Demokratie
Digitale Demokratie, politische Kommunikation, e‑Government, Wahlen & Wahlkampf, Lobbyismus, Campaigning, soziale Bewegungen & Protest.
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: Alvar Freude freigesprochen (again and again)
: Alvar Freude freigesprochen (again and again) Zur Strafbarkeit eines Internetauftritts
eines KommunikationsdesignersDie Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte einen 33 Jahre alten, in Stuttgart lebenden Kommunikationsdesigner u. a. wegen Verbreitens von Propagandamitteln und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sowie wegen Zugänglichmachens volksverhetzender Schriften angeklagt. Der Angeklagte tritt für ein „freies, unzensiertes“ Internet ein und hatte auf seiner eigenen Homepage zu Informationszwecken eine über 100 Seiten starke Dokumentation über Sperrverfügungen einzelner Webseiten ins Internet gestellt. Sie enthielt vom ihm gesetzte Links zu gesperrten, aus den USA stammenden Webseiten, die strafbare neonazistische Inhalte aufwiesen. Dadurch waren diese Seiten für die Besucher der Homepage durch bloßes Anklicken erreichbar.
Das Landgericht hatte den Angeklagten freigesprochen. Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts hat die dagegen gerichtete Revision der Staatsanwaltschaft verworfen und damit den Freispruch bestätigt. Der Senat hat den Einzelfallcharakter seiner Entscheidung hervorgehoben und betont, es handele sich nicht um ein verallgemeinerungsfähiges Urteil. Grundsätzlich sei ein Linksetzer, der mittels einer solchen Verbindung verbotene Inhalte, etwa rechtsradikale Propaganda, im Internet zugänglich mache, dafür strafrechtlich verantwortlich.
Im vorliegenden Fall habe sich der Angeklagte auf die Ausnahmevorschrift des § 86 Abs. 3 StGB berufen können. Die dort geregelte, die Strafbarkeit ausschließende sog. Sozialadäquanzklausel schützte die verfassungsrechtlich gewährleistete Meinungs- und Informationsfreiheit und wolle von der Allgemeinheit gebilligte Handlungen von der Strafbarkeit ausnehmen. Letztlich entscheiden die objektiv erkennbare Zielrichtung und eine Einzelfallabwägung darüber, ob eine – an sich strafbare – Handlung legitimen, vom Gesetzgeber in § 86 Abs. 3 StGB anerkannten Zwecken, z. B. der Aufklärung oder Berichterstattung, dient und damit straffrei bleibt (wie etwa der Abdruck einer Hakenkreuzfahne in einem Geschichtsbuch) oder die Tatbestände der Volksverhetzung oder der entsprechenden Staatsschutzdelikte bejaht werden müssen (wie etwa beim Verbreiten verbotener Kennzeichen oder rechtsradikalen Gedankenguts unter dem Vorwand der Aufklärung).
Bei der Beurteilung im Rahmen des § 86 Abs. 3 StGB komme auch dem Gesamtzusammenhang, in dem sich die Darstellung befindet, und die Frage, ob sich der Handelnde von strafbaren Inhalten – wie hier – erkennbar distanziert oder sich mit ihnen identifiziert, Bedeutung zu.
Die vorzunehmende Würdigung obliege in erster Linie der Tatsacheninstanz. Als Revisionsgericht habe das OLG seiner Nachprüfung die im Urteil des Landgerichts getroffenen Feststellungen zugrunde zulegen. Nach diesen Maßstäben sei der Freispruch hier nicht zu beanstanden.Urteil v. 24. April 2006 – 1 Ss 449/05
Stuttgart, den 24. April 2006 -
: Save the Internet – Kampagne
: Save the Internet – Kampagne Save the Internet ist eine neue „Send a letter to Washington“-Kampagne zum Thema Netzneutralität. Einer der Slogans ist „Don’t Let Congress Ruin the Internet“.
