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Mögliches Ad-Blocker-Verbot: Verbraucherperspektive für Bundesregierung nicht so wichtig

Kommt das gesetzliche Verbot von Ad-Blockern? Die Bundesregierung prüft derzeit diesen Wunsch von Medienunternehmen. Für die Perspektive von Verbrauchern und das Problem von mit Werbung ausgelieferter Schadsoftware interessiert sie sich dabei nicht besonders.

Mit der Kombination aus „Blacklist“ und „Whitelist“ könne die Adblocker-Firma den Zugang zu Werbefinannazierung kontrollieren, sagt das Gericht Foto: CC-BY-SA 2.0 luckyfotostream

Bundesregierung und Bundesländer prüfen derzeit, ob sie den Einsatz von Ad-Blockern, mit denen man Werbung auf Webseiten unterdrücken und ausblenden kann, gesetzlich verbieten wollen. Das ist eines der Ergebnisse der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz, die von Ende 2014 bis Mitte 2016 Ideen für die „nationale und europäische Medienordnung“ erarbeitet hat. Federführend waren die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, und die Vorsitzende der Rundfunkkommission Rheinland-Pfalz, Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

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Eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag zeigt nun erneut, wie bestürzend einseitig das Verfahren bisher gelaufen ist. Unter Verweis auf das laufende Prüfverfahren gibt die Bundesregierung auf viele Fragen zwar keine Antwort. Ihre Prioritäten werden aber auch so deutlich genug.

Medienunternehmen bekamen exklusiven Workshop, um für ihre Forderung zu werben

Wie eine Informationsfreiheitsanfrage unserer Redaktion zeigte, wurde das Thema Ad-Blocker auf Druck der Bundesländer überhaupt erst zum Thema der Medienkonvergenz-Kommission gemacht. Zu einem Workshop im März 2016 der zuständigen Arbeitsgruppe Vielfalt wurden dann ausschließlich „Verbändevertreter aus Presse, Rundfunk, Online-Medien, Werbewirtschaft und Agenturen“ eingeladen.

Auf die Frage, warum neben dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft, der Arbeitsgemeinschaft Privater
Rundfunk und anderen „Stakeholdern“ nicht auch Verbraucher- oder Datenschutzorganisationen eingeladen wurden, antwortet die Bundesregierung knapp:

Der Workshop diente der Hintergrundinformation der Arbeitsgruppe zu den gegen Ad-Blocker erhobenen Beschwerden, die primär von der Medienwirtschaft vorgebracht worden sind.

Die berechtigte Frage, warum im Sinne einer ausgewogenen Information nicht auch eine breitere Expertise eingeholt wurde, bleibt damit freilich unbeantwortet. Hintergrundinformationen von anderen als den umsatztechnisch Betroffenen scheinen in dem Prozess bislang also nicht relevant zu sein. Informationen darüber, inwiefern sich durch die Vermeidung von Werbung Ressourcen sparen und Seiten schneller laden lassen, lägen ihr nicht vor, lässt die Bundesregierung schlicht wissen. Auf die Frage nach einer möglichen Abstimmung mit der Bundesdatenschutzbeauftragten, Andrea Voßhoff, heißt es in der Antwort lapidar, „eine offizielle Positionierung“ von ihr zu diesem Thema sei „nicht bekannt“.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion, Jan Korte, kritisiert das einseitige Vorgehen gegenüber netzpolitik.org:

Die Bundesregierung gibt unumwunden zu, dass wirtschaftliche Interessen der Medienunternehmen Grund für die Prüfung eines Ad-Blocker-Verbots waren. Dies ist an sich schon ein klares Einknicken vor den Lobbyinteressen der Medienunternehmen. Noch krasser ist allerdings, dass auch bei der Prüfung nur Vertreter eben dieser Unternehmen Gehör fanden. Dass das zu einer unabhängigen Meinungsbildung führt, glaubt doch kein Mensch. Hier werden legitime Interessen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich mit Ad-Blockern vor unverhältnismäßiger Werbung und Datensammelei schützen wollen, gegen die wirtschaftlichen Interessen der Medienunternehmen aufgewogen.

Wie groß das Malvertising-Problem ist? Keine Ahnung!

Gar nicht mal so selten: Malvertising auf Nachrichtenseiten. Screenshot: Twitter Hanno Zulla
„Grundsätzlich legitime Werbung im Online-Bereich“? Screenshot: Twitter/Hanno Zulla

Um bei diesem Thema die Interessen von Verbrauchern doch noch zu berücksichtigen, müsste die Bundesregierung sich zum Beispiel ernsthaft des Themas Malvertising annehmen, also der von Werbeservern gemeinsam mit Werbung ausgelieferten Schadsoftware. Auch danach haben die Abgeordneten der Linksfraktion gefragt. Die Bundesregierugn scheint sich des Problems zwar grundsätzlich bewusst zu sein – Veranlassung zum Handeln sieht sie aber offenbar nicht:

Eine Quelle von Links auf Schadprogramme sind auch Werbebanner, die von den Angreifern auf entsprechenden Plattformen eingestellt werden und wie legitime Online-Werbung auch auf vertrauenswürdigen Webseiten angezeigt werden können („Malvertising“). Bei beliebten Webseiten können hierüber viele Nutzer auf einmal getroffen werden. Die Bundesregierung verfügt über keine konkreten Erkenntnisse darüber, in welchem Ausmaß dies derzeit geschieht.

Schade! Im Sinne von Verbraucherinnen und Verbrauchern wäre es, sich dieser Problematik anzunehmen und zum Beispiel zu erheben, in welchem Ausmaß Malvertising derzeit auftritt. Die Bundesregierung sieht aber offenbar keinen akuten Handlungsbedarf:

Zum Schutz vor Malware bestehen aber eine Vielzahl von anderen technischen Möglichkeiten, die genutzt werden können, ohne dass grundsätzlich legitime Werbung im Online-Bereich gänzlich unterbunden wird. Zudem ist davon auszugehen, dass die Werbewirtschaft und die Anbieter von mit Werbung finanzierten Online-Inhalten darauf achten, dass die Nutzer durch die Übermittlung von Werbung nicht geschädigt werden.

Grundsätzlich legitime Werbung im Online-Bereich? Screenshot: Twitter/Alexander Svensson
„Grundsätzlich legitime Werbung im Online-Bereich“? Screenshot: Twitter/Alexander Svensson

Eine „abschließende Beurteilung der Bedeutung von Ad-Blockern beim Schutz vor Malware“ sei derzeit nicht möglich, so die Bundesregierung weiter. Ein Blick auf den Kern des Problems könnte hier helfen: Wie wenig die Medienunternehmen bislang in der Lage sind, die Vertrauenswürdigkeit der auf ihren Seiten ausgelieferten Werbung und damit den Schutz ihrer Nutzer zu garantierten, hatten Frank Rieger und Thorsten Schröder vom Chaos Computer Club erst bei der diesjährigen re:publica-Konferenz am Beispiel bild.de demonstriert: Ein zweiminütiger Aufenthalt auf der Webseite führt insgesamt zu 2.339 Anfragen. Von den 195 kontaktierten Servern unterliegen lediglich 13 der Kontrolle der Bild-Redaktion. Weist einer der rund 180 anderen Server eine Sicherheitslücke auf, so kann dadurch schädlicher Content ausgeliefert werden.

Wenn man sich also nicht einfach nur darauf verlassen will, dass die Medienunternehmen sich schon kümmern werden, sondern sicher gehen möchte, dass Schadsoftware nicht unkontrolliert durch Ad-Netzwerke ausgeliefert wird, könnte man die Medienunternehmen rechtlich haftbar machen. Die Medienkonvergenz-Kommission argumentiert schließlich selbst damit, dass Medienunternehmen ein Gesamtprodukt aus Inhalt und Werbung anbieten würden, welches durch Ad-Blocker unzulässigerweise entbündelt werde.

Jan Korte von der Linksfraktion hält die Logik hinter dieser Entbündelungsargumentation aber ohnehin für absurd:

Man muss sich nur vorstellen, irgendwelche Fernsehanbieter würden das Umschalten während der Werbepause verbieten wollen, weil ihnen dadurch ein wirtschaftlicher Schaden erwächst. Das wäre vollkommen absurd. Eine nachhaltige Lösung gibt es nur, wenn sowohl die wirtschaftlichen Interessen der Medien als auch die ihrer Nutzer berücksichtigt werden.

Ad-Blocker-Detektoren laut Bundesregierung rechtlich unbedenklich

Datenschutzrechtliche Argumente für Ad-Blocker will die Bundesregierung übrigens nicht gelten lassen. Nutzerinnen und Nutzer seien vor dem intensiven Tracking auf vielen Nachrichtenseiten bereits ausreichend durch das Telemediengesetz und die ePrivacy-Richtlinie geschützt. Ein Mehrwert von Ad-Blockern sei in dieser Hinsicht fraglich. Dass gerade die ePrivacy-Richtlinie aufgrund ihrer Unwirksamkeit bald reformiert werden soll, spielt da offenbar keine Rolle.

Bemerkenswert ist zudem, dass die Bundesregierung den Einsatz von Ad-Blocker-Detektoren, wie sie etwa auf bild.de und seit kurzem auch auf sueddeutsche.de eingesetzt werden, für datenschutzrechtlich unbedenklich hält. Genau dies ist nämlich durchaus umstritten: Der Datenschutz-Aktivist Alexander Hanff sieht in der e-Privacy-Richtlinie das Recht der Nutzer festgeschrieben, Werbung abzulehnen. Wenn Anbieter Detektoren verwenden, um Ad-Blocker-Nutzer auszumachen und sie beispielsweise umzuleiten, dann müssten sie demnach – ähnlich wie bei Cookies – deren Vorab-Genehmigung einholen. Erst im April postete Hanff auf Twitter Ausschnitte eines Briefes der EU-Kommission, die nahe legen, dass die Kommission dies ähnlich sieht.

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183 Kommentare
  1. Ganz überspitzt gesagt, wir dürfen alle vier Jahre entscheiden wer uns in den kommenden vier Jahren verarscht! Die Regierungen sorgen schon lange nicht mehr für einen Interessenausgleich zwischen Wirtschaft und Bevölkerung, sondern sind Interessenvertreter der Wirtschaft und des Kapitals, genau genommen der größte Lobbyistenhaufen.

    1. Genau, nieder mit den Regierungen. Zeigen ja die failed States dieser Welt, dass es auch super ohne geht. Braucht kein Mensch. Also jedenfalls kein Mensch mit genug Geld fuer eine ausreichend starke Privatarmee.

