Medien

  • : Aggressivität im Netz: Wenn der Leser zum Tier wird
    Aggressivität im Netz: Wenn der Leser zum Tier wird

    Auch bei Tagesschau.de macht man sich Gedanken, was man mit den Kommentarspalten anfangen soll: Aggressivität im Netz – Wenn der Leser zum Tier wird.

    In der der Redaktion von tagesschau.de passen Moderatoren auf, dass solche Dinge nicht auf der Seite veröffentlicht werden. Bei bis zu 2000 Kommentaren täglich haben sie gut zu tun. Nicht immer stoßen sie bei ihrer Arbeit auf Verständnis: „Ihr dreckigen Minusmenschen! – Die ihr (…) BEWEISKRÄFTIGE Kommentare, die eure Lügen-Propaganda-Maschinerie ENTLARVEN, blockiert. Ihr gehört an euren Innereien an der Reichstagskuppel aufgehängt!“

    19. November 2014 18
  • : Twitter-Missverständnis im Porno-Sommerloch: Johannes Kahrs vs. Tagesspiegel
    CC-BY-SA <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Johannes_Kahrs?uselang=de#mediaviewer/File:Johannes_Kahrs_Dezember_2008.jpg">Cosmicgirl</a>
    Twitter-Missverständnis im Porno-Sommerloch: Johannes Kahrs vs. Tagesspiegel

    Der Hamburger SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs nutzt seit längerem fleissig Twitter. Das bekam aber kaum jemand mit, weil er nur rund 5000 Follower hat. Bis dann gestern der Tagesspiegel mitten im Sommerloch mit der Story „Porno im Kurznachrichtendienst“ raus kam. Der Vorwurf an Kahrs, Beauftragter der Fraktion für die Belange von Schwulen und Lesben, war die Verbreitung von Pornographie über seinen Twitter-Account.

    Kundige Twitter-Nutzer mussten erstmal mehrfach hinsehen, um den Tatvorwurf zu rekonstruieren. Bei Twitter folgt man anderen Accounts und man sendet selbst. Der Vorwurf an Kahrs war nicht, dass er selbst Pornographie twittert, also sendet, sondern dass er Accounts folgt, die Pornographie senden (hier an ihn). Soweit so langweilig. Nun gibt es noch die weithin ungenutzte Funktion bei Twitter, sich die Timeline anderer öffentlicher Accounts anschauen zu können. Dazu muss man aber erstmal selbst eingeloggt sein. Aber Hand aufs Herz: Wer möchte schon die Timeline von Politikern lesen, die sich vor allem erstmal in einem Parteikosmos bewegen?

    Der Tagesspiegel aber hatte das gemacht, möglicherweise bekam er einen Tip von einem Kahrs-Fan. Dieser ist aufgrund seiner Machtpolitik innerhalb der SPD nicht unumstritten, wie ein Artikel aus der FAZ von 2009 schön beschreibt: Das System Johannes Kahrs.

    Kahrs selbst erklärte in einer ersten Reaktion gegenüber dem Tagesspiegel, dass ihm das nicht aufgefallen sei:

    „Ich folge Gott und der Welt.“ Auf die Frage, ob darunter auch Accounts mit pornografischen Inhalten seien, sagt er: „Kann sein. Ich muss mal nachgucken. Es ist mir noch nicht aufgefallen.“ Wenn es Ärger mache oder Probleme gehe, dann lösche er das wieder. Aber so richtig versteht er die Frage nicht: „Ich finde es nicht wirklich aufregend.“ Wenige Minuten nach einer Anfrage des Tagesspiegels bei der Pressestelle der SPD-Bundestagsfraktion ruft Kahrs vom Handy aus an. Er habe die Liste der von ihm gefolgten Personen bisher „echt noch nicht durchgescrollt“. Einige der Accounts seien „wirklich ein bisschen komisch“ gewesen, gibt er zu.

    Nun folgt Kahrs knapp über 1300 Accounts. Als regelmäßiger Twitter-Nutzer mit über 27.000 abgesendeten Tweets ist die Ausrede „Die Pornographie in der Timeline ist mir nicht aufgefallen“ nun fast die blödeste, die einem einfallen kann. Direkt dazu stehen wäre sicher besser gewesen, aber wer weiß, wie man in einem solchen Fall selbst reagiert hätte.

