Öffentliche DislikesEndlich schaltet YouTube das Hassfeature ab

YouTube will nicht mehr öffentlich zeigen, wie viele Dislikes ein Video hat. Einige trauern der Funktion jetzt nach – zu Unrecht. Ein Kommentar.

Zwei Hände, eine mit nach oben gerecktem Daumen, eine mit nach untem gereckten Daumen. Ein Screenshot von YouTube.
Bei YouTube entscheiden Daumen über den Ruf eines Videos (Symbolbild) Vereinfachte Pixabay Lizenz Daumen: Pixabay/ geralt; Bearbeitung: netzpolitik.org

Daumen hoch oder Daumen runter: Mit einem Klick konnten Zuschauer:innen viele Jahre lang ihre Meinung über ein YouTube-Video ausdrücken. Genau das bleibt weiterhin möglich, nur die Anzahl der nach unten gerichteten Daumen soll künftig nicht mehr öffentlich sein. Das hat die Google-Tochter kürzlich in einem YouTube-Video bekannt gegeben – und dafür zehn Mal mehr Dislikes als Likes kassiert, insgesamt 147.000.

An all die 147.000 Menschen, die diese Dislikes verteilt haben: Ich finde, ihr habt Unrecht. Dislikes sind schlecht. Höchste Zeit, dass sie unsichtbar werden. Allein dass YouTube Dislikes als „Daumen nach unten“ darstellt, ist eine Beschönigung. Treffender wäre ein gereckter Mittelfinger.

In den Kommentaren unter dem YouTube-Video schreiben Nutzer:innen, die Änderung beschneide ihre Meinungsfreiheit. Diese Kritik ist gut sichtbar direkt unter dem YouTube-Video zu lesen. Offenkundig klappt das mit der Meinungsfreiheit also sehr gut.

Ohne öffentliche Dislikes wird Meinungsvielfalt sogar gefördert. Wenn die Dislike-Zahl fehlt, wandert der Blick schneller in den Kommentarbereich. Statt einfach auf den Daumen nach unten zu klicken, müssen Kritiker:innen jetzt zumindest ein paar Worte finden, um ihre Ablehnung per Kommentar auszudrücken.

Kommentare sind das bessere Korrektiv

YouTube-Nutzer:innen können jeden Kommentar nach wie vor mit einem Daumen hoch oder runter bewerten. Besonders beliebte Kommentare werden so weiter oben angezeigt und sind für mehr Menschen sichtbar. Auf diese Weise kann die Community etwa Desinformation oder Clickbait anprangern. Die Anzahl der Dislikes für Kommentare ist nicht sichtbar.

So wird die Kommentarspalte zum Korrektiv, auch wenn es kein ideales ist. Denn Kanalbetreiber:innen können die Kommentare unter ihren Videos beliebig moderieren, löschen und nach Stichworten filtern. Es fehlt eine breite Debatte, wie ethisches Community-Management funktionieren soll und wo die Grenze zwischen Hausrecht und Zensur verläuft. Ein Argument für öffentliche Dislikes ist dieses Problem aber nicht.

Wer nun darüber klagt, man erkenne ohne öffentliche Dislikes nicht mehr direkt, wie beliebt oder nützlich ein Video ist, der sollte nochmal genau hinschauen. Nach wie vor sichtbar ist nämlich die Anzahl von Views und Likes. Ist die Anzahl der Likes sehr gering im Verhältnis zur Anzahl der Views, dann ist das auch eine Aussage. Ganz ohne Dislikes.

Irgendjemand findet irgendwas schlecht

Für Zuschauer:innen mögen Dislikes wenig bringen, für YouTuber:innen sind sie vor allem eine Belastung. Niemand, der einen YouTube-Kanal betreibt, kann Dislikes gebrauchen. Es gibt schon genug Zahlen und Statistiken, mit denen YouTube um sich wirft.

Kanalbetreiber:innen können vergleichen, wie viele Views die eigenen Videos nach der Veröffentlichung bekommen haben. Die Plattform warnt, wenn ein Video nach der Veröffentlichung schlechter performt als die vorherigen. Das eigene Abo-Wachstum lässt sich ebenso minutiös verfolgen wie die sogenannte Retention Rate. Sie gibt an, wie viele Zuschauer:innen ein Video bis zum Ende schauen. Auf die Sekunde genau lässt sich nachvollziehen, wie viel Prozent des Publikums wie lange dranbleibt.

All diese Zahlen geben Anlass zur ständigen Selbstkritik. Das ist Stress genug, aber zumindest konstruktiver Stress. Aus dem Wissen, wann Zuschauer:innen ein Video wegklicken, lassen sich zumindest Ideen für spannendere Videos ableiten. Aus Dislikes dagegen lässt sich nichts Sinnvolles ableiten. Von mir aus hätte YouTube den Dislike-Button gleich komplett abschaffen können.

Ein Jahr lang habe ich bei einem YouTube-Kanal mitgewirkt, auf dem wöchentlich ein neues Video erscheint. Dislikes hießen für mich: Irgendjemand findet irgendetwas schlecht, aber ich habe keine Ahnung, was. Dislikes sind eine Metrik, mit der man exakt nichts anfangen kann.

Highscore für Hobbyhasser:innen

Außer natürlich man ist Mitglied einer Hasscommunity. In diesem Fall sind Dislikes extrem nützlich, um sich selbst ein Gefühl von Macht und Überlegenheit zu verschaffen. Zulasten anderer, versteht sich. Empörungsstürme und Hasswellen gehören auch zur Kultur auf YouTube, vor allem wenn sich YouTuber:innen kritisch zu Sexismus oder Rassismus äußern.

Für manche Menschen ist der Hass sowohl Hobby als auch Sport. Sie streifen als Teil einer Online-Gemeinschaft durch soziale Medien und hinterlassen so viel Verwüstung, wie es die jeweilige Plattform ermöglicht. Dann kommt es auch mal vor, dass Tausende Accounts innerhalb weniger Stunden über ein YouTube-Video herfallen. Sie verbreiten unfundierte Vorwürfe und Beleidigungen in der Kommentarspalte und „sprengen“ den Dislike-Button – in YouTube-Kreisen eine Bezeichnung für exzessives Draufklicken.

Für diese Sportart gab es bislang einen prominent platzierten Highscore: Die öffentliche Anzahl der Dislikes. Je höher dieser Score, desto größer der Erfolg. Während sich Hasscommunitys auf diese Weise ein wenig Befriedigung verschaffen, müssen die Menschen hinter dem YouTube-Kanal viele emotionale Ressourcen aufwenden.

Gegen „koordinierte Dislike-Attacken“

Lange Zeit dachte ich, so ein YouTube-Shitstorm würde mich kalt lassen. Immerhin weiß ich, wie organisierter Hass auf YouTube funktioniert, also muss ich ihn nicht ernst nehmen. Und dann hat mir mein erster eigener Shitstorm auf YouTube gezeigt, dass ich ein paar Dinge übersehen habe.

Erstens kostet eine Hasswelle Zeit, weil die internen Feeds, die zur täglichen Arbeit gehören, mit Bullshit geflutet werden. Wenn einen die Hasswelle selbst nicht nervt, dann die damit verbundene Zeitverschwendung. Zweitens haben nicht alle im Team denselben emotionalen Schutzschild. Irgendwer hat immer einen schwachen Tag, und wenn die Hasswelle mich persönlich kalt lässt, dann lässt es mich nicht kalt, wenn Kolleg:innen leiden.

Beide Probleme bleiben auch ohne öffentliche Dislike-Zahl, ebenso wird der Hass als Communitysport weitergehen. Aber immerhin verlieren die Hobbyhasser:innen eine ihrer wichtigsten Trophäen. Ich glaube, das „Sprengen“ des Dislike-Buttons verliert ohne Highscore seinen Reiz. YouTube glaubt das offenbar auch, basierend auf eigenen Testläufen. Ohne öffentliche Dislikes gehen „koordinierte Dislike-Attacken“ zurück, heißt es in dem Video mit den mehr als 147.000 Dislikes.

Es kommt selten vor, dass ich einen Tech-Konzern einfach mal lobe, aber heute ist so ein Tag: Danke dafür, YouTube.

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110 Ergänzungen

  1. Euer Ernst? Das ist eine extrem einseitige Bilanz die hier zieht. Bei etlichen Anleitungsvideos auf YouTube schauen die meisten unbedarften Nutzer nicht auf die Kommentare. Die schauen nur auf Likes und Dislikes und wissen, wenn die Dislikes überwiegen, dass die Anleitung eher mit Vorsicht zu genießen ist oder gar nichts taugt. Würde mich nicht wundern, wenn sich jetzt in Zukunft so etliche an Anleitungen orientieren werden, die eigentlich nichts taugen, weil sie nur noch die Likes sehen…

    1. Aber darum ging es im Text ja, das Text von Kommentaren im Zweifel mehr aussagt. Die Likes und Dislikes sagen oft nicht so viel aus.

      Worauf die Leute schauen… nun ja…

      1. […] „worauf die Leute schauen… nun ja…“. Im „nun ja“ liegt die Quintessenz. Daumen hoch und Daumen runter als simplifizierte Meinungsgeste ist älter als die Römer und erfüllt schon lange einen anerkannten Zweck. Eine weiter simplifizierte Meinungs-„geste“, ist übrigens ein simples Kreuz, z.B. bei demokratischen Wahlen. Das ließe sich natürlich abschaffen und ersetzen durch Kommentarblöcke auf den Stimmzetteln?! Schade, dass ein Journalist, der sich selbst beschreibend, einen Rechercheschwerpunkt im Bereich Echo Kammern hat, nicht einen empirischen Nachweis bringt für die Sinnhaftigkeit des Ganzen. Stattdessen gibt es ein plump aufgetragenes falsches Dilemma. Entweder man ist gegen den Daumen runter, oder Hater. Alle, stets und kategorisch. Moment, ich knacke mal mit den Fingern und hole tief Luft: falsches Dilemma, das kann ich auch. Entweder man träumt sich weiter in einer Konsequenz armen und Folgen freien Welt ein, oder man ist erwachsen und akzeptiert, dass wo gehobelt wird, auch Späne fallen. Gibts eigentlich You-Tuber, die gezwungen werden, solche zu werden und zu sein?

        1. Ich will es nicht verteufeln, obwohl:

          Anerkannter Zweck bei Daumen hoch + runter: Colosseum, verrückte Herrscher, Hexenverbrennungen?

          Na gut, Ja/Nein/Enthaltung: Geschworenengerichte, Abstimmungen in Vereinen, Gesetze, na gut. Aber wie viele gucken auf Like + Dislike + TJA, … werden nur Likes und Dislikes gezählt, wenn die auch in der Statistik von „Views“ vorkommen? Hier ist vielleicht der Knackpunkt.

          Positivwahl (+ Enthaltung): demokratische Wahl auf dem Wahlzettel… Problem: Nur ein Kreuz?

          Wahlvergleiche hinken etwas, denn es ist keine Auswahl zwischen Videos, die dann… ja was denn eigentlich +- [VERB]? Hier wird ja nicht das Like an sich gewählt, oder das Dislike an sich, und Das Video steht stellvertretend für ein Teilergebnis?!

