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Frontal21 exklusiv: Spitzeln für Amerika (Update)

Heute hat Frontal21 im ZDF exklusiv über neue Erkenntnisse zu der Netzüberwachung des Bundesnachrichtendienstes berichten wollen. Wir hatten uns im Vorfeld schon gewundert, dass der Vorab-Beitrag trotz Exklusiv-Hinweis keine relevanten neuen Informationen enthielt. Der TV-Beitrag selbst schaffte es nicht, neue Erkenntnisse zu liefern. Nicht mal die Information ist neu, dass der Bundesnachrichtendienst auf deutsche Gesetzgebung…

  • Markus Beckedahl

Frontal21 exklusiv: Spitzeln für Amerika - ZDF.de 2014-07-15 23-11-09Heute hat Frontal21 im ZDF exklusiv über neue Erkenntnisse zu der Netzüberwachung des Bundesnachrichtendienstes berichten wollen. Wir hatten uns im Vorfeld schon gewundert, dass der Vorab-Beitrag trotz Exklusiv-Hinweis keine relevanten neuen Informationen enthielt. Der TV-Beitrag selbst schaffte es nicht, neue Erkenntnisse zu liefern. Nicht mal die Information ist neu, dass der Bundesnachrichtendienst auf deutsche Gesetzgebung einwirke, um mehr Befugnisse zu bekommen. Genau das Zitat hatte der Guardian schon im November vergangenen Jahres berichtet. netzpolitik.org – Leserinnen und Leser wussten es bereits seit neun Monaten:

„Der Bundesnachrichtendienst übt Einfluss auf die deutsche Regierung aus, um Datenschutzgesetze zu lockern, damit wir nachrichtendientliche Erkenntnisse besser austauschen können“

Insofern schön, dass Frontal21 über das Thema berichtet. Exklusiv definieren wir aber anders.

Update: Auf Twitter verkündete Frontal 21 vorab:

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Selbst das hatten wir schon Ende Mai im Blog: Trotz vorläufigem Scheitern der Klage in Leipzig neue Erkenntnisse: BND überwachte 2010 196 Länder – auch die USA.

Wir sind ja froh über alle TV-Berichte zum Thema und gratulieren zur Zusammenfassung zur besten Sendezeit. Aber wir schreiben auch nicht „exklusiv“ über unsere Artikel, die wir aus anderen Quellen zusammen remixen.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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7 Kommentare zu „Frontal21 exklusiv: Spitzeln für Amerika (Update)“


  1. Sicherheitskaspar

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    Definitionsfehler von „exklusiv“? Oder kurzfristige Änderung vor der Ausstrahlung?
    Auf Twitter war auch mehr angekündigt, siehe: https://twitter.com/Frontal21/status/489029261668659200

    Diese Meldung wäre zwar auch nicht exklusiv gewesen, aber vielleicht wollten sie dazu weitere Details bringen?

    Das einzige was nun in der Ausstrahlung wirklich exklusiv war:
    Die NULL-CONTENT-VIDEO-SEQUENZ vor einer verschlossenen Haustür.


      1. ZDF ist das Mecklenburg-Vorpommern der Medienlandschaft. Alles fünfzich Jahre später.


  2. […] Hier ist der Link zum Artikel auf Netzpolitik.org […]


  3. Andre

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    Diese Kritik am BND ist ja auch ein Ablenkungsmanöver. An einer Änderung des G10 Gesetzes geht sowieso nichts mehr vorbei.


  4. #pua ? Was hat das den mit pick-up-Artists zu tun?


  5. Frl. Unverständnis

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    Mir ist egal, ob Frontal 21 exklusiv berichtet oder nicht, im virtuellen Studio oder im echten, mit männlichen oder weiblichen ModeratorInnen. Hauptsache es wird auf eine Weise und an Stellen berichtet, die dazu führt, dass endlich mehr Bürger verstehen, was mit ihnen geschieht und das leider nichts mit Verschwörungstheorien zu tun hat.

Dieser Artikel ist älter als 11 Jahre, daher sind die Ergänzungen geschlossen.