Reuters zitiert informierte Unions-Kreise, dass sich Merkel für die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung ausspreche: Merkel besteht auf Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung.
In der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagfraktion sagte die Kanzlerin nach Teilnehmerangaben am Dienstag in Berlin, dass sie eine solche Regelung für eine längere Speicherung von Kommunikationsdaten wolle. Diese sei auch nicht verfassungswidrig, fügte Merkel hinzu.
Die verfassungskonforme Umsetzung einer Vorratsdatenspeicherung ist natürlich nicht verfassungswidrig, durch die Auflagen von BVerfG und EuGH ist das aber auch nicht trivial. Und selbst wenn man es irgendwie verfassungskonform hinbekommen sollte, bleibt die Kritik: Eine anlasslose Speicherung unserer Verbindungsdaten ist die Aufhebung der Unschuldsvermutung!
Die spannende Frage ist: Auf welche Seite wird sich die SPD schlagen? Noch gibt Justizminister Heiko Maas die vernünftige Linie vor, die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung aus guten Gründen abzulehnen. Aberd ie SPD besteht auch aus einigen Innenministern der Bundesländer. Und wir erinnern uns noch genau daran, was Sigmar Gabriel Ende 2013 zu Norwegen sagte.
Bevor wir uns wiederholen, findet Ihr hier mehr Hintergrund zur „Harmlosigkeit“ der Verbindungsdaten:
Vorratsdatenspeicherung: Warum Verbindungsdaten noch aussagekräftiger sind als Kommunikations-Inhalte
Lieber Bundesnachrichtendienst: Wir erklären, warum Metadaten sehr wohl personenbezogene Daten sind.
Metadaten: Wie dein unschuldiges Smartphone fast dein ganzes Leben an den Geheimdienst übermittelt
Vorratsdatenspeicherung visualisiert: Was Verbindungsdaten alles verraten