Linkschleuder
Linktipps der Redaktion
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: Zwei Jahre Snowden
: Zwei Jahre Snowden Beim Deutschlandfunk habe ich heute Morgen rund zehn Minuten lang über den zweiten Jahrestag der Snowden-Enthüllungen geredet. Davon gibt es eine MP3.
Und bei Radio Bremen hab ich zum selben Thema geredet. Davon gibt es einen Artikel: „Die Welt ist seit Snowden eine andere“.
U.a. ging es um die Frage, was ohne Snowden passiert wäre:
Dann wüssten wir immer noch nicht, wie stark wir überwacht werden, wie stark Technologien manipuliert worden sind, um unser ganzes Online-Leben zu überwachen und wir könnten nicht über Gegenstrategien diskutieren. Insofern hat Edward Snowden durch seinen Mut und seine Zivilcourage dabzu beigetragen, dass die Welt etwas sicherer werden kann und dass wir unsere Grundrechte im Idealfall zurückerobern können.
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: #rp15: Hacktivism, or Fifty Shades of Grey Hat
: #rp15: Hacktivism, or Fifty Shades of Grey Hat Auf der vergangenen re:publica gab es eine interessante Diskussion über „Hacktivism, or Fifty Shades of Grey Hat“ mit vier Personen, die sich damit sehr gut auskennen: Oxblood Ruffin, Frank Rieger, Gabriella Coleman und Stefania Milan. Die einstündige Diskussion gibt einen Überblick, was Hacktivism ist, wo der Begriff und die Kultur herkommt und welche Formen es davon gibt.
The history and practice of hacktivism is a complicated business. Where did it come from, who’s doing it, and why does it matter? Or is the whole discourse completely over-hyped? Join a discussion with some people who have thought about hacking and political engagement online. And come prepared to challenge what you hear.
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: Relaunch von Copywrongs.eu: „Rette die Urheberrechtsreform“
: Relaunch von Copywrongs.eu: „Rette die Urheberrechtsreform“ Die Kampagnenseite Copywrongs.eu, ursprünglich gestartet zum eine einfachere Teilnahme bei der EU-Konsultation zur Urheberrechtsreform zu ermöglichen, wird nun von der Piraten-EU-Abgeordneten Julia Reda betrieben und versucht Unterstützung für ihren Bericht zum EU-Urheberrecht zu organisieren.
Vor allem die kurze Auflistung aktueller Probleme im Urheberecht („copywrongs“) darf angesichts der komplizierten Materie als gelungen gelten.
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: Aktuelle Netzpolitik: Problemanalyse und Lösungsansätze
: Aktuelle Netzpolitik: Problemanalyse und Lösungsansätze Vergangene Woche war ich auf dem Medienkonzil der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern zu Gast und habe einen Vortrag über aktuelle netzpolitische Debatten gehalten. Die rund 70 Minuten Vortrag gibt es auf Youtube zu sehen.
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: Snowdens Enthüllungen und die Revision der Section 215 des Patriot Act
: Snowdens Enthüllungen und die Revision der Section 215 des Patriot Act Anlässlich der Revision der Section 215 des Patriot Act, der unter anderem Gesetzesgrundlage für die Massenüberwachung der NSA ist, bringt der New Yorker einen interessanten Artikel zum Thema Snowden-Enthüllungen. Ziemlich sicher wäre der diskutierte Abschnitt des Patriot Act ohne Snowden medienunwirksam verlängert oder gar ausgeweitet worden. Die Problematik wäre so auf nicht absehbare Zeit weiter im Verborgenen geblieben.
Das eigentliche Problem sieht der Autor des Artikels aber darin, dass es überhaupt einen Snowden brauchte, um auf die Massenüberwachung der NSA aufmerksam zu machen. Theoretisch sei es Aufgabe der US-Administration darauf zu achten, dass die verschiedenen Organisationen der Regierung innerhalb der amerikanischen Gesetzgebung agieren.
The government, in other words, is supposed to be watching itself, especially in matters of national security, which are, by necessity, shielded from daylight. The fact that it took thirteen years, and one whistle-blower, to expose a program that is conclusively ineffective and, according to one federal appeals court, illegal, points to a problem much larger than any one program. It suggests that claims about what is necessary to prevent the next terrorist attack are too sacrosanct to require evidence.