Dazu gibt es ein Manifest:
SavetheInternet.com Coalition Statement of Principles
We believe that the Internet is a crucial engine for economic growth and democratic discourse. We urge Congress to take steps now to preserve network neutrality, a guiding principle of the Internet, and to ensure that the Internet remains open to innovation and progress.
Network neutrality is the Internet’s First Amendment. Without it, the Internet is at risk of losing the openness and accessibility that has revolutionized democratic participation, economic innovation and free speech.
From its beginnings, the Internet was built on a cooperative, democratic ideal. It has leveled the playing field for all comers. Everyday people can have their voices heard by thousands, even millions of people. Network neutrality has prevented gatekeepers from blocking or discriminating against new economic, political and social ideas.
The major telecommunications legislation now under consideration in Congress must include meaningful and enforceable network neutrality requirements to keep the Internet free and open to all.
Bei Youtube gibt es ein Video über „Net Neutrality“ von Alex Curtis, der das für Public Knowledge gemacht hat:
Nett gemacht und leider wenig übertragbar aufs deutsche Fraktionssystem: Eine Flash-Karte zeigt, welche Position die Politiker in dem entscheidenden Ausschuss vertreten.
In einer FAQ wird ausführlich erklärt, worum es bei Net-Neutrality geht:
What is network neutrality?
“Network neutrality” — or “net neutrality” for short — is the guiding principle that preserves the free and open Internet. Net neutrality ensures that all users can access the content or run the applications and devices of their choice. With net neutrality, the network’s only job is to move data — not choose which data to privilege with higher quality service.
Net neutrality is the reason why the Internet has driven innovation and economic growth. It’s why the Internet has become an unrivaled environment for open communications, civic involvement and free speech. But there’s currently no law on the books protecting net neutrality. If Congress doesn’t take action now, the future of the Internet is at risk.
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: Humorresistenz, Freispruch, Revision
: Humorresistenz, Freispruch, Revision Der Föderalismus in Deutschland ist nicht nur ein leeres Wort. Täglich wird er mit Leben ausgefüllt, beispielsweise in
FreiburgTübingen, wo aus Sorge um japanische Touristen ein durchgestrichenes Hakenkreuz dem Besitzer zum Verhängnis wurde. Während man in anderen Teilen der Republik (Föderalismus!) vom Schickelgruberfanclub für so etwas geplättet würde, übernimmt das in BaWü die Staatsanwaltschaft mit anderen Mitteln.Die Freuden des unkreativen Umganges mit Gesetzen darf auch Alvar Freude erleben:
* Amtsgericht Stuttgart: 120 Tagessätze
* Landgericht : FreispruchUnd nun eine Revision durch die StA, die sich mit angewandter Satire auf Realsatire nicht anfreunden will:
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart legt Revision gegen den Freispruch von Alvar Freude ein. Freude wurde Volksverhetzung, Beihilfe zur Volksverhetzung und Beihilfe zur Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen.
Wer gerade in der Gegend ist, kann es sich ja mal anschauen:
Staatsanwaltschaft Stuttgart legt Revision gegen Freispruch im Linkverfahren ein – die öffentliche Verhandlung findet statt am Montag, den 24. April 2006 um 10:00 Uhr beim Oberlandesgericht Stuttgart in Saal 2. [1]
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: Presentation: Free Content for a Free Society
: Presentation: Free Content for a Free Society This presentation explains and propagates the spirit of the free software movement. It describes the application of the model of free software licensing to other kinds of culture as well. This is a gift from me to the community. It is licensed under the German Creative Commons attribution license and is ready to be built upon and reworked!
You can watch this presentation on my flickr userpage and link to it. If you wish to show it or print it out, use the screen PDF version (4:3) respectively the letter-sized PDF version. For compiling I used InDesign, you can use the proprietary sources (english and german, 15 MB).
Thanks very very much to Elizabeth Stark and Julian Finn for the translation!
Die überarbeitete, deutsch-sprachige Fassung gibt es als flickr-Set, als Screen-PDF und als A4-PDF
I wish you happy linking and re-using!
