Medien
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: Wie die BamS eine Guttenberg-Party inszenierte
: Wie die BamS eine Guttenberg-Party inszenierte Am Freitag, den 10.02. besuchte ich zusammen mit einem Freund den auf Zeit Online angekündigten „Guttenberg Carnival in der ‚Wohngemeinschaft.’ “ Wenige Tage zuvor war Karl-Theodor von und zu Guttenberg in dieser kleinen Kneipe des Berliner Stadtteils Friedrichshain von Anonymous und den „digitalen Konditioren“ bei seinem Versuch, als EU-Berater für Netzfreiheit ein politisches Comeback vorzubereiten, getortet worden.
Die Reaktion der Betreiber, aus dem Medien-Event, das sich in ihren Gemäuern ereignet hatte, einen kleinen PR-Gag zu machen, empfand ich eigentlich als nachvollziehbar und recht sympathisch. Sie hatten sowohl Anonymous- als auch Guttenberg-Masken vorbereitet und auch an kleinen Törtchen bestand kein Mangel. Sogar einen DJ hatte man für den Abend engagiert.Als wir die kleine Bar gegen 21 Uhr betraten, hatten bereits einige Gäste die verteilten Masken vor sich liegen und machten in kleineren Gruppen vereinzelt Scherze über den Plagiator und seine Bloßstellung. Ansonsten aber schienen sie sich auf ihre Gespräche zu konzentrieren, wenn sie gerade nicht vom Personal belästigt wurden, das sie immer wieder aufforderte, mit den Masken für Photos zu posieren.
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: Polit-Neulinge: Erfahrungen mit Journalisten
: Polit-Neulinge: Erfahrungen mit Journalisten NDR-Zapp hat gestern einen Bericht von Daniel Bröckerhoff über „Polit-Neulinge: Erfahrungen mit Journalisten“ gesendet.
Politiker und die Presse – von jeher ein nicht ganz unkompliziertes Verhältnis. Das, was Journalisten berichten, gefällt vielleicht nicht immer. Manch einer glaubt, er könne Berichterstattung beeinflussen, was ihm aber kräftig auf die Füße fallen wird. Bundespräsident Wulff bekommt das gerade deutlich zu spüren. Aber es gibt natürlich genauso Journalisten, die sich im Umgang mit Politikern nicht ganz fair verhalten. ZAPP hat drei junge Abgeordnete besucht, die ganz neu und frisch in der Politik sind, und mit ihnen über ihre Erfahrungen mit den Medien gesprochen. Ein einseitiger Bericht – nämlich rein aus Sicht dieser Politiker.
Das Interview mit Marina Weisband, der politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei, gibt es auch in vollen 26 Minuten auf der Webseite und auf Youtube:
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: Fliegende Autos gibt es erst 2077
: Fliegende Autos gibt es erst 2077 Die New York Times hat eine schöne Visualisierung in Form einer Zeitleiste über die Geschichte und Zukunft unseres Lebens mit Computern. Bargeld haben wir noch bis ins Jahr 2056, dann wird es illegal, ein Jahr später kommt es zu den Robot Wars, aber alles wird gut: Bereits zwanzig Jahre nach den Robot Wars gibt es endlich Fliegende Autos!
Das spannende an dem Projekt: Leser können Vorhersagen machen und andere Leser können dabei helfen, die richtige Zeiteinordnung für die Vorhersage zu bestimmen. Wer möchte, dass die Robot Wars früher beginnen, klickt einfach auf „5 Years earlier“. Tolle Idee und Ausführung. Der universelle Übersetzer für Echtzeit-Kommunikation kommt übrigens in zehn Jahren.
