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Linktipps der Redaktion
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: Call for Papers bis 31. Juli: „Datenspuren“-Symposium sucht eure Beiträge!
: Call for Papers bis 31. Juli: „Datenspuren“-Symposium sucht eure Beiträge!
Vom 13. bis 14. September werden in Dresden zum 11. Mal die „Datenspuren“ stattfinden – ein Symposium des Chaos Computer Club Dresden, das sich seit Jahren in Workshops, Vorträgen und Rahmenprogramm mit Datenschutz und verwandten Themen beschäftigt. In diesem Jahr stehen die „Datenspuren“ unter dem Motto „überwacht und zugenäht – rebuild the nets“. Der Call for Papers geht noch bis zum 31. Juli – euer Beitrag ist gefragt!Digitale Selbstverteidigung als Grundlage zur Wahrung der Privatsphäre wird immer mehr zu einem Thema, das die Allgemeinheit betrifft. Nicht nur Politiker und Geheimnisträger haben „etwas zu verbergen“. Große Mengen sensibler Daten werden z. B. zwischen Behörden, Rechtsanwälten, Steuerprüfern und Ärzten ausgetauscht. Dabei anfallende Metadaten sind meist völlig ungeschützt. Wie kann sichere Kommunikation im digitalen Zeitalter noch gewährleistet werden? Kann man überhaupt noch sicher über das Internet kommunizieren? Ist das Internet kaputt? Können wir es retten oder müssen wir ein neues bauen? Und wenn ja, wie? Wie sollte auf die Überwachung durch ausländische Geheimdienste reagiert werden? Was fordern wir von der Politik? Welche neuen Technologien und Werkzeuge sind notwendig? Mit all diesen und den damit verbundenen Themen beschäftigt sich das 11. Symposium Datenspuren, ausgerichtet vom Chaos Computer Club Dresden am 13. und 14. September 2014 in Dresden.
Wir rufen Dich auf, Dein Wissen weiterzugeben und zu teilen! Wir suchen Deinen technischen, wissenschaftlichen oder künstlerischen Beitrag zum Themenkomplex Privatsphäre, Datenschutz und Datensicherheit.
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: Frontal21 exklusiv: Spitzeln für Amerika (Update)
: Frontal21 exklusiv: Spitzeln für Amerika (Update)
Heute hat Frontal21 im ZDF exklusiv über neue Erkenntnisse zu der Netzüberwachung des Bundesnachrichtendienstes berichten wollen. Wir hatten uns im Vorfeld schon gewundert, dass der Vorab-Beitrag trotz Exklusiv-Hinweis keine relevanten neuen Informationen enthielt. Der TV-Beitrag selbst schaffte es nicht, neue Erkenntnisse zu liefern. Nicht mal die Information ist neu, dass der Bundesnachrichtendienst auf deutsche Gesetzgebung einwirke, um mehr Befugnisse zu bekommen. Genau das Zitat hatte der Guardian schon im November vergangenen Jahres berichtet. netzpolitik.org – Leserinnen und Leser wussten es bereits seit neun Monaten:„Der Bundesnachrichtendienst übt Einfluss auf die deutsche Regierung aus, um Datenschutzgesetze zu lockern, damit wir nachrichtendientliche Erkenntnisse besser austauschen können“
Insofern schön, dass Frontal21 über das Thema berichtet. Exklusiv definieren wir aber anders.
Update: Auf Twitter verkündete Frontal 21 vorab:
Selbst das hatten wir schon Ende Mai im Blog: Trotz vorläufigem Scheitern der Klage in Leipzig neue Erkenntnisse: BND überwachte 2010 196 Länder – auch die USA.
Wir sind ja froh über alle TV-Berichte zum Thema und gratulieren zur Zusammenfassung zur besten Sendezeit. Aber wir schreiben auch nicht „exklusiv“ über unsere Artikel, die wir aus anderen Quellen zusammen remixen.
