Überwachung

Idee der Deutschen Telekom: Innerdeutschen Traffic nicht mehr übers Ausland schicken

Die Deutsche Telekom überlegt laut einem Bericht der Wirtschaftswoche den innerdeutschen Internetverkehr so zu routen, dass dieser nicht mehr über die ganze Welt läuft und von beliebigen Geheimdiensten mitgeschnitten werden kann. Das klingt zunächst erstmal wie eine Mischung aus billiger PR wie bei „eMail made in Germany“ und Balkanisierung des Netzes. In sozialen Medien gab es auch erstmal viel Häme, besonders SPD-Netzpolitiker lachten über ein #deutschlandnet.


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Ich weiß nicht, ob das wirklich eine Schnapsidee ist. Natürlich kann man argumentieren, dass diese Idee nicht soviel bei der Problemlösung bringt, wie besser verschlüsselte Netze und Kommunikation (auch bei eMails mit richtiger End-to-End-Verschlüsselung und nicht so Sicherheitsillusion wie De-Mail oder E-Mail Made in Germany). Aber das sollte man nicht gegeneinander ausspielen.

Es gibt einige Argumente, zumindest mal über die Idee der Deutschen Telekom zu diskutieren. Aus technischer Sicht ist das nicht ganz trivial, aber machbar, da im Idealfall viele Provider mitmachen müssen und man nicht immer weiß, wo genau eine IP ihren Standort hat. Es könnte aus technischer Sicht vielleicht mehr dafür als dagegen sprechen. Politisch ist die Idee nicht neu: Der EU-Untersuchungsausschuss zu Echelon hatte dies bereits vor zwölf Jahren als Handlungsempfehlung vorgeschlagen. Die Idee war damals schon, dass man damit vermeiden wollte, dass Traffic sinnvollerweise fragwürdige Jurisdiktionen vermeiden sollte, wenn es gar nicht nötig ist. Hat damals Niemanden interessiert, heute ist das Problembewusstsein gewachsen.

Aber man sollte auch mögliche Nebeneffekte mitdiskutieren. Natürlich läuten erstmal viele Alarmglocken, wenn man darüber nachdenkt, die Topologie unserer Netze an nationalen Grenzen abzubilden. Balkanisierungstendenzen kennt man aus dem Iran, Russland und China, die das vor allem machen, um Zensurinfrastrukturen zu verbessern, aber wahrscheinlich auch ihren eigenen Datenverkehr vor der NSA schützen wollen. Auch die Idee von Sendezeiten im Internet klingelt erstmal laut. Und welche Auswirkungen hat das auf die Netzneutralitätsdebatte? Allerdings geht es hier doch explizit um innerdeutschen Traffic. Wenn ich weiterhin auf US-Server zugreife, dann läuft der halt über die britischen und US-amerikanischen Datenschnüffler. Insofern greift nicht ganz das Balkanisierungsargument.

Der BND könnte sich freuen, wenn er damit vielleicht die Auslandskopfüberwachung „verfassungskonformer“ hinbekommen würde. Bleibt noch der Punkt, dass ja am De-Cix der BND irgendwie mithört und niemand genau weiß, ob und wie die NSA da mitlauscht. Aber auszuschließen ist da gerade nichts. Angedacht ist wohl auch, das auf den Schengenraum auszuweiten, wenn es in Deutschland funktioniert, um über den britischen Geheimdienst nicht die NSA dabei zu haben. Aber dann hat man immer noch die Franzosen dabei

Kurzfassung: Die Idee ist nicht so dumm, wie sie vielleicht auf den ersten Blick klingt. Und wir sollten zumindest mal ausführlich die Vor- und Nachteile diskutieren. Was denkt Ihr, was spricht noch dafür, was spricht dagegen?

