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  • : Bettina Wulff vs Google
    Bettina Wulff vs Google

    Bettina Wulff, die Ehefrau unseres ehemaligen BundesprĂ€sidenten Christian Wulff, geht gegen Berichte in Medien und im Netz vor, die ihr eine Vergangenheit als Prostituierte andichten. Das berichtet heute ganz groß die SĂŒddeutsche Zeitung in ihrer Printausgabe, die uns vorliegt, die wir aber (technisch) nicht verlinken können. Laut der SZ ist Wulff in den vergangenen Monaten schon gegen 34 Medien und Blogger vorgegangen, die UnterlassungserklĂ€rungen unterzeichnen mussten. Bei den Bloggern handelt es sich um den 88-jĂ€hrigen Verschwörungstheoretiker und Klimawandel-LĂŒgner Hartmut Bachmann und die 71-jĂ€hrige Hanna Thiele, die nicht weniger verschwörungstheoretisch unterwegs ist. Die Geschichte ging wohl laut SZ so, dass die in der FDP aktive Thiele das GerĂŒcht aufschnappte und Wulff und FDP-Politiker erbost deswegen anschrieb und nie eine Antwort erhielt. Daraufhin erzĂ€hlte sie es ihrem Bekannten Bachmann, der darĂŒber bloggte und die Geschichte lief dann ĂŒber kreuz.net bis zum Kopp-Verlag und landete auch als GerĂŒcht bei GĂŒnter Jauch. Der Kopp-Verlag musste wohl bereits 10.000 Euro Schadensersatz an Wulff zahlen, bei den anderen sind keine Summen bekannt.

    Soweit, so gut. Interessant wird jetzt, dass Wulff wohl gegen Google vorgehen will, weil die AutovervollstĂ€ndigungs-Funktion bei der Suchmaschine hinter ihrem Namen weiterhin unvorteilhaft ist und suggeriert, dass sie frĂŒher als Prostituierte in einem Escort-Service aktiv gewesen sei:

    Google argumentiert, dass man keinen Einfluss auf die Suchbegriffe nehme und die Ergebnisse die „tatsĂ€chlichen Suchbegriffe aller Nutzer“ widergeben wĂŒrden, wie ein Sprecher der dpa erklĂ€rte. Allerdings gibt es bereits einige Gerichtsurteile in unterschiedlichen LĂ€ndern, wo KlĂ€ger erfolgreich gegen Google deswegen vorgangenen sind. Wir sind auf den weiteren Verlauf des Prozesses gespannt.

    8. September 2012 89
  • : Felix Stalder: Herabstufung von Suchergebnissen wegen Urheberrechtsverletzungen ist „Zensur light“
    Felix Stalder: Herabstufung von Suchergebnissen wegen Urheberrechtsverletzungen ist „Zensur light“

    Die Herabstufung von Suchergebnissen wegen Urheberrechtsverletzungen ist „nichts anderes als Zensur light“. Das sagte der Internettheoretiker Felix Stalder gegenĂŒber iRights.info. Die Electronic Frontier Foundation befĂŒrchtet, dass Webseiten zu unrecht bestraft werden.

    Vor zwei Wochen kĂŒndigte Google an, Webseiten mit Copyright-bedingten Löschanfragen weiter hinten in den Suchergebnissen zu platzieren. Alexander Wragge berichtet auf iRights.info ĂŒber eine EinschĂ€tzung von Felix Stalder:

    „Da die meisten Nutzer nur die vorderen Suchergebnisse berĂŒcksichtigen, ist das nichts anderes als Zensur light“, sagte Stalder am Donnerstag iRights.info. „Entweder ein Angebot ist legal, und dann soll es wie jedes andere behandelt werden, oder es ist von einem Gericht als illegal befunden worden, dann muss man darĂŒber sprechen, ob es ganz aus dem Index verschwinden soll.“

    Auch die EFF ĂŒbt Kritik:

    23. August 2012 11
  • : Private Rechtsdurchsetzung via Google: mehr Löschungen, neuer Suchalgorithmus [update]
    Private Rechtsdurchsetzung via Google: mehr Löschungen, neuer Suchalgorithmus [update]

    Im Bereich privater Urheberrechtsdurchsetzung rĂŒcken Suchmaschinen und damit allen voran Google mehr und mehr ins Zentrum. WĂ€hrend Andre Meister Ende Mai noch von rund 1,3 Millionen gelöschten Suchresultaten im Monat wegen (vermeintlicher) Copyright-VerstĂ¶ĂŸe berichtet hat, waren es im vergangenen Monat bereits 4,3 Millionen. Die Anzahl der Organisationen, die diese Löschungen beantragt haben, stieg jedoch nur von 1.099 auf 1.264, wobei die Recording Industry Association of America (RIAA) inzwischen Microsoft als Spitzenreiter abgelöst hat (vgl. Google-Transparenzreport). Seit Googles Offenlegung seiner Löschungspraktiken scheinen die Rechteinhaber dieses Instrument zur Rechtsdurchsetzung erst so richtig schĂ€tzen gelernt zu haben. Denn fĂŒr die meisten Internetnutzer existieren Seiten praktisch nicht, die in Googles Suchresultaten nicht aufscheinen.