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: Wissenschaftler haben herausgefunden: Filesharing hat keine Auswirkungen auf Kino-Erlöse
: Wissenschaftler haben herausgefunden: Filesharing hat keine Auswirkungen auf Kino-Erlöse „Wer digitale Kopien kostenlos lädt, bezahlt nicht für Original-Releases“ lautet ein gängiges Vorurteil von Filesharing-Gegnern. Der Wirtschafts-Professor Koleman Strumpf hat diesen Mythos jetzt empirisch widerlegt. In einer neuen Studie untersucht er Daten der „Hollywood Stock Exchange“ und „einer großen Bittorrent Index-Seite“:
This paper uses movie tracking stocks to measure the theatrical revenue displacement of file sharing. These stocks are forward looking and their forecasting performance improves when new information arrives such as the release of movie trailers. The empirical strategy considers how stock prices respond to news about file sharing, using both arrivals and non-arrivals as shocks. Because the approach exploits price variation for all movies which are unavailable on file sharing networks, the case for unbiased estimates is particularly strong for the period prior to the theatrical opening. The estimates indicate that the displacement effect is quite small, both on a movie-level and in aggregate. The effect is precisely estimated. This is perhaps not surprising given the low quality of early file sharing releases and the lack of amenities such as theater sound and video systems.
One consistent result is that file sharing arrivals shortly before the theatrical opening have a modest positive effect on box office revenue. One explanation is that such releases create greater awareness of the film. This is also the period of heaviest advertising. In conjunction with the main estimates, this suggests that free and potentially degraded goods such as the lower quality movies available on file sharing networks can have some beneficial effects on intellectual property.
Wie immer zu diesen Themen hat Ernesto bei TorrentFreak mehr Details:
The research covers 150 of the most popular films that were released over a period of seven years, and the findings reveal that the release of pirated films on file-sharing sites doesn’t directly hurt box office revenue.
“There is no evidence in my empirical results of file-sharing having a significant impact on theatrical revenue,” Strumpf tells TorrentFreak in a comment.
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: Radio-Tatort „Autsystem“: Tod einer Internet-Aktivistin
: Radio-Tatort „Autsystem“: Tod einer Internet-Aktivistin Der neue Audio-Tatort der ARD befasst sich mit netzpolitischen Themen: In „Autsystem“ von Tom Peuckert wird eine Internet-Aktivistin erschossen. Markus hat schonmal die Sicherheitsvorkehrungen im Büro verschärft:
Philine Berger, eine prominente Internet-Aktivistin, wird in ihrem Haus erschossen aufgefunden. Die Nachforschungen von Oberkommissar Polanski und seinem Kollegen Lehmann ergeben, dass Philine Berger kurz vor ihrem Tod im Besitz von hochbrisantem Datenmaterial gewesen sein muss.
Noch dazu stellt sich heraus: Das Material stammt direkt aus dem Bundesverteidigungsministerium. Von den Daten fehlt allerdings jede Spur. Auch die Überprüfung von Philines Computers fördert keinen Hinweis zu Tage. Und überhaupt scheinen alle Spuren auf einmal ins Nichts zu laufen.
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: 3SAT Kulturzeit – Hacker als Helden
: 3SAT Kulturzeit – Hacker als Helden Lief vor zwei Wochen bei 3SAT Kulturzeit: Hacker als Helden.
Die neue Identifikationsfigur der Popkultur: Für die einen sind sie Cyberkriminelle in Kapuzenpullis, für die anderen moderne Helden. Ist der Hacker die neue Identifikationsfigur der Popkultur? Hacker kämpfen für ein freies Internet und mehr Datenschutz. Längst ist auch die Unterhaltungsindustrie auf sie aufmerksam geworden. Aber taugen diese Computernerds überhaupt zum normalen Bürger, geschweige denn, zum Helden?
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: Hidden From Google: Webseite archiviert Suchergebnisse, die Google entfernen muss
: Hidden From Google: Webseite archiviert Suchergebnisse, die Google entfernen muss Das EuGH-Urteil über personenbezogenen Daten und Suchmaschinen haben wir kontrovers diskutiert. Während Google einen Arbeitskreis zum Thema eingerichtet hat, gibt es mit HiddenFromGoogle.com ein Archiv der entfernten Links:
The purpose of this site is to list all links which are being censored by search engines due to the recent ruling of „Right to be forgotten“ in the EU.
This list is a way of archiving the actions of censorship on the Internet. It is up to the reader to decide whether our liberties are being upheld or violated by the recent rulings by the EU.
