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  • : Facebook: Änderung der Nutzungsbedingungen macht Nutzer endgültig zu Werbeträgern
    Facebook: Änderung der Nutzungsbedingungen macht Nutzer endgültig zu Werbeträgern

    Facebook hat wieder einmal seine „Datenverwendungsrichtlinien“ und seine “‎Erklärung der Rechte und Pflichten“ aktualisiert. Wenig überraschend gehen die Änderung zu Lasten der Nutzer und dass in teils drastischer Art und Weise. So möchte Facebook die Daten der Nutzer weiter kommerzialisieren, indem sie für die Schaltung von Werbung genutzt werden dürfen.

    Die entscheidende Änderung findet sich in Ziffer 10 der überarbeiteten “‎Erklärung der Rechte und Pflichten“:

    10. Über Werbung und andere kommerzielle Inhalte, die von Facebook zur Verfügung gestellt oder aufgewertet werden

    Unser Ziel ist es, Werbeanzeigen und sonstige kommerzielle bzw. gesponserte Inhalte, die für unsere Nutzer und Werbetreibenden wertvoll sind, zur Verfügung zu stellen. Um uns dabei zu helfen, erklärst du dich mit Folgendem einverstanden:

    1. Du erteilst uns deine Erlaubnis zur Nutzung deines Namens, Profilbilds, deiner Inhalte und Informationen im Zusammenhang mit kommerziellen, gesponserten oder verwandten Inhalten (z. B. eine Marke, die dir gefällt), die von uns zur Verfügung gestellt oder aufgewertet werden. Dies bedeutet beispielsweise, dass du einem Unternehmen bzw. einer sonstigen Organisation die Erlaubnis erteilst, uns dafür zu bezahlen, deinen Namen und/oder dein Profilbild zusammen mit deinen Inhalten oder Informationen ohne irgendeine Entlohnung für dich zu veröffentlichen. Wenn du eine bestimmte Zielgruppe für deine Inhalte oder Informationen ausgewählt hast, werden wir deine Auswahl bei deren Nutzung respektieren. Solltest du jünger als achtzehn (18) Jahre alt sein bzw. gemäß einer anderen gesetzlichen Altersgrenze als minderjährig gelten, versicherst du, dass mindestens ein Elternteil bzw. Erziehungsberechtigter den Bedingungen dieses Abschnitts (sowie der Verwendung deines Namens, Profilbilds, deiner Inhalte und Informationen) in deinem Namen zugestimmt hat.
    2. Wir geben deine Inhalte und Informationen nicht ohne deine Zustimmung an Werbetreibende weiter.
    3. Du verstehst, dass wir bezahlte Dienstleistungen und Kommunikationen möglicherweise nicht immer als solche kennzeichnen.
    4. September 2013 17
  • : Willst du einen Kredit? Aber nur, wenn uns deine Facebook-Freunde passen und du uns in deinen PayPal Account lässt
    Willst du einen Kredit? Aber nur, wenn uns deine Facebook-Freunde passen und du uns in deinen PayPal Account lässt

    kreditechVor einem Jahr machten Berichte die Runde, wonach die Wirtschaftsauskunftei Schufa Facebook-Daten sammeln will. Nach einem Aufschrei wurde das Projekt „angesichts mancher Missverständnisse in der Öffentlichkeit“ gestoppt. Doch längst haben andere Firmen das aufgenommen und fortgeführt, was die Schufa damals angekündigt hat.

    Katie Lobosco berichtet auf CNN Money: Facebook Freunde könnten deine Kreditwürdigkeit verändern.

    One such company, Lenddo, determines if you’re friends on Facebook with someone who was late paying back a loan to Lenddo. If so, that’s bad news for you. It’s even worse news if the delinquent friend is someone you frequently interact with.

    Auch eine Firma aus Hamburg ist dabei: Kreditech wertet bis zu 8.000 Daten aus, auf der Webseite gleich als „alles das online gefunden werden kann“ beschrieben:

    In addition to data from Facebook, eBay or Amazon accounts. Kreditech also gathers information from the manner in which a customer fills out the online application. For example, your chances of getting a loan improve if you spend time reading information about the loan on Kreditech’s website. If you fill out the application typing in all-caps (or with no caps), you’re knocked down a couple pegs in Kreditech’s eyes.

    Kreditech can determines your location and considers creditworthiness based upon whether your computer is located where you said you live or work.

