Datenschutz

Facebook startet Datenschutz-Aufklärungs-Simulation

Facebook hat mit aconnectedlife.info eine Infoseite ins Netz gestellt und simuliert da etwas Datenschutzaufklärung. Die enthält tatsächlich eine Menge Ironie. Relativ schmerzfrei heißt es dort z.B.:

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Wonach sollte ich fragen? Denke daran, es geht um deine persönlichen Daten. Zögere nicht, Fragen zu stellen wie: Was wird gesammelt? Wie wird es verwendet? Wer kann meine Daten sehen? Wo bekomme ich mehr Informationen?

Wir würden uns freuen, wenn diese Fragen von Facebook zur Datenverarbeitung bei Facebook auch beantwortet werden, aber bisher haben wir die Antworten noch nicht gefunden. Stattdessen wird auf den eigenen Support verwiesen. Oder aber an den irischen Datenschutzbeauftragten.

Wenn sich dein Problem nicht im direkten Kontakt mit dem Unternehmen oder über einen vertrauenswürdigen Dritten lösen lässt, kannst du dich an die Datenschutzbehörde am Sitz des Unternehmens wenden. Facebook hält sich an die EU-Datenschutzrichtlinie 95/46/EG und der Data Protection Commissioner of Ireland ist der zuständige Datenschutzbeauftragte für alle Aktivitäten von Facebook außerhalb der USA und Kanadas. Wenn du spezifische Fragen zu deinen Daten und Facebook hast kannst du dich also auch über die Webseite oder per E-Mail (info@dataprotection.ie) an den irischen Datenschutzbeauftragten wenden.

Wie wir wissen, weiß der das aber auch nicht so genau und möchte es eigentlich auch nicht so genau wissen. Vor allem hat der irische Datenschutzbeauftragte nicht soviele Ressourcen und ist zugleich für die Aufsicht über diverse US-amerikanische Großunternehmen zuständig. Um die knappen Ressourcen mal zu verdeutlichen haben wir bei Google-Streetview die Adresse der Behörde eingegeben und dort sieht es so aus:

Canal House Station Road Portarlington Co. Laois Ireland. - Google Maps 2014-04-11 16-36-28

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14 Kommentare
  1. Na was, der Supermarkt im Haus spricht für Effizienz: Die können rund um die Uhr arbeiten :)

    Der Eingang der Behörde ist übrigens von der Seite. Und der Parkplatz lässt vermuten, dass das mehr als ’ne One-Man-Show ist. Trotzdem dreist, de facto den Support dahin abzuschieben…

    1. In der 1 Station Rd. ist ein kleines Ladengeschäft (ein Schaufenster), das mit Data Protection Commissionar beschriftet ist.

      Der Parkplatz ist mit einem „Centra Car Park“-Schild versehen, gehört also wohl zum Centra-Supermarkt.

    1. Ich sehe in den aufgelisteten Teilen kein Problem.
      Die Daten von denen die da reden sind u.a. Beiträge.
      Oder wie würdest du es finden, wenn plötzlich Beiträge von dir verschwinden.

      Bezüglich des verbleiben von Daten nach dem Löschen, wenn du deinen E-Mail-Account löscht, bleiben die gesendeten E-Mails auch beim Empfänger, ausser er löscht die ebenfalls.

      Die 90 Tage über das Löschen wird ein Hinweis auf die Taperotation sein bei den Backups.
      (nach 90 Tagen einmal durchrotiert und damit werden die alten Backups überschrieben)

      Sieht für mich alles nach 08/15 mit juristischen Absicherungen für mögliche zukünftige Entwicklungen.

    2. Ja Wahnsinn!
      Alles was du da schreibst laesst sich zusammenfassen mit: „loeschen dauert halt, wir haben eben backups“
      Und: Finanztransaktionsdaten (Rechnungen!) behalten wir, wahrscheinlich aus gesetzlichen Gruenden (Steuerpruefung und so).
      Respekt. Richtig spooky evil shit ist das.

