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NDR: Depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet

Am Mittwoch fragten wir noch nach einer etwas missverständlichen Äusserung der NDR-Pressesprecherin, ob der NDR gegen depub.org vorgehen will, wo die depublizierten Inhalte von tagesschau.de wieder zu finden sind. Heute gibt der NDR eine offizielle Pressemitteilung heraus, wo die Vorsitzende des NDR Rundfunkrates, Dagmar Gräfin Kerssenbrock, zu Wort kommt. Und das klingt sehr positiv:


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„Depub.org ist ein Beispiel für die kreative Anarchie im Internet, das zeigt, wie unsinnig kleinteilige Regulierungsversuche im Netz sind. Es besteht offenkundig großes Interesse an den Inhalten informativer Webseiten wie tagesschau.de. Solange das so ist, wird es immer Menschen geben, die einen Weg finden, diese Inhalte auch verfügbar zu machen. Webseiten wie depub.org sind ein Beleg für die Fragwürdigkeit des Drei-Stufen-Tests.“

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21 Kommentare
  1. Es ist natürlich fraglich ob dennoch Werke produziert werden, die gleichaufwändig wie die heutigen sind. Denn sowas kann DEmotivieren. Aber durch das Republizieren zeigt der Bürger seinen Protest und schützt Allgemeingut.

  2. Da fallen einem irgendwie wieder folgende Punkte ein:

    * Der Zugang zu Computern und allem, was einem zeigen kann, wie diese Welt funktioniert, sollte unbegrenzt und vollständig sein.
    * Alle Informationen müssen frei sein.
    * Mißtraue Autoritäten – fördere Dezentralisierung
    * Beurteile einen Hacker nach dem, was er tut und nicht nach üblichen Kriterien wie Aussehen, Alter, Rasse, Geschlecht oder gesellschaftlicher Stellung.
    * Man kann mit einem Computer Kunst und Schönheit schaffen.
    * Computer können dein Leben zum Besseren verändern.
    * Mülle nicht in den Daten anderer Leute.
    * Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen.

    http://www.ccc.de/hackerethics?language=de

    Eigentlich recht genau umgesetzt oder? ;)

  3. Mein Eindruck ist ja, dass die ÖR diese Depublizieren gerne übermäßig restriktiv auslegen, um Stimmung bei uns Zuschauern zu machen. Und dann beim nächsten Rundfunkstaatsvertrag wird das wieder rausgenommen und jedes internetfähige Gerät zählt als vollwertiger Fernseher. (Noch ist die Gebührenregelung ja noch geräteabhängig, wenn die Kopfpauschale kommt, ist das mit dem Depublizieren den ÖR bestimmt wieder egaler.)

  4. @Marc: Das kann man vllt. böswillig dem Intendaten vorwerfen, wenn man denn unbedingt will. Aber sicherlich nicht den Redakteuren, die da auch ein gewisses Herzblut dran haben. Klingt jetzt sehr nach Seifenoper, aber nicht jeder ist ein absoluter Kapitalist, der nur finanzielle Zwecke verfolgt. Als Online-Redakteur beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird man nicht reich.

  5. Da es sich um bereits veröffentlichte Inhalte handelte und es technisch ohne größeren Aufwand zu bewerkstelligen ist, Webseiten zu speichern, geht tagesschau.de davon aus, dass dies geschehen ist, als die Inhalte noch öffentlich waren.

    Man kann sich natürlich auch doof stellen. Wie war das mit dem Backend-XML-Format des CMS, das nicht von außen erreichbar ist?

  6. was sollten den urheber gegen eine pub.org haben. ist doch gute werbung für die, wenn deren (guten) erzeugnisse noch abrufbar sind.
    sollten doch froh sein.

    ausserdem habe ich als GEZ-zahler für diese dinge bezahlt und habe ein recht darauf, jederzeit und überall auf die mit meinem geld erstellten publikationen zurückzugreifen.

    notfalls muss das eben karlsruhe bestimmen.

  7. Was man allerdings über Dagmar Gräfin Kerssenbrock wissen sollte, ist Folgendes:

    Ich formuliere absichtlich sehr vorsichtig, damit Markus keinen Ärger bekommt, denn gewisse Leute sind außerordentlich klagefreudig. Näheres ist der Suchmaschine des geringsten Misstrauens zu entnehmen. Stellt euch das Folgende bitte drei Stufen deutlicher vor.

    Dass Trutz Graf Kerssenbrock, Gemahl der Gräfin, für die CDU im schleswig-holsteinischen Landtag sitzt, ist kein Geheimnis. Dass gute Kontakte zu Wolfgang Kubicki, FDP-Spitze in Schleswig-Holstein und zusammen mit Peter Harry Carstensen (CDU) seit der letzten Landtagswahl 2009 an der Regierung, gepflegt werden, könnte man vermuten, wenn man Geschäftsfreunde aus dem Nähkästchen plaudern hört, die mit der Gräfin in geschäftlichen Kontakt stehen oder standen oder man selbst entsprechende Erfahrungen gemacht hat.

    Aus diesen Geschichten könnte man mühelos schließen, dass im Hause Kerssenbrock ein streng wirtschaftsliberaler und dementsprechend gesellschaftspolitisch alles andere als liberaler Wind weht. Als Parteipräferenz käme am ehesten das exakte Gegenteil der Piratenpartei in Frage.

    Um es ganz klar zu sagen: Was immer die Motive für die von Markus zitierten Zeilen sein mögen, fällt es mir ausgesprochen schwer zu glauben, dass dieser Text die tatsächliche Überzeugung der Frau Dagmar Gräfin Kerssenbrock wiedergibt.

  8. @Tharben
    Vor Leuten wie dir graut es mir mehr als jeden CDUFDPSPD-Mitglied.

    Du hast keine Ahnung was du ausdrücken möchtest, aber spekulierst auf eine unglaublich dämliche Art irgendwelchen ideologischen „Motiven“ hinterher.

    Ist das der Ton in der Piratenpartei? Werden schon Listen für Säuberungsaktionen vorbereitet? Diese Leute wollen mir Demokratie und das GG erklären?

    1. @Name: Was fantasierst du dir denn zusammen? War das ein Reflex? „Oh mein Gott, er hat Piraten gesagt! Hängt ihn höher!“

      Tarbens Aussage war IMHO klar verständlich. Er zweifelt an der glaubwürdigkeit dieser Aussage von Frau Kerssenbrock und nennt als Begründung ihr politisches Netzwerk, das eher andere Ansichten vermuten lässt. Das kann er machen und das kann er auch sagen. Nennt man Meinung. Was das jetzt mit irgendwelchen Listen innerhalb der Piratenpartei zu tun hat, erschließt sich wohl nur dir.

  9. man sollte auch keine Anreize geben: \das zeigt, wie unsinnig kleinteilige Regulierungsversuche im Netz sind.\

    Kleinteilige Regulierungsversuche? Gut, machen wir große Regulierungsversuche.

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