Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : Wert der Wikipedia: Zwischen 3,6 und 80 Milliarden Dollar?
    Wert der Wikipedia: Zwischen 3,6 und 80 Milliarden Dollar?

    Eine der Kernaufgaben des betriebswirtschaftlichen Rechnungswesens ist die monetäre Bewertung des betrieblichen Vermögens, sei es für die (interne) Kostenrechnung oder die (externe) Bilanzierung. Diese Bewertungsfragen sind keineswegs trivial und eine Reihe von Regeln (z.B. die „Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung“) sollen dabei anleiten. Besonders schwierig ist dabei die monetäre Bewertung von Gütern oder Dienstleistungen, die nicht oder nur begrenzt auf Märkten handelbar sind.

    Dementsprechend groß ist die Unsicherheit, einem gemeinnützigen Projekt wie der Wikipedia einen monetären Wert zuzuweisen. Jonathan Band and Jonathan Gerafi haben sich dennoch für infojustice.org an einer Kalkulation versucht (PDF). Sie listen dabei u.a. die folgenden Ansätze für eine Schätzung des Werts der Wikipedia auf:

    • Wiederherstellungskosten in Höhe von $6,6 Milliarden, zzgl. $600 Millionen Aktualisierungskosten pro Jahr. Die $6,6 Milliarden folgern sie aus $300 für einen Wikipedia-Artikel durchschnittlicher Länge bei einer Gesamtzahl von 22 Millionen Artikeln.
    • Konsumationswert  I (fiktive Abogebühren): In ihrem (leider nicht frei online zugänglichen) Aufsatz „Placing Value on Wikipedia“ kalkulieren die zwei spanischen Betriebswirte Enrique Bonsón und Francisco Flores mit einer fiktiven jährlichen Nutzungsgebühr zwischen $33 (last.fm) und $170 (Encyclopedia Britannica), wobei sie mit einem Nutzungsrückgang von 75% im Falle einer Paywall rechnen. In diesem Fall würde der Wert bei 100 Millionen zahlenden Kunden zwischen $3,6 und $17 Milliarden liegen. Band und Gerafi wiederum argumentieren, dass ohne Bezahlschranke die entsprechenden Konsumationswerte aber bei allen über 470 Millionen NutzerInnen entstehen und deshalb ein Konsumationswert zwischen $16,9 und $80 Milliarden anzusetzen wäre.

    5. Oktober 2013 9
  • : Lesestoff für’s Wochenende: Was übrig blieb
    Lesestoff für’s Wochenende: Was übrig blieb

    Diese Woche sind hier bei netzpolitik.org, aber teilweise auch allgemein in den deutschsprachigen Medien einige Themen zu kurz gekommen. Eine kleine Auswahl:

    Glyn Moody beschäftigt sich auf techdirt mit den Plänen der Betreiber des Amsterdamer Internetknotens AMS-IX, die in die Vereinigten Staaten expandieren wollen. Hauptfrage: Ist dabei eine rechtliche Konstellation möglich, die einen NSA-Zugriff auf AMS-IX verhindert (ungeachtet der Frage, wer im Moment Zugriff hat oder haben könnte):

    As a result, it’s hard to see how anyone in Europe can really trust AMS-IX again if it goes ahead with this proposed move to open a US office, which means it could lose a lot of its current and future business. That seems a heavy price for a European organization to pay for something that will largely benefit US companies.

    Springer-Chef Mathias Döpfner, dem bei der Bundestagswahl vermutlich für weitere 4 Jahre ein Initiativrecht über Bande eingeräumt wurde, will für seine Belange gerne ein eigenes Ministerium – nach „britischem Vorbild“. Henry Steinhau hat bei irights.info die wichtigsten Zitate eingesammelt:

