USA

  • : Idee des Tages: warlogs zurückschicken
    Idee des Tages: warlogs zurückschicken

    Lustige Idee des Pentagon-Sprechers: Pentagon fordert Dokumente zurück.

    „Wir wollen alles, was Wikileaks hat, zurückhaben und wir wollen, dass Wikileaks alle Kopien löscht.“ Die Rede ist von den rund 76.000 größtenteils geheimen Dokumenten aus dem Afghanistankrieg, die Wikileaks vor knapp zwei Wochen veröffentlicht hat, sowie von den 15.000 weiteren Dokumenten, die die Whistleblower-Plattform noch zurückhält, weil deren Inhalt das Leben von Informanten gefährden könnte. „Wir verlangen, dass sie das Richtige tun“, so Morrell weiter. „Wenn das Richtige nicht gut genug für sie ist, werden wir uns überlegen, was für Alternativen wir haben, um sie dazu zu zwingen, das Richtige zu tun.“

    Kann man ja mal fordern. Am besten ausdrucken und per Post zurückschicken.

    6. August 2010 26
  • : USA: Google will Verizon Schnellstraßen abkaufen (Update)
    USA: Google will Verizon Schnellstraßen abkaufen (Update)

    Nochmal Update: Google widerspricht und sagt, New York Times – Story sei falsch, aber die New York Times widerspricht Google und sagt, sie habe sehr gute Quellen. Mehr dazu unten!

    In den USA stehen laut New York Times der Provider Verizon und Google vor einer Einigung darüber, dass Googles IP-Pakete priorisiert durch das Verizon-Netz geroutet werden: Google and Verizon in Talks on Web Priority. In der Diskussion um Netzneutralität nannten die großen Provider immer Google als Bild, warum man unbedingt Netzwerkmanagement machen muss, weil von Seiten Google ja X% des Internetverkehrs kommen würden.

    The prospect of a Google-Verizon agreement infuriates many consumer advocates, who feel that it would concentrate in a few corporations control of what to date has been a free and open Internet system in which consumers decide which companies are successful. “The point of a network neutrality rule is to prevent big companies from dividing the Internet between them,” said Gigi B. Sohn, president and a founder of Public Knowledge, a consumer advocacy group. “The fate of the Internet is too large a matter to be decided by negotiations involving two companies, even companies as big as Verizon and Google.”

    Wenn Google und Verizon sich einigen, dass Google eine Art Internetmaut für die Bevorzugung seiner Dienste zahlt, gibt es ein Problem: Google kann es sich leisten, aber was ist mit kleinen Unternehmen und ihren Services, was ist mit unseren Blogs und Podcasts? Ist das gerecht und sozial, das die Unternehmen die Schnellstraßen im Netz zugeteilt bekommen, die dafür ausreichend zahlen können? Was bedeutet das für Meinungsfreiheit, wenn die Zugangschancen nicht mehr dieselben sind? Was bedeutet es für den Wettbewerb und Innovation, wenn die großen Player eine Priorisierung kaufen können und die kleinen Wettbewerber dafür nicht ausreichend Geld in der Portokasse haben?

    5. August 2010 19
  • : Lawrence Lessig über Bugs in der US-Demokratie
    Lawrence Lessig über Bugs in der US-Demokratie

    Lawrence Lessig hat auf der TEDxBoston vergangene Woche einen 18 Minuten Vortrag über Bugs in der US-Demokratie gehalten. Dabei geht es darum, wie Politik gekauft wird und dann Entscheidungen getroffen werden, die mit gesundem Menschenverstand als etwas unlogisch angesehen werden. Wie Genehmigungen für Ölbohrungen im Meer oder die Frage, warum Zucker so teuer ist und Korn Mais so billig.

    July 29, 2010, TEDxBoston talk, an attempt to distill further this plea that activists recognize that until we fix this problem, no other problem gets fixed.

    Hier klicken, um den Inhalt von blip.tv anzuzeigen.

    4. August 2010 18
  • : FBI will Wikipedia Nutzung seines Logos untersagen
    FBI will Wikipedia Nutzung seines Logos untersagen

    In den USA hat die Wikimedia-Foundation gerade eine lustige Kommunikation mit dem FBI am laufen. Das FBI stört sich daran, dass ihr Logo auf der FBI-Seite in der Wikipedia steht. Das Nutzen des Logos möchte man gerne kontrollieren und deshalb hat man einen Brief an die Wikimedia-Foundation geschrieben (PDF), um das Logo dort wieder rauszubekommen. Darin droht man auch zwischen den Zeilen mit rechtlichen Konsequenzen. Darüber berichtet die New York Times: F.B.I., Challenging Use of Seal, Gets Back a Primer on the Law.