Dabei ist man trotz Snowden-Enthüllungen noch weit entfernt davon, das ganze Ausmaß der Section 215 abzusehen, wie ein Bericht des Department of Justice (pdf) erahnen lässt. Und das, obwohl nun seit circa zwei Jahren versucht wird, die Inhalte und die Tragweite der Section 215 zu bestimmen.
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: Bernhard Pörksen auf der #rp15: Die fünfte Gewalt. Die Macht der vernetzten Vielen
: Bernhard Pörksen auf der #rp15: Die fünfte Gewalt. Die Macht der vernetzten Vielen Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft, hat auf der vergangenen re:publica im Rahmen der media convention über „Die fünfte Gewalt. Die Macht der vernetzten Vielen“ gesprochen. Das Video gibts auf Youtube:
Die fünfte Gewalt besteht aus den vernetzten Vielen des digitalen Zeitalters, die längst zur publizistischen Macht geworden sind. Sie verändern die Agenda des klassischen Journalismus, werden als Medienkritiker und Meinungskorrektiv aktiv, bilden Protestgemeinschaften, beeinflussen – über den Umweg der digitalen Öffentlichkeit – die Politik von Staaten und Unternehmen. Der Talk des Medienprofessors Bernhard Pörksen beschreibt mit vielen aktuellen Beispielen die Aktions- und Rollenmuster der fünften Gewalt im Überblick.
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: #rp15: Ulrike Guérot – The European Republic is under construction
: #rp15: Ulrike Guérot – The European Republic is under construction Das Motto der vergangenen re:publica war ja „Finding europe“. Deshalb gab es auch Vorträge, die nicht explizit etwas mit dem Netz oder Netzpolitik zu tun hatten, sondern auch mit der Idee und Utopie von Europa bzw. der EU an sich. Eine Video-Empfehlung ist der Vortrag der Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot vom European Democracy Lab, die darin für eine andere EU warb: The European Republic is under construction.
Europa, wir kommen! Der Krise und dem Kleinmut zum Trotz – wir glauben daran und wollen es zeigen: ein Europa der unbegrenzten Möglichkeiten, das verschiedene Sprachen, Kulturen und Traditionen zu einem selbstbewussten politischen Gemeinwesen zusammenfasst, das von der Konkurrenz der Nationalstaaten zur Kooperation der Regionen heranreift, das Chancengleichheit, unterschiedliche Geschwindigkeiten und Identitäten unter dem Dach einer starken europäischen Republik ermöglicht! European integration was yesterdays’ word, European democracy is tomorrows’.
Es geht nicht mehr darum, Staaten zu integrieren, sondern Bürger zu einen. Ihr wollt wissen wie? Wir wollen den Zeitgeist des Internets, der partizipatorischen Demokratie und Europa zu einem großen Dreiklang verbinden, aus der eine neue europäische Erzählung hervorgeht, schön, sozial, demokratisch und für alle greifbar: als Träumer sind wir die eigentlichen Realisten! Wir bauen an der modernsten Demokratie der Welt, der ersten transnationalen polity.
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: Chaosradio: Was von Snowden übrig blieb
: Chaosradio: Was von Snowden übrig blieb Gestern lief bei Radio Fritz die 212. Ausgabe des Chaosradio. Thema war diesmal „Was von Snowden übrig blieb – Fazit nach zwei Jahren Überwachungsskandal: Neuanfang oder verpasste Chance?“. Mit im Studio waren Andre Meister, Linus Neumann und Anne Roth, alle drei auch Autor/innen von netzpolitik.org.
Vor zwei Jahren, im Mai 2013, flog Edward Joseph „Ed“ Snowden von Hawaii nach Honkong, um sich dort mit der Dokumentarfilmerin Laura Poitras und dem Journalisten Glenn Greenwald zu treffen… Eine schier endlose Reihe an Enthüllungen und Skandalen waren die Folge. Erst jetzt scheint die Aufarbeitung zu beginnen – erste Gerichtsurteile verurteilen die Späh-Angriffe als nicht verfassungskonform, in Deutschland wühlt der Geheimdienst-Untersuchungsausschuss eine Menge unangenehmen Staub auf und große Unternehmen sorgen für besseren Schutz ihrer Kunden. Gleichzeitig versuchen Regierung und Parlament die Überwachung der Bevölkerung mit einer Wiedervorlage der Vorratsdatenspeicherung zu legalisieren.