    5. Oktober 2013 1
  • : Best-Of: Reddit-AMA mit Glenn Greenwald und Janine Gibson
    Best-Of: Reddit-AMA mit Glenn Greenwald und Janine Gibson

    reddit-alienIn einem Reddit-AMA stellten sich gestern Glenn Greenwald und die Chefredakteurin des Guardian Janine Gibson über 500 Fragen, die ihnen von neugierigen Nutzern der Diskussionsplattform gestellt wurden. Den kompletten Austausch kann man dort nachlesen. Hier ein kurzes Best-Of:

    Tatertits7 fragt, ob wir den Überwachungsstaat jetzt noch rückgängig machen können:

    Janine_Gibson:

    I think this is the question we’ve all been asking. It’s at the heart of this story. And we fundamentally think it’s a debate best had in the open. It’s going to come down to what citizens, users and voters think about how much they’re prepared to give up in order to feel secure. It’s not an easy question. We had an event recently in NYC and the former general counsel for the NSA said this is a debate that has to be had once a generation – that each generation needs to feel it has given consent. I think that’s an interesting point. It certainly feels like there are a couple of generations who have been taken aback by the sheer size and scale of surveillance.

    Zur Frage von idvckalt, was für Greenwald die schockierendste Enthüllung sei, antwortete dieser:

    2. Oktober 2013 1
  • : Netzneutralität auf EU Ebene
    Netzneutralität auf EU Ebene

    Vor zwei Wochen fand in Wien die DNP13 Konferenz statt. Dort gab es von mir einen Vortrag zur Netzneutralität auf EU Ebene. Mit dem Verordnungsentwurf von Neelie Kroes steht uns in den nächsten Monaten ein sehr zielgerichteter Angriff auf das freie, offene Internet bevor. In diesem Vortrag, drei Tage nach der Veröffentlichung des Entwurfes, habe ich versucht einen ersten Überblick über den Gesetzestext zu liefern. Schwerpunkt ist hier vor allem die Definition und Beispiele von Specialised Services, einem der Knackpunkte der aktuellen Netzneutralitäts-Debatte.

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

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    Slides gibt’s hier.

    28. September 2013
  • Marco Civil da Internet: Brasilien will Internet-Grundrechtekatalog verabschieden – rettet die Netzneutralität!
    Marco Civil da Internet Brasilien will Internet-Grundrechtekatalog verabschieden – rettet die Netzneutralität!

    Nach den Enthüllungen von Edward Snowden nimmt Brasilien einen Gesetzesvorschlag für eine Internet-Verfassung wieder auf. Der „Marco Civil“ definiert unter anderem Rechte über Internet-Zugang, Privatsphäre und Redefreiheit. Telekommunikationsunternehmen attackieren jedoch die klaren Prinzipien zur Netzneutralität. Unsere Freunde von Access fordern hingegen, den Marco Civil unverändert anzunehmen.

    24. September 2013 5
  • : Ein schwarzer Tag für Netzpolitik und unsere Grundrechte
    Ein schwarzer Tag für Netzpolitik und unsere Grundrechte

    Egal, wie das genaue Endergebnis dieser Bundestagswahl aussehen wird: Egal, ob eine absolute Mehrheit für die Union oder eine große Koalition raus kommt: Das Ergebnis ist ein schwarzer Tag für Netzpolitik und unsere Grundrechte.

    Die Unterstützer von Grundrechten und einem offenen Netz in der Union gibt es, aber diese stellen eine kleine Minderheit. Die nächsten vier Jahren werden die Netzpolitik in Deutschland verändern. Im Moment sieht es nicht so aus als ob sich irgendwas bessern wird – ganz im Gegenteil.

    Vorratsdatenspeicherung, Sicherung der Netzneutralität, Urheberrecht, Leistungsschutzrecht, Aufarbeitung des NSA-Überwachungsskandals…

    Unsere Arbeit wird anstrengender und wichtiger werden. Die großen Auseinandersetzungen kommen noch. Wenn Ihr unsere Arbeit dabei unterstützen wollt, könnt Ihr dies über eine Spende tun. Wir müssen unser Engagement ausbauen, um weiterhin an allen Fronten für ein offenes Netz und Grundrechte zu werben, die Bundesregierung zu kontrollieren und aufzudecken, was wo wie vorbereitet und dann abgestimmt wird. Wir brauchen Eure Unterstützung.