    Die Löschung erfolgt dabei auf US-amerikanischer Rechtsgrundlage, dem Digital Millennium Copyright Act (DMCA), dessen restriktive Bestimmungen so auf der ganzen Welt durchgesetzt werden. In einem gestern veröffentlichten Blogeintrag kĂŒndigte Google nun an, dass dieser DMCA kĂŒnftig eine noch grĂ¶ĂŸere Rolle bei der PrĂ€sentation seiner Suchergebnisse spielen wird. Unter der lapidaren Überschrift „Updating our search algorithms“ heißt es dort (meine Übersetzung):

    Mit Anfang nĂ€chster Woche werden wir ein neues Kriterium fĂŒr die Reihenfolge unserer Suchergebnisse berĂŒcksichtigen: die Anzahl der gĂŒltigen Copyright-bedingten Löschanfragen fĂŒr eine bestimmte Seite. Seiten mit einer hohen Anzahl von Löschanfragen werden weiter hinten in unseren Suchergebnissen aufscheinen.

    WĂ€hrend bislang also einzelne Suchresultate aus den Ergebnissen entfernt wurden, werden hinkĂŒnftig Domains mit vielen solchen Löschanfragen schwerer bei Google zu finden sein. Dass auch Googles Videoplattform YouTube von dieser Maßnahme betroffen sein wird, ist aber wohl kaum zu erwarten.

    11. August 2012 26
  • : ZEIT: Vier Sheriffs zensieren die Welt
    ZEIT: Vier Sheriffs zensieren die Welt

    Die ZEIT hat in ihrer aktuellen Ausgabe eine Titelstory ĂŒber privatisierte neue Öffentlichkeiten durch Apple, Facebook, Amazon, Google & Co: Vier Sheriffs zensieren die Welt.

    Die vier Konzerne definieren das Netz, ĂŒberziehen es mit Weltanschauungen, Moralvorstellungen, Ideen von Gut und Böse. Sie haben eine digitale Welt geschaffen, die mehr an ein autoritĂ€res Disneyland erinnert als an einen wilden Dschungel. Teils aus eigenem Antrieb, teils von Regierungen dazu gezwungen, schaffen sie Fakten und setzen Regeln, die fĂŒr alle gelten sollen. So werden sie immer wieder zu potenten Zensurmaschinen, zu GedankenwĂ€chtern der Gegenwart. Zu Instrumenten der Lenkung.

    6. August 2012 22
  • : Neuer Referentenentwurf: Leistungsschutzrecht fĂŒr Presseverleger wird zur Suchmaschinen-Steuer (Update)
    Neuer Referentenentwurf: Leistungsschutzrecht fĂŒr Presseverleger wird zur Suchmaschinen-Steuer (Update)

    Das Leistungsschutzrecht fĂŒr Presseverleger soll nur noch Suchmaschinen betreffen. Das geht aus einem neuen Entwurf des Justizministeriums hervor, ĂŒber den heise online berichtet. Blogger sollen nicht mehr betroffen sein, das Gesetz trotzdem zeitnah verabschiedet werden.

    Da wir das Dokument derzeit leider nicht selbst haben, sind alle relevanten Informationen bei Stefan Krempl:

    Neu ist die deutliche EinschrĂ€nkung des Schutzbereichs in Absatz 4 von Paragraph 87g. Demnach soll die „öffentliche ZugĂ€nglichmachung von Presseerzeugnissen“ weiter zulĂ€ssig sein, „soweit sie nicht durch die Anbieter von Suchmaschinen“ erfolgt. Zur BegrĂŒndung heißt es nun, dass das skizzierte Leistungsschutzrecht angesichts neuer Rahmenbedingungen fĂŒr Verleger und Nutzer „nur in dem begrenzten Umfang gewĂ€hrleistet werden soll, wie dies zum Schutz berechtigter verlegerischer Interessen erforderlich ist“. Dies betreffe allein „systematische Zugriffe“ auf die Leistungen der Journalherausgeber durch Suchdienste im Netz. Deren GeschĂ€ftsmodell sei nĂ€mlich „in besonderer Weise“ auf RĂŒckgriffe auf Arbeiten der Verleger angewiesen.

