EU-Rat und Parlament einigen sichEin Abschieberegime, von dem Rechtsextreme geträumt haben

Europaparlament und Regierungen verschärfen die Abschieberegeln. Auch Abschiebezentren in Drittstaaten und Razzien nach dem Vorbild der US-Abschiebe-Miliz ICE werden möglich. Ob die neuen Regelungen tatsächlich mehr und schnellere Abschiebungen erreichen werden, bleibt indes fraglich.

  • Timur Vorkul
Die blaue Flagge der EU zwischen Licht und Schatten auf einer Wand im Parlamentsgebäude in Straßburg.
Zwangsmaßnahmen, Überwachung, Inhaftierung: Die Verordnung behandelt Menschen ohne Papiere wie Straftäter*innen. – Alle Rechte vorbehalten: IMAGO / SNA

Vertreter*innen des Europaparlaments und der EU-Länder haben sich am Montagabend auf eine neue Rückführungsverordnung geeinigt. Das Ziel: mehr und effizientere Abschiebungen von Drittstaatsangehörigen ohne regulären Aufenthalt.

Einen ersten Entwurf für das Gesetz, das auch als „Abschiebeverordnung“ bekannt ist, hat die EU-Kommission bereits im vergangenen Jahr vorgestellt. Sie soll die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) ergänzen, die in der gesamten EU am 12. Juni wirksam wird.

Trotz massiver Kritik von Jurist*innen und Menschenrechtsorganisationen halten die EU-Institutionen dabei an ihrem harten Kurs fest. So sollen Menschen künftig in Abschiebezentren außerhalb des EU-Territoriums gebracht werden können, auch ohne eine vorherige Verbindung zu dem Land. Menschen ohne Papiere sollen außerdem länger inhaftiert, mit langen Einreiseverboten belegt und für fehlende Kooperation bestraft werden können. Auch sollen ihre Wohnungen leichter durchsucht werden können, sie sollen verstärkt digital überwacht und ihre Datenträger durchleuchtet und beschlagnahmt werden.

EU-Innen- und Migrationskommissar Magnus Brunner bezeichnete die Einigung als „einen wichtigen Schritt in der europäischen Migrationswende“. Sarah Chander von der Initiative „We Keep Us Safe“ sprach gegenüber netzpolitik.org hingegen von einem Gesetzestext, der es „rechtsextremistischen Fraktionen ermöglicht, ein von Überwachung geprägtes Abschieberegime ihrer Träume zu errichten“.

Abschiebezentren und verlängerte Abschiebehaft

Mit der Verordnung hat die EU den Weg für sogenannte „return hubs“ geebnet, in die Menschen abgeschoben werden sollen, deren Abschiebung bisher scheitert. Das kann an einer Vielzahl von Gründen liegen, beispielsweise wenn Menschen keinen Pass haben, das Herkunftsland die Wiedereinreise verweigert oder keine diplomatischen Beziehungen bestehen.

Solche Abschiebezentren sollen zum einen als Transitzentren dienen, um die „Weiterreise in das Herkunftsland oder ein anderes Drittland zu erleichtern“. Gleichzeitig schließt der Rat nicht aus, dass Abschiebezentren das endgültige Ziel darstellen könnten – also auf unbestimmte Zeit. Während unbegleitete Minderjährige von der Abschiebung in solche Zentren verschont bleiben, können Familien mit Kindern dort festgehalten werden. Das gilt als menschenrechtlich sehr umstritten.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat angekündigt, gemeinsam mit anderen EU-Staaten – darunter Österreich, Dänemark und Griechenland – bis Ende des Jahres Deals zur Errichtung solcher Zentren mit Drittstaaten aushandeln zu wollen. Bis auf Uganda, das eine solche Vereinbarung mit den Niederlanden getroffen hat, gibt es bisher keine konkreten Beschlüsse. Im Gespräch sind Länder wie Ruanda, Libyen, Mauretanien, Usbekistan und Äthiopien.

Zusätzlich gibt die Verordnung grünes Licht, unbegleitete Kinder sowie Familien mit Kindern innerhalb der EU in Abschiebehaft zu nehmen. So hat Polen beispielsweise die Inhaftierung von unbegleiteten Kindern ab 15 Jahren bereits seit Anfang des Jahres durch nationales Recht erlaubt. Mit der Verordnung wird zudem die Dauer der Abschiebehaft auf 24 Monate ausgeweitet und kann um weitere sechs Monate verlängert werden, wenn sich die Zusammenarbeit mit dem betreffenden Drittland verbessert oder die Behörden der Ansicht sind, dass Fluchtgefahr besteht.