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: MIZ-Förderung für „mutige Formatideen“
: MIZ-Förderung für „mutige Formatideen“ Das MIZ – Medienkompetenz- und Innovationszentrum Babelsberg bietet Unterstützung für „mutige Formatideen“ an. Das richtet sich eher an Studenten und wer was mit Medien spielen will:
Das MIZ-Babelsberg fördert Projektteams bei der Umsetzung spannender und innovativer Programmideen. Ob Web, TV, Radio oder mobile Geräte – Experimente mit allen Plattformen werden gesucht und unterstützt. Ein halbes Jahr lang steht den geförderten Teams die Technik des MIZ-Babelsberg zur Verfügung. Radio- , TV- und Tonstudio sowie Schnittplätze können zur Umsetzung der Idee genutzt werden. Individuelle Coachings nach eigenem Coachingfahrplan sowie ein Startbudget in Höhe von 1000 Euro helfen, den Weg von der Formatidee über den Piloten bis zur seriellen Produktion zu realisieren.
Bewerbung für die Formatförderung im MIZ-Babelsberg:
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: Bild hat die iPads kaputt gemacht
: Bild hat die iPads kaputt gemacht Stefan Niggemeier hat über einen Bericht der Sat1-Sendung „Akte 20.11“ gebloggt: „Akte“ deckt auf: Alle iPads kaputt. Die Redaktion hatte dort die steile These aufgestellt, alle iPads würden kaputt ausgeliefert, weil man für einen Besuch bei bild.de Extra bezahlen müsste. Ein Kurzfazit einer längeren lesenswerten Zusammenverfassung:
Der „Akte“-Beitrag kommt aus einem Bereich des Blöden, in dem die Beklopptheit so groß ist, dass sie an Genialität grenzt, und der genaue Grenzverlauf unklar ist.
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: Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau
: Anti-Google-PR in der Frankfurter Rundschau Das Blog „Digitale Linke“ verweist auf einen Google-kritischen Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau, der von Christoph Waitz geschrieben wurde. Waitz ist Sprecher von ICOMP, einer von Microsoft mitfinanzierten Astroturf-Initiative, die von der PR-Agentur Burson-Marsteller gelenkt wird. Das steht aber nicht in dem FR-Text.
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: MediaCamp 2011: Politische Partizipation im Jahr 2020
: MediaCamp 2011: Politische Partizipation im Jahr 2020 Wer noch nichts in den Sommerferien vor hat: Das „MediaCamp 2011 – Politische Partizipation im Jahr 2020″ ist ein vierwöchiger kostenloser Workshop in Potsdam-Babelsberg, wo man kreativ mit Medien und Netz rumspielen (lernen) kann.
Alle (zukünftigen) Medienmacher, politisch Interessierte und kreativen Visionäre ruft das neue Medieninnovationszentrum (MIZ) in Potsdam-Babelsberg zum „MediaCamp 2011“ auf. In einem vierwöchigen Workshop entwickeln und produzieren bis zu 15 Teilnehmer möglichst unkonventionelle Medieninhalte mit transmedialer und interaktiver Ausrichtung. Unterstützt werden sie dabei von Regisseur Holger Heinrich (u.a. Maybritt Illner und log in) und Kai Krabbenhöft sowie hochkarätigen Referenten aus Politik und Medien. Gesucht werden Studierende höherer Semester/Absolventen aus allen Fachbereichen – v.a. Medienproduktion, Philosophie, BWL/VWL, Politik und Medienwissenschaften etc.
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: Rivva ist zurück
: Rivva ist zurück Rivva.de, ein Aggregations-Dienst für das (meist deutschsprachige) Social Web ist wohl zurück. Frank Westphal schreibt in einem Blog-Posting:
Mit großer Begeisterung kann ich euch mitteilen, dass Rivva heute wieder zum Leben erweckt wird. Nachdem ich den Dienst im Februar aus finanziellen Gründen schließen musste, wurde meine Entscheidung vielerseits bedauert. Ich möchte noch einmal allen danken, die mir in dieser schweren Zeit ihre Hilfe angeboten haben.