    Den dritten beschriebenen Dienst muss man in seine Online-Bezahl-Accounts einloggen lassen:

    Borrowers grant Kabbage access to their PayPal, eBay and other online payment accounts, disclosing real-time sales and delivery information. The company says it can determine a business’ creditworthiness and put money into its account in just seven minutes.

    Schöne neue Datenwelt.

    29. August 2013 10
  • : Facebooks Global Government Requests Report – Anfragen zu 38.000 Accounts im ersten Halbjahr 2013
    Facebooks Global Government Requests Report – Anfragen zu 38.000 Accounts im ersten Halbjahr 2013

    Facebook veröffentlichte gestern seinen ersten „Global Government Requests Report“. Dieser enthält laut Facebooks Aussage alle Informationsanfragen durch Regierungsbehörden zwischen 1. Januar und 30. Juni 2013. So wurden durch Regierungsbehörden bisher rund 26.000 Anfragen gestellt, wodurch in etwa 38.000 Benutzeraccounts betroffen waren. Spitzenreiter sind hier die USA mit 12.000 Anfragen und 21.000 betroffenen Accounts – Facebook hat in knapp 80% der Fällen die entsprechenden Daten an die Behörden weitergeleitet. Dies ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum letzten Halbjahr 2012. Dort wurden 9.000 – 10.000 Anfragen gestellt und 18.000 bis 19.000 Benutzer waren betroffen. In den „Top 5“ sind USA, Indien, Großbritannien, Deutschland und Italien.

    28. August 2013
  • : IM Friedrich: Facebook schlimmer als Geheimdienste (oder so)
    IM Friedrich: Facebook schlimmer als Geheimdienste (oder so)

    Im aktuellen Spiegel (leider noch nicht online) haut unserer Innenminister wieder einen Kalauer nach dem anderen raus. Ganz schlimm wird es beim Verhältnis zwischen Datenschutz und Überwachung.

    SPIEGEL: Sie übertragen den Sicherheitsbehörden stetig neue Kompetenzen. Wir haben den Eindruck, Datenschutz ist für Sie einer der Späne, die nun mal fallen, wenn gehobelt wird.

    Friedrich: Das sehen Sie völlig falsch. Datenschutz ist mir als Minister und Bürger wichtig. Aber Daten sind nicht gleich Daten – das diskutieren wir gerade auch intensiv mit der Europäischen Kommission, die da sehr statisch denkt. Es ist eben nicht dasselbe, ob eine Bäckerei speichert, wer die Zeitschrift „Bäckerblume“ abonniert hat, oder ob private Firmen mit riesigen Rechenzentren alle meine Gesundheitsdaten gespeichert haben. Das ist ein ganz anderer Grad von Persönlichkeitsgefährdung. Letzteres müssen wir unterbinden. Ich will keinen Überwachungsstaat. Das sage ich Ihnen ganz klar.

    Mensch, seid ihr auf einmal motiviert in Sachen Datenschutzverordnung. Ihr wollt doch nicht etwa von irgendwas ablenken?

    SPIEGEL: Sie haben Google und Facebook schon 2011 mit einer roten Karte gedroht, aber von ihnen nur eine freiwillige Selbstverpflichtung gefordert. Die kam nicht. Die rote Karte aber auch nicht.

    Friedrich: Weil die Unternehmen keine freiwillige Selbstverpflichtung wollten, werden wir das jetzt auf europäischer Ebene gesetzlich regeln. Lassen Sie mich eines mal grundsätzlich sagen: Die Freiheit von Menschen wird durch unkontrollierte Machtkonzentration bedroht. Wer etwa wie Internetkonzerne aufgrund der im Netz gesammelten Daten ein exaktes Persönlichkeitsbild von mir zeichnen kann, ohne ausreichend an Gesetze gebunden zu sein, hat ein viel größeres Machtpotential als jeder demokratisch kontrollierte Geheimdienst.

    Stimmt. Schade nur, dass es keine „demokratisch kontrollierten Geheimdienste“ gibt (und auch nicht geben wird).

    27. August 2013 14
  • : NSA: Neue Dokumente belegen, dass die NSA Service Provider bezahlt hat.
    NSA: Neue Dokumente belegen, dass die NSA Service Provider bezahlt hat.