    Thomas KnĂŒwer kommentiert:

    Und deshalb, liebe Verantwortliche bei Google, beugen Sie sich dem Leistungsschutzrecht vorab – und listen Sie sĂ€mtliche deutsche Verlage aus. Angesichts der traurigen QualitĂ€t vieler Online-Angebote von Verlagen wĂ€re dies ein hinnehmbarer Schaden – und ohnehin glauben die Verantwortlichen ja, die Menschen strömten in Paid-Content-Modelle. Also, liebe Googler: Just do it!

    Update: Den kompletten Entwurf gibt es jetzt auch als PDF.

    27. Juli 2012 46
  • : Muss Google in Frankreich bald Begriffe zensieren?
    Muss Google in Frankreich bald Begriffe zensieren?

    Die französische Musikindustrievereinigung SNEP und Google streiten sich schon seit geraumer Zeit vor französischen Gerichte darum, ob die AutovervollstĂ€ndigung von Google auch Begriffe wie „torrent“, „megaupload“ oder „rapidshare“ vorschlagen darf. Die SNEP sieht darin eine UnterstĂŒtzung von Copyrightverletzungen und verlangt von Google die Begriffe zu zensieren. Das oberste französische Gericht kassierte nun das letzte Urteil in dem, wie in den Urteilen zuvor, Google das Recht die VervollstĂ€ndigungen anzuzeigen zugesprochen worden war. Eine endgĂŒltige Entscheidung wird nun im Berufungsprozess gefĂ€llt.

    Allerdings filtert Google bereits seit ĂŒber einem Jahr pirateriebezogene Begriffe freiwillig aus:

    We will prevent terms that are closely associated with piracy from appearing in Autocomplete.

    Die Vermutung liegt nahe, dass Google den Prozess fĂŒhrt, um weiterhin selbst entscheiden zu können, welche Begriffe zensiert werden und welche nicht.

    23. Juli 2012 5
  • : British Airways googelt nach Personen und erstellt Dossiers
    British Airways googelt nach Personen und erstellt Dossiers

    Die Fluggesellschaft British Airways möchte mit ihrem Programm „Know Me“ seine Mitarbeiter nach Passagieren googeln lassen und die Daten dann in Dossiers ĂŒber die Personen speichern. Laut Bericht des London Evening Standard stellte die British Airways das Programm „Know Me“ vor wenigen Tagen vor.

    Über die Google Bildersuche sollen Fotos von den FluggĂ€sten gefunden und gespeichert werden – um diese proaktiv erreichen zu können, so British Airways. Auch Probleme zwischen Fluggesellschaft und Passagier sollen erfasst werden – die Fluggesellschaft könne sich dann bei einer erneuten Reise entschuldigen.

    Ziel des Programmes sei es der Fluggesellschaft einen persönlicheren Touch im Umgang mit ihren Kunden zu verleihen so ein Konzernsprecher. Es gehe darum, dass GefĂŒhl nachzuempfinden, wenn jemand in ein Restaurant geht und dort wiedererkannt wird. Geplant seien bis Ende 2012 tĂ€glich rund 4’500 Dossiers an die Besatzung weiterzuleiten.

    Die britische NGO BigBrother Watch kritisiert die Datensammlung und fragt, seit wann denn der Kauf eines Flugtickets mit einer Erlaubnis zu Datenrechereche einhergehe und warum die Fluggesellschaft ihre Kunden denn nicht einfach um die Daten bitte. Dann könnten die Kunden selbst entscheiden, ob sie an dem Programm teilnehmen wollen oder nicht.

    Das Programm „Know Me“ ist leider nur die neue Spitze des Eisberges. Auch bisher sammeln Fluggesellschaften fleissig Daten ĂŒber ihre FluggĂ€ste – bis zu 60 Einzelinformationen werden dabei fĂŒr jeden Reisenden fĂŒr einen einzigen Flug zusammengetragen. Genannt werden die Daten PNR (Passenger Name Record). Diese werden auch an Staaten wie die USA ĂŒbermittelt. Hierzu schlossen EU und USA erst im April ein Abkommen – wir berichteten.

    6. Juli 2012 6
  • : eBook: lesen oder gelesen werden?
    eBook: lesen oder gelesen werden?

    Nach einem Bericht des Wall Street Journals geben eBooks tiefe Einblicke in ihre Leserschaft. Welche Teile eines Buches interessieren einen Leser besonders, welche ĂŒberspringt er? Wie lange braucht der Durchschnittsleser um ein bestimmtes Buch zu lesen? Welche Stellen wurden darin am hĂ€ufigsten markiert? Kauft er das nĂ€chste Buch? Diese und Ă€hnliche Fragen können mit eBooks gelĂŒftet werden.

