Generell
Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.
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: Cablegate: Norwegische Zeitung findet deutsche Überwachungssatelliten
: Cablegate: Norwegische Zeitung findet deutsche Überwachungssatelliten Die norwegische Zeitung Aftenposten hat irgendwie die gesamten 250.000 US-Depeschen aus dem Wikileaks-Bestand erhalten und forstet diese ebenfalls durch. Heute berichtet die Zeitung (Schlechte Google-Übersetzung), dass man ein Kabel der US-Botschaft aus Deutschland gefunden habe, was über ein US-Deutsches Geheimprojekt berichtet. Das HIROS-Projekt soll offiziell eine halb-kommerzielle US-Deutsche Industriezusammenarbeit sein. Allerdings scheint das nur die Tarnung für eine Kooperation zwischen BND und der Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) sein.
Aus der Google-Übersetzung:
„Um mögliche politische Gegenreaktion durch die Entwicklung von Hiro als Intelligenz Satellit zu minimieren, wird das Programm durch eine zivile Behörde, möglicherweise das Ministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) verwaltet. “
Mit dem Satellitensystem soll es möglich sein, bis zu 3x am Tag fast jede Stelle auf dem Globus bis auf 50 cm (pro Pixel?) heran zu fotografieren. Die Bilder sollen dabei innerhalb von wenigen Minuten ausgewertet werden können und Infrarotaufnahmen bei Nacht sind wohl auch möglich. Hier gibt es noch eine englischsprachige Präsentation vom DLR als PDF zu lesen. Laut Aftenposten soll das System zwischen 2010–2013 funktionieren. Gleichzeitig soll es wohl deswegen Verstimmungen mit EU-Partnern geben, vor allem mit Frankreich, die gerne selbst die beste Überwachungstechnik besitzen wollen.
Unklar ist, ob der Spiegel freiwillig oder unfreiwillig diese Depesche übersehen hat.
Das Originalkabel ist wohl noch nicht online zu finden.Laut der Nachrichtenagentur AFP dementiert übrigens der DLR:
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln bestritt Arbeiten an einem Spionagesatelliten. Im DLR werde zwar seit etwa zwei Jahren unter dem Projektnamen HiROS über den Projektvorschlag für einen hochauflösenden, optischen Satelliten diskutiert, erklärte ein Sprecher. HiROS sei aber kein Spionagesatellit und ebenso kein geheimes Projekt. Die angedachte Anwendung umfasse die Bereitstellung von Daten für staatliche Nutzungsbereiche wie zum Beispiel im Krisenmanagement bei Naturkatastrophen. Derzeit könnten keine Aussagen über die Realisierung des Projektes gemacht werden.
Update: Danke an Thomas Wiegold für die Ergänzung in den Kommentaren und den Hinweis auf die Original-Depesche:
Das liest sich im Original ein bisschen anders: Die DLR hätte gerne US-Unterstützung für das Zusammengehen mit zwei US-Konzernen, vor allem aus finanziellen Gründen. Die USA gehen lt. der Depesche in der Tat davon aus, dass der BND Hauptinteressent des Satelliten ist.
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: Deutsche Netzpolitik im Jahresrückblick
: Deutsche Netzpolitik im Jahresrückblick Für DRadioWissen hab ich einen Kommentar zu „Deutsche Netzpolitik im Jahresrückblick“ geschrieben und eingesprochen, der heute gesendet wurde. Sobald ich die MP3 gefunden habe, binde ich die noch ein. Dafür ist hier das Transcript dazu. Wer Themen vermisst: Es gab eine Zeitbegrenzung und eine internationale Version kommt noch nächste Woche.
Das Jahr begann mit einem kleinen Knaller: Die Vorratsdatenspeicherung wurde vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. Leider nicht die Maßnahme an sich, sondern lediglich das Gesetz. Seitdem streiten sich Parteien und Datenschützer über eine Wiedereinführung bzw. Alternativen wie Quick-Freeze oder eine Light-Version.
Die Netzsperren blieben auch 2010 im Gespräch. Bis auf Teile der Union wollte niemand mehr das umstrittene und auf Eis gelegte Zugangserschwerungsgesetz zurück haben. Eine Evaluierung wurde begonnen, ob die Alternative Löschen statt Sperren auch funktioniert. Die große Frage bleibt dabei: Darf eine Organisation wie das BKA, die heftigst für die Netzsperren lobbyiert hat, auch gleichzeitig die Evaluation übernehmen?
