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: Heutige Anhörung zu Drohnen ist öffentlich, wird aber nicht übertragen
: Heutige Anhörung zu Drohnen ist öffentlich, wird aber nicht übertragen Um 14 Uhr begann die „Anhörung“ zur Frage, ob und unter welchen Bedingungen das Verteidigungsministerium Kampfdrohnen beschafft. Untersucht werden die „völker‑, verfassungsrechtlichen sowie sicherheitspolitischen und ethischen Fragen im Zusammenhang mit unbemannten Luftfahrzeugen, die über Aufklärung hinaus auch weitergehende Kampffähigkeiten haben“.
Hinter den Kulissen scheint die Entscheidung längst getroffen: Fraglich ist lediglich ob eine bereits am Markt befindliche Drohne des Typs „Predator“ bzw. „Reaper“ gekauft wird oder ob die Bundesregierung Hunderte Millionen locker macht, um mit einheimischen Rüstungskonzernen eine „europäische Drohne“ zu entwickeln.
Für die Anhörung des Verteidigungsausschusses durften alle Fraktionen neun Sachverständige einladen – die Opposition allerdings nur je einen:
- Dr. Marcel Dickow, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
- Prof. Dr. jur. Elmar M. Giemulla, Honorarprofessor für Luftrecht an der Technischen Universität Berlin
- Generalleutnant Hans-Werner Fritz, Befehlshaber beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr, Schwielowsee
- Prof. Dr. Wolff Heintschel von Heinegg, Leiter des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, insbesondere Völkerrecht, Europarecht und ausländisches Verfassungsrecht an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt an der Oder
- Hellmut Königshaus, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, Berlin
- Prof. Dr. Thilo Marauhn, Justus-Liebig Universität, Professur für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht, Gießen
- Christoph Marischka, Informationsstelle Militarisierung e.V., Tübingen
- Dr. Niklas Schörnig, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frankfurt am Main
Deutscher Bundeswehrverband, Berlin
Die Redezeit war Anlass zu Streit: Die Oppositionsfraktionen haben 1/6 der Zeit, also 10 Minuten pro Stunde. Im Vergleich mit allen anderen Anhörungen (etwa Auswärtiger Ausschuss, EU-Ausschuss, Innenausschuss) sind diese ungleichen Auswahl- und Befragungsmöglichkeiten besonders nachteilig.
Die Anhörung soll alle Argumente „sorgfältig“ prüfen. Überzeugen kann man sich davon nur, wenn man im Ausschuss sitzt: Die Sitzung wird nicht übertragen. Es twittern aber mehrere Leute, darunter Andreas Schüller vom European centre for Constitutional Rights (ECCHR).
Die Statements der meisten Sachverständigen wurden bereits auf dem militärnahen Blog „Augen geradeaus“ online gestellt.
Am Mittwoch oder Donnerstag wird dann eine Aktuelle Stunde zum Thema stattfinden.
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: AktivistInnen besuchen den Bundesnachrichtendienst in Schöningen
: AktivistInnen besuchen den Bundesnachrichtendienst in Schöningen Freiheitsfoo will demnächst die BND-Außenstelle in Schöningen besuchen. Der Ort liegt zwischen Magdeburg und Hannover, nur wenige Kilometer südlich von Helmstedt. Hintergrund ist die Verööfentlichung der sogenannten „Deutschland-Akte“ des Spiegel auf Basis der Snowden-Dokumente. Dort wird die Schöningen-Liegenschaft sowie die intensive Zusammenarbeit mit NSA und anderen US-Behörden betont. Erst kürzlich hatte der BND sein Namensschild an der Außenstelle angeschraubt. Und was will Freiheitsfoo dort?
Wir möchten uns die BND-Außenstelle von außen ansehen, dort evtl. picknicken oder eine Mahnwache abhalten. Das alles ist noch offen, auf jeden Fall möchten wir aber in einer öffentlichen Lesung das von Herrn Snowden geleakte Aktenmaterial zu diesem Ort rezitieren.
Per Terminplaner wird nun ein Datum des Stelldicheins gesucht.
