NSA

  • : „Follow the Money“: NSA lauscht Kreditkarten- und Geldtransaktionen
    „Follow the Money“: NSA lauscht Kreditkarten- und Geldtransaktionen

    Der aktuelle Spiegel berichtet darüber, dass die NSA tief in den Kredit- und Geldtransaktionssystemen drin sitzt und fast überall mithört. Betroffen sind u.a. die großen Kreditkartenanbieter VIA und Mastercard, auch der (vermeintlich anonyme) Bitcoin-Verkehr wird genau beobachtet.

    Das Ausmaß ist wohl so groß, dass selbst die Spionagefreunde des britischen Geheimdienstes GCHQ Bauchschmerzen haben:

    Selbst Geheimdienstler sehen die Schnüffeleien im Weltfinanzsystem jedenfalls mit einer gewissen Sorge, wie aus einem Dokument des britischen Geheimdienstes GCHQ hervorgeht, das sich aus rechtlicher Sicht mit „Finanzdaten“ und der eigenen Zusammenarbeit mit der NSA in diesem Feld befasst. Das Sammeln, Speichern und Teilen der „politisch sensiblen“ Daten sei ein tiefer Eingriff, schließlich handle es sich um „Massendaten voller persönlicher Informationen“, von denen „viele nicht unsere Ziele betreffen“.

    Es gibt eine zentrale NSA-Finanz-Datenbank namens Tracfin. Dort wurden 2011 180 Millionen Datensätze gespeichert, derzeit zumindest für fünf Jahre.

    Dazu gibt es neue Konkretisierungen, wie tief die NSA in den Netzwerken von SWIFT drin sitzt.

    Wie aus neuen Dokumenten hervorgeht, zapft die NSA das Swift-Netzwerk gleich auf mehreren Ebenen an – unter anderem ist daran die NSA-Abteilung für „maßgeschneiderte Operationen“ beteiligt. Einer der Zugangswege zu den Swift-Informationen besteht den Dokumenten zufolge darin, den „Swift-Druckerverkehr zahlreicher Banken“ auszulesen.

    15. September 2013 9
  • : Freut die NSA: WLAN-Passwörter mit Android automatisch zu Google senden
    Freut die NSA: WLAN-Passwörter mit Android automatisch zu Google senden

    Der IT-Consultant und Kolumnist Michael Horowitz stellt bei Computerworld die Vermutung auf, dass Google in fast jedes WLAN reinkommen könnte, weil in deren Datenbanken viele WLAN-Passwörter gespeichert sind: Google knows nearly every Wi-Fi password in the world. Und wenn diese bei Google gespeichert sind, dann muss die NSA auch nicht versuchen, die WLAN-Verschlüsselung zu knacken, sondern kann einfach bei Google nachschauen. Also kommt die NSA in fast jedes WLAN rein, wenn sie will. Toller Service! Die Empfehlung von Horowitz ist: Ändert Eure WLAN-Passwörter.

    Und wie kommen die Passwörter zu Google? Wenn man ein Android hat und nicht alle „nach Hause telefonieren“ Häckchen in den Einstellungen weg geklickt hat, dann werden alle WLAN-Passwörter bei Google auf den Servern gebackuped.

    Das Problem löst sich natürlich nicht, wenn man weiterhin diese Daten zu Google schickt. Und so kann man das bei Androids ausstellen:

    In die „Einstellungen“ gehen, dann dort in „Sichern & zurücksetzen“, da dann das Häckchen hinter „Meine Daten sichern“ weg klicken. Hab ich direkt nach Neukauf gemacht und mein Smartphone funktioniert trotzdem prima. Möglicherweise hat man etwas weniger Komfort, aber ich hab bisher nichts vermisst und mir ist es auch wichtiger, dass ich der NSA nicht meine WLAN-Passwörter schenke.

    13. September 2013 22
  • : Zusammenarbeit mit der NSA: Verfassungsschutz hat im letzten Jahr 864 Datensätze übermittelt, Pofalla sagte zwei
    Zusammenarbeit mit der NSA: Verfassungsschutz hat im letzten Jahr 864 Datensätze übermittelt, Pofalla sagte zwei

    tumblr_mrgtwnEq2L1rav45eo1_1280Im letzten Jahr hat das Bundesamt für Verfassungsschutz der amerikanischen NSA ganze 864 Datensätze übermittelt. Das berichten NDR und Süddeutsche unter Berufung auf ein als geheim eingestuftes Papier. Das steht im Widerspruch zu Aussagen von Kanzleramt-Chef Pofalla, der bisher nur zwei Datensätze zugegeben hat.

    NDR und Süddeutsche haben neue Informationen zur Zusammenarbeit von Verfassungsschutz und NSA. Christian Fuchs und John Goetz, NDR:

    Laut des Dokumentes aus dem Innenministerium hat der Verfassungsschutz allein im vergangenen Jahr 864 Datensätze an Nachrichtendienste in den USA geliefert. Darüber hinaus übermittelte das BfV „regelmäßig bewertete Sachverhaltsdarstellungen“ an seine amerikanischen Partner. An britische Geheimdienste wurden 657 „Datenübermittlungen“ im Jahr 2012 gezählt.