    22. September 2013 132
  • : Live-Blog: Bundestagswahl 2013
    Live-Blog: Bundestagswahl 2013

    Um 18 Uhr wissen wir wahrscheinlich, wer die nächste Bundesregierung stellen könnte. Wir verfolgen den Abend im Netz in einem Live-Blog und gehen dabei umgekehrt chronologisch vor. Die neuesten Beiträge kommen oben. Über sachdienliche Hinweise freuen wir uns in den Kommentaren oder den üblichen Wegen.

    08:02:

    Das Vorläufige Ergebnis der Bundestagswahl 2013 in Zweitstimmen laut Bundeswahlleiter:

    CDU wählten 14.913.921 und sie erreichte 34,1 %
    SPD wählten 11.247.283 und sie erreichte 25,7 %
    FDP wählten 2.082.305 und sie erreichte 4,8 %
    Linke wählten 3.752.577 und sie erreichte 8,6 %
    Grüne wählten 3.690.314 und sie erreichte 8,4 %
    CSU wählten 3.243.335 und sie erreichte 7,4 %
    Piraten wählten 958.507 und sie erreichten 2,2%.
    AfD wählten 2.052.372 und sie erreichten 4,8%.

    00:29:

    Ich schlaf mal. Danke fürs Lesen und Kommentieren. Viel Spaß noch.

    00:28:

    Die Wahlkantine bei Zeit.de visualisiert die Ergebnisse mit Essen. Schöne Umsetzung.

    00:23:

    In seinem Wahlkreis Hannover Land I holt Wirtschaftsminister Philip Rösler 2,6% der Erststimmen, der linke Schlagerbarde Dieter Dehm holt 3,6%.

    00:17:

    Aktuelle ZDF-Hochrechnung: CDU/CSU 41,8 – SPD 25,6 – Grüne 8,5 – Linke 8,4 – FDP 4,8 – AfD 4,7

    00:15:

    Von den Grünen ist Netzpolitiker Konstantin von Notz wieder drin. Herzlichen Glückwunsch. Unklar ist für uns im Moment, ob es Petra Sitte (Linke) und Lars Klingbeil (SPD) auch wieder geschafft haben. Update: Glückwunsch auch an Petra Sitte (Linke) und Lars Klingbeil (SPD).

    00:10:

    Die CDU-Netzpolitiker Peter Tauber, Michael Kretschmer und Thomas Jarzombek sind alle wieder rein gekommen. Die beiden CSU-Netzpolitiker_innen Reinhard Brandl und Dorothee Bär auch. Herzlichen Glückwunsch.

    00:09:

    Christopher Lauer beginnt die Kritik-Reihe der Piraten mit einem Blog-Posting.

    23:58:

    22. September 2013 44
  • : Heute wählen gehen! Wahlprüfsteine für alle
    Heute wählen gehen! Wahlprüfsteine für alle

    Liebe Leserinnen und Leser, vor allem liebe Kommentatorinnen und KOmmentatoren, die immer darüber schimpfen, dass falsche Entscheidungen getroffen werden: Heute hat man die seltene Möglichkeit, durch die eigenen Stimmen einen kleinen Beitrag zu leisten, dass sich möglicherweise was verbessert. Und wenn man die Möglichkeit hat, sollte man das machen oder sonst einfach nicht mehr kommentieren. Nicht wählen gilt zwar aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen gerade als cool, das ist aber total unpolitisch. Und bringt überhaupt nichts.

    Für Kurzentschlossene: Netzpolitisch wählen.