    Michael Godwin, der Chef-Jurist der Wikimedia Foundation hatte Spaß beim Beantworten des Briefes (PDF) und verweist auf die rechtliche Lage, die vom FBI sicherlich nur falsch interpretiert wurde und die man gerne von einem Gericht klären lassen könnte:

    3. August 2010 13
  • : 10 Jahre Safe Harbor – viele Gründe zum Handeln, kein Grund zum Feiern
    10 Jahre Safe Harbor – viele Gründe zum Handeln, kein Grund zum Feiern

    Am 26. Juli jährte sich zum zehnten Mal der Jahrestag des „Safe Harbor“-Abkommens, was den Datenaustausch zwischen EU und USA regelt immer mehr in der Kritik steht, weil Unternehmen wie Facebook oder Google in den USA viel mehr mi den Daten von EU-Bürgern anstellen dürfen, als Unternehmen mit Sitz in der EU. Das Unabhängige Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holstein kritisiert zum zehnten Geburtstag daher das Abkommen und fordert die sofortige Kündigung: 10 Jahre Safe Harbor – viele Gründe zum Handeln, kein Grund zum Feiern.

    Der Kommentar des ULD-Leiters Thilo Weichert zum 10. Geburtstag: „Aus Datenschutzsicht könnte es nur eine Konsequenz aus den bisherigen Erfahrungen geben – Safe Harbor sofort zu kündigen. Wegen der engen wirtschaftlichen Beziehungen traut sich hierzu in der EU aber scheinbar niemand. Das Mindeste wäre, von den USA kurzfristig zumindest den formellen Nachweis für die Durchsetzung der Safe-Habor-Grundsätze zu fordern. Umgehend muss mit den USA in Verhandlungen eingetreten werden, um die Grundsätze zu überarbeiten und effektiv zu machen. Allein im Internet tummeln sich Hunderte von US-Firmen, unter ihnen Google und Facebook, die für sich – nicht überprüfbar für die Betroffenen und die europäischen Datenschutzbehörden – Safe Harbor reklamieren, und die sich so für befugt erklären, die Daten von Millionen von EU-Bürgerinnen und ‑Bürgern zu verarbeiten und damit viel Geld zu verdienen.“

    Dem schließen wir uns an: Kündigen und neu verhandeln, um unsere Datenschutzrechte besser zu sichern.

    30. Juli 2010
  • : Die Geschichte hinter dem warlogs-Release
    Die Geschichte hinter dem warlogs-Release

    Spannender Text: Hier wird die Afghanistan-warlogs – Geschichte aus Sicht der Journalisten erzählt, die mit Wikileaks zusammen die Dokumente vor Erscheinen bearbeiten und durchforstet haben: The Story Behind the Publication of WikiLeaks’s Afghanistan Logs – From Brussels, to a bunker, to blockbusters.

    28. Juli 2010 5
  • : Bruce Schneier über den Reset-Button
    Bruce Schneier über den Reset-Button

    Der Bund deutscher Kriminalbeamter hat vergangene Woche die dämliche Idee eines Reset-Buttons fürs Internet im Bundeskanzleramt in die deutsche Debatte gebracht. In den USA wurde diese auch diskutiert, und von allen klar denkenden Menschen dankend abgelehnt. Der Sicherheitsexperte Bruce Schneier hat zu dem Thema gebloggt und bringt diverse Argumente vor, warum ein zentraler Reset-Button aus Sicherheitsgründen Schwachsinn ist: Internet Kill Switch.

    The third flawed assumption is that we could build this capability securely. We can’t. Once we engineered a selective shutdown switch into the Internet, and implemented a way to do what Internet engineers have spent decades making sure never happens, we would have created an enormous security vulnerability. We would make the job of any would-be terrorist intent on bringing down the Internet much easier. Computer and network security is hard, and every Internet system we’ve ever created has security vulnerabilities. It would be folly to think this one wouldn’t as well. And given how unlikely the risk is, any actual shutdown would be far more likely to be a result of an unfortunate error or a malicious hacker than of a presidential order.