    Auf Twitter startete dann ein Shitstorm gegen den Tagesspiegel und seinen Mitarbeiter Matthias Meisner, der am Anfang vor allem von SPD-Sympathisanten vorgetragen wurde. Der Vorwurf: Prüderie, ein Weltbild der 50er Jahre, außerdem durch die Blume Schwulenfeindlichkeit und der Vorwurf der Pädophilie.

    Paul Wrusch fasste in der TAZ die Kritik auf Twitter in einem Beitrag zusammen: „Tagesspiegel“ diffamiert SPD-Politiker – Igitt, Männerärsche!

    Das ist nur prüde, der Text ist zudem schlicht diffamierend: „Die abgebildeten Personen sind fast alle Jahrzehnte jünger als Kahrs. Ob sie bereits volljährig sind, lässt sich nicht immer mit Sicherheit sagen“, schreibt Meisner. Alles Spekulation. Aber klar, schwuler Mann guckt sich Bilder von nackten jüngeren Männern an. Obacht, Pädoalarm!
    Es sind Stereotype, die im Jahr 2014 eigentlich überwunden schienen. Doch Meisner ist in den 50er Jahren hängengeblieben.

    Daraufhin legte der Tagesspiegel nochmal nach, um sich und seine Position zu verteidigen: Warum der Account von Johannes Kahrs keine Privatsache ist.

    Es ist dieser Mangel an Sensibilität in einem Bereich, der unter anderem durch das Gesetz eingeschränkt wird. […] Denn das, was viele Menschen als privat begreifen und deshalb dessen Abgrenzung zum Öffentlichen gut heißen, wird bei Kahrs drastisch und ungeschützt über einen Bundestagsbüro-Account abgebildet. Auch Bundestagsabgeordnete dürfen sich Pornos anschauen. Darum geht es nicht. Aber alle, die jetzt so darauf pochen, das sei doch Privatsache, sollten bitten darüber nachdenken: Sollte es dann nicht auch im Privaten bleiben?

    Letztendlich ist das wahrscheinlich alles ein großes Missverständnis im Sommerloch:

    Johannes Kahrs wollte vielleicht nur etwas Auflockerung in seiner Twitter-Timeline, immerhin kann diese in einem Parteikosmos auch ermüdend sein. Er übersah allerdings, dass andere (theoretisch) sehen können, was er da sieht. Hätte er das gewusst, hätte er sich vielleicht einen Privaten-Account zugelegt. Das Phänomen kennt man aus Sozialen Medien: Oftmals ist es Nutzern nicht bewusst, was jetzt auf privat und öffentlich gestellt ist.

    Und der Tagesspiegel denkt immer noch, nur weil jemand bestimmten Accounts folgt, würde man dadurch Pornographie zugänglich machen und hat nicht verstanden, dass diese eher versteckte Twitter-Funktion kaum jemand nutzt. Und: Welche Kinder und Jugendlichen wollen sich freiwillig durch die Timeline eines fast 50-jährigen SPD-Bundestagsabgeordneten lesen?

    29. Juli 2014 26
  • : Meinungsforschung: Wie Homer Simpsons unsere politische Meinung formt
    Meinungsforschung: Wie Homer Simpsons unsere politische Meinung formt

    Hörenswert bei DRadioWissen: Meinungsforschung – Wie Homer unsere politische Meinung formt.

    Der trottelige, phlegmatische und meist völlig inkompetente Homer Simpson ist alles andere als eine politische Leitfigur. Und dennoch beeinflusst er uns mehr, als wir glauben. Nachrichten beeinflussen unser politisches Denken. So weit so schlüssig und auch medienwissenschaftlich belegt – „Priming“ nennt sich die dazugehörige Theorie. Viel mehr als Nachrichten konsumieren wir aber Unterhaltungssendungen. Haben sie auch Einfluss auf unsere politische Meinung? Der Medienwirkungsforscher Carsten Wünsch untersucht, ob und wie fiktionale Medieninhalte sich auf unsere Denken und unsere Meinung auswirken. Im Experiment untersucht er das unter anderem mithilfe der Comicserie „Die Simpsons“.

    Hier ist die MP3.

    27. Juli 2014 6
  • : Nominierung bei den LeadAwards
    Nominierung bei den LeadAwards

    lead_awardVor einem Monat haben wir uns über den Gewinn eines Grimme-Online-Awards in der Kategorie Spezial gefreut. Jetzt sind wir bereits wieder für etwas nominiert worden: Die LeadAwards bezeichnen sich als “Deutschlands führende Auszeichnung für Fotografie, Medien und visuelle Kommunikation” und in der Zeitungs- und Zeitschriftenwelt ist der Preis sehr beliebt.