    Amazon, Barnes & Noble, Apple und Google schauen ihren Lesern beim Schmökern ĂŒber die Schulter. Entweder die Apps der Pads und Handys spionieren den eBook-Lesern hinterher oder die GerĂ€te selbst, wie beispielsweise der Amazon Kindle. Gespeichert werden nicht nur Daten ĂŒber die BĂŒcher, sondern auch wann die Programme aufgerufen, wie lange sie benutzt und welche Suchbegriffe verwendet werden.

    Dass Amazon mit seinem eBook-Reader Kindle seine Kunden ĂŒberwacht ist kein Geheimnis. Um Kindle nutzen zu können mĂŒssen die Kunden darin einwilligen, dass Amazon Daten ĂŒber das Leseverhalten erhebt. Gespeichert und ausgewertet werden die Lesezeichen, die Markierungen, Anmerkungen und Notizen, sowie die letzte Seite die gelesen wurde. Auf dem Kindle kann man sich anzeigen lassen, welche Stellen andere Nutzer hervorgehoben haben – auf der Amazon Webseite kann man sich die am hĂ€ufigsten markierten Stellen ansehen. Was sie sonst noch alles mit den Daten anstellen verrĂ€t Amazon nicht.

    BegrĂŒndet wird der Wissensdurst damit, dass ĂŒber die Leserschaft von BĂŒchern bisher sehr wenig bekannt sei und man ĂŒber die Auswertung des leseverhaltens die BĂŒcher verbessern könne – und bessere BĂŒcher seien schließlich ein Gewinn fĂŒr alle. Kein Wort von Marketing oder Werbung und der Weitergabe von Daten an Dritte.

    Die amerikanische BĂŒrgerrechtsorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) hat den „E‑Book Buyer’s Guide to E‑Book Privacy“ veröffentlicht – dort findet sich ein GerĂ€te und App-Vergleich.

    5. Juli 2012 13
  • : Alternative Suchmaschinen legen zu
    Alternative Suchmaschinen legen zu

    In den vergangenen Monaten konnten gleich mehrere alternative Suchmaschinen enorme NutzerzuwĂ€chse verzeichnen. Spekuliert wird, dass dies mit den Datenschutzskandalen in letzter Zeit zusammenhĂ€ngt, aber auch mit den Änderungen von Google an ihrer Suchmaschine. Die Suchergebnisse von Google werden zunehmend personalisiert, u.a. basierend auf AktivitĂ€ten in anderen Google Diensten, z.B. Gmail oder Google+.

    Bei Ixquick, StartPage und DuckDuckGo gingen die Suchanfragen steil nach oben. Bei DuckDuckGo haben sich die Zugriffe pro Tag auf 1,5 Millionen mehr als verdreifacht. DuckDuckGo erstellt als Ergebnis einer Suchanfrage ein Mashup aus verschiedensten Ergebnissen und gibt in Zero-Click-KĂ€stchen Inhalte aus viel besuchten Webseiten aus, meist Berichte oder kurze Themenzusammenfassungen. Durch eine spezielle Syntax kann man auch nur bestimmte Teile des Webs durchsuchen lassen, z.B. Blogs, eBay
 Ihr GrĂŒnder Gabriel Weinberg sagt zum Thema Privacy: „DuckDuckGo sammelt oder teilt standardmĂ€ĂŸig keine persönlichen Informationen. Das ist kurz gesagt unsere Datenschutzrichtlinie.“ DuckDuckGo bietet sogar einen TOR-Hidden-Service an.

    Auch die Macher von Ixquick konnten in den letzten Monaten einen massiven Anstieg auf 2 Millionen Suchanfragen pro Tag feststellen. Ixquick und StartPage gemein ist das Datenschutzkonzept und die dahinterstehende Firma. Beide speichern keine IP-Adressen und haben auch sonst nichts fĂŒr User-Tracking ĂŒbrig. DafĂŒr bekamen sie ein europĂ€isches Datenschutzsiegel. Die Suche funktioniert unterschiedlich: Ixquick ist eine Metasuchmaschine, die die Anfrage an mehrere Suchmaschinen weitergibt und deren Ergebnisse auswertet. StartPage hingegen gibt die Suchanfrage direkt an Google weiter und gibt die Ergebnisse von Google aus. SSL-VerschlĂŒsselung ist bei allen Dreien standard.

    3. Juli 2012 19
  • : Tracking via HTML5 nimmt zu
    Tracking via HTML5 nimmt zu

    Die kalifornische Berkeley UniversitĂ€t hat den Web Privacy Census vorgestellt, eine Studie ĂŒber Nutzertracking im Internet.