    But the main problem with an Internet kill switch is that it’s too coarse a hammer. Yes, the bad guys use the Internet to communicate, and they can use it to attack us. But the good guys use it, too, and the good guys far outnumber the bad guys. Shutting the Internet down, either the whole thing or just a part of it, even in the face of a foreign military attack would do far more damage than it could possibly prevent. And it would hurt others whom we don’t want to hurt.

    Mal schauen, ob ein Politiker in Deutschland nochmal die Idee der Polizei-Gewerkschaft aufnimmt und diesen Reset-Button fordert. Das wird dann richtig lustig werden.

    24. Juli 2010 2
  • : Auskunft über SWIFT-Daten fast unmöglich
    Auskunft über SWIFT-Daten fast unmöglich

    Monika Ermert hat für heise mal recherchiert, wie denn nun die Datenschutz-Rechte nach dem neuen SWIFT-Abkommen funktionieren. Angeblich, so Kommission, Rat und Konservative, Sozialdemokraten ud Liberale im Europäischen Parlament, gibt es doch nun einen durchsetzbaren Anspruch auf Auskunft, Korrektur und Löschung im Missbrauchsfall. Ermerts Ergebnis:

    EU-Bürger sollen laut dem jüngst verabschiedeten Abkommen zwischen den Europäischen Institutionen und dem US-Finanzministerium Auskunftsrechte über das Treiben der US-Terrorjäger beim Zugriff auf EU-Banktransfersdaten (Terrorist Financial Tracking Programm, TFTP) erhalten. heise online machte die Probe aufs Exempel und versuchte sich beim US-Finanzministerium, bei den EU-Institutionen und bei den nationalen Datenschutzbeauftragten schlau zu machen, wie man nun Auskunft darüber erlangen kann, ob und welche persönlichen Daten beim US-Finanzministerium auf Halde liegen. Bemerkenswert dazu vor allem die Antwort aus dem US-Ministerium: Man bedauere, keine weiteren Informationen zu den Auskunftsverfahren, etwaigen Kosten und Fristen erteilen zu können. (…)
    Im Ergebnis müssen Bürger, die erwägen, die über sie in den USA gespeicherten Daten abzufragen, sich wie schon im Fall der Flugpassagierdaten in ein für sie vorerst völlig undurchsichtiges Verfahren begeben. (…) Und was sagt das US-Finanzministerium zur Frage, ob EU-Bürger nun wegen eines TFTP-Widerspruchs vor ein US-Gericht ziehen können und ob man denn gewillt ist, Auskunftsrechte oder gar Ansprüche auf Löschung zu gewähren? Gar nichts.

    Auf der Webseite des Europaparlaments findet man übrigens unter Punkt 1 die vollständige Liste, welche Abgeordneten bei SWIFT wie gestimmt haben. Das ist sicherlich hilfreich für künftige Wahlen oder Kampagnen.

    20. Juli 2010 4
  • : Im Kampf gegen Kinderpornographie kann es nicht schnell genug gehen. Ausser für das BKA.
    Im Kampf gegen Kinderpornographie kann es nicht schnell genug gehen. Ausser für das BKA.

    Seit 2008 kämpfen „Innocence in Danger“ und das BKA gemein Im Oktober 2009 haben Union und FDP in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass das Prinzip im Kampf gegen Kinderpornographie im Internet zunächst „Löschen statt Sperren“ lauten soll. Vereinbart wurde u.a. eine Evaluationsperiode von einem Jahr, in der ausprobiert werden sollte, ob und wie schnell entsprechende Inhalte vom Netz genommen werden können. Zudem war eine Gesetzesinitiative zur Löschung kinderpornographischer Inhalte im Internet beabsichtigt (Was ist eigentlich aus der geworden?).

    Am 17. Februar dieses Jahres erging schließlich seitens des BMI eine Anweisung an das BKA, dass das am 23. Februar in Kraft getretene Zugangserschwerungsgesetz (ZugErschwG)  gemäß den Vorgaben aus dem Koaliationsvertrag nicht umzusetzen sei. Statt Sperrlisten zu führen und Zugangssperren durchzusetzen, sollte das BKA die Staaten informieren, „in welchem die identifizierten kinderpornographischen Inhalte physikalisch vorgehalten werden“ und „nachdrücklich“ um deren Löschung bitten.