ICE-ähnliche Hausdurchsuchungen und elektronische Überwachung

Andere geplante Maßnahmen sind unter zivilgesellschaftlichen Organisationen nicht weniger umstritten. So übte Sarah Chander von der Initiative „We Keep Us Safe“ harte Kritik an den Plänen. Asyl und Legalisierung würden damit zu Tabus, Hausdurchsuchungen, invasive Datenerhebung und ‑weitergabe würden zur Norm. „Anstatt in Fürsorge und Schutz zu investieren, werden öffentliche Mittel dazu verwendet, internationale und EU-Rechtsstandards vollständig auszuhöhlen.“

Dazu gehört beispielsweise das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung. So stattet die Verordnung die Mitgliedstaaten mit weitreichenden Befugnissen aus, private Wohnungen von Drittstaatsangehörigen ohne gültigen Aufenthalt und andere „relevanten Räumlichkeiten“ zu durchsuchen. Diese Regelung könne Menschenjagden auf Migrant*innen nach Vorbild der USA nach sich ziehen sowie ganze Communitys rassistischer Diskriminierung aussetzen, warnten zuletzt UN-Menschenrechtsexpert*innen sowie mehr als 100 zivilgesellschaftliche Organisationen.

„Auf der anderen Seite des Atlantiks sehen wir die Gewalt und Angst, die durch die brutale Einwanderungskontrolle der ICE verursacht wird“, sagte Silvia Carta von der Platform for International Cooperation on Undocumented Migrants (PICUM), eine der rund 100 kritischen Organisationen. „Europa sollte aus den Schäden dieses Modells lernen, anstatt eine eigene Version aufzubauen“, so Carta weiter.

Behörden dürfen laut den Plänen außerdem Handys, Computer sowie andere elektronische Geräte von Menschen ohne Papiere durchsuchen und beschlagnahmen – eine Praxis, die in einzelnen deutschen Bundesländern bereits verbreitet ist, wie Recherchen von netzpolitik.org gezeigt haben.

Weitere Zwangsmaßnahmen sehen vor, dass Menschen in Abschiebeverfahren sich nur an einem bestimmten Ort aufhalten, Ausgangssperren unterziehen oder regelmäßigen Meldepflichten nachkommen müssen. Als sogenannte Alternativen zur Inhaftierung können außerdem das Hinterlegen einer Geldsumme oder elektronische Überwachung auferlegt werden. Bei der letzteren handelt es sich laut Fachleuten nur vermeintlich um eine Alternative. Denn diese kommt aufgrund ihrer tief in die Privatsphäre eingreifenden Wirkung de facto einer Haft gleich und kann außerdem zusätzlich zur ausgedehnten Abschiebehaft verhängt werden. Denkbar sind dafür etwa eine elektronische Fußfessel oder GPS-Ortung.

Neue Europäische Rückkehrentscheidung vorerst ohne Wirkung

Das Kernstück der Verordnung ist die „Europäischen Rückkehrentscheidung“ (ERO). Diese enthält ein standardisiertes digitales Datenblatt mit Informationen zur Abschiebeentscheidung. Alle Mitgliedstaaten sollen dieses Datenblatt über das Schengener Informationssystem abrufen können.

Die gegenseitige Anerkennung von Abschiebeentscheidungen bleibt aber vorerst freiwillig: Ein EU-Land kann die erlassene Entscheidung eines anderen EU-Landes anerkennen und vollstrecken, muss es aber nicht. In diesem Aspekt waren sich das Parlament und die Mitgliedstaaten im Vorfeld uneinig. Während das Parlament auf eine verpflichtende Anerkennung ab 2027 pochte, war dieser Punkt unter den Mitgliedstaaten umstritten.

Laut der Pressemitteilung des Parlaments wird die EU-Kommission die gegenseitige Anerkennung innerhalb von zwei Jahren prüfen und dann gegebenenfalls die verpflichtende Anerkennung vorschlagen, laut den Mitgliedstaaten soll dies nach drei Jahren passieren. Der finale geeinigte Gesetzestext liegt noch nicht vor.