Neu dabei ist wohl ein zusätzliches Tracking von Facebook-Aktivitäten, d.h. es spielen nicht mehr nur Verlinkungen aus Blogs oder Twitter eine Rolle, sondern auch Facebook-Shares und ‑Likes.
Rivva.de war Anfang Februar nach einigen Jahren Laufzeit eingestellt worden und seitdem offline.
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: ARTE über Culture-Jamming
: ARTE über Culture-Jamming 30 data-epi-spacing Minuten data-epi-spacing Doku data-epi-spacing auf data-epi-spacing ARTE data-epi-spacing über data-epi-spacing „Culture-Jamming“, data-epi-spacing die data-epi-spacing aktuell data-epi-spacing noch data-epi-spacing in data-epi-spacing der data-epi-spacing Mediathek data-epi-spacing steht:
Die data-epi-spacing Doku data-epi-spacing gibt data-epi-spacing es data-epi-spacing auch data-epi-spacing für data-epi-spacing 13 data-epi-spacing Euro data-epi-spacing als data-epi-spacing DVD data-epi-spacing zu data-epi-spacing kaufen.
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: Gekaufte redaktionelle Beiträge bei Zeitungen
: Gekaufte redaktionelle Beiträge bei Zeitungen Wenn man sich mit Menschen aus der PR-Branche unterhält, erhält man immer wieder Informationen, welche Zeitungen käuflich sind. In der Regel kann man das aber nicht verwenden, weil die Beweise fehlen. Aber trotzdem ist es interessant, um zu erfahren, wie das Mediengeschäft funktioniert. Sebastian Heiser von der Taz hat jetzt mal investigativ recherchiert und als vermeintliche PR-Firma bei einzelnen Zeitungen angefragt, ob redaktionelle Beiträge käuflich sind. Dabei hat er vier schwarze Schafe gefunden. Die Gewinner sind: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Märkische Allgemeine Zeitung und Neues Deutschland.
In einer Vorabmeldung berichtet die taz: Zeitungen verkaufen Einfluss auf Berichterstattung.
Der taz-Reporter war an zehn deutsche Verlagshäuser herangetreten. Er hatte erklärt, er berate Firmen bei der Entscheidung, in welchen Medien sie Anzeigen schalten. Dabei habe er sich darauf spezialisiert, ein „geeignetes Umfeld“ zu finden. Dies gilt in der Branche als ein Codewort für Schleichwerbung. Wenn eine bezahlte Veröffentlichung nicht schon durch ihr Layout als Anzeige zu erkennen ist, muss sie nach den Landespressegesetzen mit dem Wort „Anzeige“ gekennzeichnet werden. Die drei genannten Zeitungen wollten die fraglichen Seiten mit Begriffen wie „Verlagssonderveröffentlichung“, „Anzeigensonderveröffentlichung“ und „Beilage“ kennzeichnen.
Sehr interessant ist die Zusammenfassung von Sebastian Heiser zur rechtlichen Lage im Taz-Rechercheblog. Die kompletten Ergebnisse zu den einzelnen Medien finden sich ebenfalls im Rechercheblog.
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: Offene Standards: Singapur, München, Tagesschau und der Rest der Welt
DFD: Wir schlafen noch und Singapur feiert schon : Offene Standards: Singapur, München, Tagesschau und der Rest der Welt Am heutigen Document Freedom Day feiern Menschen in weltweit über 37 Städten Offene Standards. Das reicht von Workshops über Vorträge und Auszeichnugen bis hin zu ganztägigen Veranstaltungen. Den europäischen DFD-Preis erhiehlt heute Morgen die Stadt München für ihr Projekt LiMux, bei dem auf Offene Standards und Freie Software gesetzt wird. Im Laufe des Tages werden noch mehr Veranstaltungen stattfinden.