In diesem Jahr fing die Politik dann auch mal an, in der Netzpolitik zuhören zu wollen. Das Kompetenzgerangel im Bundeskabinett rund um das neue Trendthema glich streckenweise einem Wettbewerb: Deutschland sucht den Internetminister. Netzaktivisten konnten sich teilweise vor Einladungen zu Dialogrunden nicht mehr retten. Die groß für den Herbst angekündigte nationale Netzpolitik-Strategie der Bundesregierung wurde aber nicht präsentiert. Dafür rief der Deutsche Bundestag eine Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ ins Leben. Die soll jetzt bis 2012 Handlungsempfehlnugen für eine bessere Netzpolitik diskutieren und beschließen.
Das Sommerloch-Thema war eindeutig die Einführung von Google-Streetview. Anhand der Vorstellung, die Fassade des eigenen Hauses im Internet sehen zu können, entfachte sich eine Debatte über Kontrollverlust, Ängsten vor großen US-Datenkraken und ein diffuses Gefühl, dass unsere Privatsphäre in Gefahr ist. Der Hysterie machte auch vor Politikern nicht halt. Überwachungsbefürworter argumentierten auf einmal für mehr Datenschutz, andere offenbarten grandios ihre Unkenntnis von der Materie und hatten wohl die Vorstellung, dass Google ein neues funktionierendes 24 Stunden Überwachungssystem geplant hatte. Zu besseren Datenschutzgesetzen führte das leider nicht.
Das Jahr endete mit einer Überraschung: Die jahrelang ausgehandelte und im Sommer von den Ministerpräsidenten beschlossene Novellierung des Jugendmedienschutzstaatsvertrages scheiterte an den Parlamenten in NRW und Schleswig-Holstein. Vorausgegangen waren lautstarke Proteste in der Blogosphäre über schädliche Auswirkungen des schlecht geschriebenen Gesetzes und große Zweifel, ob das angestrebte Ziel eines Jugendmedienschutz mit den Maßnahmen auch sinnvoll erreicht werden kann.
2010 war eine Zeit der Konsolidierung. Auch in der Politik ist angekommen: Das Internet geht nicht mehr weg und dringt immer tiefer in die Gesellschaft ein. 2011 werden wir dieselben Debatten wieder erleben: Kommt mit der Vorratsdatenspeicherung wieder die flächendeckende Überwachung unseres Kommunikationsverhaltens, was passiert mit der gestoppten Einführung einer Netzzensurinfrastruktur durch das Zugangserschwerungsgesetz, wie bekommen wir einen zeitgemäßen Jugendmedienschutz und wie kann unsere Privatsphäre in Zeiten zunehmender Digitalisierung besser geschützt werden?
Aber auch neue Debatten entstehen: Mit der Netzneutralität entscheidet sich die Zukunft eines offenen Netzes und damit die Möglichkeit zur Meinungsfreiheit und Innovation. Und die Open Data Bewegung fordert mehr Transparenz, Informationsfreiheit und Beteiligungsmöglichkeiten. Es bleibt spannend: In der Netzpolitik entscheidet sich die Zukunft der Demokratie in der digitalen Gesellschaft.
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: BONUS EDRi-gram Nr. 8.25, 22. Dezember 2010
: BONUS EDRi-gram Nr. 8.25, 22. Dezember 2010 Wir spiegeln hier mal die Bonus-Ausgabe des EDRI-grams, des zwei-wöchentlichen Newsletters von European Digital Rights.
Diese Sonderausgabe des EDRi-gram wurde von EDRi-Mitgliedern und ‑Observern als Präsent für alle EDRi-gram AbonnentInnen und BesucherInnen der EDRi-Website erstellt. (Die Ausgabe steht weiters im englischen Original sowie in albanischer (http://www.metamorphosis.org.mk/), dänischer, französischer und mazedonischer Sprache zur Verfügung.
Sie enthält Informationen über den Dachverband European Digital Rights (EDRi), sein Büro in Brüssel und seinen Newsletter. Wie gewohnt unterliegt der Newsletter der Creative Commons Lizenz 3.0 BY. Zum ersten Mal in den 9 Jahren seines Bestands bietet sich auch die Möglichkeit, EDRi ein Weihnachtsgeschenk zu machen! :-)
EDRi wünscht all seinen AbonnentInnen schöne Winterferien und alles Gute für das Neue Jahr! [Anmerkung: Die besten Wünsche auch von den MitarbeiterInnen der deutschsprachigen Ausgabe!]