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: Europäischer Rat für mehr Datentausch, auch EU-PNR-System wieder auf der Tagesordnung
: Europäischer Rat für mehr Datentausch, auch EU-PNR-System wieder auf der Tagesordnung Am Donnerstag und Freitag tagte der Europäische Rat in Brüssel. Nicht alle besprochenen Punkte sind öffentlich, einige finden sich aber in den Schlussfolgerungen. Auch die polizeiliche Zusammenarbeit wurde besprochen, ein Ausbau des Datentauschs als notwendig bezeichnet. Die fast beerdigte EU-Passagierdatensammlung (EU-PNR) steht wieder auf der Agenda. Ein Auszug:
Es ist wesentlich, den europäischen Bürgern einen echten Raum der Sicherheit zu garantieren, indem die schwere und organisierte Kriminalität einschließlich Menschenhandel und Schleuserkriminalität sowie Korruption durch operative polizeiliche Zusammenarbeit verhütet und bekämpft wird. Zugleich ist eine wirksame EU-Politik zur Terrorismusbekämpfung erforderlich, bei der alle betreffenden Beteiligten eng zusammenarbeiten und die internen und externen Aspekte der Bekämpfung des Terrorismus zusammengeführt werden. In diesem Zusammenhang bekräftigt der Europäische Rat die Rolle des EU-Koordinators für die Terrorismusbekämpfung. Bei der Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus sollte die Union die nationalen Behörden durch die Mobilisierung aller Instrumente der justiziellen und polizeilichen Zusammenarbeit – mit einer verstärkten Koordinierungsrolle für Europol und Eurojust – unterstützen, unter anderem durch:
- die Überprüfung und Aktualisierung der Strategie der inneren Sicherheit bis Mitte 2015;
- einen verbesserten grenzüberschreitenden Informationsaustausch, einschließlich der Informationen über Strafregister;
- die weitere Ausarbeitung eines umfassenden Konzepts zu Cybersicherheit und Cyberkriminalität;
- die Verhütung von Radikalisierung und Extremismus und Maßnahmen zur Behandlung des Phänomens ausländischer Kämpfer, auch durch die wirksame Nutzung der bestehenden Instrumente für EU-weite Ausschreibungen zur Fahndung und die Entwicklung von Instrumenten wie dem EU-weiten System der Fluggastdatensätze (PNR).
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: Bundesregierung schickte nun doch Fragen zu Ramstein an die US-Regierung. Werden Antworten erwartet?
: Bundesregierung schickte nun doch Fragen zu Ramstein an die US-Regierung. Werden Antworten erwartet? Immer wenn die Bundesregierung gefragt wurde was sie darüber weiß, ob bewaffnete Drohneneinsätze von US-Militärs über deren Relaisstationen in Ramstein geflogen werden, bemühte sie Barack Obama: Der habe doch versichert, aus würde Deutschland Drohnen weder starten und landen noch würden sie von hier befehligt. Das war allerdings gar nicht behauptet worden. Im Mai wurde die Angelegenheit von der Staatssekretärin für beendet erklärt, nun bleibt nur noch ein Beobachtungsvorgang des Bundesanwaltes. Doch halt: Was schreibt die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage?
Die Bundesregierung hat der amerikanischen Regierung Fragen zu einer möglichen Beteiligung deutscher Standorte der US-Streitkräfte bei Einsätzen von unbemannten Flugzeugen übermittelt.
Ob und wann die Angaben eintrudeln, ist bekanntlich fraglich. Auch das Bundesinnen- und Justizministerium hatten nach den Snoden-Dokumenten solche „Fragenkataloge“ versandt, ein Jahr später rechnet man aber nicht mehr mit der Beantwortung.
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: The Cases of Usergenerated Content and Cultural Heritage Institutions
: The Cases of Usergenerated Content and Cultural Heritage Institutions Für die Europarat-Veranstaltung „Creating an enabling environment for digital culture and for empowering citizens“ in Baku hat Leonhard Dobusch ein Input-Paper zum Thema „Need for New Regulation to Enhance Creativity in the Digital Age: The Cases of Usergenerated Content and Cultural Heritage Institutions“ (PDF) geschrieben.
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: #TISA Abkommen steht hierarchisch über #TTIP und #TPP. Masterplan zeichnet sich dahinter ab.