In Deutschland wurde Tagesschau.de, die Internetplattform der ARD, für den Einsatz Offener Standards ausgezeichnet. Die Auszeichnung verliehen die Free Software Foundation Europe (FSFE) und der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur e.V. (FFII) dafür, dass die angebotenen Sendungen zusätzlich im offenen Videoformat „Ogg Theora“ verfügbar sind. In Berlin überreichten FSFE und FFII eine Urkunde sowie eine Torte mit der Aufschrift „rOgg On!“ an Sven Bruns, Leiter der Technik von tagesschau.de und den ehemaligen technischen Leiter Willem Froehling. In Hamburg nahm die stellvertretende Redaktionsleiterin von tagesschau.de Sabine Klein die DFD-Torte für die Redaktion entgegen.
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: Wie Facebook eure Freunde vor euch versteckt – und wie ihr das ändern könnt
: Wie Facebook eure Freunde vor euch versteckt – und wie ihr das ändern könnt Wundert ihr euch auch, wieso ihr auf Facebook immer nur mit den selben Menschen interagiert, wieso immer nur dieselben Personen eure Beiträge kommentieren und nur die selben Menschen immer in eurer Timeline auftauchen? Werdet ihr auch von Freunden angesprochen, ob ihr dies oder jenes Posting oder dies oder jenen Link denn nicht gesehen habt, jenen wichtigen Artikel nicht gelesen habt? Fragt ihr euch auch, wie ich, woran das eigentlich liegt oder fällt euch spätestens jetzt auf, dass ihr die letzte Zeit auf Facebook tatsächlich in einer sozialen Blase verbracht habt?
Keine Sorge, eure Freunde sind euch natürlich immer noch treu, sie blocken euch nicht, aber Facebook versteckt eure Freunde vor euch und euch vor ihnen. Mit einer Standardeinstellung werden euch seit geraumer Zeit in eurem Newsfeed offenbar nicht mehr alle, sondern nur noch Postings von bestimmen, ausgewählten Freunden angezeigt. Dies sind natürlich keineswegs die wichtigsten oder eure Liebsten. Es sind schlicht die, mit denen ihr am häufigsten agiert.
Das lässt sich ändern: Scrollt bis zum Ende eures Newsfeeds/eurer Timeline und klickt auf „Optionen bearbeiten“. Ändert die Einstellung für „Zeige Beiträge von:“ von „Freunde und Seiten, mit denen du am häufigsten interagierst“ zu „Alle deine Freunden und Seiten.“ Diese Einstellung kann man auch ändern, indem man auf der Startseite auf „Neueste Meldungen“ klickt und dann den kleinen Pfeil, der rechts daneben erscheint.
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: NPP108: Internet & Revolutionen in arabischen Ländern
: NPP108: Internet & Revolutionen in arabischen Ländern
Es wird wieder Zeit für mehr Netzpolitik-Podcasts, die wir hier in der nächsten Zeit veröffentlichen. Den Anfang macht ein rund 80 Minuten langes Gespräch mit dem freien Journalisten Zahi Alawi, der u.a. als Experte für die arabischen Länder für die Deutsche Welle arbeitet. Mit ihm hab ich mich über die Hintergründe der aktuellen Revolutionen in Tunesien und Ägypten unterhalten und darüber, welche Rolle das Internet dort gespielt hat. Einer der Gründe, warum es gerade in diesen beiden Ländern zu den ersten Revolutionen im arabischen Raum kam, war die steigende Internetnutzung, die in den vergangenen Jahren für viele (junge) Menschen erstmals Zugang zu Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt brachten. Gerade in Ägypten gab es ab spätestens 2005 eine große Zahl an politischen Bloggern. Später nutzten viele Facebook, um sich u vernetzen und zu koordinieren.
Nach Ansicht von Zahi Alawi haben viele Machtinhaber Facebook & Co eher als Datingplattform unterschätzt und nicht gesehen, dass man sich über soziale Medien auch sehr gut vernetzen und politischen Protest organisieren kann. Die Revolutionen selbst wurden durch das Internet vorbereitet, aber während der Ereignisse spielte das Fernsehen durch Sender wie Al Jazeera eine entscheidende Rolle, um weite Teile der Bevölkerung zu informieren.