This presentaion was part of my application to the course of studies on society and economic communications the university of arts (Berlin). About 13 hours of my net-livetime before deadline i thought: ok, you have to change the hole concept of your application and make something different …
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: Tibet-Gaming über Bande
: Tibet-Gaming über Bande Wikipedia enthält einen Artikel zu Tibet.
Das ist gelogen.
Die deutschsprachige Wikipedia enthält einen Artikel mit dem Titel „Tibet“. Noch dazu eine Kategorie „Tibet“ mit 48 Artikeln und 6 Unterkategorien und insgesamt 250 Artikel mit Tibet-Bezug. In der englischen Sprache sind es knapp doppelt so viele.
Insgesamt wurde der Tibet-Artikel bisher ungefähr 600 Mal bearbeitet und trägt seit Februar 2006 in der deutschsprachigen Wikipedia das halb-Gütezeichen „Lesenswerter Artikel“.
In der FAZ ist heute ein Artikel „Bestenfalls Blauäugig“ von Klemens Ludwig über diesen Artikel zu lesen. Aufhänger ist eine Pressemitteilung der Tibet Initiative Deutschland vom Febuar 2006.
TID kritisiert Wikipedia
Stichwort „Tibet“ verbreitet offizielle chinesische Sichtweise
Nun muss man wissen, daß es der Anspruch der Wikipedianer ist, die Sache genau zu nehmen. Im Grunde kann man nur hoffen, daß Wikipedia genau dies tut, nämlich die Sichtweise der chinesischen Regierung zu verbreiten. Was Wikipedianer nicht machen, ist, sich die regierungschinesische Sichtweise anzueignen. Dieser Unterschied hat gewaltige Konsequenzen.
Er ist im Handbuch unter Wikipedia:Neutraler Standpunkt dargelegt:
Ein guter Artikel stellt u.a. auch die verschiedenen Standpunkte zum Thema dar. Sofern die verschiedenen Standpunkte ähnlich ausführlich beschrieben sind, stellt der Artikel als gesamtes den neutralen Standpunkt dar. So ist es bei vielen Artikeln möglich neben dem Befürworter- auch den Gegner-Standpunkt zu beschreiben (z.B. in einem Abschnitt der mit ‚Kritik’ betitelt wird).
Hand in Hand mit der Neutralität geht übrigens auch die Pflicht, Quellen zu nennen. Klingt trivial, ist es aber nicht immer. Wikipedia ist kein Ort, um die Frage der ethnischen Zusammensetzung Tibets (oder die Frage, wie viel Gebiet Tibet genau ist) zu klären. Wir verweisen auf belastbare externe Quellen, die dies mit eigenen Worten darstellen.
In der FAZ lässt sich die TID zitieren:
Unsere wichtigste Quelle sind die Flüchtlinge in Indien.
Das ist insofern schwierig, als dass „Ich hab’s von einem Flüchtling in Indien“ als Beleg wenig hilft. Eine wissenschaftliche Fachpublikation, die mit einer gesicherten Methodik solche Aussagen auswertet, ist da schon etwas anderes.
Was gestern und heute einzelne Wikipedianer aufgeregt hat, ist die Tatsache, daß der FAZ-Autor offenbar Mitglied der TID ist und mal ihr erster Vorsitzender war. Wäre da nicht noch im Artikel dafür etwas Platz gewesen? Stand nicht ein Kollege bereit, der hier den Artikel hätte schreiben können?
Als Ratschlag, der auch ausserhalb der Wikipedia hilfreich sein könnte, bleibt mir wieder Wikipedia:Neutraler Standpunkt:
Wer in einem sehr emotionalen Verhältnis zu einem bestimmten Thema steht, sollte auf eine Mitarbeit in dem betroffenen Themengebiet verzichten, um die Neutralität nicht zu beeinträchtigen.
Disclaimer: Der Autor ist Wikipedianer.