  2. Hier Backups

    http://www.peeep.us/91b0ab1c
    http://en.textsave.org/qlQ
    http://justpaste.it/f2ch

    P.S. wie ich schon zig mal geraten habe:

    1.) Benutzt VPN – das ist besser schneller und sicherer als Proxies oder Tor. Es gibt genug vertrauenswürdige Anbieter – wie etwa

    http://www.cyberghostvpn.com oder http://www.hide.me

    2.) Verschlüsselung ist schwer – gerade für Leute die gar nix mit Computern am Hut haben. Benutzt daher diesen Dienst um sichere Nachrichten mit brisanten Inhalt zu kommunizieren

    http://www.privnote.com

    3.) Sorgt generell dafür dass ihr immer eure IP im Internet verschleiert – mit VPN eben – damit spart ihr euch sooo viele Probleme und hält die Justiz dauerhaft vom Leib. Und gebt wo es geht falsche Daten an. Sogar bei echten Bestellungen wie etwa Online Shops könnt ihr den Vornamen Geburtsdatum Alter und Geschlecht immer falsch angeben – das hilft euch sogar notfalls den Kauf zu widerufen ;) Falsche Daten daher auch bei Facebook – Vornamen von mir aus echt lassen aber Nachnamen fälschen – oder mit nem geheimen Trick ganz weglassen damit man nur den Vornamen behält. Das wars im Grunde – die 3-4 Sachen bringen soooo viel mehr Sicherheit. Daher SOFORT umsetzen – UND – ganz wichtig – UNBEDINGT weiter erzählen kopieren verteilen verbreiten usw.

  3. Der Vergewaltiger erklärt: So schützen sie vor meinen Vergewaltigungen

    Wem Datenschutz wichtig ist, ist nicht beim Werbeunternehmen Facebook und leitet seine Mitmenschen auch nicht dazu an sich von Facebook benutzten (=Benutzer) zu lassen, Punkt.

    1. Trotzdem ziemlich mickrige Butze dafür, dass dort die Einhaltung des Datenschutzes in ganz Europa agierender Weltkonzerne überprüft werden soll.
      Das sendet ein ganz deutliches Signal:
      Wir erachten Datenschutz nicht als wichtig genug, als dass wir ein ordentliches Büro mit genügend Mitarbeitern dafür einrichten.

  4. Ganz übler Propaganda-Fail. Das ist ja fast wie das Sarajewo-Foto des Mannes, der angeblich hinter dem Zaun stand.

    Sofortige Korrektur ist hier dringend notwendig, wenn Netzpolitik nicht ganz erheblich Glaubhaftigkeit einbüssen will. Gerade als aktiver Datenschützer geht mir so eine üble Propaganda-Nummer ganz gewaltig auf den Keks, weil es unsere Position schwächt.

    Ja, natürlich meine ich die Tatsache, dass der Eingang um die Ecke ist und hier auf billigste Weise suggeriert wird, da wäre gar nix.

    Da mal hinzufahren und dem eine Woche lang auf die Pelle zu rücken bei seiner Arbeit wäre die sinnvollere Variante als so ein verfrühter Knieschuss.

    1. Habe es nicht so empfunden als würde hier suggeriert werden als wäre da garnichts sondern das hier ein großes Unternehmen bei einer Mammutaufgabe wie dieser auf ein kleines Büro in Irland verweist das sicherlich noch mehr zu tun hat und, wie man auf dem Bild gut sieht, nicht gerade mit den besten Mitteln ausgestattet ist sondern in irgendeinem Büro über einem Supermarkt hockt.
      Natürlich kann es sein das die trotzdem tollste Arbeit abliefern.

  5. Nochwas: die Leute sind freiwillig bei Facebook. Und Millionen von Webmastern machen auch mit und verlinken deren Spion-Bildchen in der Hoffnung auf ein paar Talerchen – das ist viel schlimmer, dass die alle mitmachen.

    Nein, ich bin nicht bei Facebook, aber ich habe auch keine Angst vor den gesellschaftlichen Konsequenzen die es hat, wenn ich Facebook-Nutzer als Hornochsen bezeichne und sie auffordere, meine Email Adresse von Ihrem Rechner zu löschen und mir verbiete, mir jemals wieder eine Email oder irgendwas anderes zu schreiben, solange sie Facebook nutzen. Die etwas abgemilderte Version lautet „schreibe mir nur von einem Rechner, auf dem Du Facebook nicht benutzt und nicht von dem Email-Account, bei dem Du bei Facebook angemeldet bist“.

    Es ist mal langsam an der Zeit, die Konfrontation in die passende Richtung zu schieben. Das lächerliche Herumgejammere über eine US Firma ist sinnlos, wenn wir nicht endlich mal anfangen die dämlichen FB-User als solche zu bezeichnen und konsequent zu isolieren. Angebot von Alternativen geh“rt natürlich dazu, also setze Ihnen nach der Beschimpfung einen Chat-Server auf, um die Wogen zu glätten.

    Immer dieses „die armen Nutzer“ Schema geht mir auf den Sack. Die Leute sind sehr wohl kompetent und in der Lage, sihc anders zu entscheiden, man muss nur mal Klartext reden.

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