    Christian Fuchs, John Goetz und Frederik Obermaier für Süddeutsche:

    Laut dem Papier übermittelte das Bundesamt allein im vergangenen Jahr 864 Datensätze an die Amerikaner. Pikant daran: Der Verfassungsschutz ist ein Inlandsgeheimdienst, er spioniert nur auf deutschem Boden. Es liegt also nahe, dass der Dienst Informationen über in Deutschland ausgespähte Menschen weitergibt.

    Dem als geheim eingestuften Papier zufolge liefert der Verfassungsschutz Daten und bekommt im Gegenzug Informationen und Spionagesoftware aus den Vereinigten Staaten. Allein in den vergangenen vier Jahren soll der deutsche Dienst 4700 Verbindungsdaten aus den USA erhalten haben. Zudem soll es regelmäßige Treffen zwischen Vertretern der NSA und dem Bundesamt geben.

    Noch im Juli sagte der Chef des Bundeskanzleramtes Ronald Pofalla:

    Zum Vorwurf, Daten deutscher Bürger seien an ausländische Nachrichtendienste übermittelt worden, sagte Pofalla, eine massenhafte Weitergabe habe es nicht gegeben. Übermittelt worden seien an die USA nur zwei Datensätze, in denen es um einen bereits seit geraumer Zeit entführten Deutschen gehe.

    Kein Wunder, dass er die Debatte beenden wollte. Jetzt wird’s (hoffentlich) unangenehm für ihn.

    Update: Bereits letzte Woche berichteten wir:

    Auch “Erkenntnisse” aus der Auslandskommunikation schickt der BND an die NSA, nach einem Durchlauf durch die G 10-Kommission. Hier ist leider keine Zahl angegeben. Die Zahl der vom BND übermittelten “Meldungen” im Jahr 2012 sind mehr als 9.000 an Großbritannien und mehr als 4.000 an US-Dienste.

    13. September 2013 18
  • : Fliegende Schweine: Wie die westlichen Geheimdienste Verschlüsselung mit Man-in-the-middle-Angriffen aushebeln
    Fliegende Schweine: Wie die westlichen Geheimdienste Verschlüsselung mit Man-in-the-middle-Angriffen aushebeln

    Die westlichen Geheimdienste betreiben aktive Man-in-the-middle-Angriffe gegen verschlüsselte Internet-Kommunikation, die auch der Iran schon eingesetzt hat. Das geht aus internen Folien hervor, die im Rahmen eines brasilianischen Fernseh-Berichts ausgestrahlt wurden. Gleichzeitig gibt der Nationale Geheimdienstdirektor der USA zu, Wirtschaftsspionage zu betreiben.

    Vor einer Woche erhielt die Öffentlichkeit mit „Projekt Bullrun“ einen kleinen Einblick in die Fähigkeiten der westlichen Geheimdienste, verbreitete Verschlüsselungs-Technologien zu knacken und zu umgehen. Im Bericht des brasilianischen Fernseh-Senders Rede Globo über die Ausspähung der Ölfirma Petrobras sind ein paar weitere Details zu Entschlüsselungsmethoden der Schlapphüte enthalten.

    Man-in-the-middle-Angriffe

    Flying-Pig-MITM-GoogleNeben der Schwächung von Standards, Änderungen an Soft- und Hardware und Zugsamenarbeit mit Unternehmen unternehmen die Dienste demnach auch aktive Man-in-the-middle-Angriffe auf verschlüsselte Verbindungen. Ryan Gallagher hat das für das Online-Magazin Slate nochmal ausgegraben:

    In einigen Fällen haben GCHQ und NSA anscheinend einen aggressiveren und umstritteneren Ansatz gewählt. In mindestens einem Fall haben sie einen Man-in-the-middle-Angriff durchgeführt, um Googles Verschlüsselungs-Zertifikate zu imitieren – und damit die Notwendigkeit der direkten Kooperation mit Google umgangen. Ein Dokument von Fantastico, anscheinend von einer NSA-Präsentation, die auch GCHQ-Slides enthält, beschreibt, „wie der Angriff [auf SSL-verschlüsselten Datenverkehr] durchgeführt wurde“. Das Dokument zeigt mit einem Diagramm, wie einer der Dienste anscheinend Internet-Router gehackt hat, um heimlich gezielten Google-Verkehr umzuleiten und mit einem gefälschten Sicherheits-Zertifikat die Informationen in unverschlüsselten Format abfangen konnte.

