Generell
Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.
-
: „Meine Hardware gehört mir“
: „Meine Hardware gehört mir“ Spiegel-Online berichtet darüber, in Göttingen über 600 Ermittlungsverfahren gegen Menschen laufen, die sich in Handy-Läden ihr Handy entsperrt haben: Polizei knöpft sich Handy-Knacker vor. Oftmals nutzen Provider SIM-Lock-Technologien, um Handys an ihr Netz und ihre Dienstleistungen zu binden. Aus Verbrauchersicht eine Unverschämtheit, weil man für die Hardware Geld ausgibt. Aber die Realität ist mal wieder komplizierter, weil auf der Hardware Software läuft und da kommt u.a. das Urheberrecht ins Spiel. Und ohne die Software kann man ein Handy in der Regel auch nicht nutzen (Ausnahmen bestätigend ie Regel, wie Handy-Weitwurf-Meisterschaften).
Aber lest selbst:
Die Rechtsauffassung der Fahnder beschreibt Ermittlungsgruppeleiter Oliver Knabe so: „Der Käufer eines Handys erwirbt Eigentum an der Sache Handy. An der auf dem Handy befindlichen Software hat der Käufer nur ein Nutzungsrecht. Je nach genutzter Methode, um die Software zu verändern, differiert der einschlägige Straftatbestand. Insbesondere die Tatbestände gegen das geistige Eigentum sind von Bedeutung.“ Knabe zählt als eventuelle Straftatbestände Geheimnishehlerei (§ 17 Abs. 2 Nr. 2 UWG), gewerbliche Urheberrechtsverletzung (§§ 106 Abs. 1, 108 Abs. 1 UrhG) und einige mögliche Tatbestände nach dem Strafgesetzbuch auf ( Ausspähen von Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung, Datenveränderung, Computerbetrug).
Einfacher Lösungsvorschlag an die Politik: Einfach mal die Sache so Verbraucherfreundlich regeln, wie das der gesunde Menschenverstand empfiehlt.
Oder wie Frank Rieger auf Twitter schrieb:
Ich denke mal 2011 wird das Jahr der „Meine Hardware gehört mir“-Kampagne. Die hamse ja nich alle…
-
: „Diese Fragen kann man durch bloßes Nachdenken beantworten“
: „Diese Fragen kann man durch bloßes Nachdenken beantworten“ Vergangene Woche hat Panorama über „Überflüssige Gesetze: Wie Politiker Sicherheit vorgaukeln“ berichtet. Mit dabei war auch Hans-Peter Uhl (CSU), der sich seit Jahren als Hardliner für die Online-Durchsuchung, Vorratsdatenspeicherung und Netzsperren einsetzt. Praktischerweise hat Panorama jetzt im Youtube-Kanal der ARD die Rohversion des Interviews mit Hans-Peter Uhl eingestellt. Das ist interessant anzuschauen:
Interessant ist auch ein anderer Punkt, auf den die Panorama-Redaktion auf ihrer Webseite hinweist: Neue Integrationsgesetze: merkwürdiger Meinungswandel bei Hans-Peter Uhl
Ist es eine neue Erkenntnis oder aktionistischer Populismus? Heute fordert Hans-Peter Uhl (CSU) in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung härteres Durchgreifen bei Integrationsverweigerern. Das Problem wolle man mit einem neuen Gesetzespaket angehen, das man noch im Oktober – also sofort – vorantreiben wolle. Vergangene Woche im Interview mit Panorama war Uhl noch anderer Meinung. Im Panorama-Interview hatte er noch gesagt, man habe die Probleme mit nicht-integrationswilligen Migranten bereits per Gesetz in der Großen Koalition gelöst. Immer wieder verwies er auf die bestehenden gesetzlichen Lösungen. Das einzige Problem sei der Vollzug des Gesetzes, so Uhl. Auf die Frage von Panorama, wie die Union die Probleme mit integrationsunwilligen Migranten lösen wolle, sagt Uhl: „Das haben wir alles mit der SPD zusammen in der großen Koalition gelöst – als Gesetzgeber. Jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir darauf Wert legen müssen, dass diese Gesetze vollzogen werden.“
-
: „Officer Bubbles“ klagt
: „Officer Bubbles“ klagt Im Rahmen der G20-Proteste in Toronto erlangte „Officer Bubbles“ Adam Josephs tragikomische Berühmtheit, als er ein junges Mädchen, das Seifenblasen in seine Richtung blies, wegen „Tätlichkeit“ festnehmen ließ.