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: Extra3: „Der kleine Mann im Bundestag“ – Spaßiges zur traurigen Vorratsdatenspeicherung
: Extra3: „Der kleine Mann im Bundestag“ – Spaßiges zur traurigen Vorratsdatenspeicherung „Eloquent“ formulierte Meinungen gibt es beim NDR zur Vorratsdatenspeicherung zu hören. Im Bundestag geht der „kleine Mann“ auf Kommentar-Jagd. Auf die nachvollziehbare Frage, was denn so alles gespeichert wird, antwortet ein netter CDU-Mann „Das weiß ich auch nicht so genau“, stimmt aber trotzdem für die VDS. Außerdem müsse der Großteil der Bevölkerung sowieso keine Angst haben. Na dann sind wir ja beruhigt.
Bremer CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann meint, dass anlasslose massenhafte Datenspeicherung den kleinen Mann ja eh nicht interessiert. Detlef Müller von der SPD zeigt sich in jedem Fall wenig begeistert von der Wiedereinführung der VDS und erklärt mit Hilfe eines sympathischen Kröten-Vergleichs das Mitmachen der SPD.
Vergleichen Sie es mit der Maut, mit der PKW-Maut, das ist ungefähr ähnlich. Es will eigentlich keiner, es steht aber im Koalitionsvertrag. Man muss, beim besten Willen, auch vertragstreu sein und die ein oder andere Kröte auch schlucken und die Vorratsdatenspeicherung ist eine von den Kröten, die leider dazu gehört.
Die Vorratsdatenspeicherung also als Zombie-Kröte. Gruselig.
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: UK: Neue Gesetze sollen MI5, MI6 und GCHQ Zugang zu allen – auch verschlüsselten – Nachrichten verschaffen
: UK: Neue Gesetze sollen MI5, MI6 und GCHQ Zugang zu allen – auch verschlüsselten – Nachrichten verschaffen Britische Geheimagenten sollen, nach Berichten des Telegraph bald per Gesetz Zugang zu Nachrichten aller großen Messenger-Dienste bekommen. Auch verschlüsselte Nachrichten sind hiervon nicht ausgeschlossen.
Das neue Gesetz, das die so genannte „snoopers charter“ erweitern soll, ist angeblich notwendig, da Online-Konzerne nicht auf die akute Bedrohung durch Fanatiker in ihren Netzwerken eingehen würden, weswegen die Netzwerke die „command and control networks of choice“ für Terroristen seien. Premierminister David Cameron meint außerdem, dass es keine Art der Kommunikation geben dürfe, die das Empire nicht nachverfolgen kann. Das sei wichtig und richtig für eine moderne Demokratie.
I am confident the powers we need, whether it is on communications data or the content of communications, I am very comfortable they are absolutely right for a modern liberal democracy.
Die angebliche mangelhafte Ausstattung der britischen Geheimdienste, die ein gewisser David Anderson aufgrund der Snowden-Enthüllungen aufgedeckt haben will, sollen den nötigen Grund für die neuen Gesetze liefern. Der dies beweisende Bericht soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.
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: Stalking Your Friends with Facebook Messenger – Bewegungsprofile mit Chrome-Extension
: Stalking Your Friends with Facebook Messenger – Bewegungsprofile mit Chrome-Extension Ein Harvard-Student, der aufmerksam darauf wurde, dass er standardmäßig seine Geo-Daten mitschickt, wenn er über den Facebook-Messenger Nachrichten schickt, programmierte kurzerhand eine Chrome-Extension, die es ihm ermöglichte, alle Geo-Daten der Leute, mit denen er über den Facebook-Chat kommunizierte, zu plotten und nachzuverfolgen. Dem ganzen Artikel kann man sich hier widmen. Dies erinnert uns stark an das Beispiel von Malte Spitz, das zeigte, wie aussagekräftig Metadaten, also auch Geo-Daten sein können.
Furthermore, by gathering a couple weeks’ worth of chat data on the map and looking at the location clusters you can even figure out his weekly schedule. With this you can predict exactly which building he would be in at a given time. In fact I found that I could infer a schedule for almost everyone in this chat as well as the other active chats I am in. I found that I could even do this for people who I am not Facebook friends with.
