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Linktipps der Redaktion

  • : NSA und Weißes Haus wussten von Festplattenzerstörung bei The Guardian
    NSA und Weißes Haus wussten von Festplattenzerstörung bei The Guardian

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    Eine Informationsfreiheitsanfrage in den USA hat eine E‑Mail-Konversation öffentlich gemacht, die das Wissen der NSA und des Weißen Hauses von der Festplattenzerstörung beim Guardian belegt. Als im letzten Juli durch den britischen Geheimdienst GCHQ mit roher Gewalt Festplatten mit Materialien aus dem Bestand von Snowden zerstört wurden, distanzierte sich das Weiße Haus noch ausdrücklich und verkündete , es sei „sehr schwierig, sich ein Szenario vorzustellen, in dem das angemessen wäre“ .

    Die Mails an sich sind beinahe vollständig unkenntlich gemacht – eine Deklassifikation ist für 2038 vermerkt – , doch der Betreff „Guardian data being destroyed“ und das zugehörige Absendedatum einen Tag vor der Aktion belegen, dass der damalige NSA-Direktor Keith Alexander Bescheid gewusst haben muss. Auch, dass man den Ausgang der Aktion willkommen hieß sieht man an der Grußformel des NSA-Vizedirektors in einer späteren Mail:

    Gute Neuigkeiten, zumindest an dieser Front.

    Dass nicht nur die NSA, sondern auch das Weiße Haus Bescheid gewusst haben muss, wird spätestens an dem Punkt klar, wo auch James Clapper in der Konversation auftaucht. Er ist Direktor der nationalen Nachrichtendienste und in dieser Rolle Regierungsbeamter. Der Guardian selbst hat seine Enttäuschung zum Ausdruck gebracht:

    We’re disappointed to learn that cross-Atlantic conversations were taking place at the very highest levels of government ahead of the bizarre destruction of journalistic material that took place in the Guardian’s basement last July […] What’s perhaps most concerning is that the disclosure of these emails appears to contradict the White House’s comments about these events last year, when they questioned the appropriateness of the UK government’s intervention.

    11. Juli 2014 1
  • : Informatikstudent muss ins Gefängnis, weil er sein Verschlüsselungs-Passwort nicht herausgibt
    I H8 PC by Des Morris Lizenz: CC BY-NC-ND 3.0
    Informatikstudent muss ins Gefängnis, weil er sein Verschlüsselungs-Passwort nicht herausgibt

    Wie The Register meldet, muss  der Brite Christopher Wilson, 22, für 6 Monate ins Gefängnis, weil er der Polizei seine Krypto-Passwörter nicht übergeben hat. Damit ist mal wieder „eine Nuss mit einem Vorschlaghammer geknackt“ worden. Die Nicht-Herausgabe ist durch das umstrittene „wiretapping law“ in Großbritannien verboten.

    11. Juli 2014 4
  • : Kein Asyl für Snowden: die offizielle Begründung des Petitionsausschusses
    Die Bundesregierung verschleppt die Klärung der Frage nach Asyl für Edward Snowden seit mehreren Jahren.
    Kein Asyl für Snowden: die offizielle Begründung des Petitionsausschusses

    440x270-asyl-snowden-aufkleber___440xDie „gesetzlichen Voraussetzungen für eine Asylgewährung“ liegt laut der Stellungnahme des Petitionsausschusses für Whistleblower Edward Snowden nicht vor. Die vollständige Begründung hat Katharina Nocun als Scan veröffentlicht. Das Petitionsverfahren ist damit beendet.

    11. Juli 2014 1
  • : DLR entwickelt hochauflösendes Kamerasystem für Crowd Management
    DLR entwickelt hochauflösendes Kamerasystem für Crowd Management

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    Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat nach eigenen Angaben ein neues, echtzeitfähiges Überwachungssystem an einem Hubschrauber getestet. Das Projekt trägt den Namen VABENE++ und ist die Fortführung eines letztes Jahr beendeten Vorhabens mit ähnlicher Zielsetzung. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes „3K Kamerasystem“, das aus handelsüblichen High End-Kameras besteht. Hochauflösende Bilder und Videos werden noch im Hubschrauber verarbeitet und dann mit einer Übertragungsrate von elf Megabit pro Sekunde an eine Bodenstation übermittelt.

