Generell
Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.
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: EC gibt 189 Millionen für unfreie Software aus
: EC gibt 189 Millionen für unfreie Software aus Die Europäische Kommission wird innerhalb der nächsten sechs Jahre 189 Millionen Euro für proprietäre Software ausgeben, in direktem Widerspruch zu ihren eigenen Entscheidungen und Richtlinien. Die Kommission kündigte letzte Woche einen auf sechs Jahre angelegten Rahmenvertrag (Sacha II) zum Kauf verschiedener, hauptsächlich proprietärer, Software und damit verbundener Dienstleistungen an.
Die Free Software Foundation Europe weist darauf hin, dass der Vertrag letzter Woche den Absichtserklärungen in mehreren Dokumenten der Kommission wiederspricht. Laut den europäischen Beschaffungsrichtlinien sollen Käufe des öffentlichen Sektors so erfolgen, dass Diskriminierung vermieden und bei der Beschaffung im öffentlichen Sektors ein Wettbewerb möglich wird:
- Die im Mai 2010 veröffentlichte Digitale Agenda fordert, dass „IKT-Produkte und ‑Dienstleistungen offen und
interoperabel“ sein müssen (Siehe die aktualisierte Version der Digitalen Agenda, revidiert am 26. August 2010). - Laut einer vom OSOR-Projekt der Europäischen Kommission herausgegebenen Richtlinie
- sollen in europäischen Beschaffungsrichtlinien „Ausschreibungen auf funktionalen Anforderungen basieren, nicht auf bestimmten Produkten oder
Anbietern“. In den Erklärungen von Malmö und Granada 2009 und 2010 haben die Mitgliedstaaten die Europäische Kommission aufgefordert, „besonders auf die Vorteile zu achten, die sich aus der Verwendung offener Spezifikationen ergeben, um Dienste so kosteneffizient wie möglich anzubieten und um Innovation und Kosteneffizienz im E‑Government durch die systematische Förderung Offener Standards und interoperabler Systeme zu verankern“.
Der Vertrag der letzten Woche enthält jedoch eine lange Liste von konkreten Produkten, die die Kommission kaufen will.
Der Beschaffungsprozess wurde von der Generaldirektion Informatik (DIGIT) durchgeführt. Diese Abteilung leitet auch den Prozess zur Revision des
European Interoperability Framework. Die Free Software Foundation Europe hat bisherige Entwürfe stark kritisiert, da sie Offene Standards und Freier
Software gegenüber der ursprünglichen Fassung kaum noch erwähnen. - Die im Mai 2010 veröffentlichte Digitale Agenda fordert, dass „IKT-Produkte und ‑Dienstleistungen offen und
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: Wau Holland Stiftung geht gegen Paypal vor
: Wau Holland Stiftung geht gegen Paypal vor Die gemeinnützige Wau Holland Stiftung, die dem Chaos Computer Club nahe steht, hat in einer Pressemitteilung die unangekündigte Sperrung ihres PayPal-Accounts kritisiert. Gleichzeitig wurden anwaltliche Schritte gegen die Firma Paypal eingeleitet.
Durch diese willkürliche Entscheidung der Firma PayPal hat die Stiftung zur Zeit keinen Zugriff auf eingegangene Spenden der letzten Tage; dies betrifft insgesamt rund 10.000 Euro, die von Spendern weltweit vom vergangenen Freitag auf Samstag für das Projekt WikiLeaks gespendet wurden. Zudem stellt die von PayPal veröffentliche Behauptung, die Wau Holland Stiftung unterstütze und fördere „illegale Aktivitäten“, eine Verleumdung dar, gegen die sich die Stiftung in aller Form verwehrt. Die Stiftung hat deshalb mittlerweile anwaltliche Schritte gegen die Firma PayPal eingeleitet. Paypal wurde aufgefordert, diese Behauptung von ihrem Firmenblog zu entfernen sowie den berechtigen Zugriff auf das Spendenkonto wieder herzustellen.
