Generell

Allgemeine Berichte aus der Welt, in der wir leben, der Politik und der Kultur Deutschlands und des Internets.

  • : FIfF: Zwölf Forderungen zum Cyberpeace – Frieden gestalten mit Informatik
    FIfF: Zwölf Forderungen zum Cyberpeace – Frieden gestalten mit Informatik

    Das Forum Informatikerinnen und Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. (FIfF) hat am vergangenen Wochenende an der Universität Siegen seine Jahrestagung mit dem Titel „Cyberpeace – Frieden gestalten mit Informatik“ abgehalten.

    Dabei wurden auch zwölf Forderungen zum Cyberpeace beschlossen:

    1. Verzicht auf Erstschlag und Offensive im Cyberspace: Staaten sollen öffentlich darauf verzichten, Cyberwaffen präventiv zum Angriff einzusetzen.
    2. Rein defensive Sicherheitsstrategie: Staaten sollen sich verpflichten, keine Offensivwaffen für den Cyberwar zu entwickeln oder gar einzusetzen.
    3. Digitale Genfer Konvention: Für die Zivilbevölkerung lebenswichtige Infrastrukturen wie Strom‑, Wasser‑, Gesundheitsversorgung, etc. dürfen nicht angegriffen werden. Eine Verletzung dieses Grundsatzes soll als Kriegsverbrechen gelten.
    4. Onlineprotestformen dürfen nicht kriminalisiert werden geschweige denn als Kriegsgrund herhalten.
    5. Wirtschaftliche Interessen, wie ein Verstoß gegen Intellectual Properties, sind kein legitimer Kriegsgrund.
    6. Konventionelle Waffen dürfen nicht als Antwort auf eine Cyberattacke eingesetzt werden.
    7. Staatliche Stellen, Unternehmen und Bürger müssen zur Offenlegung von Schwachstellen verpflichtet werden (ableitbar aus dem Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität Informationstechnischer Systeme, das der Staat schützen muss).
    8. Betreiber kritischer Infrastrukturen müssen verpflichtet werden, sich selbst zu schützen, bzw. IT-Systeme sicher zu gestalten, zu implementieren und zu betreiben, anstatt nach dem Staat oder gar Militär zu rufen.
    9. Kompetente, transparente Prüfungen und Tests müssen Voraussetzung für eine Betriebserlaubnis sein.
    10. Wir fordern Entnetzung und Dezentralisierung kritischer Infrastrukturen (wie z.B. DE-CIX).
    11. Abrüstung der politische Sprache: Klare Trennung von Cyberwar, Cyberterror, Cybercrime, ethical Hacking, politischen Protestformen.
    12. Demokratische Kontrolle, Gewaltenteilung, Parlamentsvorbehalt für Cybersicherheitsstrategie und deren Umsetzung.

    30. Oktober 2013
  • : Mozillas Lightbeam bringt Licht in den Cookie-Dschungel
    So hängen ebay.com, flickr.com, theguardian.com, lemonde.fr, amazon.com und mozilla.org zusammen
    Mozillas Lightbeam bringt Licht in den Cookie-Dschungel

    Wer sammelt wo Cookies und von wie vielen Drittanbietern wird man wie weit getrackt? Das undurchsichtige Geflecht von Third-Party-Cookies und anderen versteckten Trackingmechanismen will Mozilla nun mit dem Firefox Add-on Lightbeam aufschlüsseln. Lightbeam ist der Nachfolger von Collusion, das bereits letztes Jahr veröffentlicht wurde. Genau wie dieses visualisiert es die Zusammenhänge zwischen Webseiten.

    Neu hinzugekommen ist die Funktion, auszuwählen, ob man Tracking für bestimmte Seiten blockieren oder erlauben will. Dafür gab es vorher schon andere Erweiterungen, wie beispielsweise Ghostery – dafür ist eine andere Neuerung spannender: Wer will, kann seine Trackingdaten mit einer öffentlichen Datenbank teilen. Die Zustimmung zur Weiterleitung ist angenehmerweise als Opt-In gestaltet und die Daten, die gespeichert werden, sind in der Formatbeschreibung auf GitHub einsehbar.