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    Die Technik wird vor allem zur Nutzung in Verkehrsleitzentralen beworben: So könnten der Verkehrsfluss aus der Luft überwacht werden, um bei höherer Dichte von Fahrzeugen Staus frühzeitig zu erkennen. Das 3K-System kann aber auch bei Großereignissen oder Katastrophen genutzt werden: Als Projektziel gilt die Unterstützung von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.

    Einer der beteiligten Forscher erklärt in einer Presseaussendung weitere Details:

    Ein Hubschrauber hat den Vorteil, dass er sehr wendig ist und auch über einem Verkehrsknotenpunkt oder einer Menschenmenge in der Luft stehen kann. Außerdem entwickeln wir damit ein System, das auch auf Polizeihubschraubern zum Einsatz kommen kann.

    11. Juli 2014
  • : Erste Hilfe bei digitalen Notfällen
    Erste Hilfe bei digitalen Notfällen

    178px-E003.svgDer eigene Server wird Ziel einer DDoS-Attacke, die Mail-Adresse gehackt oder Malware auf dem Gerät? NGOs wie EFF und Access haben zusammen ein „Digital First Aid Kit“ erstellt, das Wissen zur Ersten Hilfe bietet. In dem Guide werden Fragen zur Selbstdiagnotik gestellt, die eingrenzen sollen, was wirklich passiert ist. Weiter geht es mit den ersten Schritten, um das Schlimmste zu verhindern und weiteren Maßnahmen, die getroffen werden sollten. Es folgen Hinweise, wie man verhindern kann, noch einmal in die Situation zu geraten und wie man herausbekommt, von wo die Attacke ausgegangen ist.

    Die bisher behandelten Situationen sind gehackte Accounts, der Verlust von Geräten mit persönlichen Daten, Malware-Infektion und DDoS-Attacken. Außerdem gibt es Anleitungen, wie man generell sicher und vertraulich kommunizieren kann. Eine schöne Zusammenstellung, die man [nicht nur] Journalisten, Aktivisten und Bloggern empfehlen kann. Das Ganze gibt es übrigens auf GitHub und im Hackpad, kann also erweitert und zu einem persönlichen Erste-Hilfe-Kasten umgebaut werden.

    11. Juli 2014
  • : Einen Diplomaten ausweisen? Wie niedlich.
    Einen Diplomaten ausweisen? Wie niedlich.

    Kai Biermann kommentiert bei ZEIT-Online die Ausweisung eines US-Geheimdienst-Mitarbeiters: Einen Diplomaten ausweisen? Wie niedlich.

    Im Englischen gibt es eine Redewendung für dieses Verhalten: There is an elephant in the room – ein Elefant steht mitten im Zimmer, heißt es, wenn niemand das offensichtliche Problem ansprechen will und alle so tun, als sei es nicht vorhanden. Der Elefant NSA steht mitten in den bundesdeutschen Wohn- und Schlafzimmern, und niemand in der Bundesregierung will darüber reden.

    Denn die Bundesregierung will lieber am NSA-System beteiligt sein:

    Die Bundesregierung profitiert davon, dass die NSA keine Grenzen und keine Gesetze achtet. Sie macht sich die Hände nicht schmutzig und bekommt trotzdem etwas von der Beute. Das Opfer sind dabei leider die Bürger – ihre Wähler.

