Datenschutz

Hacktivism für mehr Datenschutz bei Facebook

Eine Gruppe schwedischer Hacker hat in den vergangenen Tagen hunderte Facebook-Gruppen übernommen. Sie ersetzten dort Bilder und Beschreibungen, um auf bestehende Sicherheitslücken bei dem Social Network hinzuweisen. Zudem verschickten sie eine Nachricht mit dem gleichen Inhalt an alle Mitglieder der Gruppen:

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

„Hello, we hereby announce that we have officially hijacked your Facebook group.“

So beginnt die Nachricht der Hacker an die Gruppenmitglieder. Sie weisen darauf hin, dass sie dadurch ein gewisses Maß an Information über die betroffenen Personen gebieten – und diese beliebig modifizieren können. Zum Beispiel, indem sie den Namen einer Gruppe in „Ich unterstütze die Rechte von Pädophilen“ umändern.

Mit drastischen Beispielen wollen die Hacker darauf aufmerksam machen, dass der Datenschutz in Social Networks häufig keine große Rolle spielt. Auf ihrer Website schreiben sie:

Social media has become a natural part of most people’s daily lives. Unfortunately the security aspects of social media have been more or less neglected.

We want security matters to become just as obvious in people’s online activities as sharing, posting and connecting.

Die Seite trägt den Titel „control your info“. Entsprechend geben die Aktivisten dort Tipps, wie man sich verhalten sollte, wenn man sich auf Social Networks bewegt.

Die Sicherheitslücke, die von den Schweden ausgenutzt wurde, ist übrigens denkbar simpel: Wenn der Administrator einer Gruppe diese verlässt, kann jedes beliebige Mitglied seinen Posten übernehmen und anschließend die Informationen auf der Seite bearbeiten. Die meisten Gruppen-Mitglieder dürften davon kaum etwas mitbekommen.

Facebook hat als erste Reaktion die Fan-Seite von „control your info“ gelöscht. Da das Problem nun offensichtlich bekannt ist, könnte man ja auch gleich das tatsächliche Ärgernis angehen, anstatt nur den Boten zu strafen.

(via)

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20 Kommentare
  1. > Zum Beispiel, indem sie den Namen einer Gruppe
    > in “Ich unterstütze die Rechte von Pädophilen”
    > umändern.

    Auch ich unterstütze die Rechte von Pädophilen. Es sind dieselben Rechte, die für jeden Menschen Gültigkeit besitzen.
    Pädophil zu sein, ist meines Wissens nach glücklicherweise noch kein Straftatbestand.

    Ein ziemlich unglückliches Beispiel für diese Aktion.

    1. Es ist sicher richtig, daß z. B. potenzielle Arbeitgeber mit dem Schlagwort „Pädophilie“ automatisch Dinge verbinden wie Widerwärtigkeit, Ekel, Unmenschlichkeit, Strafbarkeit, etc.

      Ich sehe „Pädophilie“ zunehmend den Platz des Schreckgespenstes einzunehmen, mit dem sich alles Mögliche rechtfertigen lassen soll.
      Längst ist „Kinderpornographie“ und in dessen Bugwelle auch der „Pädophile“, der automatisch „Kinderschänder“ ist, zum Zwilling des etwas abgenutzten Angstbildes des „Terrorismus“ geworden.
      Beides sind v. a. in der durchschnittlichen öffentlichen Wahrnehmung derart diffus – wobei das natürlich dankend von Aktionismus-Politikern angenommen und keineswegs durch z. B. klare Definitionen eingeschränkt wird -, daß niemand so recht weiß, was man darunter zu verstehen hat.

      Diese Strategie fügt beim Terroristen mittelbar bspw. legitimen Protestgruppen wie etwa Umweltschützern Schaden zu – was u. U. auch nicht ganz ungewollt ist -, bei Pädophilen sehe ich unmittelbar eine konkrete Personengruppe zunehmender Stigmatisierung ausgesetzt, was u. U. dazu führt, daß sich diese Leute und ihre Neigung verstecken, statt bspw. Hilfe zu suchen.

      Ich habe zudem ein großes Problem, wenn Aktivisten sich derselben Angstrhetorik bedienen wie diejenigen, gegen die sie sich wenden.