      Was schlaegst Du also vor, ausser dass „jemand“ ja nur „das Deiner Meinung nach Richtige“ tun muessen?

      1. Du betreibst unlautere Argumentation. Das was Du @Rumpelstilz unterstellst, stammt aus Deiner ureigenen Gedankenproduktion.

        Ist h s die Abkürzung von hate shit?

      2. In Belgien gabs auch lange keine Regierung, deswegen war Belgien noch lange kein failed state. Wie wäre es, wenn man Sachthemen zu Wahl stellen würde, anstatt Menschen?

        Ich fühle mich gerade als rot-grüner AfD-Wähler: GEZ abschaffen, gute Flüchtlinge in D lassen, verbrecherische Abschieben, BGE, Snowden nach Deutschland, BND auf den Boden von Recht und Gesetz stellen.

        Ich kann immer nur geringe Übel wählen, aber nie thematische Bezüge. Wo ist eigentlich das Problem, sich am Abend mal ne Stunde hinsetzten und nach Nachrichtenlage ein paar Häkchen zu vergeben… Wenn ich zu faul dafür bin, kann ich ja immernoch Wahlmänner einsetzen, die für mich das Wählen übernehmen.

        1. Das ist natuerlich zu stark vereinfacht: Die Belgische Verfassung beinhaltet Regelungen fuer diesen Uebergangszustand, die alte Regierung fuehrt dabei die laufenden Geschaefte weiter und das Parlament als Gesetzgeber ist handlungsfaehig.

          1. Und ganz anders gefragt: wenn eine Regierung die Menschenrechte nicht durchsetzten kann, wozu brauchst du dann eine?

        2. GEZ abschaffen? Also das gesamte Fernsehen auf RTL2-Niveau einnorden, um das Volk dumm zu halten. Oder besser noch, nur noch eine Wochenschau mit von der AfD genehmigten Themen!
          Und auf allen Sendern Werbung alle 20 Minuten 24h am Tag.
          Gute Idee! Nicht!

        1. An BITKOMpost.
          Damit Du nicht vermessen, getrackt und mit Werbung zugedeckt wirst hier kurz das, was Seehofer sagt: „Diejenigen, die entscheiden sind nicht gewählt; und diejenigen, die gewählt sind haben nichts zu entscheiden.“
          Er bringt es auf den Punkt.

      1. „Ich gehe nie zur Wahl. Das würde diese Leute nur ermutigen.“
        (Monk, TV-Serie, 1/1)

        Der andere Spruch dürfe allgemein bekannt sein:
        „Wenn Wahlen was ändern würden, wären sie längst…“

  2. Onlinewerbung ist Diebstahl von Bandbreite

    Da die Bandbreite in deutschen Mobilnetzen teuer und gedrosselt ist, wird sich kein Bürger auch noch das bisschen Bandbreite von Werbetreibenden stehlen lassen. Von meiner gedrosselten Bandbreite von 300 MByte/Tag und 3 GByte/Monat gehen ohne AdBlocker 45% allein für die Werbetreibenden drauf. Es bleiben 165 MByte/Tag und 1,65 GByte/Monat effektiv nutzbare Bandbreite für den Verbraucher übrig.
    Um mit der Mini-Bandbreite über den Monat zu kommen, habe ich mittlerweile sogar die Anzeige aller Bilder im Browser abgeschaltet.

    1. Onlinewerbung ist Diebstahl von Bandbreite

      Stimmt! Aber nicht nur das. Untergeschobne Werbung stiehlt auch Rechnerleistung und Strom.

      Bilder abzuschalten ist ein guter Tipp, denn die Bilder sind selten gut gemacht. Darüber hinaus werden sie eher nicht zur abbildenden Information eingesetzt, sondern um auf einfache Art und Weise Stimmungen zu erzeugen. Daher wirken Bilder oft manipulativ und lassen den Text in den Hintergrund rücken. Ich rate mal die „dargebotenen“ Bilder etwas kritischer zu betrachten. Recht schnell merkt man dass sie eigentlich überflüssig sind oder dass man selbst voyeuristisch gestrickt ist.

      1. Da kann ich voll zustimmen. Ohne Werbung wird alles ohne Wartezeiten viel schneller dargestellt, der Akku meines Netbook hält deutlich länger.
        Zuerst war ich auch skeptisch bei reinen Textinfos ohne Bilder, doch nach etwas Gewöhnung vermisse die Bilder in keinster Weise. Ich kann mich ohne Suggestion auf die erste Selektion der Information konzentrieren.

      1. Online-Werbung ist bei vielen Seiten auch der Deal…

        Zu einem Deal gehört stets ein einvernehmlicher Konsens als Voraussetzung.
        Nicht jeder ist bezüglich Werbung dazu bereit, und einseitig kann man keinen Konsens herstellen.

        Zu den Ressourcen, die Internet-Werbung mittlerweile weltweit verbraucht, dürfte allein der Stromverbrauch mehrere Kernkraftwerke an Leistung benötigen.

        1. Der Konsens wird durch deine Nutzung der Seite hergestellt.
          Wie weit man dieses Gedankenspiel juristisch treiben könnte weiß ich nicht, aber sicher weit genug, um Online-Werbung nicht als Diebstahl von Bandbreite bezeichnen zu können.

          1. Der Konsens wird durch deine Nutzung der Seite hergestellt.

            Falsch! Ein Konsens kann nur vor der Nutzung einvernehmlich hergestellt werden, unter voller Kenntnis aller hierzu nötigen Informationen. Bevor also z.b. sueddeutsche.de ihren Content samt Cookies, Trackern und sonstiger Malware geladen wird, wäre eine Zustimmungsseite nach Art von Risiken und Unverträglichkeiten samt terms & uses nötig. Dies ist regelmäßig jedoch nicht der Fall und der User wird schon beim ersten Aufruf einer Seite voll gescannt, was durch geltende Gesetze nicht gedeckt ist.

            Da auch jede site unterschiedliche Folterinstrumente einsetzt, kann man kaum von einem allgemeinen Einverständnis ausgehen, denn der Nutzer kann ohne Analysetools nicht wissen, was auf ihn wartet.

          2. Ich entziehe der Website ja nicht das Recht mir Werbung einzublenden, sie sollen sie nur auf dem eigenen Server Hosten und frei von Trackingmüll halten. Wenn sie dazu nicht bereit sind, dann haben sie 2 Möglichkeiten:
            1. Sie lassen mich ihren Inhalt trotzdem sehen und verzichten auf Einnahmen zugunsten der Reichweite
            2. Sie blocken mich.
            Mit beidem kann ich leben. Auf jeden Fall ist es ausgemachter Blödsinn mir einen „Vertragsbruch“ zu unterstellen, wenn ich mich gegen die Aushöhlung meiner Privatsphäre und vor Malware schütze. Andersherum wird ein Schuh daraus, es ist eine arglistige Täuschung mich mit unzähligen Servern zu verbinden die ich nie aufgefrufen habe ohne mich vorher nach meiner Zustimmung zu fragen.

        2. Es geht ja in der Regel um Medienangebote.
          Ich denke, man kann als Nutzer durchaus verlangen, dass sie die Medien selbst darum kümmern, wie sie sich finanzieren. Ihnen stehen dafür etliche Möglichkeiten zur Verfügung, z.B. Zahlsysteme (die trotz parallel laufender Werbung immer mehr Einzug halten) oder auch Werbefinanzierung. Und auch hier gibt es für die Medien mittlerweile Lösungen, wie z.B. Bild.de zeigt. Dort werden Beiträge zum einen über Bildplus+ mit Bezahlung angezeigt, aber auch kostenlose Beiträge dann blockiert, wenn ein Ad-Blocker aktiv ist. Und ich denke, so reicht es dann auch.

          Ein Verbot von Ad-Blockern dürfte hingegen ein Verstoß gegen die informelle Selbstbestimmung sein, denn ich darf mich ja auch in der realen Welt gegen unerwünschte Werbung wehren.
          Vielleicht sollten die Medien aber auch an ihrer Art zu werben etwas ändern, denn die Frage ist, ob sie werben oder informieren wollen. Da über Prioritäten nachzudenken, wäre nicht schlecht – dann verzichtet man auch auf Werbung, die dem Nutzer dreimal in der Minute über den kompletten Bildschirm läuft, so dass er nicht in der Lage ist, den eigentlichen Text des Beitrages zu lesen.

          Es ist ja letztendlich auch eine Frage der Durchsetzbarkeit, wie bei allen Verboten. Wie will man denn verhindern, dass ich Ad-Blocker trotz Verbot nutze? Muss ich dann zur Strafe eine Bild-Zeitung kaufen?

          Das Problem ist, dass die Bundesregierung vermutlich sogar ein eigenes Interesse daran hat, dass die Ad-Blocker verschwinden. Das macht natürlich auch das Aufspielen von Schadsoftware einfacher.

          Und noch etwas:
          Die Medien registrieren jeden Besucher: IP, Ort, Betriebssystem … bis hin zur Grafikkarte und wan man das letzte Mal pullern war.
          Das tun sie auch ohne Einverständnis des Users und die ganz schlimmen verscheuern die Daten auch noch.

          1. Mobilfunkbetreiber Telefonica macht jetzt Daten seiner Kunden zu Geld
            In der Datenökonomie sitzen Mobilfunkkonzerne auf einem Milliardenschatz. Der Telko-Riese Telefónica (o2, BASE, E-Plus) macht nun einen großen Schritt, um ihn zu heben: Kundendaten sollen im großen Stil analysiert und vermarktet werden. Nutzer werden nicht gefragt, sondern müssen widersprechen.
            aus:
            https://netzpolitik.org/2016/mobilfunkbetreiber-telefonica-macht-jetzt-daten-seiner-kunden-zu-geld/

      2. Ganz einfache Lösung.

        Wer mich dazu auffordert Adblock auszuschalten um auf Inhalte zuzugreifen kommt in der Host auf 127.0.0 und wird außerhalb des Internets nicht mehr gekauft.

        1. Ein Umleiten der Webeserver mittel der hosts Datei bietet ja eine Ähnliche Funktioin wie ein Adblocker, wird das jetzt also auch illegal?

          Ich weiss nicht wie die Politspacken sich das denken aber es läuft auf eine totale Bevormundung der User aus und die ist nur mit dem Monopolisten Microsoft machbar.

