Wirtschaft und Geheimdienste: Silicon Valley und die NSA sind im selben Business – dem deiner persönlichen Daten

Internet-Firmen und Geheimdienste sind mittlerweile im selben Business: der Sammlung, Analyse und Nutzung großer Mengen persönlicher Daten. Der einzige Unterschied: Geheimdienste wollen Informationen, Firmen einfach nur Geld. Die New York Times hat jetzt ein paar Beispiele ausgegraben, darunter sind auch wieder die an PRISM beteiligten Firmen Facebook und Skype.

Skypes „Projekt Schach“

Skype hat ein eigenes geheimes Programm: „Projekt Schach“. Damit erkunden sie rechtliche und technische Fragen, wie man Skype-Gespräche für Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden möglichst leicht zugänglich machen kann. Weniger als ein Dutzend Menschen in der Firma wissen davon. „Projekt Schach“ gibt es demnach seit circa fünf Jahren, also noch eh Skype an eBay verkauft wurde und lange bevor es an Microsoft verkauft wurde. Während Skype vor vielen Jahren noch öffentlich gesagt hat, dass seine Gespräche nicht abgehört werden können, will Microsoft das heute nicht mehr bestätigen.

(Wie oft Skype Nutzerdaten herausgibt, wollte auch der Digitale Gesellschaft schon von dem Konzern wissen.)

Solche kleinen, geheimen Teams, die eigene Daten leichter mit der NSA austauschen wollen, gibt es in immer mehr Firmen, so anonyme Informanten gegenüber dem Blatt. Einerseits werden die Unternehmen unter Druck gesetzt zu kooperieren, andererseits wollen sie den Prozess selbst kontrollieren.

Von Facebook zur NSA

Max Kelly, bis 2010 Chief Security Officer von Facebook und dort für die Sicherheit der Daten zuständig, ist vom blauen Giganten direkt zu einer anderen großen Institution gewechselt, die große Datenmengen verwaltet und analysiert: der NSA.

Diese Art Wechsel und Zusammenspiel zwischen Internet-Firmen und Geheimdiensten werden immer häufiger. Ray Wang von Constellation Research sagte dem Blatt:

Wir sind alle in diesen Geschäftsmodellen um „Big Data“. Es gibt jetzt eine Menge an Verbindungen, weil die Daten-Wissenschaftler und die Leute, die diese Systeme bauen, eine Menge gemeinsamer Interessen haben.

Und diese Zusammenarbeit wird nur noch enger, weil die Datenmengen weiter wachsen. Dan Auerbach von der Electronic Frontier Foundation sagt:

Wir haben einen Wendepunkt erreicht, an dem der Wert, Nutzer-Daten zu haben größer wurde als die Kosten zur Speicherung. Jetzt haben wir einen Anreiz, sie für immer zu speichern.

Erst letzte Woche berichteten wir, das „tausende“ Firmen Daten an Geheimdienste geben.

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