    The Guardian hat neue Dokumente veröffentlicht, die belegen, dass US amerikanische Service Provider dafür ‚entschädigt’ wurden, dass sie das Prism Programm mit Daten versorgen. Wir hatten vor einer Woche berichtet, dass der ‚haus-eigene’ Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC) der NSA vorwarf, nicht genau genug zwischen ausländischer und US amerikanischer Kommunikation zu unterscheiden. Da die NSA somit ’nachbessern’ musste, wurde mit den Service Providern zusammengearbeitet, um Datenverkehr besser identifizieren zu können. Dies war notwendig, um weiterhin durch den FISC zertifiziert zu werden. So liest man in einem Newsletter der NSA, dass an die Service Provider mehrere Millionen USD gezahlt wurden.

    23. August 2013 11
  • : Propaganda 2.0: Tweeten fürs Stipendium in Israel
    Propaganda 2.0: Tweeten fürs Stipendium in Israel

    Ben Lynfield der britischen Zeitung ‚The Independent’ berichtet, dass die israelische Regierung Anfang August eine Initiative startete, bei der israelische Studenten ein Stipendium erhalten, wenn sie im Gegenzug sich dazu verpflichten positive Beiträge auf Twitter und Facebook zu posten. Ins Leben gerufen wurde diese Kampagne durch Daniel Seaman, Deputy Director General for Information (Israeli Ministry of Public Diplomacy and Diaspora Affairs). So bestätigte das Büro des Premierministers, dass das Ziel sei, auch über Social Media Kanäle ein positives Bild von Israel zu zeichnen.

    Strengthen Israeli public diplomacy and make it fit the changes in the means of information consumption.

    15. August 2013 7
  • : Vietnam: neues Gesetz schränkt die Freiheit im Internet stark ein
    Vietnam: neues Gesetz schränkt die Freiheit im Internet stark ein

    In Vietnam wird es ab dem 1. September verboten sein, Informationen aus dem Internet in sozialen Netzwerken zu weiter zu verbreiten. Das Gesetz, welches am 15. Juli von Premierminister Nguyễn Tấn Dũng verabschiedet wurde, sieht vor, dass Nutzer nur noch persönliche Informationen in sozialen Netzwerken veröffentlichen dürfen. Die Presse wurde am Mittwochabend über das neue Gesetz informiert, wie die Bangkok Post berichtet.

    Dekret 72 über „Management, Provision, Use of Internet Services and Information Content Online“ besagt, dass Blogs und Social Media Webseiten nur noch persönliche Informationen erhalten dürfen. Auch Zusammenfassungen und Zitate sind ab dem 1. September verboten, wie Hoang Vinh Bao, Direkter der Abteilung Rundfunk und elektronische Nachrichten im vietnamesischen Ministerium für Nachrichten und Kommunikation, gegenüber der Presse sagte:

    Personal electronic sites are only allowed to put news owned by that person, and are not allowed to ‚quote’, ‚gather’ or summarise information from press organisations or government websites

    Das es in Vietnam um die Freiheit im Internet auch bisher nicht gut bestellt war, zeigt die große Anzhal an Bloggern und Menschenrechtsaktivisten, die in Vietnam verhaftet werden. Alleine dieses Jahr sollen bereits zwischen 38 und 46 Menschen verhaftet und verurteilt worden sein. Im Jahr 2012 hatte die US-Botschaft in Hanoi Kritik an dem Gesetzesvorhaben geäußert und auf mögliche Verletzungen von Menschenrechten hingewiesen.

    1. August 2013 2
  • : Facebook zensiert Inhalte in Pakistan
    Facebook zensiert Inhalte in Pakistan

    Die Bürgerrechtsorganisation Bytes for All, Pakistan hatte Mitte des Monats in einem offenen Brief an die Global Network Initiative eindeutige Hinweise geliefert, dass Facebook bestimmte Inhalte in Pakistan zensiert. Laut Bytes for All hat der Direktor der Pakistan Telecommunication Authority bestätigt, dass es ein Abkommen zwischen Facebook und Pakistan gebe, in dem festgelegt wurde, dass Facebook jegliche „unerwünschten“ Inhalte auf Anweisung der pakistanischen Regierung blocken muss. In der Vergangenheit war Facebook in Pakistan nicht erreichbar, u.a. wegen „blasphemischer“ Karikaturen des Propheten Mohammed. Mittlerweile ist Facebook allerdings die am meisten besuchte Seite in Pakistan.