          Ich sehe folgende Problematiken:
          – Zwei Sterne ist nicht viel besser als ein Stern (jew. + Enthaltung), es ist vor allem nicht doppelt so gut.
          – Ob 10 oder 5 Sterne kann gestritten werden, ist aber leider auch eindimensional.
          – Die Kommentarspalte wird wegen Hasskommentaren und systematischer Aufwertung dieser auch schwierig, wenn sie moderierbar sein soll.
          – Das müsste in jedem Falle ziemlich umgekrempelt werden, wenn das was differenziertes werden soll, oder wenigstens systematischer Hass schwierig gemacht werden soll. Gutes aussehen der Schrift auf der Bewerbung ist nicht überall ein sinnvolles Kriterium, hilft aber ungemein, auszusortieren, oder das Bild, oder sonstwas. Das kann aber nicht der Anspruch vor Kollision mit der Praxis sein.
          – Der Vorteil eines differenzierteren Bildes wäre vielleicht, dass Themen oder kürzliche Videos in der Ansicht ausgeschlossen werden könnten, und man sich auf einen Blick anschauen kann, was sonst so bei der Person gewertet wird, genaus wie das Ergebnis eines spezifischen Videos.
          – Der Blickwinkel ist auch noch so eine Sache. Irgendein Spezi (ich) kann auch bei Erstfokussierung auf Likes+Dislikes ein Assessment machen, wobei da sicherlich noch mehr einfließt, was so alles im Augenwinkel/Hinterkopf/Zahnzwischenräumen herumlungert. Was aber bei gestressten Irgendwieguckern, gesetzt den Fall, es gäbe davon sehr viele?

        2. „Entweder man ist gegen den Daumen runter, oder Hater.“

          Das wird niocht suggeriert. Es geht im Kern doch eher um Differenzierung. Ähnliches Problem wie mit dem Kreuz und der anschließend vielbesungenen demokratischen Legetimierung. Wege des Scheiterns…

        3. „Entweder man ist gegen den Daumen runter, oder Hater. “

          Das suggeriert hier niemand außer Ihnen. Bei Youtube ist klar, wie Likes und Dislikes sich zu Views verhalten, von wegen Teilmengen? Das ist nicht ganz unwichtig für den Kreuzchenvergleich, da Enthaltungen schon mitgezählt werden müssten.

          In der Demokratie wird außerdem zwischen Optionen gewählt, mit dem Ziel, eine auf Basis eines irgendwie gearteten Mehrheitsprinzips auszuwählen. Die Teilnehmenden sind sich dessen auch in aller Regel bewusst. Die genaue Zahl der Stimmen interessiert zwar auch dort gerne mal, aber im Grunde ist das ist ein anderer Prozess mit einer anderen Aussage, als einen Daumen auf Youtube zu clicken, zudem ist der Vorgang wegen weiterer Details nicht vergleichbar:
          – Im Verein wird über den Verein abgestimmt. Das betrifft die Menschen in der Regel direkt selbst.
          – Im Parlament sitzen Parlamentarier, die über Budget, Mitarbeiter, Beratungskapazitäten verfügen und das beruflich machen.
          – Bei der Wahl gibt es nur ein Kreuz… als Wahl zwischen vielen Parteien.
          – Bei einer Stichwahl geht es um zuvor im Grunde in die Auswahl hineingewählten Kandidaten.

          Ich finde nicht, dass der Demokratievergleich ohne Hinken auskommt. Und die römische Arena… da spielt der Macht- und Hassaspekt doch gleich direkt mit rein.

  2. Na dann können sich Accounts, wie z.B. PragerU, die EU-Kommission oder die AfD einfach mal ein paar tausend Likes kaufen, Kommentare abschalten oder besser noch – alles kritischee rausfiltern und es so aussehen lassen, als hätten sie eine Menge Zuspruch und keinerlei Widerspruch. Genial!

    1. Ist doch jetzt aber umgedreht genau so…
      Alle öffentlich-rechtlichen Videos, bspw. die von der Tagesschau werden massiv ohne tatsächlichen Grund gedisliked, sodass man diese Funktion dort schon jetzt überhaupt nicht mehr verwenden kann, um den tatsächlichen Videoinhalt einzuschätzen.
      Das sind einfach Leute, die klicken auf jedes Video und das erste was sie tun ist disliken, ohne dass das auch nur irgendeinen Bezug zum Video hätte.

      1. Mir blieb bei einem Tagesschau-Video auch nur die Dislike-Funktioin, um Kritik zu üben. Bei mir war der Grund eine unverständliche Lüge in Bezug auf den Mordfall Olof Palme und dessen Schließung. Die Tagesschau hatte in diesem Beitrag zum Tatort gelogen, ohne dass mir bis heute klar ist, warum, denn es handelt sich um eine Nebensächlichkeit. Die Lüge bestand darin, dass behauptet wurde, Palme sei vor dem Kino „Grand“ erschossen worden. Tatsächlich wurde er in der Einmündung zur Tunnelgatan erschossen. Im Tagesschau-Beitrag wurden auch sowohl Kino, als auch Einmündung zur Tunnelgatan und das Grab Palmes (liegt dazwischen) gezeigt. Warum nur diese Lüge? Ich hätte sehr gern kommentiert, statt einfach nur disliken.

  3. Ich finde es erstaunlich, gerade Netzpolitik sollte die Tragweite digitaler „Zensur“ verstehen und einschätzen können. Gerade solche Leute, die sich seit Jahren gegen die anhaltende Überwachung mit Legitimationen wie „KiPo und Terror“ engagieren, sollten erkennen, dass „der Hass“ nur ein Vorwand ist. Ich versichere Dir, dass man mit den „Hass und Hetze“-Argumenten, die Ihr aktuell aufbaut und nutzt, in 10 Jahren regierungskritische Aussagen verbieten bzw. bekämpfen wird. Und die Ironie dabei ist: Irgendwann wird man die Legitimationskonstrukte, bei deren Aufbau ihr aktuell aktiv mitarbeitet, gegen auch verwenden.

    Im Übrigen werden wir handfeste Nachteile dadurch erfahren: Eine Welle an Scam-Videos (mit deaktivieren Kommentaren), falsche Informationen, etc. – das wüsste man auch, wenn man sich mit der Kritik (die aus allen politisch-gesellschaftlichen Schichten kommt), einmal ernsthaft auseinandergesetzt hätte.

    Aber ja, ihr habt es geschafft. Ihr habt den Hass bekämpft. Vielleicht hat es auch einfach einen guten Grund, das gewisse Videos schlichtweg negativ bewertet werden? Aber darum geht es ja heute nicht mehr, es geht nur noch darum, inwieweit man Inhalte findet, welchen die eigenen ideologischen Narrative bestätigen.

    GG WP Netzpolitik, ihr befindet euch auf dem besten Weg zu den Leuten zu werden, die ihr eigentlich immer bekämpft habt.

    1. This! Absolutely this! Hätte der Artikel eine Bewertungsfunktion, würde ich einen Dislike geben.

      Außerdem: Für den Zuschauer ist das Like/Dislike Ratio die einfachste und schnellste Möglichkeit, gute von schlechten Videos zu unterscheiden. Dass das Ratio für den Zuschauer keine Bedeutung hat, dem stimme ich, als (zugegeben: exzessiver) Youtube Konsument, absolut gar nicht zu.

      Und wenn ein Video eine überwiegend schlechte Bewertung hat, hat das üblicherweise einen guten Grund, auch bei politischen oder wissenschaftlichen (wohl eher wissenschaftlich anmutenden) Videos.

  4. „Wenn die Dislike-Zahl fehlt, wandert der Blick schneller in den Kommentarbereich. Statt einfach auf den Daumen nach unten zu klicken, müssen Kritiker:innen jetzt zumindest ein paar Worte finden, um ihre Ablehnung per Kommentar auszudrücken.“

    Daumen runter.

    1. Als Programmierer ein vernichtender Genickbruch. Eine schnelle Qualitätskontrolle für Tutorials, Anleitungen und Lehrvideos auf YouTube ist essenziell um sich in Technologien hineinzuarbeiten. Es gibt diverse Lehrvideos online, aber nicht jeder ist tatsächlich in der Lage Sachverhalte RICHTIG und AUSFÜHRLICH zu erkennen. Jemand der ohne Vorahnung in ein Video geht wird nicht wissen, ob er sich etwas gerade falsch anlernt.

      Auch die moralischen Bedenken die hier veräußert werden kann ich nicht nachvollziehen. Zensur hat noch nie geholfen, es provoziert Hass eher als dass es ihm vorbeugt.

  5. Freut mich, das netzpolitik 1.000.000 Euro haben will und Polemik wie diese veröffentlicht.
    Aber klar steht ja Kommentar, auch wenn der Artikel genauso ausschaut wie alle anderen…

    Die meisten Videos auf Youtube haben eben durch die Like-Dislike-Funktion einen ersten Indikator, ob es sich lohnt das Video zu schauen oder nicht.
    Auch wenn der erfahrene Nutzer das meist schon am Titel, Vorschaubild oder dem Nutzernamen des Uploads erkennt.
    Wie ein User treffend unter dem Ankündigungsvideo von Youtube schreibt: „And with this, the golden era of scams, fake tutorials and low quality content begins.“
    Gut zugegeben, die hat längst begonnen, aber das nun kommende Downgrade seitens Youtube verschlimmert die ganze Situation noch.
    Wer nicht mit Negativkritik umgehen kann, sollte sich vielleicht außerhalb der freien Welt aufhalten, z.B. in der Politriege Russlands oder Chinas!
    Ich habe das damals bei Facebook schon so realitätsverzerrend und ekelig gefunden, dass keine Dislikes möglich waren, damit ist dann alles positiv, jeder Content, wodurch jeder noch tiefer in seine kleine heile Welt Blase sinkt (Stichwort Positive Psychologie da wirkt das selbe Nebelwerk).
    Und das ist hier der wahre Mittelfinger und zwar in Richtung Diversität und Differenziertheit.

    1. „Die meisten Videos auf Youtube haben eben durch die Like-Dislike-Funktion einen ersten Indikator, ob es sich lohnt das Video zu schauen oder nicht.“

      Eben nicht. „Like“ und „Dislike“ sind ja keine Qualitätsmerkmale, sondern die individuelle Meinung der Betrachter.

      1. Eben doch, genau das, du sagst es doch selber: erster Indikator. Nicht mehr und nicht weniger. Bei Tutoriol Videos über handwerkliches z.B. hilft es zur Einschätzung enorm. Warum soll man als Zuschauer seine Zeit mit sinnlosen, anwenderunfreundlichen oder schlimmstenfalls gar falschen Content verplempern? Alle Kommentare lesen und noch mehr Zeit vergeben? Um sich durch den Wust an Kommentaren zu arbeiten?
        Dieses Update ist falsch und geht von falschen Annahmen und Unterstellungen aus, jede Kritik in die Ecke des mobbens und Hasses zu verorten.