    Diese Probleme sind keinesfalls neu. Im letzten Jahr hatte allem Anschein nach der Iran ebenfalls einen Man-in-the-middle-Angriff auf Google-Dienste durchgeführt. Dazu verwendeten sie Zertifikate der gehackten niederländischen Zertifizierungsstelle DigiNotar. Ein weiterer Screenshot belegt jetzt, dass auch die westlichen Dienste „entweder diesen Hack durchgeführt haben oder ihn ausgenutzt haben“, wie Bruce Schneier schreibt. (Was war jetzt nochmal der Unterschied zwischen Iran und USA? Achja, die einen waren ja eine Demokratie!!1)

    13. September 2013 4
  • : Heribert Prantl: Ziviler Ungehorsam gegen digitale Inquisition notwendig
    Heribert Prantl: Ziviler Ungehorsam gegen digitale Inquisition notwendig

    In der aktuellen Südddeutschen Zeitung kommentiert Heribert Prantl die durch Edward Snowden ausgelösten Enthüllungen über die globale Überwachungs-Infrastruktur und ordnet sie in einen historischen Kontext ein, der bis zu Kopernikus zurückreicht: Im Zeitalter der digitalen Inquisition (Noch nicht jetzt online). Sein Plädoyer ist: Jetzt muss was durch eine digitale Bürgerbewegung getan werden, auch mit neuen Formen des zivilen Ungehorsams, bevor wir uns daran gewöhnen, dass einfach alles in unserem Leben überwacht wird:

    Es bedarf einer digitalen Bürgerrechtsbewegung, die sich mit neuen Formen des zivilen Ungehorsams gegen die globale Observation wehrt. Es braucht einen Bewusstseinswandel, der es nicht mehr hinnimmt, dass mit 9/11 ein neues Überwachungszeitalter begonnen hat. Bürger sind nicht die Untertanen eines Überwachungsapparates; sie müssen diesen Apparat (wo er, in eingeschränktem Umfang, notwendig ist) rechtsstaatlich kontrollieren.

    Noch ist die Empörung über die digitale Inquisition zu schwach. Wenn diese Empörung nicht wächst, kann aus der Überwachung Gewohnheit werden. Dann kann es passieren, dass die Generation derer, die nach dem Jahrtausendwechsel geboren ist, die totale Kontrolle ihrer Kommunikation als normalen Preis empfindet, den man dem Internet zu entrichten hat.

    Also macht mal. Und wer gerade keine Zeit und/oder Lust hat, das aber auch für eine gute Idee hält: Man kann auch diejenigen finanziell unterstützen, die das dann stellvertretend machen.

    13. September 2013 8
  • : NSA: Nun auch geheimdienstliches Abkommen mit Israel zum Datentausch
    NSA: Nun auch geheimdienstliches Abkommen mit Israel zum Datentausch

    616px-National_Security_Agency_headquarters,_Fort_Meade,_MarylandDer Guardian berichtet heute von einem neuen Dokument aus Edward Snowdens Fundus, das eine Zusammenarbeit zwischen NSA und dem israelischen ISNU (Israeli Signal Intelligence National Unit) belegt. Das Memorandum ist zunächst nicht verbindlich, sondern beschreibt vielmehr die grundsätzliche Kooperation. Interessanterweise werden laut des Memorandums durch die NSA „raw SIGINT“ (ungefilterte geheimdienstliche Daten) an den israelischen Geheimdienst weitergegeben. Das bedeutet, dass diese Daten nicht durch die NSA überprüft wurden und somit potenziell auch US Bürger betroffen sein können.

    Raw SIGINT is any SIGINT acquired either as a result of search and development, or targeted collection operations against a particular foreign intelligence target before the information has been evaluated for foreign intelligence and minimized. Raw SIGINT includes, but is not limited to, unevaluated and unminimized transcripts, gists. facsimiles, telex, voice and Digital Network Intelligence (DNI) metadata and content.

    11. September 2013 5
  • : Heute Abend im ZDF: World Wide War – Der geheime Kampf um die Daten
    Heute Abend im ZDF: World Wide War – Der geheime Kampf um die Daten

    Heute Abend läuft um 22:45 Uhr im ZDF die 45 Minuten lange Dokumentation „World Wide War – Der geheime Kampf um die Daten“. Anschließend wird die Sendung sicher in der Mediathek sein. Das ist die erste TV-Dokumentation nach den Snowden-Enthüllungen.

    „NSA kann Verschlüsselung im Internet mitlesen“. Kaum eine Woche vergeht ohne weitere Enthüllung durch den ehemaligen NSA Mitarbeiter und Whistleblower Edward Snowden. Spätestens seit bekannt wurde, dass der US-amerikanische Geheimdienst NSA weltweit Zugang zum Telefon- und Internetverkehr hat, scheint es vorbei mit dem unbefangenen Surfen im Internet. Für „World Wide War“ schauen die Autoren Elmar Theveßen, Thomas Reichart, Johannes Hano und Heike Slansky unter die Oberfläche der nach außen so schicken, strahlenden Internetwelt.

    Wir konnten die Sendung bereits vorab sehen. Die Dokumentation ist sehenswert, wenn auch mit kleinen Schwächen. Die Reporter haben eine Menge Menschen interviewt, manchmal vermisst man den roten Faden. Leider ist der Fokus zu sehr auf der NSA, die Briten und andere werden dabei weitgehend vergessen ud Deutschland spielt auch nur als Nebenschauplatz eine Rolle. Was leider kaum thematisiert wurde: Was kann man daraus lernen, was sind die politischen Implikationen, welche Schritte müssen jetzt unternommen werden, um dagegen anzugehen? Trotzdem anschauen, weil ein guter erster Überblick.

    Aber: Warum kommt diese Dokumentation um 22:45 Uhr und wo bleibt der Brennpunkt zur besten Sendezeit?

