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: Datenschutz-Klage gegen Facebook
: Datenschutz-Klage gegen Facebook Das Electronic Privacy Information Center (EPIC) hat zusammen mit neun weiteren amerikanischen Organisationen bei der Federal Trade Commission (FTC) Klage gegen Facebook eingereicht. Die Bürgerrechtler sind der Meinung, die vor wenigen Tagen eingeführten Datenschutz-Regelungen des Social Networks verstieße gegen das US-Konsumentenschutzgesetz.
Die Klage zielt darauf ab, dass die neuen Privatsphäre-Einstellungen für einige Benutzerinformationen keine Optionen mehr enthalten. Auf diese Weise ist es nicht mehr möglich, bestimmte Teile des Profils als nicht-öffentlich einzustellen.
Dazu gehört unter anderem die Liste der Freunde. Dabei hat Facebook mittlerweile zwar nachkorrigiert, öffentlich bleibt diese Informationen allerdings auch nach den Änderungen noch. Man könnte sogar von einer Verwirrung der Nutzer sprechen, denn man kann die Anzeige der Freundesliste im Profil abschalten – Applikationen von Drittanbietern können allerdings weiterhin darauf zugreifen.
Gegenüber der New York Times zeigte sich Facebook in Reaktion auf die Klage von EPIC weiterhin unbeirrt. Man freut sich darüber, wie viele Nutzer bereits Veränderungen an ihren Privatsphäre-Einstellungen vorgenommen haben und lobt das eigene Verhalten:
Facebook’s plan to provide users control over their privacy and how they share content is unprecedented in the Internet age.
Das könnte man auch unverschämt nennen.
(via)
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: Facebooks neue Privatsphäre-Einstellungen
: Facebooks neue Privatsphäre-Einstellungen Facebook hat gestern neue Privatsphäre-Optionen eingeführt. Die 350 Millionen User des Social Networks werden beim Einloggen aufgefordert, ihre Einstellungen neu festzulegen.
Die Privatsphäre-Optionen werden deutlich vereinfacht. Unter anderem werden regionale Netzwerke abgeschafft, die bisher dazu führten, dass Personen Informationen teilweise unfreiwillig mit einer ganzen Stadt oder einem Land teilten. Für einige Daten werden Einstellungsmöglichkeiten ganz abgeschafft.
Von Seiten des Unternehmens hieß es, man wolle Nutzern mehr Kontrolle über ihre Privatsphäre geben. Kritiker allerdings sehen in den neuen Optionen einen Versuch, Aktivitäten in dem Social Network sichtbarer zu machen und so den Traffic zu erhöhen.
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: Hacktivism für mehr Datenschutz bei Facebook
: Hacktivism für mehr Datenschutz bei Facebook Eine Gruppe schwedischer Hacker hat in den vergangenen Tagen hunderte Facebook-Gruppen übernommen. Sie ersetzten dort Bilder und Beschreibungen, um auf bestehende Sicherheitslücken bei dem Social Network hinzuweisen. Zudem verschickten sie eine Nachricht mit dem gleichen Inhalt an alle Mitglieder der Gruppen:
„Hello, we hereby announce that we have officially hijacked your Facebook group.“
So beginnt die Nachricht der Hacker an die Gruppenmitglieder. Sie weisen darauf hin, dass sie dadurch ein gewisses Maß an Information über die betroffenen Personen gebieten – und diese beliebig modifizieren können. Zum Beispiel, indem sie den Namen einer Gruppe in „Ich unterstütze die Rechte von Pädophilen“ umändern.
Mit drastischen Beispielen wollen die Hacker darauf aufmerksam machen, dass der Datenschutz in Social Networks häufig keine große Rolle spielt. Auf ihrer Website schreiben sie:
Social media has become a natural part of most people’s daily lives. Unfortunately the security aspects of social media have been more or less neglected.
We want security matters to become just as obvious in people’s online activities as sharing, posting and connecting.
Die Seite trägt den Titel „control your info“. Entsprechend geben die Aktivisten dort Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn man sich auf Social Networks bewegt.
Die Sicherheitslücke, die von den Schweden ausgenutzt wurde, ist übrigens denkbar simpel: Wenn der Administrator einer Gruppe diese verlässt, kann jedes beliebige Mitglied seinen Posten übernehmen und anschließend die Informationen auf der Seite bearbeiten. Die meisten Gruppen-Mitglieder dürften davon kaum etwas mitbekommen.