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: Der Transatlantiker der Bundesregierung – Jung & Naiv: Folge 180
: Der Transatlantiker der Bundesregierung – Jung & Naiv: Folge 180 Ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen habt, aber in der Bundesregierung gibt es einen Neuen: Jürgen Hardt von der CDU. Jürgen ist seit April der „Koordinator für die transatlantischen Beziehungen“, nachdem Philipp Mißfelder den Job aus irgendeinem Grund nicht mehr haben wollte… Jürgen hat sich vergangene Woche für Jung & Naiv und euren naiven Fragen Zeit genommen.
Wie geht’s den „transatlantischen Beziehungen“ zwischen Amerika und Deutschland? Welchen Aufgaben hat der damit Beauftragte der Bundesregierung? Wann kommt Edward Snowden nach Deutschland? Wann hört die Totalüberwachung von NSA & Co auf? Wie ist das mit unseren Grundrechten?
In der Folge zuvor haben wir uns mit diesem Journalismus befasst. Hans Leyendecker war zu Gast und ich habe mit ihm auf der Netzwerk-Recherche-Konferenz in Hamburg gesprochen: Was macht heutzutage noch diesen Journalismus aus? War früher alles besser? Was ist der Unterschied zwischen Journalismus und „investigativen“ Journalismus? Was können die jungen Journalisten von heute, was die Jungen von damals nicht konnten? Ist dank der digitalen Revolution nun alles anders? Sollte ich heute noch den SPIEGEL lesen?
Bonusfolge mit Q&A an Hans & mich.
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: Bundesedit: Anonyme Änderungen von Wikipedia-Einträgen aus Bundesbehörden
: Bundesedit: Anonyme Änderungen von Wikipedia-Einträgen aus Bundesbehörden @bundesedit ist ein Twitterbot der Änderungen an Wikipedia Artikeln durch anonyme Benutzer aus den Netzwerken der Bundesregierung, des Bundestages, der Bundesministerien und Bundesämter veröffentlicht.
Das System basiert auf dem Projekt von edsu/anon, welches das gleiche für @congressedits realisiert hat. Das System basiert auf der Auswertung des Wikipedia IRC Channels in dem die Systeme der Wikipedia alle Änderungen an Aritkel automatisiert einstellen. Alle Änderungen, die nicht durch einen registrierten Benutzer durchgeführt werden, werden mit der IP-Adresse gespeichert. Diese wird dann mit den hier gepflegten Netzwerken abgegelichen. Sobald es eine Übereinstimmung gibt, wird ein Tweet erzeugt.
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: Der Kampf der Musikindustrie gegen Filesharing & Co.
: Der Kampf der Musikindustrie gegen Filesharing & Co. Einen spannenden Rückblick auf den Kampf Kazaa vs. Musikindustrie bietet das Musikwirtschaftsforschung-Blog: Der Kampf der Musikindustrie gegen Filesharing & Co. – Teil 1.
Vereinfacht gesagt standen die VertreterInnen der Rechteverwertungsindustrien sowie die BewahrerInnen des bestehenden Urheberrechtssystems den Technologiefirmen, KonsumentInnenschutzorganisationen und RisikokapitalgeberInnen in diesem gerichtlichen Showdown gegenüber, unterstützt von WissenschafterInnen, die mit ihren Forschungsergebnissen die jeweilige Position unterstützten. Die Mobilmachung vor dem Oberstgerichtsentscheid spiegelte also gut die Interessensgegensätze, die sich durch die Digitalisierung aufgetan hatten, wider.
Das Thema dominierte ja dieses Blog vor rund zehn Jahren.
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: Netzneutralität in den USA: Ein Plädoyer für ein freies Internet
: Netzneutralität in den USA: Ein Plädoyer für ein freies Internet In den USA tobt aktuell ein Kampf um die Netzneutralität. Die Debatte wird dort prominenter geführt als hierzulande und zum Beispiel in gleichermaßen lustigen wie informativen Videos thematisiert (College Humor, John Oliver und noch viel mehr).