Apropos Wau Holland Stiftung: Ein Bericht des Handelsblatt hatte den Anschein erweckt, dass (vermutlich aufgrund von politischen Drucks) das Regierungspräsidium Kassel prüfen wolle „ob angesichts der Verflechtungen zwischen der Wau Holland Stiftung und Wikileaks der Stiftungszweck überhaupt noch erfüllt“ sei. Dazu nimmt das Regierungspräsidium Kassel in einer Pressemitteilung Stellung und widerspricht dem Handelsblatt: Die Wau Holland Stiftung und die Arbeit der Stiftungsaufsicht beim Regierungspräsidium Kassel.
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: Chaos Computer Club fordert Informationsfreiheit im Netz
: Chaos Computer Club fordert Informationsfreiheit im Netz Der CCC hat eine Pressemitteilung zur aktuellen Diskussion rund um Wikileaks veröffentlicht: Chaos Computer Club fordert Informationsfreiheit im Netz.
[…] Anders als Menschen haben staatliche Stellen gerade keine Privatsphäre, die es zu schützen gilt, sondern lediglich Geheimnisse. Grundsätzlich betrachtet der CCC einen Anspruch des Bürgers auf die ihn betreffenden Informationen und die Transparenz der in seinem Namen erfolgenden staatlichen Aktivitäten als begründet. Die Doppelzüngigkeit der Regierenden wird nicht nur in den veröffentlichten Depeschen deutlich, sondern auch in ihrer Haltung zur Informationsfreiheit.
„Die westlichen Regierungen treten für die Informationsfreiheit immer nur dann ein, wenn es andere Länder betrifft. Sobald es jedoch um mehr als nur Lippenbekenntnisse geht, sobald Daten publiziert werden, die ihre eigenen Heimlichkeiten und Hinterzimmerdeals betreffen, handeln sie offenbar genauso undemokratisch, wie die Staaten, die sie sonst öffentlich lauthals verurteilen“, sagte CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn.
Der CCC verurteilt daher auf schärfste jegliche Eingriffe in die weltweite Informationsinfrastruktur zum Zwecke der Zensur und politischen Unterdrückung von Informationen. Regierungen, etwa in den USA und in Frankreich, haben ihre Exekutive angewiesen, „irgendeinen Weg“ zu finden, die Verbreitung der ungeliebten Inhalte im und vom eigenen Land aus zu verhindern. Offenbar nach politischem Druck haben US-amerikanische Dienstleister wie Amazon ihre technische Unterstützung für Wikileaks eingestellt.[…]
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: Brüderle vergleicht Wikileaks mit Stasi (oder war es die USA?)
: Brüderle vergleicht Wikileaks mit Stasi (oder war es die USA?) Der nationale IT-Gipfel ist vorbei und Ihr habt überhaupt nichts verpasst. Bis auf eine Sache, die ich erstmal live verpasst habe, die aber bereits gut dokumentiert ist. In seiner Begrüssungsrede hat unser Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) auch
Wikileaksdie USA bedacht, mit einem mehr als unpassenden Vergleich:Brüderle kritisierte in dem Zusammenhang Wikileaks scharf. Das Vorgehen der Enthüllungsplattform bereite ihm Unbehagen, sagte er. „Manches, was ich Wikileaks da entnehme, erinnert mich an die Sammelwut, die früher Institutionen im Osten hatten, die Stasi dabei.“
Lieber Herr Brüderle, vielleicht sollten Sie sich das nochmal erklären lassen, aber nicht Wikileaks hat diese Daten gesammelt und erhoben, sie wurden der PLattform lediglich zugespielt und man hat sie dann veröffentlicht. Das ist ein kleiner und feiner Unterschied gegenüber totalitären Organisationen wie der Stasi.Gibts eigentlich das Redemanuscript von Brüderle irgendwo online? Finde leider nichts.
Update: Es gibt etwas Unklarheit, ob Brüderle nun Wikileaks oder die USA mit der Stasi verglichen hat. Vielleicht liegt es an den Formulierungen des Artikels der Süddeutsche Zeitung. (Daher fragte ich ja nach dem Transcript als Originalquelle). Auf die Idee mit den USA bin ich ehrlich gesagt gar nicht gekommen. Wenn das stimmt, reicht das rhetorisch immer noch fast an Herta Däubler-Gmelin heran, die als Justizministerin vor einigen Jahren George W. Bush mit Hitler verglichen hatte und dann Bundesjustizministerin war. Aber die FDP hat ja noch was gut nach den Depeschen.