Facebook hat als erste Reaktion die Fan-Seite von „control your info“ gelöscht. Da das Problem nun offensichtlich bekannt ist, könnte man ja auch gleich das tatsächliche Ärgernis angehen, anstatt nur den Boten zu strafen.
(via)
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: Netzpolitik auf Facebook
: Netzpolitik auf Facebook Falls es jemanden interessiert: Seit einigen Wochen gibt es eine Facebook-Fanpage für netzpolitik.org. Als Fan bekommt man die neuesten Artikel über RSS in die eigene Nachrichten-Timeline hinein. Sonst hab ich noch keine sinnvolle Anwendung dafür gefunden.
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: StudiVZ gewinnt gegen Facebook (in Köln)
: StudiVZ gewinnt gegen Facebook (in Köln) Das Landgericht Köln hat heute eine Klage von Facebook gegen StudiVZ abgewiesen . Facebook hatte das deutsche Copycat verklagt, weil die angeblich den Quellcode sowie das Design kopiert haben. Die Sache mit dem Quellcode war wohl so schlecht begründet, dass die Kölner Richter es nicht für nötig hielten, dafür überhaupt Sachverständige heranzuziehen. Zu der Design-Sache hatte ich schon früher hier kommentiert:
Wer sich über die Facebook-vs-StudiVZ-Klage freut, ist auch für Patente auf Software und Businessmodels. Wenn das Kopieren von “Look & Feel” satisfaktionsfähig wären, dann hätten wir heute weder Windows noch Mac OSX noch Linux, weil irgendwer bei XeroxParc mal die Idee mit Fenstern und Maussteuerung hatte. Und “Features & Services” (also: Freundeslisten, Profile, den ganzen Kram halt) von Social-Networking-Plattformen heute noch abzumahnen ist ungefähr so dreist wie eine Klage wegen Benutzung von HTML.
Auch wenn man StudiVZ nicht mögen muss: Die Entscheidung ist daher richtig.
Weitere Klagen sind noch in Kalifornien und in Stuttgart anhängig, die Sache ist also noch lange nicht ausgestanden. Mehr Hintergrund gibt es bei Web 2.0 & Recht (update:) und bei heise.
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: Peter Schaar bei Facebook
: Peter Schaar bei Facebook Unser Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar ist jetzt auch (mit Sonnenbrille) bei Facebook vertreten. Über seine Erfahrungen und aktuelle Datenschutz-Fragestellungen hat ihn das Manager-Magazin interviewt: „Ich habe Facebook schätzen gelernt“.
Schaar: Zum Beispiel über die völlige Belanglosigkeit von vielem, was da eingestellt wird. Da gibt es drei Arten von Beiträgen: Einmal eine sehr persönliche, bei der man mitteilt, wie man sich fühlt und was man gerade macht. Dass man gerade eine Pizza gegessen hat und diese einem nicht so gut bekommen ist. Das haut mich nicht wirklich vom Hocker.
Dann sind da die Politiker-Accounts, die aus Sprechblasen bestehen, und bei denen ich manchmal das Gefühl habe, sie haben gar nicht selbst geschrieben. Aber es gibt auch eine dritte Art von Beiträgen, die ich durchaus ernst nehme. Da haben Teilnehmer ein Anliegen und nutzen das Medium, um sich darüber auszutauschen, zu diskutieren und Verabredungen zu treffen. Das ist für mich eine sinnvolle Ergänzung anderer Kommunikationsformen.
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: Demokratie in sozialen Netzwerken?
: Demokratie in sozialen Netzwerken? Nach dem PR-Desaster um die neuen Nutzungsbedingungen hat die Netzwerk-Plattform Facebook jetzt eine Reihe von Neuerungen veröffentlicht. Unter anderem sind das folgende:
- Die Nutzungsbedingungen heissen jetzt „Rights and Responsibilities“ (etwa: „Rechte und Pflichten“). Sie werden ergänzt durch die „Facebook Principles“ (Facebook-Prinzipien), die eine Art von Rechte-Charta der Nutzer darstellen.
- Sie werden bis zum 29. März im Entwurf zur Debatte gestellt und sollen aufgrund des Nutzer-Inputs überarbeitet werden.