    10. Juli 2014 6
  • : Die Geschichte von Hollywood in unter zehn Minuten erklärt:
    Die Geschichte von Hollywood in unter zehn Minuten erklärt:

    Die Geschichte von Hollywood in unter zehn Minuten anschaulich erklärt:

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    10. Juli 2014
  • : Podcastbus-Prozess: Urteil rechtskräftig, Urteilsbegründung eine wahre Freude
    Podcastbus-Prozess: Urteil rechtskräftig, Urteilsbegründung eine wahre Freude

    Das Blog Metronaut war 2011 beim Castor-Transport mit seinem Podcast-Equipment, welches samt Bus von der Polizei beschlagnahmt wurde. Metronaut setzte sich vor Gericht dagegen zu wehr und bekam nach drei Jahren Recht. Das Urteil ist jetzt rechtskräftig und die Urteilsbegründung eine wahre Freude für die Blogger. Es ist teilweise absurd, wie das Gericht die Polizei abwatschen muss, weil dort Polizisten „in Urlaubsvertretung“ Augenzeugenberichte für Kollegen schreiben. Das hat schon Qualität eines Bananenstaates.

    Positiver Nebeneffekt: Das Gericht meinte, es spiele keine Rolle, ob die Metronaut-Blogger im Besitz eines Presseausweis wären (waren sie), denn Grundrechte gelten unabhängig von einem Presseausweis:

    “Die Kläger wurden durch die Sicherstellung des VW-Busses nebst der darin befindlichen Gegenstände in ihrem Recht auf freie Rundfunkberichterstattung (Art. 5 Abs. 1 Satz 2, 2. Halbs. GG) verletzt. Der Schutzbereich war unabhängig davon eröffnet, ob die Kläger Inhaber eines Presseausweises waren oder nicht. Presseausweise werden – anders als beispielsweise Rechtsanwaltausweise – nicht von einer öffentlichen Stelle, sondern vom Deutschen Journalistenverband ausgegeben. Voraussetzung für den Erhalt ist die hauptberufliche Tätigkeit als Journalist, die aber gerade nicht Bedingung für einen Schutz durch Art. 5 Abs. 1 GG ist. Der Schutzbereich umfasst nicht nur die Berichterstattung selbst, sondern auch alle wesensmäßig damit zusammenhängenden Tätigkeiten, insbesondere auch die Beschaffung der zu berichtenden Informationen [..]. Durch die streitgegenständliche Sicherstellung wurden die Möglichkeiten der Informationsbeschaffung und ‑verarbeitung der Kläger erheblich eingeschränkt.”

    Wir gratulieren zum Erfolg und freuen uns über die gelungene Urteilsbegegründung.

    Wir hatten im Vorfeld des Prozesses Hans Gift von Metronaut dazu interviewt: Ist ein Aufnahmegerät eine Gefahr für die Polizei? Verfahren zum Podcast-Bus startet am Donnerstag.

    10. Juli 2014 3
  • : CDU-Abgeordneter beschwert sich, dass er von ausländischen Diensten überwacht wird
    CDU-Abgeordneter beschwert sich, dass er von ausländischen Diensten überwacht wird

    Der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter (CDU), zugleich Obmann der Unionsfraktion im NSA-Untersuchungsausschuss, beschwerte sich jetzt, „dass Dritte auf sein Handy zugegriffen haben. Es sei aber nicht klar, was genau ausländische Dienste abschöpfen.“ Das berichtet der SWR mit Verweis auf Kiesewetter, der als Bundestagsabgeordneter das Privileg hat, dass sich Techniker der Verwaltung (oder eher vom BSI oder Verfassungsschutz) sein Handy genauer anschauen, während wir Bürger leer ausgehen.

    Gleichzeitig fordert er einen besseren Schutz für Abgeordnete vor der Totalüberwachung. Wir fragen uns: Warum nur für Abgeordnete und nicht für alle Bürgerinnen und Bürger?

    Kiesewetter sagte, er habe Anhaltspunkte, dass die Obleute aller vier Parteien im NSA-Untersuchungsausschuss abgehört worden seien.

