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Linktipps der Redaktion
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: Zeitreisende Nazis, Kung Fu, Wikinger, Dinosaurier und David Hasselhoff
: Zeitreisende Nazis, Kung Fu, Wikinger, Dinosaurier und David Hasselhoff Der schwedische Kurzfilm Kung Fury hat all das! Wir schreiben das Jahr 1985, der Renegade-Cop Kung Fury beschützt die ihm anvertrauten Straßen Miamis, nur er ist durch seine übermenschlichen Kung-Fu-Kenntnisse dazu in der Lage. Doch wie wurde er zu Kung Fury? Eines Tages, als Fury noch Streifenpolizist war, verfolgten er und sein Partner den mysteriösen Roten Ninja. Dieser tötet Furys Partner und Fury wird vom Blitz getroffen, von einer Kobra gebissen und als er wieder zu sich kommt, ist er Kung Fury!
Die folgenden 28 Minuten hackt er sich in der Zeit zurück, um Adolf Hitler (aka Kung Führer), den größten Kriminellen aller Zeiten, zu töten. Nach einem kurzen Zwischenfall, der ihn zu Laserraptoren in das Zeitalter der Wikinger schleudert, landet er schließlich in Nazi-Deutschland. Die Filmproduktion begann im Dezember 2013, als Hauptdarsteller und Regisseur einen Trailer zum Film auf Kickstarter.com stellten. Der Film bekam über 630.000 US-Dollar zusammen.
Kung Fury zeigt unter anderem, dass gute bzw. extrem unterhaltsame Filme mit großartigem Soundtrack (Don’t Hassel the Hoff!), nicht mehr unbedingt auf große Produktionsfirmen angewiesen sind, sondern im direkten Kontakt mit der Fangemeinde entstehen können.Der Film feierte übrigens Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes am 22. Mai und im amerikanischen Free-TV am 28. Mai. Inzwischen kann der Film auf Youtube gestreamt werden.
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: Brief an SPD-Parteikonvent-Delegierte: Ein Gruß aus der Küche
: Brief an SPD-Parteikonvent-Delegierte: Ein Gruß aus der Küche Mathias Richel, SPD-Mitglied, hat in seinem Blog einen offenen Brief zur Vorratsdatenspeicherung an SPD-Parteikonvent-Delegierte geschrieben: Ein Gruß aus der Küche. Hier ist ein Auszug:
Ja, sollte der Parteivorstand mit seinem Antrag unterliegen, wäre das Geschrei groß. Die Union würde das ausschlachten und auch ein wenig lachen, Sigmar würde mit der diskussionsfreudigen und offenen SPD argumentieren und natürlich würde der Druck auf die SPD-Fraktion immens werden.
Meine Prognose: Der darauf folgende Koalitionsausschuss gründet irgendeine Arbeitsgruppe, bestehende aus Justizministerium, Innenministerium und irgendwas mit CSU und dort lassen sie den Gesetzentwurf zur VDS ordentlich abhängen.
Fazit: Seid vorbereitet! Habt keine Angst vor der Debatte! Folgt den Argumenten und euren Landesverbänden. Es gibt kein Szenario, in dem die SPD durch die Ablehnung der VDS ihren Vorsitzenden verliert oder ein Koalitionsbruch droht.
Stimmt gegen die Vorratsdatenspeicherung!
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: Zitat: „Schon wieder Durchstechen geheimer Infos seitens des BND an Bild offenbar um #nsaua zu diskreditieren“
: Zitat: „Schon wieder Durchstechen geheimer Infos seitens des BND an Bild offenbar um #nsaua zu diskreditieren“ Die Bild-Zeitung, Zentralorgan der Geheimdienste in Deutschland, berichtet heute, dass die Bundeswehr im Irak keine Infos mehr von der NSA erhalte und das Leben gefährde. Der grüne Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz (Mitglied im #NSAUA) kommentiert das auf Twitter:
Daraus entspannt sich ein lustiger Dialog zwischen von Notz und Michael Grosse-Brömer, 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wer denn nun diese Infos zur Bild durchgestochen habe.
Möglicherweise kann man Grosse-Brömer auch dahingehend interpretieren, dass er es eher für realistisch hält, dass die Bild-Zeitung die Geschichte einfach erfunden hat.