        1. „Erster Indikator“ … Kritik daran ist allerdings, dass das kaum Aussagekraft hat, immer noch undifferenziert ist, usw. Man lehnt also ein Video ab, das nicht ganz viele Leute „ganz toll“ finden. Sie könnten auch eine Falschfarbenbrille aufsetzen und alles mit Grün weglassen…

  6. Dislikes waren immer eine gute und schnelle Möglichkeit die Qualität des Videos bereits von anderen voreingeschätzt zu erhalten. Das ist so auch weitaus häufiger genutzt worden, als der Dislike als „Hassfeature“, was ich für ein gesponnenes Narrativ halte. Sicherlich kommen solche Fälle vor, wieso können allerdings Dislikes nicht stattdessen pro Video (wie bereits Kommentare) oder sogar pro Kanal deaktiviert werden?

    Nutzer müssen nun mehr Zeit mit dem eigenen Bewerten von Videos verbringen, gucken damit mehr (schlechtere Videos) oder klicken mehr auf andere Videos, wodurch Google natürlich auch mehr Werbeeinnahmen erzielen wird.

    Einen Button zu drücken ist zudem immer schneller gemacht, als einen Kommentar zu verfassen. Hierauf gehen Sie gar nicht ein.

    Generell mag ich Netzpolitik, doch das hier ist einer der selteneren Artikeln, die ich wirklich so gar nicht gelungen finde.

    1. Also ist ein Like ein Qualitätssiegel?

      Ich glaube, dass hier überraschenderweise einfach nur irgendwas zur Unterscheidung herangezogen wird. Mal bürgt die Summe für Qualität mal für ein Medienunternehmen, mal so, mal so.

  7. Schon der zweite Bericht, den ich lese, der dem Ganzen zustimmt und auf das Ergebnis kommt, dass Dislikes eigentlich wegkönnen (https://www.comicschau.de/news/kein-dislike-youtube-pro-und-contra-510485/).
    Und zunehmend muss ich dem zustimmen, die ganzen Thesen und Erkenntnisse bringen einen zum Entschluss, dass der Button am Ende des Tages mehr Unheil bringt, als er guttut. Das ist etwas, was man sich als Zuschauer oft nicht bewusst macht.

  8. Ich kann mich diesmal leider überhaupt nicht der Meinung des Autors anschließen. Vielleicht liegt das auch an meinem technischen Hintergrund.
    „Dislikes“ waren für mich schon immer nur ein Wert der für weitere Algorithmen als Input dient. Wenn ich ein Video in dem Suppe gekocht wird „dislike“, und ein Video in dem Brot gebacken wird, dann werde ich wohl auch kein Video mögen in dem Schnitzel gebraten wird – d.h. Youtube verwendet die Daten der Dislikes um mir keine weiteren Kochvideos anzuzeigen.
    Der Fehler im System war, dass die „Dislike“ wirklich als Wertung für die Beliebtheit eines Videos angenommen wurden. Eine Hohe Zahl an Dislikes wurde dadurch zum „Hass“ umgedeutet. (Vielleicht nicht mal zu unrecht!). Ursprünglich war das Like genau wie das Dislike keine Währung zum „Bewerten“ von Videos, sondern aus meiner Sicht immer ein Steuerungsinstrument um zukünftige Empfehlungen zu beeinflußen.

    Ich muss allerdings auch zugeben: in den letzen Jahren hatten die Dislikes immer weniger Einfluss auf den Youtube-Algorithmus. Und dass sowohl Likes wie auch Dislikes von Youtube/Google in gleichem Maße als „Interactions“ gewertet werden heizt wohl wirklich die Hass-Maschine unnötig immer weiter an. Es ist mir also ziemlich gleichgültig, dass Youtube in Zukunft keine Zahl mehr anzeigt. Ich finde es trotzdem bedenkenklich, wie ein an und für sich absolut neutraler Messwert zu einem „Hass-Instrument“ umgedeutet wurde.

      1. „Der Dislike-Button hat noch nie deinen persönlichen Algorithmus beeinflusst.“

        Können Sie besser Hellsehen als ich?
        Es gibt zwei Arten, wie eine Auswahl des Vorgesetzten einen Einfluss hat:
        – Es wird von Youtubes Algorithmen vorgesetzt. Stelle sich vor, vielen Ultrarechten ein Video über …. [selbst ausdenken]. Vielleicht auch nur bei bestimmten Suchbegriffen und meißtens.
        – Es wird von Dritten Menschen in „sozialen Medien“ suggeriert etwas solle bewertet werden, sei wichtig, gut/blöd, wichtig zu recherchieren, sei es über einen direkten Link oder über das Zuspielen von Suchbegriffen. So entstehen dann mehr oder weniger kleine Netzwerkeffekte, vielleicht allerdings von „Minderheiten“, die über eine Anzahl verfügen und konsistent oft bewerten, z.B. vor allem Abwerten.

        1. Das ist falschherum. Es geht hier darum, ob das clicken auf Like/Dislike in den Algorithmus einfließt.

          Ob oder ob nicht, müsste allerdings mit Link auf Statements belegt werden. Warum sollte es nicht in Empfehlungsalgorithmen einfließen? Sowie OB man sich Videos mit vielen Likes öfter länger anschaut als welche mit mehr Dislikes, usw. Gerne den Quellcode vorzeigen, alles andere hat da doch keinen Sinn (PR-Abteilung interessiert nicht).

  9. Kommentare haben ein Problem: Sie zählen auf das Engagement des Videos ein und spülen damit z. B. die unzähligen Scamvideos in die Trends oder auf die Startseite, die dort auf einfache Opfer treffen. Wer als Kanalbetreiber von solchen Attacken betroffen ist, kann die Funktion auch einfach ganz abschalten.

    1. „So wird die Kommentarspalte zum Korrektiv, auch wenn es kein ideales ist. Denn Kanalbetreiber:innen können die Kommentare unter ihren Videos beliebig moderieren“

      Wir sind also in Utopia. Was der Author also meint, ist nicht, dass es so wie jetzt besonders ausgewogen ist, oder die Entwicklung ein sinnvolles Ende gefunden hat.

    2. Das erinnert mich an 5 Minute-Craft, Troom Troom und ähnliches… die machen super dumme Videos, die sehr gut bei vor allem jungen Zuschauern ankommen und mehrere Millionen Aufrufe bringen. Ohne Dislikes wird es hier vor allem für junge Menschen noch schwieriger zu verstehen, das diese „Lifehacks“ in den Videos quatsch sind, insbesondere weil solche Youtube-Kanäle entweder schlechte Kommentare löschen oder nur von Kindern kommentiert werden die das irgendwie geil finden… Da interessiert sich dann keiner mehr am Ende, wenn es die Dislike nicht gäbe ob man sich ausversehen bei dem „Lifehack“ verbrennen kann, weil ohne Dislike sehen Kinder nur „Oh cool 1 million Aufrufe, 20.000 Likes, das Video muss funktionieren. MAMA Ich brauch mal eben ne Schere obwohl ich 9 Jahre alt bin!“ …

    3. Deine Dislikes sind das übrigens auch. Machen genau das gleiche, weil sie mit Likes gleich bewertet werden, was den Algorithmus angeht. Ihr habt nur Strohmänner und falsche Argumente, es ist eine Schmach.
      Aber den Dislike wollt ihr trotzdem, weil ihr keine Einsicht habt und nicht wisst, wie sich Creators fühlen.

  10. Also ich würde schon gerne sehen wollen ob ich als content creator gut oder scheiße bin.
    Denn Kommentare die einen nicht gefallen kann man immer löschen aber ein Like oder dislike halt nicht.
    Genauso kann man unliebsame Kommentare filtern damit nur gutes zu sehen ist.
    Die dislikes finde ich schon wichtig.
    Und mir persönlich zeigt es mir das mein Video halt nicht so gut ankam was ich selbst aber so nicht bemerken würde
    Daher ist diese einseitige Sicht in diesen Artikel etwas nun ja dumm.
    Ich bin dafür das dislikes bleiben wie soll ich sonst besser erkennen das mein content scheiße ist ;)

      1. Und genau das macht es lächerlich. Die „psychische Belastung“ der Videoersteller wird nicht geringer. „Hater“ können sich dann halt nur nicht mehr an ihren Dislikes erfreuen.

  11. Konkret, weil die Hassmaschine jetzt hier in den Kommentaren herrscht (lauter Leute, die einfach munter weiter disliken wollen und genau das Problem sind, auch wenn einige Beispiele stimmen: Zustimmung für diesen Artikel, mal eine andere, aber wahre Aussage über das, wofür der Dislike steht und wie sich Creator, die noch ehrbar sind, damit fühlen.

    1. Ja, ich würde gerne weiter Videos auf Youtube disliken, wenn z.B. beim DIY Video für einen materialverarbeitenden Laser nicht darauf hingewiesen wird, eine Sicherheitsbrille zu tragen oder bei einer Drohne nicht darauf hingewiesen wird, Flugverbotszonen zu beachten usw. Fehlinformationen/ Low Quality Videos in diesem Bereich können fatale Folgen haben.
      Da darf „wie sich der Creator fühlt“ keineswegs im Raum stehen.

    2. Ja ganz richtig, ich möchte weiter disliken und gemeinsam mit anderen meine Missachtung für Sachen sichtbar machen. Stattdessen findet jetzt eine immer stärkere Isolierung statt. Widerspruch gegen ein Video kann fortan in keiner Weise mehr zum Ausdruck gebracht werden und die Community-Blase ist unantastbar. Was hier argumentiert wird, ist der Wunsch nach einem Safe-Space, wo jegliche emotionale Belastung abgefangen wird. Wie in der äußerst treffenden Southpark-Episode 262. „Hass“ oder „hatespeech“ wird schon heute flächendeckend als Totschlag-Argument gegen politisch Andersdenkende eingesetzt. Dieser Safe-Space (den sich manche auch an Universitäten wünschen) ist in Wirklichkeit ein Instrument zur Unterdrückung unangenehmer Wahrheiten.

      1. Aber Dislikes sind doch ein Nichts an Aussage. Was Sie dort argumentieren ist ein Safe Space zum Abreagieren, für das Gemüt.

        Ich habe kaum ein valides Argument gesehen, außer Sachen wie:
        – Was jetzt ist, ist auch Mist, wenn nicht schlechter.

        Offensichtlich nicht valide sind:
        – Ich finde es gut.
        – Mir nützt es.
        – Sonst kann ich mich nicht ausdrücken (was sowieso kaum geht, Kommentare sind auch nicht adäquat moderiert).

        Das sind alles Sachen, die die Betreiber sehr einfach transparenter gestalten könnten, z.B. könnten Kommentare mit Ausnahme Strafbarens nicht mehr löschbar sein, sondern nur noch versteckbar. Wer will soll sich also alles anzeigen lassen können, und das dann hochwerten.

        Im System mitschwimmen, und dem Nichtssagenden Dislike fröhnen… nicht ernsthaft. Bitte die Plattform dann meiden, sonst lernen die ja auch nicht.

        1. Ein relativ kleiner Eingriff in Kommentare wäre noch:
          1. Kanalchef bei Zensur einzuschränken. Z.B. indem eine aktiv empfohlene Sektion besteht, oder/und Verstecken +- Sortierung möglich ist.
          2. Sichtbarkeitsoptionen für Guckleute. Einerseits Defaults, dann aber auch nützliche Sortieroptionen, vom offensichtlichen „Alles zeigen“ über „positiv“ und „negativ“ bis zu „kürzlich negativ“, „kürzlich positiv“, u.ä.