Leserbrief von Elisabeth Bauer, Wikipedianerin und im Artikel zitiert an die FAZ, hierher in Kopie:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Mit einigem Befremden habe ich als Pressesprecherin der Wikipedia Ihren
Artikel „Bestenfalls Blauäugigkeit“[1] gelesen. Es wäre vielleicht
angebracht gewesen, bei einem Beitrag über Vorwürfe der Tibet Initiative
Deutschland e.V. gegen Wikipedia den Hintergrund des Autors als
ehemaligem ersten Vorsitzenden dieses Vereins[2] zu erwähnen. Die
Presseerklärung auf der Website der TID zu diesem Fall[3] ist der
Wikipedia niemals zugegangen. Von dort behaupteten Kontaktaufnahmen bzw.
einem Angebot zur Mitarbeit ist uns nicht bekannt. Dagegen steht seit
21. Dezember 2005 auf der Diskussionsseite des Tibetartikels eine
bislang unbeantwortete Einladung an die TID zur Mitarbeit am Artikel[4].Die Mitarbeit an der Wikipedia und Korrekturen an Artikeln stehen
prinzipiell allen offen. Als Enzyklopädieprojekt müssen wir allerdings
darauf bestehen, dass insbesondere umstrittene Behauptungen mit
anerkannten Quellen belegt werden, mögen sie auch noch so wahr sein.
Darauf wird bei jeder Bearbeitung hingewiesen. Die Wikipedia-Richtlinie
des Neutralen Standpunkts fordert, ebenso die offizielle chinesische
Sichtweise wie anerkannte kritische Sichtweisen darzustellen. Nach der
Richtlinie sollen Artikel selbst nicht Position beziehen, sondern
konkurrierende Darstellungen so neutral wie möglich beschreiben. So
finden sich im Artikel „Tibet“ zum Beispiel neben den offiziellen
chinesischen Bevölkerungsangaben auch die Schätzungen der tibetischen
Exilregierung. Chinesische wie exiltibetische Darstellungen sind als
solche kenntlich gemacht.Insofern kann ich die Vorwürfe („Bestenfalls Blauäugigkeit“) nicht ganz
nachvollziehen. Als offene Enzyklopädie muss sich Wikipedia der
Einflußnahme zahlreicher Interessen- und Lobbygruppen erwehren. Die
freiwilligen Autoren achten deshalb zunehmend darauf, dass nur
ausreichend belegte Angaben Eingang in Artikel finden.Eine Korrektur noch: Wikipedia-Artikel haben keinen alleinigen Autor,
wie der Artikel suggeriert. Am Artikel über Tibet etwa arbeiten vier bis
fünf Autoren regelmäßig mit, nicht mitgerechnet diejenigen freiwilligen
Mitarbeiter, die alle Änderungen auf unkommentierte Textlöschungen und
unbelegte Behauptungen überprüfen und gegebenenfalls rückgängig machen.
Die Behauptung, der Autor einer Passage hätte Änderungen selbst
zurückgesetzt, erscheint mir deshalb etwas gewagt.mit freundlichen Grüßen,
Elisabeth Bauer[1]
http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~EC7764D4EE9CC432C9C0157FA5433AC54~ATpl~Ecommon~Scontent.html[2] http://www.tibet.de/tib/tibu/2004/tibu70/70tid.html
[3]
http://www.tibet-initiative.de/frames.html?Seite=/Kap9/9–4/Kap9_4-135.html
(auf der Diskussionsseite des Artikels in der Wikipedia findet sich
lediglich eine anonym eingestellte anderslautende, angeblich von der
Tibetinitiative stammende Presseerklärung, die aber wiederum nicht auf
deren Website zu finden ist)
[4]
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Tibet#Ausschließlich_antichinesische_Haltung_ist_unangebrachtAnmerkung:
Elisabeth Bauer war als Wikipedianerin an der Formulierung von Texten aus dem Handbuch beteiligt, so auch an den Texten zum Neutralen Standpunkt.