    29. Juli 2013 2
  • : NSA und Co. fordern anscheinend auch die Herausgabe von Passwörtern von Unternehmen
    NSA und Co. fordern anscheinend auch die Herausgabe von Passwörtern von Unternehmen

    Nachdem wir vorgestern berichtet haben, dass amerikanische Polizei- und Verfassungsschutzbehörden die Herausgabe von SSL-Master-Keys von Unternehmen verlangen, kann die neuste Nachricht kaum mehr überraschen. Die amerikanischen Behörden verlangen nämlich scheinbar auch Nutzerpasswörter, teilweise sogar samt Verschlüsselungsalgorithmus und Salt. Das berichtet CNET mit Bezug auf zwei anonyme Quellen aus der Industrie.

    „I’ve certainly seen them ask for passwords,“ said one Internet industry source who spoke on condition of anonymity. „We push back.“ A second person who has worked at a large Silicon Valley company confirmed that it received legal requests from the federal government for stored passwords. Companies „really heavily scrutinize“ these requests, the person said. „There’s a lot of ‚over my dead body.’ “

    Microsoft, Google und Yahoo wollten sich nicht dazu äußern ob sie solche Anfragen von amerikanischen Behörden tatsächlich erhalten hätten, sagten aber entschieden, niemals die Passwörter seiner Nutzer preis zu geben. Yahoo:

    If we receive a request from law enforcement for a user’s password, we deny such requests on the grounds that they would allow overly broad access to our users’ private information. If we are required to provide information, we do so only in the strictest interpretation of what is required by law.

    26. Juli 2013 9
  • : Irland: Datenschutzbehörde sieht keine Probleme bei Datenweitergabe an die USA
    Quelle: http://www.europe-v-facebook.org/DE/de.html
    Irland: Datenschutzbehörde sieht keine Probleme bei Datenweitergabe an die USA

    Das Safe-Harbor-Abkommen sieht vor, dass amerikanische Unternehmen Daten von europäischen Bürgern nur dann auf amerikanischen Server speichern dürfen, wenn dort „angemessene“ Datenschutzbestimmungen gelten. Unternehmen, für die diese Regelung gelten, sind unter anderem Facebook, Apple und Google. Nach den Enthüllungen um die Abhörpraktiken amerikanischer Geheimdienst sind nun aber leise Zweifel angebracht, ob diese Bedingung tatsächlich erfüllt ist. Europe-v-facebook.org hat aus diesem Grund bereits vor einem Monat zwei Anzeigen gegen irische Tochterunternehmen von Facebook und Google bei der irischen Datenschutzbehörde eingebracht. Diese hat nun aber entschieden, dass die Datentransfers vollkommen legal seien und sieht von weiteren Ermittlungen ab.

    Die irischen Tochterunternehmen von Facebook und Google sind für die Daten von europäischen Bürgern verantwortlich und senden diese zur Weiterverarbeitung an die Server der Mutterkonzerne in die USA. Dort haben dann verschiedenste Geheimdienste, darunter die NSA, Zugriff auf diese Daten. Es kann also eigentlich nicht davon die Rege sein, dass ein „angemessenes“ Datenschutzniveau besteht, wie es Artikel 25 der Richtlinie 95/46/EG verlangt.

    Die irische Datenschutzbehörde hat europe-v-facebook.com nun aber in einem Schreiben mitgeteilt, dass sie PRISM im Einklang mit dem Safe-Harbor-Abkommen sehe. Die Behörde begründet ihre Entscheidung damit, dass die EU-Kommission bei der Erstellung des Safe-Harbor-Abkommens, „vorausgesehen hat und auf die Frage eingegangen ist, dass personenbezogene Daten für Zwecke der Strafverfolgung verwendet werden“, wie unwatched.org berichtet.

    25. Juli 2013 5
  • : US-Strafverfolgungsbehörden fordern Master-Keys für SSL von Unternehmen
    US-Strafverfolgungsbehörden fordern Master-Keys für SSL von Unternehmen

    SSL ist eine beliebte Verschlüsselungstechnik im Internet, wenn es darum geht verschlüsselte Verbindungen aufzubauen. Einsatz findet SSL deshalb zum Beispiel im Online-Banking aber auch beim Versand von E‑Mails. Bisher galt die Verschlüsselung mittels SSL als sicher. Möglichweise ist damit ab sofort Schluss. Wie CNET berichtet, setzen amerikanische Strafverfolgungsbehörden wie die NSA, CIA oder das FBI Unternehmen unter Druck, ihnen die Master-Keys für die SSL-Verschlüsselungen ihrer Verbindungen auszuhändigen. Mit diesem Master-Keys hätten die Behörden die Möglichkeit den kompletten Datenverkehr zu entsprechenden Diensten und Webseiten der Unternehmen zu entschlüsseln.