Das alles und noch viel mehr gibt es in den 80 Minuten Podcast, der als MP3 und OGG auf dem Server liegt.
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: Zum Nachbauen geeignet: Churnalism.com
: Zum Nachbauen geeignet: Churnalism.com Churnalism.com ist ein spannendes Tool aus England, was wir dringend auch mal in Deutschland bräuchten. Die Idee ist einfach erklärt: Per Crowdsourcing kann man journalistische Inhalte dahingehend überprüfen, wieviel davon aus PR-Texten abgeschrieben wurde. Das funktioniert so:
The site compresses all articles published on national newspaper websites, on BBC news, and Sky news online, into a series of numbers based on 15 character strings (using a hash function) and then stores them in a fast access database. When someone pastes in some text and clicks ‚compare’, the churn engine compresses the text entered and then searches for similar compressions (or ‚common hashes’). If the engine finds any articles where the similarity is greater than 20%, then it suggests the article may be churn. Churnalism.com is powered off the back of the database of over three million compressed articles in journalisted.com.
In einem Textfeld kann man Pressemitteilungen von Unternehmen oder Institutionen eingeben und dann schauen, ob und in welchem Umfang Journalisten sich aus dieser Quelle bedient haben. Tolle Idee, wer baut das für Deutschland?
Also los, so schwer dürfte das nicht sein und der gesellschaftliche Mehrwert ist enorm. Falls jemand Lust und Zeit hat, sowas zu entwickeln, helfen wir gerne zu einem späteren Zeitpunkt mit der Finanzierung der Serverinfrastruktur. Daran soll es nicht scheitern.
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: Bilder von Pro-Guttenberg Demonstration in Berlin (Update)
: Bilder von Pro-Guttenberg Demonstration in Berlin (Update) Schafft es eine Facebook-Gruppe mit mehr als 570.000 Unterstützern, den Protest auf die Straße zu bringen? Und wieviele werden da kommen? Das war die spannende Frage der vergangenen Tage, als die rasant wachsende „Wir wollen Guttenberg“-Facebook-Gruppe der Öffentlichkeit zeigen wollte, dass man wirklich hinter dem zurückgetretenen Verteididigungsminister steht. Die Antwort ist recht einfach: Nein.
In Berlin waren mehr Spaßdemonstranten und Journalisten als tatsächliche Guttenberg-Fans auf dem Pariser Platz vor em Brandenburger Tor erschienen. Sie forderten „Monarchie – jetzt oder nie“, „Wir wollen Gutenberg zurück“, „Guttenberg muss Kaiser werden“, „Back for Gutt“ oder „Wir sind Dein Volk“.
Vereinzelt waren auch Thor Steinar – Fans unter den tatsächlichen knapp 30 Pro-Guttenberg-Fans erschienen. Andere Fans trugen Schilder wie „Aufstand gegen die Meinungsmacher“, „Doktor der Herzen“ und „Köpfe ab bei ZDF und ARD“.
Hier ist ein Interview mit dem Demoanmelder:
Update: Es gibt jetzt ein Bekennerschreiben der Hedonistischen Internationalen zur Berliner Demo: Hedonistische Internationale meldete Berliner Pro-Guttenberg-Demonstration an.
Berlin/Hamburg, 5. März 2011 – 500.000 Fans aufs Facebook – und keiner in der Lage eine Demonstration rechtmäßig anzumelden. Aufgrund dieser haltlosen Situation sah sich sich die „Monarchohedonistische Front“ der Hedonistischen Internationale gezwungen, dies als „Initiative Pro Guttenberg“ selbst zu tun. Eine weitere angemeldete Pro-Guttenberg-Demonstration verzichtete daraufhin auf die Durchführung und schloss sich mit ihren erwarten 1000 Teilnehmern der Demonstration der „Initiative Pro Guttenberg“ an.