Die nächste reguläre Ausgabe des EDRi-gram, Nr. 9.1 erscheint am 12. Jänner 2011.
EDRi – Die Europäische Organisation für Ihre Rechte in der digitalen Welt
Sie sind schon einige Zeit AbonnentIn des EDRi-gram. Vor kurzem ist uns aufgefallen, dass wir Ihnen noch nie einen Überblick darüber gegeben haben, wer wir sind und was wir tun. Natürlich können Sie sich durch unsere Website klicken, aber eine Zusammenschau kann nie schaden.
European Digital Rights (EDRi) ist eine gemeinnützige europäische Nicht-Regierungsorganisation für Rechte in der digitalen Welt, die auf internationaler Zusammenarbeit beruht. EDRi wurde im Jahr 2002 von zehn Organisationen aus sieben Ländern als europäischer Dachverband gegründet (nur NGOs können Mitglied werden). Seither ist EDRi stetig gewachsen und besteht inzwischen aus 29 Mitgliedsorganisationen, die in 18 verschiedenen europäischen Ländern beheimatet sind bzw. Büros betreiben. Daneben beteiligen sich auch 17 Observer an den Aktivitäten des Verbands.
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: Hintergründe zum ungarischen Mediengesetz
: Hintergründe zum ungarischen Mediengesetz In Ungarn tritt am 1.1.2011 ein neues Mediengesetz in Kraft, das etwas mehr als ungewöhnlich ist. Ungewöhnlich daher, dass man die darin festgelegten Maßnahmen nicht in einem europäischen Nachbarland erwartet, sondern die Vorgehensweise eher aus autoritären Regimen kennt. Pikant am Startdatum ist zusätzlich, dass Ungarn im ersten Halbjahr 2011 die europäische Ratspräsidentschaft inne hat, was vermutlich auch gerade die etwas fehlenden Kritik anderer europäischer Regierungen erklärt, die sonst immer weltweit die Demokratie anpreisen.
Zentraler Bestandteil des neuen Mediengesetzes ist die Schaffung einer zentralen Behörde für alle Medien (Print, TV, Radio und Online). Für alle Medien sollen dieselben Regeln gelten. Unklar ist mir gerade, ob dies schonmal kompatibel mit EU-Bestimmungen ist. Diese Behörde wird keinerlei richterliche Kontrolle erhalten und es sind auch keine rechtlichen Konsequenzen für Fehler dieser Behörde vorgesehen.
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: Wikileaks-App: Apple besteht Idiotentest (Update)
: Wikileaks-App: Apple besteht Idiotentest (Update)
Apple hat erwartungsgemäß den Idiotentest, ob man auch eine erstmal zugelassene Wikileaks-App schnell wieder aus dem eigenen Angebot rausschmeißt, blendend bestanden. Ganze vier Tage lang konnte man für 1,99 $ die App kaufen, wovon die Hälfte der Einnahmen an das Wikileaks-Projekt gespendet werden sollten. Die App machte aber nichts anderes, als lediglich das offen zugängliche Wikileaks-Angebot anzuzeigen. Es kann vermutet werden, dass ein Teil der Motivation hinter der App war, zu schauen, wie Apple mit Informations- und Meinungsfreiheit umgeht. Update: Danke für die Hinweis. Anscheinend greifen hier gerade Apples-Guidelines, die Spenden-Apps untersagen, die Geld kosten. Das war mir neu. Fehler liegt wohl daran, dass Apple diese App zugeleassen hat, bzw. der Entwickler vielleicht nicht darauf hingewiesen hat, dass ein Teil der Einnahmen an Wikileaks gespendet werden sollen.Update: Es ist mir ja eine besonders Freude, in diesem Fall Recht gehabt zu haben. Mit der Spendensammlung hat das ganze nichts zu tun:
In einer knappen Stellungnahme gegenüber US-Medien hat Apple inzwischen erklärt, die App wegen Verstoßes gegen die Entwickler-Richtlinien aus dem Store genommen zu haben. „Apps müssen allen lokalen Gesetzen entsprechen und dürfen Individuen oder Zielgruppen nicht gefährden“, teilte eine Sprecherin mit.
