Überwachung

NSA: Neue Dokumente belegen, dass die NSA Service Provider bezahlt hat.

Das Utah Data Center. Quelle: Wired.
Das Utah Data Center. Quelle: Wired.

The Guardian hat neue Dokumente veröffentlicht, die belegen, dass US amerikanische Service Provider dafür ‚entschädigt‘ wurden, dass sie das Prism Programm mit Daten versorgen. Wir hatten vor einer Woche berichtet, dass der ‚haus-eigene‘ Foreign Intelligence Surveillance Court (FISC) der NSA vorwarf, nicht genau genug zwischen ausländischer und US amerikanischer Kommunikation zu unterscheiden. Da die NSA somit ’nachbessern‘ musste, wurde mit den Service Providern zusammengearbeitet, um Datenverkehr besser identifizieren zu können. Dies war notwendig, um weiterhin durch den FISC zertifiziert zu werden. So liest man in einem Newsletter der NSA, dass an die Service Provider mehrere Millionen USD gezahlt wurden.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Last year’s problems resulted in multiple extensions to the certifications‘ expiration dates which cost millions of dollars for Prism providers to implement each successive extension – costs covered by Special Source Operations.

Die Special Source Operations Abteilung der NSA ist dabei für die reibungslose Zusammenarbeit mit Service Providern zuständig – laut Edward Snowden das ‚Kronjuwel‘ der NSA. In einem späteren Newsletter liest man, dass mittlerweile alle Provider die nötigen Maßnahmen getroffen haben – nur Yahoo und Google hinken etwas hinterher.

All Prism providers, except Yahoo and Google, were successfully transitioned to the new certifications. We expect Yahoo and Google to complete transitioning by Friday 6 October.

Die NSA bestätigte die Zusammenarbeit zumindest mit Google, Yahoo, Facebook und Microsoft. Auf Anfrage des Guardian bestätigte Yahoo, dass es Zahlung durch die NSA als Aufwandsentschädigung erhalten habe. Microsoft wollte kein Kommentar abgeben und Google beharrt weiterhin darauf, dass die Presse dramatisiere und sich vieles relativieren würde, wenn die NSA es Google erlaube, Dokumente zu veröffentlichen.

Somit wurde durch Edward Snowden ein weiteres Puzzle-Teil veröffentlicht, dass zeigt, wie eng die NSA mit privaten Unternehmen zusammenarbeitet, um jeglichen Datenverkehr überwachen zu können. Außerdem ist dies der erste handfeste Beweis, dass die Unternehmen davon gewusst haben und für ihre ‚Umstände‘ entschädigt wurden.

The responses further expose the gap between how the NSA describes the operation of its Prism collection program and what the companies themselves say.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
11 Kommentare
  1. Ich wundere mich, wie viele Menschen offenbar in das System verstrickt sind. Nicht ein paar NSA-Mitarbeiter, die heimlich im Keller Kabel anzapfen, nein, irgendwie scheinen ja fast alle in den USA davon Kenntnis gehabt zu haben. Das die NSA späht, ok, aber das die Konzerne die Daten so heimlich, still und leise der NSA verkauft haben…

    Hat eigentlich irgend jemand einen Plan, ob Online-Banking -Verbindungen sicher sind – oder ausgespäht wurden? Nach den ganzen Enthüllungen würde mich das auch nicht mehr wundern.

    1. Ihr Hauptsystem erstellt eine Kopie aller Informationen die Du in deinen pc eingibst und analysiert dein digitales Ich auf folgende Parameter:
      1. Freund/Feind der VSA
      2.politischer Einfluss
      3.Vermoegensstatus
      reicht das?

  2. es ist schön, herr kleinhans, dass ihr so an dem bullshit dranbleibt.

    aber mittlerweile dürfte es auch der nicht-netzaffinste (hilfe, grammatik) spannen, das über dem grossen teich und streckenweise auch in good old europa die grössten verbrecher am werke sind. das sind ja fast auftragskiller-methoden, was die yankee-schnüffler da abziehen. mal gespannt, was unter mutti noch alles ans tageslicht kommt. ziercke ist mir auffällig ruhig in letzter zeit……

  3. „Noch immer ist nicht völlig klar, was genau das Prism-Spähprogramm eigentlich ist.“ (erster Satz im SPon-Bericht)

    Ja. Was ist das eigentlich? Was macht man damit? Gesammelt wird ja auf aderem Wege.

  4. “ Dies war notwendig, um weiterhin durch den FISC zertifiziert zu werden.“
    …zertifiziert werden..das hört sich alles so seriös und rechtmäßig an.

    Hanna Arendt würde sagen: Die Banalität des Bösen !

    Das dürfen wir uns nicht bieten lassen.

    1. Das ist das übliche Spiel in der Politik. In beide Richtungen wird bestochen und erpresst was das Zeug hält. Oft gleichzeitig. Deswegen macht es ja auch so viel schlechte Laune, sich darüber zu informieren. Es gibt nicht ein paar schwarze Schafe die das System korrumpieren, eher ein paar wenige Aushängeschilder die man nicht dabei mitmachen lässt. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte.

  5. Mein Kommentar dazu:

    http://en.wikipedia.org/wiki/NSAKEY

    und außerdem:

    80 % aller gespeicherten Tatsachen sind langweilig,
    20 % aller gespeicherten Tatsachen sind interessant.
    und von denen sind vielleicht 20 % wirklich schützenswert.

    Wenn man um die Gefahr weiß, dann kann was tun und braucht deshalb auch keine Angst mehr zu haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.