    Mittels dem reichweitenermittler Quantcast wurden die 25’000 beliebtesten Webseiten ermittelt. Diese wurden anschließend von einem Crawler angesurft, der ihr Trackingverhalten untersuchte. 87% setzten Cookies ein, hiervon nutzten 24% eigene Cookies und 76% setzten Dritt-Seiten-Cookies. 9% setzten auf HTML5 Local Storage, einer Technik mit der bis zu mehrere MB Daten im Browser lĂ€ngerfristig gespeichert werden können und weniger als 0,01% nutzten Flash-Cookies.

    Unter den Top 100 Seiten gab es keine, die keine Cookies einsetzte. Unter diesen waren vor allem Google/DoubleClick mit 78% der Seiten deutlich vertreten. Von den Top 100 Seiten setzten 34 auf HTML Local Storage, 13 setzten Flash-Cookies ein.

    Im Vergleich zu Studien aus den Vorjahren sei ein Wechsel von Flash-Cookies zu HTML5 Local Storage festzustellen. Allerdings könne bei diesem nicht mit absoluter Sicherheit gesagt werden, ob es immer zum Nutzertracking eingesetzt werde.

    Das Usertracking negative Auswirkungen auf die Nutzer haben kann, zeigte sich zuletzt in Form des US-Reiseportals Orbitz, welches Mac-Nutzern gezielt teurere Hotelzimmer anbot. Es hatte zuvor festgestellt, das Mac-Nutzer bereit sind mehr Geld fĂŒr Hotelzimmer auszugeben


    2. Juli 2012 12
  • : MitarbeiterĂŒberwachung mit Google App
    MitarbeiterĂŒberwachung mit Google App

    Google hat die App „Google Maps Coordinate“ veröffentlicht. Diese ermöglicht es Unternehmen ihre Mitarbeiter v.a. im Außendienst zu verfolgen – dazu werden die Mitarbeiter auf einer Google-Maps Karte live angezeigt. Dem Mitarbeiter können ĂŒber die App auch Aufgaben ĂŒbermittelt und der Zentrale Daten geschickt werden. Über Google+ ist auch Videochat möglich, zudem ist ein Stumm-Modus aktivierbar, bei welchem keine Positionsdaten ĂŒbertragen werden. Ziel ist es die Mitarbeiter ĂŒberwachen und steuern zu können und so effizienter zu arbeiten. DafĂŒr verlangt Google pro Smartphone 15$/Monat. Die gesammelten Informationen möchte Google bis zu 30 Tage lang speichern.

    28. Juni 2012 12
  • : Google Transparenz-Bericht: Staaten lassen immer mehr löschen
    Google Transparenz-Bericht: Staaten lassen immer mehr löschen

    In seinem halbjÀhrlich erscheinenden Transparenz-Bericht, der den Zeitraum Juli bis Dezember 2011 abdeckt, stellt Google einen weiteren Anstieg staatlicher Zensuranfragen fest:

    Dorothy Chou von Google schreibt im offiziellen Google Blog:

    This is the fifth data set that we’ve released. And just like every other time before, we’ve been asked to take down political speech. It’s alarming not only because free expression is at risk, but because some of these requests come from countries you might not suspect—Western democracies not typically associated with censorship.

    For example, in the second half of last year, Spanish regulators asked us to remove 270 search results that linked to blogs and articles in newspapers referencing individuals and public figures, including mayors and public prosecutors. In Poland, we received a request from a public institution to remove links to a site that criticized it. We didn’t comply with either of these requests.

    Von staatlichen Institutionen aus Deutschland hat Google 103 AntrĂ€ge erhalten. Dadurch sind 1722 Inhalte bemĂ€ngelt worden – 77% davon entfernte Google. Hauptursachen waren laut Google Seiten die gegen das Jugendschutzgesetz verstießen und von der BundesprĂŒfstelle fĂŒr jugendgefĂ€hrdende Medien (BPjM) gemeldet wurden. Dabei sei es vor allem um den Verkauf von Nazi-Memorabilia, extremer Gewalt oder Pornographie gegangen. Nach einem Gerichtsbeschluss musste Google 898 Suchergebnisse, die Äußerungen ĂŒber eine staatliche Behörde und einen ihrer Mitarbeiter enthielten, löschen.

    18. Juni 2012 7
  • : Microsoft lĂ€sst heise-Artikel aus google entfernen
    Microsoft lÀsst heise-Artikel aus google entfernen

    Microsoft hat einen Artikel ĂŒber Windows 8 von heise online aus der Suchmaschine entfernen lassen. BegrĂŒndung: Urheberrechtsverletzung. Heise ließ den Artikel von ihren HausanwĂ€lten ĂŒberprĂŒfen, die keine Urheberrechtsverletzung feststellen konnten. Alle Bilder, Videoclips und verlinkte Software seien allesamt offiziell von Microsoft fĂŒr diese Zwecke zur VerfĂŒgung gestellt worden.