    Zum dritten Mal dabei

    Wir waren 2007 das erste Mal in der Kategorie „Weblog des Jahres“ nominiert, 2010 haben wir sogar in dieser Kategorie Silber-Urkunde geschenkt bekommen und jetzt wurden wir dieses Jahr in der neuen Kategorie „Independent des Jahres“ nominiert.

    Das freut uns und wir sind gespannt, wann die Einladung zur Preisverleihung kommt und ob wir dieses Jahr wieder eine neue Urkunde für unsere kleine Sammlung bekommen.

    25. Juli 2014
  • : ZDF-Journalist singt für uns der Kanzlerin „Happy birthday“
    CC-BY-SA <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Van_Kampen,_Udo-1834.jpg">Foto-AG Gymnasium Melle</a>
    ZDF-Journalist singt für uns der Kanzlerin „Happy birthday“

    Udo van Kampen ist Journalist und Leiter des ZDF-Studios in Brüssel. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat heute ihren 60. Geburtstag und ist gerade zu Gast in Brüssel beim EU-Rat. Van Kampen nutzte die Chance, ihr auf einer Pressekonferenz heute morgen ein Ständchen zu bringen. Wir mussten erstmal nachschauen, ob van Kampen für die Heute-Show unterwegs ist. Leider nicht. Die BBC hat ein Video davon veröffentlicht und das dürfte heute viral gehen. Wir sind schon auf Mash-Ups gespannt.

    Angela Merkel bedankte sich herzlich dafür: „Da hätte ich mitsingen müssen, dann wäre es besser geworden.“

    17. Juli 2014 8
  • : Filmische Aufbereitung des NSU-Prozesses als Beispiel für die Möglichkeiten des Online-Journalismus
    Filmische Aufbereitung des NSU-Prozesses als Beispiel für die Möglichkeiten des Online-Journalismus

    Die Süddeutsche Zeitung hat letzten Donnerstag ihre Berichterstattung über das erste Jahr im NSU-Prozess um einen eigens produzierten Film erweitert. Der Dialog des Filmes basiert ausschließlich auf O‑Tönen der Verhandlung und beruht auf den Mitschriften der SZ-JournalistInnen Annette Ramelsberger, Tanjev Schultz und Rainer Stadler. Eingebettet ist er in eine als „Digitalreportage“ bezeichnete multimediale Aufbereitung der ersten 71 Verhandlungstage.

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    Es gibt nur wenige vergleichbare Adaptionen von Gerichtsprozessen oder Gerichtprotokollen die einen dokumentarischen Anspruch haben. Beispiele dafür sind unter anderem die Verfilmung der Verhörprotokolle des Serienmörders Fritz Haarmann in „Der Totmacher“ (1995), das Theaterstück über die Auschwitz-Prozesse „Die Ermittlung“ (1965) oder die Begleitung des Pirate-Bay Prozesses in „TPB AFK“ (2013). Ähnlich des Pirate-Bay Filmes hat die SZ ihr Werk von Beginn an ins Internet gestellt (leider nicht unter freien Lizenzen) und damit seine Reichweite maßgeblich erhöht.

    Nach § 169 Satz 2 des Gerichtsverfassungsgesetzes sind öffentliche Ton- und Filmaufnahmen aus Gerichtsälen nicht erlaubt. Eine der Folgen ist, gerade bei Prozessen mit einem hohen öffentlichen Interesse, ein Wissensgefälle zwischen den anwesenden Personen und der Öffentlichkeit. Das Verfahren als Film zu adaptieren, ist dabei eine Möglichkeit, diesem Problem zu begegnen. Nun können alle Menschen mit Internetzugang zumindest einen Teil der Perspektive der JournalistInnen einnehmen. Der Verlauf des NSU-Prozesses, die Argumentationsstrategien der Verteidigung und Anklage, sowie die Aussagen der Betroffenen sind unmittelbarer auswertbar als es bei einer reinen schriftlichen Berichterstattung möglich wäre. Der Beitrag, der damit für eine breitere Diskussion über das NSU-Verfahren geleistet wird, ist groß. Schön zu sehen, wenn Journalismus die Digitalisierung als Möglichkeit begreift, zu einer neuen Form der Öffentlichkeit beizutragen.