    Die Anhaltspunkte kommen daher, dass das wohl der Verfassungsschutz-Präsident Maaßen vor kurzem den Obleuten der Fraktionen so erklärt hat und dann Kryptohandies verteilte. Auch hier gehen wir als Bürgerinnen und Bürger leider leer aus und müssen zusehen, dass Herr Kiesewetter mal mehr motiviert wird, dabei mitzuhelfen, dass auch unsere Grundrechte durchgesetzt werden können.

    Update: Der SWR bezieht sich wohl teilweise auf ein Interview, dass Herr Kiesewetter mit der Schwäbischen Post geführt hat und was hinter einer Paywall versteckt ist. Da findet sich auch noch dieses lustige Zitat:

    Macht es Ihnen nicht Angst, dass es keine Geheimnisse mehr gibt?

    Ich habe ein gutes Gewissen und mache mit meinen Bemerkungen (auch am Telefon) den potenziellen Abhörern ein schlechtes. Außerdem bin ich sehr zuversichtlich, dass wir Licht ins Dunkel bringen. Am Ende brauchen wir mehr Datensicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger, unsere Wirtschaft und unsere staatlichen Institutionen. Dafür arbeite ich und das werden wir schaffen.

    10. Juli 2014 10
  • : New York Times erklärt Netzneutralität: ‘A Threat to Internet Freedom’
    New York Times erklärt Netzneutralität: ‘A Threat to Internet Freedom’

    Die New York Times hat auf ihrer Meinungsseite eine kurze Video-Dokumentation zur Debatte um Netzneutralität: ‘A Threat to Internet Freedom’.



    Gibt es auch als MP4
    . (66 MB)

    Update: Jetzt auch bei Youtube zum Einbinden.

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    10. Juli 2014 1
  • : Mit einem Luftschiff über die NSA fliegen und Luftaufnahmen machen
    Mit einem Luftschiff über die NSA fliegen und Luftaufnahmen machen

    Die EFF ist zuletzt zusammen mit Greenpeace USA mit einem Zeppelin Blimp über das neue Daten-Center der NSA in Utah geflogen und hat den Protestflug auch für Luftaufnahmen genutzt.

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    Davon gibt es auch ein Video:

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    Jetzt gibt es High-Res Aufnahmen von oben: Releasing a Public Domain Image of the NSA’s Utah Data Center.

    eff-nsa-utah-data-center

    10. Juli 2014 6
  • : Schäuble: Kanzlerin not amused, dass die USA drittklassige Spione bei uns haben
    Schäuble: Kanzlerin not amused, dass die USA drittklassige Spione bei uns haben

    Dabei müssten die USA doch nur direkt oben anfragen und bekämen alle Infos oder wie muss man das verstehen?

    Mit der Anwerbung von deutschen Spionen schürten die USA Gefühle wie Misstrauen und Distanz in Deutschland, sagte Schäuble. „Das ist ja sowas von blöd.“ Zwar hätte Deutschland ohne die Partnerschaft mit US-Geheimdiensten viele Terrorbedrohungen nicht abwehren können, dies heiße aber nicht, „dass die Amerikaner drittklassige Leute bei uns anwerben dürfen“. „Über so viel Dummheit kann man auch nur weinen. Deswegen ist die Kanzlerin da auch ’not amused’.“ Gleichwohl fühle er sich von den „Amerikanern weniger bedroht als von manchen anderen in der Welt“. Man solle „die Kirche zwischendurch auch mal im Dorf lassen“.

    10. Juli 2014 4
  • : Wir haben eine Drohne und eine Frage an Experten
    Wir haben eine Drohne und eine Frage an Experten

    Wir besitzen jetzt eine Phantom 2 – Drohne in unserer Redaktion und haben uns dazu eine Go Pro 3 gekauft. Nun fehlt nur noch das passende Zwischenstück, in der Fachsprache Gimbal genannt, um die Kamera unter der Drohne zu befestigen und damit rumspielen zu können.

