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: #11np Review Teil 4: Der Beauftragte für Cyberaußenpolitik Fitschen über „Prioritäten der Cyberaußenpolitik“
by Theresia Reinhold (CC BY-NC-SA 2.0) : #11np Review Teil 4: Der Beauftragte für Cyberaußenpolitik Fitschen über „Prioritäten der Cyberaußenpolitik“ In Rückblick auf unsere zweite Konferenz empfehlen wir den Vortrag des frisch gebackenen Beauftragten des Auswärtigen Amtes für Cyberaußenpolitik. Er redete über die Landesverrats-Affäre und gab einen Überblick darüber, wie die sogenannte deutsche Cyberaußenpolitik aussieht.
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: Videos der Tagung zu „Perspektiven freier digitaler Bildungsmedien (OER) in Politik, Wissenschaft und Praxis“
: Videos der Tagung zu „Perspektiven freier digitaler Bildungsmedien (OER) in Politik, Wissenschaft und Praxis“ Im März dieses Jahres fand in Frankfurt/M. eine Fachtagung zu Perspektiven offener Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Ressources, OER) statt, die gemeinsam vm Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung, der Gesellschaft zur Förderung Pädagogischer Forschung und der Deutschen Gesellschaft für Bildungsverwaltung veranstaltet worden war.
Seit kurzem sind jetzt Videos der Vorträge online, darunter auch mein Vortrag zur Frage, wie OER aus der Nische in den Mainstream gebracht werden könnte:
Die dort präsentierten Daten über OER-Verbreitung in Deutschland sind mittlerweile aber schon etwas veraltet, eine Aktualisierung des Ländervergleichs ist derzeit im Auftrag der Technologiestiftung Berlin in Arbeit und wird voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober vorgestellt werden.
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: #11np Review Teil 2: Andre Meister über „Halbzeit im #NSAUA“
: #11np Review Teil 2: Andre Meister über „Halbzeit im #NSAUA“
Hier ist der zweite Teil der Vorträge von unserer #11np-Konferenz. Andre Meister fasst in seinem Vortrag die wichtigsten Fakten zur Halbzeit des Geheimdienst-Untersuchungsauschusses zusammen. Pünktlich zum heutigen Beginn der öffentlichen Ausschusssitzungen nach der Sommerpause gibt es einen kurzen Überblick zur bisherigen Arbeit und zu allen Sitzungen, die wir in unserem Live-Blog begleitet haben.In unserer Liveberichterstattung schaffen wir es immerhin auf zwei Millionen Zeichen. Dagegen sind bis jetzt 2.253 Aktenordner mit einer Gesamtzahl von hochgerechnet etwa einer Millionen Blatt Papier beim Untersuchungsausschuss eingetroffen. In den folgenden Sitzungen werden noch einige wichtige Zeugen im Ausschuss zu erwarten sein. Darunter der Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, weitere Spitzenpolitiker und Vertreter der Wirtschaft. Dass der Untersuchungsausschuss längst nicht alle Bereiche der Zusammenarbeit der NSA beleuchtet hat, zeigt die Palette ungeklärter Themen: Aktuell dürfte besonders die Befragung von Flüchtlingen bei der Ankunft in ihren Zielländern brisant sein und die Weitergabe dieser Informationen an die Five-Eyes-Geheimdienste. Daneben wird über die Verstrickungen der Bundesrepublik in das US-amerikanische Drohnenprogramm zu reden sein, um nur einige der anstehenden Themenkomplexe zu nennen.
Bereits vor der eigentlichen Halbzeit des NSAU-Ausschusses am 11. November warnt Andre davor, dass aus diesem Skandal am Ende die Dienste gestärkt hervorgehen könnten. Die Konsequenzen aus früheren Geheimdienstskandalen in der Bundesrepublik bestanden in aller Regel in einer Ausweitung von deren Befugnissen. Die Öffentlichkeit muss sich in diese Debatte dringend einbringen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die bisher rechtswidrigen Praktiken der Geheimdienste schlichtweg legalisiert werden.
Der Vortrag kann auch direkt bei uns heruntergeladen werden und ist als Podcast verfügbar.
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: Video: Wir haben einen langen Atem und können noch viel mehr.