Mit ERO werden personenbezogene Daten von Menschen in Abschiebeverfahren für Tausende Polizeibeamt*innen in der gesamten EU zugänglich, warnen Menschenrechtsorganisationen. Das Schengener Informationssystem II, das größte Migration- und Polizeidaten-Austauschsystem der EU, sei für wiederholten Datenmissbrauch und die systematische Verweigerung der Datenschutzrechte bekannt. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Polizei- und Einwanderungsbehörden sich nicht an Vorschriften gehalten haben. Die Verordnung baut direkt auf dieser Architektur auf und verstärkt ihre Eingriffsintensität.

Menschen ohne Papiere „wie Straftäter behandelt“

Scharfe Kritik gab es auch von Abgeordneten im EU-Parlament. Mélissa Camara, Schattenberichterstatterin der Grünen für die Rückführungsverordnung, bezeichnete die erzielte Einigung als „beschämend“. Den Standpunkt des Parlaments hatte die konservative EVP-Fraktion unter der Führung des deutschen CSU-Politikers Manfred Weber mit rechtsaußen Parteien wie der AfD im März verhandelt und verabschiedet. „Dieser Text verankert fremdenfeindliche Ideen und Rhetorik auf Kosten der Grundrechte von Migranten, deren einziger Fehler darin bestand, mit dem falschen Pass geboren zu sein“, so Camara. „Grundrechte stehen an der Spitze der Normenhierarchie und dürfen nicht einfach mit Füßen getreten werden.“

Auch die innenpolitische Sprecherin der europäischen Sozialdemokrat*innen Birgit Sippel äußerte sich kritisch zur Verordnung. „Parlament und Mitgliedstaaten haben im Hau-Ruck-Verfahren eine Einigung gefunden und damit trotz sinkender Ankunftszahlen der Panikmache der Rechten in Europa nachgegeben“, sagte sie. „Alle Betroffenen werden de facto wie Straftäterinnen und Straftäter behandelt.“

Die neuen Abschieberegeln müssen vom EU-Parlament und den EU-Staaten noch formal abgesegnet werden. Die Verordnung tritt in Kraft, sobald sie im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurde. Einige Bestimmungen, darunter solche zu den Abschiebezentren, gelten dann sofort. Andere Regelungen werden nach einer Übergangszeit von zwölf Monaten angewandt.

Ob die Verordnung tatsächlich zu höheren Abschiebezahlen führen wird, bleibt indes fraglich. Mehr als 250 Organisationen gehen davon aus, dass sie den gegenteiligen Effekt haben wird: Da Abschiebung zur Standardoption für Menschen ohne legalen Aufenthalt wird, werde die Verordnung die Zahl der ausreisepflichtigen Menschen eher künstlich in die Höhe treiben. Auch die von der Politik häufig bemühte Erzählung einer Vollzugslücke – etwa dass es einen massiven Rückstand an Abschiebungen gebe und nur jede fünfte Person, gegen die eine Ausreiseanordnung ergangen ist, tatsächlich abgeschoben werde – basiert auf falschen Zahlenspielen und statistischen Verzerrungen, kritisieren Wissenschaftler*innen.

Über die Autor:innen

  • Timur Vorkul

    Timur ist seit September 2025 Volontär bei netzpolitik.org. Er hat Sozialwissenschaften und Kulturanthropologie studiert und zuletzt für den MDR gearbeitet. Neben seinem Volontariat macht er Beiträge für den Fernsehsender KiKA. Er interessiert sich für staatliche Überwachung, Migrationsregime und Ungleichheit.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP)

    Foto: Darja Preuss


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20 Kommentare zu „Ein Abschieberegime, von dem Rechtsextreme geträumt haben“


  1. Anonym

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    Was machen die eigentlich, wenn die weiterreisen wollen? Aus einem Drittland? Ist das überhaupt geklärt?


    1. Anonym

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      Wahrscheinlich gilt das dann als Asylantrag zurückgenommen.


    2. Anonym

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      Weiterreisen wollen ist irrelevant.

      Wer weiterreist, wird das dürfen, denn es ist weniger Aufwand für alle. Aber „wollen“ reicht nicht.


      1. Anonym

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        Nee ich meine wirklich „geklärt“. Würde mich nicht wundern, wenn unser Drittland da andere Pläne hätte, zumindest irgendein zukünftiges Drittland. Naja, dann kann sicherlich irgendwer klagen…


      2. Anonym

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        > Weiterreisen wollen ist irrelevant.