Anmerkung 2: FAZ.NET hat einen redaktionellen Kodex, der hier unter Umständen einschlägig sein könnte.
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: Firefox-Video-Wettbewerb
: Firefox-Video-Wettbewerb SpreadFirefox hat die ersten Einreichungen des Firefox-Video-Wettbewerbs veröffentlicht. Allerdings bin ich etwas verwundert über die verwendete Technik. Mein frisch installierter Firefox 1.5 will das eingebundene Quicktime-Video nicht abspielen, beim automatischen Plugin-Finder komme ich auf Apples-Seite, wo es aber keine Plugins für Linux gibt. Es ist mir daher leicht unverständlich, weshalb man keine offenen Formate anbietet, bzw. zumindest solche, die standardmässig bei einer Firefox-Installation dabei sind. Eines der Videos findet man zumindest im Quicktime-Format hier.
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: UK: Video-Clips für Wahlwerbespots erstellen
: UK: Video-Clips für Wahlwerbespots erstellen The Guardian berichtet über eine Kampagne der britischen Konservativen für die nächsten Kommunalwahlen:
Your chance to star in the Cameron Show. Und zwar sollen Bürger 30 Sekunden lange Video-Clips zum Thema „What would you do to improve your local environment?“ erstellen. Drei Clips sollen als konservative Werbespots im Fernsehen gesendet werden. -
: Culture Jamming mit Open Source Marketing
: Culture Jamming mit Open Source Marketing Open Source Marketing bringt ja etliche Vorteile mit sich, wenn man es richtig einsetzt. Allerdings eignet es sich offensichtlich nicht für alle Produkte, wie derzeit die Firma Chevy in den USA feststellen muss. Diese verkauft SUVs, das sind diese riesigen Gelände-Sportwagen, welche massiv die Umwelt verpesten und in den USA gross in Mode sind. Chevy hat eine Webseite aufgesetzt, wo Internetnutzer eigene SUV-Werbespots zusammenklicken können. Die Idee ist ja eigentlich prima, aber ich vermute mal, dass nicht damit gerechnet wurde, dass nun massiv von SUV-Kritikern die Plattform zum Culture Jamming genutzt wird, um in Werbespots auf die ökologischen Schäden hinzuweisen. Oder war das so geplant, frei nach dem Motto „Auch schlechtes Marketing ist gutes Marketing“?
CNet hat auch noch einen Artikel dazu: GM slow to react to nasty ads. Und auf der Webseite „Heavy on the Chevy“ kann man die besten Kritiker-Videos bewerten.
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: Schweiz: Lokalwahlen – 28 Stimmen per SMS ab
: Schweiz: Lokalwahlen – 28 Stimmen per SMS ab Das Pilotprojekt e‑voting des Kantons Zürich setzte ihr System erstmals für eine Wahl eines Parlamentes (Gemeindeparlament) und einer Exekutive (Stadtrat) ein. Vorher wurde es nur für Sachabstimmungen verwendet.
Gemäss Tagesanzeiger haben, dabei
Nur gerade 28 Personen – weniger als ein Prozent der abgegebenen Stimmen – entschieden sich, per SMS zu wählen. Über das Handy zu wählen, sei eine anspruchsvolle Übung, sagte Ko-e-Voting-Projektleiterin Elisabeth Prader auf Anfrage. Die Leute seien es sich zudem nicht gewohnt.
Kein Wunder immerhin kann man nach der Anleitung Listen kumulieren, panaschieren und zur Sicherheit darf man noch Passwörter eingeben. Insgesamt gingen 700 Stimmen ein, davon 21% über elektronische Medien. Als Randbemerkung ist noch zu sagen, dass briefliche Abstimmungen in der Schweiz unterdessen der Normalfall sind und immer weniger Leute am Abstimmungstag selber an die Urne gehen.