: Video: Wir haben einen langen Atem und können noch viel mehr. Wir finanzieren unsere Arbeit weitgehend über freiwillige Spenden durch unsere Leserinnen und Leser. Das ermöglicht uns einen langen Atem, sowie die nötige Unabhängigkeit, um kritisch über viele wichtige Themen berichten zu können.
Ein Nachteil dieser Art der Leserfinanzierung ist, dass wir darauf öfters hinweisen müssen, weil es eben freiwillig ist und die Inhalte aber allen offen zugänglich sind. Das geht jetzt noch besser, denn Theresia Reinhold hat uns ein kurzes Fundraising-Video gebastelt.
Wir freuen uns übers Weiterverteilen, wenn Euch unsere Arbeit und das Video gefällt. Danke.
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: Bundesregierung kann nicht sagen, warum Vorratsdatenspeicherung zur Gefahrenabwehr notwendig ist
: Bundesregierung kann nicht sagen, warum Vorratsdatenspeicherung zur Gefahrenabwehr notwendig ist
Im Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung erklärt die Bundesregierung mehrfach, dass wir die anlasslose Vollprotokollierung unseres Kommunikationsverhaltens zur Aufklärung schwerer Straftaten und zur Gefahrenabwehr brauchen. Konkret sind das Formulierungen wie diese:Bei der Aufklärung schwerer Straftaten und bei der Gefahrenabwehr sind Verkehrsdaten ein wichtiges Hilfsmittel für die staatlichen Behörden. […] Dies führt zu Lücken bei der Strafverfolgung und bei der Gefahrenabwehr und kann im Einzelfall dazu führen, dass strafrechtliche Ermittlungen ohne Erfolg bleiben, weil weitere Ermittlungsansätze nicht vorhanden sind. […] Es wird eine Regelung zur zeitlich befristeten Speicherung von Verkehrsdaten zur Strafverfolgungsvorsorge und zur Gefahrenabwehr geschaffen. […]
In der Bundespressekonferenz wurde die Bundesregierung heute gefragt, welchen Beitrag denn die Vorratsdatenspeicherung in der Vergangenheit zur Gefahrenabwehr geleistet habe. Hier ist ein Ausschnitt:
Frage: „Welche Gefahren sind denn in der Vergangenheit durch Vorratsdatenspeicherung abgewehrt worden?“
Piotr Malachowski (BMJV): „Da kann ich Ihnen leider jetzt keine konkreten Beispiele nennen, tut mir leid.“
Frage: „Warum schreiben Sie das ins Gesetz?“
Piotr Malachowski: „Ich hab jetzt hier Ad-hoc keine Gefahren, die ich Ihnen präsentieren kann, die dadurch abgewendet oder nicht abgewendet wurden. Aber es ist sicherlich ein nützliches Instrument zur Strafverfolgung und Gefahrenabwehr.“Justizministerium ist seit einem Monat nicht in der Lage, konkrete Notwendigkeiten und Beweise vorzulegen
Das Justizministerium konnte auch dem Bundestag nicht erklären, in welchen konkreten Einzelfällen die fehlende Vorratsdatenspeicherung nicht zur Aufklärung von Straftaten beitragen konnte. Nun ist sie nicht in der Lage, bei dem zweiten Punkt der Gefahrenabwehr konkret etwas zu benennen. Vergangene Woche hatten wir anhand einer gerne verwendeten Beispiel-Operation zur Bekämpfung von Kinderpornographie gezeigt, dass eine Vorratsdatenspeicherung dabei nicht das wichtigste Element war und vor allem zur Aufklärung wenig beigetragen hat. Bei der Präsentation des Gesetzentwurfs konnte unser Justizminister Heiko Maas bereits die Notwendigkeit nicht erklären. Einen Monat später ist sein Ministerium immer noch nicht dazu in der Lage. Da stimmt doch etwas nicht!
Grundrechtseingriffe müssen aber nicht nur verhältnismäßig sein, sondern auch notwendig. Warum kann die Bundesregierung die Notwendigkeit nicht beweisen? Trotzdem will man sie einführen, damit die ganze Bevölkerung unter Generalverdacht stellen und die Unschuldsvermutung aufheben.
