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: Spanische Guardia Civil verfolgt ETA-Postings bei Facebook und Twitter – Mindestens 21 Festnahmen, Operation dauert an
: Spanische Guardia Civil verfolgt ETA-Postings bei Facebook und Twitter – Mindestens 21 Festnahmen, Operation dauert an Die spanische Gendarmerie hat in einer landesweiten „Operation Spinne“ nach unterschiedlichen Angaben mindestens 21 Personen festgenommen. Es geht um eine „Verherrlichung des Terrorismus“, die Tatwaffen sind Twitter und Facebook. Zu Betroffenen gehören allem Anschein nach ausschließlich UserInnen, die Sympathien für die baskische Unabhängigkeitsbewegung ETA hegen. Bei den Razzien wurden Mobiltelefone und Speichermedien konfisziert.
Festnahmen werden aus den autonomen Gemeinschaften Baskenland und Navarra (15 Personen), Castilla y León, Asturias und Galizien (je eine Person) und Katalonien (zwei Personen) gemeldet. In einem Fall waren entsprechende Ermittlungen bereits letzte Woche angekündigt worden. Zwei der Verhafteten sind nach Medienberichten minderjährig. Zu den drohenden Strafen heißt es, dass bis zu zwei Jahren Gefängnis verhängt werden könnten. Die Beschuldigten würden Opfer der ETA in den Schmutz ziehen und die Taten glorifizieren. Andere hätten „Akte des Terrorismus“ herbeigewünscht, ein weiterer Vorwurf lautet auf das „Willkommenheißen terroristischer Gefangener“.
Die Guardia Civil hat ein Video der „Operation Spinne“ veröffentlicht, das Verständnis für die Razzien schaffen soll und einige der inkriminierten Postings zitiert:
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: Facebook startet Datenschutz-Aufklärungs-Simulation
: Facebook startet Datenschutz-Aufklärungs-Simulation Facebook hat mit aconnectedlife.info eine Infoseite ins Netz gestellt und simuliert da etwas Datenschutzaufklärung. Die enthält tatsächlich eine Menge Ironie. Relativ schmerzfrei heißt es dort z.B.:
Wonach sollte ich fragen? Denke daran, es geht um deine persönlichen Daten. Zögere nicht, Fragen zu stellen wie: Was wird gesammelt? Wie wird es verwendet? Wer kann meine Daten sehen? Wo bekomme ich mehr Informationen?
Wir würden uns freuen, wenn diese Fragen von Facebook zur Datenverarbeitung bei Facebook auch beantwortet werden, aber bisher haben wir die Antworten noch nicht gefunden. Stattdessen wird auf den eigenen Support verwiesen. Oder aber an den irischen Datenschutzbeauftragten.
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: Der Frühling beginnt, doch in der Türkei zwitschert es nicht mehr: Erdogan lässt Twitter abschalten
: Der Frühling beginnt, doch in der Türkei zwitschert es nicht mehr: Erdogan lässt Twitter abschalten
Erdogans Versuche, Berichterstattung und Informationsverbreitung über den Skandal um Spenden, Korruption und vermeintliche Mitschnitte seiner Telefongespräche zu unterdrücken, wirken verzweifelt und dennoch fatal. Nachdem Teile von Telefonaten, die eine Korruptionsaffäre beweisen würden, auf Youtube aufgetaucht waren, hatte Erdogan zum einen behauptet, sie seien gefälscht und gleich danach damit gedroht, Youtube und Facebook in der Türkei zu verbieten. -
: Alle so: „Wir haben nichts gewusst“ – NSA: „Habt ihr wohl“ (Update: Klarstellung d. Guardian)
CC-BY 2.0 via flickr/ektogamat : Alle so: „Wir haben nichts gewusst“ – NSA: „Habt ihr wohl“ (Update: Klarstellung d. Guardian) (Update: The Guardian hat mittlerweile berichtigt, dass De Rajesh De explizit behauptet habe, die Unternehmen hätten Bescheid gewusst. Ebenso hätten die Unternehmen sogar die undurchsichtigen Überwachungsanordnungen unter FISA Section 702 ausdrücklich in Frage gestellt.)