Schnell stellte sich heraus, dass die meisten Menschen, mit denen der Autor chattete, Geo-Daten mitsenden. Nach schon relativ kurzer Zeit konnte der Student mit Hilfe seiner Chrome-Extension – regelmäßige Nachrichten im Messenger vorausgesetzt – Bewegungsprofile erstellen. Dafür musste dieser nicht mal mit den Menschen, die sich zum Beispiel in Gruppen-Chats befanden, befreundet sein.
Wer das selbst mal ausprobieren will, kann sich über die Github-Page des Autors den Code für die Extension besorgen. Vielleicht könnte man so im Freundeskreis die Awareness erhöhen. Sei es, dass man nur erreicht, dass das auf Default gestellte Mitsenden des Ortes, von dem eine Nachricht verschickt wird, ausgestellt wird. Die „offizielle“ Version musste er leider auf Wunsch von Facebook deaktivieren. Dass der Autor bald ein Praktikum bei Facebook beginnt, auch wenn es in einem Team sein soll, das nichts mit dem Inhalt seines Artikels zu tun hat, lässt uns zumindest ein wenig schmunzeln.
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: First Look veröffentlicht PDF Redact Tools und AutoCanary
: First Look veröffentlicht PDF Redact Tools und AutoCanary Die Medienorganisation First Look Media, unter anderem für die Publikation „The Intercept“ bekannt, hat mit „First Look Code“ ein weiteres Projekt gestartet. Unter dem Namen sollen künftig Open-Source-Projekte veröffentlicht werden, die sich rund um „Privatsphäre, Sicherheit, Daten und Journalismus“ drehen.
Als erste zwei Tools stehen nun die „PDF Redact Tools“ sowie „AutoCanary“ zum Download bereit. Bei ersterem handelt es sich um ein Kommandozeilen-Programm, das PDF-Dateien verlässlich schwärzt und sie dabei von eventuell enthaltenen Metadaten befreit. Die Software ist für Linux und Mac OS X verfügbar.
„AutoCanary“ wiederum ist vor allem für US-Unternehmen interessant, die sich regelmäßig mit sogenannten „Gag Orders“ herumschlagen müssen. Unter der Patriot-Act-Gesetzgebung kann unter bestimmten Umständen Firmen untersagt werden, zu Anfragen von Ermittlungsbehörden Stellung zu nehmen beziehungsweise überhaupt zu erwähnen, dass es eine solche Anfrage überhaupt gegeben hat.
AutoCanary will dieses Problem umgehen, indem etwa der Rechtsanwalt eines betroffenen Unternehmens regelmäßig eine PGP-signierte Stellungnahme veröffentlicht, dass man keine entsprechende Anfrage, einen „National Security Letter,“ erhalten habe. Ein eingebauter Countdown soll sicherstellen, dass Nutzer die jeweils aktuelle Auskunft erhalten. Läuft dieser Countdown jedoch ab, könne man indirekt daraus schließen, dass eine mit einem Sprechverbot versehene Anfrage eingelangt ist. Das Projekt bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone und räumt freimütig ein, nicht zu wissen, ob die Methode vor einem Gericht Bestand haben würde. Die Entwickler zählen darauf, dass es der US-Regierung nicht möglich wäre, Bürger zu falschen Aussagen zu zwingen – im Unterschied zum legalisierten Zwang, über eine Anfrage Stillschweigen zu bewahren. Die Software läuft unter Linux, Mac OS X sowie unter Windows.
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: Die Anstalt im ZDF (Video): „Der Name ist BND. James BND“
: Die Anstalt im ZDF (Video): „Der Name ist BND. James BND“ In der monatlich im ZDF ausgestrahlten Kabarett-Sendung „Die Anstalt“ bekommen dieses Mal Geheimdienste und sonstige Daten-Schnüffler ordentlich ihr Fett weg.
Der BND beispielsweise wird als Agent „08/15 Bnd“ eingeführt, der im weiteren Verlauf der aktuellen Folge einige informative Stationen durchläuft. So wird er zu einem Gespräch mit Merkel-Imitation „M“ gerufen, die ihn darum bittet, endlich eine Gefahr zu finden, um eine Existenzberechtigung der Geheimdienste zu demonstrieren. In einem späteren Teil der Sendung erhält „James Bnd“ ein Briefing von Ex-CIA-Direktor Michael Hayden , der ihm erklärt, dass deutsche Geheimdienste sowieso nicht unabhängig von amerikanischen agieren können.