Marvin Ammori hat nun in seinem Foreign Affairs Artikel (auch als Audioversion) ein in mit vielen Beispielen versehenes Plädoyer für ein freies Internet verfasst. Anschaulich erläutert er, warum Netzneutralität eben kein „esoterisches Anliegen“ einiger internetverliebter Nerds ist, sondern ganz klar uns alle betrifft. Seine Argumentation ist klug, denn sie schlägt die Gegner der Netzneutralität mit ihren eigenen Waffen. Die Internetanbieter begründen meistens mit ökonomischen Zwängen ihre Ablehnung der Netzneutralität. Ammori erklärt dagegen, das gerade ein diskriminierungsfreies Internet die Basis für den Erfolg der Internetwirtschaft ist. Anbieter sind „gateways“, dürfen aber keinesfalls „gatekeeper“ werden, das würde die innovationsfördernde Wirkung des Internets untergraben.
„Imagine if, years ago, MySpace had cut deals with cable and phone companies to block Facebook, if Lycos had colluded with AltaVista to crush Google, if Microsoft had contracted with service providers to protect Internet Explorer by blocking Mozilla Firefox.“
Ein funktionierender Markt braucht fairen Wettbewerb und der wird durch ein neutrales Netz und gleiche Bedingungen für alle Teilnehmenden gesichert. „Überholspuren“ und ähnliches schaden also dem Markt und sind innovationsfeindlich.
Unterdessen sieht die Lage der Netzneutralität in Europa allerdings auch nicht so rosig aus, wie es im Nebensatz angedeutet wird. Im Herbst wird auf EU-Ebene weiter über die Richtlinie zur Netzneutralität debattiert. Noch ist nichts endgültig beschlossen. Und was die mächtigen Anbieter-Lobbys von dem gegenwärtigen Entwurf halten, hat sich z.B. auf dem letzten „Fachdialog Netzneutralität“ im Wirtschaftsministerium gezeigt.
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: Dagger Complex: Luftaufnahmen und Drohnen-Video von US-Stützpunkt
: Dagger Complex: Luftaufnahmen und Drohnen-Video von US-Stützpunkt In seinem Deutschland-Dossier schrieb der Spiegel über den Dagger Complex:
Der Standort spielte schon immer eine große Rolle für die NSA, zunächst als European Security Center (ESC), dann zwischenzeitlich unter dem Namen European Security Operations Center (ESOC) und mittlerweile als European Cryptologic Center (ECC). Die Analysten können dort offenbar „Skilz“-Punkte erwerben, indem sie sich im Umgang mit dem Spähwerkzeug XKeyscore schulen lassen: ein Wettbewerb unter Spionen.
Seit 2011 ist dort auch das Threat Operations Center der NSA untergebracht. Schon 2009 arbeiteten dort 240 Geheimdienstmitarbeiter, wie interne Dokumente zeigen, die der SPIEGEL enthüllt. Sie zeigen: Der Dagger-Komplex ist mittlerweile die größte und wichtigste Außenstelle der NSA in Europa.
Ein anonymer Blogger hat „mal ein paar Recherchen bezüglich des Dagger Komplexes in Griesheim angestellt.“ Auf einem Tumblr hat er ein paar Luftaufnahmen mit Erklärungen veröffentlicht.
Dazu gibt’s noch ein Video mit einem Quadcopter über dem Gelände:
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: College Humor erklärt: Why Net Neutrality Matters (And What You Can Do To Help)
: College Humor erklärt: Why Net Neutrality Matters (And What You Can Do To Help) Popkultur, die uns in Deutschland fehlt: Die Youtuber von College Humor erklären massentauglich die Debatte um Netzneutralität (in den USA) – Why Net Neutrality Matters (And What You Can Do To Help).
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: ARD Doku fragt „Wie gefährlich wird das Netz?“
: ARD Doku fragt „Wie gefährlich wird das Netz?“ Die ARD hat am Montag die Reportage „Im Visier der Hacker – Wie gefährlich wird das Netz?“ ausgestrahlt, die es jetzt für ein Jahr in der Mediathek zu sehen gibt. Die Kernbotschaft in einem Satz: Alles ist hackbar. Egal ob Auto, Flugzeug, Schiff, Herzschrittmacher, Unternehmenssoftware, Garagentore oder auch Hefe-Zellen und Gehirnströme. Anhand von einigen etwas reißerischen, aber auch vielen lebensnahen Beispielen zeigt der Beitrag Sicherheitsrisiken verschiedener Technologien auf. Wird dabei neue Technikangst geschürt? Ein bisschen schon, aber insgesamt hält der Film die Balance zwischen Alarmismus und dem berechtigten Warnen vor Sicherheitslücken. Einige der „live“ vorgeführten Hacks wirken allerdings über-inszeniert und manchmal unfreiwillig komisch.