: #TISA Abkommen steht hierarchisch über #TTIP und #TPP. Masterplan zeichnet sich dahinter ab. Erich Moechel bei FM4 über TISA: TISA-Abkommen steht hierarchisch über TTIP.
Am Montag ist die nächste Verhandlungsrunde des internationalen Abkommens über Dienstleistungen (TISA) in Genf gestartet. Anders als das von Beginn an umstrittene Freihandelsabkommen TTIP, mit dem TISA eng verknüpft ist, war die Existenz der im Februar 2013 gestarteten TISA-Verhandlungen ein Jahr lang weitgehend unbekannt. Am Freitag wurde nun ein Kapitel dieses Abkommens auf der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht, das eine weitgehende Deregulation der Finanzsektoren in den insgesamt 23 TISA-Mitgliedern betrifft.
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: Snowden fordert internationale Schiedsstelle für Whistleblower
: Snowden fordert internationale Schiedsstelle für Whistleblower Heise: Edward Snowden fordert internationale Schiedsstelle für Whistleblower.
Der Whistleblower Edward Snowden, hat am Dienstag vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Straßburg für eine internationale Schiedsstelle zum Schutz von Whistleblowern plädiert: „Wir brauchen verlässliche Verfahren um einzuschätzen, was im öffentlichen Interesse liegt“, erklärte er in einer Videoschaltung aus seinem temporären Asyl in Russland. Eventuell könne eine solche Funktion beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag oder bei einer vergleichbaren Institution angesiedelt werden.
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: Verschlüsseln soll kinderleicht werden
: Verschlüsseln soll kinderleicht werden Zeit-Online: Verschlüsseln soll kinderleicht werden. Ein Überblick über die zahlreichen neuen E‑Mail-Anbieter aus dem deutschsprachigen Raum, die mit Sicherheit und Verschlüsselung punkten wollen.
Junge Firmen wollen die E‑Mail aufpolieren. Sie versprechen laientaugliches Verschlüsseln oder einen Sicherheitscheck: Was nicht verschlüsselt ist, wird nicht gesendet.
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: Ehemaliger NSA-Chef Hayden: Überwachungs-Kritiker sind „Nihilisten, Anarchisten, Aktivisten, Lulzsec, Anonymous“
Michael Hayden, früherer Direktor von NSA und CIA : Ehemaliger NSA-Chef Hayden: Überwachungs-Kritiker sind „Nihilisten, Anarchisten, Aktivisten, Lulzsec, Anonymous“ Michael Hayden, ehemaliger Direktor der NSA, reiht sich ein in den Reigen an Politikern mit Durchblick in der Überwachungs-Affäre:
„If and when our government grabs Edward Snowden, and brings him back here to the United States for trial, what does this group do?“ said retired air force general Michael Hayden, who from 1999 to 2009 ran the NSA and then the CIA, referring to „nihilists, anarchists, activists, Lulzsec, Anonymous, twentysomethings who haven’t talked to the opposite sex in five or six years“.
Alles klar.
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Gamma FinSpy: Wirksame Exportkontrollen für westliche Überwachungstechnologien gefordert
Gamma FinSpy: Wirksame Exportkontrollen für westliche Überwachungstechnologien gefordert Erneut zeigt ein Fall der Überwachungs-Software FinSpy, dass der Staatstrojaner „Made in Germany“ tut, was er verspricht: Die volle Kontrolle über Rechner und Smartphones übernehmen und alle Kommunikation überwachen. Schon in Deutschland birgt der Einsatz solcher Software schwerwiegende Probleme, in den Händen autoritärer Staaten können solche Tools jedoch zu Waffen werden. Zum Schutz der Menschenrechte reicht es daher nicht, den Export dieser westlichen Überwachungstechnologien nur für wenige Staaten zu verbieten, sondern es braucht ähnlich umfangreiche Exportbeschränkungen wie für Waffen.
Der Bloomberg-Journalist Vernon Silver war kürzlich in Berlin und hat einen kurzen Clip gedreht mit Andy Müller-Maguhn (CCC), Hauke Gierow (Reporter ohne Grenzen) und mir (YouTube):