    Heise fasst die Zensurmöglichkeiten durch dieses System wie folgt zusammen:

    Besonders pikant an diesem Fall ist, dass ein Großunternehmen ohne RĂŒcksprache mit dem Urheber einen Presseartikel ĂŒber eigene Produkte aus den Suchergebnissen entfernen ließ. Wir fragten Google, wie das Meldesystem gegen möglichen Missbrauch zur UnterdrĂŒckung von unliebsamen Berichten in der Presse geschĂŒtzt ist. Nach Auskunft von Bremer ist eine manuelle PrĂŒfung angesichts der Vielzahl der FĂ€lle unmöglich. Man setze ein weitgehend automatisiertes Verfahren ein, mit dem Ziel, so wenige unberechtigte Sperrungen wie möglich vorzunehmen. „Wir machen dazu mehr als wir rein rechtlich betrachtet mĂŒssten“, sagte Bremer.

    8. Juni 2012 14
  • : Copyright-VerstĂ¶ĂŸe: Google löscht alle zwei Sekunden ein Suchergebnis
    Copyright-VerstĂ¶ĂŸe: Google löscht alle zwei Sekunden ein Suchergebnis

    Google löscht jeden Monat ĂŒber eine Milliarde Million Ergebnisse aus ihrer Suche. Das berichtet der Konzern in einem Transparenz-Bericht, der tĂ€glich aktualisiert werden soll. Bei 96 Prozent Marktanteil in Deuschland sind diese Inhalte also fĂŒr viele aus dem Internet verschwunden, wegen einem amerikanischen Gesetz.

    Fred von Lohmann, lange Zeit Urheberrechts-Anwalt bei der EFF und seit zwei Jahren bei Google, stellte die neue Initiative gestern auf dem Firmenblog vor. Einerseits will Google so bei der Zivilgesellschaft punkten, das man alles schön transparent macht. Andererseits will man der öffentlichen Debatte eine solide Zahlenbasis liefern, was ja auch nicht selbstverstĂ€ndlich ist. Was er nicht sagt: Google will so auch VorwĂŒrfe entkrĂ€ften, dass man nicht genug gegen Urheberrechtsverletzungen tue.

    TatsÀchlich löscht Google massenhaft Web-Inhalte aus seiner Suchmaschine, was bei . Allein im letzten Monat sollte Google 1.255.402 URLs auf 24.373 Domains aus der Suche entfernen. Das forderten 1.314 Copyright-Inhaber und 1.099 von ihnen Beauftragte. Fast die HÀlfte der Inhalte kommt von Microsoft. Mehr als ein Drittel der Anfragen stellt eine einzige Firma in Microsofts Auftrag. Aber auch das Medienunternehmen NBCUniversal und die britische Musikindustrie sind vorn dabei.

    Die Anzahl der Löschanfragen steigt kontinuierlich an, hier pro Woche:

    25. Mai 2012 15
  • : Peter Schaar zur sogenannten Datenschutzpolitik von Google
    Peter Schaar zur sogenannten Datenschutzpolitik von Google

    Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hat gestern im Rahmen einer Fachtagung zum Thema Datenschutz an der Freien UniversitĂ€t Berlin einen Vortrag zum Thema „Die Neuaufteilung des Internets“ gehalten. Dabei ging es vor allem um die big player wie Google und Facebook, die ihre Marktmacht zunehmend zum Nachteil des Konsumenten beim Thema Datenschutz anwenden.

    Schaar erzĂ€hlte beispielsweise, wie er an einem Freitagabend um 19:30 eine Mail von einem Google-Manager erhalten hat, der um eine Stellungnahme zur neuen „sogenannten“ Datenschutzrichtlinie bat. Schaar bot an, sich am folgenden Dienstag zu unterhalten – allerdings trat an diesem Tag bereits die Richtlinie in Kraft. Google argumentiert seitdem, die DatenschĂŒtzer hĂ€tten Gelegenheit zur Stellungnahme gehabt – eine „Scheinbeteiligung der Datenschutzbehörden“ am Prozess.

    23. MĂ€rz 2012 11
  • : Verbraucherzentrale Bundesverband mahnt Google ab
    Verbraucherzentrale Bundesverband mahnt Google ab

    Google hat zum 1. MĂ€rz seine Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen konsolidiert und zu einer gemeinsamen zusammen gefĂŒgt. Darin sind zahlreiche Formulierungen enthalten, die aus Verbrauchersicht unterschiedlich interpretiert werden können. Daraufhin hat der Bundesverband Verbraucherzentrale nun eine Abmahnung an Google geschickt. Das Unternehmen hat bis zum 23. MĂ€rz Zeit fĂŒr eine Stellungnahme. Wir sind gespannt.