    Eine Vielzahl an Organisationen hat in den vergangenen Wochen noch mehr Fragen an viele zur Wahl stehende Parteien verschickt. Diese Praxis nennt man Wahlprüfsteine. Manchmal wird aus den Ergebnissen noch eine konkrete Wahlempfehlung entwickelt, meist stehen die Antworten einfach nur im direkten Vergleich nebeneinander. Wahlprüfsteine geben Parteien oft die zusätzliche Möglichkeit, plakative und oft kurz gehaltene Aussagen im eigenen Wahlprogramm zu konkretisieren und mit mehr Argumentation zu versehen. Hier ist eine kleine Auswahl:

    Wikimedia

    Reporter ohne Grenzen

    Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung

    Free Software Foundation Europe

    Human Rights Watch

    Wen wählen beim Wahl-o-Mat?

    Die Bundeszentrale für politische Bildung bietet wieder den Wahl-O-Mat an. Und Alvar Freude hat „Wen wählen“ als Entscheidungshilfe gebaut.

    Wir bieten hier wahrscheinlich ab 17:30 Uhr eine Liveberichterstattung zur Bundestagswahl und ihrem Ausgang an.

    22. September 2013 29
  • : Was sonst noch passierte
    Was sonst noch passierte

    Thomas Fischermann hat für Zeit-Online Eric Hughes interviewt: „Unser Überwachungsalptraum ist wahr geworden“

    In den Neunzigern wollten Cypherpunks ein freies, autonomes Internet bauen. Dank Edward Snowden ist Netzfreiheit nun wieder Thema, sagt Cypherpunk-Gründer Eric Hughes.

    Dazu gehört auch der Artikel „Der Jedermann-Code“.

    Hat die bürgerliche Freiheit im Internet noch eine Chance? Ein Besuch bei den besten Hackern zeigt: Ja – wenn die Konsumenten ihre Naivität verlieren.

    Die Stuttgarter Zeitung hat ein Interview mit dem Merkelraute-Macher: Wie ein Mem entsteht

    Aus dieser Perspektive war der Bundestagswahlkampf 2013 ein Meme-Wahlkampf. Wir haben deshalb den Macher des Merkelraute-Tumblrs, den Düsseldorfer Grafik- und Webdesigner Peter Schildwächter angerufen.

    Zeit-Online hat einem ungewöhnlich erfolgreichem SPD-Wahlkampfvideo hinterher recherchiert und mögliche Gründe für die Beliebtheit gefunden: Der eigenartige Erfolg eines SPD-Wahlvideos

    Der Spot einer eher unbekannten SPD-Kandidatin wird in nur vier Tagen auf YouTube knapp 190.000 Mal geklickt – öfter als das offizielle Video der SPD. Kann das sein?

    Gestern sass ich auf dem Podium zum Thema Open-Government auf der 8. Internationalen Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Berlin. Heise berichtet darüber: Internetrechtler fordert „Open Data“-Gesetz

    Der Passauer Jurist Dirk Heckmann sieht eine verfassungsrechtliche Pflicht des Staates zur Veröffentlichung von Verwaltungsdaten. Die Behörden hätten im vernetzten Zeitalter eine „Bringschuld“, Informationen auf Abruf „proaktiv“ zur Verfügung zu stellen, erklärte der Staats- und Internetrechtler am Donnerstag auf der 8. Internationalen Konferenz der Informationsfreiheitsbeauftragten in Berlin.

    Die Futurezone berichtet über den do:index: Deutsche Forscher wollen digitale Offenheit messen

    Wie kann man digitale Offenheit von Städten, Gemeinden oder Ländern messen? In Deutschland versuchen Forscher gerade, einen Index für den deutschsprachigen Raum zu erstellen.

    Welche Wünsche der Industrie-Lobbys es für das EU-USA-Handelsabkommen TTIP gibt, hat Ilja Braun bei Digitale Linke zusammengefasst: TTIP: Die Wunschlisten der Lobbyisten

    Wer genauer wissen möchte, was mit TTIP auf Europa zukommt, muss die Papiere durcharbeiten, die allerlei Lobbyorganisationen und Interessenvertretungen bei der EU eingereicht haben. Zwar ist nicht zu erwarten, dass die EU alle Wünsche, die dort an sie herangetragen werden, erfüllen wird. Aber immerhin bieten diese Vorstöße einen Gesamtüberblick über das Themenfeld.