    Solch ein Master-Key kann mit einem Generalschlüssel verglichen werden. Jeder Anbieter eines Dienstes im Internet besitzt solch einen Schlüssel, mit dem jegliche Kommunikation zu seinen Diensten gesichert wird. Gerät dieser Schlüssel in falsche Hände, ist demnach die gesamte Kommunikation gefährdet. Die großen Internetkonzerne hätten die Herausgabe ihrer Schlüssel bisher mit der Begründung fehlender rechtlicher Grundlagen verweigert, doch eine Person die angeblich von der Regierung nach einem SSL Master-Key gefragt wurde, sagt gegenüber CNET, dass es die Regierung auf kleinere Unternehmen abgesehen hätte, die nicht die Kraft hätten sich zu wehren:

    „The government is definitely demanding SSL keys from providers“ […]. The person said that large Internet companies have resisted the requests on the grounds that they go beyond what the law permits, but voiced concern that smaller companies without well-staffed legal departments might be less willing to put up a fight. „I believe the government is beating up on the little guys,“ the person said. „The government’s view is that anything we can think of, we can compel you to do.“

    24. Juli 2013 14
  • : Besuch vom Staatsschutz nach Aufruf zum Spaziergang auf Facebook
    Foto: Joachim Müller, Creative Commons <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC-BY-SA</a>
    Besuch vom Staatsschutz nach Aufruf zum Spaziergang auf Facebook

    Bereits im Juni berichteten wir über die Medizin-Professorin Ursula Gesser, die Besuch von der Polizei bekam, nachdem sie bei Twitter einen Kommentar zu Gustl Mollath und seinem Verfahren abgab. Am vergangenen Mittwoch hat sich nun ein ähnlicher Fall begeben. Bereits am 4. Juli hat der 28-jähige Daniel Bangert die Veranstaltung „NSA-Spion-Schutzbund e.V. lädt zum Entdecken und Beobachten ein“ auf Facebook erstellt. Teil dieser Veranstaltung sollte eine Spaziergang zum „Dagger Complex“ sein, der möglicherweise als PRISM-Stützpunkt der NSA in Deutschland dient. Am vergangenen Mittwoch, fünf Tage nach der Veröffentlichung der Veranstaltung, standen nun Polizei und Staatsschutz vor Bangerts Tür und forderten ihn auf, seinen geplanten Spaziergang als Demonstration anzumelden.

    Gegenüber Richard Gutjahr schilderte Daniel Bangert den morgendlichen Polizeibesuch wie folgt:

    Am Mittwoch Morgen, um genau 7.17 Uhr klingelte mein Handy. Man muss dazu sagen, ich habe gerade Ferien, war also noch total verpennt. Die Stimme am Telefon fragte: „Herr Bangert? Sind Sie das mit dieser Veranstaltung?“ Ich sage: „Ja.“ Und dann klingelt es in dem Moment auch schon an der Tür. Ich gucke aus dem Fenster, und dann steht da halt ein Streifenwagen. Der Mann am Telefon meint daraufhin, ich solle mit den Kollegen reden.

    15. Juli 2013 11
  • : Türkischer Kommunikationsminister lobt Facebook für Zusammenarbeit während der Proteste
    Türkischer Kommunikationsminister lobt Facebook für Zusammenarbeit während der Proteste

    Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansı berichtet, sagte der Verkehrs- und Kommunikationsminister Binali Yildrim am Mittwoch, dass die türkische Regierung verschiedene soziale Netzwerke, darunter Facebook und Twitter, in Zusammenhang mit den Protesten kontaktiert hat.

    We did not see a positive attitude [from Twitter] but Facebook has been working in harmony with the Turkish authorities for a long time. […] We don’t have any problem with them.