Der Anmelder Alexander Müller zeigte sich über diesen Schritt zufrieden: „Wir freuen uns sehr über die dadurch gewonnenen zusätzlichen 14 Demonstranten christdemokratischen Hintergrunds.“
Als Zeichen der Freundschaft zu Guttenberg hatte die Initiative Demonstrationsschilder mit Forderungen wie „Jetzt oder nie – Monarchie!“, „Wir sind dein Volk“ , „Back for Gutt“ oder „Guttenberg von Gott gesandt, für unser Deutsches Land“ vorbereitet. Die Christdemonstranten und Guttenberg-Anhänger nahmen diese Schilder dankbar entgegen und gliederten sich in die monarchohedonistischen Reihen ein. Unter ihnen die Junge Union Wuhletal, die mit einem Transparent „Wir sind die Gutten!“ angereist war.
In einer Rede wurde uneingeschränkte Solidarität mit Guttenberg gefordert und klargestellt, dass ein Delikt eines Kavaliers, nur ein
Kavalisiersdelikt sein können. Besonderes Lob galt der Kanzlerin, die über dem vorläufigen politischen Tod Guttenbergs hinaus selbigem die Treue halte.Anmelder Müller weiter: „Ich bin beeindruckt, dass das ganze Volk – von Kommunisten bis Monarchisten – hinter Guttenberg steht. Der 5. März wird als Auftakt und Sternstunde der Kommenden Deutschen Monarchie in die Geschichte eingehen.“
Auch in Hamburg konnten sich Monarchohedonisten in der von der Jungen Union angemeldeten Demonstration Ausdruck verschaffen. Sie wurden von gewaltbereiten Guttenberg-Gegnern, die sich als Junge Union-Anhänger ausgaben, tätlich angegriffen.
Viele schöne Bilder hat auch @fotografiona auf Flickr gepostet. Die Fotos stehten unter der CC-BY-Lizenz und können unter Quellenangabe „Fiona Krakenbürger“ nach den Bedingungen der CC-Lizenz gerne verwendet werden.
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: Guttenberg: Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat?
: Guttenberg: Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat? Robin Mayer-Lucht stellt bei Carta die gewagte These auf, dass Karl-Theodor zu Guttenberg der erste Minister sei, den das Internet gestürzt habe. Das klingt ja erstmal toll und ich würde das ja gerne unterschreiben, aber ich halte die These trotzdem für nicht richtig und für eine gewisse Selbstüberschätzung. Meiner Meinung nach waren das Internet und kollektive Prozesse wie das Guttenplag-Wiki oder andere Aktionen wie die spontan über das Netz organisierte Guttbye-Demonstration am vergangenen Wochenende in Berlin wichtige Bestandteile, die dann zum Rücktritt führten. Aber ohne die traditionellen Medien wäre das so nicht passiert. Die ersten Plagiatsvorwürfe tauchten in klassischen Medien auf. Daraufhin wurde das Guttenplag-Wiki-Projekt gestartet und zusätzliche Plagiatsfälle gefunden. Die Medien berichteten wieder darüber, unzählige Internetnutzer verteilten diese Informationen und Verweise auf journalistische Beiträge und Blog-Artikel über diverse Kanäle wie Twitter, Social Networks und Blogs weiter.
Und dieses Wechselspiel zwischen vierter und fünfter Gewalt finde ich spannend. Denn wir sehen wir eine gewachsene vernetzte neue Öffentlichkeit, wo das Internet nicht mehr wegzudenken ist. Und wir sehen hier auch das große Ende einer unsäglichen Debatte „Blogs vs. Journalisten“, wo selbst den letzten Journalisten aufgefallen sein sollte, dass sich beide Gruppen sehr gut ergänzen.
