Linkschleuder

First Look veröffentlicht PDF Redact Tools und AutoCanary

Die Medienorganisation First Look Media, unter anderem für die Publikation „The Intercept“ bekannt, hat mit „First Look Code“ ein weiteres Projekt gestartet. Unter dem Namen sollen künftig Open-Source-Projekte veröffentlicht werden, die sich rund um „Privatsphäre, Sicherheit, Daten und Journalismus“ drehen.

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Als erste zwei Tools stehen nun die „PDF Redact Tools“ sowie „AutoCanary“ zum Download bereit. Bei ersterem handelt es sich um ein Kommandozeilen-Programm, das PDF-Dateien verlässlich schwärzt und sie dabei von eventuell enthaltenen Metadaten befreit. Die Software ist für Linux und Mac OS X verfügbar.

„AutoCanary“ wiederum ist vor allem für US-Unternehmen interessant, die sich regelmäßig mit sogenannten „Gag Orders“ herumschlagen müssen. Unter der Patriot-Act-Gesetzgebung kann unter bestimmten Umständen Firmen untersagt werden, zu Anfragen von Ermittlungsbehörden Stellung zu nehmen beziehungsweise überhaupt zu erwähnen, dass es eine solche Anfrage überhaupt gegeben hat.

AutoCanary will dieses Problem umgehen, indem etwa der Rechtsanwalt eines betroffenen Unternehmens regelmäßig eine PGP-signierte Stellungnahme veröffentlicht, dass man keine entsprechende Anfrage, einen „National Security Letter,“ erhalten habe. Ein eingebauter Countdown soll sicherstellen, dass Nutzer die jeweils aktuelle Auskunft erhalten. Läuft dieser Countdown jedoch ab, könne man indirekt daraus schließen, dass eine mit einem Sprechverbot versehene Anfrage eingelangt ist. Das Projekt bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone und räumt freimütig ein, nicht zu wissen, ob die Methode vor einem Gericht Bestand haben würde. Die Entwickler zählen darauf, dass es der US-Regierung nicht möglich wäre, Bürger zu falschen Aussagen zu zwingen – im Unterschied zum legalisierten Zwang, über eine Anfrage Stillschweigen zu bewahren. Die Software läuft unter Linux, Mac OS X sowie unter Windows.

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3 Kommentare
  1. Es gefällt mir das „PDF Redact Tools“ und „AutoCanary“ unter GPL_v3 stehen.

    Man vergisst vielleicht manchmal, dass Bilder von digitalen Kameras/Fotoapparaten auch Metadaten haben können. Die kann man z.B. mit „jhead“ löschen.

    1. Für Android-Smartphones gibt es u.A. ObscuraCam vom „Guardian Project“ (no relations). Die app schmeißt nicht nur die Metadaten weg, sondern kann auch Bildteile verpixeln oder schwärzen, und versucht dabei Gesichter automatisch zu erkennen.

      Bisschen instabil und clutterig in der Anwendung, aber ganz brauchbar wenn man mal schnell was bei Twitter hochladen will dabei nicht die Metadaten an den Twitter-Server abgeben möchte.

  2. Die PDF-redact-tools sind dabei allerdings nur ein frontend; die Arbeit im Hintergrund leistet „convert“ aus der ImageMagick-suite – die wiederum greift auf ghostscript zurück…

    Schwärzen muss man übrigens von Hand; das tool zerlegt die PDFs nur in Einzelseiten im PNG-Format und setzt nach der Bildbearbeitung die PNGs wieder zu einem PDF zusammen.

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