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: G‑10-Kommission fordert Einsicht in Selektoren-Liste und droht andernfalls mit Überwachungsverbot
: G‑10-Kommission fordert Einsicht in Selektoren-Liste und droht andernfalls mit Überwachungsverbot Laut SZ-Bericht hat die G‑10-Kommission dem Bundesnachrichtendienst ein Ultimatum bezüglich der Herausgabe der Selektoren-Liste gestellt. Sollte die Bundesregierung die Einsicht in die Liste nicht bis Ablauf des heutigen Tages gewähren, würde die G‑10-Kommission dem Bundesnachrichtendienst die Genehmigung für zukünftige Abhöraktionen entziehen.
Dieser radikale Schritt zeigt deutlich wie richtig und wichtig es ist, dass die Inhalte der Selektoren-Liste, zumindest der G‑10-Kommission, zugänglich gemacht werden.
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: Big Brother Watch über ausufernde Vorratsdatenspeicherung in Großbritannien
: Big Brother Watch über ausufernde Vorratsdatenspeicherung in Großbritannien Die britische Anti-Überwachungsorgansiation Big Brother Watch hat analysiert, wie oft die britische Polizei Kommunikationsdaten abfragt – also das, was mittels Vorratsdatenspeicherung gespeichert wird. Dabei wird klar, dass der Zugriff auf die Daten sehr oft geschieht:
[T]his report shows that between 2012 and 2014, 733,237 requests for Communications Data were made. The equivalent of 670 requests a day or 28 requests every hour.
Nur vier Prozent der Anfragen nach Daten seien abgelehnt worden. Big Brother Watch ist der Meinung, dass das zeigt, wie wenig verhältnismäßig die Datensammlung und ‑nutzung ist und fordert detaillierte Transparenzberichte von der Polizei, den Beweis, dass auch über sechs Monate alte Daten noch notwendig sind, ein klares Verfahren zum Zugriff auf die Daten, einen Richtervorbehalt und eine Neudefinition dessen, was Kommunikationsdaten sind.
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: Verbraucherschützer pochen auf Netzneutralität
: Verbraucherschützer pochen auf Netzneutralität In der Netzneutralitätsdebatte hat sich die Organisation Transatlantic Consumer Dialogue (TACD) zu Wort gemeldet und fordert in der EU ähnlich strenge Regeln, wie sie Anfang des Jahres die Federal Communications Commission (FCC) in den USA erlassen hat. Stellvertretend für die insgesamt neun Empfehlungen seien hier die ersten zwei angeführt:
- Governments and regulators must strongly defend the principles of openness and neutrality of the Internet as defined in this resolution via regulatory mechanisms, covering all layers of the Internet.
- Lawmakers and regulators should prevent ISPs and network providers from engaging in discrimination between content, services, applications, and devices unless it is necessary to implement reasonable network management. In particular, preferential treatment and zero-rating of specific content or services should not be permitted.
Lobend erwähnt der Bericht die Niederlande und Slowenien, die jegliche Diskriminierung beim Netzzugang verboten haben. Der FCC gibt er jedoch folgendes mit auf den Weg:
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The exception for „unlawful“ traffic does not appear to be limited to traffic that has been found by a court to be unlawful. The exception seems to leave some degree of discretion to broadband providers to decide for themselves whether and how to discriminate against traffic they deem „unlawful.“ TACD is critical of this approach because ISPs are unlikely to give proper consideration to user privacy, limitations on copyright law, and collateral damage to free speech in their decisions about blocking or throttling particular applications, content, or endpoints.
TACD ist ein Zusammenschluss zahlreicher Verbraucherschutz- und Bürgerrechtsorganisationen aus Europa und den USA. Mitglied sind unter anderem die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) und die Electronic Frontier Foundation (EFF).
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: FBI überwacht aus der Luft
: FBI überwacht aus der Luft Der US-amerikanische Inlandsgeheimdienst FBI soll, mithilfe von – mit Kameras und Mobilfunkantennen ausgestatteten – Kleinflugzeugen US-Bürger überwachen.