Auch die aktuelle BND-Affäre, Sigmar-Gabriel-Bashing (aufgrund der kurz bevorstehenden Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung) und die Apple Watch werden umfangreich behandelt.
Die sehr empfehlenswerte Folge gibt es in der ZDF-Mediathek und hier zu sehen:
Im Faktencheck (PDF) lässt sich die Anstalt übrigens in die Karten sehen, welche Quellen für die einzelnen Show-Segmente als Recherchegrundlage gedient haben (Spoiler: Wir sind auch dabei).
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Geschäfts-Partnerschaften: Wie Überwachungsfirmen ihre Geschäfte über Firmen-Geflechte verschleiern wollen
Partnerunternehmen im Newsletter von Gamma. Geschäfts-Partnerschaften: Wie Überwachungsfirmen ihre Geschäfte über Firmen-Geflechte verschleiern wollen Im März berichteten wir über die Internet-Überwachung in Äthiopien: Deutsches Unternehmen Trovicor lieferte Technik zum massenhaften Abhören.
In diesem Zuge hatten wir auch ein Angebot von Trovicor an Tadschikistan veröffentlicht:
Das Projekt „Äthiopien Lawful Interception“ könnte bedeuten, den Staatstrojaner FinFisher in ein „Monitoring Center“ von Trovicor in Äthiopien zu integrieren. Trovicor hat angeboten, Gamma-Produkte an Regierungen weltweit zu liefern, auch 2009 an Tadschikistan.
Das greifen unsere Freunde von Privacy International jetzt auf, in ihrem Bericht über Geschäfts-Partnerschaften: zwielichtige Bewegungen in einem verschlossenen Geschäftsfeld.
[Geschäfts-Partnerschaften] sind eine gängige Praxis in dieser Industrie und stellen eine Herausforderung für Exportkontrollbehörden dar, diesen Markt effektiv zu regulieren. Die Verschleierung, die durch die Nutzung von Netzwerken an Wiederverkäufern, Vertreter und Partnerfirmen erreicht werden kann, erschwert die Möglichkeit, das wahre Ziel bestimmter Produkte herauszufinden. Eine spezifische Eigenheit der Überwachungsindustrie ist auch, dass durch die Kombination von zwei Teil-Technologien ein ungleich leistungsfähigeres System geschaffen werden kann, als durch die Einzelkomponenten. Dies wirft weitere wichtige Fragen auf, wie man diese Technologien effektiv regulieren kann.
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: NSA-Chef Mike Rogers als Freund der Verschlüsselung? Das glaubt wohl keiner.
: NSA-Chef Mike Rogers als Freund der Verschlüsselung? Das glaubt wohl keiner. ZDNet berichtet, dass NSA-Direktor Mike Rogers auf einer Cyberwarfare-Konferenz in Estland seine Begeisterung für Verschlüsselung zum Ausdruck gebracht hat. Und das ziemlich nachdrücklich:
You’re not going to hear me say that encryption is a bad thing. I don’t think it is a bad thing. Encryption is not bad. Encryption is a fundamental part of the future; I think it would be ridiculous to pretend otherwise.
Seltsame Worte vom NSA-Chef. Dem Chef einer Behörde, die wir ja für ihre Vorliebe unverschlüsselter oder zumindest entschlüsselbarer Kommunikation kennen. Und Rogers selbst forderte noch im April eine Hinterlegung von Schlüsseln. Aber für ihn scheint es da keinen Widerspruch zu geben. Es wird auch klar, warum: Denn natürlich soll es verschlüsselte Kommunikation nur für die „Guten“ geben. Die Nachrichten potentieller Terroristen zu entschlüsseln, muss weiterhin möglich sein und am besten ganz legal:
[W]e’ve got to create some structure that should enable us to do that mindful that it has to be done in a legal way and mindful that it shouldn’t be something arbitrary.
Naja, schöner Versuch. Aber Verschlüsselung ohne die eigene Hoheit über die Schlüssel ist nunmal keine Verschlüsselung. Und das Recht auf vertrauliche Kommunikation ist sicher nicht von jenen zu definieren, die alles zu deren Unterminierung unternehmen.