    Diese Datenbank soll dann bald über eine Lightbeam-Seite öffentlich zugänglich gemacht werden. Das dürfte dann auch für diejenigen interessant sein, die sich bereits umfassend mit Anti-Tracking-Schutzmaßnahmen ausgestattet haben und bei denen die Lightbeam-Oberfläche während des Browsens langweilig schwarz bleibt.

    30. Oktober 2013 3
  • : NSA hat die heiße Kartoffel an Frankreich und Spanien zurückgegeben
    NSA hat die heiße Kartoffel an Frankreich und Spanien zurückgegeben

    Kennt ihr das Spiel mit der heißen Kartoffel? Kinder laufen in einem Raum umher und haben einen Löffel mit einer heißen Kartoffel in der Hand. Nun gilt es, die Kartoffel so schnell wie möglich loszuwerden.

    Das Spiel passt gut, um die NSA-Verwicklungen zu verbildlichen, nur dass hier mittlerweile mehrere Kartoffeln im Umlauf sind. Der eine versucht dem anderen das Thema zu übergeben und sich selbst aus der Rolle desjenigen zu stehlen, der aktiv in den Skandal involviert ist. Die Übergabe findet dann mit Statements wie „Davon haben wir nichts gewusst“ statt oder schlicht dadurch, auf das baldige Herannahen der nächsten Enthüllung zu warten, die eine andere Regierung, Person, Organisation oder ein anderes Unternehmen in den Fokus rückt.

    Überproportional häufig landet die Kartoffel bei der NSA. Zuletzt u.a. durch die Berichte von überwachten Telefonen in Frankreich und Spanien. Das hat die NSA laut NY Times und Wall Street Journal nun wieder zurückgegeben. Denn nicht sie hätten die Bürger überwacht, sondern die europäischen Staaten selbst, und dann ihre Informationen in die USA weitergeleitet – so General Keith Alexander. Und die Dokumente, die von El Mundo und Le Monde veröffentlicht wurden und die die Zahlen enthalten, was ist mit denen?

    Alles Fehlinterpretation, sagen US-Vertreter. Denn eigentlich zeigen die Zahlen nur die Datensätze, die Frankreich und Spanien selbst gesammelt haben. Und außerdem seinen die nicht im Inland gesammelt worden, sondern von primär außereuropäischen Zielpersonen, man bespitzelt ja keine eigenen Bürger…

    Die große Frage beim Kartoffel-Spiel ist, wer die Kartoffel in der Hand hat, wenn die Musik ausgeht, denn derjenige hat sich verbrannt. Auch wenn sich hier der Verdacht einschleicht, dass am Ende jeder seine Brandblasen davontragen wird.

    Von  General Alexander und Geheimdienstdirektor James Clapper offiziell verteidigt wurde jedoch die Abhörung europäischer Regierungsvertreter. Die politischen Ansichten und Pläne der Staatsleute seien schließlich wichtige Informationen. Clapper sagte vor dem House Intelligence Committee aus:

    Das ist eines der ersten Dinge, die ich in 1963 der Geheimdienstausbildung gelernt habe. Das ist eine Grundvoraussetzung.

     

    30. Oktober 2013 2
  • : Alternative Medienakademie Wien 7.–17.11.
    Alternative Medienakademie Wien 7.–17.11.

    AlMA-logoVom 7.–17. 11. findet in Wien erstmals die Alternative Medienakademie (AlMA) statt. Das Motto „Wer alternative Medien will, muss sie auch machen“ steht auch für die Struktur hinter der AlMA: selbstorganisiert. Eine Gruppe von Medien‑, Netz- und politische Aktivist_innen hat sich zusammengetan und für den Rahmen gesorgt. Inhalt gibt’s in Workshops und Podiumsdiskussionen zu den vier zentralen Themen

    • Journalistisches Handwerk
    • Diskurs
    • Netzwerke
    • Organisierung

    Damit befindet sich die AlMA genau in der Schnittmenge zwischen Netz, Medien und Bewegung und bietet ein spannendes Programm.

    30. Oktober 2013
  • : Wenn die Polizei deinem Arbeitgeber erzählt, was du am Wochenende gemacht hast…
    Wenn die Polizei deinem Arbeitgeber erzählt, was du am Wochenende gemacht hast…

    … kannst du am Montag schon gefeuert sein, weil du am Samstag auf einer Demo warst.