          Wer also keine Einstellungen ändert, hätte im Grunde die jetzige Ansicht. Würde man dann noch Likes entfernen (wirklich), dann müssten Nutzer im Kommentarbereich upvoten, was dann allerdings irgendwie schräg wäre. Eigentlich gehören Schnellwertung (1,2,5,10…) und leicht sortierbare Kommentare dazu. Ein hinkendes Beispiel wäre die Spieleplattform Steam (Empfohlen/Nicht + Kommentare, Nutzer setzen Tags – Hauptunterschied: Nutzer zahlen meißt Geld für die Spiele, Details: auch hier werden „spezielle“ Kommentare herausgelassen, ähnlich „off topic“, lässt sich aber im Profil wohl einstellen – das soll kein notwendigerweise positives Beispiel sein, ist aber halbwegs real).

  12. Ihr solltet da echt etwas reflektierter sein. Das ständige Gerede von Hasswellen hat schon etliche Gesetze , wie z.B. Meldepflichten hervorgebracht.
    Und jetzt Chatkontrolle. Aber vielleicht hilft ja gegen diese Hasstsunamis nichts anderes …

      1. „Außer natürlich man ist Mitglied einer Hasscommunity. In diesem Fall sind Dislikes extrem nützlich, um sich selbst ein Gefühl von Macht und Überlegenheit zu verschaffen. Zulasten anderer, versteht sich. Empörungsstürme und Hasswellen gehören auch zur Kultur auf YouTube, vor allem wenn sich YouTuber:innen kritisch zu Sexismus oder Rassismus äußern.“

        Im Artikel geht es doch nicht nur um Dislikes, wie der obige Absatz zeigt.
        Gerade Netzpolitik sollte doch klar sein, dass gerade die einseitige Dramatisierung von Hass und Hetze im Internet eine Kontrolle und Überwachung ermöglicht haben , die vor 5 Jahren völlig undenkbar war. Ich hätte damals auch nicht geglaubt , dass über Identifizierungszwang und Chatkontrolle nachgedacht wird.

  13. Selten war ich mit einem Kommentar auf Netzpolitik.org so uneinig wie diesem hier.

    Nicht nur ist es jetzt grundsätzlich noch schwieriger, Clickbait und anderen Müll schnell zu erkennen; sondern es besteht längst die Möglichkeit für Uploader, die Anzeige von Likes und Dislikes bei einem Video auf privat zu schalten, so wie die Kommentare moderiert oder deaktiviert werden können. Die Dislikes jetzt komplett abzuschaffen bedeutet für die Creators und die User einen Mehrwert von genau Null. Gut ist es nur für YouTube, da es in gewissen Szenarien dazu führt, dass die Leute mehr Videos schauen müssen, um das zu finden, was sie gerade brauchen, was mehr Werbeeinnahmen generiert.

    Für mich ist der Schritt ein Manöver von YouTube, welches vor allem von ganz anderen Baustellen dieser Plattform ablenken soll:
    – Das absolut userfeindliche, vollends auf die Wünsche der Musik-, Film- und Videospielmafia zugeschnittene Copyright-System. Selbst in den USA wurde Fair Use, das bei uns in der Form dank Axel Springer & Co. ohnehin nicht existiert, dadurch immer stärker aufgeweicht. Wird dein Video von SME, Universal oder welcher Firma auch immer geclaimt, lässt sich das nur unter größtem Aufwand wieder beseitigen, sollte es zu Unrecht geschehen sein – die Beweislast liegt bei dir und die Ansprechstellen sind träger als die deutsche Verwaltung. Das kostet vor allem Zeit, welche die meisten Creators nicht haben, weil sie Content produzieren müssen, um ihre Rechnungen zu bezahlen.
    – Die groteske Doppelmoral, mit welcher YouTube gegen nicht jugendfreie Inhalte vorgeht: Eine halbnackte weibliche Brust kann für einen Creator zur Demonetarisierung des Videos führen, während gleichzeitig immer mehr Werbung für Gacha-Spiele – illegales Glücksspiel übrigens – mit stark sexualisierten Darstellungen weiblicher Figuren gezeigt wird. Während Creators sich immer stärker einschränken müssen, genießen Werbekunden quasi Narrenfreiheit. Das führt auch zum nächsten Punkt:
    – Immer dreistere Ausflüchte, um vor allem kleine und mittlere Kanäle um ihre Anteile an den Werbeeinnahmen zu bringen. Besonders deutlich zeigt sich das im bereits geschilderten Umgang mit nicht jugendfreien Inhalten, gepaart mit Programmen wie „YouTube Kids“. Wer sich mit seinem Content auch nur halbwegs gegen die Maschinerie von YouTube und der Industrie stellen will, dem bleibt meist nur Crowdfunding über Patreon & Co., wenn er davon leben können will.
    – Die neueste Dreistigkeit, sich das Recht herauszunehmen, selbst über Videos Werbung zu schalten, deren Uploader der Monetarisierung ihrer Videos und ihrer Kanäle ausdrücklich nicht zugestimmt haben. In dem Fall sackt YouTube die Werbeeinnahmen eben komplett selbst ein.
    – Trend-Algorithmen, welche die Verbreitung rechter Hasspropaganda begünstigen. Daran ändert YouTube nichts, weil das hohe Einnahmen generiert. Dafür gibt es dann mal symbolische Aktionen wie das „Verbieten“ von Videos mit Lügen über Covid-Impfungen, womit man selbstverständlich die Impfgegner nicht loswird, dafür aber die Frage provoziert, nach welchen Maßstäben der Content von der Plattform eigentlich moderiert werden soll.

    Von allem Problemen, die YouTube hat, sind/waren die Dislikes das mit Abstand geringste.

  14. Die fehlende Dislike-Möglichkeit hat mich bei Facebook immer extrem gestört. Wenn man etwas liken kann, muss man es auch disliken können – und das muss auch genauso angezeigt werden. Dass YouTube das Feature hier einseitig einschränkt (ich gehe mal davon aus, dass die Zahl der Likes weiterhin angezeigt wird), ist deshalb ausdrücklich zu kritisieren. Ich setze das inzwischen mit toxischer Positivität gleich. Zudem werden die Likes dadurch auch entwertet.

    Ganz gut finde ich übrigens die Lösung bei Reddit. Es wird nur der „Netto-Vote-Wert“ bzw. ein Prozentsatz derer angezeigt, die den Beitrag gut finden.

  15. Um diese Änderung zu beurteilen, müsste man wissen, ob die Dislikes für den Algorithmus eine Rolle spielen. Wenn ja. sollten sie auch öffentlich einsehbar sein. Macht die Sache transparenter.

  16. Ich denke die Sachlage ist recht schwierig. In vielen Punkten hat Sebastian (Autor des Artikels) recht. Allerdings stimme ich auch den anderen Usern zu, dass es durchaus Gründe für den Dislike-Button gibt.

    Einerseits sehe ich die übermäßige Anzahl an Dislikes im Bezug zu Corona (z.B. Nachrichten diesbezüglich) oder sämtliche Genderthemen. Mir fällt z.B. eine Arte-Doku über ein französisches Mädchen ein, das gesellschaftlich kein Mädchen sein durfte, weil sie biologisch männlich ist. Obwohl Arte sonst viele Daumen hoch bekommt, war das Video (übrigens qualitativ genauso hochwertig wie üblich) mit vielen Daumen runter versehen und die Kommentarspalte deaktiviert.
    Auf der anderen Seite hilft es enorm schnell einen Überblick zu finden, wenn man nach Tutorials, Themenkanal (z.B. über Linux) oder ähnliches sucht. Da wäre eine ausgebaute Wertung à la 5 Sterne mit verschiedenen Kategorien (Inhalt, Umsetzung, …) sogar noch besser. Auch weil die Kommentare nicht zwangsweise aussagekräftig sind. Aber selbst wie bei dem Arte-Beispiel ist es für mich persönlich nützlich um zu erfahren in welchen Themen ein nicht unerheblicher Teil der Menschen destruktive Gedankenbilder besitzen.

    Mir wäre ein Diskurs lieber gewesen um die Stärken und Schwächen zu analysieren und zu überlegen, ob und welche Werkzeuge man sowohl Kanalbetreiber als auch User an die Hand geben kann um auf individuelle Problemstellungen eingehen zu können und um gleichzeitig einen Missbrauch zu minimieren (von beiden Seiten).

    Andererseits gibt es das Problem auch nur, weil Videos auf YouTube quasi zentralisiert sind. Es gibt leider keine ansprechende Plattform um mit Videos plattformübergreifend interagieren zu können. Wenn es das gäbe, könnten sich Plattformen z.B. auf Tutorials, Nachrichten, Dokus, LetsPlays etc spezialisieren und jeweils eigene Toolsets mitbringen. Eine Plattform für Nachrichten braucht z.B. nicht einmal Like-Buttons, dafür aber vielleicht nutzerfreundliche Quellenangabeneinbindung. Die Diskussion über den Dislike ist meiner Ansicht nach nur ein Symptom für ein größeres Problem.

  17. Das Argument, dass man seinen Unmut über ein Video ja in den Kommentaren kundtun kann, finde ich fragwürdig. Gerade bei YouTube sind die Kommentare bei bestimmten Videos ein toxisches Minenfeld. Bei größeren Kommentarspalten gehen einzelne Kommentare einfach unter und einen Kommentar zu finden, der der eigenen Meinung entspricht, kann sehr zeitaufwändig sein. Einem Daumen nach unten als Ausdruck des Hasses oder Mittelfinger zu bezeichnen strapaziert ist schon eine relativ absurde Aktion.

  18. Die Ansicht, das Dislikes mehrheitlich Hass-Likes sind kann ich überhaupt nicht teilen. Ich bin hauptsächlich YouTube Konsument und kein Creator und für mich waren Like und Dislike immer erst ein Mal meine direkte Möglichkeit, auf den YouTube Vorschlagsalgorithmus einzuwirken. Es ist also nur ein „dieses Video hat mir gefallen, mehr davon“ oder „dieses Video hat mir nicht gefallen, so was ist eher nichts für mich“ Angabe, die ich und andere machen können.
    Wenn ich bei einem Video eines Kanals, dessen Videos nicht immer meinen Geschmack treffen, die Likes und Dislikes sehe, gibt mir das einen guten Anhaltspunkt, ob das Video für mich was ist, da ich davon ausgehe, dass die Mehrheit der anderen Nutzer das auch so macht.
    Wenn ich mir dafür jetzt erst 700 Kommentare durchlesen müsste, ist die Entscheidung schon für „nicht anschauen“ gefallen.

    1. „Die Ansicht, das Dislikes mehrheitlich Hass-Likes sind kann ich überhaupt nicht teilen.“

      Allgemein ist das auch sicherlich teilbar. Im Konkreten allerdings nehmen z.T. gesteuerte Netzwerkeffekte zu, da wird dann durchaus ein Schuhregal draus.