Nochmal Update: Nachdem am Dienstag die mehrheitliche Meinung war, Brüderle hätte die USA gemeint und Brüderle laut FAZ in der anschließenden Pressekonferenz nach der Rede auf die Sammelwut verwies, ist am Mittwoch beim Bildblog ein Statement seines Pressesprechers zu lesen. Und da sind wir wieder bei Wikileaks meets Stasi-Vergleich angelangt:
Aber wer ist denn nun wirklich gemeint? BILDblog hat beim Wirtschaftsministerium nachgefragt und von Pressesprecherin Beatrix Brodkorb die Bestätigung erhalten: Brüderle habe tatsächlich nicht die US-Botschafter mit der Stasi vergleichen wollen, sondern den Überbringer der Nachricht, Wikileaks. Der Wirtschaftsminister sei unter anderem wegen der Ankündigung weiterer Veröffentlichungen zu den Geschäftspraktiken amerikanischer Großbanken in Sorge.
Alle Unklarheiten beseitigt? Dann empören Sie sich jetzt!
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: Shitstorm auf EasyDNS
: Shitstorm auf EasyDNS Vorgestern rutschte mir hier in einem Artikel ein „EasyDNS“ raus, wo ein „EveryDNS“ hingehört hätte. Glücklicherweise wurde ich schnell korrigiert: Die Firma, bei der Wikileaks ihren DNS-Service gebucht hatten, hieß EveryDNS. Offensichtlich war ich nicht der einzige, dem dieser kleine Lapsus unterlaufen ist. Insbesondere in den Kommentarspalten großer amerikanischer Blogs und auf Twitter ging es EasyDNS an den Kragen.
Mit einer ebenso zutreffenden wie bissigen Kritik am „lächerlichen Zustand des Internet-Journalismus“ und intensiver „Pflege“ des Twitter-Accounts verteidigte sich EasyDNS gegen die falschen Vorwürfe.
Momentes Haupt-Thema in den Kommentarspalten großer amerikanischer Blogs und auf Twitter: Ein vermeintlich gerissenes Kondom. Der Hersteller ist noch unbekannt ;-)

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: Julian Assange wurde von Scotland Yard verhaftet (Update)
: Julian Assange wurde von Scotland Yard verhaftet (Update) Nach Angaben von Sky News ist Julian Assange von Wikileaks heute gegen 9:30 Uhr in Grossbritanien verhaftet worden. Er soll später einem Haftrichter vorgeführt werden, der ihn anhört. Anderen Medienberichte zufolge sucht Assange noch Bürgen für seine Kaution. Mal schauen, was als nächstes passiert und wann/ob er bald wieder frei kommt.
Der Guardian bietet ein Liveblog an.
Update: Um das nochmal klar zu stellen: Assange hat sich wohl selbst gestellt.
Update: Julian Assange darf nicht gegen Kaution raus und wird bis mindestens 14. 12. festgehalten. Er hat einer Auslieferung an Schweden widersprochen.
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: Auch Mastercard schmeißt Wikileaks raus
: Auch Mastercard schmeißt Wikileaks raus Auch der Kreditkartenanbieter Mastercard hat sich entschieden, die Geschäftsbeziehung zu Wikileaks zu beenden und keine weiteren Spenden über ihr System zuzulassen. Begründung: Wikileaks mache illegale Sachen und das verstösst gegen die eigenen Regeln, wie CNet erfahren hat: MasterCard pulls plug on WikiLeaks payments.
MasterCard said it was cutting off payments because WikiLeaks is engaging in illegal activity. „MasterCard rules prohibit customers from directly or indirectly engaging in or facilitating any action that is illegal,“ spokesman Chris Monteiro said.
Mal schauen, wann VISA nachzieht.
