Kultur

Beschleunigung in der Politik: Zeit ist Macht

Ebenfalls in der Zeit findet sich ein Artikel über Beschleunigung in der Politik: Zeit ist Macht. Der ist nicht nur lesenswert, weil nebenbei noch erklärt wird, wie das Netz-Leitmedium SpOn funktioniert:


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Tatsächlich läuft das Meldungsstakkato auf SPON nach einem recht schwarmstiftenden Muster ab. Eine ganze Schar von Hauptstadtreportern ist, bildlich gesprochen, damit beschäftigt, tagsüber die Sauen durchs Dorf zu jagen, die sie morgens selbst losgelassen haben. Jeden Vormittag, so der Anspruch der Redaktion, soll auf dem »HP1« (Homepage-Platz 1) eine eigene Exklusivmeldung stehen. Bis 14 Uhr müssen die Reporter dazu weitere Zitate und Reaktionen eingeholt haben. Aus ihnen wird die sogenannte »Nachdrehe« geschrieben. Danach recherchieren die Redakteure die Nachricht für den nächsten Morgen. Bis 19 Uhr geht die »Analyse« online, ein Text, der zusammenfasst und zuspitzt, wie sich die Nachricht den Tag über entwickelt hat.

6 Kommentare
  1. Danke für die Empfehlung. Ich habe den Eindruck, dass sich diese Beschleunigungs-Artikel auch vermehren…

    Spiegel Online ist trotz guter Leute mittlerweile „evil“ geworden. Ich kann diese überspitzten Durchlauferhitzer-Überschriften nicht mehr lesen. Schlimm genug, dass sich alle politisch davon verrückt machen lassen.

  2. Ich finde es bedenklich, dass im Zeitartikel über „Politiker“ geschrieben wird. Gerade im Bezug auf Hektik sollte man zumindest nach Abgeordneten und Ministern unterscheiden. Diese haben nämlich grundsätzlich andere Aufgaben.

    Ich glaube auch, dass sich die Bedeutung des Begriffes „Politiker“ langsam ändert. Und zwar ist doch jeder Politiker, der sich politisch einbringt.

  3. Die Kollegen von „FocusOnline“ heute:

    Zitat:
    „Drogen, Hepatitis, HIV- Griechenland stürzt ab-
    Neue Horror-Droge aus den Erdlöchern Athens“

    Also der beste deutscher „Qualitäts Journalismus“, da wünscht man sich ja fast schon ein „Leistungsschutzrecht“….

  4. Als weitere Lektüre für Interessierte empfehlen sich:

    Hartmut Rosa “Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne” aus 2005
    und sein aktuelles Buch zum Thema: “Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung: Umrisse einer neuen Gesellschaftskritik“

    Und wer sich ein wenig im jungfräulichen Feld der Zeitpolitik suhlen will, findet hier ganz viele Monatshefte des Zeitpolitischen Magazins: http://www.zeitpolitik.de/ZPmagazin.html

  5. I have to comment in English ;) As one who follows the German news media almost as ‚junkie-haft‘ as the next news junkie, I rarely turn to Spiegel :) It’s funny, in order to ‚take the pulse‘ of the European scene, I still ‚believe‘ it paramount to find some substance in the analysis. I know it’s naive, but for that, I turn to FAZ (more seldom but often SZ, and of course, np! :)

    I wonder if the, seemingly same, decline in the Guardian is comparable with the Spiegel :)

  6. Es ist nur einfach so, das diese Politiker der schnellen Weltwirtschaft und ihren Wachstumspräferenzen einfach nicht so schnell nachkommen könne wie sie sie fordern…;-)
    Die Rahmenbedingungen müssen sich einfach ändern, soll heißen das die „Politiker“ den Ton, sprich die Geschwindigkeit vorgeben sollten, nicht umgekehrt…
    @ Spider: Gar nicht dumm dein letzter Absatz….:-))

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