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51 Kommentare
    1. Entlang Friedrichs dreistem „Schützt euch doch selber“ geb ich Dir einerseits recht. So einfach sollten wir die Verantwortlichen nicht aus der Verantwortung entlassen. Und auch gesellschaftlich darf hier ruhig noch mehr passieren. Andererseits gibt es genug Missstände, auf deren Behebung wir ohne technische Veränderungen bis zum St. Nimmerleinstag warten würden. Bin bspw mal gespannt, wie sich FirefoxOS auf den Smartphonemarkt auswirkt. Erinnert sich noch jemand daran, als IE der dominierende Browser war? Also warum nicht mehrgleisig fahren?

      Dass der Vorstoß von der Drosselkom kommt, macht natürlich maximal misstrauisch, die tun das nur, wenn sie sich einen handfesten Vorteil versprechen. U.a. wegen den backdoorverseuchten Routern in allen wichtigen Inlandsstrecken wird sich am Spionageaspekt erstmal nichts ändern.

      Interessant finde ich höchstens, dass sich hier ein großer Telekom-Konzern zumindest nach außen hin gegen USA und UK positioniert. Warum?

      1. Im Prinzip ja. Praktisch alles was wir in den Crypto-Wars erreicht haben kam, weil jemand hingegangen ist und Tatsachen geschaffen hat (PGP, Rubberhose, …). Die Regierungen haben danach nur zähneknirschend akzeptiert was unausweichlich war, um nicht wie die letzten Idioten dazustehen (aber selbst das geht langsam verloren).
        Der Telekom hingegen kann ich in dieser Rolle nicht wirklich trauen. Die hat schon oft genug bewiesen, dass sie ein freies Internet eher peripher tangiert, und bereitwillig alles mitgemacht was Geheimdienste und Politik von ihnen will. Denen jetzt zu erlauben das deutsche Internet weiter zu zentralisieren (bei ihnen natürlich, ein Schelm…) halte ich für einen Schritt in die falsche Richtung. Ich sehe für mich keinen wirklichen Unterschied, ob meine Daten bei der NSA, beim BND, oder bei beiden landen.
        Friedrich hat seinen dummen Spruch zwar aus völliger Ahnungslosigkeit heraus und mit fragwürdigen Motiven gelassen, aber ganz von der Hand zu weisen ist der Punkt nicht. Für seine Freiheit muss jeder selbst kämpfen. Wer sich auf andere verlässt, kann sich bloß aussuchen von wem er abhängig sein will.

  1. Aber was soll das bringen, wenn amerikanische Firmen in Deutschland mit Sonderbefugnissen ausgestattet Router betreiben? Dann hat man eine Infrastruktur geschaffen, die sich potentiel zu einem Intranet verwandeln läßt, aber die Geheimdienste haben im Intranet ihre Gateways (Die sich natürlich strengstens an Deutsches Recht halten – großes indianer Ehrenwort!!!!!)

  2. SpOn: „E-Mail-Sicherheit: Telekom will E-Mail an USA und Großbritannien vorbeileiten
    Spione lauern überall, und vor allem unter Freunden: Die Telekom hat einen pikanten Vorschlag vorgelegt, wie man die Überwachung durch Briten und Amerikaner verhindern könnte. Sie will E-Mail-Datenwege fest vorgeben – an den viel zu neugierigen Verbündeten vorbei.“
    Nun, pikant ist der Vorschlag nicht zuletzt deshalb, weil er nicht von den netzpolitisch Affinen kommt, sondern von der Telekom. Ihr scheint euch offenbar keine Gedanken zu machen, wie man die Überwachung umgehen könnte. Finde ich bezeichnend. Immer bloß lamentieren, aber nichts Konstruktives vorschlagen. Just aus diesem Grund werdet ihr nie ein Bein auf die Erde bekommen in puncto Akzeptanz in der Bevölkerung. Angesichts des medialen Fallouts des NSA-Skandals ist es doch ein Witz, wie wenig netzpolitische Topoi bei den BürgerInnen verfangen. Irgendwas macht ihr falsch.

    1. Das Internet zu Balkanisieren bringt nix. das bringt nur den Überwachern mehr wenn Sie nicht alle möglichen Leitungen abschnorcheln müssen sondern nur mehr ganz wenige neuralgische Punkte, Flaschenhälse wo die Daten durch müssen.

