den besten Gesundheitsminister aller Zeiten. Außerdem erklären wir die fragwürdigen Pläne der EU für die Durchleuchtung von Smartphones. Was sonst passiert ist, lest ihr wie immer hier im Wochenrückblick.
Enthüllungen über Facebook sorgen für globale Schlagzeilen. Dahinter steht eine Frau, die jahrelang von innen heraus auf Veränderung gedrängt hatte. Erst als Frances Haugens Rufe ungehört verhallten, ging sie an die Öffentlichkeit.
Im Sommer schloss Google mit der Boulevardzeitung Oe24 einen Vertrag, um dessen „qualitativ hochwertige Inhalte“ in seinen Apps nutzen zu dürfen. Dass das Medium kürzlich im Zentrum des Skandals über mutmaßlich manipulierte Wahlumfragen für Sebastian Kurz stand, scheint den US-Konzern nicht zu stören. Oder etwa doch?