    11. September 2013 7
  • : Geheimes Überwachungs-Gericht: „Die demokratische Kontrolle der Geheimdienste hat nie effektiv funktioniert“
    Geheimes Überwachungs-Gericht: „Die demokratische Kontrolle der Geheimdienste hat nie effektiv funktioniert“

    Die demokratische Kontrolle der amerikanischen National Security Agency wurde so häufig und systemisch verletzt, dass sie nie effektiv funktioniert hat. Zu diesem Fazit kommt ein Richter des äußerst Überwachungs-freundlichen Foreign Intelligence Surveillance Court in einem von der EFF freigeklagten Dokument. Systematisch wurden Grundrechte verletzt – und die US-Regierung hat schlicht gelogen.

    Auch wenn die Enthüllungen von Snowden erstmals konkrete Beweise vorgelegt haben, die Probleme sind schon lange bekannt. Unsere Freunde bei der Electronic Frontier Foundation versuchen seit Jahren, Dokumente freizuklagen, die den Umgang der US-Regierung mit den gefährlichen Überwachungs-Freibriefen in Patriot Act und Foreign Intelligence Surveillance Act zeigen.

    Nachdem sich die Regierung noch im März vehement gewehrt hat, hat man jetzt – nach Snowden – ein paar Dokumente deklassifiziert und freigegeben. Bei der EFF gibt’s die zwölf PDFs auch durchsuchbar.

    Darin wird offiziell belegt, dass die NSA mit ihrer Überwachungsmaschinerie tausendfach die Grundrechte von US-Bürgern missachtet. Die Washington Post erläutert nochmal die US-Vorratsdatenspeicherung, in der Telekommunikationsanbieter den Diensten seit 2001 täglich alle Verbindungsdaten zur freien Verwendung übermitteln:

    The “bulk records” program began without any court or congressional approval shortly after the Sept. 11, 2001, attacks but was put under court supervision in May 2006 when American phone companies balked at providing the data solely at the request of the executive branch.

    Under the program, the NSA receives daily transfers of all customer records from the nation’s phone companies. Those records include numbers called, the calls’ time and duration, but the content of conversations.

    Beginning in late January 2009, Justice Department officials began notifying the court of problems, in particular that the NSA had been running an automated “alert list” on selected phone numbers without meeting the court-required standard of “reasonable and articulable suspicion” that those numbers were tied to terrorists.

    Die EFF beschreibt, dass von 17.000 mit diesen Daten überwachten US-Bürgern es nur für ein Zehntel einen „begründeten Verdacht“ gab:

    11. September 2013 2
  • : Schweden: ein wichtiger Partner der „Five Eyes“
    Schweden: ein wichtiger Partner der „Five Eyes“

    Seit Mitte Juli gab es erste Vermutungen, nun scheint es bestätigt: Schweden ist der größte, nicht englischsprachige Partner der sogenannten „Five Eyes“ und damit an der weltweiten Überwachung des Kommunikationsverkehrs beteiligt. Laut einem Artikel der schwedischen Zeitung Daghens Nyheter brechen auch schwedische Behörden Gesetze, um große Mengen an Telefon- und Internetdaten abzugreifen, welche dann an ihre Partner weitergeleitet werden.

    Bereits Mitte Juli gab es erste Anzeichen, dass Schweden an der Überwachung der weltweiten Kommunikation durch NSA und GCHQ beteiligt sei. Der britische Investigativjournalist Duncan Campbell hat die Kooperation zwischen Schweden und den „Five Eyes“, einem Zusammenschluss der USA, Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien, nun letzte Woche im EU-Innenausschuss zur Massenüberwachung bestätigt:

    A new organization has joined the „Five Eyes“ and is seen as the largest cooperating partner to [the UK’s] GCHQ outside the English-speaking countries – and that is Sweden.

    10. September 2013 8
  • : Wer hätte 1984 geahnt, dass dies „Big Brother“ ist und dass die Zombies zahlende Kunden sein würden?
    Wer hätte 1984 geahnt, dass dies „Big Brother“ ist und dass die Zombies zahlende Kunden sein würden?

    Der aktuelle Spiegel berichtet über Angriffe der NSA auf gängige mobile PLattformen wie Blackberry, Android und iPhone. Die Recherchen stützen sich auf interne Dokumente der NSA aus dem Snowden-Fundus. Einige Folien hat der Spiegel auch abgebildet, wie diese hier:

    spiegel_1984

    Mit zwei anderen Folien wird dann diese Satz gebildet:

    Who knew in 1984… that this would be big brother… and the zombies would be paying customers?

    Unklar ist, wie die NSA an die Daten auf den Geräten kommen. Möglicherweise über die Backups auf den Desktop-Rechnern (bei iTunes) oder über die Cloud-Infrastrukturen, die Google, Apple & Co anbieten, um Daten zu synchronisieren und abzuspeichern.

    Besonders freuen sich Analysten der NSA über die in Smartphones und vielen ihrer Apps gespeicherten Geodaten, mittels derer sie erkennen können, wann sich ein Nutzer wo aufgehalten hat.

    Die Geodaten werden oft direkt von diversen Apps gespeichert und eine Vielzahl an Apps werden mit Scripten von Smartphones ausgelesen.

