Überwachung

Brasilien will mit gutem Vorbild vorangehen: Dilma Rousseff forciert Arbeit an eigenem E-Mail-System

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff ist schon mehrmals durch ihre klaren Standpunkte und ihr aktives Handeln in Sachen Netzneutralität, Überwachung und Co. aufgefallen. Sei es durch einen Internet-Grundrechte-Katalog, klare Worte gegen die Überwachung durch die USA und Pläne, sich mit eigener Infrastruktur unabhängiger von den USA zu machen.


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Auch die Pläne, einen nationalen Mailservice anzubieten, sind keine Neuigkeit. Da ein solches Vorhaben aber einige Zeit benötigen wird, gibt es nun Ziele für einen konkreten Zwischenschritt. Dilma Rousseff twitterte am Sonntag:

Das heißt konkret, dass bis Mitte des nächsten Jahres die Kommunikation innerhalb der Regierung mit einem sicher verschlüsselten, nationalen System passieren soll. Ein konkreter Zeitplan für ein Äquivalent für die allgemeine Bevölkerung liegt noch nicht vor.

Es ist interessant, was von brasilianischer Seite auch in Zukunft in Sachen Internet zu erwarten sein wird. Ein internationales Treffen von Regierungen, Industrie, Zivilgesellschaft und der akademischen Welt zum Thema Internet Governance im April 2014 ist bereits angekündigt.

5 Kommentare
  1. MX+SMTP/IMAP+TLS&Co Mail ist kaputt. Es war immer ein Postkartensystem fuer Unis. Man muss, ausgehend von IM Systemen alles neu machen, wenn man die Briefpost damit ersetzen will. Es braucht komplette neue Protokolle. Mail ist tot.

    1. Ich denke, das kann man am heutigen Punkt nicht sagen – weder in eine noch in die andere Richtung. Es steht ja weder fest, wie das System aussieht noch, ob es wirklich geschlossen sein wird. Es ist ja keine Rede von einem strikt auf Brasilien beschränkten System, sondern von einem Schritt weg von zentralen Diensten aus USA und Co.

      Daher würde ich erstmal abwarten. Eine abschließende Bewertung steht aus, wenn das System tatsächlich eingeführt worden ist.

      1. Es geht hier erst einmal um ein „sicheres E-Mail-System in der gesamten Verwaltung“. Das wird sicherlich geschlossen sein -> eigenes Netzwerk, Air Gap.

        Naja, die Frage ist eher, welche Schnittstellen wird ein solches System qua Designvorgaben haben wird. Jedes in der EU staatlich geförderte System käme ja schon einmal mit VDS-API … oder wäre die interne Verwaltung davon ausgeschlossen? :)

        Auch gäbe es Backdoors damit Leute auch „alte“ Mails oder die Ihrer „Vorarbeiter“ lesen können … nicht vergessen — Verwaltung bedeutet im Prinzip normaler Mensch mit MS Office.

        Also Smartcards mit cryptoMails die am Ende des Tages wieder im Klartext in MS Windows und Outlook verwaltet werden …

        Bedeutet aber etwas ganz anderes als ein sicheres Mailsystem.

      2. Du schreibst:

        Das heißt konkret, dass bis Mitte des nächsten Jahres die Kommunikation innerhalb der Regierung mit einem sicher verschlüsselten, nationalen System passieren soll.

        Das wäre schlecht, und du begrüßt es ausdrücklich.
        Dann schreibst du:

        Es steht ja weder fest, wie das System aussieht noch, ob es wirklich geschlossen sein wird. Es ist ja keine Rede von einem strikt auf Brasilien beschränkten System, sondern von einem Schritt weg von zentralen Diensten aus USA und Co.

        Es ist sicher zu bezweifeln, dass die brasilianische Regierung und Verwaltung auf „zentralen Diensten aus USA und Co“ basiert.

        Es bleibt dabei: Ein „nationales Email-Netz“ ist immer Unsinn, egal, wie man es umsetzt. Und Standards werden nicht von Regierungen gesetzt – zumindest nicht die, die man als „gutes Vorbild“ bezeichnen will.

        Sonst müsstest du über De-Mail jubeln – es ist genau das, was du beschreibst.

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