    Diese Aussage führte zu Spekulationen darüber, ob Facebook den Regierungsbehörden Daten von Demonstrierenden ausgehändigt hat. Facebook dementierte dies noch am selben Tag:

    Facebook has not provided user data to Turkish authorities in response to government requests relating to the protests. More generally, we reject all government data requests from Turkish authorities and push them to formal legal channels unless it appears that there is an immediate threat to life or a child, which has been the case in only a small fraction of the requests we have received. We are concerned about legislative proposals that might purport to require Internet companies to provide user information to Turkish law enforcement authorities more frequently. We will be meeting with representatives of the Turkish government when they visit Silicon Valley this week, and we intend to communicate our strong concerns about these proposals directly at that time.

    Laut Reuters forderte Yildirim am Mittwoch ebenfalls, dass Twitter ein Büro in der Türkei eröffnen soll – es müsse direkte Ansprechpartner geben. Twitter antwortete nicht auf diese Aussage.

    28. Juni 2013 3
  • : Facebook verschenkt sechs Millionen Telefonnummern und Mailadressen
    Facebook verschenkt sechs Millionen Telefonnummern und Mailadressen

    Facebook musste am Wochenende bekannt geben, dass nicht nur die NSA Zugriff auf Kontaktdaten in den Nutzerprofilen hatte, sondern auch andere, die diese Daten ebenfalls nicht sehen sollten. Aber keine Panik, sagt Facebook, es betraf nur ca. sechs Millionen Nutzer, darunter offensichtlich eine ganze Menge Menschen, die ich kenne. Diese haben alle eine Entschuldigungsmail von Facebook erhalten. Und es handelte sich auch nur um bestimmte sensible Informationen, wie nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Telefonnummern und Mailadressen.

    Hier ein Auszug aus der Entschuldigungsmail:

    Deine Privatsphäre ist für uns bei Facebook sehr wichtig und wir tun unser Bestes, um deine Informationen zu schützen. Viele unserer Mitarbeiter konzentrieren sich darauf, Fehler zu verhindern oder zu beheben, bevor sie jemanden beeinträchtigen. Dennoch haben wir vor Kurzem dieses Ziel nicht erreicht und ein technischer Fehler hat dazu geführt, dass eine andere Person Zugriff auf deine Telefonnummer oder E‑Mail-Adresse hatte. Der Fehler war in seinem Umfang begrenzt und es haben wahrscheinlich nur Personen, die du bereits außerhalb von Facebook kennst, deine E‑Mail-Adresse oder Telefonnummer sehen können.

    24. Juni 2013 2
  • : Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 25
    via <a href="http://giphy.com/gifs/YAxCzfAc7MHPa" >giphy.com</a>
    Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 25

    Die wichtigsten netzpolitischen Themen der Woche im Überblick:

    • Geheimdienst-Experte: Kanzleramt und Innenminister waren über NSA-Überwachung “sehr genau unterrichtet”

    Bundeskanzleramt und Bundesinnenminister müssen von der massiven Internet-Überwachung der NSA gewusst haben. [Zum Artikel]

    21. Juni 2013
  • : Wirtschaft und Geheimdienste: Silicon Valley und die NSA sind im selben Business – dem deiner persönlichen Daten
    Wirtschaft und Geheimdienste: Silicon Valley und die NSA sind im selben Business – dem deiner persönlichen Daten

    Internet-Firmen und Geheimdienste sind mittlerweile im selben Business: der Sammlung, Analyse und Nutzung großer Mengen persönlicher Daten. Der einzige Unterschied: Geheimdienste wollen Informationen, Firmen einfach nur Geld. Die New York Times hat jetzt ein paar Beispiele ausgegraben, darunter sind auch wieder die an PRISM beteiligten Firmen Facebook und Skype.

    Skypes „Projekt Schach“

    Skype hat ein eigenes geheimes Programm: „Projekt Schach“. Damit erkunden sie rechtliche und technische Fragen, wie man Skype-Gespräche für Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden möglichst leicht zugänglich machen kann. Weniger als ein Dutzend Menschen in der Firma wissen davon. „Projekt Schach“ gibt es demnach seit circa fünf Jahren, also noch eh Skype an eBay verkauft wurde und lange bevor es an Microsoft verkauft wurde. Während Skype vor vielen Jahren noch öffentlich gesagt hat, dass seine Gespräche nicht abgehört werden können, will Microsoft das heute nicht mehr bestätigen.

