Die Süddeutsche Zeitung erklärt anhand eines Merkel-Interviews, wie das mit der Autorisierung von (deutschen) Politiker-Interviews funktioniert: Anmerkungen mit grüner Tinte.
Jetzt beginnt die Autorisierung, ein Verfahren, das es fast nur in Deutschland gibt: Die Politiker können ihre Aussagen präzisieren, streichen, kürzen. Manchmal bleibt vom eigentlichen Gespräch kaum noch etwas übrig. Die Redaktion kann verhandeln, aber die Politiker haben über ihre Antworten das letzte Wort. Im schlimmsten Fall bleibt nur eins: Das ganze Interview wegschmeißen.[…] Aber Merkel ist da keine Ausnahme: Interviews mit deutschen Politikern kommen fast immer länger zurück, als sie die Redaktion verlassen haben. In diesem Punkt liegt zum Beispiel Merkels Vize Sigmar Gabriel weit vor der Kanzlerin. Bei ihm werden aus 300 Zeilen schon mal 450.