    20. September 2013
  • : “Dermaßen selbstverständlich” – Wie die zur Bundestagswahl antretenden Parteien auf Wikimedia Deutschlands Fragen antworten
    “Dermaßen selbstverständlich” – Wie die zur Bundestagswahl antretenden Parteien auf Wikimedia Deutschlands Fragen antworten

    Dies ist eine leicht veränderte Version eines an anderer Stelle publizierten Blogpostings.

    Auf dem Schreibtisch von Wikimedia Deutschland liegen zehn an der Grenze zur Lesbarkeit eng bedruckte Seiten mit 80.000 Zeichen Wahlprüfsteinantworten. Das Format, das Wikimedia erstmals vor vier Jahren erprobte, wird mittlerweile recht routiniert gehandhabt. Insgesamt haben 11 zur Wahl zugelassene Parteien geantwortet, eine sehr erfreuliche Rücklaufquote.

    Die Lektüre der kompletten Antworttexte ist im Meta-Wiki für jede/n möglich. Mit Hilfe der Wikimedia-Leserschaft war im Juli eine Prioritätenliste für Themen erstellt worden, daraus wurden dann 11 Fragen, die dann an alle zur Wahl zugelassenen Parteien verschickt wurden.

    Allgemeine Eindrücke

    Viele Parteien haben unterschiedlich ausgeprägte Hemmungen, auf spezifische Fragen eine konkrete Antwort zu geben. Dabei geht es nicht darum, eine Frage in einen (selbst gewählten) Kontext zu setzen oder Einschränkungen, Ausnahmen oder Rahmenbedingungen zu nennen. Es herrscht offenbar das Missverständnis vor, es sei unzulässig, auf eine konkret gestellte Antwort auch einfach einmal mit “Wir haben dazu keine Beschlusslage, können diese Frage zum aktuellen Zeitpunkt nicht beantworten und danken für Hinweise, warum es hier einen Regelungsbedarf gibt” zu antworten. Statt dessen wird über lange Absätze hinweg Selbstverständliches referiert. Beispielsweise, dass man sich für die Weiterentwicklung des Rechts einsetzen, einen Änderungsbedarf prüfen und eigene Erfahrungen einbringen werde. Tja nun: Anderes kann von den Parteien und Fraktionen auch nicht erwartet werden.

    11. September 2013 1
  • : Keine Überraschung: USA überwachen SWIFT-Finanzverkehr
    Keine Überraschung: USA überwachen SWIFT-Finanzverkehr

    Jahrelang haben wir davor gewarnt, dass im Rahmen des SWIFT-Abkommens unsere Finanztransaktionsdaten den US-Geheimdiensten auf dem Silbertablett präsentiert werden. Und das Auswirkungen auf unsere Grundrechte und unsere Wirtschaft hat. Und jetzt kommt die schickierende neue Enthüllung aus dem Snowden-Fundus: Die US-Geheimdienste überwachen auch die Kommunikation von SWIFT!

    Glenn Greenwald hat die neuen Enthüllungen mit dem brasilianischen TV-Sender Globo veröffentlicht und bezieht sich auf eine recht aktuelle NSA-Präsentation aus dem Mai 2012. Laut dem neuesten Bericht überwacht die NSA u.a. die Firmennetzwerke des brasilianischen Ölkonzerns Petrobas und Google.

    Besides Petrobras, e‑mail and internet services provider Google’s infrastructure is also listed as a target. The company, often named as collaborating with the NSA, is shown here as a victim. Other targets include French diplomats – with access to the private network of the Ministry of Foreign Affairs of France – and the SWIFT network, the cooperative that unites over ten thousand banks in 212 countries and provides communications that enable international financial transactions. All transfers of money between banks across national borders goes through SWIFT.