Das Konzept einer Kamera und der Dienst YouTube schienen Officer Bubbles bis zu diesem Zeitpunkt nicht so geläufig zu sein – er ließ seinen peinlichen Auftritt größtenteils filmen und wurde zum Mem. Unter den mehr als 1000 Videos, die man zu seinem Namen allein auf YouTube findet, befinden sich auch einige Cartoons, in denen Officer Bubbles unter Anderem Barack Obama und Santa Clause verhaftet.
-
: NPP104: Andreas Bogk über Netzneutralität und Netzwerkmanagement
: NPP104: Andreas Bogk über Netzneutralität und Netzwerkmanagement Der Netzpolitik-Podcast Folge 104 ist ein Gespräch mit Andreas Bogk über Netzneutralität und Netzwerkmanagement. Andreas Bogk ist aktiv im Chaos Computer Club und war Sachverständiger in der vergangenen Anhörung der Enquete-Kommission zum Thema “Kapazitätsengpässe, Differenzierung, Netzwerkmanagement”. Den Podcast haben wir vorher aufgezeichnet und und uns aus den vorher veröffentlichen Fragen der Fraktionen per Losverfahren einige rausgezogen. Die Meinung von Andreas Bogk zur Netzneutralität ist in der Frage des Netzwerkmanagements nur eine von mehreren im Chaos Computer Club. Eine abschließende Positionierung des CCC zur Netzneutrlität gibt es noch nicht, ist aber in Arbeit.
Den Podcast gibt es als MP3 und OGG.
Ebenfalls passend zur Debatte:
Unser Definitionsvorschlag für Netzneutralität
Netzpolitik-Podcast 088: Marvin Ammori über Netzneutralität.
Netzpolitik-Podcast 081: Michael Horn über Netzneutralität und Netzwerkmanagement
Netzpolitik-Podcast 074: Simon Schlauri über Netzneutralität -
: „Tatort Internet“: Zwischenstand und Danksagung
: „Tatort Internet“: Zwischenstand und Danksagung Ich muss mich mal kurz bedanken. Als ich vorhin bei Twitter nach Hinweisen und Screenshots fragte, wo und wann am Montag zuerst Details aus dem Privatleben der in der RTL2-Sendung „Tatort Internet“ des (versuchten) sexuellen Missbrauchs Beschuldigten veröffentlicht wurden, hatte ich innerhalb 30 Minuten nicht nur die gewünschten Screenshots, sondern auch ausreichend Material, um den Ablauf in den Minuten nach der Sendung zu rekonstruieren. Ich war für einen kurzen Moment tatsächlich sprachlos, wie gut dieses Internet manchmal funktioniert. Danke auch noch einmal für den nächtlichen Tipp an sumoso. Sexueller Missbrauch ist ansonsten ja nun wirklich kein Thema, mit dem man sich gerne rumschlägt.
Im Moment schaut es so aus, dass am Montag gegen viertel vor zehn – die Sendung lief zu diesem Zeitpunkt noch – zwei Tweets mit Hinweisen auf einen der Beschuldigten veröffentlicht wurden (Da zumindest ein Tweet den Realnamen eines Beschuldigten enthält, verzichte ich auf einen Link. Der andere und zeitlich erste stammt übrigens vom Gründer einer gut vernetzten Kinderschutzplattform.).