Insgesamt acht Minuten Rumeiern der Bundesregierung zur Vorratsdatenspeicherung und dem darin versteckten neuen Paragrafen zur Datenhehlerei findet man in diesem Video:
Das schließt ein wenig an Bundeskanzlerin Angela Merkel an, die auf dem evangelischen Kirchentag auch eher auf der Gefühlsebene als mit Argumenten die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung begründete:
„Und ich glaube oder ich stehe hinter diesem Gesetzgebungsvorhaben, weil wir uns einfach die Möglichkeit offen halten müssen, wenn etwas Dramatisches passiert, und dass wir dann auch handeln können, und ich würde mich sicherer fühlen, wenn wir ein solches Gesetz haben.“
Morgen wollen die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD darüber abstimmen, dass Freitag der Gesetzentwurf zur ersten Lesung in den Bundestag kommen soll. Jetzt ist noch Zeit, aktiv zu werden.
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: #rp15: Eric King – The Five Eyes secret European allies
: #rp15: Eric King – The Five Eyes secret European allies Zum zweiten Jahrestag der Snowden-Enthüllungen passt dieser Vortrag von Eric King von Privacy International auf de vergangenen re:publica über „The Five Eyes secret European allies“.
Did you know there is an elite intelligence sharing club called SIGINT Seniors Europe working in partnership with the Five Eyes? For 35 years, the club has operated as a „European bazaar“ for surveillance, playing games of jurisdictional arbitrage, exploiting secret loopholes in domestic legal frameworks to swap and share data on each others citizens. For the first time we have the information to act, and we must!
Secret interpretations of secret law is no way to govern our world. By remaining in the shadows, our intelligence agencies – and the governments who control them – have removed our ability to challenge their actions and their impact upon our human rights. Trawling through clues in the Snowden documents, and declassified documents in the UK National Archives, we have the most complete picture we’ve ever had of how the secret club operates.
Exposing them through research, campaigning and litigation is the only way to hold them to account. This talk will reveal the results of Privacy Internationals investigation into the secret club, how European intelligence agencies swap and share their data, and their co-operation with the Five Eyes alliance!
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: Interview mit der !Mediengruppe Bitnik (Video)
: Interview mit der !Mediengruppe Bitnik (Video) Wir haben ein Interview mit dem Schweizer Künstlerkollektiv !Mediengruppe Bitnik über Massenüberwachung und ihr wohl bekanntestes Werk, den Random Darknet Shopper geführt.
Das Kollektiv sieht das Internet als ihr künstlerischen Medium und gelangten zu Bekanntheit, als der von ihnen programmierte Random Darknet Shopper sich selbständig unter anderem MDMA-Pillen kaufte. Was der Bot erwarb, wurde dann in der Darknet-Ausstellung des Kollektivs gezeigt. Diese wurde aufgrund der von den Behörden als illegal eingestuften Waren jedoch beschlagnahmt und Strafanzeige gegen das Kollektiv gestellt. Jedoch wurde diese dann später fallen gelassen. Das Gespräch wurde auf der der re:publica ‘15 geführt. -
: Interview mit Cory Doctorow (Video): „The NSA is not the Stasi“
Cory Doctorow : Interview mit Cory Doctorow (Video): „The NSA is not the Stasi“ Während der re:publica ’15 haben wir einige Videointerviews geführt, die wir in der nächsten Zeit veröffentlichen werden. Den Anfang macht ein kurzes Gespräch mit Cory Doctorow, Science-Fiction-Autor, Blogger und umtriebiger Netzaktivist. Er greift darin den häufiger mal angestellten Vergleich der derzeitigen NSA-Praktiken mit denen der Stasi auf und erklärt, warum diese Argumentation ziemlich ins Leere läuft: Im Vergleich zu den technischen Dimensionen, die das Instrumentarium der NSA inzwischen umfasst, habe die Stasi nur Überwachung betreiben können, die man heutzutage eher als „handgemachtes Hipster-Kunsthandwerk“ bezeichnen könne. Zum englischen Originalgespräch mit vielen weiteren zitierwürdigen Slogans haben wir außerdem deutsche Untertitel gepackt. Viel Spaß!
Den gleichnamigen re:publica-Talk gibt’s in voller Länge hier zu sehen.