Das FBI habe in 30 Tagen über 30 Einsätze in 11 Bundesstaaten geflogen, wie die amerikanische Nachrichtenagentur AP berichtet. Dennoch seien die Flugzeuge kein FBI-Eigentum, sondern in Besitz von mehr als einem Dutzend Briefkastenfirmen. Die Agentur sei aber gebeten worden, die Namen der Firmen nicht zu veröffentlichen, dennoch hat AP aber beschlossen, die Namen publik zu machen.Das FBI äußerte sich in soweit zu den Vorwürfen, dass das Luftfahrtprogamm kein Geheimnis sei und die Flugzeuge auch nicht über die Ausstattung verfügen würden, um Massenüberwachung durchzuführen. Allerdings verhielt sich das FBI wohl stets sehr vorsichtig, was dieses Überwachungsprogramm anging, welches seit mindestens 2003 betrieben wird.
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: EU-Wettbewerbskommissarin Vestager: Keine neue Regulierung marktbeherrschender Internet-Unternehmen
: EU-Wettbewerbskommissarin Vestager: Keine neue Regulierung marktbeherrschender Internet-Unternehmen EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager denkt vorerst nicht daran, marktbeherrschende Internet-Unternehmen wie Google oder Facebook zu regulieren und ihnen neue Auflagen aufzuerlegen. „Wir sollten zuerst einmal die Wettbewerbsregeln ausschöpfen, bevor wir an neue Gesetze denken,“ sagte sie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zudem könne sie sich nicht vorstellen, wie so unterschiedliche Plattformen wie Ebay oder Airbnb individuell per Gesetz reguliert werden sollten.
„Es ist immer verführerisch, sofort nach einem neuen Gesetz zu rufen, wenn irgendein Problem auftaucht. Gerade in der digitalen Welt kann es aber sein, dass sich das Problem schon erledigt hat, bis das Gesetz in Kraft tritt,“ sagte Vestager der FAZ. Gegen Google läuft seit 2010 ein von der EU-Kommission angestrengtes Verfahren, das dem Konzern den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung vorwirft. Google soll Mitbewerber benachteiligt und den eigenen Preisvergleichsdienst „Google Shopping“ bevorzugt behandelt haben. In den Kartellregeln der EU heißt es, dass ein marktbeherrschendes Unternehmen besondere Verantwortung dafür trage, den Wettbewerb nicht zu verzerren.
Vergangenes Jahr waren in Europa Stimmen zu vernehmen, die eine verschärfte Regulierung marktbeherrschender Internet-Unternehmen gefordert haben. So konnte sich etwa Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorstellen, als „letztes Mittel“ eine Entflechtung ernsthaft in Betracht zu ziehen, wenn Wettbewerber systematisch verdrängt würden.
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: Prozessbeginn gegen twitternden Elektriker
: Prozessbeginn gegen twitternden Elektriker Morgen beginnt in Istanbul der Prozess gegen Ersan Tas. Dies ist der zweite Prozess gegen ihn. In einem vorangegangenen Prozess wurde er im März zu einer Geldstrafe von umgerechnet ca. 3150 € verurteilt. Der 30 Jährige Elektriker hatte Fotomontagen und Witze von bzw. über hochrangige türkische Politiker vertrieben. Eines seiner Lieblingsopfer war der seit 1994 regierende Bürgermeister Ankaras, Melih Gökcek. Gökcek, der unter @06melihgokcek twittert, ist bekannt für seine rege Nutzung von Twitter, besonders für seinen Umgang mit Oppositionellen und Journalisten.
Dies ist nicht das erste Mal, dass Gökcek aufgrund von Tweets Strafanzeige gestellt hat.
Im Oktober 2014 postete eine 38 Jährige Türkin unter dem Account @kedibiti ein Foto von sich, wie sie in roten Highheels auf einem Quran stand. Gökcek leitete ein Verfahren gegen sie ein. Sie wurde der Blasphemie beschuldigt und dafür, religösen Hass angestachelt zu haben. -
: Letzter Pirate Bay-Mitbegründer wieder frei
: Letzter Pirate Bay-Mitbegründer wieder frei Gestern wurde der Mitbegründer der Torrent-Sharing-Seite Pirate Bay, Frederik Neji, aus der Haft entlassen. Neji wurde, nach dem er 2012 zu einer 10-monatigen Haftstrafe verurteilt worden war, letzten November von der thailändischen Migrationsbehörde festgenommen und dann nach Schweden überführt.
