Öffentlichkeit

Informationsfreiheitsanfrage: Lobbyisten für ein gesetzliches Verbot von Ad-Blockern

Ein gesetzliches Verbot von Ad-Blockern steht uns möglicherweise ins Haus, denn Interessenverbände fordern aufgrund des hohen Zuwachses der Nutzerzahlen gesetzgeberische Maßnahmen. Vor allem kommerzielle Anbieter von Ad-Blockern sind ihnen dabei ein Dorn im Auge, dem man wettbewerbsrechtlich beikommen will. Wir haben mit einer Informationsfreiheitsanfrage herausfinden wollen, was geplant ist.

Über diese Werbung können Sie nicht hinwegsehen. Schokoladen-Produkte um 1953. CC-BY-NC 2.0 brizzle born and bred

Wir hatten im Juni dieses Jahres über die Forderung berichtet, dass Ad-Blocker verboten gehören – und zwar gesetzlich. Bei Ad-Blockern handelt es sich um Software-Filter, die Werbung auf Websites unterdrücken und ausblenden kann. Praktisch hat das zur Folge, dass dem Betrachter die auf Websites enthaltene Werbung nicht optisch dargestellt wird.


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Die Forderung nach einem gesetzlichen Verbot fand sich in einem Bericht der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz (BLKM). Begründet wurde die Idee mit dem journalistischen „Gesamtprodukt“, zu dem bei kostenlosen Angeboten eben auch Werbung gehöre. Das diene der Refinanzierung und dürfe durch Ad-Blocker nicht „faktisch entbündelt“ werden. Da kein Anspruch auf unentgeltliche Information bestehe, müsse für das Angebot bezahlt oder aber die Werbung geduldet werden.

Nach dem Bericht der Kommission haben wir eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) gestellt, die positiv beschieden wurde. Wir baten die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien um alle seit Beginn der BLKM geführten Unterlagen zu Ad-Blockern. Wir stellen wie immer das gesamte IFG-Dokument mit den Unterlagen zu den Ad-Blockern (pdf) zur Verfügung.

Für alle, die sich einen Überblick über die etwas über einhundertzwanzig Seiten verschaffen wollen, haben wir den Inhalt der Dokumente hier zusammengefasst.

Wie kam es also dazu, dass Ad-Blocker nun als „existentielle Bedrohung der wirtschaftlichen Basis“ der Zeitungs- und Zeitschriftenverleger gelten sollen und die Forderung eines gesetzliches Verbotes in den Bericht der BLKM aufgenommen wurde?

Die Notwendigkeit, sich mit Ad-Blockern zu befassen

Dass Werbeblockade-Methoden für die Kommission ein Thema sind, war im letzten Jahr zunächst noch keine beschlossene Sache, wie den IFG-Unterlagen zu entnehmen ist:

Uneinigkeit bestand in der Frage, ob die Themen [geschwärzt], Ad-Blocker […] in die Beratungen der BLKM aufgenommen und ggfs. entsprechende AGs (Arbeitsgruppen) einberufen werden soll.

Als Grund wird vorgebracht, dass die Kommission ohnehin schon viele Themen zu bearbeiten hat und daher nicht „überfrachtet“ werden solle. Das Bundeskanzleramt, das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesjustizministerium (BMJV) sprachen sich dagegen aus, eine neue Arbeitsgruppe einzuberufen.

Im Oktober 2015 argumentiert das BMJV in einer E-Mail, warum man keine Notwendigkeit sehe, sich in der Kommission mit Ad-Blockern zu befassen, zumindest was das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) angeht. Denn ein Vertrieb von Ad-Blockern werde von der Rechtsprechung nicht als Verstoß gegen das Gesetz gesehen. Das Landgericht Hamburg fällte beispielsweise am 24. April 2015 ein entsprechendes Urteil, nach dem der Verkauf von Werbeblocking-Software mit kostenpflichtiger Whitelisting-Funktion kein Verstoß gegen das UWG sei.

Man verweist auf mehrere frühere gerichtliche Entscheidungen, in letzter Zeit (also nach der E-Mail des BMJV) kamen noch weitere aktuelle Rechtsstreitigkeiten um Werbeblocker hinzu. Das BMJV bemerkt aber abschließend:

Sollte dennoch aus anderen Gründen generell über ein „Verbot“ von Ad-Blockern nachgedacht werden, so wäre dies keine Frage des UWG (müsste aber im Hinblick auf die verfassungsrechtliche Zulässigkeit sicherlich sorgfältig geprüft werden).

Die Bundesländer sind anderer Meinung: Ad-Blocker und Mediaagenturen sind ihnen „ein wichtiges Anliegen“ und sollten daher in der Arbeitsgruppe zum Thema Vielfaltssicherung behandelt werden. Das Bundeswirtschaftsministerium hält zunächst noch dagegen und schlägt vor, das anderswo zu besprechen, willigt dann aber ein, bis November 2015 einen „Lösungsvorschlag“ zu unterbreiten.