    Die „Bequemlichkeit“ der Nutzer werde dafür sorgen, notieren die Analysten, dass die meisten freiwillig zustimmten, wenn sie von Anwendungen gefragt würden, ob diese ihren aktuellen Standort verwenden dürften, heißt es in den Unterlagen der US-Spione.

    Neben Android und iPhone ist auch die Verschlüsselung von Blackberry geknackt worden. Unklar ist noch, wieviel Aufwand die NSA benötigt, gegen Blackberry Nutzer vorzugehen. Unsere Politik betrifft das auch ein wenig:

    Vor nicht allzu langer Zeit hat die Berliner Regierung einen Großauftrag für die sichere mobile Kommunikation in Bundesbehörden vergeben – unter anderem an einen Verschlüsselungsanbieter, der bei der Hardware auf ein vermeintlich an sich schon abhörsicheres Gerät setzt: BlackBerry.

    Aber wie wir heute gelernt haben: Das ist kein Thema der Politik.

    9. September 2013 11
  • : Barack Obama weitete Geheimdienst-Befugnisse 2011 aus um Amerikaner auszuspähen
    Barack Obama weitete Geheimdienst-Befugnisse 2011 aus um Amerikaner auszuspähen

    nsa-squareDie US-Regierung hat im Jahr 2011 unter ihrem Präsidenten Barack Obama die Befugnisse der Geheimdienste ausgeweitet. Ein Geheimgericht hat damals die Regeln zur Internetüberwachung gelockert. Ziel sei es gewesen, dem amerikanischen Auslandsgeheimdienst Werkzeuge in die Hand zu geben, auch US-Bürger überwachen zu dürfen. Das berichtete die Washington Post an diesem Wochenende, mit Bezug auf neu veröffentlichte Dokumente.

    Laut einem Bericht der Washington Post begann die Überwachung von US-Bürgern unter der Regierung Bush. Im Jahr 2008 untersagte ein Gericht den Geheimdiensten jedoch explizit die Überwachung von US-Bürgern. Ein nun veröffentlichtes Dokument belegt jetzt, dass im Jahr 2011 der geheime FISA-Court (FISC) die Befugnisse von Geheimdiensten zur Überwachung von amerikanischen Bürgern wieder ausweitete.

    Der Gerichtsbeschluss erlaubte es den Geheimdiensten demnach einerseits die gesammelten Daten nun 6 statt nur 5 Jahre lang zu speichern. Andererseits wurde den Geheimdiensten aber auch erlaubt, die enorme Menge an gesammelten Daten ohne richterlichen Beschluss nach Kommunikation von US-Bürgern zu durchsuchen.

    Auch wenn die NSA als Auslandsgeheimdienst nicht das Recht besitzt US-Bürger im Inland zu überwachen, wurde ihnen mit dieser Regelung eine „Hintertür“ zur Überwachung gebaut. Kommunikation von US-Bürgern, welche „zufällig“ bei der Überwachung von Ausländern gespeichert wird, darf demnach von den Geheimdiensten ohne Gerichtsbeschluss durchsucht werden.Gregory T. Nojeim, Chefanwalt des Center for Democracy and Technology sieht laut Washington Post die Überwachung von US-Bürgern als von vorne herein geplant an:

    “The government says, ‘We’re not targeting U.S. persons,’[…]. But then they never say, ‘We turn around and deliberately search for Americans’ records in what we took from the wire.’ That, to me, is not so different from targeting Americans at the outset.”

    Die Washington Post attestiert der Regierung Obama mit jener Ausweitung der Befugnisse für Geheimdienste einen „fundamentalen Wandel“:

    The enlarged authority is part of a fundamental shift in the government’s approach to surveillance: collecting first, and protecting Americans’ privacy later.

    Die Ausweitung der Geheimdienst-Befugnisse sei laut Washington Post nahezu vollkommen lautlos im Hintergrund gelaufen, sodass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Im Nachhinein jedoch, könnten Aussagen von zwei demokratischen Senatoren als versteckte Hinweise verstanden werden. Ron Wyden (Oregon) und Mark Udall (Colorado) sagten bereits letztes Jahr, dass ein „back-door search loophole“ existiere, mit dem die NSA die Kommunikation von US-Bürgern überwachen könne. Nach Veröffentlichung der ehemals geheimen Dokumente sagte Wyden gegenüber der Washington Post:

    “Our intelligence agencies need the authority to target the communications of foreigners, but for government agencies to deliberately read the e‑mails or listen to the phone calls of individual Americans, the Constitution requires a warrant.”