      Alternativvorschlag wäre ja, Differenzierung zuzulassen. Z.B. 0-5 Sterne, oder ein Stichwort für was gut/schlecht/verbesserungswürdig war, und dabei Worte vorgeben, die auch konstruktiv zu nutzen sind. Hier ist so viel Framing möglich, da kann unmöglich pauschal geurteilt werden. Bei Like oder Dislike kommt es eben auch darauf an, was Empfehlungs- oder auch nur Suchalgorithmen so bevorzugen. Z.B. kann man viele Dislikes erzielen, indem man einer „spezifischen Zielgruppe“ mit Hasspotential ein verhasstes Thema mit reizender Überschrift vorsetzt.

      1. Nicht dass ich das hier für Realität halte, allerdings gibt es wohl nicht viele, die wirklich einschätzen können, wie weit die Beeinflussung (-sversuche/-stests) so gehen, und wie Erfolg bzw. Ergebnis quantitativ wie Qualitativ so ausfallen.

        Z.B. könnte in der Empfehlungsspalte einiges stehen, was Nutzer garantiert nicht schauen, dann aber ein Reizthema, wo die Wahrscheinlichkeit dann hoch ist, dass abgewertet wird.
        Um diese Fiktion zu untermalen machen wir mal Apple vs. Google: Erst zwei Videos, die die andere Seite auch schon mit der Überschrift hochhalten und garantiert nicht geguckt werden, dann ein Vergleichsbeitrag, aber von der anderen Seite. Hier ist dann die Wahrscheinlichkeit für ein Angucken und aufgrund des Bekanntheitsgrades des groben Inhaltes, was dem Algorithmus ungefährt klar ist, das Video abgewertet, als natürliche Reaktion.

        Ich würde das Spiel um Like vs Dislike nicht mitspielen. Kleine Änderungen helfen hier nicht, etwas wirklich Vernünftiges und Hilfreiches muss da hin.

        1. Sind die Abstraktionen und Verschlagwortungen präzise genug, um allerlei abzubilden, kann das Vorschlagssystem (mit maschinellem Lernen) so auch „aus Versehen“ handeln, d.h. es wurde nicht explizit von Menschen vorgegeben, oder ist einfach noch nie jemandem aufgefallen. Die abstrakte Möglichkeit sollte der technischen Ebene allerdings bewusst sein. Es gibt kein Naturgesetz, dass ein solches System nur „Gutes tut“.

          Da könnte sich ein Dienst schnell aus der Verantwortung herausformulieren, und es wäre nicht klar, ob Transparenz Nutzern gegenüber da jemals Abhilfe versprechen könnte. „Sie sehen diesem Beitrag, weil sie dann länger online bleiben, mehr Werbung konsummieren, wir dann mehr Geld von den Werbekunden bekommen, …“.

  19. Es wird nichts ändern, obwohl ich persönlich die Wegnahme dieses Buttons OK finde. Allerdings glaube ich auch, dass sich der Hass damit in den Kommentaren noch verstärken wird. Jedenfalls wird er noch deutlicher, weil viele Hater sich am Disliken nicht mehr auslassen können und wahrscheinlich ein „paar Worte“ hinterlassen. Die Youtube-Seite der Bundesregierung macht es „richtig“. Sie sperrt die Kommentare. Was dort wohl los wäre, wenn es die gäbe und nicht deshalb mehrheitlich Dislikes von den Torfköpfen gedrückt würden? Wie auch immer. Der Hass wird durch ein paar Knöppe nicht abgeschafft.

  20. „YouTube-Nutzer:innen können jeden Kommentar nach wie vor mit einem Daumen hoch oder runter bewerten.“
    Diese Aussage ist bestenfalls ignorant, schlechtestenfalls bewusst irrführend: Bei Kommentaren sind die Dislikes bereits jetzt unsichtbar, also faktisch nonexistent.
    zB bei irreführenden Tutorials ist deren Falschheit viel schneller und einfacher zu sehen, wenn die Dislikes überwiegen, als wenn man extra die Kommentare nach Rückmeldungen durchforsten muss.
    Das Argument, dass man ja einfach negative Kommentare hochliken kann, um seine negative Meinung zu einem Video auszudrücken, ist insofern irreführend, dass Youtuber die meistgelikten negativen Kommentare einfach löschen lassen können.
    Grauenhafter Artikel. DISLIKE!

  21. Es gibt gute Argumente gegen Like + Dislike:
    – Es ist komplizierter als „ganz einfach“ (nur Like).
    – Es ist viel zu undifferenziert (eindimensional UND nur zwei Werte).
    – Die Einfachheit sorgt für die Möglichkeit, mittels Kampagnen und Manipulation Beiträge einseitig abzuwerten. Selten vielleicht, allerdings kaschiert der Fokus auf „der Mensch entscheidet“, dass nicht nur Menschen von dritten Stellen auf Beiträge hingewiesen werden, sondern auch die Empfehlungs- und Sichtbarkeitsalgorithmen des Dienstes selbst einen starken Einfluss bekommen. Man kann argumentieren, dass auch eine Zehnsternebewertung zulässt, dass systematisch 1-3 Sterne bentutzt werden, wenn abgewertet werden soll, was dann wieder einfach kaschierend wirkt (gegenüber alle bei 0). Hinzu kommt der psychiologische Effekt, dass Menschen dann Bedeutung zumessen, während z.B. viele vielleicht 4 von 10 Sternen gegeben hätten. Das gehört tatsächlich mal untersucht, wie ein differenzierteres Urteil zustande kommt.

    Alternativen gibt es unendlich viele, z.B. könnten Likes und Dislikes über Begriffe vergeben werden, die dann auch it Häufigkeit angezeigt werden, z.B. wenn die Maus drüber steht. D.h. statt like oder dislike wählt man einen Begriff, und diese Begriffe sind stets so gehalten, dass sie theoretisch konstruktive Kritik bedeuten – das hat sicherlich Grenzen in der Verwendbarkeit, trotzdem. Positiv könnten „informativ“, „witzig“, „unterhaltend“, „technische Umsetzung“, „Bild“, „Ton“, „Sprecher“, o.ä. sein, negativ gingen die Begriffe ebenso.

    Das schnelle JA/NEIN ist ein schlechter Ratgeber. Während „Entscheider“ oft schnell entscheiden sollen müssen, ist es mitnichten für die Gesellschaft sinnvoll, dieses flächendeckend zu forcieren. Es gibt eine Reihe stark negativer Effekte, und dem initialen Impuls nicht so viel Raum zu geben, dürfte für die meißten Menschen das Richtige sein.

  22. Lieber Sebastian.
    Ich finde sie , legen eine sehr kurze Argumentationskette aus. Mit dem verschwinden des Dislike-Button wird mehr Diskurs in die Kommentarspalte forciert, sagen sie. Das mag sein, glaube ich aber nicht. Darüber hinaus hätte ich mich gefreut wenn sie die schädlichen Auswirkungen des Like-Button erörtert oder erwähnt hätten. „Das mag Ich“ ist doch nicht weniger kritisch zu bewerten als das „Das mag ich nicht“.

    Justin Rosenstein der „Erfinder“ des Like-Button, bei Facebook, nannte seine Erfindung im Nachhinein als schlimmste Erfindung die er je gemacht hat.

    Meines Erachtens verschlimmert sich die von ihnen Situation durch das verschwinden des Dislike-Button. Am besten wäre es, beide Button gänzlich aus der Plattform zu entfernen. Gekaufte Likes, Gekaufte Dislikes – Es sind virtuelle Zahlen, denen jede Nachprüfbarkeit fehlt. Das Schwarz-Weiß, das binäre Denken, wird nicht besser wenn User nur noch 1ne Wahl haben, zu Liken. Ich finde, wenn es nur noch den „Das mag Ich“-Button gibt, wird die soziale Interaktion nur noch gravierender disruptiv.

    Wenn YT wirklich was ändern will, dann sollen sie den zwang zum JA/NEIN gänzlich unterlassen, Ihre Algorithmen offen legen, Ihre Klickzahlen verifizieren lassen und nicht in den Backend Fantasiezahlen ausspucken.

    Mit besten Grüßen
    Claudia

  23. „Wenn die Dislike-Zahl fehlt, wandert der Blick schneller in den Kommentarbereich. Statt einfach auf den Daumen nach unten zu klicken, müssen Kritiker:innen jetzt zumindest ein paar Worte finden, um ihre Ablehnung per Kommentar auszudrücken. “

    Und der Kommentar kann dann vom Kanalbetreiber gelöscht werden. Auch berechtigte Kritik kann so einfach zensiert werden. Für mich ist diese (wahrscheinlich vorgeschobene) Rechtfertigung absolut unsinnig. Die Funktion, die Bewertungen pro Video zu deaktivieren, gibt es bereits seit vielen Jahren auf YouTube. Jeder, der Dislikes nicht aushalten kann, konnte schon immer von dieser Funktion Gebrauch machen. Warum man nun auch die nicht so verweichlichten YouTuber, die durch die öffentlichen Bewertungen eine gewisse Transparenz und Authentizität ausstrahlen möchten, bevormunden will, um sie gegen „Hass“ zu schützen, erschließt sich mir nicht. Vermutlich ist diese Begründung aber nur vorgeschoben und es stehen in Wirklichkeit werbepsychologische Aspekte im Vordergrund. Der „Daumen runter“ könnte ja eine negative Konnotation mit beworbenen Produkten hervorrufen.

    1. Bei mir geht das ganz schnell. Wenn bei einem Clip z.B. Bewertungen und Kommentare gesperrt sind, dann schaue ich ihn überhaupt nicht an.

      Das wäre dann ein guter Indikator. Sind nur Likes zu sehen und ist der Kommentarbereich gesperrt, dann weiß man als Nutzer, dass der jeweilige Videomacher von Anfang an Schlechtes im Schilde führt und schaut den Clip überhaupt nicht erst an.

      In der Open Source Community haben wir längst andere Plattformen, die großen Kommerzplattformen nutzt da kaum noch jemand.

  24. Ich hatte viel Gehalten von Netzpolitik aber so ein Einseitiger Bericht …

    Bei meiner Arbeit als DevOps Engineer sind Online Tutorials auf Youtube sehr wichtig so dumm und lustig das klingt das ist die Realität in diesem Job kann man heutzutage nicht alles wissen.
    Deswegen benutze ich oft Tutorials auf Youtube , nachdem halt jetzt der Disslike Button wegefallen ist kann ich nicht mehr sofort wissen ob ein Tutorial einfach nur Schwachsinn oder fake ist.

    Ich kann halt den Punkt mit Hass NULL NACHVOLLZIEHEN was hat ein simpler Disslike Button mit Hass zu tun, kommt erstmal auf die Realität klar.

    1. Die Views geben entfernt aufschluss. Like + Dislike doch auch nicht wirklich. Vermutlich ist es besser, die Uploader einzuschätzen, und nicht beliebig zu fischen.

  25. Schön wärs… Leider sieht die Realität anders aus. Wenn ich einen kritischen Kommentar poste, steht es heute dem Kanalbetreiber völlig frei, ob er diesen zulassen oder einfach löschen möchte. Oder man blockiert den kritischen User gleich ganz. Was wir dann zu sehen bekommen, ist in vielen Fällen eine Heile Welt-Fiktion ausschliesslich mit Kommentaren, die dem Video wohl gesonnen sind.
    Wenn ich gesperrt bin oder wenn mein Kommentar geblockt wird, sehe ich das nicht einmal! Für mich bleibt der Kommentar weiter sichtbar, obwohl ihn sämtliche anderen Viewer nicht sehen können. Für mich ist das in höchstem Masse unseriös.
    Fazit: Die Abschaffung der Mittelfinger ist vielleicht ein Anfang. Aber es gibt noch viel mehr zu tun.