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: 37. Netzpolitischer Abend: NSA-Untersuchungsausschuss, straffreie Geheimdienste & Internet für Flüchtlinge
: 37. Netzpolitischer Abend: NSA-Untersuchungsausschuss, straffreie Geheimdienste & Internet für Flüchtlinge Wie immer am ersten Dienstag im Monat findet am 2. Juni wieder der mittlerweile 37. Netzpolitische Abend in der c‑base Berlin statt. Alles wie gewohnt: Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr, Eintritt frei, Streams für Daheimbleibende under c‑base.org.
Das Programm besteht aus einer Übersicht über das letzte Jahr Geheimdienst-Untersuchungsausschuss von Anne Roth. Anne arbeitet als Referentin der Bundestagsfraktion Die Linke im Ausschuss mit und kann sicher einige interessante Einblicke in das Geschehen im Ausschuss geben. Thematisch passend wird Thorsten Peters von der Humanistischen Union etwas zu „#TäterVomDienst – keine Straffreiheit für Geheimdienste“ erzählen.
Lars Windauer stellt ein etwas anderes Thema vor: Internet für Flüchtlinge. Er wird von selbstorganisierten Flüchtlingsinitiativen berichten, die Asylsuchenden die Möglichkeit eines Internetzugangs geben und sie somit aus sich heraus bestärken, sich zu informieren und zu emanzipieren.
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: Peter Schaar protestiert gegen erneute Einführung der Vorratsdatenspeicherung
Peter Schaar warnt vor einer Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>, via flickr/ <a href="https://www.flickr.com/photos/boellstiftung/5866277276/">Heinrich-Böll-Stiftung</a> : Peter Schaar protestiert gegen erneute Einführung der Vorratsdatenspeicherung Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar spricht sich entschieden gegen eine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung aus. „Es ist rechtlich sehr problematisch, dass Daten über sämtlichen Telefon- und Internetnutzern aufgezeichnet werden sollen – auch von denjenigen, die nicht im Entferntesten im Verdacht stehen, irgendetwas mit schweren oder sogar terroristischen Straftaten zu tun zu haben,“ zitiert die dpa den nunmehrigen Vorsitzenden der Europäischen Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID).
In einem Blog-Posting fasst Schaar die wesentlichen Forderungen einer Stellungnahme der EAID gegenüber dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz zusammen:
- Die mit dem Gesetzentwurf vorgesehene Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung hätte erhebliche Auswirkungen auf die Grundrechte. Betroffen wären sämtliche Nutzer von Telekommunikationsdiensten und des Internets, mithin nahezu die gesamte Bevölkerung. Aus diesem Grund tritt die EAID nachdrücklich dafür ein, ein solches Gesetzesvorhaben einer ausführlichen parlamentarischen und verfassungsrechtlichen Prüfung zu unterziehen, in der die Argumente, die für und gegen das Vorhaben sprechen, gründlich erörtert und abgewogen werden können. Die Verabschiedung eines derart eingriffsintensiven Gesetzespakets ohne ausführliche öffentliche Debatte quasi im Schnelldurchgang wäre unverantwortlich.
- Die im Gesetzentwurf vorgesehene anlasslose und flächendeckende Speicherung von Telekommunikations- und Internetdaten ist gemessen an den Vorgaben der zitierten höchstrichterlichen Urteile unverhältnismäßig. Zudem widerspricht die Vorgabe, auch die Daten von Berufsgeheimnisträgern zu speichern und Schutzvorkehrungen erst bei dem Datenzugriff und der Verwertung dieser Daten vorzusehen, gegen die ausdrücklichen Forderungen des EuGH, der entsprechende Ausnahmen bereits bei der Speicherung der Daten verlangt. Schließlich haben die Befürworter der Vorratsdatenspeicherung bisher keine überzeugenden Nachweise dafür erbracht, dass die Vorratsdatenspeicherung schwerste terroristische Straftaten verhindert hätte oder sigfnifikant zu ihrer Aufklärung beigetragen hätte. Vor diesem Hintergrund hat die EAID schwer wiegende verfassungs- und europarechtliche Bedenken gegen den Gesetzentwurf und regt an, auf die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung zu verzichten.