    Aber keine Panik, dabei geht es natürlich nicht um Wirtschaftsspionage, das dient doch alles nur zur Bekämpfung des Terrorismus. Denn Terroristen sind überall:

    Der nationale Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper, räumte ein, dass die US-Dienste Wirtschafts- und Finanzdaten sammelten. Dies ziele aber nur darauf ab, die Finanzierung von Terrorismus zu überwachen und Probleme vorherzusagen, die zu Finanzkrisen oder anderen schweren Verwerfungen am Markt führen könnten. Die beteiligten Unternehmen waren zunächst nicht zu erreichen oder lehnten Stellungnahmen ab.

    Preisfrage: Wieviele Terrorsten beschäftigt Google?

    Was die Politik jetzt konkret tun kann: Das SWIFT-Abkommen muss sofort gestoppt werden.

    9. September 2013 10
  • : Volksvertreter: abgeordnet in den Bundestag
    Volksvertreter: abgeordnet in den Bundestag

    Gestern Abend lief auf 3sat der erste Teil von „Volksvertreter: abgeordnet in den Bundestag“, einer Dokumentation über die Motivation und Arbeit von Bundestagsabgeordneten. Der zweite Teil kommt heute um 20:15 Uhr. Der Film begleitete über einen längeren Zeitraum fünf Bundestagsabgeordnete aus allen Fraktionen. Die Portraitierten sind allesamt Fachpolitiker, die man auch als Hinterbänkler bezeichnen würde, da nicht der großen Öffentlichkeit bekannt. Das macht den Film aber auch sehenswerter, denn hier werden auch die Personen hinter den Posten sichtbar.

    Der Bundestag und seine Abgeordneten sind den Bürgern oft fremd und doch selbstverständlich. Demokratie ist uns in Fleisch und Blut übergegangen, fast alltäglich. Doch was tut sich hinter den Fassaden in Berlin und wie arbeitet ein gewählter Volksvertreter?

    In Zeiten, wo gerne über „die Politiker„TM geschimpft wird, hilft diese Dokumentation, auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und vielleicht auch Vorurteile abzubauen.

    Beide Teile gibt es bereits in der Mediathek: Erster Teil | Zweiter Teil.

    5. September 2013 4
  • : Folgerungen der Parteien aus den Snowden-Leaks
    Folgerungen der Parteien aus den Snowden-Leaks

    teufelsbergUpdate: Die SPD hat am 5.9. nachmittags ihre Antworten geschickt.

    Wir haben den im 17. Bundestag vertretenen Parteien plus Piraten vier Fragen dazu gestellt, welche Konsequenzen sie aus den Leaks von Edward Snowden ziehen (würden, wenn sie regierten). Gefragt wurde, was sie unternehmen würden, um die in den letzten Wochen und Monaten aufgedeckte Überwachung in Deutschland durch NSA, GCHQ und BND zu beenden, welchen konkreten Änderungebedarf sie für das Agieren des NSA in Deutschland sowie des BND sehen und ob Deutschland Snowden Asyl gewähren sollte. Geantwortet haben FDP, Bündnis 90 / Die Grünen, Die Linke und die Piraten.

    Wenig überraschend wollen alle vier Parteien prüfen, ob stimmt, was bisher über die Überwachung geleakt wurde. Die FDP unterscheidet sich darin, dass dies vom Ausschuss für bürgerliche Freiheiten des Europäischen Parlamentes klären lassen will und dazu eine ministerielle „Task Force“ einrichten möchte, die ebenfalls prüft und dann Vorschläge unterbreitet. Linke, Grüne und Piraten wollen auch rechtlich gegen die Verantwortlichen vorgehen bzw. Ermittlungen anregen. Die Grünen wollen außerdem Ermittlungen wegen der Überwachung durch den GCHQ. Die FDP möchte nur darauf „drängen, das anlasslose Ausspähen von Inhalt und Verbindungsdaten der Telekommunikation sofort zu beenden“.

    5. September 2013 19
  • : Jung & Naiv – Folge 82: Marina Weisband (Piraten)
    Jung & Naiv – Folge 82: Marina Weisband (Piraten)

    Dieser Bundestagswahlkampf wird langsam aber sicher lauwarm, es wird ansatzweise spannend und die Parteien pochen auf ihre Unterschiede. Dabei sind mir die Plakate von dieser neuen, frechen Partei namens Piraten ins Auge gefallen. Ich wollte mehr wissen und verabredete mich mit einer „Basispiratin“.