      Perfekt für digitalten Zoll und Grenzschutz. vulo Prism.

  3. Die Idee ist gut – und zwar dafür, dass das Thema weiter diskutiert wird.

    Was aber passiert dadurch tatsächlich? Nennt mich einen Fatalisten, aber ich sehe das so: Die Position der NSA wird geschwächt und die unserer inländischen Datensammler gegenüber der NSA gestärkt. D.h. die NSA wird jetzt erst recht, viel und ausführlich antworten, wenn deutsche Ermittler etwas wissen wollen. Z.B. Daten und Mitschnitte über deutsche Bürger, die sie selber gar nicht anfertigen dürfen, aber halt von den Amis über Bande abfragen.

  4. Sowohl bei De-Mail wie bei e-Mail made in Germany wird die Mail auf Viren hin überprüft. Das soll auch für den „rein innerdeutschen Mailverkehr“ gelten. Ne, dann schon lieber end-to-end Kommunikation abseits aller Grenzziehungen.

  5. Sinnvoller wäre eine brauchbare Verschlüsselung zw. den Mail-Providern die nicht auf dubiosen CAs beruht. Wäre einfacher und vermutlich auch sicherer.

  6. Wenn das nötig scheint, damit der Staat seiner Grundrechtsgarantie auf Privatsphäre für seine Bürger nachkommen kann, spricht nichts dagegen, sondern ist sogar zu begrüßen.
    Außerdem geht mit der Sicherung des eigenen (Grund)Rechtsraums kein Verbot einher diesen nicht mehr verlassen zu können. (Z.B um Zensur zu entgehen und die PirateBay zu besuchen und eine sogenannte „Urheberrechteverletzung“ zu begehen) Damit entspricht es nicht einer Balkanisierung im eigentlichen Sinne, da es für den Bürger kein Nachteil darstellt.
    Man sollte den (Grund)Rechtsraum aber für die Dienste als Pflicht definieren und für die Bürger als Recht. D.h. ist ein Dienst in Deutschland tätig hat er seine interne Datenverarbeitung in Deutschland abzuwickeln. Der Bürger der den Dienst in Anspruch nimmt sollte darauf einen (Grund)Rechtsanspruch haben den der Staat durchzusetzen hat.

  7. Jedenfalls würde dies die Überwachung erschweren, finde ich. Ich halte dies daher außnahmsweise mal für eine gute Idee der deutschen Telekom.

    1. es würde die überwachung vereinfachen.

      Dann muss der Datenstrom durch einen Flaschenhals.

      wie bei den Briten wird dann ein Filter gegen KipoTerr erstellt, der filtert dann The Pirate Bay, ipredator, Tor und sperrt diesen Traffic.

      Aja, es gibt ein Land das so eine Netztopologie bekannt gemacht hat mit der Great chinese Firewall. die Chinesen machen es schon lange so.

      Definieren nur ein paar streng überwachte Knoten die ins restliche internet verzweigen. diese werden dann aber auf teufel komm raus verdongelt.

  8. Da gibt es nicht viel zu lachen. Ob es Kapazitätsprobleme geben könnte wissen nur die Provider. Beim gesamten innerdeutschen Verkehr kann ich mir das vorstellen, beim Mailverkehr nicht. Bei Mails sollte man unterwegs natürlich SSL benutzen.

    Man kann anderen Ländern nicht vorschreiben, was sie auf eigenem Boden machen, daher ist es sicherlich sinnvoll, den Spannern den Zugang zu erschweren. Ich sehe weder Gefahren noch große Probleme.

    1. den spammern wird der zugang erschwert. schwaches argument. als würde der spam nur aus dem eu-ausland kommen. oder nur aus nicht-deland.

      es würde jedem alles erschweren. dann wäre es kein maschiges netz mehr, sondern ein stern, an dessen knotenpunkt alle alles überwachen und es gibt keine alternativen routen mehr.

      1. Richtig, gegen Spammer würde es nicht helfen, daher schrieb ich ja auch Spanner (wobei mich weniger Spam ärmer aber auch glücklicher machen würde).