- Die Nutzer können über Änderungsvorschläge abstimmen, wenn mehr als 7000 der geschätzten 175 Millionen Nutzer einen Kommentar zu einer Änderung abgeben.
- Die Ergebnisse solcher Abstimmungen werden von Facebook als bindend angesehen, wenn mindestens 30% der Nutzer (ungefähr 52,5 Millionen) sich daran beteiligen.
- Die bisher vorgeschriebene außergerichtliche Einigung im Falle von Streitigkeiten zwischen Facebook und den Nutzern wird durch ein Verfahren vor den Gerichten (an Facebooks Sitz in Kalifornien) ersetzt.
Nach den bisherigen Reaktionen wird dies alles von Leuten von der Electronic Frontier Foundation, von Privacy International, und vom Electronic Privacy Information Center als sehr guter Schritt in die richtige Richtung bewertet. Ich bin da etwas skeptischer, weil z.B. das Mindestquorum von 30% der Nutzer ziemlich sicher nie erreicht werden wird und Facebook sich weiterhin das Recht vorbehält, auch ohne Ankündigung oder Abstimmung Änderungen an den Nutzungsbedingungen vorzunehmen.
Der Ansatz, für solche quasi-öffentlichen Räume im Netz eine Art Konstitutionalisierung einzuführen, geht aber auch nach meiner Meinung in die richtige Richtung. Sprachlich und konzeptionell ist das alles nämlich ein interessanter Sprung in Richtung einer „Verfassung“ für soziale Netzwerke. Es gibt eine Grundrechte-Charta, es gibt bindende Abstimmungen, es gibt den ordentlichen Rechtsweg. Das sind einige der zentralen Elemente moderner Verfassungen. Diese Sicht wird auch von Facebook selber bestätigt. Chris Kelly, der Chief Privacy Officer von Facebook, nennt die neuen Nutzungsbedingungen explizit „constitutional documents“, also „Verfassungsdokumente“. Auf die Tatsache, dass die Firma Facebook quasi eine Regierungsfunktion im Verhältnis zu ihren Nutzern hat, haben Online-Forscher wie Fred Stutzman schon vor einiger Zeit hingewiesen.
Was jetzt noch fehlt, wären natürlich Wahlen, also die direkte Vertretung der „Bevölkerung“ in den Entscheidungsprozessen des Unternehmens. Bislang ist nur ein handverlesener „Nutzerrat“ vorgesehen. Dass man hier das Prinzip noch nicht ganz verstanden hat, zeigt auch die aktuelle Stellungnahme von Gründer Mark Zuckerberg:
„History tells us that systems are most fairly governed when there is an open and transparent dialogue between the people who make decisions and those who are affected by them. We believe history will one day show that this principle holds true for companies as well, and we’re looking to moving in this direction with you.“
Während eine Demokratisierung auch von privaten Unternehmen nicht verkehrt ist, zumal wenn sie wie Facebook soziale Räume bereitstellen, muss irgendjemand Herrn Zuckerberg noch erklären, dass Demokratie mehr bedeutet als nur ein Dialog. Aber wie gesagt, mit dieser Entwicklung geht Facebook in eine interessante Richtung. Mal sehen, wann sich die Konkurrenz einen Schritt weiter traut.
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: Facebook and the Social Dynamics of Privacy
: Facebook and the Social Dynamics of Privacy Clay Shirky verweist auf BoingBoing auf das Papier „Facebook and the Social Dynamics of Privacy“ von James Grimmelmann von der New York Law School:
This Article provides the first comprehensive analysis of the law and policy of privacy on social network sites, using Facebook as its principal example. It explains how Facebook users socialize on the site, why they misunderstand the risks involved, and how their privacy suffers as a result. Facebook offers a socially compelling platform that also facilitates peer-to-peer privacy violations: users harming each others’ privacy interests. These two facts are inextricably linked; people use Facebook with the goal of sharing some information about themselves. Policymakers cannot make Facebook completely safe, but they can help people use it safely.
The Article makes this case by presenting a rich, factually grounded description of the social dynamics of privacy on Facebook. It then uses that description to evaluate a dozen possible policy interventions. Unhelpful interventions—such as mandatory data portability and bans on underage use—fail because they also fail to engage with key aspects of how and why people use social network sites. The potentially helpful interventions, on the other hand—such as a strengthened public-disclosure tort and a right to opt out completely—succeed because they do engage with these social dynamics.