Als im Juni bekannt wurde, dass die NSA unter dem Programm PRISM großräumig Daten direkt bei den Providern und Diensteanbietern abschnorchelt, war die Reaktion auf Seiten derer einstimmig und triefte vor Empörung: „Davon wussten wir nichts“, „PRISM? Nie gehört“, „Das ist ja ungeheuerlicht“, …
Diese Linie wurde auch während weiterer Enthüllungen beibehalten und bald begann man, sich proaktiv dafür einzusetzen, endlich mehr über die Datenpreisgaben veröffentlichen zu dürfen, die man durch eine Anordnung des FISA-Gerichts oder unter einem National Security Letter des FBI weitergeben muss. Letzte Woche hat Marc Zuckerberg sogar in einer PR-technischen Musteraktion Obama angerufen, um ihn aufzufordern, endlich für mehr Transparenz zu sorgen und eine bessere Aufsicht über die Geheimdienste walten zu lassen.
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: Digital. Global. Fatal. – Das Netz-Monopoly
: Digital. Global. Fatal. – Das Netz-Monopoly Die Sendung hr2 – Der Tag berichtete gestern über „Digital. Global. Fatal. – Das Netz-Monopoly“.
19 Milliarden Dollar hat sich Facebook die Übernahme von WhatsApp kosten lassen – ein Coup, den äußerst erfolgreichen Konkurrenten auszuschalten. Mit der Übernahme von WhatsApp entsteht jetzt also ein gigantisches Medien-und Kommunikationsmonopol. Was heißt das für unsere Daten? Die NSA ist nur einer von vielen Interessenten. Irgendwie müssen die 19 Milliarden schließlich wieder herein kommen. Das Geschäft muss sich lohnen. Aber tut es das oder ist es nur der Beginn einer neuen Technologieblase?
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: Interview: Die neuen Genderoptionen auf Facebook
: Interview: Die neuen Genderoptionen auf Facebook In diesem Monat hat Facebook damit Schlagzeilen gemacht, die binäre Geschlechtsdefinition aufzubrechen und – bei englischer Spracheinstellung – insgesamt 58 Optionen für die Definition der persönlichen Genderidentität anzubieten. Agender, Cisgender Woman, Genderqueer, Neutrois und Trans Person sind nur eine kleine Auswahl. Der Vorstoß hat sowohl positive als auch skeptische Reaktionen mit sich gebracht. Revolutionärer Vorstoß, PR-Masche oder die Möglichkeit, noch mehr persönliche Daten zu sammeln?
Wir wollten dazu die Meinung von jemandem hören, der sich mit dem Thema auskennt und haben mit Faustin Vierrath von TransInterQueer e.V. gesprochen. TransInterQueer ist ein Verein von und für trans‑, intergeschlechtliche und queer lebende Menschen. Er bietet psychosoziale und rechtliche Beratung, Fortbildungsangebote und kulturelle Veranstaltungen, betreibt ein Radio und ein Archiv. Auf politischer Ebene und in Wissenschaftskontexten setzt er sich für die Selbstbestimmung, Entpathologisierung und Gleichberechtigung trans- und intergeschlechtlicher sowie queer lebender Menschen in Berlin und darüber hinaus ein und kooperiert dabei u.a. mit der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen (OII-Deutschland), Queer Leben e.V. und Transgender Europe (TGEU).
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: Wir erklären den heutigen Tag zum „Deinstalliere WhatsApp Tag“! [Update]
: Wir erklären den heutigen Tag zum „Deinstalliere WhatsApp Tag“! [Update] Thema das Tages: Facebook kauft Whatsapp für 13 Milliarden Euro. Damit hat Facebook sich einen Konkurrenten mit 450 Millionen Nutzern vom Leibe geschafft und die eigene 1,2 Milliarden starke Nutzerschaft wieder verjüngt, nachdem das Durchschnittsalter in letzter Zeit gestiegen war. Facebook-Gründer Marc Zuckerberg hat versichert, für die Nutzer werde sich nichts ändern und WhatsApp bliebe als Marke bestehen, genau wie die vormals von Facebook gekaufte Foto-App Instagram. Aber das stimmt nicht, denn wenn sich auch an der Benutzung nichts ändern mag, im Hintergrund vereinen sich jetzt noch mehr Daten von noch mehr Nutzern an einer Stelle.