      3. Das soll also der „Deal“ sein? Eine bemerkenswerte Antwort. Ich habe also einen Deal gemacht mit den Betreibern einer Seite, indem ich diese Seite in meinem Browser aufgerufen habe? Ist das die Logik? Und wenn nun auf dieser Seite 94 Tracker und 49 teilweise animierte Werbeeinblendungen mit Ton „laufen“, soll ich dann schnell Fenster und Browser schließen, was ich – pflichtbewußt und gehorsam ohne uBlocK et al. – erst bemerke, wenn die Seite geladen ist und ihr Unwesen treibt?

        Soviel Schmerzen für so wenig Geistreiches? Wer würde einem solchen Deal zustimmen. Das ist wie mit der Rundfunkgebühr. Und meinetwegen sollen alle Seiten, die das Blockieren von Werbung (i.e. Malware & co) umgehen/verbieten wollen, mir nicht angezeigt werden. Wenn sie es so wollen, bitte.

    2. Natuerlich nicht.

      Du oeffnest eine Verbindung zum Anbieter und forderst pauschal dessen Zusammenstellung von Inhalten unter der von Dir gesendeten URL an. Der kann also erstmal senden, was und wieviel er will. Du kannst jederzeit unterbrechen, wenn Dir das gesendete nicht passt oder zuviel wird. Wenn ein Anbieter Dir wiederholt Dinge mitsendet, die Du nicht willst, gehst Du halt nicht mehr hin.

      Nun sendet der auch Verweise auf weitere Inhalte, von denen er moechte, dass Du sie anforderst. Du kannst entscheiden, ob Du das tust. Wenn Dein browser das automatisch immer macht, ist das Deine Entscheidung, siehe oben. Wenn Dein browser entsprechende Entscheidungen von Dir umsetzt, muss der Anbieter damit leben und seinerseits entscheiden, wie er darauf reagiert.

      Prinzipiell kann Dein Empfangsgeraet die vom Anbieter gesendeten Daten natuerlich beliebig verarbeiten, bevor sie Dir angezeigt werden. Du kannst Dir Nachrichtenseiten problemarm zur Melodie von Haenschen Klein in Sopranlage vorsingen lassen, Ueberschriften im Heldentenor, uebersetzt in Simple English. Wobei Du frueher natuerlich auch schon mit Schere und Klebstoff auf Deine Zeitungen losgehen konntest.

  3. Mal abgesehen von all den rechtlichen und moralischen Aspekten: wie soll das technisch möglich sein?
    Ich kontrolliere (so gut ich kann), was auf meinen Endgeräten passiert bzw. angezeigt wird.
    Ich trage bspw. hosts ein, die gar nicht erst aufgelöst werden, lade keine Grafiken, erlaube keine aktiven Inhalte, etc.
    Wie soll das technisch unterbunden werden ohne auf meine Geräte zuzugreifen?

    1. Technische Unterbindung ist eine ganze andere Frage.

      Ad-Blocker als gewerbliches Angebot liessen sich verbieten, und dann geht man gegen die Anbieter vor.

      1. Das können sie ja gern machen, aber wann hat erklärte Illegalität mal jemanden abgehalten? Am Ende wird es eben illegalisiert und dennoch genutzt. Regierung ist happy, die Verbraucher auch.

        1. Naja, wenn man das Argument des Bundles als Gesamtprodukt ausbaut, waere das Betrachten einzelner Inhalte entgegen der Intention und zum wirschaftlichen Schaden des Abieters sehr nahe am Raubmordkopieren oder sonstigen Urheberverleztungen. Dafuer haben wir ja eine leistungsfaehige und skalierende Abmahnindustrie in Deutschland.

        2. Zukünftige Versionen von Microsoft Windows werden illegale Methoden nicht mehr zulassen, der Nutzer wird nur offiziell freigegebene Software durch den Microsoft Shop installieren können. Linux muss dann illegalisiert werden oder durch Firmware Inkompatibilitäten die Ausführung von freien Systemen verhindert werden. Secure boot wird zum Zwang, die alleinige Kontrolle besitzt Microsoft.

          1. Der Weg, den Microsoft und andere Hersteller gehen, ist fraglich. Arbeitsspeicher und Festplatten sind spottbillig. Das spricht nicht für die „Cloud“, das ist eine vom Kunden quasi nicht kontrollierbare Serverfarm. Der Aufwand für den Kunden steigt mit Verschlüsselung einerseits und die Frage, ob so ein Betriebssystem in Unternehmen oder Behörden überhaupt zulässig ist, ist nicht beantwortet. Das betrifft aber nicht nur Microsoft, sondern die ganze Branche, die diesen Unsinn wegen der günstigen US-Bilanzierung (siehe Clintons Änderungen zu den Bilanzregeln der IT-Konzerne) durchdrücken wollen und müssen, weil sonst raus kommt, dass sie nackt Baden. So, wie es beim Platzen der .com-Blase war. So, wie es beim Platzen der Hypothekenblase war. Die „Gewinne“ der Konzerne sind keine richtigen Netto- sondern all zu oft nur durch andere Methoden aufgeblasene Buchgewinne. Warten wir es ab, es gibt keinen Schwindel, der nie auffliegt.

      2. „…und dann geht man gegen die Anbieter vor.“
        Auch ausländische?
        Das klappt doch jetzt schon nicht bei Microsoft, Facebook, Amazon… (und da geht’s um Millionen wenn nicht Milliarden an verhinderten Steuergeldern und nicht um ein paar deutsche Zeitungsmogule)

      1. Was willst du mit einer DRM-Maschine? Andere reich machen? So schnell wie DRM-Maschinen gebaut werden, so schnell gibts beim Asia-Darknetmarkt deines Vertrauens Anti-DRM-Maschinen.

        1. Otto Normal kauft aber nicht im Darknet ein. Microsoft hat mit Secure Boot die nötigen Vorkehrungen getroffen um ein komplettes DRM System gegen die Nutzer zu etablieren.

  4. Das ist so bescheuert…
    Ich benutze ja (u.a.) eine „besondere“ Konfiguration des DNS um das „Gesamtprodukt“ zu „entbündeln“ — https://pi-hole.net/ ;-)
    Wenn die das auch alles durchregeln wollen, dann stellen wir dieses leidige Internet am besten ganz ab. Macht eh nur Ärger.

    1. Eine Internet-Seite, die zusammengestückelt aus unterschiedlichen Servern, unterschiedlicher Firmen stammt, kann man kaum als Gesamtkunstwerk betrachten, zumal das auch noch dynamisch aufgebaut ist, also letztlich ein individuell zugeschnittenes Angebot an den User. Eine Bündelung zu behaupten, gelingt nur einseitig intelligenten Lobbyisten, und deren hörigem Auditorium.

      Adblocker sind rechtlich insofern anfechtbar, als dass sie teilweise als ein Instrument verbreitet werden, um Sitebetreiber dazu zu bewegen, gegen Entgelt von blacklists wieder auf whitelists gesetzt zu werden. Das gibt es und das stellt den faktischen Versuch einer Erpressung dar. Dagegen könnte man rechtlich wirksam vorgehen, ohne Adblocker im Allgemeinen verbieten zu wollen, aber die Werbeindustrie hat höhere Interessen, oder sind es doch niedrige Beweggründe?

      Mit niedrigen Beweggründen in diesem Zusammenhang ist das Datamining und Tracking gemeint, das in aller Regel ohne einen User-Konsens betrieben wird. Damit wird das grosse und leicht verdiente Geld gemacht, endloser – weil geduldeter – Rechtsbruch durch diese Akteure aber auch.

      Neben Adblockern, die ein Softwareprodukt sind, gibt es auch die Möglichkeit, auf Netzwerkebene Selbstverteidigung zu betreiben, die sich auch sehr wirksam gegen unerwünschte Internet-Werbung richten kann. Das hat den Vorteil, dass man keine Adblocker braucht und ganze Netze sauber halten kann. Wenn nun einer daherkommt und auch noch IP-Pakete als Gesamtkunstwerk betrachten möchte, dann muss man nicht mehr rätseln, wessen Kind dieser kranke Geist ist.

      Wenn Interessengruppen ihre Macht dazu einsetzen, Betreiber von Computern zu entrechten (u.a. mittels DRM oder einseitiger begünstigende Gesetze), die sich vor unliebsamen Inhalten/Streams/Packets schützen wollen, so ist ein entschlossener Widerstand nötig, um diese in ihre Schranken zu verweisen – nötigenfalls mit Massenboykotten, die es zu organisieren gilt.

      1. Und wieder ist der einfache Nutzer, der kein Nerd ist, der dumme. Zum Glück gehöre ich der Generation an, die in einer reinen analogen Welt aufgewachsen ist. Sollten AdBlocker tatsächlich illegal erklärt werden, werde ich wohl nur noch sehr wenig im Netz und wieder großteils in der analogen, sogenannten reale Welt unterwegs sein.

        Offensichtlich soll das freie Internet gezielt kaputt gemacht werden.

        1. „Offensichtlich soll das freie Internet gezielt kaputt gemacht werden.“
          Betonung auf „freie“.
          Natürlich ist das Internet wie es NOCH besteht, ein Dorn im Auge von politischen Machthabern. Aus Gründen.

        2. Ich habe schon seit geraumer Zeit den Eindruck, dass die Digitalpolitik unserer Regierung im Wesentlichen aus dem Versuch besteht, das Internet in einen interaktiven Shoppingkanal zu verwandeln…

    2. Ich habs nicht ausprobiert was zB Lynx aus SZ.de machen würde, aber zumindest in der Theorie wären reine Textbrowser die keine Javascript verstehen wahrscheinlich auch noch eine Lösung.
      Davon abgesehen: AdBlocker Erkennung finde ich noch halbwegs OK. Wer mir ohne Adblocker nix zeigt, den ruf ich nicht mehr auf, Ende der Geschichte.
      Das am Ende netzpolitik, fefe ud heise meine einzigen (deutschen) Quellen sind intressiert mich nur noch mäßig, viel anderes lesenswertes sehe ich hier eh nicht mehr.

      1. Im Wesentlichen auch meine Meinung dazu. Wer Adblocker und/oder NoScript blockiert, den lese ich halt nicht mehr (und verlinke ihn nicht mehr, empfehle ihn nicht mehr und rede generell nicht mehr darüber). Adblock-blocker sind wahrscheinlich das beste und ehrlichste Indiz dafür, dass eine Seite nur noch aus Konsumpropaganda besteht.
        Mir würde nie im Leben einfallen, tatsächlich wie gefordert den Adblocker auszuschalten. Wer so mit seinen Kunden umgeht, hat entweder keinen blassen Schimmer von Computersicherheit, oder schert sich einen Dreck darum, wie viel Malware sich seine Besucher einfangen. Beides gute Gründe, ihm nicht zu vertrauen.