    So, und nun die Preisfrage. Ab wann, liebe Leser, hat das BKA eine entsprechende Zusammenarbeit mit verantwortlichen Stellen in den USA begonnen?

    15. Juli 2010 16
  • : EFF-Animation über EULAs
    EFF-Animation über EULAs

    Die Electronic Frontier Foundation (EFF) feiert 20-jähriges Bestehen und hat dazu eine neue Animation veröffentlicht, die die Absurdität von Software-EULAs und Lizenzbedingungen von Online-Services aufzeigt:

    July 10, 2010, marks EFF’s 20th anniversary! To thank you for your support over these two decades, please enjoy this new animation created especially for us by celebrated cartoonist and free culture activist Nina Paley. This short cartoon highlights some of the reasons why EFF is here.

    Die Animation nach dem Klick:

    9. Juli 2010 4
  • : Die Bürgerrechtsfallen beim SWIFT-Abkommen
    Die Bürgerrechtsfallen beim SWIFT-Abkommen

    Der EU-Rat hat gestern das SWIFT-Abkommen zum Finanzdaten-Austausch mit den USA abgesegnet. Für den 7. Juli ist eine Abstimmung im Europaparlament vorgesehen. Hier gibt es derzeit eine Mehrheit für das Abkommen, weil nur noch Linke und Grüne dagegen sind. Es wäre aber aus Bürgerrechtssicht gut, wenn eine Mehrheit gegen das SWIFT-Abkommen (Hier ist das Dokument mit Stand vom 18.6.2010, sollte Endversion sein – und hier ist die Erklärung des EU-Rates dazu mit Stand vom 24.06.2010) stimmen würde, weil es immer noch einige kritische Punkte in dem neu verhandelten Abkommen gibt. Insofern wundere ich mich etwas, dass Sozialdemokraten und Liberale die Verhandlungen als einen Erfolg für Bürgerrechte verkaufen wollen.

    Das sind die Bürgerrechtsfallen im aktuellen SWIFT-Abkommen:

  • Eine großflächige Datenabfrage argloser EU-Bürger ist nach wie vor systematisch impliziert (die Passage “so eng gesehen wie möglich” (tailored as narrowly as possibly) ist ein Witz, da sie Daten nur nach ein paar wenigen Kriterien filtern können, wie z.B. Land und Tag).
  • : EU-Rat segnet SWIFT-Abkommen ab
    EU-Rat segnet SWIFT-Abkommen ab

    Der EU-Rat hat heute dem neu verhandelten SWIFT-Abkommen zugestimmt, das die Finanzdaten-Weitergabe an die USA regelt. Hier sind einige Artikel dazu.

    Heise: Swift-Abkommen nimmt erste Hürde.

    Nach sechs Monaten Verhandlungsmarathon ist das umstrittene Bankdaten-Abkommen Swift unterzeichnet. Vertreter der EU und der USA haben am Montag in Brüssel den Vertrag über die Weitergabe von Bankdaten europäischer Kunden an US-Geheimdienste unterschrieben. Zuvor hatten alle 27 EU-Mitgliedsstaaten – also auch Deutschland – der Vereinbarung zwischen der Europäischen Union und den USA zugestimmt.

    Spiegel: Deutschland stimmt für Bankdaten-Weitergabe.

    Die europäischen Sozialdemokraten begründeten ihren Sinneswandel mit deutlichen Verbesserungen beim Datenschutz. Die USA gestanden demnach zu, dass ein EU-Experte in den USA die Auswertung der Daten überwachen darf. Dieses Zugeständnis sei „historisch“, sagte der Vize-Fraktionsvorsitzende Claude Moraes in Brüssel. Auch der zuständige Parlamentsberichterstatter, der FDP-Abgeordnete Alexander Alvaro, sprach von einem Durchbruch. Der Kompromiss trage den „Ansprüchen nach Sicherheit, aber auch der Freiheit und Privatsphäre der EU-Bürger Rechnung“.

    TAZ: USA dürfen auf Bankdaten zugreifen.

    Sein grüner Kollege Raul Romeva i Rueda bemängelte, es gebe noch immer keinen Beleg dafür, dass der massenhafte Datentransfer geholfen hätte, Terroristen zu finden. Bei der Unterzeichnung des Abkommens hatte der US-Vertreter Michael Dodman gestern zwar erklärt, nun könne „endlich die Sicherheitslücke, die entstand, weil seit Februar keine Daten flossen“, geschlossen werden. Vom Parlament geforderte Belege dafür, dass aufgrund der Erkenntnisse aus dem Bankdatentransfer Anschläge verhindert wurden, waren Rat, Kommission und US-Behörden aber schuldig geblieben.