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: 2. Kurzstudie: Politik im Web 2.0 in Deutschland
: 2. Kurzstudie: Politik im Web 2.0 in Deutschland Vier Monate nach dem ersten Release haben wir unsere Kurzstudie zu „Politik im Web 2.0 in Deutschland“ (PDF) wieder mit neuen Zahlen aufgelegt. Dabei haben wir die Präsenz der Parteien, ihrer Spitzenpolitiker und ihrer Jugendorganisationen in verschiedenen Social Networks wie StudiVZ, MySpace, Facebook und Xing, im Videoportal YouTube und bei Twitter untersucht.Große Veränderungen gibt es nicht, aber weitgehend ist ein langsames Ansteigen der parteipolitischen Aktivitäten sichtbar. Einzelne Ausnahmen bestätigen die Regel.
Hier ist die Pressemitteilung dazu: Politik im Web 2.0: Parteien setzen auf die Röhre.
Die zweite Ausgabe der quartalsweise erscheinenden quantitativen Kurzstudie „Politik im Web 2.0“ der Berliner newthinking communications GmbH zeigt es deutlich: der Wahlkampf hat im Internet noch nicht begonnen. Nach wie vor scheuen Spitzenpolitiker das Internet, die Parteizentralen entdecken nur langsam das Potenzial des Mediums für sich.
Kleine Experimente wie der Twitter-Account der Partei „Bündnis ’90 /Die Grünen“ und des SPD-Generalsekretärs Hubertus Heil sind jedoch Indizien für ein wachsendes Interesse. Ein besonderer Fokus der Kurzstudie in ihrer zweiten Ausgabe liegt daher auf dem Mikro-Blogging-Dienst Twitter.
Noch halten sich die Parteien und vor allem die Spitzenpolitiker zurück. „Barack Obama biegt nach 21 Monaten Wahlkampf nun auf die Zielgerade ein,“ sagt Markus Beckedahl. „In Deutschland sieht es danach aus, als ob die deutschen Parteien und Spitzenpolitiker der festen Meinung sind, dass 10 Monate Wahlkampf genug sein werden.“ Ob das auch für einen nachhaltigen und guten Onlinewahlkampf ausreichen wird, wird sich zeigen.
Die von vielen Medien hochgeschriebene Plattform YouTube scheint weiterhin irrelevant. Facebook legt an Nutzerzahlen und Aktivitäten gegenüber dem deutschen Klon StudiVZ stetig zu. Facebook ermöglich deutlich mehr Aktivitäten und politische Testimonials, Events und mehr. Erste Gehversuche gibt es mit dem Micro-Blogging-Dienst Twitter.
Die nächste Ausgabe der Kurzstudie „Politik im Web 2.0“ erscheint im Januar 2009.
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: Live-Interview mit Facebook-Gründer Marc Zuckerberg
: Live-Interview mit Facebook-Gründer Marc Zuckerberg Montag vormittag von 10:30h ‑11:30h interviewe ich zusammen mit Ulrike Reinhard und Dominik Wind im Rahmen von We-TV den Facebook-Gründer Marc Zuckerberg. Das Interview wird ein kleines Experiment, weil wir eine Videokonferenz-Software nutzern, aber alle im selben Raum sitzen. Das heisst, es ist live, man kann es im Netz verfolgen und als Chatpartner auch teilnehmen. Mal schauen, ob alles technisch gut klappt.
Und hier läufts:
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: Facebook verklagt StudiVZ
: Facebook verklagt StudiVZ Da wundert man sich etwas, warum das so lange gedauert hat: Facebook verklagt StudiVZ. Das berichtet die Financial Times Deutschland. Erstmal wird vor einem kalifornischen Gericht geklagt. Unklar ist, ob hierin Deutschland auch Anklage erhoben wird.
Dem Facebook-Klon soll untersagt werden, weiterhin „look, feel, features and services“ von Facebook.com zu kopieren. „Ein großer Teil des Erfolgs – wenn nicht der gesamte Erfolg – von StudiVZ ist dem Kopieren und dem Missbrauch von Facebooks geistigem Eigentum geschuldet“, heißt es in der 116-seitigen Klageschrift, die Facebook heute bei einem US-Bezirksgericht in San Jose im Silicon Valley einreichte.