  26. Der Kommentar geht komplett an der Realität vorbei.

    Spiegel TV etwa sperrt die Kommentarfunktion wenn sie lustig sind weil sie die Antworten auf ihre tendenziöse Bericherstattung fürchten , ebenso die Polizei wenn sie mal wieder, auch von meinem Steuergeld, für den weltfrieden tanzende Beamte zeigen.

    Ein Bericht der Fehler enthält, kann dann weder abgewertet noch kommentiert werden:
    Gelebte Demokratie!

    Wer eine Meinung vertritt oder öffentlich (!) meint kundtun zu müssen, der muss auch das Echo ertragen können.

    1. Das Echo… ok. Aber wie soll das Echo aussehen, was bedeutet es, wenn man keine Möglichkeit hat, zu sagen, dass man das Video technisch schlecht findet, oder nur 37% Wiederguckwert geben würde, oder den Informationsgehalt loben würde, usw.

      Alle Systeme haben da Vor- und Nachteile. Kommentarspalten werden mitunter leider auch mittels Netzwerkeffekten aber auch einfach durch Agenturen besetzt, so dass es da vielleicht auch keinen so guten Weg gibt, die im Artikel angedachte Richtung auch umzusetzen. Dass heißt aber nicht, dass Gut-Schlecht sinnvoll ist, es ginge auch anders differenzierter, ohne Freitext.

  27. Ihr seid witzig. Ein Daumen runter ist eher ein Mittelfinger? Leben wir wirklich in einer Zeit in der „Ich mag das nicht“ als Hass gilt?

    Denn hier sitzt ein (hoffentlich) studierter Journalist der tatsächlich dieser Meinung ist.

    Und für ihn habe ich auch etwas: Einen echten Ausgestreckten Mittelfinger. Bitte einfach vorstellen, danke.

    Denn jemanden zu sagen daß ich ihn und seine Arbeit nicht mag ist GENAUSO relevant wie die gegenteilige Aussage.

    Wo soll das Enden? Einfach die Kommentare ausschalten. DA wird nämlich echter Hass verbreitet.

    Lieber Journalist, in meinen Augen hast du unrecht.

  28. Der Faktor Like/Dislike ist bzw. war DER Indikator um bestimmen zu können ob der Inhalt eines Videos „gut“ oder „schlecht“ ist.

    Die Schwarmintelligenz hat mich im Besonderen bei Tutorials selten im Stich gelassen.

    Auch bei deaktivierten Kommentaren ein entscheidender Faktor. Hier gilt ein besonderes Augenmerk an all die Propagandakanäle ala Russia Today, Die Tagesschau/Bild, CNN etc.

    Stimmte das Like/Dislike Verhältnis war i.d.R. auch der Beitrag in Ordnung.

    Die absolut einseitige Kommentierung in diesem Beitrag macht mich geradezu fassungslos.

  29. Die Like / Dislike Ratio auf Youtube ist schon einmal ein erster guter Indikator, ob ein Video sehenswert ist. Ein gutes Like / Disklike Verhältnis impliziert nicht notwendigerweise, dass das Video gut und ggf fachlich korrekt ist, aber häufig eben doch.
    Die Abschaltung hat zur Folge, es Scammern (im erweiterten Sinne) zu ermöglichen, z.B. leicher Fehlinformationen zu verbreiten – ganz ohne negatives Feedback. Kommentare sind kein Ersatz für Dislikes, Kommentare können gelöscht werden.
    Im allerschlimmsten Fall kann die Abschaffung der Dislike Funktion tödliche Folgen für sich und andere haben – und zwar bei DIY Elektronik Videos
    Da gehts es nämlich auch mal öfter um Hochspannung, ionisierende Strahlung, Drohnen, Materialverarbeitende Laser im KW Bereich, … – es ist zwingend notwendig, falsche Informationen bzw. Videos mit fehlenden Sicherheitshinweisen durch ein Dislike zu kennzeichnen.
    Wer Würde schon ein DIY Video mit 10 Likes und 200 Dislikes über eine Do It Yourself Tesla Spule befolgen?
    Ebenso für Videos über chemische Experimente.

    1. Sorry, das ist idiotisch. Denn in dem Szenario töten die Likes, wo die Dislikes vergessen wurden.

      Wer mit Elektronik macht sollte die Kommentare lesen, oder andere Seiten konsultieren. Kommentare… ach ja, da war ja etwas… Youtube enthält viel Sinnvolles, der Like oder Dislike Button/X ist es aber nicht.

      1. Es besteht kein Bedarf für ad hominem wie „idiotisch“ ;- )
        Either way
        Wenn bei einigen fachlich schlechten DIY Videos die Dislikes „vergessen wurden“ ist das immer noch besser als das bei allen fachlich schlechten DIY Videos die Dislikes nicht mehr sichtbar sind, denn die erste Menge ist eine Untermenge der Letzteren. Was man tun sollte: Fachliteratur lesen + In die Kommentare schauen für ggf. weitere vorhandene Hinweise tut eben nicht jeder, Like Dislike Ratio ist der erste und bei vielen (?) möglicherweise auch der einzige Indikator.

        1. Idiotisch ist nicht ad hominem… das ist halbernst gemeint:

          Es ist gefährlich Dislikes für soetwas heranzuziehen, wenn man keine Ahnung hat. Wer Ahnung hat, kann auch die Wettervorhersage als ersten Indikator nehmen oder eben Dislikes.

          1. Ich glaube, ein pauschales „das ist idiotisch“ ist schon eher ad hominem, ablenkend. Das ist vielleicht nicht ad hominem gemeint, dem Begriff nach aber vordergründig korrekt.

        2. Das ergibt weitestgehend keinen Sinn.

          Kommentare und Likes + Dislikes sind die einzigen Indikatoren, weil es alles ist, was vor Sehen des Videos sichtbar ist. Das ist eine Null an Aussage.

          Likes und Dislikes sollten auf gar keinen Fall für Einschätzung von Sicherheit oder sonst irgendwas herangezogen werden. In der Praxis gibt es bei manchen Themen Spezialpublikum, so dass bei einem spezifischem Video die Balance etwas aussagt. Allgemein bleibt es einfach nur gefährlich. Es führt eigentlich kein Weg an einer fachspezifischen Moderation von Kommentaren vorbei, wenn es entfernt Sinn tragen soll, und die gibt es bei den großen Plattformen nun mal nicht.

          Bei der Entfernung vorhandener Information kann diskutiert werden. Wenn die Leute abstimmen, ist die Anzeige für alle auch eher sinnvoll. Da würde ich mich anschließen. Ansonsten verstehe ich, wenn Experten mit jedem Grashalm etwas anfangen können, muss aber im Interesse der Sicherheit ganz klar ablehnen, unerfahrenen Nutzern allgemein zu empfehlen, Likes und Dislikes für irgendetwas von Relevanz heranzuziehen. Der Eindruck der Sinnhaftigkeit wird bei den Meißten wohl auch eher daher kommen, dass sie sich vom Empfehlungsalgorithmus mit leiten lassen, und danach ergeben Likes+Dislikes etwas mehr Sinn. Der Algorithmus ist aber intransparent und kann jeder Zeit verändert werden. Da sollten die Menschen anderen Menschen einen Gefallen tun, und allgemeine Bewertung (und auch Kommentare) aus einem nicht fachlich unabhängig moderierten Forum als Indikatoren für Sicherheit oder auch nur Fachliches zu propagieren.

          1. Ohne Daten werden wir hier zu keinen Konsens kommen.
            Die Frage ist, korreliert der Like Dislike Ratio mit der fachlichen Qualität des Videos?
            Dazu müsste man ein Sample von sagen wir 100 000 zufällig ausgewählten DIY Videos auswählen und fachlich beurteilen lassen. Eine äußerst schwierige und teure Aufgabe, da ggf. Experimente zur Klärung von fachlichen Fragen notwendig sind (Siehe; Veritaserum „I Rented A Helicopter To Settle A Physics Debate“ – es gab keinen Konsens unter den Mitgliedern einer Physik Fakultät, Electroboom – Lewis Debatte zum Kirchhoffschen Gesetz). Dann kann man statistische Aussagen über die Qualität von Youtube DIY Videos tätigen.
            Die meisten Leute gehen eben wie folgt vor

            If LikeDislike Ratio niedrig ist (sagen wir mal < 1.5)
            Skip Video.
            Else
            Give the Video a Try.

            Ein hohes Like Dislike Verhältnis impliziert nicht die fachliche Qualität eines Video (Beispiel: Numberphile's Video zu den
            Gödelschen Unvollständigkeitssätzen, hohes Like Dislike Verhältnis, fachlich arm)
            Ich setze es allerdings als notwendige Bedingung, Zeit zum anschauen zu opfern.
            Vice Versa; Ein niedriges Like Dislike Verhätnis impliziert nicht eine geringe Qualität.
            Wie gesagt, um zu sehen wie gut das Like-Dislike Ratio tatsächlich ist, bräuchte man Daten. Persönlich kann ich allerdings häufig bestätigen, dass DIY Video mit einen niedrigen Like Dislike Verhältnis dieses aus der Perspektive meines Fachgebiets auch verdient haben. Nun hat man keinen Indikator mehr, Youtube hat für mich keinen Nutzen mehr.

            Während eine fachspezifische Evaluierung von Videos sicherlich die Qualität heben würde, wäre dies angesichts der Menge der bereits vorhanden Videos und der Menge der täglich neuerscheinenden Videos ein Fulltime Job für hundertausende Experten aus den entsprechenden Fachgebieten – keine realistische Anforderung an youtube.

            Insofern es eine Korrelation zwischen fachlich schlechten Videos on dem Like Dislike Ratio gibt, ist das Ratio eben doch nützlich, auch wenn sicherlich nicht perfekt und in manchen Fällen falsch.
            Wenn es diese Korrelation nicht geben würde, wäre sowohl der Like als auch der Dislike Button für diese Art von Videos nicht von Nutzen. Natürlich gibt es bei einem Video noch andere Aspekte als fachliche Qualität, die ggf. in die "interne Like Dislike Evaluation" einfliessen.

          2. Das werden immer schwammige Kriterien bleiben, die bestenfalls Teil einer ersten Einschätzung sein sollten, nicht aber „das erste“. Sie werden mit Sicherheit zuerst das Thema, also den Titel beurteilen, vielleicht unbewusst das Bild und den ersten Textteil zum Video. An der Sicherheitsfrage ändern die Korrelationen auch nichts, darauf sollte man sich nicht verlassen, immerhin ist intransparent, wie viele Enthaltungen es z.B. gibt, und wie viel überhaupt vom Video gesehen wurde, bis die Bewertung abgegeben wurde. Bei einer nicht fachspezifisch moderierten Plattform gehe ich davon aus, dass nur nicht versteckbare Kommentare zuzüglich einer schnell Be+Abwertung da hilfreich sein können. Bekommen Guckende nicht das ganze Bild, am Besten mit sinnvollen Durchforstungs- und Sortiermöglichkeiten, dann ist es sicherlich für die Katz.

