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eBook: lesen oder gelesen werden?

Nach einem Bericht des Wall Street Journals geben eBooks tiefe Einblicke in ihre Leserschaft. Welche Teile eines Buches interessieren einen Leser besonders, welche überspringt er? Wie lange braucht der Durchschnittsleser um ein bestimmtes Buch zu lesen? Welche Stellen wurden darin am häufigsten markiert? Kauft er das nächste Buch? Diese und ähnliche Fragen können mit eBooks gelüftet werden.


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Amazon, Barnes & Noble, Apple und Google schauen ihren Lesern beim Schmökern über die Schulter. Entweder die Apps der Pads und Handys spionieren den eBook-Lesern hinterher oder die Geräte selbst, wie beispielsweise der Amazon Kindle. Gespeichert werden nicht nur Daten über die Bücher, sondern auch wann die Programme aufgerufen, wie lange sie benutzt und welche Suchbegriffe verwendet werden.

Dass Amazon mit seinem eBook-Reader Kindle seine Kunden überwacht ist kein Geheimnis. Um Kindle nutzen zu können müssen die Kunden darin einwilligen, dass Amazon Daten über das Leseverhalten erhebt. Gespeichert und ausgewertet werden die Lesezeichen, die Markierungen, Anmerkungen und Notizen, sowie die letzte Seite die gelesen wurde. Auf dem Kindle kann man sich anzeigen lassen, welche Stellen andere Nutzer hervorgehoben haben – auf der Amazon Webseite kann man sich die am häufigsten markierten Stellen ansehen. Was sie sonst noch alles mit den Daten anstellen verrät Amazon nicht.

Begründet wird der Wissensdurst damit, dass über die Leserschaft von Büchern bisher sehr wenig bekannt sei und man über die Auswertung des leseverhaltens die Bücher verbessern könne – und bessere Bücher seien schließlich ein Gewinn für alle. Kein Wort von Marketing oder Werbung und der Weitergabe von Daten an Dritte.

Die amerikanische Bürgerrechtsorganisation EFF (Electronic Frontier Foundation) hat den „E-Book Buyer’s Guide to E-Book Privacy“ veröffentlicht – dort findet sich ein Geräte und App-Vergleich.

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13 Kommentare
    1. Das sind Daten, die zum Teil nur an deine IP gekoppelt sind, teilweise lässt sich das Tracking auch verhindern. Bei einem Kindle kann ich nicht einfach so die Software anpassen oder mir ein Privacy-Addon installieren.

      1. Dafür können diese Drittanbieter auch Profile von Nutzern erstellen, die weit über eine das Wissen vom Besuch einer Seite hinausgehen, da deren Seiteninhalte auch auch auf anderen Seiten eingebettet werden.

        Außerdem ist speziell der Fall der Buttons von proprietären Netzwerken, deren Ziel es in erster Linie ist, die Kommunikationsinfrastruktur zu monopolisieren, bedauerlich.
        Für diese somit Werbung zu schalten und ihnen zu erlauben Besucher dieser Seite zu tracken, die garnichts mit ihnen zu tun haben wollen, läuft dem Ziel einer freien, nicht-zensierten, dezentral organisierten und selbstbestimmten Kommunikation, wie sie ja eigentlich von netzpolitik.org vertreten wird, zuwider.

  1. Schön getrollt Freunde, aber es sei Euch verziehen, es ist ja Freitag!

    Gegen den Dreck auf dieser Seite kann man sich zur Wehr setzen, gegen die umfangreiche Schnüffelei von Amazon nicht!

    Denkfreies Wochenende wünsche ich…

  2. Hallo,
    also ich finde diese Diskussion jetzt etwas übertrieben.

    Jeder User kann beim Kindle selbst entscheiden ob seine Daten
    synchronisiert werden oder nicht. WLAN und UMTS können beim Kindle ausgeschaltet werden und die Bücher per USB auf das Gerät übertragen werden.

    Ich nutze den Sync jedoch aus Bequemlichkeit. So kann ich Bücher direkt nach dem Kindle auf meinem iPad oder iPhone weiter lesen ohne das ich mir merken muss, wo ich doch war. Dieser Service zahle ich gerne mit den Daten über meinen Lesestand.

  3. Danke für den wirklich interessanten Artikel, auch die Überwachung bei Smartphone, Handys, Navigationsgeräte und selbst bei Digitalkameras ähnlich heftig ist. Ich denke, der gläserne Mensch ist längst Wirklichkeit. Der eBook Reader ist nun auch egal ;-)

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