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: Für Bild werben? „Ich glaube, es hackt“
: Für Bild werben? „Ich glaube, es hackt“ Die Werbeagentur Jung von Matt hatte die tolle Idee, die Band Wir sind Helden für ein Testimonial im Rahmen einer Bild-Werbekampagne anzufragen. Die öffentliche Antwort der Band ist großes Kino. Da deren Server durch den Ansturm zusammen gebrochen ist, spiegeln wir das mal hier:
DIE ANFRAGE
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir sind als Werbeagentur mit der aktuellen BILD-Kampagne betraut, in der wir hochkarätigen Prominenten eine Bühne bieten, ihre offene, ehrliche und ungeschönte Meinung zur BILD mitzuteilen.
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: Das Ende von Rivva?
: Das Ende von Rivva?
Auf der Nachrichten-Aggregations Rivva.de findet man aktuell nur noch eine Grafik des alten Templates und ein Kondolenzbuch. Vor wenigen Tagen hatte der Rivva-Betreiber Frank Westphal bereits einen Monat Sabbatical angekündigt und den Dienst ausgestellt. Nun scheint die Plattform endgültig offline zu gehen, was ich sehr schade finden würde. Rivva bot die vergangenen vier Jahre einen guten Überblick, welche Artikel in Blogs, auf Videoplattformen oder auf Twitter im deutschsprachigen Raum aktuell oft verlinkt und referenziert wurden. Das Ende von Rivva würde eine Lücke hinterlassen, die aktuell von keiner anderen Plattform gefüllt werden könnte.
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: Yochai Benkler: Newspaper of the Future
: Yochai Benkler: Newspaper of the Future Die NPR-Sendung „On the media“ hat Yochai Benkler zur „Newspaper of the Future“ interviewt:
News existed before newsprint. Will it exist after? Of course, according to Yochai Benkler. What we confront, he argues, is a set of practical questions: what do we need in our news? What do we care about? The author of The Wealth of Networks describes our shift from the newspaper we get to the newspaper we seek.
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: Al Jazeera veröffentlicht Palästina-Papiere
: Al Jazeera veröffentlicht Palästina-Papiere Al Jazeera hat heute Abend mit der Veröffentlichung der „Palestine Papers“ begonnen. Dazu gehören wohl 275 Protokolle, 690 interne Emails, 153 Berichte und Studien über die israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen aus den Jahren 1999–2010. Insgesamt über 1600 Papiere sollen in den kommenden drei Tagen veröffentlicht werden. Al Jazeera verspricht einen beispiellosen Einblick in die Nahost-Verhandlungen:
The material is voluminous and detailed; it provides an unprecedented look inside the continuing negotiations involving high-level American, Israeli, and Palestinian Authority officials. Al Jazeera will release the documents between January 23–26th, 2011. They will reveal new details about:
* the Palestinian Authority’s willingness to concede illegal Israeli settlements in East Jerusalem, and to be “creative” about the status of the Haram al-Sharif/Temple Mount;
* the compromises the Palestinian Authority was prepared to make on refugees and the right of return;
* details of the PA’s security cooperation with Israel;
* and private exchanges between Palestinian and American negotiators in late 2009, when the Goldstone Report was being discussed at the United Nations.Al Jazeera möchte keine Details nennen, woher die Quellen stammen. Man erfährt nur, dass sie anscheinend von palästinensischer Seite geleakt wurden. Das spricht dafür, dass dieses Leak nichts mit Wikileaks zu tun hat.
Al Jazeera hat nach Erhalt der Papiere eine Partnerschaft mit dem britischen Guardian gestartet, der ebenfalls die Papiere auf einer Extraseite auswertet. Hier ist ein erster Überblickartikel über die Erkenntnise aus der Auswertung: Secret papers reveal slow death of Middle East peace process.
Das kündigt der Guardian für die kommenden Tage an:

