Bettina Wulff, die Ehefrau unseres ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff, geht gegen Berichte in Medien und im Netz vor, die ihr eine Vergangenheit als Prostituierte andichten. Das berichtet heute ganz groß die Süddeutsche Zeitung in ihrer Printausgabe, die uns vorliegt, die wir aber (technisch) nicht verlinken können. Laut der SZ ist Wulff in den vergangenen Monaten schon gegen 34 Medien und Blogger vorgegangen, die Unterlassungserklärungen unterzeichnen mussten. Bei den Bloggern handelt es sich um den 88-jährigen Verschwörungstheoretiker und Klimawandel-Lügner Hartmut Bachmann und die 71-jährige Hanna Thiele, die nicht weniger verschwörungstheoretisch unterwegs ist. Die Geschichte ging wohl laut SZ so, dass die in der FDP aktive Thiele das Gerücht aufschnappte und Wulff und FDP-Politiker erbost deswegen anschrieb und nie eine Antwort erhielt. Daraufhin erzählte sie es ihrem Bekannten Bachmann, der darüber bloggte und die Geschichte lief dann über kreuz.net bis zum Kopp-Verlag und landete auch als Gerücht bei Günter Jauch. Der Kopp-Verlag musste wohl bereits 10.000 Euro Schadensersatz an Wulff zahlen, bei den anderen sind keine Summen bekannt.
Soweit, so gut. Interessant wird jetzt, dass Wulff wohl gegen Google vorgehen will, weil die Autovervollständigungs-Funktion bei der Suchmaschine hinter ihrem Namen weiterhin unvorteilhaft ist und suggeriert, dass sie früher als Prostituierte in einem Escort-Service aktiv gewesen sei:
Google argumentiert, dass man keinen Einfluss auf die Suchbegriffe nehme und die Ergebnisse die „tatsächlichen Suchbegriffe aller Nutzer“ widergeben würden, wie ein Sprecher der dpa erklärte. Allerdings gibt es bereits einige Gerichtsurteile in unterschiedlichen Ländern, wo Kläger erfolgreich gegen Google deswegen vorgangenen sind. Wir sind auf den weiteren Verlauf des Prozesses gespannt.