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: Telkos-Traum: Zukunftsszenario ohne Netzneutralität
: Telkos-Traum: Zukunftsszenario ohne Netzneutralität
Die Debatte um Netzneutralität spielt oft in der Zukunft. Debattiert wird, welche technischen Szenarien möglich sein werden, und wie man regulativ darauf reagiert. Die beiden Technikzulieferer Allot Communications und Openet, beide beliefern u.a. Verizon und AT&T in den USA (Keine Ahnung, ob die auch Technik für deutsche Telkos liefern?), haben in einem Web Seminar ein neues Produkt präsentiert, was ein technisches Szenario für die Zukunft sein kann. Wired wurde eine Powerpint-Päsentation mit dem Titel „Managing the unmanageable: monetizing and controlling OTT applications“ (PDF) zugeschickt. Hier ist der dazu gehörige Artikel: Mobile Carriers Dream of Charging per Page.Die Idee dahinter ist recht simple: Einfach mal mit Deep-Packet-Inspections den kompletten Datenverkehr abhören und für einzelne Services Geld verlangen. Ist doch viel „gerechter“, wenn jeder nur das zahlt, was man tatsächlich nutzt, ist wohl die Argumentation. In der Grafik sieht man ein mögliches Bezahlmodellszenario. Nach diesem Modell zahlt ein Nutzer 2 Cent für jedes MB Facebook-Traffic, Skype kostet 3 Euro / MOnat extra, ein bandbreitenlimitierter Zugang zu Youtube kostet 50 Cent, wer schneller Videos haben möchte, kann sicherlich noch mehr Geld bezahlen, damit die Videos nicht mehr ruckeln. Eine tolle Idee ist auch die Einführung einer Happy-Hour, die quasi im Produkt eingebaut ist. Damit könne man die Internetnutzung aus Peak-Zeiten in Nebenzeiten verteilen. Nachts kostet alles nur die Hälfte!
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: Jugendmedienschutzstaatsvertrag in NRW einstimmig abgelehnt
: Jugendmedienschutzstaatsvertrag in NRW einstimmig abgelehnt Keine neue News, weil wir das gestern schon gebloggt hatten, aber: Der Jugendmedienschutzstaatsvertrag ist soeben im Landtag von NRW einstimmig abgelehnt worden. Vorausgegangen war eine langwierige und etwas langweilige Debatte, wo die Wörter Netzgemeinde und Blogs ziemlich oft gefallen sind. Wir haben aber mangels ruckelfreiem Stream die jeweilige Wortnennungsanzahl nicht zählen können.
Was wir uns zukünftig wünschen: Einen besseren Livestream für den Landtag in NRW. Real Player mit 320er-Auflösung ist echt 90er-Technik und das Ergbnis versprüht dann auch eher einen 70er-Charme, wie der Screenshot zeigt (Intelligentere und spannendere Inhalte in der Plenar-Debatte wären auch noch toll). -
: Appell gegen die Angriffe auf Wikileaks (Update)
: Appell gegen die Angriffe auf Wikileaks (Update) die tageszeitung, Der Freitag, die Frankfurter Rundschau, der Tagesspiegel, ECCHR und Perlentaucher.de haben heute zusammen eine Gemeinsame Erklärung „Appell gegen die Angriffe auf Wikileaks“ veröffentlicht. Wir schließen uns der Erklärung mal als Zweitunterzeichner an.
Update: Kann man hier als Petition unterschreiben. Und im Gegensatz zu den etwas billigen Petitionen von Avaaz und Campact macht dieser Text mehr Sinn.
1. Die Angriffe auf Wikileaks sind unangebracht
Die Internet-Veröffentlichungsplattform Wikileaks steht seit der Veröffentlichung der geheimen Botschaftsdepechen der USA unter großem Druck. In den USA werden die Wikileaks-Verantwortlichen als „Terroristen“ bezeichnet, es wird sogar ihr Tod gefordert. Große internationale Unternehmen wie MasterCard, PayPal und Amazon beenden ihre Zusammenarbeit mit Wikileaks – ohne dass eine Anklage gegen die Organisation vorliegt, geschweige denn eine Verteilung. Gleichzeitig wird die technische Infrastruktur von Wikileaks anonym über das Internet attackiert.