        Nein. Es ist eine Einrichtung in einem Drittland. Das Drittland hat ausschließlich monetäre Anreize, zuzüglich potentieller zukünftiger Handelskarotten

        > Wer weiterreist, wird das dürfen, denn es ist weniger Aufwand für alle. Aber „wollen“ reicht nicht.

        Nicht alle sind bettelarm, dennoch z.B. Flüchtlinge. Das Drittland bekommt Geld für die Lager, nach welchen Kriterien auch immer. Hier geht es um die kleinen oder weniger kleinen Teufel im Detail.


  2. Anonym

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    Ist es möglich gegen den Zustimmungsakt der Bundesregierung (falls die planen zuzustimmen) im Rat zu sowas eine Verfassungsbeschwerde einzulegen? Ist mir nur so als Idee gekommen, da ja die Bundesregierung exlizit auch an deutsche Grundrechte gebunden ist.


  3. Anonym

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    Ich glaube nicht, dass Merkel 2015 strategisch gehandelt hat, und ich halte ihr „wir schaffen das“ in dem Moment für ehrlich.

    Aber sie hat damit eine Situation geschaffen, die „links“ selbstgewählt auf Jahrzehnte zuverlässig in die Opposition verbannt oder gleich aus dem Parlament wirft. Dass die CDU mit Laschet vergeigt, war nicht absehbar, aber Scholz hat zuverlässig die Kanzlerschaft für Merz erarbeitet.


    1. Anonym

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      Eigentlich hat nicht Merkel diese Situation geschaffen. Die Gesamtheit und Gesamtträgheit der Parteien, Regierung wie Opposition, hat zu seinem Schönheitsproblem geführt. Es war einfach schöner, auf Merkel zu schimpfen, statt eine sinnvolle und wirksame Asyl- und Einwanderungsgesetzgebung zu bauen.

      Das war schon lange angekreidet worden, wäre angesagt gewesen, ist aber nicht passiert. Man war sich zu schön dafür. Das ist der eigentliche Fehler. Merkels Anteil, womöglich auf Europa zu verweisen, was nicht ganz falsch ist, denn dieses ist sich in Gänze auch zu hübsch für neue Regelungen gewesen.

      Das ist eigentlich überhaupt nicht Merkels Debatte. Wie kann man kritisieren, Menschen nicht an der Grenze sterben zu lassen? Artenschutzargumente? Tierwohl? Blame it on Österreich? Das war eine sinistre Situation, in der EU-Länder sich verschworen haben, die Flüchtlinge nach Deutschland wallen zu lassen, wohl aufgrund der unmanagbaren dysfunkten Regeln auf europäischer Ebene.

      Das mag hier alles nicht ganz korrekt sein, in sich oder im Detail, aber es ist als Arbeitshypothese, auch unter Berücksichtigung danach noch erfolgter Situationen und Debatten, unter Garantie näher an der Realität als „Merkel war’s“.


      1. Anonym

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        Ich schimpfe nicht auf Merkel. Ich stelle fest, dass sie letztlich eine Situation etabliert hat, in der die „linken“ sich von den Wählern isolieren und die stärker werdende AfD eine CDU-Regierung mit Koalitionsanhang erzwingt.

        Ich würde eher auf die „linken“ schimpfen, die alles einem Thema ohne eigene Lösungsvorschläge unterordnen und damit de facto aufgegeben haben.


        1. Anonym

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          Nun gut, wobei man dann wiederum sagen könnte, dass die rechte Propaganda die Situation etabliert hat, und Merkel nur die Aufreißerin war :). Was die Beurteilung der Akteure ab da betrifft, ändert sich wohl zugegebenermaßen nicht viel.

          Post-Truth-Akteure werden wohl nicht auf die richtige Weise angegangen.


          1. Anonym

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            Die Situation sind die Migrationszahlen und die damit verbundenen Ressourcenanforderungen und gesellschaftlichen Verschiebungen, das haben ganz sicher nicht die Rechten etabliert. Die Rechten reden darüber, natürlich in ihrem Sinne. Die „linken“ haben leider keine greifbaren Lösungsvorschläge und können daher nicht mal darüber reden.


  4. Anonym

    ,

    Da hat Flinten Uschi wieder ihr ganzes Können gezeigt. Die AFD ist auch dermaßen begeistert, dass sie sich erstmal Tips von einem ICE-Offizier geholt hat.

    Da wächst zusammen..Dann ist es bis zum Schießbefehl wohl auch nicht mehr weit.