    6. Januar 2014
  • : Alternative Medienakademie Wien 7.–17.11.
    Alternative Medienakademie Wien 7.–17.11.

    AlMA-logoVom 7.–17. 11. findet in Wien erstmals die Alternative Medienakademie (AlMA) statt. Das Motto „Wer alternative Medien will, muss sie auch machen“ steht auch für die Struktur hinter der AlMA: selbstorganisiert. Eine Gruppe von Medien‑, Netz- und politische Aktivist_innen hat sich zusammengetan und für den Rahmen gesorgt. Inhalt gibt’s in Workshops und Podiumsdiskussionen zu den vier zentralen Themen

    • Journalistisches Handwerk
    • Diskurs
    • Netzwerke
    • Organisierung

    Damit befindet sich die AlMA genau in der Schnittmenge zwischen Netz, Medien und Bewegung und bietet ein spannendes Programm.

    30. Oktober 2013
  • : Mazedonien: Widerstand gegen geplantes Mediengesetz formiert sich
    Mazedonien: Widerstand gegen geplantes Mediengesetz formiert sich

    Seit Anfang des Jahres existiert ein Entwurf zu einem neuen Mediengesetz in Mazedonien, welches die Kontrolle des Staates über die mazedonischen Medien ausweiten würde. Beobachter und Experten sehen durch den Gesetzesentwurf die freie Meinungsäußerung in Gefahr und befürchten eine Zensur der Medien. Nun formiert sich mit „The Front for Freedom of Expression“, einem Zusammenschluss von neun Bürgervereinigungen, erster Widerstand, der die Rücknahme des Gesetzesentwurfes fordert.

    Bereits Anfang Juni berichteten edri und andere Organisationen über das Vorhaben der mazedonischen Regierung, ein neues Mediengesetz zu verabschieden. Der in der englischen Übersetzung „Law on Media and Audiovisual Media Services“ genannte Gesetzesentwurf, der am 8. April von Ivo Ivanovski, dem mazedonischen Minister für Informationsgesellschaft und Administration, vorgestellt wurde, stieß international jedoch auf heftige Kritik.

    So beklagt edri, dass der Gesetzesentwurf die Ausweitung der staatlichen Kontrolle über die Medien enorm ausweiten würde. Zur Zeit würden nur Rundfunkmedien staatlich kontrolliert, mit dem Argument, dass die Funkfrequenzen über welche die Medien gesendet werden, öffentliche Ressourcen seien. Das neue Gesetz würde nun allerdings auch Online- und Printmedien der Kontrolle des Staates unterwerfen. Wie edri anmerkt, ginge diese Kontrolle weit über die „Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste“ der EU hinaus.

    3. September 2013
  • : Zeitungssterben – Wer zahlt für die Wahrheit?
    Zeitungssterben – Wer zahlt für die Wahrheit?

    „hr2 – Der Tag“ hat gestern über „Zeitungssterben – Wer zahlt für die Wahrheit?“ berichtet und meinte damit Journalismus im Wandel. Im ersten Teil kommen vor allem ältere Printjournalisten zu Wort, die der Meinung sind, dass mit dem Trägermedium Zeitung auch die Demokratie und der Journalismus gefährdet sind, zum Schluß konnte ich nochmal kurz was zum Medienwandel aus einer digitalen Perspektive sagen.

    Traditionszeitungen schrumpfen oder verschwinden. Springer zieht sich aus dem Printbereich zurück. Amazon-Chef Jeff Bezos kauft die Washington Post. An der Krise der Zeitung lässt sich die Krise des Journalismus insgesamt ablesen.

    Hier ist die MP3.

    9. August 2013 2
  • : Radio: Die wundersame Welt der Medienfakes
    Radio: Die wundersame Welt der Medienfakes

    Der Deutschlandfunk hat gestern in seiner Sendung Freistil über „Marsianer in Grover’s Mill! Die wundersame Welt der Medienfakes.“ berichtet.

    Manchmal dienen sie der politischen Manipulation, manchmal sind sie künstlerisches Experiment, und manchmal soll damit einfach nur Geld verdient werden. Im digitalen Zeitalter sind Fälschungen einfach herzustellen. Können wir noch zwischen Fakes und Fakten unterscheiden? Oder verhindern gerade die weltweiten Social-Media-Netze die ungestörte Verbreitung von Medienfakes?