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: re:publica 2015 – Cryptocalypse now
: re:publica 2015 – Cryptocalypse now Unsere Anna Biselli hat mit Prof. Dr. Rüdiger Weis (Beuth-Hochschule Berlin) auf der vergangenen re:publica’15 einen Vortrag über Kryptographie in Zeiten von kriminell-agierenden Geheimdiensten gehalten. Herausgekommen sind rund 45 Minuten anschauliche Lageeinschätzung, die man auch als Nicht-Techniker verstehen kann: Cryptocalypse now.
Es ziehen dunkle Wolken über die Welt der sicheren und privaten Kommunikation im Internet, auch über NSA und Co. hinaus. Eine Lageeinschätzung. Heartbleed, Shellshock, POODLE – Nur drei der Namen, die im letzten Jahr das sowieso empfindlich verletzte Vertrauen in Sicherheitsmechanismen im Internet weiter erschüttert haben. Patchdebakel bei Microsoft und andere gesellten sich dazu. Doch nicht nur auf technischer Seite sieht man düstere Wolken über sich. Auch in der Politik stimmen mal mehr mal weniger offensichtliche Forderungen und Pläne zu Key Escrow, Staatstrojanern und Hintertüren und die Rede von neuen Cryptowars pessimistisch, wenn man sich fragt, ob es überhaupt noch möglich ist, sicher und privat zu kommunizieren. Dieser Talk soll eine kurze Einschätzung der aktuellen Situation von Kryptographie im Internet. Und die Frage stellen, ob überhaupt noch etwas zu retten ist. Oder etwas optimistischer: Wie.
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: Video erklärt: Netzneutralität tötet!
: Video erklärt: Netzneutralität tötet! Alexander Lehmann hat wieder ein super Animations-Video gemacht: Netzneutralität tötet! Eines der besten Videos zum Thema Netzneutralität bisher. Chapeau! Besonders gut ist gelungen, alle üblichen Argumente der Gegner von Netzneutralität anschaulich zu widerlegen.
Teilt das überall und helft mit, mehr Menschen über das Thema aufzuklären. Und macht bei savetheinternet.eu mit und kontaktiert EU-Abgeordnete, damit diese sich ebenfalls für ein freies, faires und bezahlbares Internet einsetzen.
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: Noch mehr Echtzeit: Periscope, Meerkat & Co.
Ein echtes Erdmännchen. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> via <a href="https://www.flickr.com/photos/dannyboymalinga/">Dan Davison</a> : Noch mehr Echtzeit: Periscope, Meerkat & Co. Bei den netzpiloten gibt es einen schönen Übersichtsartikel, der sich mit den bisher noch eher spekulativen Trends des mobilen Livestreamings beschäftigt. Apps wie Meerkat oder Persicope wird aufgrund des niedrigschwelligen Zugangs prophezeiht, nicht nur den amerikanischen Kampagnenjournalismus zu revolutionieren (spätestens zur Präsidentschaftswahl 2016), sondern vielleicht auch irgendwann diesen deutschen Bürgerjournalismus.
Im Idealfall wird sich zumindest für den Endverbrauchenden der ganze Hype des „Livestream ist der neue Mainstream“ als spröde Kreuzung von Vine und Chatroulette herausstellen.
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: TV-Tipp für heute: Dokumentation „Terrorgefahr! Überwachung Total?“ auf Arte
: TV-Tipp für heute: Dokumentation „Terrorgefahr! Überwachung Total?“ auf Arte Heute Abend um 20:15 Uhr läuft auf arte eine Dokumentation über den Überwachungsstaat und dessen Auswirkungen. Der Regisseur Alexandre Valenti geht im Nachklang der Attentate von Paris unter anderem der Frage nach, ob es noch Orte gibt an denen man der Überwachung entgehen kann, ob totale Überwachung Terroranschläge überhaupt verhindern kann und wie Staaten und Konzerne von Verbraucherdaten profitieren. Valenti wirft dabei auch einen düsteren Blick in die Zukunft:
Bald kommen wir in die Post-Überwachungs-Ära der Quantifikation. Die Algorithmen zur Auswertung der Datenberge werden immer besser. Ausgehend von den gesammelten Daten werden sie für Hochrechnungen über unsere Lebensweisen genutzt. Unsere Handlungen, unser Konsumverhalten werden kalkuliert und quantifiziert. Wir werden vorhersehbar sein. Was kommt, ist eine vorausschauende Welt, in der ein Snowden aufgehalten werden kann, noch bevor er zur Tat schreitet.Auch unser Innenminister und Überwachungsbefürworter Thomas de Maizère sowie der amerikanische Whistleblower Thomas Drake kommen in der Dokumentation zu Wort. Hier gehts zum Livestream auf arte.tv, nach der Ausstrahlung ist die Dokumentation sieben Tage lang online ansehbar.
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: Medienhack: Neo Magazin Royale und der Varoufakis-Stinkefinger
: Medienhack: Neo Magazin Royale und der Varoufakis-Stinkefinger TV kann doch noch subversiv sein. Das Neo Magazine Royale behauptet, den Stinkefinger von Varoufakis als Medienhack bei Günther Jauch platziert zu haben.
Am Sonntag echauffierte sich Günther Jauch über einen Stinkefinger, den der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis vor zwei Jahren uns Deutschen gezeigt haben soll. Varoufakis erklärte noch in der Sendung, dass das ein Fake sei, was ihm aber kaum jemand glaubte. Die Macht der Bilder eben. Es folgten mehrere Tage voller Skandalisierung, vor allem durch die BILD-Zeitung in Richtung Griechenland. Jan Böhmermann erklärt jetzt in einem Youtube-Video als Vorab-Ausschnitt des kommenden Neo Magazin Royale, dass seine Redaktion das Video gefälscht und den Stinkefinger eingebaut habe. Und zeigt einen Stinkefinger in Richtung Günther Jauch und Co.
Wir wissen nicht, ob das stimmt. Kann sein, kann aber auch wiederum gefakt sein. Das werden die kommenden Tage zeigen. Und auch wenn das nur ein Medienhack ist: Diese zehn Minuten Ausschnitt sind das Subversivste, das seit langem aus dem deutschen Fernsehen ins Netz gekommen ist. Ganz groß erzählt:
Was denkt Ihr? Sachdienliche Hinweise, Belege und Vermutungen könnt Ihr gerne in den Kommentaren ergänzen.
Update:
Einen Monat vor Jauch gab es im deutschen Fernsehen bereits den Finger zu sehen: Im Neo Magazine Royale. Am Ende einer epischen Hymne auf Varoufakis.
Vor einem Jahr hatte sich das damalige Neo Magazin mit Stefan Raab auseinandergesetzt:
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: Kurzfilm zum Mining: viertausend Bitcoin pro Monat
: Kurzfilm zum Mining: viertausend Bitcoin pro Monat
Wo der Strom noch wenig kostet: Dalian, Liaoning, China.Über achttausend Kilometer Luftlinie entfernt von Deutschland trifft ein Filmteam von Motherboard den Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens mit einem einträglichen Geschäftsmodell. Er nimmt sie mit auf eine Tour zu einem Ort in China, wo Geld herbeigerechnet wird: Gefilmt wurde einer von sechs Bitcoin-Mining-Standorten dieser chinesischen Firma. Alle zusammen sollen über viertausend Bitcoin pro Monat errechnen, was derzeit etwas über eine Million Euro entspricht. Dem stehen nach Angaben des Geschäftsführers nur etwas über 70.000 Euro an Stromkosten pro Monat gegenüber.
Das Bitcoin-Minen kann im Prinzip jeder betreiben, jedoch ist die Konkurrenz hart. Man erhält in dem kurzen Film seltene Einblicke, inklusive der beachtlichen Elektronikschrottberge, die durch die ausgemusterten Rechner entstehen: Life Inside a Secret Chinese Bitcoin Mine
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: Das ist netzpolitik.org – Die Redaktion im Video
: Das ist netzpolitik.org – Die Redaktion im Video
Was lange währt… unsere Redaktion hat sich vor eine (oder besser gesagt zwei) Kameras gesetzt um den geneigten ZuschauerInnen zu erzählen, was netzpolitik.org ist, was wir machen und warum wir das tun.Das Video ist natürlich auf YouTube zu finden und dient nun auch als Trailer für unseren dortigen Kanal.