Dort verbrachte eine relativ ruhige Haft, jedoch geriet er mit der Gefängnisleitung aneinander, da ihm verwehrt wurde, einen Drucker zu benutzen oder sein Antrag darauf, eine 8‑Bit Nintendo-Konsole in seiner Zelle zu haben, von der Gefängnisleitung abgelehnt wurden. Neji wird beschuldigt, insgeheim weiterhin in Pirate Bay involviert zu sein, auch wenn es dazu keine offiziellen Stellungnahmen gibt.
Der Hacker wird wohl in seine Wahlheimat Laos zurückkehren, wo seine Frau und Kinder ebenfalls leben. Frederik Neji ist der letzte Pirate Bay-Mitbegründer, der seine Haftstrafe abgeleistet hat.
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: Berlins bisheriger Datenschutzbeauftragter Dix im Interview
: Berlins bisheriger Datenschutzbeauftragter Dix im Interview Im Tagesspiegel erschien heute zum Anlass seines offiziellen Ruhestands – real bleibt er bis zur Wahl seines Nachfolgers tätig – ein Interview mit Alexander Dix, dem Berliner Datenschutzbeauftragten. Drin spricht er über die einschneidenden Veränderungen durch die Snowden-Enthüllungen, die dennoch mangelnden Konsequenzen, den Stellenwert von Nutzeraufklärung und darüber, dass es keine belanglosen Daten gibt:
Bei der Nutzung des Internets werden Datenverarbeitungsprozesse angestoßen, die für den Nutzer nicht erkennbar sind. Das birgt viele Gefahren. Manche Menschen haben ein nahezu intimes Verhältnis zu ihrem Computer, auch ein naives: Sie geben Kontodaten ein, wenn in einer betrügerischen Mail danach gefragt wird. Und Hacker räumen dann das Konto leer. Was noch bedrohlicher ist: Wer immer sich über Aids im Netz informiert – aus welchen Gründen auch immer – muss damit rechnen, dass das registriert wird und falsche Schlüsse daraus gezogen werden.
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: Google verbessert Kontrollierbarkeit seiner Privacy-Einstellungen
: Google verbessert Kontrollierbarkeit seiner Privacy-Einstellungen Google will seinen Nutzern ermöglichen, besser Einfluss auf ihre Privatspähre nehmen zu können. Das berichtet der Konzern auf seinem Produkt-Blog.
Zum einen sollen Nutzer – egal ob registriert oder nicht – Einstellungen vornehmen, welche Informationen über sie verwendet werden dürfen und ihren Suchverlauf verwalten können. Auf privacy.google.com gibt es außerdem Antworten rund um Fragen, was Google mit den Nutzerdaten macht und wie man das selbst beeinflussen kann.
Dass Google derart häufig in Hinblick auf die Privatsphäre der Nutzer kritisiert wird und dann solche Funktionen bereitstellt, zeigt sehr deutlich, dass sich um ein positives Datenschutz-Image bemüht wird. Datenschutz wird zum Marktvorteil. Hoffentlich auch für andere als die Internetriesen.
Allerdings fragen wir uns: Werden tatsächlich alle Daten transparent angezeigt, die der Konzern über uns sammelt? Und wenn nein, warum nicht? Auf der Privacy-Seite wird u.a. erklärt, dass der Konzern auch „Ihr Standort“, Geräteinformationen sowie „IP-Adresse und Cookie-Daten“ speichert. Diese Daten haben wir aber noch nicht in der Transparenz-Seite gefunden. Wir glauben aber, dass diese Daten noch besser dazu beitragen würden, ein Bewusstsein für Datenspuren zu steigern. Bis dahin bleibt das eher eine Transparenz-Simulation, wenn auch eine bessere, als die meisten Konkurrenten zu bieten haben.
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: Portrait: Dr. Notz jagt die NSA
: Portrait: Dr. Notz jagt die NSA Die WELT hat Konstantin von Notz, Obmann der grünen Bundestagsfraktion im Geheimdienst-Untersuchungsausschuss, portraitiert: Dr. Notz jagt die NSA.