    Hier ist die MP3.

    28. Mai 2013
  • : „Dem kommunikativen Vollrausch folgt ein realpolitischer Kater“
    „Dem kommunikativen Vollrausch folgt ein realpolitischer Kater“

    In einer Studie des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik untersuchten die Soziologinnen Jasmin Siri und Katharina Seßler die Twitter-Accounts von 13 deutschen Politikern und ‚Twitteraktivisten’. Vom 10. September 2012 bis zum 16. November 2012 analysierten sie die Twitternutzung von Peter Altmaier, Sigmar Gabriel, Steffen Seibert, Dorothee Bär, Volker Beck, Steffi Lemke, Bodo Ramelow, Thorsten Schäfer-Gümbel, Christian Soeder, Halina Wawzyniak, Marina Weisband, Julia Schramm und Christopher Lauer. Vier Inszenierungsformen konnten die Soziologinnen ausmachen: Kommunikationen, bei denen die Akteure ausschließlich in ihrer Berufsrolle auftreten („strictly to the role“), die Nutzung von Twitter als Instrument zur „Prozess-transparenz“, die Nutzung, um „sanfte Einblicke in das Leben außerhalb des politischen Alltags zu gewähren („unverfänglich menschlich“) und viertens solche Inszenierungsformen, die tiefe Einblicke ins Privatleben ermöglichen („publicly private“).

    Die Autorinnen raten Politikern, nur zu twittern, wenn sie sich auch wirklich auf die Eigenlogik des Mediums einlassen möchten. Dann sei allerdings auch lockere, parteiübergreifende Kommunikation zwischen politischen Gegnern möglich – eine Besonderheit von Twitter.

    18. April 2013 10
  • : Grundversorgung 2.0: Thesen zur medialen Grundversorgung im Internet-Zeitalter
    Grundversorgung 2.0: Thesen zur medialen Grundversorgung im Internet-Zeitalter

    Grund-Logo5-final21Seit diesem Jahr gibt es zur Finanzierung des Öffentlich-Rechtlichen Systems die Haushaltsabgabe. Damit gibt es wieder eine erneute Diskussion über den Sinn und Unsinn der Öffentlich-Rechtlichen Medien, bzw. über eine Weiterentwicklung des Systems hinein ins 21. Jahrhundert. Das Zentrums für digitale Kulturen an der Leuphana Universität Lüneburg hat als Beitrag zu dieser Debatte mit “Grundversorgung 2.0″ nun „Thesen zur medialen Grundversorgung im Internet-Zeitalter“ vorgelegt.

    Man möchte sich dem Themenfeld in seinen grundlegenden Dimensionen nähern:

    Wenn sich der Grundversorgungs-Auftrag aus seiner demokratiefördernden Funktion begründet und eine qualifiziert Öffentlichkeit herstellen soll, wie muss er sich ändern, wenn sich durch das Internet Demokratie und Öffentlichkeit verändern? Welche Inhalte gehören zur Grundversorgung, welche nicht? Was macht die besondere Qualität öffentlich-rechtlicher Programme im Vergleich zu anderen aus? Wie verhält sich die öffentliche Informations- und Wissensinfrastruktur zur zunehmenden Ökonomisierung? Wie ist es um Medienforschung und Medienpolitik bestellt? Was bedeutet der medientechnologische Wechsel von der Mangelressource Spektrum zu den stetig wachsenden Bandbreiten des Internet für die Regulierung? Wenn das Internet die Erwartungen an Transparenz und Partizipation erhöht hat, wie sieht dann eine gesellschaftliche Repräsentation bei der Organisation öffentlich-rechtlicher Medien im 21. Jahrhundert aus?

    Die 15 Thesen mit zahlreichen Unterthesen sind überaus spannend und diskussionswürdig. Dafür gibt es eine eigene Plattform, um diese auch einzeln diskutieren zu können.

    16. Januar 2013 2
  • : Alternativen für die digitale Öffentlichkeit
    Alternativen für die digitale Öffentlichkeit

    Alternativen für die digitale Öffentlichkeit – Kommerzielles Netz, Öffentlich-rechtliche: Geht’s noch anders?“ war der Schwerpunkt in der Sendung Breitband bei Deutschlandradio Kultur.