    Das ist jetzt einem Aktivisten passiert, der freitags blau gemacht hatte, um am Samstag an einer Demonstration teilnehmen zu können, die sich gegen Urban Shield in Oakland, Californien, richtete. Urban Shield ist unter dem Deckmäntelchen von Terrorismusbekämpfung und Katastrophenvorbereitung im Kern eine Produktschau und Verkaufsveranstaltung von Waffenherstellern u.ä., ergänzt mit Übungen und Kriegspiel-Wettbewerben, gegen die es jedes Jahr deutliche Proteste gibt. Passend, da kann man die neuen Produkte zur Sicherung der Ordnung gleich an den Demonstranten ausprobieren.

    29. Oktober 2013 25
  • : „Das Internet der Dinge – Komfort kontra Kontrolle“
    „Das Internet der Dinge – Komfort kontra Kontrolle“

    415_258_mottografik_internet-der-dingeHeute um 19:00 Uhr findet im Technikmuseum Berlin eine Diskussion zu Vorteilen und Bedrohungen durch das „Internet der Dinge“ statt. Teilnehmer sind Johannes Kleske, der auf der re:publica zum Thema „Das Ende der Arbeit“ vorgetragen hat, Professor für künstliche Intelligenz Paul Lukowicz und Rena Tangens von digitalcourage e.V.

     

    Wer nicht in Berlin ist, oder keine Zeit hat, kann das Ganze später bei Deutschlandradio nachhören.

    29. Oktober 2013
  • : Snowden-Spendenseite online
    Snowden-Spendenseite online

    Wikileaks und der Journalistic Source Protection Defence Fund (JSPDF) haben nun die Seite freesnowden.is gestartet, um Spenden für Snowdens Verteidigung vor Gericht zu sammeln. Der JSPDF ist vor der Fundraising-Kampagne für Snowden, die im August auf FundRazr gestartet wurde, noch nie in Erscheinung getreten. Jedoch liegt der Julian Assange Defence Fund unter gleicher Verwaltung von Derek Rothera & Company LLP.

    Was Snowden selbst dazu sagt, ist bisher nicht bekannt. Zu der Arbeit von Wikileaks hat er in der Vergangenheit jedoch erwähnt:

    Wikileaks ist eine legitime Möglichkeit, journalistisch an die Öffentlichkeit zu gehen und sie editieren ihre Veröffentlichungen gründlich unter Berücksichtigung des öffentlichen Interesses.

    Als Fun Fact am Rande sei darauf hingewiesen, dass auch mit PayPal gespendet werden kann. Irgendjemand Lust zu wetten, wie lange es dauert, bis das gesperrt wird?

    29. Oktober 2013 8
  • : Reporter ohne Grenzen fordert Informationsfreiheit, Informantenschutz und Exportkontrolle für Überwachungstechnik
    Reporter ohne Grenzen fordert Informationsfreiheit, Informantenschutz und Exportkontrolle für Überwachungstechnik

    Reporter ohne Grenzen hat gestern anlässlich des Starts der Koalitionsverhandlungen vier wesentliche Punkte formuliert, an denen man die zukünftige Regierung messen will:

    - Ein Informationsfreiheitsgesetz, das seinen Namen auch verdient

    - Exportkontrolle für Überwachungstechnik

    - Nothilfe für verfolgte Journalisten

    - Informantenschutz

    Zum letzten hier aufgeführten Punkt heisst es dort:

    Die neue Bundesregierung muss Journalisten und ihre Informanten wirksam vor der Bespitzelung durch ausländische wie inländische Geheimdienste schützen. In der Diskussion über die Umsetzung einer EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung fordert ROG die Parteien auf, den Datenschutz nicht der Verbrechensbekämpfung zu opfern. Eine pauschale, verdachtsunabhängige Speicherung von Daten schreckt potenzielle Informanten ab.

    Die jeweiligen Aussichten auf Umsetzung dieser Prinzipien kann man, sofern nicht bekannt, aus den Antworten der zukünftigen Regierungsparteien auf die entsprechenden Wahlprüfsteine ableiten.