Kompromisslos ist von Notz auch, wenn es um Amerika geht. Er empfindet es als unsäglich, wenn die SPD-Generalsekretärin davon spricht, dass man zum „Vasallen“ der USA werden könnte. Und den Vorwurf, er arbeite sich an der NSA ab, will er nicht unkommentiert auf sich sitzen lassen: Gerade Angela Merkel zeige doch mit dem Finger auf die USA, wenn sie die jahrelange Geheimdienstkooperation nun plötzlich in Teilen anmahnt und auf den Prüfstand stellt.
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: #rp15: Friedemann Karig: Die Abschaffung der Wahrheit
: #rp15: Friedemann Karig: Die Abschaffung der Wahrheit Auf der vergangenen re:publica hat der Medienwissenschaftler Friedemann Karig in einem Vortrag im Rahmen der media convention über „Die Abschaffung der Wahrheit“ geredet. Die Stunde ist unterhaltsam wie lehrreich zugleich:
Wir dachten, das Netz sei ein Medium der Information, der Bildung, der Aufklärung. Doch heute ist mehr Propaganda, Fake und Manipulation denn je. Während seriöse Angebote als „Lügenpresse“ beschimpft werden, wird den obskursten Quellen umso blinder geglaubt. Was passiert da? Was sind das für Leute? Warum tun sie das? Und wie stoppt man sie?
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: Wer will unsere Daten? Sozialdemokraten!
: Wer will unsere Daten? Sozialdemokraten! Die Frankfurter Rundschau kommentiert in einem Leitartikel die geplante Wiedereinführung der Vorrratsdatenspeicherung: Wer will unsere Daten? Sozialdemokraten!
Für ein vergleichbares Spitzelprojekt hätte der bundesdeutsche Staat in analogen Zeiten wohl die gesamte Belegschaft der DDR-Staatssicherheit abwerben müssen (die Qualifikation hätte gepasst). Lassen wir die Briefe einmal weg (die sind ja mit Emails vergleichbar), dann hätte Vorratsdatenspeicherung damals bedeutet: Nicht nur jedes Telefonat hätte nach Teilnehmern und Dauer registriert werden müssen. Hinter jedem, der ein Telegramm oder eine Postkarte abschickt, hätte jemand stehen und Absender- sowie Empfängerdaten aufzeichnen müssen. Und jeder, der sich eine Zeitschrift gekauft, ein Buch geliehen hätte, wäre zu identifizieren gewesen, denn was wir heute googeln, hat man damals auf Papier recherchiert.
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: Browserplugin will „algorithmische Staatsbürgerschaft“ sichtbar machen
: Browserplugin will „algorithmische Staatsbürgerschaft“ sichtbar machen Das Internet kennt an sich keine geographischen Grenzen, dennoch verraten die Webseiten, die wir besuchen, viel über uns. Der Künstler James Bridle hat das Browser-Plugin Citizen Ex entwickelt, dass diesen Zusammenhang visualisieren soll.
Every time you connect to the internet, you pass through time, space, and law. Information is sent out from your computer all over the world, and sent back from there. This information is stored and tracked in multiple locations, and used to make decisions about you, and determine your rights. These decisions are made by people, companies, countries and machines, in many countries and legal jurisdictions. Citizen Ex shows you where those places are.
Dabei kommt heraus, dass unsere tatsächliche Nationalität sich nicht unbedingt mit unserer „Internetbürgerschaft“ deckt. Viele Seiten sind in den USA gehostet und unterwerfen uns damit einem fremden Rechtssystem. Bridle will durch sein Plugin dem Nutzer diese Problematik bewusst machen:
No one’s taken a picture of the whole internet; you can’t really, as it’s one of those structures that’s too vast for us to understand. But it’s the job of art, critical writing and journalists to try and explore and explain it as much as possible.
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: Facebook startet OpenPGP
: Facebook startet OpenPGP Facebooknutzer können jetzt ein neues Feature nutzen, welches die Kommunikation auf Facebook sicherer machen soll.
To enhance the privacy of this email content, today we are gradually rolling out an experimental new feature that enables people to add OpenPGP public keys to their profile; these keys can be used to „end-to-end“ encrypt notification emails sent from Facebook to your preferred email accounts. People may also choose to share OpenPGP keys from their profile, with or without enabling encrypted notifications.