Um 22:06 Uhr, kurz nach dem Abspann, ging es – laut Zeitstempel – dann bei krautchan los (inzwischen gelöscht). Auf Board /b/ wurde der Beschuldigte nach allen Regeln der Kunst „nackig gemacht“. Bilder, persönliche Daten, beides auch aus dem familiären und beruflichen Umfeld, das volle Programm. Kurz nach Mitternacht ging es in diversen Foren weiter, u.a. bei boerse.bz. Der Rest ist bekannt.
-
: Heise schlägt Musikindustrie vor BGH
: Heise schlägt Musikindustrie vor BGH Herzlichen Glückwunsch: Der Heise-Verlag hat sich vor dem Bundesgerichtshof gegen eine Klage der Muuikindustrie durchgesetzt, die zur Dokumentation im Rahmen der Berichterstattung Verlinkungen auf eine Firmen-Webseite verhindern wollte, wo auf den Unterseiten Kopierschutzknacker angeboten werden: Heise vs. Musikindustrie: Bundesgerichtshof verwirft Link-Verbot.
Dem Heise Zeitschriften Verlag war in mehreren Instanzen untersagt worden, im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung über Kopierschutzsoftware einen Link auf die Webpräsenz des Unternehmens Slysoft zu setzen. Ausgelöst wurde der Rechtsstreit durch einen Bericht auf heise online über Kopierschutzmaßnahmen, in welchem der Leser über einen Link auf die Startseite eines Softwareherstellers gelangen konnte. Dieser bot auf einer Unterseite seinen Kopierschutzknacker zum Download an. Die Richter des I. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs hoben nun unter anderem das Urteil des OLG München vom 23. Oktober 2008 auf; die Klage der Musikindustrie wurde abgewiesen. Die Kosten des Verfahrens haben die klagenden Firmen der Musikbranche zu tragen.
Eine schriftliche Begründung gibt es erst in wenigen Monaten. Bei Heise findet sich auch eine Dokumentation des Verfahrens, was sich seit 2005 hinzog: Dokumentation: Heise versus Musikindustrie.
-
: „Tatort Internet“: Aufklärung oder moderner Pranger?
: „Tatort Internet“: Aufklärung oder moderner Pranger? Nur kurz, da ja noch immer einige glauben, die Fallbeispiele der RTL2-Reihe „Tatort Internet“ seien gescriptet und die Beschuldigten im wahren Leben Schauspieler. Dem ist nicht so. Spiegel Online hatte inzwischen Kontakt zu einem der Geouteten:
Seine Adresse, sein Arbeitgeber und seine Telefonnummer wurden dann in der Nacht auf den 12. Oktober in einem Internet-Forum veröffentlicht. Ebenso mehrere Fotos des Mannes. Mit dem Vermerk, das sei ja wohl in Ordnung, wenn es um Kinderschänder gehe.
Nun steht der Mann als vermeintlicher Kinderschänder da – dabei ist nicht geklärt, ob er sich einer Straftat schuldig gemacht hat.
Der Mann bestätigte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, dass er der Betreffende aus der Sendung sei. Bei ihm zu Hause sei „die Hölle“ los, schreibt er in einer Mail: „Telefonterror, Beschimpfungen“, Facebook-Kontakte würden mit Mails überschüttet. Auch seine Familie werde massiv bedroht. […]
-
: Über Whistleblowing und die dazu notwendigen Plattformen
: Über Whistleblowing und die dazu notwendigen Plattformen Daniel Domscheit-Berg hat für den Freitag einen Kommentar über Whistleblowing und die dazu notwendigen Plattformen geschrieben: Der gute Verrat.
Die effiziente Nutzung der von Whistleblowern zur Verfügung gestellten Materialien muss dabei im Vordergrund stehen. Eine Plattform für Whistleblower ist eine neutrale Instanz und muss sich selbst als reine Dienstleistung begreifen. Dies betrifft vor allem die verlässliche Entgegennahme, Verarbeitung und Auswertung von Dokumenten. Diese Funktion darf sie nicht aus dem Auge verlieren und sie muss sicherstellen, dass sie selbst bei großem Zuspruch die Einsendungen diskriminierungsfrei abarbeitet. Auch funktionale Schnittstellen mit den klassischen Medien werden benötigt. Eine Whistleblowing-Plattform ist Zuarbeiter für Medien. Deren Aufgabe ist die Analyse, Aufbereitung, Kontextualisierung und Präsentation der Informationen gegenüber der Gesellschaft.