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: Kurt Beck kündigt Sperrverfügungen an
: Kurt Beck kündigt Sperrverfügungen an Rheinland-Pfalz ist sauer auf die CDU in NRW und kündigt erstmal in einer Pressemitteilung Sperrverfügungen an: Politische Machtdemonstration der CDU auf dem Rücken von Kindern und Jugendlichen.
„Falls die Novellierung scheitert, wird der Weg der koregulierten Selbstregulierung nicht weiter beschritten, so dass die staatliche Regulierung von oben Platz greifen wird. Basierend auf den derzeitigen rechtlichen Grundlagen werden die Jugendschutzbehörden Sperrverfügungen erlassen. Wenn das das ausgemachte Ziel der CDU in Nordrhein-Westfalen ist, sollten sie an ihrer Linie festhalten“, erklärte der Vorsitzende der Rundfunkkommission.
Ist die Pressemitteilung eigentlich online gegangen, bevor SPD und Grüne in NRW ihre Entscheidung verkündet haben?(Nein)Und was soll jetzt die neue Botschaft sein, Zensursula gibts jetzt mit der SPD?
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: JMStV: Nach dem Vergnügen kommt die Arbeit
: JMStV: Nach dem Vergnügen kommt die Arbeit Die Novelle des Jugendmedienschutzstaatsvertrags wird Morgen in NRW parteiübergreifend in die Tonne getreten. Daran hat die „Netzcommunity“ in den letzten Wochen aktiv gearbeitet. Das zeigt zwei Dinge: Politik ist vielleicht doch nicht ganz so beratungsresistent wie befürchtet. Und: die Netizens haben eine gewisse Schlagkraft bewiesen.
Doch jetzt kommt der harte Teil: auch der bisherige, in Kraft befindliche Jugendmedienschutzstaatsvertrag, der weiter gültig bleibt, krankt und hinkt an vielen Ecken und Enden. Bei einer Neuverhandlung sollte die Netzcommunity genau so dicht am Ball bleiben, wie sie das in den vergangenen Wochen war. Es ist einfacher gegen etwas zu informieren und zu intervenieren als für etwas. Wie also sehen die guten Lösungen aus? Die Politik wird nun den Anspruch erheben, dass die Community sich an Lösungsvorschlägen aktiv beteiligen muss. Das Versprechen ist gemacht, jetzt müssen wir alle es auch einlösen. Das wird kein Kinderspiel. Aber wenn wir etwas kippen können, können wir sicher auch an guten Lösungen für dieses schwierige Thema mitarbeiten. Wenn man uns auch mitarbeiten lässt.
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: Offiziell: Jugendmedienschutzstaatsvertrag gestoppt – Landtag NRW wird #JMStV morgen ablehnen
: Offiziell: Jugendmedienschutzstaatsvertrag gestoppt – Landtag NRW wird #JMStV morgen ablehnen 
Die aktuelle Novelle des Jugendmedienschutzstaatsvertrags ist vom Tisch. Das bestätigte der Pressesprecher der SPD-Landtagsfraktion NRW, Ralf Kapschack, soeben gegenüber netzpolitik.org offiziell. Um 11:00 Uhr wird es eine Pressekonferenz von SPD und Grünen im Presseclub der SPD-Fraktion im NRW-Landtag geben. Eventuell gibt es Live-Tweets von den @gruenennrw.Nachdem die Fraktionen der Vorgängerregierung von CDU und FDP, die den Vertrag unter Ministerpräsident Rüttgers ausgehandelt hatten, bereits angekündigt hatten, der Ratifizierung nicht zuzustimmen, hat sich nun auch der Koalitionsausschuss von SPD und Grünen darauf verstädigt, den JMStV abzulehnen. Zur Entscheidung hätten sowohl formale Gründe wie die mangelnde Mehrheit im Landtag sowohl als auch inhaltliche Gründe beigetragen. Die Regierungskoalition sei nicht bereit, für FDP und CDU nun „die Kohlen aus dem Feuer zu holen“, während diese plötzlich fein raus seien, erklärte Kapschack.