  5. Als Autist möchte ich hier auf den Aspekt der Barrierefreiheit hinweisen.
    Werbung auf Websites hält mich mitunter davon ab, Inhalte vernünftig erfassen zu können. Je nachdem wie viel da blinkt und hüpft, um meine Aufmerksamkeit zu erhaschen, kann das auch in einen Overload führen.
    Soweit mir bekannt, ist Werbung auch für Blinde eine Herausforderung, bzw. für ihre Screenreader.
    Und ziemlich sicher haben auch ADHSler ihre Probleme damit.
    Dieser Aspekt wird irgendwie gar nicht angesprochen. Sehr bedauerlich.

    1. Wahre Worte. Das ganze Rumgeflatter macht mich unendlich kirre und gestresst, wenn ich mal auf Arbeit aus Versehen einen Artikel im adblockerlosen Arbeitsbrowser öffne. Da vergeht mir jegliche Lust am Lesen. *Tab zumach und in den privaten Browser mit diversen Blockern geh*
      Zählt noscript als Adblocker? Die SZ blockt mich nämlich auch wenn ich meinen eigentlichen Adblocker deaktiviere …

    2. Guter Punkt. Da bist Du auch nicht alleine mit. Werbung die nur aus Bildern am Rand besteht stört mich nicht. Adblock Plus lässt die auch standardmäßig zu, und wenn eine Seite die vom eigenen Server aus laden würde, wie es sich gehört, hätten es Adblocker verdammt schwer, das zu entfernen.
      Der Hauptgrund warum das Internet ohne Adblocker komplett unbenutzbar ist, ist laute, herumhüpfende, blinkende, animierte und überraschend aufploppende Werbung. Auch für mich als nicht-Autist (obwohl ich als typischer Nerd wahrscheinlich irgendwo auf dem Spektrum liege).

      Abgesehen davon ist es verdammt unhöflich. Hüpfe mal mit einem Plakat in der Hand in der Fußgängerzone vor Passanten rum, tröte ihnen ins Gesicht und brülle ihnen Werbeslogans entgegen – wahrscheinlich dauert es keine fünf Minuten, bis Dir die Jacke hinten zugeknöpft wird (Ich möchte niemanden animieren, das mal bei den Leuten zu testen, die sich für das Adblock-Verbot einsetzen – auch diese Individuen haben Menschenrechte).

  6. Wenn ein Inhalt werbefinanziert ist, kann der Anbieter auffordern, den Adblocker abzuschalten, und solange den Inhalt nicht zur Verfügung stellen.

    Egal, was die Bundesregierung beschließt – ich werde meinen Adblocker behalten und weiter einsetzen, denn ich lasse mir keine Schadsoftware unterjubeln (der Versuch wurde schon gemacht), und ich lasse auch nicht über 50(!) Browserfenster von irgendeiner Werbesoft aufmachen, bis der Rechner abstürzt (ja, auch schon gehabt).

  7. Interessant wäre es zu wissen, auf welcher Ebene dieses Verbot von Ad-Blockern denn nun greifen soll: Bei den Anbietern dieser Browser-Plugins oder bei den Nutzern, die sie einsetzen.

    Für den ersten Fall ließe sich natürlich gegen in Deutschland beheimatete Anbieter vorgehen. In dem Fall würde sich die gesetzliche Regelung de facto nur auf die Kölner Eyeo GmbH (Adblock Plus) erstrecken, es ginge also um ein lex Eyo. Und die Mehrzahl der Adblock-Plus-Nutzer würde auf eine technisch ohnehin überlegene Lösung wie uBlock Origin ausweichen, die im Ausland entwickelt und ohne kommerziellen Hintergrund angeboten wird.

    Der zweite Fall scheint unwahrscheinlicher, aber nicht unmöglich, beispielsweise war der Einsatz von PGP in Frankreich über Jahre verboten. Und natürlich ließe sich die sowieso schon allgegenwärtige Überwachung noch weiter ausdehnen, um solche Gesetzesverstöße auf individueller Ebene ermitteln zu können.

    … aber wie ich unsere politischen Entscheidungsträger kenne, hat man sich über solche Fragen noch keine Gedanken gemacht.

      1. Interessant wäre dazu auch, wie das mit Verfahren auf DNS-Basis ist. Also wenn man einen eigenen DNS-Proxy mit entsprechenden Filterlisten einsetzt und kein Browser-Plugin.
        Aber ich glaube, die Hoffnung, daß das beantwortet wird, kann ich auch aufgeben. :-)

        (Ich lebe zwar in Österreich, aber leider machen einige österreichische Politiker den Unsinn nach, den sie in Deutschland sehen, wie z.B. das LSR.)

        1. Naja, in dem Moment, wo der Router die Domain doubleclick.net auf 127.0.0.1 auflöst, liegt im Zweifelsfall einfach eine tragische „Fehlkonfiguration“ vor, die man „außerordentlich bedauert“ XD

  8. Es geht um das Wohl der Werbewirtschaft, um die Rendite der „Stakeholder“. In diesem Bereich werden Milliarden (!) Umsätze gemacht, das meiste jedoch außerhalb von Deutschland.

    Ziel der Politik sollte es sein, diese toxischen Unternehmen zu regulieren und zu zerschlagen. Sie gehören zu den größten Steuervermeidern weltweit.

    Es geht nicht um das Wohl der Menschen, die Werbung ausgesetzt sind.

  9. Mal davon abgesehen, dass sich die konzernhörigen Politiker wieder mal einwickeln lassen (vermutlich im Tausch gegen einen schönen Vorstandsposten o.ä. nach der „Amtszeit“), wie weltfremd kann man eigentlich sein? Glauben die im ernst, man kann die Verbreitung von Ad-Blockern in irgend einer Weise aufhalten? Wie wollen die das kontrollieren? Doch nicht etwa mit dem Bundestrojaner^^

    1. Vielleicht wollen sie ein Volksbetriebssystem vorschreiben, so ähnlich wie in Nordkorea. Dann kann man nur noch mit dem Volksbrowser ins Netz, und auch nur wenn man sich vorher mit dem implantierten RFID-Tag authentifiziert hat. Freie Software installieren? Fehlanzeige. Alles was Du brauchst kriegst Du im Volks-Appstore. Und dann schön vorsichtig über die Seiten auf der Whitelist surfen und kein Hatespeech benutzen, sonst wird man für ein paar Wochen gesperrt.

      Schöne neue Netzwelt…

  10. Jeder Virenscanner macht nichts anderes, als den Datenstrom konstant zu überwachen und Inhalte gegebenenfalls nach bestimmten Regeln zu modifizieren. Eingebettetes JavaScript arbeitet nach dem gleichen Prinzip. Zudem bietet jeder Browser mit seinen Einstellungen nicht nur Möglichkeiten der Wahl der minimalen und maximalen Schriftgrößen, Schriftart etc. (about:config) sondern auch für jede aufgerufene Domain spezielle Regel.

    So bietet z.B. der FireFox (FF) auf einer eigenen Seite FF Bild-Berechtigungen eine Anleitung zum Einstellen von Plugins, Kamera, Flash, Bilder, Pop-Ups, usw.

    Dazu klickt man links neben der URL bei einer geladenen Seite auf das i-Symbol (Show site information), dann rechts auf den Pfeil und anschließend unten auf „Weitere Informationen“. Es öffnet sich ein Fenster „Seiteninformationen“ mit vielen Einstellmöglichkeiten für diese spezielle URL. Hie kann man u.a. Flash und Bilder ausschalten und bei Bedarf wieder einschalten.

    Es steht jedem frei, aus diesen Möglichkeiten ein Gimmick zu machen und es als App / Skript / Anleitung zu verteilen. Es darf jeder auf seinem Rechner nach Belieben und Lust und Laune die Anzeige auf seinem Bildschirm gestalten, übermalen und das Firmenlogo durch das Bild eines Nacktmulches ersetzen.

    Niemand hat einem vorschreiben, mit welcher Brille man eine Litfasssäule anzusehen oder ein digitales Angebot zu lesen hat. Sonst würde kein Virenscanner funktionieren.

    Wenn dieses Möglichkeiten des Filterns massenhaft genutzt werden, dann sitzt das Problem am anderen Ende der Leitung und nicht vor dem Bildschirm.

  11. Ja, die Pipi „Bundesregierung“ Langstrumpf, die macht sich die Welt wie sie ihr gefällt…

    Offensichtlich ist man dort immer noch der Irrigen Annahme man sei Volksvertreter und müsse allein darum schon keine anderen zur Expertise einladen als sich selbst.
    Als Bürger fühle ich mich eigentlich schon seit Etlichen Jahrzehnten nicht mehr richtig vertreten, sondern eher verraten, verkauft und dann auch noch verarscht. Dies belegt es nur noch einmal mehr.

    Es gab; in den anfängen des Web; überhaupt KEINE Werbung, nichts Kommerzielles. Dagegen sind dann ja etliche Unternehmen sturm gelaufen, worauf hin dies erlaubt wurde. Und dann hatten sie Onlinewerbung die auf ihren eigenen Servern lag. Da hatten sie dann auch noch selbst die Kontrollmöglichkeiten. Aber durch die AdNetzwerke und CDNs für Werbung, Scripte u.a. die generell von dritten kommen wurde das ganze zur Perversion.
    Diese Fehlentwicklung gilt es m.E. zu Korrigieren – sprich: Zurück zu schrauben!

    Wenn das nicht passiert… legal, Illegal, Scheißegal!

    1. „Es gab; in den anfängen des Web; überhaupt KEINE Werbung, nichts Kommerzielles.“
      .
      Ich erinner‘ mich. Mitte der Neunziger hat mii ein kanadischer Freund mit Internetanschluss immer berichtet, was da in diesem neuen Internet passiert. Vor allem über einige Diskussions-Seiten über bestimmte Musik. Einmal schrieb er mit von jemandem, der in irgendwelchen Informations-Seiten des www plötzlich Reklame für seine Anwalts-Kanzlei machte … und wie der von allen anderen sofort angeprangert wurde: Reklame, das war ein absolutes Tabu, …damals im Netz.

  12. Zitat:

    „Datenschutzrechtliche Argumente für Ad-Blocker will die Bundesregierung übrigens nicht gelten lassen. Nutzerinnen und Nutzer seien vor dem intensiven Tracking auf vielen Nachrichtenseiten bereits ausreichend durch das Telemediengesetz und die ePrivacy-Richtlinie geschützt. Ein Mehrwert von Ad-Blockern sei in dieser Hinsicht fraglich. Dass gerade die ePrivacy-Richtlinie aufgrund ihrer Unwirksamkeit bald reformiert werden soll, spielt da offenbar keine Rolle. “

    Ist die Bundesregierung derart naiv zu glauben, weil es einen Haufen Papier und Gesetze gibt, wird sich auch daran gehalten? Oder möchte die Bundesregierung einfach nur Sand in die Augen streuen und weiß ganz genau, dass das im Internet nicht zutreffend ist?