    1. Anonym

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      Wenn die Gegenseite ausser Empörung nichts anbieten kann, muss man für Erfolge nicht viel tun…


  5. Anonym

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    Bschämend sind auch die Leistungsbeschränkungen, ‚Brot, Bett und Seife’ genannt.

    Vom EuGH und Sozialgerichten wurde diese Praxis jetzt einkassiert.

    Es geht um Menschen, auch wenn ein paar Parteien sich damit schwertun.

    800 Mrd lassen sich ja auch ad hoc aus dem Hut zaubern, wenn man will.


    1. Anonym

      ,

      Leider haben die meisten akademischen „linken“ keinerlei Vorstellungen von Ressourcen und Infrastruktur, und ich habe sowas jahrelang in dem Umfeld gemacht.

      In „Geld“ kann man nicht wohnen, „Geld“ versorgt keine Kranken, „Geld“ bildet niemanden, „Geld“ entsorgt keinen Muell, „Geld“ integriert niemanden, „Geld“ schafft keinen gesellschaftlichen Konsens und Zusammenhalt, „Geld“ ueberbrueckt keine religioesen oder kulturellen Differenzen und Konflikte. „Geld“ garantiert auch keinen Zugriff auf Ressourcen.

      „Geld“ ist das kleinste Problem, und mehr als „wir muessen Geld drucken oder es den Reichen wegnehmen“ haben die „linken“ leider nicht als Loesungsansatz. Weswegen sie alle anderen Probleme ignorieren oder tabuisieren, aber das funktioniert nur in einem sehr kleinen, und eher privilegierten, Teil der Bevoelkerung.


  6. Joachim

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    Nun, immerhin scheint die Justiz in der EU (wenigstens in einem Fall) unabhängig zu sein.

    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eugh-urteilasylleistungen-kuerzung-100.html

    Was ich nicht verstehe: der Gerichtshof hält die Einschränkung der Handlungsfreiheit für menschenrechtswidrig. Menschenrechtsverletzunngen sind Verbrechen. Wo also sind die Konsequenzen für die Verantwortlichen?

    Dass die geplanten Abschieberegeln der EU weitaus stärkere Auswirkungen auf die Menschenrechte haben, als die Kürzung von Sozialleistungen, bedeutet dann was?


    1. Anonym

      ,

      Das wird mittelfristig zu einer Aenderung der Gesetzeslage fuehren, denn Realitaet verhandelt nunmal nicht.


  7. EU-Parlament stimmt für Abschiebezentren außerhalb der EU

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    Das Europäische Parlament hat eine umstrittene Verschärfung der EU-Asylpolitik auf den Weg gebracht. Rechte Abgeordnete feierten die Entscheidung mit lautem Applaus.

    Die christdemokratische EVP-Fraktion hatte laut Medienberichten mit Rechtsaußen-Parteien wie der AfD über den Text verhandelt. Nach Informationen der ZEIT berieten die zuständigen Berichterstatter der vier rechten Fraktionen über Monate hinweg in Arbeitssitzungen über den Entwurf. Parallel gab es unter Mitarbeitern Absprachen in einer WhatsApp-Gruppe. Zur EVP-Fraktion gehören auch CDU und CSU.

    Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2026–03/flucht-migration-abschiebezentren-eu-drittstaaten-gxe


    1. Anonym

      ,

      Es ist ein demokratisch gewähltes Parlament. Die Linke hat bei der letzten Wahl bekanntlich eindeutig positioniert ihr Ergebnis auf 2,7% halbiert.

      Das Problem ist halt, dass man grosse Mehrheiten in einer Demokratie nicht aufhalten kann, ohne die Demokratie abzuschaffen.


      1. Anonym

        ,

        @Anonym 18. Juni 2026

        > Das Problem ist halt, dass man grosse Mehrheiten in einer Demokratie nicht aufhalten kann, ohne die Demokratie abzuschaffen.

        Vorsicht! Die neurechten Konservativen geben vor demokratisch zu sein. Sie lassen sich demokratisch wählen, erzählen von neuer Freiheit, betreiben aber den Abbau der Demokratie wie in den USA und Russland, wo immer noch Wahlen besonderer Art stattfinden.

        Ja, die Verblödung der Massen ist schon so weit fortgeschritten. Die Konservative Revolution schreitet voran, mit Herrn Dobrindt als Gallionsfigur.

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