    Nun ist die offizielle (und auch sonst) Empfehlung das Gimbal DJI Zenmuse H3-3D. Kostet aber rund 400 Euro und damit fast soviel wie die Drohne (und mehr als die Kamera). Es gibt eine Vielzahl an günstigen Alternativen, aber in der Regel haben diese keine oder nur eine Bewertung auf Amazon und das hält uns von einem Kauf ab. Eine günstigere Alternative mit einigen guten Bewertungen ist das „JMT 1 Set Upgrade Whole Sealing Brushless Gimbal Camera Mount W/ Motor Controller“. (Kostet um die 130 Euro).

    Was würdet Ihr uns empfehlen? Lieber mehr ausgeben oder Geld sparen, weil günstige ALternative dasselbe tut?

    9. Juli 2014 14
  • : Neuer Doppelagent der USA enttarnt. Fall noch ernster. Aber keine Panik, das sind die Guten!
    Neuer Doppelagent der USA enttarnt. Fall noch ernster. Aber keine Panik, das sind die Guten!

    Es scheint ein zweiter Doppelagent bei einem deutschen Geheimdienst („im militärischen Bereich“) aufgeflogen zu sein, dessen Fall „ernster sein soll als der gerade aufgeflogene BND-Agent. Das berichtet der Rechercheverbund aus NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“: Spionageaffäre weitet sich aus – Zweiter Fall.

    Gerade laufen Hausdurchsuchungen in Berlin, mehr Infos gibt es noch nicht.

    Aber keine Panik, das ist vollkommen normal und gehört dazu. Diesen Eindruck vermittelte heute morgen Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, im Deutschlandfunk-Interview.

    Auch wir Deutschen müssen vielleicht zur Kenntnis nehmen, dass es ein anderes Verständnis der Geheimdienste in den USA gibt. Das heißt, wir müssen da selber realistisch werden. Aber wir dürfen übrigens auch nicht den Fehler machen, jetzt die Dummheiten der USA auf dem Gebiet der Geheimdienste zum Maßstab zu nehmen generell für das deutsch-amerikanische Verhältnis. Das wäre sicherlich auch ein Fehler, den wir nicht machen dürfen.

    Wir müssen einfach mal reden (und uns vielleicht an die Hand nehmen):

    Aber auf der anderen Seite gibt es dieses Verständnis in einer Geheimdienstbürokratie, die insbesondere nach dem Anschlag vom 11. September und dem Trauma, das dieser Anschlag ausgelöst hat – das Trauma dauert bis auf den heutigen Tag an, es prägt die Gesellschaft in den USA -, ein anderes Verständnis, das darin besteht, wir sammeln auch alles mal, was es gibt an Informationen mit den enormen Mitteln, mit dem wahnsinnig vielen Geld, das zur Verfügung steht. Darum, glaube ich, ist auch vielleicht so etwas eingetreten wie ein Kontrollverlust einer riesigen Geheimdienstbürokratie. Meine Vermutung ist eher, dass diese Dummheiten nicht auf irgendeiner politischen Ebene stattfinden, sondern im Rahmen einer sich verselbständigenden großen Geheimdienstbürokratie. Auch darüber muss geredet werden.

    Es wird sich übrigens nichts ändern, aber wir können ja mal reden, dass das nicht so toll ist:

    Also die USA sind traumatisiert durch die Erlebnisse vom 11. September, sie haben eine enorme Geheimdienstbürokratie entwickelt mit enormen technologischen Möglichkeiten, enorm viel Geld. Ich rechne nicht mit einer Veränderung, sondern wir müssen darüber reden, ihnen den Schaden vor Augen führen, den wir uns außenpolitisch beide nicht leisten können.

    Apropos, bevor das wieder untergeht: Was ist eigentlich mit der anlasslosen Massenüberwachung unserer Kommunikation durch US-Geheimdienste und ihrer Partner? Was machen wir mit diesen kriminell agierenden Geheimdiensten, die im Namen der Sicherheit nur massive Unsicherheit schaffen und unsere IT-Infrastrukturen kaputt machen?