    (Wie oft Skype Nutzerdaten herausgibt, wollte auch der Digitale Gesellschaft schon von dem Konzern wissen.)

    Solche kleinen, geheimen Teams, die eigene Daten leichter mit der NSA austauschen wollen, gibt es in immer mehr Firmen, so anonyme Informanten gegenüber dem Blatt. Einerseits werden die Unternehmen unter Druck gesetzt zu kooperieren, andererseits wollen sie den Prozess selbst kontrollieren.

    20. Juni 2013 3
  • : USA: Google, Microsoft und Facebook bezahlen Internetprovider für schnelleren Internetzugang
    USA: Google, Microsoft und Facebook bezahlen Internetprovider für schnelleren Internetzugang

    Das Thema Netzneutralität ist keineswegs neu und doch ist es in Deutschland zur Zeit heiß diskutiert. Grund sind die Ankündigungen der Deutschen Telekom ab dem Jahr 2016 die Internetgeschwindigkeit ab einem gewissen Volumen, das vom Kunden verbraucht wurde, zu drosseln, bestimmte Dienste gegen Zahlung aber von dieser Drosselung auszunehmen. Dieses Vorgehen verstößt gegen die Netzneutralität, da es den Unternehmen die zu einer Zahlung bereit sind einen Wettbewerbsvorteil gegen andere Unternehmen verschafft, welche keine Zahlungen an die Deutsche Telekom leisten (ein aktuelles Video zu dem Thema findet hier). Solche Zahlungen von Unternehmen an die Internetprovider scheinen jedoch in den USA schon seit Längerem bewährte Praxis zu sein, wie das Wall Street Journal berichtet.

    Verschiedene große Internetunternehmen, darunter Google, Microsoft und Facebook, sollen demnach regelmäßig Zahlungen an die amerikanischen Internetprovider überweisen um einen schnellen Zugang zu ihren Internetdiensten zu gewährleisten. Unternehmen die schnelle Verbindungen zu ihren Diensten haben wollen sind scheinbar auf diese Zahlungen angewiesen, wie auch das Beispiel Netflix zeigt:

    Netflix Inc.,though, has held out—so far. For a year it has been trying to directly connect specialized technology to the networks of broadband providers as a way to improve the quality of its video streaming, avoiding the stops and sputters common to Web video. But some of the biggest U.S. cable and phone companies have asked Netflix to pay for that access.

    20. Juni 2013 8
  • : Türkei: Justiz durchsucht rückwirkend soziale Netzwerke nach Straftaten
    Türkei: Justiz durchsucht rückwirkend soziale Netzwerke nach Straftaten

    In den letzten Tagen kam es immer wieder zu landesweiten Razzien in der Türkei bei denen mehr als 100 Personen festgenommen wurden, wie beispielsweise die tageschau berichtet. Bei den Festgenommenen handelt es sich vornehmlich um mutmaßliche Unterstützer der Proteste. Grundlage dieser Razzien ist die rückwirkende Durchsuchung von Twitter- und Facebook-Einträgen der letzten drei Wochen, wie Innenminister Muammer Güler sagte. Gleichzeitig kündigte das türkische Justizministerium an, ein Gesetz zur strikteren Überwachung sozialer Netzwerke ausarbeiten zu wollen.

    Erschreckend ist, dass bereits der Aufruf zu den Protesten rund um den Istanbuler Taksim-Platz von den Behörden als Straftat gewertet wird. Wenn nun die Twitter- und Facebook-Einträge der letzten drei Wochen nach Straftaten und der Anstiftung zu Straftaten durchsucht werden, ist davon auszugehen, dass eine enorme Zahl an „Tätern“ entdeckt wird.

    Der türkische Präsident Abdullah Gül befürwortete ein neues Gesetz zur Regulierung und Überwachung sozialer Netzwerke.Er warnte aber gleichzeitig den demokratischen Rahmen nicht zu sprengen und sich an der Rechtslage in der EU zu orientieren. So wird er von Hürriyet Daily News wie folgt zitiert:

    For sure, these [regulations] should never lag behind the jurisdiction of European law in developed democracies, which we are aspiring to. Our criteria, our standards on this issue, our democratic legal standards; we are still making a lot of reforms. I’m sure that it [launching of reforms] will be restarted