Auf Daimler wird etwas herumgehackt, Audi dafür prominent gefeatured. Aber auch zahlreiche Forscher US-amerikanischer und deutscher Universitäten kommen zu Wort. Die weit verbreitete Sorglosigkeit im Umgang mit vielen Systemen wird ganz gut beschrieben. Hier macht die Reportage klar: absolute Sicherheit gibt es zwar nicht, aber das sollte uns doch zumindest bei der Nutzung eines Systems bewusst sein. Ist aber nicht der Fall, und das ist problematisch. Denn ob eine Technologie lebensrettend oder lebensbedrohend wirkt, hängt schließlich immer auch von den Menschen ab, die sie einsetzen. Der Film dauert insgesamt 44 Minuten, der Abschnitt über Biohacking kommt ganz zum Schluss und einen kurzen Vorschaufilm mit ARD-Bericht gibt es hier.
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: Umfrage: Einstellungen zur Internetnutzung und Datensicherheit im Kontext des NSA-Skandals
: Umfrage: Einstellungen zur Internetnutzung und Datensicherheit im Kontext des NSA-Skandals Bilder kleben heute nicht mehr in Fotoalben, Nachrichten stehen nicht mehr in Briefen und Treffen sind inzwischen Hangouts. Neue Möglichkeiten bergen aber immer Risiken: Das zeigt sich im Fall von Internetkommunikation anhand der Relevanz des Themas Datensicherheit. Gerade im Laufe des vergangenen Jahres wurde deutlich, wie aktiv – und kontrovers – die Diskussion um den verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit Daten geführt wird.
Wie aktuell das Thema ist, zeigt jüngst die Debatte um die Spionageaffäre und die Ausweisung des höchsten CIA-Repräsentanten der USA. Die Medien sprechen an vielen Stellen von einer “Erschütterung der transatlantischen Freundschaft”. Und dabei zeigt sich: Geheimdienstmaßnahmen betreffen nicht “nur” mehr Internetnutzer, deren Daten ausspioniert werden. Vielmehr sind die Aktivitäten von NSA und Co. ein Politikum geworden.
Eine Gruppe von Forschern der Universität Passau untersucht dazu in einer Studie Einstellungen zur Internetnutzung und Datensicherheit im Kontext des NSA-Skandals. Das Projekt wird kulturübergreifend in Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK) und den USA durchgeführt. Heimatinsitutionen sind dabei das DFG-Graduiertenkolleg ‘Privatheit’ und der Lehrstuhl für Computervermittelte Kommunikation (CvK) der Universität Passau.
Ziel der Studie ist es, Einblicke in den länderspezifischen Umgang mit diesen Themen zu gewinnen und ein tiefergreifendes Verständnis spezifischer Einstellungen und Argumente zu skizzieren. Die Umfrage ist unter folgendem Link zu erreichen: http://ww2.unipark.de/uc/NSA/
Die beteiligten Forscher:
- Michael Johann, michael.johann@uni-passau.de, Twitter: @caleidosblog)
- Matthias Herz, matthias.herz@uni-passau.de, Twitter: @MatthiasHerz)
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: Studie bestätigt: Niemand mag von den USA überwacht werden
: Studie bestätigt: Niemand mag von den USA überwacht werden Das US-amerikanische Pew Research Center hat eine Umfrage durchgeführt, ob Menschen die Überwachung durch die NSA und andere amerikanische Dienste akzeptabel finden. Das wenig überraschende Ergebnis: Die Mehrheit findet, dass das nicht der Fall ist. In der nach Ländern aufgeteilten Studie ergab sich, dass im Durchschnitt 73% der Menschen die Überwachung der eigenen Staatsoberhäupter und 81% die der Bürger des eigenen Landes als inakzeptabel beurteilen. Bei amerikanischen Bürgern und Terrorismusverdächtigen widersprachen nur 62% bzw. 29% den Überwachungspraktiken. In Deutschland sieht die Statistik ein wenig anders aus, hier wird die Überwachung von Regierungsmitgliedern stärker abgelehnt als die der Bevölkerung:
In den USA empfinden interessanterweise nur 61% die Ausspähung der eigenen und 47% die der übrigen Bevölkerung als nicht hinnehmbar.