Spätestens in der derzeitigen Geheimdienst-Ära sollte klar sein, dass das keine gute Idee ist. Deshalb ist die Fusion der beiden Datengiganten ein guter Anlass, um mal über Alternativen nachzudenken.
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: Maulkorb für FISA-Anfragen wird gelockert, aber nur ein bisschen
: Maulkorb für FISA-Anfragen wird gelockert, aber nur ein bisschen Letztes Jahr haben Facebook, Google, Yahoo, LinkedIn und Microsoft beim amerikanischen FISA-Gericht, das die Kompetenzen der Auslandsgeheimdienste regelt, gefordert, genauere Auskunft über die Menge herausgegebener Datensätze geben zu dürfen, die durch eine Anordnung des FISA-Gerichts oder unter einem National Security Letter des FBI angefordert wurden.
Am 27. Januar veröffentlichte das Justizministerium eine Antwort, die den Antragsstellern „entgegenkommt“. Es gibt nun zwei Möglichkeiten, Zahlen zur Anzahl der Anfragen in Halbjahren zu veröffentlichen:
- in Tausenderschritten die Anzahl an Anfragen, betroffenen Nutzern und Selektoren, gegliedert in FISA-Anfragen und National Security Letters (bei Letzteren war das jedoch bereits vorher möglich)
- in 250er-Schritten, wenn die Anfragen zusammengefasst werden
Bei FISA-Anordnungen muss der Endpunkt des betroffenen Zeitraums außerdem mindestens ein halbes Jahr zurückliegen.
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: Squeaky Dolphin – Facebook, YouTube und Blogs im Visier des britischen Geheimdiensts
: Squeaky Dolphin – Facebook, YouTube und Blogs im Visier des britischen Geheimdiensts
Dass der britische Geheimdienst GCHQ an verschiedenen Stellen der Erde auf den Internettraffic zugreift, indem er alle wichtigen Glasfaserkabel, an die er rankommt, anzapft, ist seit längerem bekannt. Glenn Greenwald hat für NBC News mit einigen Kollegen aufgeschrieben, was damit beispielsweise gemacht werden kann. Im Jahr 2012 sei den amerikanischen Überwachungs-Freunden ein Pilotprogramm vorgestellt worden, mit dem die Briten YouTube-Nutzung in Echtzeit überwachten und auch Dienste wie Facebook und Twitter ausforschten:Called “Psychology A New Kind of SIGDEV“ (Signals Development), the presentation includes a section that spells out “Broad real-time monitoring of online activity” of YouTube videos, URLs “liked” on Facebook, and Blogspot/Blogger visits. The monitoring program is called “Squeaky Dolphin.”
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: How-To Analyze Everyone – Teil II: Wie findest du eigentlich Zombiefilme?
: How-To Analyze Everyone – Teil II: Wie findest du eigentlich Zombiefilme? Lange hat es gedauert, endlich bin ich zum zweiten Teil gekommen. Aber ich gelobe Besserung und nächste Woche einen Ausflug in die Welt der Zukunftsvoraussagen.
Wie schaffen es Firmen und Werbeunternehmen eigentlich, einen Überblick darüber zu haben, wie ihr Produkt oder ihre Werbekampagne in der Welt ankommt? Klassischerweise indem Menschen damit beschäftigt sind, vor den Bildschirmen zu sitzen und Kommentare und Reviews zu lesen. Diese Daten werden dann dazu genutzt, Produkte anzupassen und besser zu bewerben. Klingt nach viel Arbeit – ist es auch. Und in der heutigen Zeit, in der man von Informationen, Reviews, Tweets, Kommentaren, Blogs und Facebook-Posts zu allen möglichen Produkten erschlagen wird, gelangt man an die Grenzen personeller (und damit finanzieller) Effizienz.
