Bradley Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt

480px-Bradley_Manning_US_ArmyBradley Manning ist zu 35 Jahren Haftstrafe verurteilt worden. Das Urteil gab eine US-Militärrichterin soeben in Fort Meade bei Washington bekannt. Damit bleibt das Gericht weit unter den von der Anklage geforderten 60 Jahren Haftstrafe. Zusätzlich wird Manning unehrenhaft Entlassen, weshalb er keinerlei Ansprüche auf eine Pension oder andere Zahlungen hat. Seine bisherigen 3,5 Jahre Haft werden auf die Strafe angerechnet.


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Bradley Manning wurde bereits Ende Juli in 19 von 21 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Die maximal mögliche Haftstrafe hätte bei mehr als 130 Jahren gelegen. Zuvor hatte sich Manning vor dem Militärgericht dafür entschuldigt, geheime Militärdokumente weitergeben zu haben.

Ich bereue, dass meine Handlungen Menschen geschadet haben. Ich bereue, dass sie den Vereinigten Staaten geschadet haben.

Das Urteil wird nun vom Ankläger General Jeffrey Buchanan geprüft, wie es die Vorschriften des „Uniform Code of Military Justice“ vorsehen. Bradley Mannings Verteidigung hat bereits an Gnadengesuch an den General geschickt, um sein Urteil abzumildern. Nachdem Buchanan das Urteil geprüft hat, bleibt Manning also vorletzte Station nur noch die Berufung vor dem „Army Court of Criminal Appeals“, vor der letzten Instanz dem „United States Court of Appeals for the Armed Forces“. Ob Manning diese Rechtswege gehen wird ist zur Zeit nicht bekannt.

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6 Kommentare
  1. Ein Obergefreiter erhält einfach mal so Zugang zu so wichtigen Dokumenten und reicht die weiter. Er wird gestellt, und dann vollkommen überzogen und unentspannt in einer Art Folterknast mit Schlafentzug gehalten, anschliessend von einem Militärtribunal zu 35 Jahren Haft verurteilt.

    Musste da ein Minister oder Vorgesetzter die politische Verantwortung übernehmen? Nein, wieso auch.

    Unter anderen wird durch seine Daten aufgedeckt, dass der amerikanische Botschafter gegen Deutschland persönlich spioniert hat und sich illegal höchst vertrauliche Dokumente von der Regierungskoalition verschafft hat. Der hält es nicht einmal nötig zurückzutreten…

    Es ist dieser gefährliche Extremismus des amerikanischen Systems, der die transatlantischen Bande gefährlich lockert, der Mangel an Realpolitik, an Verhältnismässigkeit..

  2. er wird das urteil nicht anfechten, weil sein anwalt weiss, dass es dann eher mehr als weniger jahre würden. vermutlich wird man in einigen jahren (wenn sich niemand mehr dafür interessiert) mittel und wege finden, dass er die volle zeit (< 15 – 20 jahre) nicht absitzen muss. alles andere ist naiv.

    1. Natürlich.

      Er brauchte vierzig Jahre zu begreifen welche Art von Lächeln sich hinter dem dunklen Schnurrbart verbarg. Oh grausames, unnötiges Missverständnis. Oh starrsinniges selbstverschuldetes exil von der liebenden Brust. Zwei nach Gin duftende Tränen liefen entlang der Seiten seiner Nase. Aber es war in Ordnung, alles war in Ordnung. Der Kampf war vorüber. Er hatte den Sieg über sich selbst errungen. Er liebte den Großen Bruder.

      http://www.george-orwell.org/1984/22.html

  3. soweit ich mich richtig erinnere sollten die manning wikileaks dokumente eigentlich nur teilweise veröffentlicht werden (zumindest klang das so aus den medien) um schaden von personen abzuwenden und wurden dann aber durch einen password fehler komplett veröffentlicht. war das so? wurde das bei der urteilsbegründung in betracht gezogen?

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