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: Präsentation: Freie Werke für eine freie Gesellschaft
: Präsentation: Freie Werke für eine freie Gesellschaft Die neue, zweite Version der Präsentation findet Ihr unter den Links zu den PDFs bzw. zur flickr-Seite. Es gibt auch eine englische Übersetzung.
Diese zwölfseitige Präsentation erklärt und propagiert den Geist der Open-Source-Bewegung. Sie drückt den Gedanken der Übertragung des Lizenzmodells Freier Software auf andere geistige Schöpfungsarten aus. Mit der Veröffentlichung unter der Creative Commons Namensnennungs-Lizenz schenke ich sie hiermit der Community und biete damit die zahlreiche Verwendung und gemeinsame Verbesserung an.
Auf die Präsentation lässt sich auch über meine flickr Nutzerseite zugreifen und verlinken. Zum Offline-Zeigen und Ausdrucken gibt es auch je ein PDF im Format eines 4:3 Monitors bzw. eines Blattes A4 Papier. Gesetzt wurde die Präsentation in InDesign, die Quelldaten gibt es für die beiden Versionen (deutsch und englisch) als ZIP (15 MB). Für eine englische Übersetzung hat sich bereits Julian vom zeitspuk.de-Blog gemeldet, Danke! Diese gibts hier dann in den nächsten Tagen.
I wish you a happy linking and re-using.
Die Präsentation fertigte ich als Arbeitsprobe für meine Bewerbung auf das Fach Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste (Berlin) an. Circa 13 Stunden Nettolebenszeit vor Abgabe der Bewerbung kam ich auf die Idee, das ganze Konzept meiner Mappe zu ändern und kam auf …
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: Transparency International: Nominierungen für Integrität gesucht
: Transparency International: Nominierungen für Integrität gesucht Transparency International, allseits geschätzte NGO im Bereich der Korruptionsbekämpfung, sucht Nominierungen für ihren „Integrity Award“
Auf der deutschen Hauptseite steht:
Transparency International ruft zu Nominierungen für den Integrity Award 2006 auf. Mit dem Preis werden jährlich einzelne Personen und NGOs ausgezeichnet, die sich besonders im Kampf gegen Korruption engagieren. Bis zum 2.6.2006 können Sie preiswürdige Kandidatinnen und Kandidaten vorschlagen. Bitte wenden Sie sich dazu an die Geschäftsstelle:
Weitere Informationen für die Nominierung von außergewöhnlichen Menschen gibt es unter einer englischsprachigen Seite.
In other, totally unrelated news: Moni und Udo sagen, daß sich die juristische Angelegenheit für sie nun erledigt hat. Glückwunsch an diese außergewöhnlichen Menschen :)
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: Der Bundestag spricht RSS
: Der Bundestag spricht RSS Das Internetangebot des Deutschen Bundestages verfügt jetzt auch über verschiedene RSS-Feeds:
„Aktuelle Pressemitteilungen des Deutschen Bundestages“
„Analysen und Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste“
HiB-Meldungen des Deutschen Bundestages
Ein praktischer Service für BürgerInnen, der bisher nur in der Form von Newslettern angeboten wurde. Wenngleich es nur ein sehr kleines Partizipationselement ist, so empfinde ich RSS aber als grosse Hilfe, dem Geschehen im Deutschen Bundestag besser folgen zu können als in Newslettern. Wünschenswert wäre jetzt noch die Volltextanzeige statt des Anreissers.
(Gut möglich, dass es diesen Service schon länger gibt)
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: Vortrags-Podcast: Wer regiert im Internet?
: Vortrags-Podcast: Wer regiert im Internet? Hörenswert ist ein Vortrag (MP3) von Jeanette Hofmann beim 10. Bundeskongress für Politische Bildung in Mainz am 3. März:
Wer regiert im Internet? Diese Frage lässt sich für Jeanette Hofmann leicht beantworten: Niemand. Ob eine Regulierung des Internets sinnvoll wäre, ist dagegen schwieriger einzuschätzen. Sie legt dar, welche Gründe für und gegen eine Regulierung sprechen.