    Die neue DatenschutzerklĂ€rung des Internetkonzerns fasst mehr als 60 verschiedene Richtlinien zusammen. Auf den ersten Blick ist der neue Text ĂŒbersichtlicher und verstĂ€ndlicher formuliert. Allerdings ist er gespickt von Begriffen wie „möglicherweise“, „gegebenenfalls“ oder „unter UmstĂ€nden“. So erfasst Google „möglicherweise gerĂ€tespezifische Informationen und Standortdaten“, „unter UmstĂ€nden werden die personenbezogenen Daten aus den verschiedenen Google-Diensten miteinander verknĂŒpft“. Dem Verbraucher ist es damit nicht möglich, zu erfahren, wozu er seine Zustimmung genau erteilen soll. Zudem werden personenbezogene Daten erfasst, ausgewertet und weiterverarbeitet, ohne dass der Nutzer aktiv einwilligen muss. Nach Auffassung des vzbv fehlt damit eine rechtskonforme DatenschutzerklĂ€rung, die es Verbrauchern ermöglicht, die Kontrolle ĂŒber ihre Daten zu behalten.

    Bevor jetzt Kommentare kommen in Richtung „Aber Abmahnungen sind generell verpönt“: In diesem Fall finde ich die Abmahnung klar gerechtfertigt, weil sie dazu beitragen kann, Rechtsklarheit fĂŒr Verbraucher zu schaffen. Und dafĂŒr sind die Verbraucherzentralen da.

    5. MĂ€rz 2012 11
  • : Google vs Datenschutz – jetzt History löschen!
    Bei Google anmelden
    Google vs Datenschutz – jetzt History löschen!

    Am 1. MĂ€rz wird Google die Daten der Nutzer seiner verschiedenen Dienste miteinander verknĂŒpfen. Zum GlĂŒck hat der Februar dieses Jahr 29 Tage, so dass man heute letztmals die Chance hat, vorher angehĂ€ufte Informationen zu entfernen.

    Einen Aufschub, wie ihn europĂ€ische DatenschĂŒtzer auf Grund von nicht ausgerĂ€umten Unklarheiten fordern, lehnt die Firma ab. Spiegel Online zitiert den zustĂ€ndigen Google-Mitarbeiter Peter Fleischer mit den Worten

    Google hat keine Möglichkeit, die weltweite EinfĂŒhrung unserer neuen Datenschutzregeln zu pausieren.

    Die EFF hat zum Löschen der Daten aus der Suchmaschine eine Anleitung erstellt und weist darauf hin, dass auch nach Löschung und dem Abschalten der Web History weiterhin Daten von Google fĂŒr interne Zwecke gesammelt werden, die auch von Strafermittlungsbehörden angefordert werden können. Einen Teil der persönlichen Daten, die Google sich zusammengesammelt hat, kann man ĂŒbrigens auf https://www.google.com/dashboard einsehen.

    Die etwas kompliziertere Anleitung zum Entfernen der Daten aus YouTube haben wir fĂŒr Nutzer der deutschen Sprachversion hier nachgebaut:

    29. Februar 2012 53
  • : ACTA: Videosperrung war ein technisches Problem
    ACTA: Videosperrung war ein technisches Problem

    Heute morgen verkĂŒndete das österreichische Nachrichtenportal „futurezone.at“, dass das Videoportal Youtube eine Fassung des (stark ĂŒbertriebenen und mit vielen veralteten Facts ausgestatteten) ACTA-AufklĂ€rungsvideos aus unbekannten GrĂŒnden fĂŒr deutsche Nutzer blockiere. Sofort gab es im Netz viele Verschwörungstheorien, dass die GEMA dahinter stecke und unliebsame Informationen unterdrĂŒcken wolle.

    Inzwischen liegt uns eine Stellungnahme von Youtube-Betreiber Google Deutschland vor, die besagt, die Sperrung des Videos sei auf einen Fehler beim Hochladen zurĂŒckzufĂŒhren. Das betreffende Video ist inzwischen auch wieder in Deutschland sichtbar und kann ohne Proxy-Tools angesehen werden.