    Die Hausbesuche der GEZ-Mitarbeiter werden überflüssig, aber mit dem neuen Beitrag, der für so manchen Haushalt erhöhte Ausgaben bedeutet, stehen die öffentlich finanzierten Medien erneut vor der Aufgabe, sich selbst und ihren Auftrag zu legitimieren. Als Medienmagazin wollen wir nun nachfragen, ob dieser Beitrags-Reform nicht auch neue Angebote folgen müssten.nEin weiteres Thema der Woche schließt sich da an: Dass sich die meisten Leute lieber auf Facebook und anderen kommerziellen Plattformen mitteilen, als zu bloggen. Johnny Häusler von Spreeblick rief dazu auf, das Netz zurück zu erobern.nAndre Zantow fasst für uns die Debatte über Chancen der öffentlich finanzierten Medien und Kritik daran zusammen. Matthias Finger erklärt, wieso das mit dem Nicht-Depublizieren so kompliziert ist – eine Sache, die sich viele wünschen, nämlich dass die Inhalte, die mit Rundfunkgebühren bezahlt werden, eben nicht nach kurzer Zeit wieder aus dem Netz verschwinden.

    Hier ist die MP3.

    Dazu gibt es bei Breitband auf der Webseite auch ein halbstündiges Gespräch zwischen Stefan Heidenreich und Jens Best in voller Länge:

    Wie die digitale Öffentlichkeit und das öffentlich-rechtliche Internet in Zukunft aussehen könnten, diskutieren wir mit dem Medienwissenschaftler Stefan Heidenreich und Politikwissenschaftler Jens Best.

    Hier ist die MP3.

    13. Januar 2013
  • : Kinoumsätze und Megaupload: Kein Schaden durch Filesharing
    Kinoumsätze und Megaupload: Kein Schaden durch Filesharing

    Das Arbeitspapier „Piracy and Movie Revenues: Evidence from Megaupload“ untersucht die Auswirkungen von Filesharing auf die Erlöse an den Kinokassen. Bei derartigen Untersuchungen ist es normalerweise schwierig, an analyserelevante Daten zu kommen, da es kaum Möglichkeiten gibt, eine einzelne Einflussgrösse wie etwa das Filesharing-Verhalten zu isolieren. Externe Schocks wie die überraschende Schliessung der Megaupload-Dateibörse sind daher für Ökonomen ein gefundenes Fressen. Die Autoren Christian Peukert von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Jörg Claussen von der Copenhagen Business School werten deshalb die Veränderung der Kinoverkaufserlöse direkt nach der Schliessung von Megaupload aus. Sie kommen zu dem oberflächlich überraschenden Ergebnis, dass diese nicht zu mehr Einnahmen aus Ticketverkäufen führte, und insgesamt nur geringe Auswirkungen und eher auf weniger bekannte Filme hatte.

    Diese Ergebnisse lösten ein unerwartetes Echo aus und wurden prompt weitgehend misintepretiert. Schlagzeilen wie „Researchers Find Megaupload Shutdown Hurt Box Office Revenues“ landeten auf Slashdot. Dies wiederum weckte die Verwerterlobby, welche prompt mit einem „Stimmt doch gar nicht“-Artikel konterte. Schade eigentlich, weil das Paper zu diesen Schlussfolgerungen überhaupt nicht kommt. Zeit also auseinanderzunehmen, was wirklich drinsteht.

    27. November 2012 19
  • : Zeit.de wird maschinenlesbar und öffnet seine Datenbank
    Zeit.de wird maschinenlesbar und öffnet seine Datenbank

    Bei Zeit.de gibt es jetzt eine offene API, worüber man viele Informationen automatisiert aus der Datenbank abfragen kann. Die API bietet zu Zugang zu allen Texten der Print-Zeit seit 1946 und allen Texten bei Zeit.de seit 1996. Im Open Data-Blog bei Zeit.de erklärt Kai Biermann den Sinn und die Motivation:

    Warum tun wir das? Wir glauben, dass in den hunderttausenden Artikeln noch viele spannende Informationen verborgen sind. Örtliche oder inhaltliche Zusammenhänge, Zeitbezüge – durch eine Verknüpfung können Dinge sichtbar werden, die beim einfachen Lesen nicht unbedingt zutage treten. Beispielsweise durch Visualisierungen. Oder durch Langzeitbeobachtungen. Wie oft tauchte der Begriff “China” in den vergangenen 66 Jahren in unseren Texten auf? Und in welchen Zusammenhängen? Wie hat sich also das China-Bild der Redaktion und vielleicht also auch das deutsche China-Bild in dieser Zeit gewandelt?