        An der Topologie muss sich doch nichts ändern!

        de all
        all all

        wird nicht verändert, lediglich

        de de

        Hier ging es, zumindest im ersten Schritt, um innerdeutschen Verkehr, also von einem überwachten Mailkonto zu einem anderen überwachten Mailkonto. Wo der Vorteil liegt, dass neben den befugten deutschen Stellen auch außerhalb der Landesgrenzen andere Dienste zusätzlich mitlesen und auch noch ewig speichern, muss man mir erst noch erklären.

        Mir ist auch nicht klar, was das mit Netzneutralität zu tun hat. Weiß denn jemand, über welche Route die Telekom zu GMX schickt? Da werden lediglich IP Pakete über eine andere Leitung geschaufelt. Fertig. Nicht trivial aber auch kein Hexenwerk.

  9. Grundsätzliche könnte man doch jede IP einem Land zuordnen, dann fehlen im Übertragungsprotokoll nur Regeln zum gezielten Vermeiden bestimmter Länder.

    1. auch total schwaches Argument.
      Das wird ja jetzt schon gemacht mit den Youtube sperren.

      nur ists bei youtube egal ob du grad gesperrt bist oder nicht. ist nur ein consumer video. Das dich möglicherweise fälschlich sperrt.

      Bei generellem Traffic wärs schon übel wenn du ohne ersichtlichem grund aufeinmal 30% der seiten nicht mehr ansteuern könntest.

      keine direkte VOIP verbindung zu irgendjemand anderem aufbauen dürftest aufgrund falscher IP-namensraum.

      Das wäre ja das Netzneutralitäts TOTAL ENDE ATOMSUPERGAU.

  10. Das ist PR, aber gefährliche PR, denn hier wird simple Effizienzoptimierung unter dem Deckmantel der Nationalisierung verkauft.
    Das hat gerade in einer Zeit, die europäische Gesellschaft einen großen Rechtsruck vollzieht, sehr beunruhigend.

    Ein Problem ist auch die möglich Zusammenarbeit die nationale Routen zu erzwingen versucht, statt wie bisher dem Marktprinzip zu folgen.

  11. Was mich an der Debatte stört, ist nicht, der Vorschlag an sich. Aus diversen Gründen kann das sinnvoll sein, oder auch nicht. Was mich an der Debatte stört ist, dass es den Bürgern wieder verkauft wird als: „Alles ist gut, eure Emails verlassen Deutschland nicht, die können euch nicht abhören.“ Das ganze ist simple PR, die vielleicht etwas löst, aber den Kern des Problems, dass die „Gemeindienste“ eine höher gestellte, außerparlamentarische Macht auf uns ausübt, nicht löst. Von dem her, kann ich mir vorstellen, dass die Regierung sich ins Fäustchen lacht, für diesen Vorschlag, wenn sie nicht sogar dahinter steht.

    1. die regierung kann die eigenen bürger dann supertoll überwachen.

      Ein prominente Land, China, macht das ja erfolgreich. Deren Netz Topologie, die Topologie die hier gerade beworben wird, ist ja speziell darauf ausgerichtet.

  12. Wir „Einheimischen“ im #Neuland haben uns sehr daran gewöhnt, dass Nationalstaaten keine Player in der Regulierung des Internet sind. Nun scheint sich das vor ein paar Jahren geändert zu haben, und nach und nach kommen immer mehr Staaten auf die Idee, ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Wenn D mit so etwas loslegt, ist das eine wunderbare Steilvorlage für die Überwacher in Russland, Iran und anderswo.
    Was wir als Zivilgesellschaft bräuchten, wäre zu allererst die

    Aufnahme des Rechts auf private Kommunikation in die UN-Menschrechtecharta.

    Danach könnten wir anfangen, dieses Recht zu beschneiden, wo es zur Bekämpfung von Organisierter Kriminalität, Terroristen und illegalen Waschbären nötig ist, und die Kontrolle darüber möglichst einer internationalen Orga mit allergrößten Transparenzpflichten übertragen.
    Nationale Gesetzgebungen, Regelungen und Infrastrukturen machen einfach keinen Sinn, wenn der andere Rechtsrtahmen einen Tab entfernt ist (oder sich in einem iFrame versteckt).