    24. Oktober 2013
  • : Wikipedia geht gegen Sockenpuppen und schwarze Hüte vor
    Wikipedia geht gegen Sockenpuppen und schwarze Hüte vor

    Jeder darf zur Wikipedia beitragen, Artikel erstellen, ergänzen und sich an Diskussionen beteiligen. Das ist ein Konzept mit vielen Vorteilen, aber es kann auch für ganz konträre Zwecke missbraucht werden.

    TheDailyDot veröffentlichte am Anfang des Monats einen Artikel, in dem über die Erfahrungen des Wikipedia-Autors DocTree berichtet wurde. Er entdeckte durch eine Routinekontrolle in der Diskussion eines Artikels Sockpuppets. Sockpuppets sind Mehrfachaccounts eines einzelnen Nutzers. Sie können, besonders in Diskussionsforen, dazu missbraucht werden, seine Meinung zu verstärken, indem unterschiedliche Gesprächsteilnehmer simuliert werden.

    23. Oktober 2013 3
  • : Google veröffentlicht Live-DDoS-Landkarte – nicht ganz uneigennützig
    Googles Digital Attack Map
    Google veröffentlicht Live-DDoS-Landkarte – nicht ganz uneigennützig

    Google hat eine Digital Attack Map veröffentlicht, die live weltweit stattfindende DDoS-Attacken darstellt. Dabei werden unter anderem Typ, Dauer und Bandbreite der Attacken visualisiert, sowie Start- und Zielland, soweit die Informationen verfügbar sind. Die Daten stammen aus einer Kollaboration mit Arbor Networks. Das aus deren Hause stammende ATLAS-Monitoring-System nutzt anonyme Daten von ISPs, großen Unternehmen und einem eigenen Honeypot-Netzwerk, um einen Überblick über globale Angriffe zu erhalten.

    22. Oktober 2013 2
  • : Zentralkomitee der deutschen Katholiken äußert sich zur digitalen Gesellschaft
    Zentralkomitee der deutschen Katholiken äußert sich zur digitalen Gesellschaft

    Gestern veröffentlichte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) eine Erklärung mit dem Titel „Partizipationsmöglichkeiten und Beteiligungsgerechtigkeit in der digital vernetzten Gesellschaft“. Da das nicht unbedingt das ist, was man intuitiv von der katholischen Kirche erwarten würde, hier ein kurzer Einblick, was das ZdK tut:

    Es setzt sich aus verschiedenen Mitgliedern aus Kirche und Gesellschaft zusammen, aus Laien, aber auch einigen Geistlichen aus katholischen Verbänden, Katholikenräten und Einzelpersonen. Das wahrscheinlich bekannteste Wirken des ZdK ist der von ihnen organisierte Katholikentag. Das ZdK hat seinen Fokus darauf, die religiösen Laien in der katholischen Kirche zu koordinieren und zu repräsentieren. In diesem Zusammenhang arbeitet das Komitee auch mit aktuellen gesellschaftlichen Themen und berät dahingehend die Deutsche Bischofskonferenz.

    22. Oktober 2013 3
  • : Bundestag konstituiert sich heute zur 18. Legislaturperiode
    Bundestag konstituiert sich heute zur 18. Legislaturperiode

    Heute konstituiert sich der Bundestag zur 18. Legislaturperiode. Ab 11 Uhr kann man live im BundestagTV sehen, wie der Alterspräsident Heinz Riesenhuber (CDU/CSU) die Sitzung eröffnet, dann der Bundestagspräsident (und später seine Stellvertreter/innen) gewählt werden und anschließend über die Geschäftsordnung abgestimmt wird.

    Heute im Bundestag erklärt die konstituierende Sitzung:

    Die 631 Abgeordneten des am 22. September neu gewählten Bundestages treten am Dienstag, 22. Oktober 2013, im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes zur ersten Sitzung der 18. Wahlperiode zusammen. Diese konstituierende Sitzung muss nach Artikel 39 Absatz 2 des Grundgesetzes spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden.