    In der TAZ werden auch die Veränderungen des neuen Abkommens beschrieben: Die Kontrolleure. Dazu zählen u.a.:

    Die Datenmenge wird reduziert, da die anfragende Behörde den Personenkreis und die Art der Finanztransaktion genauer eingrenzen muss als bislang. Doch auch in Zukunft werden Bankdaten von Millionen Europäern, wenn sie den Kriterien der Anfrage entsprechen, in die USA übermittelt. Das können sämtliche Bankbewegungen deutscher Kunden sein, die in einem bestimmten Zeitraum Geld in den Libanon überwiesen haben. Geldbewegungen innerhalb des Europäischen Währungsraums sind davon ausgeschlossen.

    Christian Rath kommentiert in der TAZ das Verhalten von Leutheusser-Schnarrenberger, die das Abkommen im im vergangenen Jahr noch stark kritisiert hatte: Justizministerin hat Kritik eingestellt.

    Per Presseerklärung kommentierte sie damals: „Die heutige Entscheidung ist gegen den Widerstand der Bundesministerin für Justiz zustande gekommen.“ Diesmal versuchte sie es erst gar nicht. Zugleich verkündete sie am Wochenende, die FDP müsse ihr Profil bei den Bürgerrechten schärfen.

    Am 7. Jui stimmt das EU-Parlament ab. Im Moment sind leider nur Linke und Grüne dagegen.

  • : US-Verwertungsgesellschaft sammelt Geld gegen digitale Bürgerrechte
    US-Verwertungsgesellschaft sammelt Geld gegen digitale Bürgerrechte

    In den USA sammelt die GEMA-Schwester ASCAP (American Society of Composers, Authors and Publishers) Geld bei ihren Mitgliedern, um effektiver die digitalen Bürgerrechtsorganisationen wie Electronic Frontier Foundation, PUblic Knowledge und sogar Creative Commons bekämpfen zu können. Wired berichtet darüber: ASCAP Assails Free-Culture, Digital-Rights Groups. Der Fundraising-Brief ist naürlich sofort im Netz gelandet:

    At this moment, we are facing our biggest challenge ever. Many forces including Creative Commons, Public Knowledge, Electronic Frontier Foundation and technology companies with deep pockets are mobilizing to promote „Copyleft“ in order to undermine our „Copyright.“ They say they are advocates of consumer rights, but the truth is these groups simply do not want to pay for the use of our music. Their mission is to spread the word that our music should be free. This is why your help now is vital. We fear that our opponents are influencing Congress against the interests of music creators. If their views are allowed to gain strength, music creators will find it harder and harder to make a living as traditional media shifts to online and wireless services. We all know what will happen next: the music will dry up, and the ultimate loser will be the music consumer.

    Begründet wird die Sammelaktion, dass diese Organisationen sich für ein anderes Copyright einsetzen würden. Es wird auch noch suggeriert, dass diese Organisationen eine Enteignung der Musiker fordern würden. Zeitlich kommt die Aktion mit einer Forderung nach 3‑Strikes Modellen und einer Verpflichtung der ISPs zur Kooperation mit der Rechteindustrie zusammen. Diese Forderung wird natürlich von EFF und Public Knowledge abgelehnt. Besonders absurd ist, dass man Creative Commons gleich mitgenannt hat.

  • : SWIFT-Abkommen schon am Donnerstag im EU-Rat der *hust* Verkehrsminister?
    SWIFT-Abkommen schon am Donnerstag im EU-Rat der *hust* Verkehrsminister?

    Die inhaltlichen Probleme mit dem neuen SWIFT-Abkommen zum Transfer von Bankdaten an die US-Geheimdienste habe ich letzte Woche schon für das EDRi-Gram zusammengefasst: „New SWIFT agreement as bad as the rejected one“ (hier die deutsche Übersetzung, danke an unwatched.org).