    Jede Information kann im Internet entwendet- und anderweitig verarbeitet werden. Vollkommen egal ob es Trackingmethoden selbst sind oder Profile, die daraus generiert werden. Das Internet ist kein PAPIER liebe Politiker und es scherrt sich auch nicht um PAPIER. Wo ist die Medienkompetenz der Bundesregierung? Wie viele Hacks haben in den letzten Jahren stattgefunden, die bekannt sind? Mal in die Statistik gesehen? Und wie hoch ist die Dunkelziffer des unberechtigten Aneignen von Detailinformationen zu euren Bürgern? Ich vermute eher, dass fast das gesamte Internet kompromittiert ist. Und die reden von Gesetzen…… WOW.

    1. Ich fürchte fast die sind nicht naiv, sondern das ganze hat System, denn vor etwa 2 Jahren gab es eine ähnliche Argumentation seitens des Bundessozialgerichtes bei einer Klage gegen die elektronische Gesundheitskarte, Zitat:
      „Auch die Argumentation des Klägers, dass er nicht kontrollieren könne, ob seine persönlichen Daten auf der Karte sicher seien, wurde vom Gericht verworfen. Seine Daten seien durch das geltende Recht vor Missbrauch gesichert.“

      Quelle:
      https://www.heise.de/newsticker/meldung/Foto-fuer-elektronische-Gesundheitskarte-ist-Pflicht-2459842.html

  13. Kapitalismus und Verbraucherschutz werden wohl zu immer stärkeren Gegensätzen. Was für eine traurige Entwicklung. Nicht vorhandenes Know-How beim normalen Nutzer wird dreist ausgenutzt. Egal ob im Sinne, diesen maximal auszubeuten oder seine Daten für kapitalistische Zwecke auszuwerten oder durch Vorratsdatenspeicherung fleißig Druckmittel zu sammeln und einen Konformitätsdruck zu erzeugen. Sollte man – zum Ärger von Firmen und Staat – doch genug Know-How aufweisen, um sich gegen beschriebene Praktiken zu wehren, wird diese Abwehr in Zukunft einfach illegalisiert. Damit macht man es sich als Staat schön einfach und behandelt seine Probleme, oder die seiner Bürger, nicht an der Wurzel, sondern an Symptomen.

    1. Die Abwehr der Maßnahmen wird illegalisiert, richtig. Und warum? Weil die Bundesregierung lügt, so wie fast jeder Interessensvertreter gelogen hat in Bezug zur Sicherheit im Internet. Sie wollen nämlich ALLES haben, alles kontrollieren und ebnen die entsprechenden Wege.

      Wer weiß welch widerliche Strategie letztendlich wirklich dahinter steckt. Doch eines kann die Bundesregierung nicht, ihre Bürger der Intelligenz berauben. So werde ich bei relevanten Daten niemals deanonymisert und mit aktivierten Trackern durchs Netz watscheln. Vorher ziehe ich den Stecker, wenn ich ansonsten eingelocht werden sollte, weil der Schutz schützenswerter Daten zukünftig illegal sein soll.

      ES GEHT KEINEN TRACKER ETWAS AN WIEVIEL GELD ICH AUF MEINEM KONTO HABE ODER ÜBERWEISE UND WO ICH ONLINE MEINE PIZZA BESTELLE.

      1. „Doch eines kann die Bundesregierung nicht, ihre Bürger der Intelligenz berauben.“
        .
        Doch.
        Sieh dir all die politischen Änderungen im Schulwesen an. Die Unis klagen, dass die Abiturienten ziemlich (sehr ziemlich) doof sind.
        Statt Mathe wird der richtige Gebrauch von Dildos gelehrt; und dass man sich sein Geschlecht unter hunderten von sexuellen Geschlechtern (die es plötzlich geben soll) aussuchen darf (soll? muss?). Und wer da den Kopf schüttelt, darüber lästert, gar offen dagegen protestiert, ist plötzlich weißer alter Mann, Maskulist, Sexist, Nazi, Rechtsradikaler…

        1. Aus der Argumentation würd ich ableiten, dass du genau den Kriterien entsprichst oder zumindest mit weltoffenem Über-den-Tellerrand-Schauen überfordert zu sein scheinst.
          Ich finde genau dieses aufbrechen von tradierten Bildungsmustern wichtig. Aus meiner Sicht ist stumpfes Auswendiglernen von Anwendungen viel schlimmer als Selbsterfahrungsgedöns.

          Liebe Grüße

          1. Tja das ist halt Deine Meinung dazu, und die sei Dir unbenommen. Das Problem liegt darin, das diese Meinung zur Zeit zur einzig zulässigen erklärt wird, und alles andere mindestens Populismus wenn icht schlimmeres ist. Das hat mit Meinugsfreihet rein gar nichts mehr zu tun. Nur weil man die eigene Meinung für ach so Weltoffen und modern hält hat man noch lange nicht das Recht anderen das Recht auf deren Meinung zu verbieten. Vielleicht sollten die, die sich lieber mit Problemen wie wer welche Toilette benutzen darf beschäftigen mal über ihren Tellerand schauen und sehen, das es wirklich ernste Probleme auf dieser Welt gibt mit denen man sich befassen muss, anstatt Energie für solchen Firlefanz zu verschwenden.

    1. Die zeigefreudige Malu freut sich über jede Aufmerksamkeit, sei sie auch noch so gering – wie alle Politiker eures Misstrauens.

      Also nervt doch eure Abgeordneten direkt mit den Fragen zu Javascript und Trackern und Co.

      Müllt sie mit Fragen zu Adblockern zu, am besten per Brief und Fax und vielen Erinnerungsschreiben, falls nötig.

  14. Also kann ich dann die „Werbewirtschaft“ verklagen,wenn Sie als malware Schleuder dient und mein System angegriffen wurde? Ich darf ja nicht selber gegen „verseuchte Werbung“ vorgehen/blocken

    1. Vielleicht ist das sogar Beihilfe zum Computerbetrug und zum Einbruch in Computersysteme? Zur Datenhehlerei? In der Praxis ist es das auf jeden Fall, aber warum eigentlich kann man das nicht juristisch so auslegen?

  15. Wird dann das Editieren der Datei .hosts auf dem eigenen Rechner eine Straftat?

    Oder etwas weniger provokant formuliert: haben sich die Herren und Damen Politiker überhaupt Gedanken über die technische Umsetzung gemacht?

    1. Bwahahahaha! Wir reden hier von Leuten, die sich E-Mails von der Sekretärin ausdrucken lassen, und für die das Internet „sowas wie ein Faxgerät“ ist. Die Umsetzung wird wahrscheinlich ähnlich intelligent ausfallen wie das „Zugangserschwerungsgesetz“. Der Kollateralschaden ist nur, dass plötzlich jeder Internetnutzer mit einem Bein im Knast steht.
      Manchmal frage ich mich, ob das nicht der Plan ist. Sicherstellen, dass man gegen jeden Bürger, egal wie harmlos, genug belastendes Material zusammenkratzen kann um ihn wenn nötig dermaßen mit Prozessen zu überziehen dass er lieber freiwillig die Klappe hält.

  16. die treiben mich echt zu w3m zurück.

    mal so ironisch am rande: accessibility ist doch dann irgendwie auch im wege. welche blinde userin lässt sich werbeelemente vorlesen? focuswechsel von element zu element und hotkeys für wichtige elemente dürften nur noch _nach_ der werbung möglich sein. accessibility tools dürfen nicht als werbeblocker missbraucht werden.

    ich brauche einen lappen, hier liegt erbrochenes auf dem boden.

    .~.

    1. w3m ist in Verbindung mit einem rss-reader eine prima Kombination. Dazu noch mindestens einen proxy, der für den w3m lästige Navigationszeilen und anderen Dreck entfernt. Damit lässt sich z.B. immernoch unbehindert suedliche Qualitätspresse lesen.

    2. Fuer die Verleger, klassisch Hersteller von bedrucktem toten Baum, ist „accessability“ vermutlich ein Konstrukt aus #neuland. Und kein Markt, jedenfalls nicht ohne hohe Preise fuer ein Spezialprodukt.

  17. Darf ich einen Rasperry als Proxy einsetzen der Ads filteret?
    Darf ich die Bildanzeige oder Javscript im Browser abschalten?
    Darf ich die .hosts Datei editieren?
    Darf ich Flash/Silverlight deaktivieren oder deinstallieren, wenn eine Website ein entsprechendes Ads ausliefert?
    Wird dann vom Browser das Plugin automatisch nachinstalliert oder aktiviert, damit die Seite so dargestellt werden kann wie es der Verleger beabsichtigt?

    Cooles Geschäftsmodell: Man entwickelt ein völlig unsinniges Plugin, dass 1000 € pro Monat kostet und das wird dann von ein paar Werbetreibenden in den Ads eingesetzt. Sobald man auf eine Website kommt mit einem solchen Ad muss man entweder das Plugin kaufen oder man erhält eine Abmahnung über 1000€ weil man das „Gesamtwerk“ nicht so sehen kann wie es der Ersteller beabsichtigt hat…

    Lol…

    1. Du darfst als User und Besitzer eines Computers weiterhin alles. Es geht lediglich um ein mögliches Verbot, Produkte anzubieten, die sich Adblocker nennen und ein gewisses Erpressungspotential gegenüber site-Betreibern haben (weiter oben hats einer erklärt).

      Da ganze Vorhaben ist ausschließlich Lobby-getrieben und hat so keine Chance auf Verwirklichung. Bisher kam niemand auf die Idee, Menschen mit Bußgeldern zu belegen, nur weil sie Werbung aus dem Briefkasten ungelesen in den Müll werfen.

      So ein Verbot hätte zwar für nützliche Idioten die Auswirkung, dass die sich Werbung anglotzen zu müssen, weil sie außer sogenannten Adblockern nichts anderes kennen.

      Um diese Zielgruppe jedoch muss man sich aber nicht weiter bemühen, weil die ohnehin Konsumjunkies sind und der Werbemüll dort seine gerechte Endlagerung findet.