Zum datenschutzfreundlichen anschauen und herunterladen gibt es das Video auch als WebM mit einer Auflösung von 1080p oder 720p und als MP4 in 720 bzw. 360p.
Auch deutsche Untertitel stellen wir im Format .srt bereit.Außerdem könnt ihr euch hier die Audiospur als MP3 herunterladen. Für alle die lieber lesen wollen haben wir das Video auch transkribiert.
Markus Beckedahl: Netzpolitik ist erst mal der Name eines Blogs, der Name meines Twitter-Accounts,
und der Name eines neu entstandenen Politikfeldes.Anna Biselli: netzpolitik.org ist für mich persönlich eine Schnittstelle zwischen Journalismus und Aktivismus.
Andre Meister: Netzpolitik ist ein Blog im Internet wo wir über alle möglichen digitalen Themen berichten.
Florian Gilberg: Netzpolitik ist für mich, ganz flach gesagt, die Zukunft.
Anna Biselli: Wir versuchen zu berichten was die aktuelle politischen Vorgänge zu Netzpolitik sind und auch die einzuordnen. Das heißt wir sagen nicht dass wir neutraler Journalismus sind, sondern Journalismus mit Haltung.
Um eben auch die politischen Debatten in Deutschland mit zu bestimmen und zu gestalten.Markus Beckedahl: Wir definieren Netzpolitik eigentlich immer so, dass
Netzpolitik ist dass, oder beschreibt wie die Politik das Internet verändert
durch Regulation, und wie das Internet Gesellschaft, Politik und alles andere verändert.Andre Meister: Das ganz große Thema zur Zeit ist natürlich Übrwachung, aber aber auch schon immer Urherberrecht,
das Thema Netzneutralität, „all things digital“ eigentlich.Wetter: Vor allem ein wichtiger Überblick über das was gerade passiert in dem Themenbereich. Und natürlich auch angereichert um Berichte und Hintergründe die es sonst so leider häufig nicht gibt.
Anna Biselli:Wir verstehen uns auch als Mittelding zwischen berichten und selber Themen zu
setzen, das heißt natürlich versuchen wir das aktuelle Tagesgeschehen zu protokollieren und Leuten einfach gesammelt zur Verfügung zu stellen. Aber wir versuchen eben auch Themen zu setzen die nicht auf der aktuellen Agenda sind.Markus Beckedahl: Wir mischen uns ein in öffentliche Debatten.
Versuchen auch oftmals öffentliche Debatten erstmal anzustoßen damit wir darüber diskutieren können,
was dort vielleicht zukünftig, vielleicht auch schon ohne Debatte verhandelt wird, nämlich Regeln, Gesetze, Strukturen in der digitalen Welt und begleiten das.Florian Gilberg: Ich hoffe, dass in naher Zukunft aus der netzpolitischen Schiene oder dem Themengebiet, das wird
was aus der Umweltbewegung geworden ist.Markus Beckedahl: Vor 10 Jahren als wir anfingen, haben wir uns sehr gefreut wenn einmal im Monat
in irgendeinem Ausschuss, irgendwas über Netzpolitik diskutiert wurde.
Und jetzt haben wir eher die Befürchtung, dass wir am Anfang einer Sitzungswoche uns die
ganzen Tagesordnungen anschauen und von 22 oder 23 Ausschüssen wird in 20 Ausschüssen irgendwas netzpolitisches diskutiert.Felix Aust: Aber ist es dann nicht auch so, dass zum Beispiel der Begriff „Netzpolitik“ irgendwann aussterben wird?
Dass es den Begriff in 10 Jahren einfach nicht mehr geben wird?Florian Gilberg: Vielleicht machen wir dann einfach nur noch Politik.
Felix Aust: Ja, Politik.org!
Florian Gilberg: Politik.org, find ich gut! (Lachen)
(Klickgeräusche, Musik.)
Andre Meister: Wir haben letztes Jahr 10-Jahre-Netzpolitik gefeiert. Markus hat das irgendwann mal als „ins Internet schreiben“ in irgendeinem CMS angefangen und ist dann über die Jahre gewachsen. Ich hab von Anfang an mitgelesen
und war hier 2007/08 mal Praktikant und 2012 hab ich das dann auch zu meinem Job gemacht.Anna Biselli: Für mich hat das Ganze ja erst vor 1,5 Jahren angefangen.