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: Probleme mit Vorratsdatenspeicherung, Urheberrecht oder Softwarepatenten?
: Probleme mit Vorratsdatenspeicherung, Urheberrecht oder Softwarepatenten? Probleme und/oder Sorgen in Verbindung mit EU-Richtlinien zu den Themen Vorratsdatenspeicherung, Jugendschutz, Biomtrischen Pässen, Urheberrecht, Softwarepatenten oder Industrie-Lobbyismus im Allgemeinen? Kein Problem, die EU-Kommission hört Dir zu. Zumindest theoretisch, denn es gibt jetzt ein Betroffenheitsforum für europaverdrossene Bürger: EU lädt europaverdrossene Bürger zum Gespräch ins Internet ein.
Die EU-Kommission reagiert mit dem Angebot auch auf die Ablehnung der EU-Verfassung in Frankreich und den Niederlanden im Jahr 2005. Die Kommission will besser die Rolle und die Vorteile der EU verdeutlichen. Es geht Wallström vor allem darum, das Vertrauen der EU-Bürger zurückzugewinnen.
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: Das McDonalds Videogame
: Das McDonalds Videogame Das McDonalds Videogame hat am Freitag Abend erstmal unser Büro lahm gelegt. In dem Flash-Spiel muss man die Produktionsabläufe der Burger-Kette nachspielen und das ist recht komplex angelegt: In vier verschiedenen Fenstern muss man sich um die Landwirtschaft, Fleischproduktion, Produktionsabläufe im Laden und dem Management inkl. Werbung und den Shareholdern kümmern. Dabei kann man auf Hilfsmittel wie Dschungel-Rodungen, Werbekampagnen und Gentechnik zurückgreifen. Das Spiel wurde von La Molleindustra in Italien programmiert und steht unter eine Creative Commons Lizenz auch zum Download bereit. Ein Multiplayermodus wäre noch wünschenswert.
Making money in a corporation like McDonald’s is not simple at all! Behind every sandwich there is a complex process you must learn to manage: from the creation of pastures to the slaughter, from the restaurant management to the branding. You’ll discover all the dirty secrets that made us one of the biggest company of the world.
Bei CNet gabs vor einem Monat mal einen Artikel zum Spiel: Games that stick it to ‚The Man’.
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: Reaktionen zum 2. Korb Urheberrecht – reloaded
: Reaktionen zum 2. Korb Urheberrecht – reloaded Da der zwei Tage alte Artikel zu den Reaktionen rund um den Kabinettsbeschluss zum 2. Korb mittlerweile von der Startseite verschwunden ist, sei hier nochmal darauf verwiesen, dass er weiterhin aktualisiert wird. Mit noch mehr Links zu Medienberichten, Blog-Kommentaren und politischen Reaktionen.
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: NNM-PM: Mehr Freiheit wagen – auch im Umgang mit Kulturgütern!
: NNM-PM: Mehr Freiheit wagen – auch im Umgang mit Kulturgütern! Wir haben als Netzwerk Neue Medien wieder eine Pressemitteilung veröffentlicht (Wird mal Zeit, dass die NNM-Webseite endlich mal überarbeitet wird):
Mehr Freiheit wagen – auch im Umgang mit Kulturgütern!
Markus Beckedahl, Vorsitzender des Netzwerk Neue Medien (NNM), erklärt zur heutigen Verabschiedung des neusten Entwurfes der Urheberrechtsnovelle durch das Bundeskabinett:
„Von dem Ziel, das Urheberrecht gemäß den Anforderungen der Wissensgesellschaft zu gestalten, ist auch der heutige Kabinettsbeschluss weit entfernt. Den veränderten gesellschaftlichen Realitäten trägt man nicht Rechnung, indem die Bagatellklausel für private Kopien von kopiergeschützten Werken gestrichen wird: Verbraucher besitzen die notwendige Technik zum Kopieren von digitalen Inhalten und werden sie auch weiterhin benutzen.