    An die Volltexte kommt in der Beta-Phase noch nicht ran, aber individuelle Anfragen kann man bereits stellen (und bekommt dann vielleicht einen Zugang dazu). Mehr Informationen gibt es im Developer-Blog. Auf einem gerade stattfindenden Hackday bei Zeit.de hat Stefan Wehrmeyer ein Wortfindespiel gebastelt.

    Ich bin etwas neidisch und hätte auch gerne eine offene API für die Inhalte dieses Blogs. Wie würde man das denn am sinnvollsten und ohne viel Aufwand bei einem WordPress-Blog machen?

    Zeit Online ist Vermarkter dieses Blogs, aber sonst sind wir getrennt und unabhängig.

    23. November 2012 10
  • : Das Spiegel-Blog
    Das Spiegel-Blog

    Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hat jetzt auch ein Blog, und damit meine ich nicht Spiegel-Online.

    Reden Sie mit uns über den SPIEGEL. Hier im SPIEGELblog stellen wir uns der Diskussion, geben Einblicke in die Arbeit der SPIEGEL-Redaktion und führen Debatten weiter, die der SPIEGEL ausgelöst hat.

    In einem der ersten Artikel zeigen sie auch mal schön, wie man ein Blog einsetzen kann: In dem Beitrag „Der V‑Mann, der Senator und die Offenheit“ veröffentlichen sie ein internes Schreiben des Generalbundesanwalt, u.a. mit der Begründung, im Heft wäre für die sechs Seiten kein Platz gewesen. Das freut nicht nur die Abgeordneten im Berliner Abgeordnetenhaus, die das Schreiben bisher nicht zu sehen bekamen.

    Ein lustiger Kommentar dazu kam von Fiete Steegers auf Twitter: „2012: Das Jahr, in dem sie Kontakt aufnahmen.“

    25. September 2012 1
  • : Beschleunigung in der Politik: Zeit ist Macht
    Beschleunigung in der Politik: Zeit ist Macht

    Ebenfalls in der Zeit findet sich ein Artikel über Beschleunigung in der Politik: Zeit ist Macht. Der ist nicht nur lesenswert, weil nebenbei noch erklärt wird, wie das Netz-Leitmedium SpOn funktioniert:

    Tatsächlich läuft das Meldungsstakkato auf SPON nach einem recht schwarmstiftenden Muster ab. Eine ganze Schar von Hauptstadtreportern ist, bildlich gesprochen, damit beschäftigt, tagsüber die Sauen durchs Dorf zu jagen, die sie morgens selbst losgelassen haben. Jeden Vormittag, so der Anspruch der Redaktion, soll auf dem »HP1« (Homepage-Platz 1) eine eigene Exklusivmeldung stehen. Bis 14 Uhr müssen die Reporter dazu weitere Zitate und Reaktionen eingeholt haben. Aus ihnen wird die sogenannte »Nachdrehe« geschrieben. Danach recherchieren die Redakteure die Nachricht für den nächsten Morgen. Bis 19 Uhr geht die »Analyse« online, ein Text, der zusammenfasst und zuspitzt, wie sich die Nachricht den Tag über entwickelt hat.

    6. August 2012 6
  • : Initiative Nachrichtenaufklärung: Vernachlässigte Nachrichten und Themen 2012
    Initiative Nachrichtenaufklärung: Vernachlässigte Nachrichten und Themen 2012

    Nicht immer kommen die deutschen Medien ihren Erwartungen umfänglich nach. Auch in diesem Jahr wurden wieder wichtige Themen von der „vierten Gewalt“ nicht oder zu selten aufgegriffen. Das sagt die Initiative Nachrichtenaufklärung und präsentiert die Top-vernachlässigten Nachrichten und Themen des Jahres:

    10. Juli 2012 12
  • : Bild dir deine Freiheit
    Bild dir deine Freiheit

    „Bild dir deine Freiheit“ setzt sich künstlerisch kreativ und intelligent in 1:20 Minuten mit dem Phänomen Bild-Zeitung auseinander:

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    Bild dir deine Freiheit from Lisa Ferber on Vimeo.

    (Danke an Tobias)

    8. März 2012 13