    9. Juli 2014 10
  • : Zukunftsmodell „intelligente Stadt“: Wir brauchen mehr intelligente Dörfer
    Zukunftsmodell „intelligente Stadt“: Wir brauchen mehr intelligente Dörfer

    Evgeny Morozov schreibt in der FAZ über das Zukunftsmodell „intelligente Stadt“: Wir brauchen mehr intelligente Dörfer.

    Aber wie übersetzt man diese humanistische Haltung in konkrete Technologien? Selbst die Kritiker helfen uns da kaum weiter. Vielleicht könnte man mit der Frage anfangen, wie das Gegenteil der von IT-Konzernen gesteuerten „intelligenten Stadt“ aussieht. Wodurch zeichnet sich ihr ideologischer Antipode aus? Ist es die „dumme Stadt“? Heutzutage, wo Mülleimer mit Sensoren und Straßenlaternen mit hochentwickelten Kameras ausgestattet sind, ist die Sehnsucht nach einer analogen Stadt absolut verständlich, zumal nach dem NSA-Skandal. Doch diese Nostalgie ist historisch wenig tragfähig – Städte waren schon immer Versuchsfelder für revolutionäre Neuerungen, ob Kanalisation, Impfstoffe oder Untergrundbahn. Eine technikfreie Stadt kann nicht als Vorbild dienen.

    8. Juli 2014
  • : The Ex-Google Hacker Taking on the World’s Spy Agencies
    The Ex-Google Hacker Taking on the World’s Spy Agencies

    Wired hat ein schönes Portrait über Morgan Marquis-Boire (@headhntr), der jetzt von Google zu Glenn Greenwalds First Look Media gewechselt ist und dort für die Sicherheit zuständig ist: The Ex-Google Hacker Taking on the World’s Spy Agencies.

    Beyond protecting Snowden’s favorite journalists, Marquis-Boire sees his decision to leave Google for First Look as a chance to focus full-time on the problem of protecting reporters and activists as a whole, groups he sees as some of the most sensitive targets for governments globally. “I look at the risk posed to individuals in the real world,” says Marquis-Boire, an imposing, often black-clad New Zealander with earrings, dreadlocks, and a taste for death metal. “In human rights and journalism, the consequences of communications being compromised are imprisonment, physical violence, and even death. These types of users need security assistance in a very real sense.”

    Auf der vergangenen re:publica’14 sprach Morgan Marquis-Boire über Staatstrojaner und „Fear and Loathing on the Internet“:

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    8. Juli 2014
  • : Heute, 8. Juli, 20h, Berlin: Datengarten zu Indischen Staats-Datenbanken
    Heute, 8. Juli, 20h, Berlin: Datengarten zu Indischen Staats-Datenbanken

    Im Chaos Computer Club Berlin findet heute Abend ein Votragsabend – „Datengarten“ – statt, welcher sich mit den Bestrebungen der indischen Regierung auseinandersetzt eine umfangreiche Datenbank der Bevölkerung inkl. biometrischer Daten anzulegen. Der Referent Sumandro Chattapadhyay forscht zum Themenbereich Informationspolitik in Indien im Centre for the Study of Developing Societies in Dehli.

    Der Vortrag beginnt um 20h und findet in englischer Sprache statt. Aus der Ankündigung:

    What kind of ‚database state’ is the Indian government creating?

    A discussion of the Aadhaar project as a digital identity platform for governance

    As part of my larger academic interest in the history of electronic governance and computing by the Government of India since 1960s, I have been studying the making and activities of the Unique Identification Authority of India (UIDAI). UIDAI was instituted in 2009 to assign unique biometrics- linked identification numbers, branded as Aadhaar numbers, to all the residents of India. The growing literature about this Aadhaar project focus on various topics such as implications for citizenship, for efficiency of governmental services, for formalisation and unification of unorganised banking and welfare-accessing practices. As opposed to socio-legal critiques offered by most researchers and activists in India, I discuss the technological imagination and the materiality of the database system being designed and deployed as part of the Aadhaar project. I argue that it is crucial to develop a close understanding of the specific form of data collection, management, archiving, sharing by the Aadhaar project and the software infrastructure it is building to enable various government and commercial agencies to implement a single identity platform for tracking their interactions with citizens/consumers. […]