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: Keine Wikileaks-Mirrors bei Hetzner (Update)
: Keine Wikileaks-Mirrors bei Hetzner (Update) Eigentlich wollte ich heute hier nichts mehr über Wikileaks schreiben, weil es schon genug Artikel gibt. Aber irgendwie passiert gerade soviel rund um die Veröffentlichung der #cablegate-Depeschen. Aktuell ist ein Trendsport unter Nerds ausgebrochen, Mirrors für Wikileaks.org und die Depeschen zu schaffen. Der Streisand-Effekt lässt grüßen. Aber nicht jeder Provider spielt mit, wie z.B. der beliebte deutsche Provider hetzner.de. Alper Iseri hat bei hetzner.de nachgefragt, ob ein Mirror von wikileaks.org möglich ist. Das ist natürlich nicht möglich, denn:
[…]laut unseren AGB ist das Hosten von Content von Wikileaks nicht moeglich.
Bitte lesen Sie dazu § 6.2[…]6.2 Der Kunde verpflichtet sich, keine Inhalte zu veröffentlichen, welche Dritte in ihren Rechten verletzen oder sonst gegen geltendes Recht verstoßen. Das Hinterlegen von erotischen, pornografischen, extremistischen oder gegen die guten Sitten verstoßenden Inhalten ist unzulässig. Wir sind berechtigt, den Zugriff des Kunden für den Fall zu sperren, dass hiergegen verstoßen wurde. Das gleiche gilt für den Fall, dass der Kunde Inhalte veröffentlicht, die geeignet sind, Dritte in ihrer Ehre zu verletzen, Personen oder Personengruppen zu beleidigen oder zu verunglimpfen. Das gilt auch für den Fall, dass ein tatsächlicher Rechtsanspruch nicht gegeben sein sollte. Wir sind nicht verpflichtet, die Inhalte unseres Kunden zu überprüfen.
Andere deutsche Provider sind übrigens anderer Meinung, wie z.B. domainfactory.
Preisfrage an die Juristen: Welcher Punkt in der AGB passt auf das Beispiel?
Update: Domainfactory konkretisiert nochmal ihre juristische Sicht und kommt zum Ergebnis, dass keine strafrechtlichen und/oder verfassungsrechtlichen Gründe vorliegen: Wikileaks-Mirror: Rechtslage aus Providersicht.
Update: Nach nur 24 Stunden hat dann auch mal die Presseabteilung von Hetzner reagiert und ein Statement rausgegeben, wo die ersten Aussagen etwas relativiert werden. Begründet wird die „Empfehlung“, keine Wikileaks-Mirroros zu betreiben mit einer „Sorge“, dass Kunden, die „möglicherweise“ Gesetze verletzten (und die Server DDos-Attacken ausgesetzt sein könnten):
„Vollkommen ungeklärt ist bisher, ob WikiLeaks bzw. die dahinterstehenden Personen durch die Informationsbeschaffung ebenso wie durch die Verbreitung dieser Informationen strafbare Handlungen begangen haben. Diese Strafbarkeit könnte sich auch auf diejenigen Personen erstrecken, welche die Inhalte wissentlich verbreiten. Jedenfalls enthalten zahlreiche der ungeprüft der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellten Materialien private Informationen und Ansichten. Hierdurch werden massiv Persönlichkeitsrechte verletzt. Persönlichkeitsrechte stehen in der Bundesrepublik aus gutem Grund unter dem Schutz der Rechtsordnung, was die Internetgemeinde bei aller Euphorie berücksichtigen sollte. In anderen Ländern wie zum Beispiel in den USA besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Schadensersatz in astronomischer Höhe vom jeweiligen Verletzer zu fordern.“
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: Assange jetzt auch ohne Schweizer Konto
: Assange jetzt auch ohne Schweizer Konto Die Schweizer Bank Postfinance, bei der Assange ein Konto hatte, hat ihm nun gekündigt, weil er keinen Wohnsitz in der Schweiz hat – seine Angaben bei der Eröffnung des Kontos waren falsch. Es ist schon spannend, was plötzlich alles für Formalitäten ausgraben werden. Und von wem…
Unklar bleibt, ob rigoros bei jedem so vorgegangen wird (was nicht überraschend wäre). Nicht nur im eigenen Interesse sollte Wikileaks ein bisschen vorsichtiger beim Einhalten von Formalitäten sein – es drängt sich sonst der Verdacht der Stümperhaftigkeit auf, oder der, dass die offenen Flanken absichtlich hinterlassen werden, um vermeintliche „Skandale“ zu provozieren.