    1. Dann heißt es wohl: „Sie werden dazu verurteilt folgende Seiten mindestens einmal täglich, natürlich ohne jeglicher Umgehung der eingebetteten Werbung und Trackingskripte, aufzurufen und mindestens insgesamt eine Stunde zu konsumieren.“

      „Ähm, isch abe gar keine Indernet merr.“

  18. Also ich habe ja noch nie ein adblocker genutzt . ich arbeite immer ohne script, Bilder, cookies und mit canvar fingerprint Schutz. Ich weis und möchte auch nicht wissen, wie seiten mit werbung ohne Schutz aussehen. Fakt ist, Werbung verstößt gegen das recht auf informationelle Selbstbestimmung und wenn eine Seite sich gegen adblocker schützt, dann wird sie nicht mehr gelesen. Die Informationen auf den seiten kann man sich auch auf andere seiten holen. Wer guckten Bild, focus und co?

  19. Ich traue keinem Adblocker über den Weg, auch nicht jenen, die mantrahaft empfohlen werden.

    Viele dieser Adblocker betreiben nur optische Kosmetik, das Tracking und spionieren geht im Hintergund munter weiter. Einige dieser Adblocker melden das Userverhalten und System-/Browserinstellungen „nach Hause“. Und überhaupt sind es Blobs, die mir nicht auf den Rechner kommen.

    Javascript im Browser abschalten ist schon die halbe Miete, resolver und proxies übernehmen den Rest. Und dann noch den Browser striegeln:
    Z. B. about:config im Firefox gründlich ausmisten, und mit https://www.browserleaks.com/ überprüfen.

  20. Lustiges Beispiel SZ: Die Texte ohne Werbung aufzurufen ist trivial. (Ich verrate natürlich nicht, wie.)
    Nun verwende ich verschiedenste Werkzeuge um mich im Internet zu schützen: Script-Blocker, Cookie-Manager, Intelligente Tracking-Detektoren, und ja, auch einen Ad-Blocker. Manchmal landen Kundendaten und -Programme auf meinen Geräten, darum bin ich es meinen Kunden schuldig mich und damit sie auf diese Weise rigoros zu schützen. Werbung sehen zu müssen ist natürlich unangenehm, aber ein geringer Preis für guten Journalismus.

    Also auf ins Experiment: Was muss ich tun, um Werbung und Texte zu sehen? Was muss ich aufgeben? Zuerst einmal triggert alles, was in Richtung „Werbung erlauben“ geht sofort den Ad-Blocker-Detektor und verhindert meinen Zugang zu den Texten. Ups. Nun gut, dann sind sicher die Einstellungen zu streng? Also: lockern. Nein? Lockern. Nein? Lockern. Etc. Allerdings kann ich den Schutz bis auf (fast) 0 zurückfahren, und bleibe immer noch im Detektor hängen. Was zum Teufel…?

    Dann auf einmal wird mir klar, dass die Antwort bei Google liegt. Der Google Werbe-Verteiler liegt bei mir nämlich auf einer Blacklist als „niemals vertrauen, selbst wenn alles andere abgeschaltet ist“ – und zwar schon so lange, dass ich ihn fast vergessen habe. Der Grund ist dass Google einer der schlimmsten Tracker ist. Die Google-eigenen Dienste funktionieren auch ohne die Tracker (und verfolgen auch ohne ihn detailliert was man tut.), also verliere ich nichts. Aber auf irgendwelchen Dritt-Seiten irgendwelche Google-Dienste aktivieren? Guter Scherz. Es geht niemanden etwas an, wo ich mich herum treibe, insbesondere nicht einen Algorithmus der immer falsche Schlüsse ziehen wird. Ich habe genug solcher Algorithmen gesehen um zu wissen wie unzuverlässig sie sind, selbst wenn ich bereit wäre transparenter zu werden. Was ich nicht bin. Meine Informationen, mein Wissen, sind mein Kapital für meine Zukunft. Datensuveränität heißt auch, Daten zu schützen. So wie ein staatlicher Suverän seine Bürger beschützen sollte.

    Fazit: Werbung aktivieren, schön und gut. Aber die Behauptung man habe das unter Kontrolle und Tracking sei kein Problem wird sofort untergraben wenn der Ad-Blocker-Detektor eigentlich ein Kann-Google-mich-tracken-Detektor ist. Ich würde ja gerne einen Konsens finden, aber diese Methode trifft mit meine Erwartungen frontal zusammen, ohne Möglichkeit für mich zu einem Kompromiss auszuweichen. Ich glaube es ist an der Zeit einen Ad-Block-Detektor-Manipulator zu entwickeln der solchen Schwachsinn offensiv umgeht. Ist natürlich illegal wenn meine Regierung mich demnächst verpflichten will ungetesteten, nicht vertrauenswürdigen Code unbesehen auf meinem Gerät auszuführen.

    1. Lustiges Beispiel SZ: Die Texte ohne Werbung aufzurufen ist trivial. (Ich verrate natürlich nicht, wie.)

      In UBlock kann man einfach das Ausführen von Javascript für sueddeutsche.de verbieten. Keine Werbung, keine Tracker, keine dusseligen Anmeldungen.

      1. Geht auch mit No-Script. Aber die Qualität der Artikel in der SZ ist schon lange nicht mehr auf dem Niveau, auf dem es mir einen Mausklick wert wäre… wer AdBlock user ausschließt, braucht sich vor einem Besuch von mir nicht mehr zu fürchten.
        Ich kann Englisch, ich brauche die alle nicht. Und die können offenbar auf sowas wie Meinungshoheit verzichten.

  21. Und wie will das dieser minderbemittelte Regierungs-Abschaum umsetzen?

    Mein Vorschlag: Das uniformierte Gesindel (z.B. Polizei, BKA, Bundeswehr etc.) stürmt einfach nachts unsere Wohnungen, zieht uns einen Sack über den Kopf und verfrachtet uns in irgendein dunkles und tiefes Loch.

    Danach gibt’s solange eine Predig von der Narbenbacke und den beiden Fetten (hab nichts gegen Fette, nur eine natürliche Verachtung für Gabriel und Altmaier) bis wir eidestattlich versichern, nie wieder einen AdBlocker zu installieren.

    Zusätzlich werden all unsere Geräte vom BND verwanzt und 24/7 überwacht, irgendeine Daseinsberechtigung brauchen diese Nichtsnutze ja auch, aus ihrer Sicht wäre es bestimmt eine gelungene Abwechslung zur täglichen Anal-Session mit der NSA.

    Zum Glück bin jung und werde somit all diese Politiker überleben, hoffentlich nehmen sie ihre Wählerschaft in den langsamen, qualvollen und wohlverdienten Tod mit.

    Und die „da oben“ wundern sich ernsthaft, warum sie verachtet werden. Köstlich.

  22. Die Art, WIE es versucht wird, regt mich fast mehr auf als der Gedanke an Illegalität der Adblocker …

    Stellen wir uns vor, das Verbot ist erfolgt – wie lange meint ihr, dauert es, bis es einen OSS-Browser gibt, dem leider, leider die Fähigkeit zur Anzeige der fragwürdigen Inhaltsbeigaben nicht implementiert wurde, und der Rest der Malwarebung aus reinen Sicherheitsüberlegungen nicht geladen wird? Vermutlich dauert es nicht so lange.

  23. Wöchentlich mehrere Kilo Altpapier im Briefkasten, Fernsehen quasi Werbung mit gelegentlichen Spielfilmunterbrechungen, Telefonterror rund um die Uhr.
    Nun das…

    Liebe Leute von der „Konsum ist Geil“ Industrie:
    Ich kann nur so viel ausgeben wie ich habe (auch wenn ihr mir anderes erzählen wollt).
    Ich weiss, ihr Werbefuzzies versucht euren „Kunden“ weisszumachen, dass es keine „schlechte Werbung“ gibt… das ist aber Bullshit.
    Nervt mich mehr und ich kaufe weniger von dem Kram.
    Wer mich am Telefon nervt wegen neuer „supidupi Upgrades zum bestehenden Vertrag“ bekommt die Kündigung.

    Und nebenbei… ihr könnt mir adblocking nicht verbieten.
    Welche Connections mein Router oder mein PC akzeptiert ist immernoch meine Sache.

  24. Die Verlegermafia (oder sollte ich sagen Verlegerlobby?) ist am hoilen? Mein Mitleid für Friede, Bertelsfrau und die anderen Damen und Herren ist längst erloschen.
    Die einzige Werbung die ich nicht vermeiden kann zu konsumieren, ist Strassenwerbung.
    Es ist schon anstrengend genug sich gegen die überall schleichende Werbung zu wehren und den Medienmüll zu filtern oder zu vermeiden.
    Wenn das Adblockverbot wirklich durchgesetzt werden sollte, was ich stärkstens bezweifele, gehts auch ohne Internet. Ich bin 40 Jahre ohne www. bestens klargekommen.

    1. Was sollen denn all die vielen „freigesetzten“ Journalisten sonst beruflich machen, außer in die Reklameindustrie zu wechseln. „Überzeugende“ Schlagzeilen zu erfinden ist doch meist alles, was sie können.
      Gab es nicht vor ein paar Monaten den Bericht, dass es inzwischen mehr Reklamefuzzis gibt als Journalisten?
      A propos: Schreibt micht immer „Werbung“ das adelt diese unnütze Branche doch nur. Benutzt das altmodische Wort „Reklame“ …schlägt auch Max Goldt vor. Und Recht hat er.

  25. Malware und Adblocker haben nichts miteinander zu tun – dafür gibt es andere Plugins. Genauso wie Adblocker auch nicht so viel mit Werbung zu tun haben – weil Werbung nicht geblockt wird. Es geht nur ums Tracking.

    1. Äh wie meinen? Die meisten Adblocker blocken pauschal Werbeserver, die selben Server welche „Drittseiten“ mit Werbecontent beliefern, über eben genau diesen Weg wird oft genug Malware verbreitet. Das ganze nennt sich dann Malvertising: https://en.wikipedia.org/wiki/Malvertising

      Ich kann dir versichern das mein Adblocker auch wesentlich mehr blockt als nur simples Tracking, ohne den Adblocker wären viele Webseiten inzwischen unzumutbar für mich, aufgrund der teils massiv invasiven popups und ähnlicher Grütze.