    Ich fragte sie: Was wollen die Piraten eigentlich? Warum müssen sie so viel in Frage stellen? Was soll Transparenz im Bundestag bringen? Wie soll das mit diesem bedingungslosen Grundeinkommen funktionieren? Welches Familienbild haben die Piraten? Warum sollte es in der Schule demokratisch zugehen? Wie funktioniert „liquid democracy“? Welche Rolle will die Piratenpartei im Bundestag spielen? Und was halten sie von einer „marktkonformen Demokratie“?

    Folge 82 mit Marina Weisband

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    4. September 2013 3
  • : Zur netzpolitischen Dimension (4) von Wahlkampfmusik
    Zur netzpolitischen Dimension (4) von Wahlkampfmusik

    In der Serie „netzpolitische Dimension“ geht es um Themen, deren netzpolitische Relevanz sich bisweilen erst auf den zweiten Blick erschließt. Diesmal: Wahlkampfmusik.

    Mittlerweile hat es fast schon rituellen Charakter: Alle Wahlen wieder beklagen sich Musikschaffende über Vereinnahmung ihrer Werke im Rahmen von parteipolitischen Veranstaltungen. Im Wahljahr 2013 war es zuerst der Austropopper Reinhard Fendrich, der sich über die singende FDP-Bürgermeisterin aus dem niederbayerischen Kollnburg beklagt hatte (vgl. SZ-Artikel; im YouTube-Embed das gruselige Original, das mit Sicherheit noch gruseligere Cover ist nicht mehr online).

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    Kurz darauf protestierten die Toten Hosen gegen die Verwendung ihres Songs „Tage wie diese“ bei Veranstaltungen von CDU und SPD, wie der Spiegel berichtet:

    „Wir empfinden es als unanständig und unkorrekt, dass unsere Musik auf politischen Wahlkampfveranstaltungen läuft“, schreiben die Toten Hosen. Ihr Lied „Tage wie diese“ laufe vor allem bei Auftritten von CDU und SPD. Die Gruppe habe nie ein Problem damit gehabt, wenn ihre Musik vom Punkschuppen bis zum Oktoberfest den unterschiedlichsten Menschen Freude bereitet. Im Wahlkampf hingegen werde sie klar missbraucht und von Leuten vereinnahmt, die ihnen in keiner Weise nahe stünden. „Die Rechtslage ist leider so, dass wir dagegen nichts tun können“, heißt es in der Mitteilung.

    Der letzte hier zitierte Satz wiederum illustriert die netzpolitische Dimension dieser Wahlkampf-Posse: Öffentliches Aufführen und Covern von Songs ist auch ohne Zustimmung der Rechteinhaber möglich, solange die Nutzung bei der GEMA angemeldet und gegebenenfalls vorgeschriebene Gebühren entrichtet werden. So hatte sich bereits 2005 ein Sprecher der Rolling Stones über die (hochnotpeinliche) Verwendung des Songs „Angie“ durch die CDU beschwert. Deren damalige Replik gegenüber dem Spiegel:

    28. August 2013 13
  • : Jung & Naiv – Folge 80: Britische Überwachung
    Jung & Naiv – Folge 80: Britische Überwachung

    Ich habe letzte Woche mitbekommen, dass man offenbar nicht mehr sicher von Berlin nach bzw. über London reisen kann, ohne Gefahr zu laufen für neun Stunden festgehalten zu werden. Das hat mich stutzig gemacht und ich rief meinen Kollegen Jon Worth zu mir, der mir für Folge 80 ganz jungundnaiv erklären sollten: Was ist eigentlich los im britischen Überwachungsstaat? Was macht dieser Geheimdienst namens GCHQ? Warum geht mich das denn was an? Und was ist letzte Woche überhaupt auf dem Londoner Flughafen passiert?