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: Wikileaks: Spanische Aktivisten suchen „KIPR“
: Wikileaks: Spanische Aktivisten suchen „KIPR“ Im spanischen Parlament steht diese Woche ein ziemlich scharfes Netzsperrengesetz zur abschließenden Abstimmung an (siehe auch BoingBoing). Dem Vernehmen nach ist es weitgehend aus den USA diktiert worden und das soll sich auch in den cables von Wikileaks wiederfinden. Spanische Netzaktivisten sind einigermaßen sicher, dass sich das Gesetz zu Fall bringen lässt, indem die Einflussnahme von außen publik gemacht wird. Bekanntlich hat zwar die El Pais die Wikileaks-Daten vorab erhalten und ausgewertet, von den relevanten cables mit dem Kürzel „KIPR“ allerdings erst rund ein Zehntel veröffentlicht. Es geht das Gerücht, dass das nur die weniger brisanten cables sind und die El Pais bewusst auf Zeit spielt, weil sie den regierenden Sozialisten nahe steht und zur PRISA-Gruppe gehört, Spaniens größtem Medienkonzern.
Daher gebe ich hiermit folgende Bitte der spanischen Netzaktivisten weiter: Falls jemand der Mitlesenden Zugriff auf die kompletten Wikileaks-Daten hat und in der Lage ist, diejenigen rauszufiltern, die etwas zu „KIPR“ enthalten, möge er/sie/es das bitte tun und das Ergebnis in gängigem Dateiformat verschickbar machen (der Einfachheit halber dann kurz mit mir in Verbindung setzen, siehe zB Kontaktseite von creativecommons.de). Interessant sind dabei offenbar nicht nur cables an Spanien, sondern auch solche an andere spanischsprachige Länder, bei denen teilweise dasselbe Kürzel für die entsprechenden Gesetze verwendet wird. Aus Chile wurde auch schon um Hilfe gebeten.
[Disclaimer: Warum jeweils der Zugriff auf alle Wikileaks-Daten bzw. eine Auswertung an der El Pais vorbei so schwierig ist, kann ich mangels direktem Umgang mit den Wikileaks-Daten nicht beurteilen. Ich halte die Anfragen dennoch für wichtig.]
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: Amazon vs Wikileaks: Wir sind irgendwie unschuldig
: Amazon vs Wikileaks: Wir sind irgendwie unschuldig Amazon hat auf den Vorwurf reagiert, man habe Wikileaks auf Druck der US-Regierung hin als Kunde rausgeschmissen. Das sei nicht korrekt, man habe Wikileaks lediglich rausgeschmissen, weil die in der Cloud gehosteten Daten die eigenen AGB verletzten.
AWS does not pre-screen its customers, but it does have terms of service that must be followed. WikiLeaks was not following them. There were several parts they were violating. For example, our terms of service state that “you represent and warrant that you own or otherwise control all of the rights to the content… that use of the content you supply does not violate this policy and will not cause injury to any person or entity.” It’s clear that WikiLeaks doesn’t own or otherwise control all the rights to this classified content. Further, it is not credible that the extraordinary volume of 250,000 classified documents that WikiLeaks is publishing could have been carefully redacted in such a way as to ensure that they weren’t putting innocent people in jeopardy. Human rights organizations have in fact written to WikiLeaks asking them to exercise caution and not release the names or identities of human rights defenders who might be persecuted by their governments.
Ob es letztendlich einen Anruf von Joe Lieberman´s Büro gab mit einem passenden Hinweis und etwas Druck, ist unbelegt. Aber auch so bleiben Fragen offen: Welcher Rechtsstand wird eigentlich für die Amazon-Cloud genutzt? Ist das die USA oder auch ein anderes Land. Was ist mit Inhalten, die chinesische Dissidenten in der Cloud hosten wollen und die in China illegal sind? Wird Amazon diese dann auch rausschmeißen mit Verweis auf die eigenen AGB oder gilt das nur für Inhalte, die in den USA illegal sein könnten? Und sind die cablegate-Depeschen wirklich illegal?