    Im weiteren Verlauf des Artikels wird allerdings klar, dass es Gül vorrangig nur um das Bild der Türkei in der Welt und weniger um die Recht der türkischen Bürger geht. Mit Blick auf die Protestanten der letzten Woche und seine Sorge diesen könnten das Ansehen der Türkei beschädigen, sagte Gül:

    You make efforts to create this image [of Turkey] over 10 years, but you can destroy it in a week

    Die Frage ist, ob es dafür nicht schon längst zu spät ist. Die Bilder der Proteste im Gezi-Park und auf dem Taksim-Platz gingen um die Welt und stellten die türkischen Sicherheitskräfte nicht unbedingt in ein gutes Licht. Und auch Ministerpräsident Erdogan hat mit einigen seiner Aussagen für mehr als nur Verwunderung gesorgt. Fraglich ist ebenso, wie die nachträgliche Durchsuchung von Social Media Einträgen oder die generelle Einführung eines schärferen Gesetzes zur Überwachung und Regulierung dieser Platformen das Ansehen der Türkei heben sollen.

    Wer sich rückwirkend noch ein paar Impressionen der Proteste aus der Luft anschauen möchte, dem sei dieses Video ans Herz gelegt. Die Bilder wurden von einer Drohne aufgenommen, welche kurze Zeit später von der türkischen Polizei abgeschossen wurde, welche einen guten Überblick über das Ausmaß der Proteste ermöglicht.

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    Footage from the RC drone that was shot down by police [HD] from Jenk K on Vimeo.

    19. Juni 2013 5
  • : PRISM: Facebook, Microsoft und Apple geben Zahlen zu NSA-Anfragen bekannt
    PRISM: Facebook, Microsoft und Apple geben Zahlen zu NSA-Anfragen bekannt

    Die drei amerikanischen Unternehmen Facebook, Microsoft und Apple haben in den letzten Tagen erste Zahlen veröffentlicht, wie viele Anfragen sie von amerikanischen Behörden, darunter der NSA, erhalten haben, um Daten an diese zu liefern. Gemessen an den jeweiligen Nutzer- bzw. Kundenzahlen der Konzerne wirken die Anfragen dabei geradezu gering. So schreibt Facebook in seiner offiziellen Stellungnahme:

    For the six months ending December 31, 2012, the total number of user-data requests Facebook received from any and all government entities in the U.S. (including local, state, and federal, and including criminal and national security-related requests) – was between 9,000 and 10,000.[…] The total number of Facebook user accounts for which data was requested pursuant to the entirety of those 9–10 thousand requests was between 18,000 and 19,000 accounts.

    Gemessen an den 1,1 Milliarden Nutzern die Facebook weltweit hat, erscheint die Zahl verschwindend gering. Und auch Microsoft nennt Zahlen in einer ähnlichen Region:

    17. Juni 2013 8
  • : PRISM: Google und Microsoft liefern deutschen Ministerien „mehr offene Fragen als Antworten“
    PRISM: Google und Microsoft liefern deutschen Ministerien „mehr offene Fragen als Antworten“

    Die Firmen, auf deren Rechner der amerikanische Geheimdienst PRISM „direkten Zugriff“ hatte, wussten davon nichts. Das gaben deutsche Vertreter von Google und Microsoft auf einem „Krisengespäch“ von Justiz- und Wirtschafts-Ministerien an. Auch das Innenministerium hat Fragen an die Firmen und schickt einen Brief.

    Die FDP-geführten Justiz- und Wirtschafts-Ministerien haben heute ein „Krisengespäch zur Sicherheit von Daten deutscher Nutzer in den USA“ veranstaltet. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Wirtschaftsminister Philipp Rösler wollten von Google, Microsoft, eco und Bitkom wissen, was PRISM ist und wer davon betroffen ist. Das wenig überraschende Ergebnis:

    „Es hat keine konkreten Antworten unserer jetzt hier anwesenden Gesprächspartner über das Programm PRISM gegeben, weil sie davon nicht Kenntnis hatten“, sagte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Anschluss an das Treffen. Somit bleiben „mehr offene Fragen als Antworten“, stellte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Otto fest.

    Stefan Krempl berichtet auf heise online, dass die Firmen „total überrascht“ waren.

    Das CSU-geführte Innenministerium hat am Dienstag zwei Briefe an die amerikanische Botschaft und die beteiligten Firmen geschickt, in denen sie mal offiziel anfragen, wie viele Deutsche von PRISM betroffen sind:

    14. Juni 2013 5