Damit haben sich alle im Landtag von Nordrhein-Westfalen vertretenen (Linke, FDP, Grüne, SPD, CDU) ausdrücklich gegen den Jugendmedienschutzstaatsvertrag und für eine Ablehnung ausgesprochen (wir berichteten). Eine Umkehr ist daher unmöglich, der Landtag wird das Vertragswerk morgen nicht ratifizieren, der falsche Weg im Jugendmedienschutz wird diesbezüglich zunächst nicht weiter beschritten.
Wie von allen Experten gefordert, müssen statt staatlicher Verbote, statt Prüf- und Kennzeichnungspflichten oder absurder „Sendezeiten“-Regelungen nun endlich Konzepte zur Förderung von Medienkompetenz bei Kindern, Jugendlichen, Eltern sowie erziehendem- und lehrendem Personal auf den Tisch. Der Jugendmedienschutz und der Jugendmedienschutzstaatsvertrag müssen in ihrer Gesamtheit und seiner Ausrichtung auf den Prüfstand.
Auch heißt es für die Parteien nun, ihre bundesweiten, netzpolitischen Scherbenhaufen zusammenzukehren. Aus koalitions- also machtstrategischen Gründen hatten quer durch die Republik Landtagsfraktionen aller Couleur den JMStV trotz „Bauchschmerzen“ bereits verabschiedet.
Für die Zukunft muss insbesondere das Zustandekommen solcher Gesetze überdacht und umgestaltet werden. Während Pro-JMStV-Lobbyisten die Neuregelungen bereits von Anfang an hinter verschlossenen Türen mit der Mainzer Staatskanzlei ausgearbeitet haben, ist etwa erst vor einem Jahr, im Dezember 2009, etwas davon an die Öffentlichkeit und an Kritiker wie z.B. den Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) durchgesickert. Was dabei herauskommt, haben wir in den vergangenen Monaten leidvoll verfolgen müssen. Ein solch intransparentes Vorgehen schadet der Demokratie und darf es in Zukunft nicht mehr geben.
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: Heute um 23:15 auf n‑tv: Das Duell zu Wikileaks
: Heute um 23:15 auf n‑tv: Das Duell zu Wikileaks Heute war ich bei n‑tv zu Besuch, wo es Dienstags eine Sendung namens „Das Duell“ gibt. Zusammen mit Ole Schröder (Staatssekretär im Bundesinnenministerium) habe ich dort über „Krieg im Netz – wie umgehen mit Wikileaks?“ diskutiert. Bei solchen TV-Duellen fehlt mir noch etwas die Erfahrung mit Publikum, Kameras und Lichtern, die alle auf einen gerichtet sind, aber das eine oder andere Argument konnte ich auch mit etwas Nervösität vorbringen.
Um 17:10 Uhr gab es die erste Aufzeichnung auf n‑tv zu sehen, die ich leider verpasst habe und die nächste Ausstrahlung findet um 23:10 Uhr statt.
„Das Duell“ – das Streitgespräch am Dienstag bei n‑tv. Präsentiert wird die Sendung vom ehemaligen Moderator des RTL-Nachtjournals und ehemaligen Stern-Chefredakteur, Heiner Bremer. Bremer diskutiert jeden Dienstag live mit zwei prominenten Gästen die wichtigsten politischen Themen der beginnenden Woche.
P.S. Die Ausstrahlung hat schon einen neuen Fan gebracht, der auch gleich einen langen Leserbrief voller Grossbuchstaben und lustigen Formulierungen geschickt hat. Moneyquote:
Aber wenn Sie Wikileaks so feiern, dann sollten wir mit der Öffentlichkeit doch sofort mal bei jedem Einzelnen (auch bei IHNEN) Mitbürger anfangen, jeder soll einfach seinen Rechner, seine Festplatte und seinen Server sofort für jeden öffentlich einsehbar machen. Auf nennen wir es www.BundesBuergerOnline.de. Total Transparenz. Ganz wie Sie es wollen. Ob eine Spesenabrechnung oder Auslandskonten, sexueller Inhalt oder, oder, oder. Wer ohne Schuld ist, soll den ersten Stein werfen!!!!! DAS SOLL DIE LÖSUNG SEIEN ?!
Ihr spät-70er-Jahre Meinungsfreiheits-Gerede ist nahezu infantil und naiv.