  13. Grundsätzlich halte ich von Filtern überhaupt nichts, egal ob sie nun dazu da sind, Verbreitung von Kinderpornographie zu vermeiden oder um sicherzustellen, dass eine SMTP Verbindung innerhalb nationaler Infrastruktur geroutet wird. Technisch sehe ich in der Anforderung der Umsetzung kaum Unterschiede.

    TCP/IP zeichnet sich dadurch aus, sich alternative Wege zu suchen, wenn es Störungen gibt, wenn ich diese Alternativen künstlich beschneide, muss ich nicht nur Kontrolle über die Applikationsschicht erreichen (ich will ja nur SMTP anfassen, also policy based routing, sprich „in die Pakete gucken“), sondern ich verzichte auf ein Gros der alternativen Wege, weil sie nicht über nationale Infrastruktur verbunden sind.

    Ich halte es da mit John Gilmore: „The Net interprets censorship as damage and routes around it“. Und zwar ohne Landesgrenzen und das ist auch gut so.

  14. Die Frage ist halt auch warum innereuropäischer Verkehr heute über USA lauffen tut. Normalerweise sollte BGP bei genügent Bandbreite und schnellen Antwortszeiten das nicht über USA routen, ausser es ist gewollt.

  15. „Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.“ – Hans-Peter Uhl/CSU (2008)

    Mit der schönen neuen, deutschen Intranet Welt ist der Schritt dazu dann ja nicht mehr so weit.

  16. ein „deutsches internet“, super. darüber freut sich jede regierung, kann sie doch den stecker ziehen, sollten ihre bürger allzu „dezentral“ kommunizieren. drum will china sowas und der iran auch.

    im übrigen ist es eine attacke auf die dna des webs: internationalität und dezentralität.

      1. das die riesen internet firmen oligopolisieren ist aber nur versagen der politik.
        Deshalb die Oligopolisierung zu fördern und die Netzneutralität zu begraben und auf ein Intranet nach Vorbild Iran, Syrien und China zu wechseln? *rly* ?

  17. Welchen Sicherheitsvorteil soll es denn bringen, wenn jetzt die Parole „Deutsche Bits für deutsche Netze“ ausgegeben wird, wenn:

    a.) Die Schnorchelstellen auch in Deutschland/Österreich liegen (Level3)
    b.) die deutschen Behörden genauso Begehrlichkeiten auf unseren Netzverkehr haben
    c.) eine politische Kontrolle der Geheimdienstaktivitäten in dieser Hinsicht auch hier zulande effektiv nicht möglich ist
    d.) hier bereits das Supergrundrecht ausgerufen wurde

    Der einzige Vorteil der sich hier ergibt ist doch, das deutsche Behörden einen genaueren und besseren Zugriff über den deutschen Netzverkehr haben. Etwas anderes als mehr Kontrolle ist doch dabei nicht drinn.

  18. Drosselkom Pläne sind nichts anderes als „Marketing“ für Zensur-Infrastuktur. Entweder wird in Zukunft dem Nutzer der Zugriff auf Internet komplett untersagt weil man sich dank der Politik nur noch im genehmigten Deutschnet bewegen darf, oder Internet wird „Optional“ und man kann es zum Deutschnettarif hinzubuchen… mit saftigen Euroaufschlag natürlich die Drosselkom will ja auch was Verdienen und so.

    >>Waaaaas?! Die haben aber gesagt es ist wegen internationaler Spionage und zum schutz der Kunden!!!!!<<

    Sorry, ich denke wer noch immer irgendwas glaubt was man erzählt bekommt ist nicht mehr zu helfen. Wenn es um Wirtschaft und Politik geht, kann man zu 100% davon ausgehen das man gerade verarscht wird. Die Folgen sind immer verherend, viele merken es nur nicht bis es schon viel zu spät ist.