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: Facebook: Neues Patent analysiert soziales Netzwerk um unberechtigte Inhalte zu finden
: Facebook: Neues Patent analysiert soziales Netzwerk um unberechtigte Inhalte zu finden
Anfang dieser Woche wurde Facebook ein neues Patent zugesprochen, das auf folgenden, wohlklingen Namen hört: Using Social Signals to Identify Unauthorized Content on a Social Networking System. Der Name ist Programm. Statt den Inhalt selbst zu analysieren, analysiert man das soziale Netzwerk in dem der Inhalt geteilt wird: Welche Nutzer sind involviert? Wie weit sind diese geografisch verstreut? welche Websites wurden im Zusammenhang mit dem Inhalt betrachtet? Auf welchen Geräten wurde der Inhalt geöffnet? Und noch vieles mehr. Mit den „sozialen Signalen“, die unterschiedlich gewichtet werden, wird dann ein Wert berechnet. Sollte dieser über einem bestimmten Schwellwert liegen, geht man davon aus, dass es sich um Material handelt, das gegen die Nutzungsbestimmungen der Plattform verstößt. Dies wird dann gelöscht oder nochmals durch Mitarbeiter gesichtet. All das ist natürlich möglich, da man sowieso schon so viel über die Nutzer des Netzwerkes weiß.Users have been voluntarily divulging more of their personal information, such as their friends, geographic location, preferred television shows and movies, hobbies, and activities to social networks…
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: Regierungsanfragen: Facebook-Manager spricht vor EU-Ausschuss von zu niedrigen Zahlen
: Regierungsanfragen: Facebook-Manager spricht vor EU-Ausschuss von zu niedrigen Zahlen Facebook erhielt in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 8500 Anfragen von europäischen Behörden. Eine Zahl, die laut New York Times deutlich zu niedrig sein dürfte. Insgesamt seien von diesen Anfragen rund 10.000 Facebook-Konten betroffen. Das sagte Richard Allan, Public-Policy-Leiter von Facebook für Europa, den Nahen Osten und Afrika am Montag bei einer Anhörung zur NSA-Affäre vor dem Justizausschuss des EU-Parlaments.
Der Ausschuss hatte sich in seiner neunten und zehnten Sitzung am Montag und Dienstag hauptsächlich mit den Überwachungsprogrammen der US-Regierung beschäftigt und dazu James Sensenbrenner eingeladen. Der Republikaner und Kongressabgeordnete war vor 12 Jahren einer der Initiatoren des Patriot Act.
Allan sprach vor dem Justizausschuss von bekannten Zahlen.Diese hatte Facebook bereits in seinem ersten „Transparenz-Bericht“ im August dieses Jahres veröffentlicht. Dass, ähnlich wie die Angaben über US-Anfragen an Internetkonzerne, auch die Angaben über die Anfragen von EU-Staaten nur eine vage Größenordnung darstellen könnten, schreibt die New York Times unter Verweis auf die Facebook-Sprecherin Linda Griffin.
The figures for Europe understate the volume of requests because of the existence of so-called Mutual Legal Assistance Treaties between European countries and the United States. Requests made through those treaties look similar to any other request by American authorities, so Facebook is unable to tell how many of those requests came from European Union governments.
Die Intransparenz der „Transparenz-Berichte“
Die von Facebook, Yahoo, Apple und Co. vorgelegten „Transparenz-Berichte“ und alle Aussagen über die Zahl der Informationsanträge von Regierungsseite sind allgemein zu hinterfragen. Besonders wenn es sich um Angaben zur Arbeit der US-Regierung handelt.
Denn unter dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) beziehungsweise dessen Verschärfung im Abschnitt 215 des Patriot Act von 2001 können US-Sicherheitsbehörden völlig geheim an Daten von Verdächtigen gelangen.
Über diese Art von Anfragen dürfen die Internetunternehmen unter keinen Umständen sprechen.