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: Was die Bundespolizei macht, wenn Edward Snowden urplötzlich im Flugzeug aus Moskau sitzt
Dieser Mann telefoniert nicht Putin oder Merkel, sondern seinem "Mutterhaus". : Was die Bundespolizei macht, wenn Edward Snowden urplötzlich im Flugzeug aus Moskau sitzt Dieter Romann, derzeit amtierender Präsident der Bundespolizei, kritisiert in einem Interview in der Zeitung „Welt“ die europäische Migrationspolitik. Er empfiehlt dem Innenministerium Verschärfungen.
Der Text gibt einen guten Eindruck über zukünftige deutsche Maßnahmen: Kürzlich haben Deutschland und Frankreich durchgesetzt, dass jede Regierung der EU-Mitgliedstaaten ihre Grenzen wieder kontrollieren darf, wenn über ein anderes Mitglied zu viele MigrantInnen in die EU gelangen. Romann meint, dass Italien gerade vertragsbrüchig wird weil zu viele unerwünschte Asylsuchende in Berlin angetroffen würden.
Am Ende wird er gefragt, was die Bundespolizei tut wenn der Whistleblower Edward Snowden „überraschend in Frankfurt am Main landen“ würde, da womöglich „Präsident Putin“ Deutschland ärgern wolle:
Die Welt: Rufen Sie zuerst die Kanzlerin an?
Romann: Nein, mein Mutterhaus, das Bundesministerium des Innern. Aber das fällt jetzt wirklich unter das Fernmeldegeheimnis. Wir sind jedenfalls auf solche Szenarien vorbereitet.
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: Geoblocking der eigenen Crowdfunder: Zach Braffs neuer Film „Wish I was here“
: Geoblocking der eigenen Crowdfunder: Zach Braffs neuer Film „Wish I was here“ Schon rund um die erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne für Zach Braffs („Scrubs“) neuen Film „Wish I was here“ war Kritik laut geworden, dass solche Stars Crowdfunding nur aus Marketingsgründen nutzen, weil sie das Geld zur Finanzierung ihrer Filme gar nicht benötigen würden. An der erfolgreichen Finanzierung mit über drei Millionen Dollar änderte das nichts.
Die damalige Kritik ist aber gar nichts, verglichen mit dem aktuellen PR-Desaster rund um das Geoblocking der eigenen Crowdfunder. Dirk von Gehlen, der selbst sein Buch „Eine Neue Version ist verfügbar“ mittels Crowdfunding finanziert hatte, in einem lesenswerten Beitrag auf seinem Blog dazu:
[N]iemand hatte den Unterstützern des Projekts vor diesem Wochenende gesagt, dass die groß angekündigte Option, den Film schon vor dem US-Start im Stream zu sehen, in Wahrheit gar nicht für jeden Unterstützer des Projekts gilt. […] Wer versucht die Seite aus einem Land aufzurufen, das laut Nutzerkommentaren bei Kickstarter nicht USA, Großbritannien oder Australien heißt, erhält keinen Zugang.
Die Moral von der Geschicht: Auch Crowdfunding schützt vor Geoblocking nicht.