Vorher kannte ich Netzpolitik.org nur als Konsument und habe nach dem Studium beschlossen, kurz was anderes zu machen um ein Praktikum zu machen. Ich kannte Andre schon aus anderen politischen Aktivisten-Kreisen
und dachte, „ja, das kann man ja mal probieren“. Und hab dann eben nach 3 Monaten gemerkt, dass das eigentlich nicht mehr aufgeben will und dass, was ich vorher an politischer Arbeit gemacht habe gerne einfach mal Vollzeit ausleben können will.Markus Beckedahl: Das feste Team, derzeit bestehend aus 4 Personen – neben mir noch Anna, Andre und Constanze.
Demnächst haben wir eine fünfte Person. Dann haben wir immer Praktikanten, zwischen 1 und 3.Anna Biselli: Und dann eben eine große Anzahl an Freiwilligen, die uns auf dem Themengebiet, auf dem sie sich eben sehr gut auskennen und auch arbeiten Beiträge liefern und immer mal wieder unterstützen.
Ich persönlich beschäftige mich viel mit Datenschutz und bin nicht so der Copyright-Rechts-Experte. Überhaupt nicht. Aber dafür haben wir eben viele freie Autoren. Ich glaube das sind insgesamt 80 Menschen mit Schreib-Zugang.
Von denen, ich sag mal so, 15 bis 20 Menschen den pro Jahr auch aktiv nutzen.Markus Beckedahl: Manche, wie Ulf Buermeyer oder Leonhard Dobusch oder Matthias Monroy schreiben regelmäßig zu ihren Spezialthemen und nutzen gerne unsere Bühne.
Markus Beckedahl: Ich glaube die Enthüllungen von Edward Snowden haben nicht
so viel an unserer Wahrnehmung verändert. Es gab genug andere, viel wichtigere Meilensteine.Andre Meister: Ja, vorher waren wir so ein bisschen die Typen, die immer von Überwachung geredet haben
die Aluhüte. Und danach wurden wir ein bisschen ernster genommen, mit „Oh, die hatten ja all die Jahre doch Recht.“Wetter: Dieser „Told you so!“-Effekt spielt natürlich eine Rolle. Also das vorher immer wieder darauf hingewiesen wurde, dass solche Überwachung höchstwahrscheinlich stattfindet, wurde immer als Verschwörungstheorie oder belächelnd abgetan. Und seit Snowden ist da natürlich eine ganz andere Erkenntniss in der Breite da.
Andre Meister: Wir haben auf alle Fälle mehr Aufmerksamkeit und Sensibilisierung für für Überwachungsthemen.
Und vielleicht auch mehr Leserinnen und Leser, weiß ich nicht so genau, wir haben da kein genaues Tracking.
Aber die politischen Erfolge sind dann dennoch relativ wenige.Anna Biselli: Was für mich auch ein wichtiger Punkt ist, aber nicht nur für Netzpolitik.org
sondern für alle netzpolitisch Aktiven ist, dass der Rechtfertigungsdruck nicht mehr so groß geworden ist.
Warum man das tut was man tut. Sondern einfach, das „Wie können wir das erreichen was wir wollen?“ mehr im Vordergrund steht.Markus Beckedahl: Wir werden einerseits ernst genommen und ich glaube von allen Akteuren
ob sie uns mögen oder nicht. Und wir werden sehr häufig zitiert, insofern, dass wir auch als Quelle
ernst genommen werden oder unsere Einschätzungen sehr gefragt sind, in der Bewertung.Andre Meister: Also wir wissen dass viele andere Journalistinnen und Journalisten uns lesen
auch Politikerinnen und Politiker und auch Lobbygruppen. Das wir schon eine zentrale Instanz sind, in den Themenbereich „Netzpolitik“ ob man uns mag hängt dann von der jeweiligen Perspektive ab.Anna Biselli: Es ist eben eine nagende, bohrende Instanz die eben immer da ist und auch seit 10 Jahren nicht weggeht. Und ich glaube mittlerweile hat es auch der hartnäckigste CDU-Politiker herausgefunden, dass er das nicht einfach mehr wegignorieren kann.