    Robert S. Litt, Leiter der Rechtsabteilung im Office of Director of National Intelligence (ODNI), widersprach Wyden jedoch deutlich:

    „If we’re validly targeting foreigners and we happen to collect communications of Americans, we don’t have to close our eyes to that,” Litt said. “I’m not aware of other situations where once we have lawfully collected information, we have to go back and get a warrant to look at the information we’ve already collected.“

    9. September 2013
  • : Philipp Missfelder klärt auf: NSA-Überwachung ist kein Thema der Politik
    Philipp Missfelder klärt auf: NSA-Überwachung ist kein Thema der Politik

    Als würdigen Nachfolger für Ronald Pofalla bei Bewältigung der Aufgabe „Kommunikation des Realitätsverlustes“ bewirbt sich gerade Philipp Missfelder, Vorsitzender der Jungen Union und außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Mit einem Statament in der Tagesthemen kommentierte er die Nachricht, dass die NSA Zugriff auf alle gängigen mobilen Plattformen habe. Aber keine Panik, „das ist kein Thema der Politik“!11

    „Das ist kein Thema der Politik. Die neuen Vorwürfe, die kommen, sind ein Thema zwischen der amerikanischen Regierung, der NSa und den Herstellern. Damit haben wir in Deutschland nichts zu tun und ich sehe auch keine neue Eskalation des Skandals.“

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    Wo ist eigentlich die Wirtschaftslobby, wenn man sie mal braucht?

    9. September 2013 20
  • : Projekt Bullrun: Westliche Geheimdienste knacken und umgehen verbreitete Verschlüsselungs-Technologien
    Projekt Bullrun: Westliche Geheimdienste knacken und umgehen verbreitete Verschlüsselungs-Technologien

    NSA diagramDie westlichen Geheimdienste mindestens aus Amerika und Großbritannien betreiben enormen Aufwand, um verbreitete Verschlüsselungs-Technologien zu knacken und zu umgehen. Das geht aus neuen Leaks aus dem Fundus von Edward Snowden hervor. Das Ziel ist es, die abgehörten Kommunikationsdaten der gesamten Menschheit auch unverschlüsselt verarbeiten zu können – anscheinend haben sie Erfolg.

    Mittlerweile ist allgemein bekannt, das die westlichen Geheimdienste große Teile der weltweiten digitalen Kommunikation sammeln, speichern und auswerten. Manche sehen starke Verschlüsselung als ausreichenden Schutz vor Überwachung, andere nicht. Meldungen, wie dass die NSA verschlüsselte Kommunikation so lange speichert bis sie sie entschlüsseln kann, dass Behörden Verschlüsselungs-Schlüssel von Unternehmen anfordern und dass die Dienste „in bahnbrechende kryptoanalytische Fähigkeiten [investieren], um gegnerische Kryptographie zu knacken und Internet-Verkehr ausnutzen zu können“, schwächen das Vertrauen in Verschlüsselung als wirksame Methode gegen die Massenüberwachung.

    Neue Veröffentlichungen aus dem Fundus von Snowden (der Guardian hat 50.000 Dokumente davon weitergegeben!) kratzen erneut am Image von Verschlüsselung. Guardian, New York Times und ProPublica berichten gemeinsam über Erfolge der Geheimdienste beim Knacken und Umgehen verbreiteter Verschlüsselungs-Technologien:

    Dokumente zeigen, dass die NSA einen Kampf gegen Verschlüsselung führt mit einer Bandbreite an Methoden: Zusammenarbeit mit Unternehmen, Schwächen von Verschlüsselungs-Standards, Design-Änderungen an Verschlüsselungs-Software und das Drängen auf internationale Verschlüsselungs-Standards, von denen sie weiss, dass sie sie brechen kann.

    Als Quelle gibt es drei weitere Seiten aus dem geheimen Haushalt der US-Dienste, sowie ein Briefing Sheet und einen Guide des „Projekts Bullrun“.

    6. September 2013 23
  • : EU-Innenausschuss zur Massenüberwachung: „Echelon war ein Kinderspiel im Vergleich zur aktuellen Überwachung“ [Update]
    EU-Innenausschuss zur Massenüberwachung: „Echelon war ein Kinderspiel im Vergleich zur aktuellen Überwachung“ [Update]

    ep-libe-prismDer „Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres“ des Europäischen Parlaments hat heute verschiedene Journalisten und Experten eingeladen, um deren Einschätzung und Erfahrungen zu den US amerikanischen und britischen Überwachungsprogrammen zu hören. Dazu gibt es ein Programm, einen Livestream und den Hashtag #EPInquiry.

    UPDATE: Der Livestream von gestern ist nun auch offiziell online gestellt worden und kann hier aufgerufen und heruntergeladen werden.

    Wir werden an dieser Stelle auch – so ‚live’ wie möglich – darüber bloggen.

    Eingeladene Gäste sind Jacob Appelbaum, Jacques Follorou (Le Monde) und Alan Rusbridger (Chefredakteur, The Guardian).  Eigentlich hätte auch Glenn Greenwald via Videokonferenz dabei sein sollen – aus ungeklärten Gründen war dies jedoch nicht möglich.

    Rederunde 1: Sachverständige

    Zuerst spricht Jacques Follorou (Journalist bei der franz. Zeitung Le Monde), vor allem über das Überwachungssystem des französischen Auslandsgeheimdienstes.

    Französisches Überwachungssystem ist außerhalb der Kontrolle von Politik und Verwaltung. Geheimdienste haben Überwachungsmöglichkeiten, die eigentlich nur der Exekutive zur Verfügung stehen sollte. Laut Follorou gab es kein großes Echo zum Überwachungsskandal in Frankreich, da die Bevölkerung davon ausgeht, dass es „zum Guten“ geschieht. EU Parlament war hier, seiner Meinung nach, einziger Akteur.