  19. Zum einen wissen wir ja schon, dass auch am DeCIX ordentlich Verkehr mitgeschnitten wird. Zum anderen stellt sich in der Tat die Frage, welcher und wie viel Verkehr, der von einem Teilnehmer zu einem Teilnehmer in Deutschland geht, über Verbindungen im Ausland gerouted wird und warum; es hindert die Provider schon heute niemand, sich an der nationalen Infrastruktur (eben DeCIX) zu beteiligen.

    Neben der Überwachung am DeCIX bleibt, dass der Dagger Complex beeindruckend nahe an der T-Online-Firmenzentrale ist. Und dass sich Level3 auch schon gebrüstet hat, größere Teile der deutschen Telekommunikation mitschneiden und überwachen zu können (und als US-amerikanisches Unternehmen auch in besonderem Maße den amerikanischen Interessen verpflichtet ist – freiwillig oder nicht).

    Ich warte übrigens auf einen zweiten Schritt, wo die Telekom dann erklärt, dass nur sie garantieren kann, dass der Verkehr auch wirklich in Deutschland bleibt und wir uns doch alle für Telekom-Produkte entscheiden sollen.

  20. Solange wir nicht wissen, wo und wieviel abgeschnorchelt
    wird, sind solche Vorschläge nutzlos.

    Wenn es die Telcos ernst meinen, dann sollten sie die Schnittstellen
    für die Ausleitungen der Geheimdienste bekanntgen.
    Das wird nicht passieren.

    Einzige Möglichkeit IMHO ist Email-Inhalt gut verschlüsseln.

  21. Neue Glasfaseranbindung für Syrien
    http://fm4.orf.at/stories/1708834/

    Nach dem Totalblackout ist Syrien nun über Glasfaser-Carrier aus China und Indien am Netz. Die Kabel legen aus dem Mittelmeer direkt bei der russischen Marinebasis in Syrien an.
    http://fm4.orf.at/stories/1708834/

    Das Peering der verschiedenen Netze jetzt über Sterne laufen lassen.
    Zentralisierung und aus dem Maschigen Netz wieder ein Sternförmiges zu machen wo dann alle durch einen Flaschenhals müssen.

    Single Point of Überwachung nenn ich das.

  22. Aus meiner Sicht betreibt die Telekom reine PR-Aktivitäten.
    Bloß weil ein IP-Standort geographisch in Deutschland angesiedelt ist, bedeutet dies noch lange nicht dass die Daten in Deutschland verbleiben. Unabhängig von der Möglichkeit des Datenabgriffs durch deutsche Geheimdienste stellt sich immer noch die Frage der Vertrauenswürdigkeit (Sicherheit) des verwendeten verlinkten Knotenpunktes, über den die Nachrichten laufen.
    Hoher Aufwand, mögliche Volumenengpässe, Ansatz zur Preiserhöhung aber kein Mehrwert aus Sicht der Nutzer.
    Datenverschlüsselung ist die deutlich bessere Alternative.
    Setzen sich Verschlüsselungsmethoden durch, wird es in kurzer Zeit viele verschiedene Methoden geben, die zum einen schnell verändert werden können und somit den Abhöraufwand erheblich erhöhen.

  23. So lange der BND eine effektive Kontrolle verweigert und nicht einmal die SMS-Ortungen mitgeteilt werden, ist mir egal, wo ich gegen meinen Willen und alle Vernunft gespeichert und gefiltert werde.
    Aber ganz sicher ist, dass ich der Telekom nicht weiter traue, als ich eine Palette Telefonbücher werfen kann.

  24. Kann mal jemand den Telekomikern verklickern, dass über die lustigen Sina-Boxen, die sie in ihrem Netz stehen haben (müssen) diverse Bedarfsträger auch im Inland Daten abschnorcheln können? Und das, ohne dass die Telekomiker davon etwas mitbekommen. Und dann ist ja auch bekannt, dass deutsche Geheimdienste Daten an NSA und Co abliefern im Tausch für Zugriff auf deren Systeme.

