Heute hat Frontal21 im ZDF exklusiv über neue Erkenntnisse zu der Netzüberwachung des Bundesnachrichtendienstes berichten wollen. Wir hatten uns im Vorfeld schon gewundert, dass der Vorab-Beitrag trotz Exklusiv-Hinweis keine relevanten neuen Informationen enthielt. Der TV-Beitrag selbst schaffte es nicht, neue Erkenntnisse zu liefern. Nicht mal die Information ist neu, dass der Bundesnachrichtendienst auf deutsche Gesetzgebung einwirke, um mehr Befugnisse zu bekommen. Genau das Zitat hatte der Guardian schon im November vergangenen Jahres berichtet. netzpolitik.org – Leserinnen und Leser wussten es bereits seit neun Monaten:
„Der Bundesnachrichtendienst übt Einfluss auf die deutsche Regierung aus, um Datenschutzgesetze zu lockern, damit wir nachrichtendientliche Erkenntnisse besser austauschen können“
Insofern schön, dass Frontal21 über das Thema berichtet. Exklusiv definieren wir aber anders.
Update: Auf Twitter verkündete Frontal 21 vorab:
Selbst das hatten wir schon Ende Mai im Blog: Trotz vorläufigem Scheitern der Klage in Leipzig neue Erkenntnisse: BND überwachte 2010 196 Länder – auch die USA.
Wir sind ja froh über alle TV-Berichte zum Thema und gratulieren zur Zusammenfassung zur besten Sendezeit. Aber wir schreiben auch nicht „exklusiv“ über unsere Artikel, die wir aus anderen Quellen zusammen remixen.