- Die vorgeschlagene neue Strafvorschrift § 202d StGB (Datenhehlerei) steht in keinem erkennbaren Zusammenhang mit den sonstigen durch das Gesetzesvorhaben verfolgten Zweck. Sie würde einerseits zur Kriminalisierung von Whistleblower-Plattformen, Bloggern oder Medien führen, die dem Ziel dienen, Informationen über rechtswidriges Verhalten von Amtsträgern oder Organisationen zu sammeln oder aufzudecken. Im Ergebnis wäre sogar eine Schwächung des journalistischen Quellenschutzes zu befürchten und mithin eine Beeinträchtigung von Art. 5 Abs. 1 GG. Würde es den im Entwurf formulierten Straftatbestand schon heute geben, würde eine Vielzahl der in diesen Tagen erfolgenden Berichte und Blogs über illegale Aktivitäten von Geheimdiensten strafrechtlich erfolgt. Zudem würde die vorgesehene generelle Privilegierung von Amtsträgern oder deren Beauftragten, mit denen Daten „der Verwertung in einem Besteuerungsverfahren, einem Strafverfahren oder einem Ordnungswidrigkeitenverfahren zugeführt werden sollen“ den durch § 44 BDSG gewährleisteten Schutz personenbezogener Daten aushöhlen und andere gesetzliche Verwertungsverbote unterlaufen. Die EAID wendet sich deshalb gegen die im Gesetzentwurf vorgesehene neue Strafvorschrift zur „Datenhehlerei“. Sie regt die gründliche Prüfung der Frage an, wie ein besserer strafrechtlicher Schutz personenbezogener Daten gewährleistet werden kann.
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: Rechtsbruch durch den Verfassungsschutz
: Rechtsbruch durch den Verfassungsschutz Das ZDF und der „Stern“ berichten heute, dass sich das Bundesamt für Verfassungsschutz der Strafvereitelung schuldig gemacht hätte, wie ein „Ex-V-Mann“ offengelegt hat. Die Behörde solle eine Straftat vertuscht und einen Terror-Unterstützer mit hohen Geldsummen gepäppelt haben.
Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz. Bild: Fraktion Die Linke im Bundestag. Lizenz: CC BY-NC 2.0.
Irfan Peci soll im Netz ein wichtiger Organisator für Terror-Propaganda einer „Globalen Islamischen Medienfront“ gewesen und später als V‑Mann und Spitzel erfolgreich angeworben worden sein. Nun beschreibt er in einem Buch seine Erlebnisse und wirft dem Bundesamt für Verfassungsschutz Rechtsbruch vor. Das ZDF beschreibt in einigen Details, wie
ein V‑Mann offenbar trotz staatlicher Führung weiter terroristische Aktivitäten entfalten
konnte. Zusätzlich gibt es ein kurzes Video zu den Recherchen beim ZDF.
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: Angebot für No-Spy-Abkommen der US-Regierung hat es nie gegeben. Auch die Kanzlerin wusste das.
: Angebot für No-Spy-Abkommen der US-Regierung hat es nie gegeben. Auch die Kanzlerin wusste das. Neue Unterlagen, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, untermauern die These, dass Kanzlerin Angela Merkel im vollen Bewusstsein der Tatsache war, dass es ein Angebot für ein No-Spy-Abkommen seitens der amerikanischen Regierung nie gegeben hat.
Dieses Schriftstück, das jetzt erstmals öffentlich wird, verändert die bisherige Sichtweise auf die Affäre. Verfasser war der Leiter der für die Nachrichtendienste zuständigen Abteilung 6 des Kanzleramts, der ebenfalls an der Runde teilgenommen hatte. Er schätzte die Aussichten auf ein No-Spy-Abkommen positiv ein. Er schrieb, der NSA-Chef sei bereit, „eine Zusicherung abzugeben, dass auf deutschem Boden jederzeit deutsches Recht respektiert werde und keine gegenseitige Spionage stattfinde“. Einschränkend hieß es jedoch in seinem Vermerk: „Über das ‚Ob’ müsse allerdings die Politik entscheiden.“
Eine handschriftliche Notiz in der Unterlage belegt, dass es der Bundeskanzlerin vorgelegen hat. Ein anschließendes Telefonat zwischen dem damaligen Außenminister Guido Westerwelle und seinem US-Kollegen John Kerry konnte ein Angebot der US-amerikanischen Administration ebenfalls nicht bestätigen. „Prüfung in den USA läuft“, so Kerry.
Prüfung ja, Angebot: Fehlanzeige.