    Politik-digital hat nun heute Nachmittag einen sehr aktuellen Statusbericht nachgeschoben. Da gehen nämlich in Brüssel gerade einige Pferde durch:

    [D]as Abkommen soll nun offenbar möglichst schnell und ohne große Debatte vom Rat verabschiedet werden – und das, um das Parlament unter Druck zu setzen. Der spanischen Ratspräsidentschaft ist es offensichtlich ein Anliegen, dass Abkommen noch während ihrer Amtszeit (bis 30.06.2010) unter Dach und Fach zu bringen.  Der Vorsitzende des Ausschusses für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE-Ausschuß), der Spanier Juan Fernando López Aguilar, übermittelte am 21.06.2010 einen Brief mit Vorschlägen zum Abkommen an den Rat, ohne jedoch die Inhalte mit dem zuständigen Berichterstatter des Parlaments, dem liberalen Alexander Alvaro (@alexalvaro), abzusprechen. Dieser zeigte sich entsprechend brüskiert und machte seinem Unmut unter anderen über Twitter Luft.

    Alvaro hat dann auch noch getwittert, dass die Sache offenbar am Donnerstag schon vom Rat der EU-Verkehrsminister beschlossen werden soll – wie üblich bei solchen fachfremden Themen natürlich ohne Aussprache:

    Council prepares to decide #SWIFT-Agreement in Transport (!) Council this thursday. As rapporteur I do not support this at all. I’m angry!

    Das bedeutet, dass spätestens am Mittwoch die Brüsseler Botschafter der EU-Mitgliedsstaaten die Sache abnicken sollen, obwohl z.B. zu der Rolle von Europol noch ein juristisches Gutachten eingeholt werden sollte und es auch an anderen Punkten noch Differenzen zwischen Rat, Kommission und Parlament gibt. Mit diesem brüsken Vorgehen – den EP-Berichterstatter bei so einem heiklen Dossier einfach zu umgehen gehört nicht gerade zum guten Ton – riskieren Rat und Kommission, ein zweites Mal das Abkommen wegen massiver Datenschutzprobleme im Europaparlament um die Ohren gehauen zu bekommen.

    Falls die fortgesetzte Verletzung europäischer Datenschutzstandards im EU-Parlament dieses Mal doch durchgehen sollte, liegt das dann jedenfalls an einer Hinterzimmer-Koalition von Konservativen und Sozialdemokraten, wovon sich letztere noch im Februar als die großen Datenschützer geriert hatten.

    Fragt doch mal schnell noch eure entsprechenden Abgeordneten, was sie dazu denken. Die Telefonnummern findet ihr hier: SPD, CDU/CSU, SPÖ, ÖVP.

    (full disclosure: Ich arbeite für den grünen EP-Abgeordneten Jan Philipp Albrecht, der auch mit diesem Dossier befasst ist.)

  • : USA: TV-Debatte rund um Cyberwar
    USA: TV-Debatte rund um Cyberwar

    Interessantes TV-Debattenformat mit spannenden Rednern. Zwei Zweier-Teams treten gegeneinander an und diskutieren in diesem Fall Cyberwar: „The cyber war threat has been grossly exaggerated“ mit Jonathan Zittrain, Marc Rotenberg, Bruce Schneier Mike McConnell.

    In diesem Fenster soll der Inhalt eines Drittanbieters wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an diesen Anbieter. Aus technischen Gründen muss zum Beispiel Deine IP-Adresse übermittelt werden. Viele Unternehmen nutzen die Möglichkeit jedoch auch, um Dein Nutzungsverhalten mithilfe von Cookies oder anderen Tracking-Technologien zu Marktforschungs- und Marketingzwecken zu analysieren.

    Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Abfluss deiner Daten an den Drittanbieter so lange, bis Du aktiv auf diesen Hinweis klickst. Technisch gesehen wird der Inhalt erst nach dem Klick eingebunden. Der Drittanbieter betrachtet Deinen Klick möglicherweise als Einwilligung die Nutzung deiner Daten. Weitere Informationen stellt der Drittanbieter hoffentlich in der Datenschutzerklärung bereit.

    Zur Datenschutzerklärung von Vimeo

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    THE CYBER WAR THREAT HAS BEEN GROSSLY EXAGGERATED from Intelligence Squared US on Vimeo.