-
: Irreführend: Freier Internetzugang mit unbegrenzter Datenflatrate
: Irreführend: Freier Internetzugang mit unbegrenzter Datenflatrate T‑Mobile darf nicht mehr ihre iPhone-Tarife mit mit „Freier Internetzugang mit unbegrenzter Datenflatrate“ bewerben. Das hat das Oberlandesgericht Hamburg (OLG) entschieden (Az.: 5 U 185/08). Das berichtet Heise: Gericht: T‑Mobile muss Werbung ändern. Geklagt hatte der VoIP-Anbieter Sipgate, der seine Klage damit begründete, dass der eigene Service dort nicht verfügbar ist und das mit der unbegrenzten Datenflatrate auch sehr missverständlich sei, wenn irgendwann der Zugang extrem gedrosselt wird.
Sipgate-Geschäftsführer Thilo Salmon begrüßte die Entscheidung gegenüber heise online. Er bedauerte aber zugleich, dass die Richter nicht geklärt hätten, ob ein Tarifangebot ohne VoIP-Funktionalität generell als Internetzugang bezeichnet werden dürfe. Der Firmenchef setzte sich in der Auseinandersetzung über eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität daher zumindest für eine klare Kennzeichnungspflicht ein, was bei einem Anbieter konkret unter „Internet“ verstanden wird und welche Einschränkungen der Nutzer gegebenenfalls zu erwarten habe.
Erfreulich und ein erster Schritt in die Richtung, dass nur noch als Internet verkauft werden dürfte, wo auch wirklich ein neutrales Netz enthalten ist.
-
: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung: „Vorratsspeicherung gefährdet Menschenleben“
: Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung: „Vorratsspeicherung gefährdet Menschenleben“ Nach einem heute veröffentlichten Bericht des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung würde die von Bundesinnenminister de Maizière und BKA-Präsident Ziercke befürwortete Erfassung aller Telekommunikationsverbindungen den Schutz von Kindern und Menschenleben gefährden: Die Nachverfolgbarkeit anonymer Anrufe bei Beratungsstellen würde verhindern, dass potenzielle Täter von geplanten Gewalttaten abgebracht werden können. Dem Bericht zufolge konnte ohne Vorratsdatenspeicherung beispielsweise ein Amoklauf in einer Schule und ein “Ehrenmord” verhindert werden – im Fall der Rückverfolgbarkeit hätten die Beinahe-Täter wohl nie die Telefonseelsorge angerufen.
Anhand konkreter Beispielsfälle zeichnet der Bericht ein dramatisches Bild der Zeit, zu der in Deutschland jede Telefon- und Internetverbindung festgehalten werden musste: Die “Vorratsdatenspeicherung” habe Korruption begünstigt, die Wissenschaft gestört, Arbeitsplätze gekostet, politische Kritiker abtauchen lassen, zur Verfolgung Unschuldiger geführt, Datenmissbrauch ermöglicht und die Ermittlung von Straftätern verhindert.
Ein aktueller Bericht des Bundeskriminalamts über die Auswirkungen des Endes der verdachtslosen Speicherung aller Verbindungsdaten im März 2010 belegt den Bürgerrechtlern zufolge keine “blinde Flecken in der Verbrechensbekämpfung”. Vor Einführung der “Vorratsdatenspeicherung” sei sogar ein größerer Teil an Straftaten aufgeklärt worden als nach ihrem Inkrafttreten. Selbst wenn für vereinzelte Ermittlungsverfahren eine Erfassung aller Verbindungsdaten nützlich wäre, stünde jedem Erfolg “die Unaufklärbarkeit vieler anderer Straftaten und die Gefährdung von Menschenleben infolge einer Vorratsdatenspeicherung gegenüber”. Insgesamt betrachtet sei eine anlass- und verdachtslose Aufzeichnung jeder Telefon‑, Handy‑, E‑Mail- und Internetverbindung “für die Strafverfolgung nutzlos und völlig unverhältnismäßig”.