Einen lesenswerten Kommentar zum ganzen Vorfall hat Rebecca MacKinnon geschrieben: WikiLeaks, Amazon and the new threat to internet speech.
What is troubling and dangerous is that in the internet age, public discourse increasingly depends on digital spaces created, owned and operated by private companies. The result is that one politician has more power than ever to shut down controversial speech unilaterally with one phone call.
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: Amazon schmeißt Wikileaks raus
: Amazon schmeißt Wikileaks raus Nach einer 10 GB/s DDos-Attacke auf die Wikileaks-Server in Schweden ist das Projekt mit den aktuellen cablegate-Daten wieder auf die Cloud-Infrastruktur von Amazon ausgewichen. Das zeigt auch ein wenig, dass das Projekt im Moment anscheinend nicht über ausreichend technische Ressourcen nach dem Abgang einiger wichtiger Mitarbeiter im Sommer verfügt, um auf eine ausfallssichere und unabhängige Infrastruktur zurück zu greifen. Nachdem bekannt wurde, dass Wikileaks bei Amazon gehostet wird, hat wohl das Büro von des US-Senators und Vorsitzenden des Homeland-Security-Ausschuss, Joe Liebermann, angerufen und das Unternehmen aufgefordert, die Zusammenarbeit mit Wikileaks schnell zu beenden. Die Begründung ist, dass Wikileaks illegal gesammelte Daten öffentlich zugänglich macht. Dieser Bitte, bzw. Aufforderung ist Amazon nachgekommen, wie der Guardian berichtet: WikiLeaks website pulled by Amazon after US political pressure.
Wikileaks beschwert sich jetzt, dass Amazon gegen das Recht auf Meinungsfreiheit, das First Ammendment, verstösst. Laut Guardian erklärte ein Anwalt der Electronic Frontier Foundation, dass diese Ansicht etwas naiv ist. Amazon hat als Privatunternehmen das Recht, Kunden zu kündigen und abzulehnen. Aber Amazon vermittelt mit der Aktion die Botschaft: Vertraut uns und unseren Cloud-Produkten nicht. Enttäuschend ist, dass man sich ohne Gerichtsverfahren dem politischen Protest beugt. Aber man hätte das sich auch vorher denken können, dass es keine gute Idee ist, die kritische Infrastruktur auf den Coud-Servern eines US-Unternehmens hosten zu lassen. Das zeigt das Verhalten von Amazon deutlich. Man sollte die cablegate-Daten jetzt auch mal bei Google & Co hochladen und in einer Art Test mal das Verhalten der anderen US-Cloud-Anbieter austesten.
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: Wikileaks findet erste Opfer in Deutschland
: Wikileaks findet erste Opfer in Deutschland Der Schatzmeister von Wikimedia-Deutschland e.V. ist zurückgetreten, wegen, ähm, Wikileaks:
„Bedingt durch die aktuellen Berichterstattungen in den Medien hinsichtlich Wikileaks, welches von einigen Kunden mit Wikipedia assoziiert wird, stelle ich gegenüber meiner Person ein geschäftsschädigendes, existenziell bedrohliches, Verhalten fest. Mit Hinblick auf die oben genannten Auswirkungen sehe ich mich leider gezwungen, mein Amt als Schatzmeister mit sofortiger Wirkung niederzulegen.“
Was sind wohl die wahren Gründe?
Und seit wann hat denn die Wikipedia Kunden?(Dass mit den Kunden hat wohl mit seinem Job zu tun, wo Kunden wussten, dass er ehrenamtlich für Wikimedia arbeitet und das jetzt mit Wikileaks verwechseln)
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: Netzsperren europaweit – jenseits des JMStV
: Netzsperren europaweit – jenseits des JMStV Thomas Stadler hat zusammengefasst, warum das Problem der Netzsperren nicht mit dem JMStV erschöpft ist. Im Gegenteil – es rollt auf der EU-Ebene gerade massiv auf uns zu:
Während die deutsche Netzgemeinde derzeit u.a. über die Novellierung des JMStV diskutiert, wird in Brüssel weiterhin der Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs und der sexuellen Ausbeutung von Kindern sowie der Kinderpornografie (vulgo: Censilia) vorangetrieben.