        1. Wenn der BND die Deutsche Telekom überwachen will, dann tut er das jetzt schon. Aber was jetzt als Idee verkündet wurde, könnte ein Mosaikbaustein hin zu einem weniger überwachten Netz sein. Wir brauchen aber noch mehr Details, um mögliche negative Auswirkungen analysieren zu können. Erst dann bilden wir uns eine abschließende Meinung.

      1. Ich tippe auf „fefe hat Recht“ ;)

        Die Telekom behandelt das Internet immer noch wie BTX. Die versuchen gerade aus zwei Schlingen rauszukommen, die Befleckte Aussenwirkungen erzeugen.

        * Die HeimNetzDrosselSchlinge
        * Die SicherheitsBedürftigkeitsSchlinge

        Ich sehe jetzt nicht wirkliche Argumente für und gegen das GermanySicherBlaBlaTelekom. Vielleicht fallen den gerade die Kunden aus den Wolken.

        1. Der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar sagt:

          Natürlich sei die Netzneutralität ein Thema und die kritisierte Zerstückelung des Internet kein anzustrebendes Ziel. Jedoch: „Erstens handelt es sich ja nicht um das ganze Internet, sondern um das Mailing innerhalb Deutschlands. Und zweitens darf man den Anbietern nicht den Versuch verleiden, die Daten ihrer Kunden zu schützen.“ Ihnen jetzt vorzuhalten, sie würden das Internet kaputtmachen, hält er für falsch. Dafür sei ja dann doch eher die sehr weitgehende Überwachung etwa durch die NSA verantwortlich.

          http://business.chip.de/news/Datenschuetzer-Deutsches-E-Mail-Netz-ist-Notwehr_64884662.html

      2. Huch, Zeigefinger… icke wees Telekombashing ist billig.

        …ähm, da steht Netzneutralität, welche meint der, Zerstückelung von was? Welche OSI-Schicht….

        Der angebliche Versuch ist kein Versuch, sondern Vertuschung (zB E-Mail Tracking, PFS), da der Anbieter machen kann was er will, im Guten wie im Schlechten, die Gesetze binden ihn. Konkret müssten hier wieder verfassungskonforme gesetzgebende politische Kräfte ans Werk, leider haben die sogenannten „Hoffnungsträger“ der FDP, PDS, Grünen, Piraten und der Die Partei es verkackeiert.

        Aber kann die Telekom nicht endlich mal ihr flächendeckendes personalisiertes managed BTX-ähnliches ADSL abschaffen?

        Mit symmetrischen Anschlüssen, welcher Art auch immer, ist die Wahrscheinlichkeit höher Libertäre Infrastruktur aufzubauen um wenigstens OSI-Schicht 5 bis 7 zurückzuerobern…

        Wenn ich mir noch vorstellen müsste das es keine OpenSourceApps mit lauffähigen Betriebsystemen geben würde, man sollte auswandern.

        Und nicht nur der Peter kann in Rätseln schreiben, was hiermit bewiesen ;)

  25. Ich extrapoliere meine Meinung über sicher kommunizieren in D bis dahin aus den Erfahrungen mit De-Mail …

    Letztendlich ist das alles akademisch, die Metadata sind das Problem. Und da gibt es ja immer noch die VDS … Also ist es egal — meine Meinung — da Metadaten immer gesammelt und meist auch weitergegeben werden, ob nun in der EU oder in den US+“eyes“.

      1. Prima und auf welche Details hoffst Du jetzt noch wegen einer besseren Einordnung? Das man dann nur dt. „VDS nach TüV“ Daten statt „Take all“ hat?

        „Wenn der BND die Deutsche Telekom überwachen will, dann tut er das jetzt schon.“

        Wenn das alles als gegeben nimmst — auf was wartest Du eigentlich dann noch zwecks besserer Bewertung ;)

        PS: Habt ihr euch mal ernsthaft dt. Web-Werbemaildienste angesehen? Die erzwingen dort tracking über HTML und anderen Müll. Sicher ist da wirklich nicht viel, egal wo es lang geht.

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