Aktuell klagen Facebook, Google und andere gegen diese sogenannte „Gag order“ (Knebelklausel) und das FISA-Gesetz. Das existiert schon seit 1978 – es wurde damals eigentlich verabschiedet, um Auslandsspionage ohne jeden Gesetzesrahmen zu unterbinden, schreibt die Electronic Frontier Foundation (EFF).
Informationen, die unter diesem Gesetz angefragt werden, müssen mit Auslandsspionage oder Terrorismus von Ausländern zusammenhängen. Überwachung von US-Bürgern kann dennoch legal sein, wenn diese dem internationalen Terrorismus verdächtigt werden.
Da alles im Geheimen passiert, ist es aber kaum möglich, die Gründe der Anfragen transparent zu machen, schriebt die EFF.
No one really knows what these terms mean other than the FISA court, which won’t release its decisions. And it’s even worse for FISA subpoenas, which can be used to force anyone to hand over anything in complete secrecy, and which were greatly strengthened by Section 215 of the USA PATRIOT Act.
Nutzer sind Facebook-Entscheidungen ausgeliefert
Allans Rede vor dem Parlamentsausschuss zielte in erster Linie darauf ab, das öffentliche Ansehen des Konzerns außerhalb der USA zu kitten. Dazu passt etwa, dass der Manager bei allen Erklärungsversuchen zur Kooperation von Facebook mit Regierungen immer die Suche nach Kindern oder deren Schutz ins Feld führt:
These requests run the gamut of matters – from things like a local sheriff trying to find a missing child, to a police department investigating an assault, to a national security official investigating a terrorist threat.
Insgesamt tauchen die Wörter „child” und „children” vier Mal in der Rede auf. Diese redundanten Erklärungsversuche offenbaren das eigentliche Problem. Facebook (und andere) haben das Ausmaß der Regierungsanfragen in sogenannten „Tranzparenz-Berichten” zwar veröffentlicht. Eigentlich zeigen diese Dokumente aber nur, dass völlig unklar ist, wie der Konzern die Regierungsbriefe, ‑faxe oder ‑Mails weiter bearbeitet.
In den Berichten existieren Quoten, die darstellen, auf wie viele Anfragen hin der Konzern Daten herausgegeben haben will. Das heißt Facebook nimmt nicht nur zur Kenntnis, der Konzern gibt auch vor, die Einzelfälle zu sichten und zu bearbeiten. 8500 – optimistisch geschätzte – Anfragen in einem halben Jahr. Das sind rund 1400 pro Monat, die aus Europa allein die irische Facebook-Filiale erreichten. Ob nun Kidnapping, Terrorismus oder Urheberrechtsverletzung: An allen diesen Gesuchen hängt ein juristischer Komplex. Wer sich bei Facebook den einzelnen Fällen wie genau annimmt und letztlich entscheidet, ob Daten an Behörden weitergegeben werden, hat auch Richard Allan vor dem Parlaments-Ausschuss nicht verraten. In dieser Hinsicht sind die Nutzer der Plattform den internen Entscheidungsprozessen des Konzerns völlig ausgeliefert.