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: Deutsch-Chinesischer Mediendialog
: Deutsch-Chinesischer Mediendialog Am Sonntag flieg ich für eine Woche nach Peking, um an einem Deutsch-Chinesischen Mediendialog teilzunehmen, den das Institut für Auslandsbeziehungen im Auftrag des Auswärtigen Amtes organisiert. Konkret geht es um Diskussionen über Öffentlichkeiten, was sicher spannend im Vergleich mit China wird. Mit dabei sind u.a. Peter Glaser und Wolfgang Blau von Zeit.de. Mal schauen, ob ich da Netz haben werde und wie das Netz dann zensiert ist. Meine letzten Erfahrungen mit zensierten Netzen liegt einige Jahre zurück und da waren die Zensurinfrastrukturen noch nicht wirklich ausgebaut.
Was ich mich aber noch frage: Wo holt man sich eigentlich Yen, wenn man nach China fliegt? Gibt es dort Geldautomaten, wo man mit EC-Karte Geld abheben kann oder nimmt man sich Euro-Scheine mit, die man dort in einer Bank/Hotel umtauscht? Und was sollte man sich unbedingt an 2,5 freien Tagen ausserhalb des Rahmenprogrammes in Peking (neben der Großen Mauer) anschauen? Und was sollte man sonst noch unbedingt wissen, bevor man zum ersten Mal nach Peking fliegt? (Dass man dort nicht billiger Marken-Unterhaltungselektronik kaufen kann, hab ich schon herausgefunden).
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: „Tatort Internet“: Medienwächter sehen Verstoß gegen Programmgrundsätze
: „Tatort Internet“: Medienwächter sehen Verstoß gegen Programmgrundsätze Verdammt, ich hätte wetten sollen. ‚)
Pünktlich nach der gestrigen Ausstrahlung der letzten Folge der RTL2-Pranger-Show „Tatort Internet“, stellt die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten heute fest, dass das Format gegen die im Rundfunkstaatsvertrag verankerten Programmgrundsätze verstoßen habe.
Nach Einschätzung einer Expertengruppe der Landesmedienanstalten, die insgesamt vier Folgen geprüft hat,verstoßen die ausgestrahlten Sendungen gegen die im Rundfunkstaatsvertrag verankerten Programmgrundsätze, da sie die Persönlichkeitsrechte nicht hinreichend wahren.
Die ZAK kritisiert, dass die Redaktion nicht ausreichend sicher gestellt hat, dass die dargestellten Personen nicht durch Dritte öffentlich bloßgestellt werden können.
Von Konsequenzen für die RTL2 oder die verantwortliche Produktionsfirma Diwafilm steht nichts in der Pressemeldung der ZAK. Ob die Reihe fortgesetzt werden soll, ist laut SpOn noch nicht entschieden.
Die für die Belange des Jugendmedienschutzes in unseren Landen zuständige KJM konnte Anfang des Monats keinen Verstoß erkennen.
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: Tolle CDU-Idee: Wegen Terrorgefahr die Pressefreiheit einschränken
: Tolle CDU-Idee: Wegen Terrorgefahr die Pressefreiheit einschränken Siegfried Kauder (CDU), Vorsitzender des Rechtausschusses des Bundestages, hat eine neue Idee: Warum nicht mal die Pressefreiheit etwas einschränken, schließlich ist ja Terrorgefahr. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung erklärt er:
„Wenn die Presse darüber berichtet, welche Orte besonders gefährdet sind, dann kann das unter Umständen ein Anreiz für Terroristen sein.“ Diese Informationen seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. „Die Presse muss dazu verpflichtet werden, sich zurückzuhalten, wenn die Gefährdungslage wie jetzt hoch ist“.