    Follorou spricht außerdem von Machtspielen zwischen USA und Frankreich: Da die USA mehr Ressourcen haben, können sie Frankreichs Überwachungssystem ‚enthüllen’. Außerdem beklagt er, dass es keinerlei Informationen über Abkommen zwischen ISPs und Geheimdiensten gibt.

    Duncan Campbell, der gegen 17Uhr vor dem Ausschuss sprechen wird, hat eben getwittert, dass er neue Enthüllungen hat:

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    5. September 2013 22
  • : Informationen aus dem Kanzleramt: Bundesnachrichtendienst übermittelt NSA noch mehr Daten als bisher bekannt
    BND-Zentrale in Berlin. Lizenz: Creative Commons <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/">BY-SA 3.0 DE</a>.
    Informationen aus dem Kanzleramt: Bundesnachrichtendienst übermittelt NSA noch mehr Daten als bisher bekannt

    Der Bundesnachrichtendienst übermittelt der amerikanischen NSA jeden Monat drei Millionen Telekommunikations-Verkehrsdaten. Das geht aus Informationen des Bundeskanzleramts hervor, die netzpolitik.org über Umwege erfahren hat. Die enge Zusammenarbeit der Auslandsgeheimdienste ist nicht nur in Afghanistan ausgeprägt, in Bad Aibling nutzt der BND sogar Suchbegriffe der NSA.

    Wenn nicht gerade ein neues Dokument aus dem Fundus von Edward Snowden von einem Medium verarbeitet wird, erfahren wir Details zum Spionageskandal immer nur tröpfchenweise. Jetzt konnte netzpolitik.org über Umwege ein paar neue Informationen aus dem Bundeskanzleramt erfahren.

    Geheimdienst-Berichte von der NSA

    Bereits bekannt ist, dass die amerikanische National Security Agency dem deutschen Bundesnachrichtendienst mehrfach Informationen gegeben hat. Dazu zählen unter anderem Informationen, die angeblich geholfen haben, den Aufenthaltsort entführter Deutscher im Ausland zu bestimmen. Die BILD berichtete im Juli, der BND habe „bei Geiselnahmen im Jemen und Afghanistan in den vergangenen Jahren mehrfach gezielt um die von der NSA gespeicherten Internetdaten der Entführten gebeten“.

    Weitere von der NSA an den BND übermittelte Informationen betrafen angeblich verhinderte Terror-Anschläge. Wie viele genau dadurch verhindert wurden, konnte selbst unter Innenminister Friedrich nicht sagen: „Vielleicht waren es mehr Anschläge, vielleicht waren es weniger.“ Laut offiziellen Darstellungen wurden Daten unter anderem über die jeweils vier Männer umfassenden Gruppen Sauerland-Gruppe und Düsseldorfer Zelle übermittelt.

    4. September 2013 5
  • : Pofalla hat sich durchgesetzt: NSA startet Transparenzoffensive
    Opposition will endlich keine Informationen mehr vorbehalten bekommen.
    Pofalla hat sich durchgesetzt: NSA startet Transparenzoffensive

    Unser Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hat im Rahmen seiner „Der NSA-Skandal ist beendet“-Tournee erklärt, dass die Bundesregierung gegenüber der US-Regierung die Deklassifizierung von Dokumenten zwecks Aufklärung durchgesetzt habe. Die NSA hat jetzt eine Transparenzoffensive gestartet und die gewünschten Dokumente verschickt, zumindest an das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) im Deutschen Bundestag, dessen Mitglieder über die Inhalte nicht reden dürfen. Aber offensichtlich können sie über die Nicht-Inhalte twittern, denn das hat Thomas Oppermann, der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion und Mitglied der PKG, als Foto verschickt:

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    Laut Thomas Oppermann ist das nicht die einzige geschwärzte Seite, vielleicht ist es aber auch nur Geheimschrift und ein Ratespiel. Man kann das aber auch so positiv sehen, wie Ronald Pofalla:

    Mit dem eingeleiteten Prozess sei er „sehr zufrieden“. Die amerikanische Seite habe bereits Unterlagen geliefert, die aus der Geheimhaltung gehoben seien und die er nun dem Kontrollgremium vorgelegt habe.

    Könnt Ihr nichts drin lesen? Alexander Svensson hat die Botschaft rausgelesen und ein Video daraus gemacht:

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    4. September 2013 11
  • : Das Neusprech-Lexikon der NSA: Natürlich überwachen wir die gesamte Menschheit, wir behaupten nur das Gegenteil
    Das Neusprech-Lexikon der NSA: Natürlich überwachen wir die gesamte Menschheit, wir behaupten nur das Gegenteil

    Die westlichen Geheimdienste und politisch Verantwortlichen rechtfertigen die größte Überwachungsmaschinerie der Menschheitsgeschichte mit vielen rhetorischen Tricks. Überwachung und Datensammlung seien nicht flächendeckend, Datenspeicherung passiere nur gezielt und von relevanten Daten und verwendet werden sie nur gegen Terror. Bei genauerer Betrachtung entpuppen sich all diese Wortgebilde als Lügen.