“CDU und CSU haben sich mit ihrer sturen, politisch nicht durchsetzbaren Extremforderung nach einer Erfassung jeder Telefon‑, Handy‑, E‑Mail- und Internetverbindung verrannt”, kommentiert Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. “Mit ihrer starrsinnigen Ablehnung und Verschleppung wirklich sinnvoller Verbesserungen ist es in Wahrheit die Union selbst, die die Ermittlung von Straftätern behindert. Im Internetzeitalter müsste sich die Polizei ganz neu organisieren mit Spezialdienststellen für Computerdelikte, der Ausbildung von Computerkriminalisten und Verfahren zur schnellen Sicherung flüchtiger Daten, die auch grenzüberschreitend funktionieren. Zur Verhütung von Identitätsdiebstahl müsste vor allem dringend die Verfügbarkeit persönlicher Daten für Straftaten reduziert werden. Wer dagegen Datenskandalen Vorschub leistet und die anonyme Beratung von Menschen in Not verhindert, gefährdet unsere Sicherheit und handelt unverantwortlich.”
Nach einer Infas-Umfrage lehnen rund 70% der Bundesbürger eine anlasslose Erfassung sämtlicher Telefon‑, Handy‑, E‑Mail- und Internetverbindungen ab.
-
: EU-Justizminister diskutieren Internetsperren am Freitag
: EU-Justizminister diskutieren Internetsperren am Freitag Am Donnerstag und Freitag (7. und 8. Oktober) tagt der Rat der Innen- und Justizminister der EU-Mitgliedsstaaten in Luxemburg. Auf der Tagesordnung ist unter anderem der Vorschlag von Innenkommissarin Cecilia Malmström zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern, der ihr wegen des darin enthaltenen Absatzes zu EU-weiten Internetsperren den Spitznamen „Censilia“ eingebracht hat.
Die Diskussion zu diesem Tagesordnungspunkt ist diesmal Teil der öffentlichen Sitzung des Rates. Freitag Morgen gegen 10:00 kann man sich das im Stream auf http://video.consilium.europa.eu ansehen.
Zur Vorbereitung ist praktischerweise gerade auf Statewatch der aktuelle Stand der Verhandlungen im Rat geleaked. Den muss man gemeinsam mit dem Vorschlag der Kommission lesen, um zu verstehen, was nach Meinung des Rates geändert werden sollte und was gleich bleibt.
Der Innenausschuss des EU-Parlaments wird nach aktueller Planung am 15. November über seine Position abstimmen. Der Vorschlag dazu soll demnächst vorgelegt werden. Die Ausschuss-Anhörung letzte Woche war ja schon sehr interessant. Hier sind die Statements von Joe McNamee (EDRi), auf dem Podium als geladener Sachverständiger und Christian Bahls (MOGIS) im Schlagabtausch mit der konservativen Berichterstatterin Roberta Angelill sowie nochmal nachlegend. Die komplette Aufzeichnung der Anhörung gibt es im Video-Archiv des EP (suchen nach „LIBE Committee“, 28./29. September 2010).
MOGIS braucht übrigens dringend Spenden, um die Reisen nach Brüssel zu finanzieren. Christian macht da wirklich gute Arbeit.
Update, 8.10, 10:30: Das Thema wird im Rat der Justizminister behandelt (Innen und Justiz tagen am zweiten Tag der Ratstagung immer getrennt). Das deutsche BMJ war gerade dran und hat gesagt, dass man in Artikel 21 „Löschen statt Sperren“ will. EU-Mitgliedsstaaten, die sich auf Löschen von Missbrauchs-Webseiten konzentrieren, sollten nicht gezwungen werden, Sperren einzuführen. Als Verhandlungsmasse hat das BMJ auch noch Vorbehalte bei Artikel 4 angeführt, aber bereits angedeutet, dass man hier beweglich ist, wenn die anderen bei den Sperren entgegenkommen. Mal sehen.