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: Noch mehr Spione, noch mehr abgehörte Handys
: Noch mehr Spione, noch mehr abgehörte Handys Auch nachdem man in BND und Verteidigungsministerium zwei mutmaßliche amerikanische Spione gefunden hat, sein Missfallen ausgedrückt, den Repräsentanten der amerikanischen Geheimdienste gebeten hat, das Land zu verlassen und diplomatische Verstimmtheit auf amerikanischer Seite erzeugt hat, reißen die Spion-Geschichten nicht ab:
Der Spiegel berichtet es gebe noch mehr neue Fälle als den des CDU-Mann Kiesewetter, bei denen wahrscheinlich Handys ausgespäht wurden. So wie Steffen Bockhahn, Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium der letzten Legislatur:
Die engste Mitarbeiterin des Linken-Politikers Steffen Bockhahn bemerkte demnach am 30. Juli 2013 Manipulationen an ihrem Handy. Unbekannte sollen den gesamten SMS-Verkehr zwischen ihr und Bockhahn durchforstet haben. Außerdem sollen die unbekannten Angreifer gezielt nach Dienst-E-Mails mit Bezug zum Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestages gesucht haben.
Außerdem verkündet die Bild am Sonntag unter Berufung auf „US-Geheimdienstkreise“, es gebe noch weitaus mehr als die beiden bisher aufgedeckten Spione. Über ein Dutzend sollen für die CIA in deutschen Einrichtungen tätig sein, vor allem in den Ministerien Verteidigung, Wirtschaft, Inneres und Entwicklungshilfe.
Ob irgendwann außer der Ausweisung amerikanischer Diplomaten noch wirksame Konsequenzen gezogen werden, wie etwa die Aussetzungen der TTIP-Verhandlungen, bleibt zu bezweifeln. Merkel steht immer noch hinter den Verhandlungen und macht im ZDF-Sommerinterview auch deutlich, dass Deutschland mehr von dessen Zustandekommen profitieren würde als die USA. Heute werden sich der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein amerikanischer Kollege John Kerry zu Gesprächen treffen, dabei setzt Steinmeier auf gute Partnerschaft und die „tatkräftige Mitarbeit“ der USA:
Ich setze darauf, auch in den Gesprächen, die wir jetzt führen, dass alle Verantwortlichen bereit sind, dabei mitzumachen, und die transatlantische Freundschaft zwischen Deutschland und den USA ehrlich neu beleben.
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: EU-Datenschutzreform und das „Recht auf Vergessen“
: EU-Datenschutzreform und das „Recht auf Vergessen“ Golem berichtet über die aktuelle Diskussion zur EU-Datenschutzverordnung im Lichte des sogenannten „Recht auf Vergessen“. Während die meisten Beteiligten lediglich von „Klarstellungsbedarf“ im Nachgang des EuGH-Urteils sprechen, haben die Briten wohl eine neue Ausrede zur Blockade des gesamten Gesetzes-Vorhabens gefunden:
Scharfe Kritik an der geplanten Datenschutzreform und dem „Recht auf Vergessen“ kam am Mittwoch auch von der britischen Regierung. Justizminister Simon Hughes zeigte sich in einer Parlamentsanhörung „besorgt“ über den Entwurf, wie der Guardian berichtete. „Wir wollen das Gesetz nicht in eine Richtung entwickeln, wie sie das EuGH-Urteil voraussetzt. Dieses bedeutet eine Sperrung vom Zugang zu Informationen innerhalb der EU, während dieser für den Rest der Welt offenbleibt. Dem aktuellen Text können wir nicht zustimmen“, sagte der Liberaldemokrat.
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: 31. Chaos Communication Congress 31C3: Call for Participation gestartet
: 31. Chaos Communication Congress 31C3: Call for Participation gestartet Der Call for Participation für die Jahresendveranstaltung des CCC ist online:
Der Chaos Communication Congress ist die jährliche Fachkonferenz und Hackerparty des Chaos Computer Clubs (CCC). An vier Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr kommen tausende Hacker, Technikfreaks, Bastler, Künstler und Utopisten in Hamburg zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und miteinander zu feiern. Wir beschäftigen uns mit Themen rund um Informationstechnologie, Computersicherheit, die Make- und Break-Szene, dem kritisch-schöpferischen Umgang mit Technologie und deren Auswirkungen auf unsere Gesellschaft.
Wir freuen uns auf Eure Einreichungen in den Tracks:
- Art & Culture
- Ethics, Society & Politics
- Making & Crafting
- Security & Hacking
- Science
Jenseits des Konferenzprogramms bietet der 31C3 Raum für Community-Villages (bei uns Assemblies genannt), Entwickler- und Projektgruppentreffen, Installationen, Lightning Talks sowie zahlreiche Workshops.