Öffentlichkeit

Facebook zensiert Inhalte in Pakistan

Die Bürgerrechtsorganisation Bytes for All, Pakistan hatte Mitte des Monats in einem offenen Brief an die Global Network Initiative eindeutige Hinweise geliefert, dass Facebook bestimmte Inhalte in Pakistan zensiert. Laut Bytes for All hat der Direktor der Pakistan Telecommunication Authority bestätigt, dass es ein Abkommen zwischen Facebook und Pakistan gebe, in dem festgelegt wurde, dass Facebook jegliche „unerwünschten“ Inhalte auf Anweisung der pakistanischen Regierung blocken muss. In der Vergangenheit war Facebook in Pakistan nicht erreichbar, u.a. wegen „blasphemischer“ Karikaturen des Propheten Mohammed. Mittlerweile ist Facebook allerdings die am meisten besuchte Seite in Pakistan.


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Was die Situation so brisant macht und Fragen bzgl. Facebooks Geschäftsethik aufwirft ist der Umstand, dass Facebook dieses Jahr erst Mitglied der Global Network Initiative wurde. Die GNI ist ein weltweiter Zusammenschluss von ICT-Unternehmen, die Meinungsfreiheit und den Schutz der Privatsphäre als hohes Gut sehen. So liest man in den Prinzipien der GNI:

Participating companies will respect and protect the freedom of expression rights of their users when confronted with government demands, laws and regulations to suppress freedom of expression, remove content or otherwise limit access to information and ideas in a manner inconsistent with internationally recognized laws and standards.

Natürlich ist es schon schlimm genug, falls Facebook überhaupt die Inhalte in einem bestimmten Land zensiert. Allerdings geht es hier vorrangig darum, dass Facebook dies bisher wohl stillschweigend in Absprache mit der pakistanischen Regierung macht und die pakistanischen Facebook-Benutzer über diese Maßnahme nicht aufklärt. So fordern auch Bytes for All, dass Facebook hier Stellung beziehen muss und seinen Benutzern Transparent schuldig ist.

However, in a country like Pakistan, where, the authorities are already actively curbing Internet freedom, it is absolutely pertinent that Facebook reveals this secret agreement, if any, that it has reached with the Government of Pakistan. If there’s no such arrangement in place, the company needs to publicly state so. This must be done to ensure accountability and transparency of the claims made by the government authorities that may help thwart the possibilities of active censorship and ongoing suppression of political dissent online.

2 Kommentare
  1. Traurig wenn man als Big Player mit einer Regierung wie Pakistan zusammen arbeitet nur damit. Da finde ich google um einiges geradliniger im Umgang mit bestimmten Machthabern. Die machen nicht alles mit und wehren sich

  2. Die Geheimhaltung ist auf jeden Fall zu kritisieren, allerdings finde ich, dass die Entscheidung zwischen Vollsperrung und individueller Zensur gar nicht so einfach ist. Es hängt vor allem vom Vertrag und dessen Umsetzungsart ab.
    In China beherrschen inländische Unternehmen den Markt, was aber dazu führte, dass die Zensurinfrastruktur der Regierung ein leichteres Spiel hatte den Markt unter ihrer Kontrolle zu halten.

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