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: Julian Assange kann gegen Kaution frei kommen (Update)
: Julian Assange kann gegen Kaution frei kommen (Update) Bei einem Haftprüfungstermin in London hat heute ein Richter entschieden, dass Julian Assange für 240.000 Pfund und mit bestimmten Auflagen auf Kaution frei kommen kann. Was die bestimmten Auflagen darstellen, ist mir bisher noch unklar. (In den Kommentaren wurden u.a. Fußfesseln genannt). Nächster Gerichtstermin ist am 11. Januar 2011.
Problem: Assange muss das Geld in bar abliefern, das dauert wohl noch einige Tage.
Update: Anscheinend hat Schweden Berufung eingelegt und innerhalb von 48 Stunden muss das höchste Gericht jetzt entscheiden, ob Assange auf Kaution frei darf.
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: Disconnect Extension
: Disconnect Extension Der ehemalige Google-Mitarbeiter Brian Kennish hat eine Extension für Googles Webbrowser Chrome entwickelt, die die Cookies und Javascripte von Twitter, Google, Facebook und ein paar anderer Datenkraken blockiert.
Im Gegensatz zu anderen beliebten Privacy-Extensions für z.B. Mozilla Firefox geht diese Extension aber nicht gegen eine Klasse von Programmen vor, die sich in einer bestimmten Form verhalten – sondern reagiert spezielle auf die Techniken, die die großen Datenkraken anwenden. Zusätzlich kommt mir mein Browser jetzt auch noch schneller vor.
Wer die Extension verbessern oder sie auf Mozilla portieren möchte kann das tun: Sie ist ein Open-Source-Projekt. -
: Dirk Niebel (FDP) erklärt Wikileaks
: Dirk Niebel (FDP) erklärt Wikileaks Unser Bundesminister für Entwicklungszusammenarbeit, Dirk Niebel (FDP), erklärt auf Abgeordnetenwatch Wikileaks. Kurzzusammenfassung: Braucht unsere Demokratie nicht und die wollen nur Geld:
WikiLeaks ist ein Internetprojekt, das seit 2007 Geheiminformationen zugespielt bekommt und aufdeckt. Es ist die Rede von mehr Transparenz und mehr Aufklärung. Aber dann müssten vor allem die Machenschaften von undemokratischen Regimes enthüllt werden. Das geschieht nicht. Stattdessen schafft WikiLeaks zusätzliches Gefährdungspotenzial. Es geht offenbar ums Geldverdienen, und es wird nicht bedacht, welche Folgen eine Veröffentlichung haben kann. Pressefreiheit ist ein hohes Gut und essentiell für eine Demokratie. Botschaften sollen ihre jeweilige Regierung über wichtige Dinge informieren. Man sollte sich aber aufs Wesentliche konzentrieren und garantieren, dass die Daten sicher sind. Die WikiLeaks-Debatte wird das Bewusstsein für einen besseren Datenschutz schärfen.
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: IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht
: IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht
Die Debatte um die Einführung eines Leistungschutzrechts ist neben der Netzneutralität und der Vorratsdatenspeicherung die nächste wichtige Auseinandersetzung rund um ein offenes Internet in Deutschland. Heute ist nach einiger Vorarbeitungszeit „IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht“ gestartet. Die Initiative wude von Till Kreutzer ins Leben gerufen und bei der Umsetzung und in der Redaktion unterstützen ihn Philipp Otto und John Weitzmann. Ziel der Initiative ist es, die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger zu verhindern. Helfen soll dabei das Informationsportal auf leistungsschutzrecht.org, was ausführlich begründet, warum wir aus politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gründen kein Leistungsschutzrecht brauchen und eine Einführung zahlreiche Probleme für ein Publizieren im Netz schaffen würde.
IGEL wurde in erster Linie aufgrund der Erkenntnis initiiert, dass es für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger weder eine Notwendigkeit noch eine Rechtfertigung gibt. Ein solches Recht wird einerseits nicht benötigt und hat andererseits – unabhängig von dessen Ausgestaltung – zwangsläufig sehr bedenkliche Auswirkungen auf die Interessen Dritter und das Gemeinwohl.
Mehr Hintergründe zum Leistungsschutzrecht bietet unser Podcast mit Till Kreutzer zum Thema.
Zu den Unterstützern von IGEL zählen Creative Commons Deutschland, WIkimedia Deutschand, Chaos Computer Club, netzpolitik.org und viele andere.