            Wenn Sie Videos mit wenig guter Bewertung weglassen, lassen Sie sicherlich auch gute und sinnvolle Videos aus, die nur anderen nicht geholfen oder gefallen haben. Ihre Datenbasis wird also, besonders wenn Sie wenig Zeit haben, systematisch verzerrt sein.

          3. Das ist eigentlich kein Widerspruch. Nützlich ist aber eben auch nicht „gut genug“ für eine sofortige Einschätzung durch Laien, die dann alles was noch für einen echten Nutzen dazugehört, nicht sehen oder sogar ausblenden.

            Natürlich fließt jede Information, die der Erfahrung nach Informationsgehalt hat, in irgendeiner Weise in eine umfassendere einschätzung ein, die ja trotzdem ad-hoc oder kalkülbasiert passieren kann, bei entsprechendem Können.

            Zusätzlich könnte argumentiert werden, dass die Menschen auch in der Masse nicht ganz so doof sind. Bei Sicherheitsfragen wäre ich da aber vorsichtig, und sehe auch nicht, wie man es „ersten Indikator“ nennen kann, wenn man sowohl formal als auch inhaltlich zuerst anderes betrachtet (Überschrift).

            Der letzte Aspekt ist allerdings, ob man sich der Like- (+-Dislike-) Systematik unterwerfen sollte, da bei großen Plattformen unter Garantie (und theoretisch auch bei Kleinen) jegliches Verhalten ausgewertet wird, und somit eine Schadensrechnung ob der Dimension zumindest gesellschaftlich betrachtet sinnvoll wird.

        3. Technisch nicht schön – darum geht es nicht.

          Es geht um gefährlich. Da sind fehlende Hinweise und Abwertungen problematischer.

          Likes und Dislikes auf einer Fachfremden Plattform bedeuten nichts und sind nicht zur Klärung von Gefährdungsfragen geeignet. Nicht im Ansatze.

          Da würde ganz vielleicht eine Art Tag- und Subtagsystem helfen, wenn z.B. Videos bzgl. des Inhaltes eingeordnet werden können, so dass Kontexte in denen z.B. Naturterstörung oder Eigengefährdung oder Gefährdung anderer möglich sind, usw., benennbar sind, und dann durch Subtags bewertbar werden.

          Ohne fachlich unabhängige Moderation, kann trotzdem ein Pulk aus Richtung X ein Video vermeintlich aus Richtung Y mit wahlweise „gefährlich“ oder „ungefährlich“ bewerten. Insofern denke ich, dass ohne das Herausbilden einer im Kontext der Bewertung kompetente Moderatorenschaft, wieviele solcher Kontexte ein Video auch immer haben können mag, diese Plattformen keine einfachen Indikatoren bieten können, der Natur nach. Erst wenn Kommentare sichtbar sind und das Entfernen auch, bzw. sogar deren Inhalte, mit Ausnahme verifizierter – gleiches Problem – Hass-/Hetz- u.ä. Inhalte, dann kann ein Urteil gefällt werden.

          Das ist so ähnlich, wie sich in wissenschaftlichen Kontexten voll auf Wikipedia zu verlassen. Es gibt da immer mal Spezialisten, gut gelungene Artikel, aber im Allgemeinen ist das fachlich zu prüfen.

        4. Ich weiß nicht, welcher Teil durchkommt, also noch eine Variante „ad hominem“:

          >>> Da gehts es nämlich auch mal öfter um Hochspannung, ionisierende Strahlung, Drohnen, Materialverarbeitende Laser im KW Bereich, … – es ist zwingend notwendig, falsche Informationen bzw. Videos mit fehlenden Sicherheitshinweisen durch ein Dislike zu kennzeichnen.<<<

          Völlig inadäquat insofern, als dass Dislikes in keiner Weise dazu geeignet sind, sowie von Dislikes nicht auf Gefährlichkeit geschlossen werden kann. Die Plattformen leisten das nicht, denn hier kann nur unabhängige fachspezifische Einordnung helfen. Inwiefern eine Nutzermenge einer allgemeinen Plattform das hinkriegen soll, erschließt sich nicht. Gar nicht. Die Betreiber sind nicht Willens, Moderation in irgendeiner Form umzusetzen, daher sollte Abstand von solchen Pseudokriterien genommen werden.

          "Idiotisch" wäre, so einer Empfehlung zu folgen, Videos zu gucken, weil sie gut bewertet sind, und Videos wegzulassen, weil sie schlecht bewertet sind. Das Können und Wissen, das für eine derart schnelle Entscheidung vonnöten ist, hat genau die Zielgruppe der Einfachheit fachspezifisch eher nicht, während Experten ohne es zu erwähnen, noch mehr Informationen in ihr Urteil ad-hoc einfließen lassen. Sagt also jemand "ich find's gut, bitte nicht abschaffen", verstehe ich das einerseits, sehe aber andererseits nicht, wie das als allgemeiner Rat für sich stehen kann.

          1. Sollten die Informationen stimmen, finde ich die Beibehaltung des Dislikes bei Einschränkung der Sichtbarkeit auf Kanalbetreiber äußerst fragwürdig.

            Aus meiner Sicht wäre eine Wahl durch Kanalbetreiber akzeptabel, wenn an der Stelle versteckter Information Platzhalter stehen, sowie eine Historie des Versteckens leicht einsebar ist. Darüberhinaus sollte die Entwicklung von Wertungen in Quantität und Qualität leicht einsehbar sein. Kurz: niedrigschwellige Transparenz. So Können Nutzer versuchen einzuschätzen.

            Akzeptabel im Sinne eines Fortschrittes, nicht eines Zustandes.

  30. Erstaunlich, dass der Artikel schnöde Dislikes zum „Hassfeature“ erklärt und die berüchtigte Kommentarfunktion selbst zu etwas Nützlichem stilisiert.
    Beides *kann* missbraucht werden, aber die Nutzung ist kein Missbrauch. Viele Videos sind einfach schlecht oder die Äußerungen von YouTubern ablehnenswert.
    Der einzige Unterschied ist wohl, dass Dislikes nicht gelöscht werden konnten, Kommentare aber schon immer. Ausblenden konnte man die Likes und Dislikes schon früher.
    Und natürlich ist es ein Eingriff in die Meinungsfreiheit, wenn ein YouTuber negative Reaktionen auf seine Videos nun vollständig unsichtbar machen kann. Das war bei Kommentaren in der Tat schon immer so, nun darf anhand von Like-zu-View-Zahlen gemutmaßt werden, ob ein Video kontrovers ist oder nur uninteressant.

  31. „Ist die Anzahl der Likes sehr gering im Verhältnis zur Anzahl der Views, dann ist das auch eine Aussage.“ – FALSCH

    Um Googles allgegenwärtiger Verfolgung zu entgehen, sehe ich YT-Videos zumeist über einen der anonymisierenden Dienste auf invidio.us. Manche Videos hat YT mit DRM verdongelt, dann gehe ich tatsächlich zur Quelle YT und schaue das Video dort. Aber natürlich ohne mich anzumelden! Also kann ich keine (Dis-)likes hinterlassen und schon gar keine Kommentare. Das ist auch in Ordnung, weil ich so mein Dossier nicht füttere und Googles Algorithmen ebensowenig.
    Einige Kommentatoren hier bezweifeln, dass (Dis-)likes und Kommentare in die Algorithmen eingehen. Dazu sage ich: Natürlich gibt es keine belastbaren Beweise dafür, dass dem so ist. Aber die Firma hat mehrfach gezeigt, wes Geistes Kind sie ist. Ich gehe davon aus, dass sogar sämtliche Kommentare inhaltlich ausgewertet werden und sowohl das individuelle Dossier als auch die Algorithmen füttern.

  32. Gab es da nicht einmal eine Folge einer „Star Trek“-Serie bzw. Parodie, in der eine Gesellschaft auf einer Like-/Dislike-Funktion basierte, die für jede Person einen Kontostand ergab, wo bei negativem Kontostand schließlich die Gerichtsbarkeit ansetzte? Ich kann mich leider nicht mehr genau an die tiefere Moral dieser Folge erinnern.
    Für mich ist das Fixieren auf, „was ich lieb/was ich hass“ in der Form von Like/Dislike ein Zeichen einer Degeneration. Man sollte zwar differenzieren, aber schwarz/weiß erlaubt keine Differenzierung. Letztlich, so habe ich es einmal im Rahmen eines Bündnisses für eine offene und freie Gesellschaft formuliert, schließt sich in der Kommentarspalte wieder das Weltbild.
    Wir drehen uns am Ende wohl doch nur im Kreis. Das ist die Struktur, bei der ich erwarte, das ein Redakteur mich aufmerksam macht. Damit ich darüber nachdenke, was ich besser machen kann.
    Hier werde ich auf die Kommentarspalte verwiesen, in der ich fast ausschließlich Widerspruch zur vertretenen Ansicht des Autors finde. Das ähnelt sehr stark den Kommentarspalten zu politischen Videos auf besagter Plattform.
    Viele dieser Videos kann ich mir nicht bis zum Ende anschauen. Und wenn dann tue ich das, weil ich mich mit dem Urheber auseinander setzen möchte, um ihm meine Missgunst auch mitzuteilen, allerdings ist das wohl nur mit einem eigenen Kanal möglich, womit ich mich mit seiner Gefolgschaft auseinandersetzen darf, ohne das mich sonst jemand wahrnimmt.
    Wenn ich damit jemanden aus dieser Community zum Nachdenken bringen konnte, wird dieser sicher nicht gegen den Strom schwimmen und sich mir anschließen. Vielleicht verfehlt er einmal seinen geliebten Antipathie-Knopf und hält sich raus. Soweit ich solche Leute kennengelernt habe, sieht er das erfahrungsgemäß morgen wieder wie gewohnt.
    Für YouTube habe ich jedenfalls kein Lob übrig. Ich bin damit nicht groß geworden. Nein, ich war schon fast erwachsen und beobachte heute meine Kinder im Umgang damit und auch meine Eltern. Ich erinnere mich an einen 4chan-Beitrag, in dem viele Entwicklungsschritte des Internets aufgezählt wurden und wie die breite Masse letztlich damit umgegangen ist.
    Ich sehe hier nur Fans der Dekadenz auf beiden Seiten. Ein Pro und Contra, Für und Wider dieses Buttons ist mir persönlich zu wider. Darum geht es gar nicht, bei dem Maß an Verrohung, was wir ohne diese Verbreitungsplattformen gar nicht hätten. Aber das sind nur meine Maßstäbe. Ein Beispiel für mich stellt der Drachenlord dar, in dem sich das Problem, was ich sehe, widerspiegelt.
    Aus eigener Erfahrung muss ich noch ergänzen, dass der Hass nicht zwangsläufig nur aus einer Ecke kommt. Gerade beim Thema Politik gibt es nicht die Guten und die Bösen. Es wird nur in dieser Form viel zu häufig missbraucht. Ich bin gespannt, wie sich das Gesellschaftsexperiment ‚Internet‘ weiterhin entwickelt. Eventuell besinnt man sich hier bei Netzpolitik auch wieder auf die ursprünglichen Tugenden. Und jetzt? Mit Peter Lustig würde ich raten: Abschalten!