Fraglich ist jedoch, ob dies tatsächlich zu einer sichereren Kommunikation auf Facebook führen wird. Facebook erhebt bekanntermaßen immernoch viele Daten über und von seinen Nutzern, möchte diese aber nun vor dem Zugriff durch Dritte schützen. Denkbar wäre, dass Facebook so handelt, um die absolute Verfüngsgewalt über die gespeicherten Daten zu haben. Dadurch entstünde eine günstige Verhandlungsposition für die eventuelle Weitergabe der Daten. Facebook steht außerdem im Zugzwang, da Google und Yahoo angekündigt haben, ebenfalls künftig einen auf OpenPGP basierenden Verschlüsselungsservice anzubieten.
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: Wie die Autorisierung von Politiker-Interviews funktioniert
: Wie die Autorisierung von Politiker-Interviews funktioniert Die Süddeutsche Zeitung erklärt anhand eines Merkel-Interviews, wie das mit der Autorisierung von (deutschen) Politiker-Interviews funktioniert: Anmerkungen mit grüner Tinte.
Jetzt beginnt die Autorisierung, ein Verfahren, das es fast nur in Deutschland gibt: Die Politiker können ihre Aussagen präzisieren, streichen, kürzen. Manchmal bleibt vom eigentlichen Gespräch kaum noch etwas übrig. Die Redaktion kann verhandeln, aber die Politiker haben über ihre Antworten das letzte Wort. Im schlimmsten Fall bleibt nur eins: Das ganze Interview wegschmeißen.[…] Aber Merkel ist da keine Ausnahme: Interviews mit deutschen Politikern kommen fast immer länger zurück, als sie die Redaktion verlassen haben. In diesem Punkt liegt zum Beispiel Merkels Vize Sigmar Gabriel weit vor der Kanzlerin. Bei ihm werden aus 300 Zeilen schon mal 450.
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: Edward Snowden über „Ich hab nichts zu verbergen“
: Edward Snowden über „Ich hab nichts zu verbergen“ Edward Snowden erklärt in einem Satz, warum das Argument „Ich hab nichts zu verbergen“ Blödsinn ist. Davon kursieren gerade
zweidrei Bild-Versionen in sozialen Medien, die gerne weiterverteilt werden können.Zitat stammt aus diesem Reddit-AMA mit Edward Snowden.
Some might say „I don’t care if they violate my privacy; I’ve got nothing to hide.“ Help them understand that they are misunderstanding the fundamental nature of human rights. Nobody needs to justify why they „need“ a right: the burden of justification falls on the one seeking to infringe upon the right. But even if they did, you can’t give away the rights of others because they’re not useful to you. More simply, the majority cannot vote away the natural rights of the minority. But even if they could, help them think for a moment about what they’re saying. Arguing that you don’t care about the right to privacy because you have nothing to hide is no different than saying you don’t care about free speech because you have nothing to say. A free press benefits more than just those who read the paper.
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: USA: Mehr als 10.000 Websites blockieren Zugang von Kongress-IPs
: USA: Mehr als 10.000 Websites blockieren Zugang von Kongress-IPs Wie der Guardian berichtet, hat Fight for the Future einen Protest organisiert, an dem sich mehr als 10.000 Websites beteiligen. Zugriffe von IP-Adressen, die einen Kongressabgeordneten identifizieren, werden, wenn sie auf eine der über 10.000 Websites zugreifen wollen, auf diese Seite weitergeleitet, die liest:
Congress: This is a blackout.
Die Aktion findet anlässlich der Revision der Section 215 des Patriot Act statt, der die gesetzliche Grundlage für die Massenüberwachung der NSA liefert. Fight for the Future erhofft sich, dass der Kongress ein Gesetz auf den Weg bringt, den „USA Freedom Act“, das die Möglichkeiten der NSA-Überwachung einschränken oder sogar teilweise eliminieren soll. Um das zu erreichen, müsste das Gesetz jedoch stark an Reichweite gewinnen.
We’ll keep blocking sites until either the USA Freedom Act is either dramatically improved or dead, or until the Patriot Act provisions have sunset.
Die Debatte, das Gesetz im Kongress auf den Weg zu bringen, endet am heutigen Tag. Wir wünschen viel Erfolg bei dem Protest, an dem sich auch die Internet Defense League beteiligt.