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    Außerdem: Mit der Kinderhörbuchstimme der Nation, Thomas Wiegold, habe ich mich am Wochenende für „Jung & Naiv“ auf dem Tag der offenen Tür im Bundesverteidigungsministerium umgeguckt. Hier unser Erlebnisbericht bzw. Folge 79 – Action und so.

    27. August 2013 1
  • : Jung & Naiv – Folge 78: Jürgen Trittin
    Jung & Naiv – Folge 78: Jürgen Trittin

    Und schon wieder ein Grüner. Nachdem ich letztens noch recht zufällig Renate Künast traf, stand nun das jungundnaive Gespräch mit dem wahlkämpfenden Jürgen Trittin an. Der Grüne Spitzenkandidat erzählte mir, ob er der nächste Umweltminister wird, warum er keine Schulden mag, woran es in der Europolitik hapert, was wir mit unseren Freunden in Südeuropa machen, wie er es mit dem Neoliberalismus hält und wie die Banken zu bändigen sind. Außerdem reden wir darüber, weshalb die Grünen gegen so viele Verbote sind und ob sie als „Bevormunder“ gelten. Abschließend erklärt Trittin ziemlich anschaulich den NSA-Skandal, erzählt, wie die Überwachung zu stoppen ist, ob er die US-Drohnenangriffe z.B. im Jemen als Kriegsverbrechen sieht und ob auch Deutschland Kampfdrohnen braucht.

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    Feedback? Sharing? Yes, please.

    Wer’s verpasst hat: In Folge 77 war SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zu Gast bei „Jung & Naiv“.

    23. August 2013 1
  • : PRSM – Neuer Dienst macht alles richtig
    PRSM – Neuer Dienst macht alles richtig

    Jeden Tag gibt es neue Enthüllungen zu Prism, NSA, Tempora, BND, XKeyscore, Boundless Informant… die Namen und Abkürzungen sind uns mittlerweile nur allzu gut bekannt. Da wir bei netzpolitik.org auch was für Parodie und Galgenhumor übrig haben, wollen wir euch folgenden – gelungenen – Mockup nicht vorenthalten. :)

    GETPRSM.COM

    In light of recent events regarding the NSA’s sweeping data collection program, we put together a parody site that hopefully draws a laugh and some further attention to the issue. Please share!

     

    22. August 2013 2
  • : Bradley Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt
    Bradley Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt

    480px-Bradley_Manning_US_ArmyBradley Manning ist zu 35 Jahren Haftstrafe verurteilt worden. Das Urteil gab eine US-Militärrichterin soeben in Fort Meade bei Washington bekannt. Damit bleibt das Gericht weit unter den von der Anklage geforderten 60 Jahren Haftstrafe. Zusätzlich wird Manning unehrenhaft Entlassen, weshalb er keinerlei Ansprüche auf eine Pension oder andere Zahlungen hat. Seine bisherigen 3,5 Jahre Haft werden auf die Strafe angerechnet.

    Bradley Manning wurde bereits Ende Juli in 19 von 21 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Die maximal mögliche Haftstrafe hätte bei mehr als 130 Jahren gelegen. Zuvor hatte sich Manning vor dem Militärgericht dafür entschuldigt, geheime Militärdokumente weitergeben zu haben.

    Ich bereue, dass meine Handlungen Menschen geschadet haben. Ich bereue, dass sie den Vereinigten Staaten geschadet haben.

    Das Urteil wird nun vom Ankläger General Jeffrey Buchanan geprüft, wie es die Vorschriften des „Uniform Code of Military Justice“ vorsehen. Bradley Mannings Verteidigung hat bereits an Gnadengesuch an den General geschickt, um sein Urteil abzumildern. Nachdem Buchanan das Urteil geprüft hat, bleibt Manning also vorletzte Station nur noch die Berufung vor dem „Army Court of Criminal Appeals“, vor der letzten Instanz dem „United States Court of Appeals for the Armed Forces“. Ob Manning diese Rechtswege gehen wird ist zur Zeit nicht bekannt.

    21. August 2013 6