     

    8. Juli 2014
  • : World Intermediary Liability Map veröffentlicht
    World Intermediary Liability Map veröffentlicht

    Welches Gesetz regelt eigentlich in Israel das Copyright? Solche und ähnliche Fragen stellt man sich des Öfteren, wenn man sich damit auseinandersetzt, was im Internet erlaubt ist und wer dafür zuständig ist, das zu koordinieren. Oft genug ist es schon schwer genug, im deutschen Regulierungsdschungel durchzusehen. Das Center for Internet and Society an der Stanford Law School hat einen Versuch unternommen, Licht ins Dunkel zu bringen und eine Landkarte erstellt, die internetrelevante Gesetzgebung, Entscheidungen und Behörden darstellt.

    Ein schönes Projekt, doch leider gibt es noch ein paar weiße Flecken, vor allem bei amerikanischen Ländern. Aber an denen kann man mitarbeiten und über ein Formular (leider Google-Doc) neue Informationen hinzufügen oder allgemeines Feedback hinterlassen.

    8. Juli 2014
  • : Dokumentation im Ersten: Zugriff! Wenn das Netz zum Gegner wird
    Dokumentation im Ersten: Zugriff! Wenn das Netz zum Gegner wird

    Gestern um 22 Uhr lief im Ersten die Dokumentation „Zugriff!“ in der dargestellt wird, wie die beiden Autorenkollegen Löbl und Onneken den Versuch unternehmen, sich auszuspionieren. Onneken ist dabei das „Opfer“ und sieht sich dem Identitätsdiebstahl durch seine Kollegin ausgesetzt, verliert Zugriff auf seine Bankkonten, kann nicht mehr telefonieren und hat plötzlich eine rechtsgerichtete Zeitung abonniert. Leider werden nur Schreckensszenarien aufgebaut und keine Aussichten gegeben, wie und ob man sich wehren kann. Empfehlenswert vielleicht trotzdem, wenn man einem allzu Unbesorgten demonstrieren will, was prinzipiell machbar ist. Aber dann sollte man danach auch bereit sein, über mögliche Maßnahmen zur Vermeidung der heraufbeschworenen Situationen aufzuklären und das zu leisten, was die Doku leider verpasst.

    Noch ein Jahr online verfügbar, die MP4-Datei zur Sicherung liegt hier.

    8. Juli 2014 10
  • : AYFKMWTS? FBI goes Leetspeak
    AYFKMWTS? FBI goes Leetspeak

    Auf MuckRock, in etwa das US-Pendant zu fragdenstaat.de, wurde eine Anfrage an das FBI gestellt und darum gebeten, Dokumentationen, Infomaterialien und anderes zur Interpretation von Leetspeak herauszugeben, die von der Geheimdienstbehörde FBI genutzt werden. Die Antwort kam in Form eines Twitter-Memos, das Übersetzungen von auf Twitter und anderen Social-Media-Kanälen üblichen Abkürzungen bereitstellen soll. Neben Klassikern wie „LMAO – laughing my a** off“ (ja, Kraftausdrücke sind mit Sternchen dargestellt) gibt es auch allerlei absurdes wie „PMYMHMMFSWGAD – pardon me, you must have mistaken me for someone who gives a damn“. Aber gut zu wissen, womit sich die Intelligence Research Support Unit so beschäftigt. Hilft bestimmt beim Fangen von Terroristen auf Twitter, oder? Immerhin findet sich auch „STA – surveillance and target acquisition“ unter den Abkürzungen. In der Einleitung spricht man aber von etwas ganz anderem:

    Diese Liste hat etwa 2800 Einträge und es wird Ihnen nützlich dabei sein, mit ihren Kindern und Enkelkindern mitzuhalten.

    8. Juli 2014 3