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: Nerdcore Net Neutrality rap
: Nerdcore Net Neutrality rap Während die FCC gerade in einer Pressekonferenz in Washington die neuen Netzneutralitätsregeln für die USA vorstellt, hat Cory Doctorow auf BoingBoing dieses Video von Dan Bull verlinkt: Nerdcore Net Neutrality rap.
Nerdcore rapper Dan Bull recorded this Net Neutrality rap today and crowdsourced an excellent video for it in three hours, with the help of his Twitter friends.
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: Oettinger: „Aber Napoleon hat von digitaler Kommunikation und Dienstleistungen nicht viel gewusst.“
: Oettinger: „Aber Napoleon hat von digitaler Kommunikation und Dienstleistungen nicht viel gewusst.“ Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, hat gestern auf dem Digital4EU Stakeholder Forum seine Pläne für eine europäische Digitalunion vorgestellt. Die Zielsetzung ist uns ja sympathisch (über die Details gibt es natürlich unterschiedliche Sichtweisen). Die gestrige rund zwanzig Minuten lange Präsentation fiel durch die unnachahmliche Art von Günther Oettinger auf, die digitale Revolution in Wortreiche Bilder zu verpacken.
Wir haben die besten Zitate mal zusammengeschrieben, nur das mit dem Fußballvergleich am Anfang mit den mit 6er-Teams, 11er-Teams und der Fussballweltmeisterschaft hab ich nicht verstanden. Hier sind die besten Stilblüten:
„Für mich das wichtigste, als ich 18 war, war ein Gebrauchtwagen, viel PS, Chrom, tiefer gelegt, breite Reifen. Für heute 17–18-jährige ist das Auto ein Platz, wo man kommunizieren kann, mit vier Rädern unterhalb, der auch fährt. Das heißt, wir haben auch eine gesellschaftliche Revolution. Die digitale (unklar, ob da Revolution folgen sollte oder er sich räusperte) ist eine der Technik und der Gesellschaft. Und viele Jüngere im Saal sind Teilnehmer, aktiv – und ich bin reaktiv dabei.“
„In meinem Heimatland Deutschland spricht man von Industrie 4.0.“
„Zu glauben, dass Bremen Daten schützen kann: Gaga, abwegig.“
„Aber Napoleon hat von digitaler Kommunikation und Dienstleistungen nicht viel gewusst. Seine Kommunikation war die Brieftaube und die Buschtrommel. Punkt.“
Update: Unser Kommentator Chris weist zurecht daraufhin, dass sich Günther Oettinger in diesem Fall nochmal informieren sollte, da Napoleon eines der modernsten Telegrafie-Systeme nutzte und auch dadurch viele seiner militärischen Erfolge erzielte.
„Stichwort Copyright als Beispiel. Wer heute Schriftsteller ist und ein Buch schreibt und ein Verleger, der es verlegt folgt danach. Wer als Redakteur recherchiert und dann kommentiert und Zeit einsetzt um zu beschreiben, ob die Kommission gute Arbeit oder schlechte Arbeit macht, ob die Konferenz von heute spannend war und was ihre Beiträge gewesen sind. Für den ist seine Arbeit sein Beruf.“
„Und in zwei Tagen wird ein Twitter-Chat der Kommission dafür aufgebaut.“
„Denn wir können nicht nur mit Shakespeare, Schiller und Udo Jürgens in die Zukunft gehen. Wir brauchen auch Nachfolger für alle drei.“
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: Alles Beta: Der erste netzpolitische Video-Wochenrückblick ist da
: Alles Beta: Der erste netzpolitische Video-Wochenrückblick ist da Seit einigen Monaten veröffentlichen wir in der Regel Freitags den netzpolitischen Wochenrückblick und verschicken ihn als Newsletter (Rechts oben kann man sich dafür eintragen). Als Experiment haben wir jetzt den netzpolitischen Video-Wochenrückblick gestartet. Eine erste Version ist online, in der Florian und Anna in zwölf Minuten über die Top-Themen der Woche reden. Das ist alles noch sehr beta und wir probieren die kommenden Wochen verschiedene Sachen aus. Wir freuen uns über Feedback und Verbesserungsvorschläge.
Das Video gibt es in unserem Youtube-Kanal (Abonnieren!):