-
: Gerücht: Firefox nimmt Bing! in Searchbar auf
: Gerücht: Firefox nimmt Bing! in Searchbar auf
Gerüchteweise wird Firefox zukünftig auch Microsofts Bing als Auswahl für die eingebaute Searchbar anbieten. Der Deal mit Google als Standard-Setting läuft anscheinend noch bis 2011 und machte in den vergangenen Jahren den Löwenanteil der Firefox-Finanzierung aus: Bei solchen Vereinbarungen zahlen die Suchmaschinen- oder Dienstanbieter pro Seitenaufruf einen vereinbarten Betrag an das Mozilla-Projekt.Unter anderem werden momentan Ebay, Amazon und Yahoo direkt mitgeliefert – Mehrere hundert andere können als Add-on heruntergeladen werden – so auch Bing.
-
: Lobbykratie – Die inoffizielle Macht
: Lobbykratie – Die inoffizielle Macht Ist zwar schon ein Monat alt, aber ich habs gerade erst entdeckt: Die Sendung Scobel auf 3sat hat über „Lobbykratie – Die inoffizielle Macht“ berichtet. Die Sendung gibt es in der Mediathek und in vier Teilen auf Youtube.
-
: Neues vom JMStV: Details zur Anhörung in NRW (Update)
: Neues vom JMStV: Details zur Anhörung in NRW (Update) Sticky: Wer meine Notiztabelle zum JMStV ergänzen kann oder Korrekturen hat:
Bitte in die Kommentare. Mail geht natürlich auch. Danke!Willkommen zur nächsten Runde „good cop & bad cop“ bei netzpolitik.org. Während der Autor dieser Zeilen nach wie vor davon ausgeht, dass die eigentliche Entscheidung in NRW bereits gefallen ist, präsentiert Jens Matheuszik im Pottblog Details zur geplanten Anhörung zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag am 04. November.
Und ja, ich bin durchaus positiv überrascht. Die (Update: Wunsch-) Liste der geladenen Sachverständigen ist – anders als z.B. kürzlich in Rheinland-Pfalz – durchaus ausgewogen, je nach Sichtweise sind die Kritiker des JMStV sogar leicht in der Überzahl:
-
: Astroturfing bei Stuttgart 21
: Astroturfing bei Stuttgart 21 Es gibt einige Indizien und Belege dafür, dass im Rahmen der Auseinandersetzung um Stuttgart 21 mittlerweile beauftragte PR-Agenturen massiv in sozialen Medien als Befürworter auftreten und dort Bürgerengagement simulieren. Metronaut hat schon einige Seiten enttarnt („Stuttgart 21: Mit PR-Agenturen gegen Demonstranten“) und bei Andreas Bühler finden sich weitere Informationen: Die gekaufte Bewegung? Stuttgart 21-Befürworter im Netz.
Der Spaß ist gewiss nicht billig. Zahlen wir wahrscheinlich bei jeder Bahnfahrt mit.