  33. Meiner Meinung nach sind diese ganzen Bewertungen von irgendwelchen selbsternannten Experten nichts wert, egal ob „like“, „dislike“ oder Kommentar. Viel wichtiger ist es, aufzupassen und mitzudenken. Denn wenn ich ein Heimwerker-Video sehe, in dem jemand eine Schraube mit einem Hammer in die Wand ballert, dann klicke ich doch nicht auf „dislike“ oder verfasse einen garstigen Kommentar! Nein, Mann, ich gebe ’nen „Daumen hoch“! Denn sowas ist genau mein Humor!

  34. Plottwist: die Anzahl der Likes & Dislikes war nie real sondern wird seit Jahren von einem YouTube-Algorithmus gewürfelt um das Nutzerverhalten zu beeinflussen.

  35. Ich kann nach diesem Artikel ja davon ausgehen, dass der Verfasser dieses Machwerks zur Evaluation desselben jetzt auch jeden Kommentar lesen wird. Er hat bestimmt bei jedem Artikel Zeit sich kilometerweit nach unten zu scrollen, den Sinn der in unterschiedlichsten Sprach – und Eloquenzstilen verfasste Kommentare inhaltlich zu begreifen und nimmt sich die tiefgründigen Kritiken zu Herzen bevor er den nächsten Kommentar verfasst.

    Ich musste nicht erst die Kommentarspalte aufsuchen, aber eine Like/Dislike Funktion hätte mir die Möglichkeit gegeben, meine Lebenszeit von vornherein nicht an einen Artikel zu verschwenden über den man sich nur ärgern kann und der von einem Flachwissen in Bezug auf die Plattform zeugt, dass man in der Pfütze kaum die Zehenspitzen nass bekommt.

    Und wenn ich genötigt werde meinen Unmut in Worten kund zu tun statt mit einem simplen Klick, dann nehme ich mir viel eher die Zeit mich so richtig schön in meinen Ärger reinzusteigern. AdBlue für die Hassmaschine.

    1. Sie sind die Zielgruppe der Dislikefunktion. Also statt Artikel lesen wollen und Scrollen, wenigstens den Hass in Text gießen.

      Mein Vorschlag: Machen Sie sich stark für einen „Ich hasse das“-Button!#
      Da gibt es dann weniger Verwirrung.

  36. Also sollen Videos einfach keine Art von Bewertung mehr bekommen?
    Kommentare lassen sich ausschalten oder löschen, Likes sind ohne Komplementär auch sinnlos.
    Und wie hier irgendwo auch schon mal geschrieben: Wenn man etwas sucht, und dabei sinnlose Videos durchklickt, macht man sich die Mühe bei jedem Video ein Kommentar zu hinterlassen?

    Dislikes sind auch eben mal nicht ein so starker Ausdruck von Hass, wie es entsprechende Kommentare wären. Das Argument „Hass-Dislikes“ unterbinden zu wollen macht in meinen Augen gar keinen Sinn und wirkt wieder nur wie der Versuch eine Bubble aufbauen zu wollen, in der es keine Probleme gibt.

    1. Absolut verständlich. Die Konsequenz verstehe ich aber nicht, da eben bei dem Abwertungsverhalten, die Aussage der Dislikezahl gegen Null geht, über „habe ich früh ausgeschlossen hinaus“.

  37. Warum nicht Nudging zu Schädlichem hin verbieten, denn es soll transparent als Werbung dastehen, solange das noch nicht verboten ist, stattdessen Nudging zu Differenzierung hin gebieten?

    Unabhängig von was sollmuss, könnte auch so:
    – Like und Dislike bleiben, aber beide geben ein Popupmenu für eine differenziertere bewertung mittels Like+Dislike für bestimmte Kategorien. Z.B. „gefährlich(nachzuahmen)“, „Korrekte/Falsche Information“, „Gut gemacht“, „witzig“ usw. usf.), Dabei wird die Zahl differenzierter Bewertungen einem Symbol in der Mitte zwischen Like und Dislike zugeschrieben. Wer also wissen will, wie die Werte für alles aussehen, oder warum eine graue Zahl in der Mitte steht, muss da mit der Maus drauf, dann wird alles inklusive Like + Dislike angezeigt, inklusive Kurzzeit- und Langzeittrend. Zusätzlich miss die UI eine Voreinstellung mindestens für die Session besitzen, diese Informationen direkt komplett anzeigen zu können, wenn gewünscht, sogar über dem Video.

    1. Also niedrigschwelliges Popup beim Clicken, Like oder Dislike ist mit dem ersten Klick schon gesetzt, aber die Aufforderung zur Differenzierung ist optional.

  38. Erstens: Wer die Anzahl von (Dis-)Likes ernsthaft als Indikator für irgendeine Eigenschaft außer für „x Leute finden das gut und y finden es schlecht“, dem ist nicht zu helfen. (Schon gar nicht, wenn man ausgehend von Like/Dislike-Verhältnis annimmt, ein Youtube-Tutorial, das zB wie oben genannt Hochspannung involviert, könnte eventuell „sicher“ sein. Wer das annimmt, nimmt sich selbst früher oder später aus dem Genpool und ist ernsthafter Sieganwärter beim Darwin-Award.)

    Zweitens: Das ausschließliche Deaktivieren der Dislikes ohne auch die Likes zu Deaktivieren ist natürlich trotzdem hochgradig idiotisch von Google – auch wenn Sebastian Meineck die Kritik daran gekonnt durch Ironie verschleiert. Wer nicht mit abwertenden Meinungsäußerungen zu seinem Content behelligt werden will, der kann auch gut ohne positive Meinungsäußerungen leben. Oder wird alternativ vom Rest der Welt nicht mehr so 100%ig ernst genommen.

  39. Um wen geht es hier eigentlich? Um Betrachtende, Kanalbetreibende, oder die Plattformbetreibenden? Ich gehöre zu den Betrachtenden und mir scheint, um mich geht es bei dieser Änderung am allerwenigsten.

  40. Schwaches Kommentar!

    Wer wirklich regelmäßig YouTube benutzt und auch liebt – wird den Dislike Button vermissen!

    Warum?

    Kleines Beispiel: Ich bin selbst oft im Softwarebereich von YouTube unterwegs. Ich schaue mir oft Tutorials zu diversen Programmiersprachen oder Software an.
    Hier ist eine Dislike Funktion essenziell! Entweder a) man schaut sich ein unnötiges Video an, weil die Person zu keiner Lösung kommt oder b) man läuft Risiko ein Trojaner zu downloaden, da FakeKommentare darunter sind und der Verfasser sein Code / Programm als Download zur Verfügung stellt. – Daumen zeigen mir vorher was mich erwartet! Zeit ist Geld.

    Wenn man YouTube Creator wird muss man mit Kritik umgehen können und es ist völlig egal ob über Daumen oder Kommentare.
    So eine weichliche Gesellschaft in der wir leben, ich hoffe der Daumen kommt zurück.

    1. Wie schützt Like/Dislike gegen Trojaner?

      Kommentare wären der Weg, aber eigentlich müssten die unabhängig moderiert sein. Das gibt es bei „social media“ aber nicht, weil die Geld mit Dummheit machen.

      Verweichlicht: Warum das Spiel der Plattformen mitspielen? Unzensierbare, nach verschiedenen Kriterien wertbare und nach verschiedenen sinnvollen Kriterien sortierbare Kommentare zusätzlich zu Like/Dislike/Enthaltung, das wäre ein Schritt nach vorne. Vielleicht ist das auch eher die Richtung, die Sie im Sinn hatten. Meine Kritik: Die Gesellschaft ist nicht nur verweichtlicht, weil Plattformen nach Gewinn-only maximieren – und ja, auch PR gehört dazu -, also Kommentare kastrieren, sondern weil sie nichts dagegen unternimmt. Kommentare sind allerdings auch ein zweischneidiges Schwert, da auch Quatsch und Hass leicht transportiert werden – in solchen Gefilden kann man fast nur warten, bis die Spinner weitergezogen sind.

    2. Google und Youtube (und Alphabet) machen nicht lustige Sachen für andere. Die maximieren ihren Gewinn, und erzählen eine nette Geschichte dazu. D.h. die machen nichts für die Gesellschaft, und stellen auch keinen „Spiegel der Gesellschaft“ dar, jedenfalls keinen den man ohne massive Korrekturrechnung verwenden könnte.

      In ungefähr allen Fällen liegt man bei Big Tech und vermutlich Unternehmen ab einer gewissen Größe damit richtig.

  41. Auf Youtube Tutorials anzuschauen kann man jetzt im Grunde vergessen. Aus den Kommentaren ist es nicht ersichtlich, weil Kommentare 1) von seiten des Betreibers gelöscht werden können und 2) niemand Zeit hat, unzählige Kommentare durchzuforsten – zumal hier auch nur die zu Wort kommen, die besonders viele Daumen hoch haben. Ist das dann besser?

    Gleichzeitig werden Videos von eher unbekannten Youtubern vermutlich weniger geschaut – Like-/Dislike-Verhältnis ist kein Anhaltspunkt mehr, also werden es jetzt endgültig die Views sein.

    Hass im Internet ist ein Problem, aber der Dislike-Button war eine wichtige Orientierung für Nutzer und wie alle Werkzeuge eben zweischneidig. Die einzigen, die einen Vorteil aus dieser Sache ziehen, sind die großen Youtuber und Unternehmen – keine Dislikes mehr und schlechte Kommentare werden gelöscht, notfalls eben der Kommentarbereich sogar gesperrt (Grüße an CSYou gehen raus). Das Ironische ist … man könnte jetzt auch totalen grenzwertig rassistischen Müll auf Youtube hochladen und das Like-/Dislike-Verhältnis wäre in den Augen des Nutzers immer ins Positive gerückt.

  42. Allein die Überschrift zeigt bereits, daß hier nicht sachlich oder sachdienlich geschrieben wird. „Endlich schaltet Youtube das Hassfeature ab“. Wie schwarz/weiß geht’s denn eigentlich? Abseits der Schneeflöckchen und des beschriebenen Hobby-Hass-Mobs gibt’s doch eine große Welt mit ganz vernünftigen Leuten drin. In dieser gibt die Balance zwischen Likes, Dislikes und Views mit etwas Übung eine leise Vorahnung, was einen da erwartet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Was wie derselbe Punkt aussieht, in Wirklichkeit aber ein zweiter ist: Leuten die Möglichkeit zu nehmen, „nein“ zu sagen, hat einen richtig schlechten Beigeschmack.

    1. Der Artikel ist ganz klar als Kommentar gekennzeichnet, insofern ist klar, dass er nicht „sachlich“ ist sondern die Perspektive des Autors abbildet. Und ob er sachdienlich ist, liegt wohl im Auge des Betrachters.

  43. Tipp: Add-on „Return Youtube Dislike“
    Gibt es für Chrome und Firefox.
    Habe ich gleich installiert, denn mir ist es wichtig, auch die Dislikes zu sehen.

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