Wir sind von Frau Zypries maßlos enttäuscht worden. Die Bagatellklausel war nicht unser Wunsch – allerdings sahen wir sie als Kompromiss an, um das von Zypries definierte Ziel keine „Kriminalisierung der Schulhöfe” zu erreichen. Dieser Kompromiss wurde von Frau Zypries selbst vorgeschlagen und fehlt in ihrem heutigen Entwurf völlig. Für das private Kopieren von Musik drohen nun drei Jahre Haft – auch auf dem Schulhof.
Zwar können die Verfahren aufgrund von Geringfügigkeit eingestellt werden – doch sind hier die Verbraucher von der Laune und regionalen Befindlichkeiten der Staatsanwaltschaften abhängig. So kann es passieren, dass die nicht-gewerbliche Weitergabe von Mix-CDs an Freunde in Bayern Anlass für eine strafrechtliche Verfolgung sein kann, während es im Norden nicht verfolgt wird.
Für Verbraucherrechte sieht es auch bei der zweiten Novellierung des Urheberrechts schwarz aus: Weiterhin bleibt die Paradoxie bestehen, dass das Anfertigen privater Kopien zulässig, aber die Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen unter Strafandrohung verboten ist.
Wir fordern weiterhin eine Stärkung der Verbraucher durch ein durchsetzungsfähiges Recht auf die Privatkopie, welches in der aktuellen Debatte kaum eine Rolle spielt. Für die Entfaltung einer freien, offenen und nachhaltigen Wissensgesellschaft wünschen wir uns eine Politik, die mehr Freiheit wagt – auch im Umgang mit Kulturgütern!“
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: Politischer exe-Bildschirmschoner der CDU
: Politischer exe-Bildschirmschoner der CDU Auf der Suche nach parteipolitischen Informationen im Internet stieß ich auf den interaktiven CDU-Bildschirmschoner. Damit könnte ich mir über das Web mit „den aktuelle CDU-Schlagzeilen“ ziehen.
Leider gibt es ein Problem: ich verwende Linux und kann keine .exe-Dateien ausführen. Ich kann dazu auch keine Prüfung der Datei vornehmen, bevor ich sie installiere, weil sie nicht im Quellcode vorliegt. Dazu passt natürlich, dass mir bisher noch kaum positive, bejahende oder förderliche Äußerungen der CDU, die freie und plattformübergreifend verwendbare Software betrifft, untergekommen sind (tendenziell eher im Gegenteil, man möge meine Angaben ergänzen). Insgesamt ist der Zuschnitt auch eher niedrigschwellig:
Da der Schoner geladene News-Schlagzeilen lokal zwischenspeichert, benötigt er keine permanente Verbindung zum Internet und funktioniert auch offline. Das stellt sicher, dass der Bildschirmschoner keine ungewollten Online-Kosten verursacht!
Das stellte natürlich auch sicher, dass wenn ich offline bin, ich keine aktuellen Informationen oder neue Inhalte erhalte. Aber immerhin gibts auch das Angebot, die Nachrichten per RSS zu erhalten. Aber die Zielgruppe der Parteiwebseite interessiert das vermutlich nicht, denn das wird dort nirgendwo erwähnt. Es ginge auch anders, wie die Sozen zeigen: RSS wird erwähnt. Aber auch dort nur eine unschöne .exe.
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: Manchmal ist China wirklich mittelbar unschuldig
: Manchmal ist China wirklich mittelbar unschuldig Slashdot berichtet über einen Hoax einiger chinesischer Blogger, die aus „Protest“ ihr Blog mit dem Hinweis darauf schlossen, die chinesischen Behörden hätten das für sie erledigt. Rechercheunfreudige oder ‑unkundige Journalisten nahmen die Geschichte auf – sie passte ja ins Bild.
Das Wall Street Journal, auf das sich /. bezieht, hat mehr darüber.