    22. Oktober 2013
  • : Wikileaks, iPredator und jetzt Rock aus Rügen – PayPal sperrt Crowdfunding-Konto
    Wikileaks, iPredator und jetzt Rock aus Rügen – PayPal sperrt Crowdfunding-Konto

    PayPal fiel schon öfters durch die Sperrung von Transaktionen auf. Bisher mussten dran glauben: Der crowdfinanzierte Maildienst Mailpile, der VPN-Anbieter iPredator, die Vereinigung Courage to resist, die Bradley Manning unterstützt, Wikileaks und Online-Händler, die Rum verkaufen wollen. Jetzt hat PayPal auch erklärt, keine Transaktionen mehr für die Rügener Trashrock-Band COR abzuwickeln. Die Musiker haben auf startnext.de eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Damit wollen sie eine Tour durch Kuba finanzieren, die kostenlos und von einem Filmteam begleitet sein wird. Ziel ist es, die kubanische Punk- und Metalszene zu unterstützen – mit öffentlicher Aufmerksamkeit wie auch mit Sachspenden in Form von Instrumenten und anderem Equipment.

     

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    18. Oktober 2013 14
  • : „Online, schlafend oder tot“ – die MEDIENTAGE MÜNCHEN 2013
    „Online, schlafend oder tot“ – die MEDIENTAGE MÜNCHEN 2013

    Bei den MEDIENTAGE MÜNCHEN stellen Spitzenmanager und Medienexperten aus Fernsehen, Hörfunk, Print und Mobile, Spezialisten aus dem Digital Business ebenso wie Werbeprofis, Medienpolitiker und Filmschaffende die Weichen für die Medienwelt von morgen. Die MEDIENTAGE MÜNCHEN gehören mit über 6.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland, mehreren Hundert akkreditierten Journalisten, über 500 Referenten und mehr als 90 Einzelveranstaltungen zu den wegweisenden Veranstaltungen für die Medien- und Kommunikationsfachwelt.

    So stellen sich die MEDIENTAGE MÜNCHEN selbst vor. Die 1987 von Wolf-Dieter Ring und Edmund Stoiber (sic!) ins Leben gerufene Veranstaltung erhebt an sich also den Anspruch, wegweisend zu sein. Das Ganze wird auf der dreitägigen Konferenz (die heute ihren letzten Tag hat) im Rahmen eines bunten Blumenstraußes an Seminaren, Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Panels und einer angegliederten Messe angestrebt. Das diesjährige Motto lautet „Mobile Life: Herausforderung für Medien, Werbung und Gesellschaft“.

    18. Oktober 2013 3
  • : Brasilien will mit gutem Vorbild vorangehen: Dilma Rousseff forciert Arbeit an eigenem E‑Mail-System
    Brasilien will mit gutem Vorbild vorangehen: Dilma Rousseff forciert Arbeit an eigenem E‑Mail-System

    Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ist schon mehrmals durch ihre klaren Standpunkte und ihr aktives Handeln in Sachen Netzneutralität, Überwachung und Co. aufgefallen. Sei es durch einen Internet-Grundrechte-Katalog, klare Worte gegen die Überwachung durch die USA und Pläne, sich mit eigener Infrastruktur unabhängiger von den USA zu machen.

    Auch die Pläne, einen nationalen Mailservice anzubieten, sind keine Neuigkeit. Da ein solches Vorhaben aber einige Zeit benötigen wird, gibt es nun Ziele für einen konkreten Zwischenschritt. Dilma Rousseff twitterte am Sonntag:

    Das heißt konkret, dass bis Mitte des nächsten Jahres die Kommunikation innerhalb der Regierung mit einem sicher verschlüsselten, nationalen System passieren soll. Ein konkreter Zeitplan für ein Äquivalent für die allgemeine Bevölkerung liegt noch nicht vor.

    Es ist interessant, was von brasilianischer Seite auch in Zukunft in Sachen Internet zu erwarten sein wird. Ein internationales Treffen von Regierungen, Industrie, Zivilgesellschaft und der akademischen Welt zum Thema Internet Governance im April 2014 ist bereits angekündigt.

    16. Oktober 2013 5
  • : Zahnloser Tiger „Do Not Track“ endgültig vor dem Aus?
    Zahnloser Tiger „Do Not Track“ endgültig vor dem Aus?