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: Yahoo zur Europaparlaments-Anhörung: Sorry, können und dürfen nix sagen
: Yahoo zur Europaparlaments-Anhörung: Sorry, können und dürfen nix sagen
Am 7. November gibt es nach längerer Pause eine weitere Anhörung im Europäischen Parlament zu den Skandalen rund um die Geheimdienste dieser Welt. Das Programm ist recht ambitioniert: Zwischen 9:00 und 18:30 sollen 10 Experten in vier Sessions gehört und befragt werden.Zu diesen Experten wird allerdings entgegen der ursprünglichen Planung kein Vertreter von Yahoo gehören. Wie die Leiterin der Abteilung für Public Policy, Tekedra N. Mawakana, dem Ausschussvorsitzenden mitteilte, mache ein Erscheinen für die Firma keinen Sinn – Mitarbeiter aus den Vereinigten Staaten mit Kenntnissen der Vorgänge würden Gefahr laufen, US-Gesetze zu brechen, und Mitarbeiter aus Europa hätten keine entsprechenden Kenntnisse:
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: Etappensieg für „Europe versus Facebook“
: Etappensieg für „Europe versus Facebook“ Die Gruppe Europe versus Facebook hat heute eine Mitteilung veröffentlicht, die von einem ersten Erfolg in einer Klage gegen die irische Datenschutzbehörde (DPC) berichtet. Die Behörde hatte auf vorherige Anzeigen der Gruppe gegen Facebook und Google nur geantwortet, dass deren Datenübertragungen legal seien und keine weiteren Schritte unternommen. Die Anzeigen bezogen sich darauf, dass die Unternehmen nach Bekanntwerden der Überwachung durch die NSA weiterhin Daten in die USA übermittelten. Das widerspricht laut den Mitgliedern dem „Safe Harbor“-Prinzip, da man annehmen müsse, dass dort kein angemessener Datenschutz mehr gewährleistet ist. Unter dem Vorwand, die Anzeigen seien nicht ernstzunehmen, ist die DPC untätig geblieben, wie wir bereits berichtet haben. Daraufhin klagte Europe versus Facebook die Behörde selbst an, mit ihrer Ignoranz die Verletzung von Bürgerrechten in Kauf zu nehmen.
Nun hat der irische High Court die Klage zugelassen und sie der DPC zugestellt, die sich nun verantworten muss. Damit ist zwar noch nicht absehbar, wie das Verfahren ausgehen wird, aber zumindest der Anfang wurde gemacht.
Finanziert wird die Klage gegen die DPC als auch die gegen Facebook über Crowdfunding. Die offiziell angestrebte Summe von 300.000 Euro scheint hoch, ist jedoch für den Fall bestimmt, dass ein Urteil gegen Facebook angefechtet werden muss, was mit horrenden Kosten verbunden wäre.
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: Yet Another Change of Facebook’s Privacy Rules
Quelle: Facebook Newsroom : Yet Another Change of Facebook’s Privacy Rules Unsere Freunde von Facebook haben wieder einmal ihre Bedingungen geändert. Diesmal müssen die Datenschutzeinstellungen von Jugendlichen dran glauben, wie eine Bekanntmachung von Facebook zeigt.
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: Gerichtsverhandlung in Schleswig-Holstein: Facebook-Fanpages zulässig oder nicht? (Update: Entscheidung gefallen)
: Gerichtsverhandlung in Schleswig-Holstein: Facebook-Fanpages zulässig oder nicht? (Update: Entscheidung gefallen) Im November 2011 hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) angeordnet, dass Unternehmen in Schleswig-Holstein keine Facebook-Fanpages haben sollen, sonst drohe ihnen ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Facebook verstoße laut dem Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert gegen Bestimmungen deutscher Datenschutz- und Telemediengesetze und daher sei es nicht zulässig, dass deutsche Unternehmen von solch einer Infrastruktur Gebrauch machen.
Drei Unternehmen haben gegen diese Regelung Klage eingereicht, da sie die Werbemöglichkeiten schleswig-holsteinischer Unternehmen stark einschränke und sie im Wettbewerb mit anderen Firmen benachteilige. Heute seit 10:00 Uhr laufen die Gerichtsverhandlungen vor dem Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht, zu dem auch Facebook Ireland Ltd. geladen ist. In dem Verfahren geht es nicht nur um diese drei Einzelfälle, sondern auch um ein generelle Klärung der Frage, ob und wieweit deutsche Unternehmen für die Datenschutzpraxis der ausländischen Infrastruktur, die sie nutzen, verantwortlich sind.
Update: Die Richter haben entschieden, dass die Unternehmen nicht für den Datenschutz bei Facebook verantwortlich sind und daher weiter Fanpages betreiben dürfen. Ob die Frage damit geklärt ist, bleibt offen, da eine eventuelle Berufung gegen das Urteil zugelassen wurde.