  26. Ich sage dann schon mal an, dass ich gegen dieses Gesetz verstoßen werde, und zwar ständig und ohne Reue. Mein Computer gehört mir. Frau Grütters und Frau Dreyer haben sich dauerhaft wegen erwiesener Lobbyhörigkeit unwählbar gemacht. Das gleiche würde wegen dieses Verrats am Souverän für ihre Parteien, CDU und SPD, gelten, wenn die nicht schon längst auf der schwarzen Liste wären,

  27. Vor knapp einer Woche erst hat de Maizière noch groß verkündet „Nutzer sollen sich mehr um die Sicherheit ihrer IT kümmern“ und dafür gebe es ja „Umsonst Programme im Internet“. Das so ziemlich einzigste, und wirklichen sinnvollste, was mir da einfallen würde wären eben Ad-Blocker.

    Aber das ist den Herrschaften ja nun anscheinend auch nicht genehm, also was denn nun?

  28. Tatsächlich habe ich die Kommentare nicht gelesen.
    Kann mir mal jemand erklären warum mein Computer (gross oder klein) mir nicht mehr gehören soll.
    Ich hole mir mit dem Ansehen einer Website ein Angebot auf die Abzeige.
    Richtig soweit?
    Heisst also ich darf das Gesamtpacket nicht ändern. Heisst also: welcher Browser wäre denn noch legal?
    Muss ich als User wissen was mein Browser ändert?
    Ist das nicht ein wenig überfordernd?
    Fragen über Fragen.
    Übrigens:
    Vor nicht allzulanger Zeit war mein Provider in der Lage und Willens Websiten fast nach Belieben zu kürzen & umzugestalten.
    Muss ich mich jetz darum auch noch kümmern?
    Wo endets? Flash wieder installieren?

    Mir raucht der Kopf.

    1. Warum raucht dir der Kopf? Was sollte dich interessieren, was irgend ein Politiker sagt? Ad-Blocker wirst du immer herunterladen können. Wenn ein Politiker meint, dir sagen zu müssen, dass deren Einsatz illegal ist, was sollte dich das interessieren? Der Zugriff auf Webseiten ist anonym. Die Webseite kann feststellen, ob du einen Ad-Blocker einsetzt, weiß aber nicht, wer du bist. Damit sollte das Thema doch erledigt sein.

      1. Aber sonst ist noch alles im Lot?
        Anonym? Wie bitte? Nicht alle Nutzer in D haben eine dynamische IP-Adresse und selbst wenn: Hallo Vorratsdatenspeicherung! Was ist denn bitteschön in der vernetzten Welt noch wirklich anonym?!

        1. Kein Webseitenbetreiber kann anhand der IP herausfinden, wer du bist. Und ja, Vorratsdatenspeicherung gibt es. Und genauso gut kann man sie umgehen, indem man ausländische VPNs benutzt, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen. Für ganz Vorsichtige gibt es noch Tor.

      2. Du kannst darauf hoffen, dass es unmöglich ist alle zu verfolgen, und in der Masse untergehen… bis sich mächtige Leute für Dich interessieren.
        Wenn Du Dich irgendwo politisch engagierst und den falschen Leuten auf den Schlips trittst, kannst Du wetten, dass solches Zeug ausgegraben wird. Eine Bevölkerung in der jeder mit einem Bein im Knast steht ist bequem zu regieren.

          1. Das gabs doch schonmal um die Jahrtausendwende, Browser-Container installieren und Werbung gegen Geld anschauen. Würde mich interessieren, ob da jemals was ausbezahlt wurde.

      1. werbung, die durch psychologisch getrimmte kampfsprache und bildwechsel, gehirne indoktriniert, muss, durch psychologiefirme gerichtsgutachter, als solche identifiziert und als eingriff in die menschenwürde und freie geistige entfaltung untersagt werden.

  29. Leute: Wacht auf, und ergießt Euch nicht in endlose piratistische Diskussionen. Es geht nicht um die Benutzung oder ob Ihr in Eurem stillen Kämmerlein den Springerextremisten ein Schnippchen schlagen könnt.

    Es geht denen um den Vertrieb und das Wissen wie man die Software einsetzt!

    Denn:
    1.) Strafrechtsurteile = aufwendig / erfolg Aufgrund des „in dubio pro reo“ eher ungewiss!
    2.) Abmahnungen und Zivilrechtskrieg gegen Download-Portale und private Anbieter = geringer aufwand / die meisten Knicken per se schon ein wenn sie ein Anwaltsschreiben sehen.

    Und:
    Und beim Ad-Blocken geht es auch nicht in erster Linie um Virenschutz, es geht um die Privatssphäre und den Kommerzboykott! Es geht darum zu bestimmen welche Musik und welche Filme auf dem eigenen Computer spielen. Es geht um die Freiheit beim Computereinsatz.

    Also bitte in der Diskussion die richtigen Eckpunkte setzen und wie ein Schießhund verteidigen, und sich nicht hinter sekundär Effekten rumschleichen – das schwächt sonst den eigenen Standpunkt.

    (piratistische Diskussionen: mit der Wandlung der Piraten zur Mehrthemenpartei ist der klare Standpunkt verloren gegangen und die Partei zerbrochen – )

  30. Ich gehe schon jetzt (seit „Ukraine“) kaum noch auf die Sites von SZ, ZEIT, FAZ, Tagesspiegel, SPON, Berliner Zeitung, taz, etc.. Seit die SZ darauf besteht, dass ich meinen Blocker ausmache, verzichte ich auf deren Propaganda ganz, den SZ-Link aus meinen „Lesezeichen“ hab ich schon entfernt.
    Fefe, Nachdenkseiten, die Seite hier, und ein paar andere sind schon jetzt meine Hauptnachrichtenquelle für Politik; für das viele andere gibt’s ja sowieso reichlich andere Quellen im Netz.
    Wenn die anderen „Qualitäts“medien per Gesetz nachziehen, werd ich deren Seiten ebenfalls nicht mehr besuchen.
    Weg ohne Schaden. Tut mir nur etwas leid um die paar ehrlichen, tüchtigen, mutigen, schreibenkönnenden Journalisten, die die Konzerne noch machen lassen.
    .
    Wenn zu viele Leser (oder Klicker) wegbleiben (auch wegen der aufdringlichen Reklame) wird es sicherlich ebenfalls per Gesetz einen Einzugs“Service“ geben, beim Fernsehen hat das ja prima geklappt. Ich hatte das schon an anderer Stelle betont: Nicht mal Propagandaminister Goebbels hat damals solch ein Zwangsgesetz fürs Radiohören gefordert oder gar gemacht.

  31. und plötzlich waren alle mit Live-CD unterwegs. nächstes Verbot ist dann Live-CD zu benutzen weil lediglich die Sitzung komprometiert ist? wenn es nicht so traurig wäre müßte man darüber erstmal lachen.

  32. Router werden nur noch vom Provider aus konfigurierbar sein, der Endanwender hat keinen Zugang zu diesem.
    Beim Erwerb eines Computers/Smartphone – was zur Pflicht wird – wird ein vorgegebenes Betriebssystem installiert sein. Man kann keine weiteren/andere Betriebssysteme installieren. Dieses wird vom Hersteller konfiguriert und Programme nach individuellen Bedürfnissen des Mieters vom Hersteller installiert. Der Benutzer hat keine root Rechte für seinen Computer. Freie Betriebssysteme sind verboten.
    Ist das eine mögliche Zukunft die wir haben wollen?

  33. Mal wieder ein Gesetz, auf das ich mir ein Ei pellen werde. Ich bin zwar kein “Reichsbürger“, aber MEINE Datenendgeräte sind MEIN autonomes Gebiet und nur ICH mache die Gesetze, die regeln was dort wie verarbeitet wird. PUNKT!

    MfG
    Der Roflian

  34. NoScript wäre auch ein Kandidat für ein Verbot.
    Router werden nur noch vom Provider aus konfigurierbar sein, der Endanwender hat keinen Zugang zu diesem.
    Beim Erwerb eines Computers/Smartphone – was zur Pflicht wird – wird ein vorgegebenes Betriebssystem installiert sein. Man kann keine weiteres/anderes Betriebssysteme installieren. Dieses wird vom Hersteller konfiguriert und Programme nach individuellen Bedürfnissen des Mieters vom Hersteller installiert. Der Benutzer hat keine root/Admin Rechte für seinen Computer. Freie Betriebssysteme sind verboten.
    Ist das eine mögliche Zukunft die wir haben wollen?

  35. Ich hätte da noch ne Frage! Eine praktische. Wie wollen sie dieses Verbot praktisch durchsetzen. Okay, von der Serverseite ist es klar: die Medienkonzerne ziehen ihre Block-Blocker hoch, siehe Bild und Sueddeutsche.
    Aber was passiert clientseitig bei einem gesetzlichen Verbot? Darf ich nicht mehr Adblock Edge nutzen? Keinen Torbrowser mehr installieren? Wird NoScript verboten?
    Und wie setzen sie das durch?
    Fragen über Fragen!

  36. Adblocker sind Selbstverteidigung. Man kann heute mit einem 3 Jahre alten PC nicht mehr ohne Adblocker unterwegs sein, so sehr wird man mit Werbung zugemüllt, was unendlich Ressourcen frisst. Adblocker sind auch Selbstverteidigung, weil uns die Werbenetzwerke ausspionieren. Einziger Schutz dagegen, weil diese idiotische Regierung da mit drin hängt statt uns zu schützen, sind auch Werbeblocker.

  37. Klar, lass die Deppen entscheiden, was ich installieren darf. Was ich abrufen muss und wie mein Browser es darzustellen hat.
    Was, wenn ich gar kein Gerät nutze um die Seite anzusehen, wie die es sich vorstellen? Vielleicht lade ich sie ja mit der Shell und lasse mir den Text per Sprachausgabe vorlesen. Dann illegal? Oder muss ich die Werbung in Text konvertieren und vorlesen lassen bevor der Text kommt?
    Und was ist mit den Viren? Ich verlinke da immer wieder gern auf blockxit.de, eine Seite die nach der bescheuerten stern kampagne entstanden ist. Stern selber berichtet sogar über Erpressertrojaner aus der Werbung (ist dort verlinkt). Und dann blockieren sie die wirksamen Schutzmaßnahmen.

  38. Ich habe gerade mal auf verschiedenen Seiten der ‚Süddeutschen‘ (die ja jetzt irrigerweise glaubt, AdBlock-Nutzer blockieren zu können) alle Schutz-AddOns im Firefox abgeschaltet, um zu schauen, was passiert:

    Neben etwas dick auftragender Reklame rund um die Seiteninhalte ragen diverse Reklameblöcke in die Seiten rein, zuzüglich einer Reklame-Seitenleiste rechts. Es ist eben gerade noch erträglich.

    Dazu sammeln sich nach zwei, drei Einzelseitenaufrufen knapp zwei Dutzend Cookies an.