    Sowohl das Online-Magazin Slate als auch die Electronic Frontier Foundation haben sich die Neusprech-Rhetorik der Überwacher mal genauer angesehen. An dieser Stelle fassen wir das nochmal übersetzt und angepasst zusammen:

    Neusprech 1: „Vorratsdatenspeicherung ist keine Überwachung“

    Immer wieder wird beiderseits des Atlantiks behauptet, es gäbe keine „flächendeckende Überwachung“ durch westliche Geheimdienste. Wir wissen aber, dass die Dienste eine annähernd vollständige Vorratsdatenspeicherung von Verbindungsdaten betreiben, und zwar von jeder Mail, jedem Anruf, jeder SMS, jedem Chat und jeder anderen Kommunikation, der sie habhaft werden können. Damit erstellen sie ein soziales Netzwerk der gesamten Menschheit. Obwohl Verbindungsdaten noch aussagekräftiger sind als Kommunikations-Inhalte, bezeichnen die politisch Verantwortlichen das nicht als Überwachung, weil man ja die Inhalte nicht anguckt:

    At one point, Mr. Bradbury […] criticized as “not accurate” Mr. Jaffer’s description of the call log program as “surveillance,” saying that term means content collection, not metadata collection.

    Wenn uns also gesagt wird: „Es gibt keine flächendeckende Überwachung“, dann ist damit gemeint: „Wir machen zwar eine flächendeckende Vorratsdatenspeicherung, nennen das aber nicht Überwachung.“

    Neusprech 2: „Daten speichern ist nicht Daten sammeln“

    3. September 2013 13
  • : NSA: Mexiko, Brasilien und Al Jazeera werden auch überwacht
    NSA: Mexiko, Brasilien und Al Jazeera werden auch überwacht

    Laut Glenn Greenwald beweisen Dokumente, die er durch Edward Snowden erhalten hat, dass 2012 der US amerikanische Geheimdienst NSA den damaligen Präsidentschaftskandidaten und heutigen Staatspräsidenten Enrique Peña Nieto überwacht hat. Nietos Mailverkehr wurde mitgelesen, um Auskunft über seine potenziellen Minister zu erlangen. Greenwald sagte außerdem, dass es Hinweise gibt, dass auch Mails der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff mittels XKeyscore bzw. DNI Presenter mitgelesen wurden. Der brasilianische Justizminister Eduardo Cardozo verurteilte die Handlungen der USA aufs schärfste.

    [Dies sei] komplett jenseits des Grads von Vertrauen, das man sich in einer strategischen Partnerschaft entgegenbringt, wie sie die USA und Brasilien pflegen.

    Dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera geht es ähnlich – die NSA knackte auch dessen verschlüsselte Kommunikation.

     

    2. September 2013 2
  • : NSA spionierte französische Regierung aus
    NSA spionierte französische Regierung aus

    Während unsere Bundesregierung immer noch das Märchen erzählt, dass die NSA uns nicht überwacht, vermeldet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe, dass die NSA unser Nachbarland Frankreich ausspionierte.

    Der US-Geheimdienst hatte nach einem Papier aus den Snowden-Leaks 2010 mehrere „sensitive Eingänge“ in das VPN-Netz des französischen Außenministeriums, das Botschaften, Konsulate und Zentrale miteinander vernetze. Dabei suchte man nicht nach Terroristen, sondern interessierte sich „neben der Außenpolitik vor allem (für) die französische Waffenindustrie sowie die wirtschaftliche Stabilität des Landes“.

    Nach der EU-Kommission und der UN nun also Frankreich. Die Nase von Pofalla wird immer länger, wenn er weiterhin erzählt, dass es nichts zu sehen gibt, die Affäre beendet ist und wir garantiert nicht überwacht werden.

    2. September 2013 4
  • : Tempora: Was sagt die Bundesregierung zum britischen Abhörprogramm?
    Tempora: Was sagt die Bundesregierung zum britischen Abhörprogramm?

    945957_10151630230904775_2118599015_nNachdem die Süddeutsche Zeitung und der NDR nach Einblick in Snowden-Dokumente ein Update bezüglich der Überwachungsmaßnahmen des britischen Geheimdienstes GHCQ publizierten, bin ich ja auf die nächsten Äußerungen unserer Bundesregierung gespannt.

    Wird Ronald Pofalla uns wieder erklären, dass es nichts zu sehen gibt, nichts bewiesen sei und er das schriftlich bestätigt bekommen hätte? Was macht eigentlich die EU-Kommission – wird es jetzt Schritte bezüglich eines Vertragsverletzungsverfahren gegen Großbritannien geben, die offensichtlich weite Teile unserer EU-Internetinfrastruktur anzapfen, speichern und wahrscheinlich auch an die USA weiterleiten?

    Und überhaupt, was sagt denn Angela Merkel dazu?

    Wir fragen uns immer noch, was schlimmer ist: Eine Bundesregierung und ihre Nachrichtendienste, die nichts mitbekommen haben (und wo wir die Nachrichtendienste dann ruhig wegen Unfähigkeit schließen könnten) oder eine Bundesregierung, die uns wissentlich nicht die Wahrheit sagt und unsere Freiheit verschenkt?

    29. August 2013 21