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: Fürs Knutschen in den Knast – Jugendliche in Marokko für Kussfoto auf Facebook verhaftet
: Fürs Knutschen in den Knast – Jugendliche in Marokko für Kussfoto auf Facebook verhaftet Am letzten Donnerstag wurden in Marokko zwei Jugendliche dafür verhaftet, ein Foto auf Facebook veröffentlicht zu haben, dass die beiden küssend zeigt. Öffentliches Küssen wird in Marokko als Erregung öffentlichen Ärgernisses angesehen. Der 15-jährige und seine 14 Jahre alte Freundin sitzen, genau wie derjenige, der das Foto gemacht hatte, in einer Jugendhaftanstalt in Nador und sollen nächsten Freitag einem Jugendrichter vorgestellt werden.
Die Reaktionen auf die Festnahme und die Veröffentlichung des Fotos sind gespalten. In konservativen Kreisen mahnen Prediger, Eltern sollten ein Auge auf ihre Kinder haben, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholen möge. Auch auf Twitter finden sich Kommentare, welche den Eltern der Teenager Versagen vorwerfen und sie beschimpfen.
Der Großteil an Reaktionen von Bürgerrechtsorganisationen und der Öffentlichkeit zeigt jedoch Solidarität mit den Jugendlichen. Vor der Haftanstalt, in der sie festgehalten werden, hat sich ein Sit-In manifestiert. Viele Nachahmer posten mittlerweile ebenfalls Kussfotos von sich selbst auf Twitter und Facebook. Außerdem ist für nächsten Samstag, den 12. Oktober, ein Kiss-In an verschieden Orten Marokkos geplant, angekündigt in der Facebook-Gruppe als „Un baiser en public“ – „Ein Kuss in der Öffentlichkeit“:
Nein zu religiösem Faschismus! Marokko, Land der Liebe und der Freiheit! No pasarán!
Es wird sich wohl zeigen müssen, ob die Kapazitäten der Haftanstalten groß genug sind, um all die knutschenden Protestler voneinander getrennt festzuhalten, damit Zucht und Ordnung wiederhergestellt werden können…
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: PRISM Firmen antworten der Bundesregierung: „Meine Name ist Hase, ich weiß von nichts.“
: PRISM Firmen antworten der Bundesregierung: „Meine Name ist Hase, ich weiß von nichts.“ Acht der neun Internet-Unternehmen, die laut NSA Teil des Überwachungsprogramms PRISM sind, dementieren eine unmittelbare Zusammenarbeit mit US-Behörden. Das geht aus den Antworten der Firmen auf einen Fragenkatalog der Bundesinnenministeriums hervor, die wir an dieser Stelle veröffentlichen. Das Problem: Falls die Unternehmen einen Beschluss auf Grundlage des Foreign Intelligence Surveillance Act erhalten haben, dürfen sie gar nicht darüber sprechen.
Der Summer of Snowden kam so richtig ins Rollen am 6. Juni, als Glenn Greenwald über das Programm PRISM berichtete, das der NSA „direkten Zugriff auf die Systeme“ von neun der größten amerikanischen Internet-Firmen geben soll. Das wurde von amerikanischen Behörden auch nicht bestritten.
Die beteiligten Firmen jedoch wollen davon nichts wissen. Wie viele andere Stellen hat auch das deutsche Innenministerium einen Fragenkatalog an die beteiligten Firmen geschickt, über den wir hier berichtet hatten. Wir haben natürlich sofort eine Informationsfreiheits-Anfrage nach den Antworten gestellt. Nachdem auch Bundestag und Regierung auf die von uns veröffentlichten Fragen verwiesen haben und endlich die Antworten sehen wollten, haben wir heute endlich die Antworten erhalten:
Die Fragen der Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, Frau Rogall-Grothe, vom 11. Juni 2013 haben die folgenden Internetunternehmen beantwortet: Yahoo, Microsoft einschließlich seiner Konzerntochter Skype, Google einschließlich seiner Konzerntochter Youtube, Facebook und Apple. Keine Antwort ist bislang von AOL eingegangen.
Die Unternehmen Facebook und Google haben im Nachgang weitere Informationen zur Verfügung gestellt, die Ihnen auf Wunsch der beiden Firmen ebenfalls übermittelt werden.
Und die Antworten auf diese acht konkreten Fragen sind wenig überraschend: Niemand wusste von irgendwas.
