Heise schlägt Musikindustrie vor BGH

Herzlichen Glückwunsch: Der Heise-Verlag hat sich vor dem Bundesgerichtshof gegen eine Klage der Muuikindustrie durchgesetzt, die zur Dokumentation im Rahmen der Berichterstattung Verlinkungen auf eine Firmen-Webseite verhindern wollte, wo auf den Unterseiten Kopierschutzknacker angeboten werden: Heise vs. Musikindustrie: Bundesgerichtshof verwirft Link-Verbot.


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Dem Heise Zeitschriften Verlag war in mehreren Instanzen untersagt worden, im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung über Kopierschutzsoftware einen Link auf die Webpräsenz des Unternehmens Slysoft zu setzen. Ausgelöst wurde der Rechtsstreit durch einen Bericht auf heise online über Kopierschutzmaßnahmen, in welchem der Leser über einen Link auf die Startseite eines Softwareherstellers gelangen konnte. Dieser bot auf einer Unterseite seinen Kopierschutzknacker zum Download an. Die Richter des I. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs hoben nun unter anderem das Urteil des OLG München vom 23. Oktober 2008 auf; die Klage der Musikindustrie wurde abgewiesen. Die Kosten des Verfahrens haben die klagenden Firmen der Musikbranche zu tragen.

Eine schriftliche Begründung gibt es erst in wenigen Monaten. Bei Heise findet sich auch eine Dokumentation des Verfahrens, was sich seit 2005 hinzog: Dokumentation: Heise versus Musikindustrie.

6 Kommentare
  1. Kleine Korrektur: Es ging um die Verlinkung auf die Eingangsseite der Firma, wie sie in Online-Berichterstattungen üblich ist. Kopierschutzknacker wurden lediglich auf Unterseiten angeboten.

  2. 5 Jahre hat sich das nun hingezogen? Das ist dann bestimmt für beide Seiten nicht besonders billig, kleinere Blogger „würden“ daran wohl zu grunde gehen..

  3. YES! Eine großartige Nachricht zum Wochenende!

    In Anbetracht dieses Zitates eines Vertreters der Verwerterlobby

    Kinderpornografie ist großartig. Sie ist großartig, weil Politiker Kinderpornografie verstehen. Indem wir diese Karte ausspielen, können wir sie zum Handeln und zum Blockieren von Websites bringen. Und wenn sie das erst einmal gemacht haben, dann können wir sie dazu bringen, Filesharing-Sites zu blockieren.

    möchte ich wie immer, wenn es um die Musikindustrie geht, die Frage stellen:

    Wann, liebe Musikindustrie, sterbt ihr endlich? Nehmt das private Hetzfernsehen am besten gleich mit, damit uns Pornosteffi vom Leib bleibt.

  4. Sehr schön! Nicht, dass es die Musikindustrie in ihrer Philosophie ändern wird, aber zumindest werden sich solche Schwachsinnsklagen nicht mehr lohnen.

    Aber ich hab’s schonmal gesagt, mit dieser Paranoia schießen die sich nur selbst ins Bein…

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