  • : Clay Shirky: Rethinking Representation
    Clay Shirky: Rethinking Representation

    Auf der Personal Democracy Conference 2010 in New York hat vergangene Woche Clay Shirky über „Rethinking Representation“ gesprochen. Von dem Vortrag gibt es ein Video:

  • : NPP 088: Marvin Ammori über Netzneutralität
    NPP 088: Marvin Ammori über Netzneutralität

    Der Netzpolitik-Podcast Folge 088 ist ein Interview mit Marvin Ammori über Netzneutralität und die Debatte in den USA. Marvon Ammori ist Jura-Professor und war in den letzten Jahren bei Free Press aktiv, einer Organisation, die u.a. die Kampagne savetheinternet.com koordiniert hat. Als rechtlicher Berater hat Marvin auch die Klage gegen den Provider Comcast vor der US-Regulierungsbehörde FCC mitgeführt, als Comcast damit begann, p2p zu drosseln. Die Klage war erfolgreich, wurde aber vor rund einem Monat von einem anderen Gericht zurück genommen, weil laut diesem Gericht die Regulierungsbehörde gar nicht zuständig war.

    Das ca. einstündige Gespräch dreht sich um die US-Debatte rund um die Netzneutralität, welche Erfahrung Marvin und Free Press dort gemacht haben und was wir für die europäische Debatte daraus lernen können. Wir diskutieren auch über den Comcast-Fall und Marvon erklärt viele Einzelheiten, die man in den Presse nicht mitbekommen hat.

    Der Podcast ist als MP3 und OGG erhältlich (Ich habe etwas zu laut aufgenommen und wir haben das dann hinterher etwas leiser gerechnet)

    Marvon Ammori hat auf der re:publica 2010 über „The fight on net neutrality in the USA“ gesprochen. Davon gibt es ein Video:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

  • : Walking On Eggshells: Borrowing Culture in the Remix Age
    Walking On Eggshells: Borrowing Culture in the Remix Age

    Nette 24- Minuten lange Dokumentation über Remix-Kultur: Walking On Eggshells: Borrowing Culture in the Remix Age.

    „Walking on Eggshells“ is a 24-minute documentary about appropriation, creative influence, re-use and intellectual property in the remix age. It is a conversation among various musicians, visual artists, writers and lawyers, all sharing their views on why and how we use and create culture, and how intellectual property law, originally designed to provide people with incentives to create, sometimes hinders creative production far more than it enhances it.

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

  • : US-Astroturfing: Netzneutralität ist wie chinesische Zensur
    US-Astroturfing: Netzneutralität ist wie chinesische Zensur

    In den USA ist die Netzneutralitäts-Debatte wieder entbrannt. Mit dabei sind verschiedene Astroturf-Organisationen, die von Telekommunikationsunternehmen wie AT&T und Comcast finanziert werden und irgendwie so aussehen sollen, als ob damit der Bürgerwille vertreten werden soll. Diese bezeichnen Netzneutralität nun z.B. als „Obamacare for the Internet“, die Anhänger von Netzneutralität seien Kommunisten und Marxisten und überhaupt sei Netzneutralität vergleichbar mit der chinesischen Zensur. Das Blog ThinkProgress hat eine Powerpoint-Präsentation zugeschickt bekommen, wo die Astroturfing-Strategie gut beschrieben wird: Telecoms’ Secret Plan To Attack Net Neutrality: Target Video Gamers And Stoke Fear Of Chinese Censorship. Hier sind einige Ausschnitte:

    – Slides 7–8 calls for the campaign to target “libertarian minded internet users and video gamers” and “social conservative activists” with anti-government messages and a rebranding of net neutrality as “Net Brutality.”
    – Slide 9 calls for a strategy of creating a Chinese blog to compare net neutrality to Chinese government censorship, outreach via social networking platforms like Twitter and Facebook.
    – Slides 10–11 detail how representatives met at Grover Norquist’s infamous “Wednesday morning meeting” to orchestrate the new campaign. Norquist is known to use his Wednesday meetings to plot strategy and conservative coalition building towards lobbying goals.

    Die Handlungsempfehlungen sind sicher auch sinnvoll für die deutsche und europäische Debatte.

    Ein sehr empfehlenswertes Buch über Astroturfing ist übrigens „Giftmüll macht schlank“. Nach dem lesen ist einem zwar etwas schlecht, aber man ist auch etwas besser auf die Realität vorbereitet.

    Update: Nach Angaben von CNet ist die Story eine Ente und basiert auf einem studentischen Planspiel: ‚Secret’ telecom anti-Net neutrality plan isn’t.