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: Mal was Neues: Übers Urheberrecht reden
: Mal was Neues: Übers Urheberrecht reden Die letzten Monate waren mit „Wir reden übers Urheberrecht“-Veranstaltungen gesegnet. Zum Jahresabschluß kommt dann nochmal ein kleines Highlight mit – und das ist die eigentliche grandiose Leistung – im deutschen Diskurs größtenteils noch unverbrauchten Experten:
● Eckhard Höffner, Wirtschaftsjurist und Autor des viel diskutierten Buches “Geschichte und Wesen des Urheberrechts” (Telepolis Interview)● Fred von Lohmann, amerikanischer Rechtsanwalt, lange bei der Electronic Frontier Foundation, seit einigen Monaten bei YouTube (Wikipedia Eintrag)● Niva Elkin-Koren, Professorin für Cyberlaw und Intellectual Property, University of Haifa (Ausgewählte Veröffentlichungen: Tailoring Copyright to Social Production, User-Generated Platforms)Veranstalter der Runde ist das Co:llaboratory, über die Parameter der Veranstaltung sind wie folgt:Termin:Dienstag 14. Dezember 2010 | 17.30 – 20:30 Uhr
Ort:Berlin-Brandenburgische Akademie der WissenschaftenMarktgrafenstraße 3810117 BerlinThema:Regelungssysteme für informationelle Güter – Was sollte ein Urheberrecht für die Informationsgesellschaft leisten?
An der Teilnahme und sonstwie netzpolitisch interessierte Leser mögen sich bitte bald in einem schicken Google-Formular anmelden (https://spreadsheets.google.com/viewform?formkey=dGxxcHZNMnVNZml5aDBYRC1Zb3VqNXc6MQ) -
: „Illegalität“ von LOIC-Tool in UK, Deutschland & Niederlanden?
: „Illegalität“ von LOIC-Tool in UK, Deutschland & Niederlanden? Struan Robertson, seines Zeichens „führender Technologie-Anwalt“ in UK warnt davor, dass der „Computer Misuse Act“ schon allein das Herunterladen des Tools LOIC, das zu den DDoS-Attacken der letzten Tage genutzt wurde, verboten ist. Höchststrafe seien 2 Jahre.
People are sharing links on Twitter and Facebook, telling people where they can download the tools, but people need to understand that it is an offence simply to download it.
sagte er. Zwei Jahre Höchststrafe heißt natürlich nicht, dass dies auch die zu erwartende Strafe wäre. Aber das wiederum heißt auch nicht, dass es nicht ein paar medienwirksame Beispiele geben wird.
Mit der Lage in Deutschland befasst sich Thiemo Wenck bei Telemedicus unter 2 Aspekten.
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: Dem Bundestag erklärt: Wikileaks und der strafrechtliche Schutz von Geheimnissen
: Dem Bundestag erklärt: Wikileaks und der strafrechtliche Schutz von Geheimnissen Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages erklärt heute: Der strafrechtliche Schutz von Geheimnissen. (PDF)
Fazit:Ob im aktuellen Kontext der WikiLeaks-Veröffentlichungen auf das Handeln einzelner Personen deutsches Strafrecht anwendbar ist und ob sie sich nach einer der vorstehenden Vorschriften strafbar gemacht haben, bedarf jeweils einer Prüfung im Einzelfall.
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: Warum paypals „Einknicken“ (noch) kein Einknicken ist
: Warum paypals „Einknicken“ (noch) kein Einknicken ist Als Sieg der Wikileaks-Sympathisanten wird bezeichnet, dass paypal das eingefrorene Guthaben der Wau-Holland-Stiftung wieder freigegeben hat. Dabei wird übersehen, dass der Account der Stiftung weiterhin suspendiert bleibt. Paypal zahlt also nur das Guthaben aus, blockiert aber weiterhin den Einnahmekanal der gemeinnützigen Stiftung.
Gegen beides hatte die Wau-Holland-Stiftung rechtliche Schritte angekündigt.
Das Auszahlen des Geldes ist eine reine Selbstverständlichkeit. Es wäre ein Fehler, diesen hingeworfenen Knochen nun als Erfolg zu feiern.Es ist – mit Wohlwollen – ein kleiner, erster Schritt in Richtung Besinnung, mehr nicht.
Und: Wie schwer sich Paypal damit tut, sollte in Erinnerung bleiben.