     

    „Bei einer massiven Menge an Videos auf Youtube und der steigenden Anzahl an Uploads – momentan 60 Stunden Videomaterial in der Minute – können auch bei dem Hochladen manchmal Fehler unterlaufen. Wenn dieses passiert und wir darauf hingewiesen werden, reagieren wir schnellstmöglich, um das Video wieder einzustellen.“

     

    13. Februar 2012 18
  • : Konferenz „Mobiles Internet: Ja, sicher!“
    Konferenz „Mobiles Internet: Ja, sicher!“

    Zum fĂŒnften Mal hat das Verbraucherschutzministerium zusammen mit dem Branchenverband BITKOM anlĂ€sslich des „Safer Internet Days“ zur gemeinsamen Konferenz geladen. Der Schwerpunkt sollte dabei „Mobiles Internet aus Verbrauchersicht“ sein. Ministerin Ilse Aigner startete die Veranstaltung mit einem Vortrag, in dem sie die Aufgabe der Politik gegenĂŒber dem Verbraucher mit dem GewĂ€hrleisten von sowohl Sicherheit wie auch Selbstbestimmung umriss und erneut die Neufassung der europĂ€ischen Datenschutzverordnung lobte. Als grundsĂ€tzliche Regeln des reformierten Datenschutzes nannte sie die Einwilligung in die Datenverarbeitung durch den Konsumenten, das right to be forgotten und datenschutzfreundliche Voreinstellungen. Durch die Harmonisierung des europĂ€ischen Rechts ergĂ€ben sich fĂŒr Unternehmen Einsparungen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro. Auch die Button-Lösung, die gestern bei einer Expertenanhörung im Bundestag Anklang gefunden hatte, wurde von ihr gelobt.

    BITKOM-PrĂ€sident Dieter Kempf warnte vor Überregulierung und gab sowohl in seinem Vortrag wie auch spĂ€ter in einer Podiumsdiskussion zu verstehen, dass er sich wenig Schlimmeres vorstellen kann als dass nicht nur soziale Netzwerke, sondern auch andere Unternehmen auf Wunsch des Kunden portierbare Daten herausrĂŒcken mĂŒssten. Mir ist ehrlich gesagt nicht so richtig klar, was der Anlass fĂŒr diese BefĂŒrchtungen ist, ein entsprechendes Gesetzesvorhaben ist mir jedenfalls nicht bekannt. Außerdem klingt die Idee fĂŒr den Verbraucher eigentlich ganz nett, auch wenn das fĂŒr die von Kempf vertretenen Unternehmen natĂŒrlich Mehraufwand bedeutet.

    Ein bißchen ins Kreuzfeuer geriet Wieland Holfelder, seines Zeichens Engineering Director & Site Lead von Google, der sich sehr bemĂŒhte, das Publikum davon zu ĂŒberzeugen, dass seine Firma immernoch nicht „evil“ sei.

    Vermisst wurde bei der Veranstaltung ĂŒbrigens Wiglaf Droste, der als satirischer Zwischenrufer vorgesehen war, aber nicht auftauchte.

    7. Februar 2012 2
  • : Google will User komplett ĂŒberwachen
    Google will User komplett ĂŒberwachen

    Google hat angekĂŒndigt, ab dem 1. MĂ€rz 2012 eine geĂ€nderte Datenschutzrichtlinie und AGB zu verwenden. Diese sollen laut einem Blog-Post der Google-Datenschutzchefin Alma Whitten die ĂŒber 70 verschiedenen Dokumente ersetzen, die PrivatsphĂ€re und Datenschutz in den einzelnen Google-Diensten regeln. Im Kern besagen die neuen Richtlinien, dass Nutzerdaten der verschiedenen Google-Dienste wie der Google Plus, Maps, News, Youtube oder Picasa, aber auch Geodaten von verbundenen Android-Smartphones verknĂŒpft und aufgezeichnet werden. Dies fĂŒhrt angeblich zu einer besseren Internet-Erfahrung, da diverse persönliche Informationen in die Suchkriterien einbezogen werden können. So könne man zum Beispiel einfacher bestimmen, ob ein User mit dem Stichwort „Apple“ die Firma oder das Obst meine und entsprechende Suchergebnisse vorziehen. Auch fĂŒr ein gezielteres Einblenden von Werbung sollen die Daten genutzt werden.

    Our new Privacy Policy makes clear that, if you’re signed in, we may combine information you’ve provided from one service with information from other services. In short, we’ll treat you as a single user across all our products, which will mean a simpler, more intuitive Google experience.

    Die Nutzer bekommen allerdings keine Gelegenheit, den neuen Regeln zu widersprechen. Das einzige, was gegen die Datensammlung hilft, ist das konsequente ausloggen aus allen Google-Diensten sowie das Löschen aller Cookies.

    Google will so offenbar zu sozialen Netzwerken wie Facebook aufschließen, die bereits seit lĂ€ngerem Profile ihrer Nutzer anlegen. Ob die neuen Richtlinien mit den geplanten Änderungen der EU-Datenschutzverordnung ĂŒbereinstimmen, wird zu klĂ€ren sein. Dass die Vorteile einer besser personalisierten Werbung angesichts stĂ€ndig steigender Nutzerzahlen von Werbefiltern wie AdBlock Plus (150 Mio. Downloads) zum Tragen kommen, darf allerdings bezweifelt werden.

    25. Januar 2012 50