    Do Not Track (DNT), ein simples HTTP-Headerfeld, sollte eigentlich dafür sorgen, dass Nutzer auf ihrem Weg durchs Internet nicht mehr verfolgt werden, wenn sie das nicht wollen. So könnten keine Profile erstellt werden und das Schalten personalisierter Werbung wäre nicht mehr so einfach möglich. Alle gängiger Browser haben mittlerweile Unterstützung für DNT implementiert und ermöglichen dem Nutzer, auszuwählen, ob er ein DNT-Signal aussenden will oder nicht. Selbst der Internet Explorer ging mit gutem Beispiel voran und aktivierte DNT als Standardeinstellung. Wie man sich vorstellen kann, gab es gleichzeitig aber auch massiven Widerstand aus der Werbeindustrie und Yahoo! verkündete sogar, DNT ignorieren zu wollen – denn die Einstellung ist letztlich mit einer Bitte gleichzusetzen, die den Empfänger nicht zwingen kann, sie auch zu befolgen. Eine effiziente rechtliche Durchsetzung der Einstellung ist bisher auf internationaler Ebene nicht möglich.

    15. Oktober 2013 14
  • : European Youth Poll zur flächendeckenden Geheimdienstüberwachung
    European Youth Poll zur flächendeckenden Geheimdienstüberwachung

    Das European Youth Parliament ist ein Verein aus Unterorganisationen 36 europäischer Länder, der sich für interkulturellen Austausch und politische Bildung engagiert. In diesem Rahmen wird vier Mal pro Jahr ein „European Youth Poll“ durchgeführt, bei dem junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren zu einem aktuellen Thema befragt werden. Jetzt wurden die Ergebnisse der aktuellen Befragung zur flächendeckenden Überwachung durch Geheimdienste veröffentlicht. 

    Terrorismus ist eine schlechte Ausrede, um im großen Stil die gesamte Bevölkerung zu überwachen. Das ist eine Erkenntnis, die auch ein Großteil (62,3%) der befragten Jugendlichen teilen. Auffällig sind dennoch die recht großen Unterschiede zwischen einzelnen Ländern. In Schweden und Deutschland lehnen sogar knapp 80% den Terrorismusvorwand ab, während er in Russland noch von mehr als der Hälfte anerkannt wird. Dort scheint auch die Zufriedenheit mit den Bemühungen der Regierung am größten – wenn auch nur wenig mehr als 20% – was die Aufklärung der Geheimdienst-Affäre angeht. Das mag vielleicht weniger an der Transparenz russischer Geheimdienstaktivitäten liegen als an der antiamerikanischen liegen, bei der der NSA-Skandal zur Meinungsbildung beiträgt. Denn ganz so weit scheint das Vertrauen in den eigenen Staat nicht zu reichen. Bei der Frage, wer für die Sicherheit der persönlichen Daten verantwortlich sein sollte, stimmten in Russland nur ca. 60% für die eigene Regierung, während etwa 90% der deutschen Jugendliche diese in der Verantwortung sehen. Im Durchschnitt fühlen sich auch über die Hälfte der Befragten selbst dafür zuständig, ihre Daten zu schützen.

    Etwas bedauerlich an der Umfrage ist, dass aus manchen Ländern weniger als 50 Teilnehmer verfügbar waren, sodass die Ergebnisse nicht mitaufgenommen wurden. Zum Beispiel in Großbritannien, wo es sicherlich interessant gewesen wäre, welchen Einfluss auch die Ereignisse im eigenen Land auf das Empfinden der Jugendlichen haben.

    11. Oktober 2013
  • : EGMR: Portalbetreiber haben Verantwortung für Nutzerkommentare
    EGMR: Portalbetreiber haben Verantwortung für Nutzerkommentare

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat gestern in Straßburg entschieden, dass die Betreiber von Online-Plattformen für Kommentare ihrer Nutzer – auch anonyme – verantwortlich sind. Das heißt, sie müssen beleidigende Kommentare unverzüglich entfernen, sonst können sie dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

    Grundlage des Urteils ist ein Fall, in dem ein Aufsichtsratmitglied und Hauptanteilseigner des Fährbetreiber SLK (L.) die Betreiber des Nachrichtenportals Delfi.ee, eine der meistbesuchtesten Seiten Estlands, verklagt hatte. Zuvor gab es einen Bericht der Seite über eingesetze Eisbrecher und deren negativen Effekt auf die Pläne, Autostraßen zu einigen Inseln vor der estnischen Küste einzurichten. Das löste erzürnte Kommentare einiger Leser aus. Eine kleine Auswahl aus den 20 Kommentaren, um die es ging:

    11. Oktober 2013 20
  • : Montevideo Statement zur Zukunft der Internet-Zusammenarbeit
    Montevideo Statement zur Zukunft der Internet-Zusammenarbeit

    Die als Regional Internet Registry (RIR) zusammengefassten Organisationen, die unter anderem für die Zuteilung von IP-Adressen zuständig sind, das Internet Architecture Board (IAB), die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), die Internet Engineering Task Force (IETF), Internet Society (ISOC)  und das W3C haben sich vergangenen Montag in Montevideo, Uruguay, getroffen, um über aktuelle Probleme des Internets zu sprechen. Im Rahmen dessen veröffentlichten sie das Montevideo Statement on the Future of Internet Cooperation, in dem sie die folgenden Schwerpunkte zukünftiger Bemühungen formulierten:

    • Globale Zusammenarbeit, um einen Zerfall des Internets in nationale Fragmente zu verhindern – vor allem vor dem Hintergrund des Vertrauensverlusts von Nutzern durch die bekanntgewordene Massenüberwachung.
    • Fortgesetzte Arbeit an der Verwaltung und Organisation des Internets hin zu einer Zusammenarbeit aller Interessensgruppen.
    • Weitere globale Durchsetzung der Kompetenzbereiche von ICANN und IANA, sodass alle Gruppen, auch Regierungen, gleichgestellt am Internet teilhaben.
    • Übergang zu IPv6 – Anbieter von Internetinhalten sollen sowohl IPv4 als auch IPv6 unterstützen.

    Ein gelungener kritischer Kommentar zu dem Statement findet sich auf den Seiten von Internet Policy Review, in dem mögliche unterwünschte Nebeneffekte einer zu sehr zentralisierten Internetverwaltung beleuchtet werden.

     

    10. Oktober 2013
  • : Fürs Knutschen in den Knast – Jugendliche in Marokko für Kussfoto auf Facebook verhaftet
    Fürs Knutschen in den Knast – Jugendliche in Marokko für Kussfoto auf Facebook verhaftet

    Am letzten Donnerstag wurden in Marokko zwei Jugendliche dafür verhaftet, ein Foto auf Facebook veröffentlicht zu haben, dass die beiden küssend zeigt. Öffentliches Küssen wird in Marokko als Erregung öffentlichen Ärgernisses angesehen. Der 15-jährige und seine 14 Jahre alte Freundin sitzen, genau wie derjenige, der das Foto gemacht hatte, in einer Jugendhaftanstalt in Nador und sollen nächsten Freitag einem Jugendrichter vorgestellt werden.

    Die Reaktionen auf die Festnahme und die Veröffentlichung des Fotos sind gespalten. In konservativen Kreisen mahnen Prediger, Eltern sollten ein Auge auf ihre Kinder haben, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholen möge. Auch auf Twitter finden sich Kommentare, welche den Eltern der Teenager Versagen vorwerfen und sie beschimpfen.

    Der Großteil an Reaktionen von Bürgerrechtsorganisationen und der Öffentlichkeit zeigt jedoch Solidarität mit den Jugendlichen. Vor der Haftanstalt, in der sie festgehalten werden, hat sich ein Sit-In manifestiert. Viele Nachahmer posten mittlerweile ebenfalls Kussfotos von sich selbst auf Twitter und Facebook. Außerdem ist für nächsten Samstag, den 12. Oktober, ein Kiss-In an verschieden Orten Marokkos geplant, angekündigt in der Facebook-Gruppe als „Un baiser en public“ – „Ein Kuss in der Öffentlichkeit“:

    Nein zu religiösem Faschismus! Marokko, Land der Liebe und der Freiheit! No pasarán!

    Es wird sich wohl zeigen müssen, ob die Kapazitäten der Haftanstalten groß genug sind, um all die knutschenden Protestler voneinander getrennt festzuhalten, damit Zucht und Ordnung wiederhergestellt werden können…

    6. Oktober 2013 9