      Das Anliegen der Hacktivisten der Facebook-Aktion mag ehrenwert und notwendig sein, die Methode kann man in Frage stellen und die konkrete Umsetzung halte ich für wenig durchdacht.

  2. > Wenn der Administrator einer Gruppe diese
    > verlässt, kann jedes beliebige Mitglied seinen
    > Posten übernehmen und anschließend die
    > Informationen auf der Seite bearbeiten.

    Ist das im VZ nicht genauso?

  3. @Marc: Da denkt ja noch jemand mit. ;)

    Generell ist es einfach:
    Pädophilie an sich ist erlaubt, jeder deutsche Bundesbürger hat das Recht dazu.
    Jeder Bundesbürger hat das Recht „rechts“ zu sein. Er kann auch „links“ sein.
    Ebenso hat jeder Bundesbürger das Recht alle Mitmenschen zu hassen.
    Generell darf man ja sogar in Gedanken Amok laufen oder sich vorstellen wie es wäre.

    Solange es bei Gedanken/Äußerungen bleibt UND niemand beleidigt/genötigt/gedemütigt oder sonstwie eingeschränkt/benachteiligt/usw wird ist alles ok. Das vergessen viele Menschen.

    Von mir aus sollen 10.000.000 Menschen pädophil sein. SOLANGE!!! die keinem Kind was antun oder etwas verbotenes machen wird NIEMAND geschadet. << Und das ist es was viele Menschen nicht mehr auf die Reihe kriegen zu unterscheiden. Jemand der "Rechts" denkt oder "Rechts" ist ist nicht automatisch ein Schläger. Und nicht jeder Pädophile ist ein Kindesmissbraucher.

    Sicher, die Gedanken/Meinungen und Phantasien gewisser Menschen mögen verwerflich sein, aber solange es bei Gedanken/Meinungen bleibt haben ALLE dies zu respektieren.

    Für mich sind eh alle Menschen gleich wertlos. Am meisten hasse ich die Weissen. Generell müsste man allen Menschen verbieten weiss zu sein, Anhänger finden sich da bestimmt genug. (Blödes Beispiel? Ist aber genauso engstirniges Denken wie es über 90% der Bürger an den Tag legen. Was denen nicht passt gehört verboten und darf nicht sein. "Rechts" sein ist böse, das sagen die netten Politiker. Also hat niemand mehr das Recht dazu. Basta!")

    Danke fürs Lesen diesen langen Kommentars. Und nein, ich bin weder pädophil, noch bin ich rechtsradikal. Eine gewisse Abneigung gegen über 90% der Mitmenschen habe ich jedoch wirklich, vor allem gegen gewisse Anzugträger die die Verfassung täglich aufs neue "foltern" usw…

  4. Ich bin pädosozial, pädophil und teilweise pädosexuell und finde die Aktion gut. „Support Lovers Rights“ gab es früher mal.
    Kann nicht für alle sprechen, aber ich will eine Freundschaft mit Kindern, dann geht es mir schon sehr sehr gut. Da ist nichts schlimmes dran, bis auf das man sich mal damit befassen muss.
    Angst hab ich vor jedem der Gewalt anwendet und/oder was mit seinen eigenen Kids anfängt.
    Ich weiß leider auch nciht, wer sich ausgedacht hat, dass ich weniger Rechte habe(n soll), aber es tut verdammt gut mal zu hören, dass es wohl doch noch einige vernünftig denkende gibt! Falls fragen sind, kommt ins Forum und fragt mich/uns einfach mal.
    Da kann ich im Sinne aller sprechen: Wir sind daran interessiert aufzuklären!

  5. @Simon: „Rechts sein“ ist nicht böse, sondern einfach nur verachtenswert – Punkt! Da gibt es gar nichts dran zu drehen. Mir braucht niemand erzählen, dass diese möchtegern-Saubermänner der braunen Ecke absolute Menschenverachter sind. Deshalb gehörten Nazis, Faschos, Rechtsradikale, Rechte oder wie man sie nennen wil, bekämpft!