    Aber worum es (natürlich auch der Süddeutschen) eigentlich geht, sind die knapp 35 Tracking-Skripte, die NoScript (als — möchtegern! — aktiv auflistet. Es geht am Ende gar nicht um Reklame und um deren Blockade oder nicht, das ist bloß vorgeschobene Augenwischerei, es geht ganz eindeutig um Nutzer-Tracking — um das möglichst umfassende Sammeln, Erfassen und Auswerten von Nutzerdaten. Das ist bei den anderen bekannten Zeitungen übrigens nicht anders.

    Folglich gilt entgegen anders lautenden Behauptungen:
    Ich setze gar keine(n) Adblocker ein, ich setze Trackingblocker ein. Insofern hat die Bundesregierung mit ihrem leeren Geschwätz in Sachen Tracking schon recht: Es gibt hinreichende Mittel, das zu verhindern. Die habe ich im Browser, und da bleiben sie auch.

  39. Und wie will man verhindern, dass ich in meinem nichtdeutschen Browser ein nichtdeutsches Adblock-Programm herunterlade und aktiviere? Muss ich vorher beim Innenministerium, ach ne, Verkehrsministerium nen Antrag stellen, dass ich diese oder jene Seite aufrufen darf und die währenddessen mich liveüberwachen müssen, ob ich auch kein Adblock habe? Oder einfach einen Trojaner auf alle PC der Bundesbürger laden?

    Und wie will man verhindern, dass einfach Programme genommen werden, die kein adblock sind, aber eine ähnliche Funktion haben (wie noscript)?

    Und gilt das dann nur für deutsche Seiten oder wird wieder mal gleich die ganze Welt gerettet?

    Wie bescheuert ist diese Regierung inzwischen geworden? Das mit der Abschaffung der Benzinmotoren war schon ein Schwachsinn sondergleichen (wenn nicht zufällig alle Länder um uns herum genügend Elektrotankstellen bauen, dann kommen wir ab 2030 aus dem Land nicht mehr raus; und wenn nicht zufällig die europäische Logistik vollständig auf Elektro umstellt, werden die mitten in unserem Land stehen bleiben mangels ausreichender Tankstellendichte). Aber sowas, also das ist so behämmert wie den Onlinehandel mit Medikamenten verbieten zu wollen, nur damit die nutzlosen Apotheker weiterhin in Saus und Braus leben können. Das ist doch alles nicht mehr lustig und dafür vollkommen gestört. Die Leute in Berlin haben doch von nichts mehr einen Plan. Die sind nur noch am Müll produzieren und im Grunde nichts als Populisten mit Macht über den öffentlichen Rundfunk, den sie zur Eigenwerbung nutzen können. Ohne das wären die auch schon Geschichte. Sowas beklopptes. Langsam reicht es echt mal. Die sollen Weihnachtslieder singen gehen und nicht diese Republik in die Technik vor dem Internetzeitalter zurück reformieren.

  40. Es reicht!
    Ich schaue mir nun an, wie ich einen Gesprächstermin mit lokalen Politikern vereinbaren kann.
    Das wird nicht nur wegen Adblockern sein, da kommen Sachen wie BND-Gesetz, TISA, TTIP, CETA, Bundestrojaner, Vorratsdatenspeicherung, CCTV etc. genauso mit auf den Plan.
    Es reicht!

  41. Wann fangen Journalisten endlich an, Geld für Journalismus zu nehmen? Und wann fangen Verbraucher endlich an, Geld für Journalismus zu erhalten? Wer bitte zahlt denn Geld für Informationen? Wenn diese Regelung kommt, sollten alle echten Journalisten in Generalstreik treten.

  42. Ich verstehe diese ganze Diskussion einfach nicht. Wie lange geht das jetzt? Es müsste doch inzwischen dem Letzten klar sein, dass ein Adblocker ein wichtiger Teil eines Schutzmechanismus für den PC (Tablet, Handy…) ist. Solange es auch nur die Möglichkeit gibt, dass Malware über Werbeanzeigen, sorry: Reklame ausgeliefert wird, ist ein Adblocker unabdingbar. Insbesondere wenn ich die Seitenbetreiber oder die Reklameindustrie nicht dafür haftbar machen kann.

    Es gibt andere Schutzmechanismen? Aha. Wozu dann der ganze Schutzkram bei Autos? Die haben ja auch eine Bremse die alles andere ersetzen kann. Oder wie?

  43. 1. Kommt dann demnächst regelmässig jemand vorbei und prüft ob ich den versiegelten und zertifizierten Browser benutze?
    2. http://jlcauvin.com/wp-content/uploads/2015/03/a-clockwork-orange-a-clockwork-orange-14752407-965-577-what-did-you-think.jpeg
    3. Oh, warum darüber aufregen? Ich hab ja gar keinen Adblocker. Ich hab einen (oder auch ein paar mehr) Untrusted-Code-Blocker! Oder verbieten sie das dann auch? Muss ich dann alle Trojaner etc. ausführen? Und wie bekommen sie dann jemals ihr Bundestags-Netz sicher? Oder all die anderen Regierungscomputer?

    Javascript-Ausführungspflicht ist ziemlich _bescheuert_. Mal kucken, wann das jemandem da auffällt.

    Einfach Unfassbar – oder kürzer: m(

  44. “ … sondern sicher gehen möchte, dass Schadsoftware nicht unkontrolliert durch Ad-Netzwerke ausgeliefert wird … “

    Also dagegen muß ich aber in aller Form protestieren!
    Wir liefern unsere Schadsoftware nicht UNKONTROLLIERT aus !!!

  45. ich verlange, dass ich für das platzieren der werbung auf meiner bildschörm(!)fläche entschädigt werde.
    tv werbung, welche nicht aktiv im system eines low-end-gerätes walten kann – im gegensatz zur onlinewerbung – ist ein schädlicher angriff auf mein gehirn. die von psychologen gezüchtete kampfsprache und bildfolge (beides könnte auch von gutachtern vor einem gericht attestiert werden) waschen meine gedanken- und handlungsschemata.
    mein puls taktet niederfrequenter, wenn ich währen der werbung den ton ausschalte oder das bild einfriere. am besten beides.
    dies ist subjektiv. man könnte es objektivieren.

  46. Eine seriöre Regierung denkt nicht mal darüber nach, aber eine niederträchtige und hinterhältige Regierung, die nur ihre eigene Vorteile nach einer Amtsperiode sieht, schon.
    Da kann ich nur sagen: Merkel & Co., eure Zellen wartet schon.
    Ich gebe dieser Republik keine drei Jahre mehr, dann ist sie Geschichte.

  47. Das ist natürlich alles völliger Wahnsinn, aber wie sähe das denn dann in der Realität aus? Wenn ich mich dann mit AdBlocker auf deutschen Medienseiten blicken lasse, loggen die dann meine IP, stellen per Richterspruch meine Identität fest und mahnen mich ab? Wie hoch ist dann das Strafmaß? 0,002€ pro widerrechtlich blockergestütztem Seitenaufruf? Oder direkt 50.000€, da man dann ja rein rechtlich Raubmordkopierpirat ist? Wird es dann in Zukunft auch strafbar über TOR zu surfen oder sich auf internationalen Webseiten zu informieren?

    Muss man dann nicht als Selbstschutz – um nicht in die Illegalität abzurutschen – vorausschauend ein Browser-Plug-In bauen, das die entsprechenden Medienseiten komplett blockt?

  48. Ganz offen gestanden – fiele mir ein Land ein, dessen Regierung sich etwas weniger blöde anstellt, wenn es um’s „digitale #Neuland“ geht, ich würde morgen auswandern. So, wie sich die Lage verhält, kann ich anscheinend nur jeden Tag aufs Neue schauen, über welchen Auswuchs an Inkompetenz ich mich denn heute aufrege. Sei es Störerhaftung, Vorratsdatenspeicherung, oder Adblocker-Verbot: bei dem Tempo, in dem diese Regierung uns zu einer digitalen Wirtschaftsdiktatur umformt, können wir alle schon einmal anfangen, „Neusprech“ zu lernen – vor 2048 wird Orwells Albtraum sicherlich Gestalt annehmen.
    (mit Günther-Oettinger-Akzent:) Bick Merkel iß watsching juh.

    Na dann, gute Nacht.

  49. werbung, die durch psychologisch getrimmte kampfsprache und bildwechsel, gehirne indoktriniert, muss, durch psychologiefirme gerichtsgutachter, als solche identifiziert und als eingriff in die menschenwürde und freie geistige entfaltung untersagt werden.

  50. Habt Mitleid mit der Bundesregierung. Die bewegt sich im Neuland. Hat noch nie gehört, dass in Werbung nicht immer das steckt, was vorgegeben wird. Glaubt, dass man durch ständiges Updaten eine Internet.Explorer sicherer gemacht kriegt. Denkt, dass die Bösen Jungs an Virenscannern und Firewalls nicht vorbeikommen. Wobei ich Adblocker auch nicht benutze. Einige von diesen Adblockern tauschen die Werbung nur gegen „unaufdringliche“ aus. Dafür Noscript im aktuellsten Firefox unter Linux, was aber nur wegen der relativ geringen Verbreitung relativ sicherer zu sein scheint. Ich schätze mal, das der strikte Umgang mit Javascript, Java und Flash einem 90% der gar nicht so verbreiteten Internetpest vom Hals hält.

    Aber es ist Fakt, dass ein Teil der Schadware gerade über große Nachrichtenmedien in der Werbung ausgeliefert wird. Sogar Google, das ich ebenfalls nicht mehr verwende, lieferte schon Malware aus.

  51. Ich hätte gern einen Anderen Addblocker, und der Wäre Legal.
    Ich gebe ein Welche Art von Werbung ich nicht haben will (z.b. Popup, oder Overlay ) und dan werden bei Google automatisch diese Seiten ausgeblendet. Das ist so wie beim Fernsehen, wo ich die Wahl haben „Jambaklingelsound TV“ oder Shopping Kanal Sender von meiner Kanalliste zu löschen. Beim Fersehen kann ich das einmal machen. im web geht das leider nicht. Insofern wäre eine Automatismus schön

  52. Ein solcher Blödsinn kann auch nur aus Neuland kommen. Ein Adblockvebot können die zwar aussprechen und gesetzlich durchdrücken aber wem bitteschön sollte das interessieren? Man kann sich jeden Adblocker weltweit runterladen und installieren. So ein Verbot ist technisch unumsetzbar und ein Gesetz das man nicht durchsetzen kann ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht. Aber das sind wir ja von dieser Regierung schon gewohnt. Sollen die machen was sie wollen. Ignorieren und gut ists.

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