-
: Engadget interviewt Tim Wu über Netzneutralität
: Engadget interviewt Tim Wu über Netzneutralität Das data-epi-spacing Blog data-epi-spacing Engadget.com data-epi-spacing hat data-epi-spacing Tim data-epi-spacing Wu data-epi-spacing über data-epi-spacing Netzneutralität data-epi-spacing und data-epi-spacing auch data-epi-spacing den data-epi-spacing damit data-epi-spacing verbundenen data-epi-spacing Verizon/Google-Deal data-epi-spacing interviewt. data-epi-spacing Davon data-epi-spacing gibt data-epi-spacing es data-epi-spacing eine data-epi-spacing editierte data-epi-spacing Kurzversion data-epi-spacing und data-epi-spacing eine data-epi-spacing 35 data-epi-spacing Minuten data-epi-spacing lange data-epi-spacing Originalversion, data-epi-spacing die data-epi-spacing empfehlenswert data-epi-spacing ist. data-epi-spacing Dabei data-epi-spacing ist data-epi-spacing auch data-epi-spacing eine data-epi-spacing gute data-epi-spacing Animation, data-epi-spacing die data-epi-spacing die data-epi-spacing US-Diskussion data-epi-spacing schön data-epi-spacing beschreibt. data-epi-spacing
Edited data-epi-spacing version
-
: Heute, 16:30 Uhr: Pressekonferenz mit Cecilia Malmström zum Transfer von Passagierdaten
: Heute, 16:30 Uhr: Pressekonferenz mit Cecilia Malmström zum Transfer von Passagierdaten Ralf twittert gerade: #EU Home Affairs Commissioner Cecilia #Malmström will present the new #PNR package today at 16:30 in #EP. Stream here
-
: NDR: Depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet
: NDR: Depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet Am Mittwoch fragten wir noch nach einer etwas missverständlichen Äusserung der NDR-Pressesprecherin, ob der NDR gegen depub.org vorgehen will, wo die depublizierten Inhalte von tagesschau.de wieder zu finden sind. Heute gibt der NDR eine offizielle Pressemitteilung heraus, wo die Vorsitzende des NDR Rundfunkrates, Dagmar Gräfin Kerssenbrock, zu Wort kommt. Und das klingt sehr positiv:
„Depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet, das zeigt, wie unsinnig kleinteilige Regulierungsversuche im Netz sind. Es besteht offenkundig großes Interesse an den Inhalten informativer Webseiten wie tagesschau.de. Solange das so ist, wird es immer Menschen geben, die einen Weg finden, diese Inhalte auch verfügbar zu machen. Webseiten wie depub.org sind ein Beleg für die Fragwürdigkeit des Drei-Stufen-Tests.“
-
: Wirtschaftsförderung made in Germany: „Apps 4 Berlin“
: Wirtschaftsförderung made in Germany: „Apps 4 Berlin“ Mit einer Wettbewerbsinitiative „Berlin – Made to Create“ möchten die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg die lokale Wirtschaft fördern. Der am Mittwoch den 15.September eröffnete Wettbewerb Apps 4 Berlin wirkt ein bisschen unbeholfen. Hier ist die Ausschreibung als PDF. Was mich an der Sache irritiert: Sowohl durch die Namensgebung „Apps 4 Berlin“ als auch durch die, im Text etwas verloren wirkenden Bezüge zu Demokratie und Bürgerbeteiligung, kann man zuerst den Eindruck gewinnen, dass es sich hier um eine Deutsche Version der „Apps for Democracy-Wettbewerbe“ handele. Dem ist nicht so.
Apps 4 Berlin ≠ Apps for Democracy
Liest man die Ausschreibung aufmerksam durch, fällt einem bald auf worum es hier geht.
Gegenstand des Wettbewerbs sind digitale mobile Applikationen mit dem Ziel, neue Märkte und neue Kundenkreise zu erschließen.
„Neue Märkte und Kundenkreise erschliessen…“ das ist prima und eine wirklich sinnvolle Zielsetzung für ein Wirtschaftsförderungsprogramm. Allein mit den Zielen der „Apps 4 Democracy-Wettbewerbe“, auf die ja, wenn auch indirekt, Bezug genommen wird, hat das wenig zu tun.
-
: Help us to prevent Internet filters in Europe!
: Help us to prevent Internet filters in Europe! (Englische Übersetzung. Original ist hier: Mitmachen: Die Netzsperren-Pläne in der EU stoppen)
The debate on Internet filters reaches the hot phase now on EU level, as discussions begin in the EU parliament. It is now urgently necessary to make ourselves heard. We cannot lean back now and complain later.
On September 28th/29th, the committee on Civil Liberties, Justice and Home Affairs will consult on “Combating sexual abuse, sexual exploitation of children and child pornography”. The hearing is split into different sessions. The list of invited experts hints at the general tendency: It doesn’t look good at all!