Schon klar. Gerade beim aktuellen Fall Reichstag kann man das sehen: Da werden die in Folge der Presseberichterstattung errichteten Barrieren und das massiv aufgerüstete Polizeiaufgebot zu einem zusätzlichen Nervenkitzel für jeden Terroristen.
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: Deutschlandradio „Breitband“ als Kurator im Free Music Archive
: Deutschlandradio „Breitband“ als Kurator im Free Music Archive Breitband ist eine wöchentliche Sendung des Deutschlandradios zu „Medien und digitaler Kultur.“
In der Sendung werden neben anderen Netzthemen Musik unter CC-Lizenz oder aus der Public Domain vorgestellt. Die Musikredakteure veröffentlichen nun ein monatliches „Best of“ im Free Music Archive.
This mix was curated by Breitband host Martin Risel, Vivian Perkovic, Christine Watty, and Christian Grasse. These four are at the heart of an incredibly vibrant German netaudio community. For example, Christian Grasse also does the FreeQuency podcast on ByteFM, and founded the netlabel Aaahh Records. Selections from Aaahh’s catalog of „free and charming music“ were recently featured on all2gethernow’s 2010 Berlin Music Week compilation and we hope to hear more in the near future. In the meantime, enjoy this mix – the first of a monthly Best of Breitband series.
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: „Ich habe über das Problem auf Internetseiten gelesen, die die Wahrheit schreiben“
: „Ich habe über das Problem auf Internetseiten gelesen, die die Wahrheit schreiben“ Letzte Woche machte eine ePetition die Runde, die ein Verbot von Heilmitteln in der EU zum Thema hatte. Vor allem in den letzten Tagen erreichte die Petition eine massive Mobilisierung, letztendlich 110.000 Mitzeichner und ist damit eine der erfolgreichsten ePetition beim Deutschen Bundestag. Das Problem an der Sache: So wichtig das Anliegen ist, aber die in der Petition zitierte EU-Richtlinie gibt es nicht und damit fällt die Petition in sich zusammen. Über die Hintergründe schreibt die Taz jetzt: Dubiose Aktion für Heilkräuter.
Und da gibts einen Money Quote der Petentin:
„Ich bin keine Juristin.“ Warum sie dann die Eingabe überhaupt geschrieben hat? „Ich habe über das Problem auf Internetseiten gelesen, die die Wahrheit schreiben“, sagte die die Baden-Württembergerin der taz. „Dann habe ich mich aufgeregt und ganz spontan die Petition aufgesetzt.“
Wahrheit ist halt immer relativ.
Lustigerweise fällt der der Taz das auch jetzt erst richtig auf. Vergangene Woche gabs noch in einem ihrer Blogs einen Mobilisierungsaufruf: Pharmalobby kämpft für Verbot von Heilpflanzen.
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: KJM: „Tatort Internet“ kein Jugendschutz-Verstoß
: KJM: „Tatort Internet“ kein Jugendschutz-Verstoß Nur kurz, damit der Hinweis nicht in den Kommentaren versauert:
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich in ihrer gestrigen Sitzung mit den ersten drei Folgen der Sendereihe „Tatort Internet – Schützt endlich unsere Kinder“ (RTL 2) befasst. Die KJM erreichten seit Beginn der Ausstrahlung am 7. Oktober dieses Jahres zahlreiche Beschwerden über das Format. Nach einer kritischen, intensiv geführten Diskussion entschied die KJM, dass kein Verstoß gegen die Jugendschutz-Bestimmungen besteht. (Quelle: Pressemeldung der KJM vom 11.11.2010)
Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Gegen Jugendschutz-Regeln verstößt „Tatort Internet“ wohl wirklich nicht (Das ist der Aufgabenbereich der KJM). Heise Online kommentiert:
Die Kommission für Jugendmedienschutz ist Teil der Landesmedienanstalten. Ihre Aufgabe ist es, „Medieninhalte aufgrund ihres Gefährdungspotenzials zu beurteilen und deren öffentliche Verbreitung zu regeln“. „Tatort Internet“ wurde demnach auf die Einhaltung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags und die Frage geprüft, welche Wirkung die Sendung auf minderjährige Zuschauer ausüben kann.