  6. @Marc & Simon

    Das hängt ganz davon ab, wie man das Wort „pädophil“ versteht. Ihr beide versteht es als Bezeichnung für eine Neigung oder Vorliebe zu Sexualität mit Kindern, aber das ist wahrscheinlich nicht der übliche Sprachgebrauch. Das Wort bezeichnet ja üblicherweise nicht nur die Neigung sondern auch die aus dieser Neigung heraus begangenen Handlungen. Pädophilie ist also nicht nur die Neigung zu Geschlechtsverkehr mit Kindern sondern auch dieser wenn er tatsächlich praktiziert wird. Wenn man sagt „Das ist ein Pädophiler“ meint man damit üblicherweise ja, daß er sich an Kindern vergangen hat. Und in diesem Sinne ist Pädophilie strafbar und haben Pädophile durchaus mit Beschränkungen ihrer Rechte zu rechnen.

  7. @ 10/Pflicht:
    Rechts sein an sich ist in meinen Augen ok. Es gibt da aus meiner Sicht ebenfalls sehr große Unterschiede. Rechts sein geht von „Ich hab nix gegen Ausländer, aber die die hier soviel Scheisse bauen gehören hier nicht her und diese Kerle hasse ich!“ zu „Alle Ausländer sind Schweine, egal was sie tun oder nicht tun!“. Das Zweiteres verwerflich ist sehe ich auch so, aber gegen Menschen mit erstgenannter Meinung habe ich nichts.

    Und wie ich in meinem vorigen Beitrag schrieb: Die eigene Meinung ist NICHT der Standpunk aller Menschen, sondern nur von dir (in dem obigen Fall).

    Die USA haben gefoltert << DAS finde ich zutiefst verwerflich. Aber dagegen vorgegangen ist kein deutscher Politiker. Wenn man das mal so sagen darf: Das Arschkriechen bei den USA geht weiter, die EU machts ja brav vor.

    @ 11/Hyperboreas:
    Als "pädophil" an sich verstehe ich in erster Linie NUR! die Neigung/Bezeichnung, ja. Sämtliche Handlungen dergleichen verurteile ich jedoch ebenfalls, NICHT jedoch die bloße Meinung/Neigung/Bezeichnung. Jeder kann mögen was er mag, solange er nichts böses tut.

    Und ich kann allen nur raten, bzw. euch bitten: Versucht NICHT anderen ihre Meinungen zu verbieten. Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung. Auch ihr und ich. Und wenn ihr dafür seid anderen die Meinungen verbieten zu können, dann seht euch vor das sowas nicht bald Wirklichkeit ist und dann vielleicht eure Meinung die Verbotene ist.

    Es ist leider derzeit zu sehr in Mode auf alles was nicht gefällt eine moderne Hexenjagd zu veranstalten. Ist Deutschland mittlerweile wirklich so intolerant? Oder lassen sich einfach nur zu viele Menschen zu leicht beeinflussen?

    Ich meine: Z.B. Rechte und Pädophile werden alle über einen Kamm geschoren. Auch die die überhaupt NICHTS getan haben (Bitte NICHT ausweiten, wer Kinder missbraucht oder Ausländer/Inländer zusammenschlägt und tötet gehört bestraft, das steht völlig ausser Frage!). Sind diese Menschen schuldig/böse nur weil sie so denken oder solche Neigungen haben, obwohl sie vielleicht NICHTS gemacht haben? Beispiel Jörg Tauss: Der war schon schuldig bevor er überhaupt angeklagt wurde. Gabs ja auch nichts dran zu rütteln, der wars und fertig. Ne Gerichtsverhandlung gar nicht erst zulassen. << Wollen wir wirklich so ein Land? Wo die Medien mit genug Hetze dafür sorgt das einzelnen Menschen die Grundrechte genommen werden? (Sofern er schuldig ist möge er bitte entsprechend hart bestraft werden, aber solche Entscheidungen hat ein Gericht zu treffen, nicht das Volk! Selbstjustiz ist aus gutem Grund verboten.) Ich wünsche jedem einzelnen das er/sie NICHT unschuldig vor Gericht landet UND verurteilt wird. Nichtmal denen die gern jeden der in deren Augen schuldig ist direkt verurteilen würden, ohne Verhandlung oder Anhörung.

    Erneut danke fürs lesen, wurde wieder mal sehr lang.

  8. Es gibt bei Facebook sehr viele Möglichkeiten seine Daten zu schützen, man muss sich nur ein wenig mit den „Einstellungen“ befassen, da kann man nämlich tatsächlich einiges einstellen! (verrückt, ich weiß)Zum Beispiel auch „benachrichtigt mich wenn der Name einer Gruppe der ich angehöre geändert wird“ und „diese Informationen können Anwendungen von dir benutzen“. Ich gebe öfter mal so Nachhilfe-Kurse in „Facebook“, bald kann ich wahrscheinlich Geld damit verdienen.
    Und natürlich müssen die Rechte (Menschenrechte) eines Pädophilen berücksichtigt werden , zB das Recht auf einen Prozess. Anders stellt sich die Lage dar bei einer Gruppe die „für freien Sex mit Kindern“ hieße oder auch „Vergewaltigungen sind geil“ wie jüngst von australischen Studenten ins Leben gerufen.

    Und @Hyperboreas: Der Begriff Pädophilie bezeichnet das primäre sexuelle Interesse an Personen vor der Pubertät. Sofern es dauerhaft ist und der Betroffene darunter leidet oder wenn er sie in realen Sexualkontakten mit Kindern auslebt, wird Pädophilie als psychische Störung angesehen, und zwar als Störung der Sexualpräferenz (Paraphilie).Der Begriff Pädosexualität wird teilweise synonym zum Begriff Pädophilie benutzt, teilweise wird er auch gezielt verwendet um zwischen sexueller Präferenz (Pädophilie) und sexuellem Verhalten (Pädosexualität) abzugrenzen.
    Pädophil ist also nicht = Kinderficker.
    Und es ist besonders schade, dass dies immer noch so gesehen wird, denn oft geht ein Pädophiler Mensch nicht zum Arzt um sich behandeln zu lassen, weil er Angst davor hat sofort kriminalisiert zu werden.

  9. @Nina
    Es ist mir klar, daß Pädophilie ein Fachbegriff ist, der eine spezielle Bedeutung hat, die sich eben nur auf die Neigungen eines Menschen bezieht und nicht auf seine Handlungen. Insofern steht das Wikipedia ganz richtig. Es gibt aber einen Unterschied zwischen der Definition eines Begriffs und seinem tatsächlichen Gebrauch. Für den Wissenschaftler mit seinem sorgfältigen ausgearbeitetem Fachvokabular bedeutet das Wort „Pädophiler“ nur, daß jemand ein „sexuelles Interesse an Personen vor der Pubertät“ hat. Aber wenn der „Mann auf der Straße“ „Pädophiler“ sagt, dann meint er eben doch „Kinderficker“. In gewissem Sinne gebrauchen also viele Menschen dieses Wort „falsch“.
    Vielleicht beruht Simons Eindruck, daß es eine „moderne Hexenjagd“ in Deutschland gibt, auf diesem Mißverständnis. Wenn ein Politiker sagt, man müsse Maßnahmen gegen Pädophile ergreifen, dann benutzt er dieses Wort nicht in seiner wissenschaftlichen, sondern seiner alltäglichen Bedeutung. Der Eindruck von Gedankenpolizei entsteht, wenn man das andersrum versteht.

  10. @ 16/Hyperboreas:
    Ich sehe derzeit leider viele moderne Hexenjagdten. Sobald eine Person was falsches sagt wird diese mundtot gemacht. Das ist leider modern und (zu) viele Menschen plappern treudoof nach was Politiker und Medien vormachen.

    Versuch mal dem normalen Bürger den Unterschied zwischen Skinheads und Nazis zu erklären. Für die meisten gibts da keinen Unterschied. Und wehe man was über die Stasi allgemein. Oder irgendwas gegen arbeitsunwillige Ausländer die zusätzlich nicht bereit sind die deutsche Sprache zu lernen.

    Für die die es interessiert:
    http://www.du-sollst-skinheads-nicht-mit-nazis-verwechseln.de

  11. @Marc
    Ich teile Deinen Pessimismus nicht. Die meisten Menschen sind bestimmt in der Lage, den Unterschied zwischen Nazis und Skinheads bzw. Pädophilen und Kinderfickern zu verstehen, wenn man es ihnen erklärt. Es erklärt ihnen nur keiner. Es geht nicht um Worte, auch wenn das hier so aussieht. Die meisten Menschen verabscheuen es, wenn Erwachsene Kinder zum Sex zwingen. Wie man das nennt, ist für sie zweitrangig.

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