Einladung an die „Stakeholder“

Nach der Besprechung mit der Bundeskanzlerin am 3. Dezember 2015 steht jedoch fest, dass die Regierungschefs der Länder mit ihr einen gemeinsamen Beschluss fassen:

Sie bitten die Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz, [geschwärzt] […] ggfs. um die Themen Ad-Blocker, Mediaagenturen und Netzneutralität zu ergänzen.

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Weltweite Nutzer von Ad-Blockern in Millionen.
Zahlen der Studie „The cost of ad blocking“ (pdf).

Es kann viele Gründe geben, die Werbung ausblenden zu wollen. Das störende Geblinke wird vermutlich eine Rolle spielen. Was viele an Ad-Blocking-Methoden freut, ist der Umstand, dass nebenbei manchmal auch Autoplay-Videos aller Art deaktiviert werden. Allerdings sind die individuellen Gründe und Motive für die ansteigende Nutzung der Werbeblockierung nur wenig untersucht.

Immerhin aber gibt es quantitative Aussagen zum Zuwachs der Nutzerzahlen, wie sie etwa in der Studie „The cost of ad blocking“ (pdf) von PageFair und Adobe aus dem Jahr 2015 nachzulesen sind. Im Bundeswirtschaftsministerium scheinen Gründe oder Ursachen wenig zu interessieren, man lud zum 8. März zu einem halbtägigen Workshop ausschließlich „Stakeholder“ ein:

Verbändevertreter aus Presse, Rundfunk, Online-Medien, Werbewirtschaft und Agenturen werden die aus ihrer Sicht relevanten Aspekte und Probleme im Kontext mit Mediaagenturen und Ad-Blockern darstellen und […] erörtern.

Warum die Veranstaltung als „Workshop“ firmiert, bleibt unklar, jedenfalls können folgende Verbände ihre Anliegen vorbringen – aus „Vertraulichkeitsgründen“ in vier separaten Gesprächen:

  • OMG (Organisation der Media-Agenturen),
  • BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) und VDZ (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger),
  • ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft),
  • VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien), APR (Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk) sowie die ARD und die ZDF Werbefernsehen GmbH.

Außerdem war die Omnicom Media Group Germany GmbH am 8. März mit dabei. Warum dieses Unternehmen dort vorträgt, erschließt sich aus den Unterlagen nicht.

Für ein gesetzliches Verbot von technischen Werbeblockern

Im Protokoll dieses Workshops findet sich erstmalig die klare Forderung nach gesetzgeberischen Maßnahmen:

Die Experten hoben die negative Wirkung von Ad-Blockern auf die Finanzierungsmöglichkeiten der Medien und damit letztlich auf die Medienvielfalt hervor. Die Tätigkeit von Ad-Blockern wurde als gesetzwidrig angesehen. Es wurde ein rechts- und medienpolitischer Bedarf für ein gesetzliches Verbot bejaht.

Aus der Formulierung „Tätigkeit von Ad-Blockern“ erschließt sich, dass Ad-Blocker vor allem mit rechtlichen Fragen von Wettbewerbsverstößen in Zusammenhang gebracht und generell aus dem Blickwinkel betrachtet werden, dass sie aus kommerziellen Gründen heraus angeboten werden. Das geht auch aus den Stellungnahmen der Verbände unzweideutig hervor. Mehrfach werden die „Geschäftsmodelle“ besonders hervorgehoben:

Das Geschäftsmodell von Ad-Blockern wird […] als ein unzulässiger Eingriff in eigene werbefinanzierte Geschäftsmodelle der Medienunternehmen gesehen, weshalb hier teilweise, auch unter Hinweis auf längerfristig mögliche Beeinträchtigungen der Medienvielfalt, gesetzgeberische Maßnahmen gefordert werden.

Man wolle laut Protokoll nicht auf gerichtliche Entscheidungen von Höchstgerichten warten, das sei nicht „sachgerecht“, und in den Instanzen hätte man auch widersprüchliche Beurteilungen vorliegen. Das dürfte sich auch mit dem Rechtsstreit vor dem Oberlandesgericht Stuttgart bestätigen, das im Juni 2016 (also nach dem Workshop) in einer Berufungsverhandlung deutlich machte, dass es keine guten Argumente für ein Verbot von technischen Werbeblockern erkennen könne.

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Foto: CC-BY-NC-ND 2.0, Todd Mecklem.

Insgesamt machen die Interessenvertreter klar:

Ein Abwarten höchst- oder verfassungsrechtlicher Entscheidungen könne nicht zugemutet werden.

Dazu findet sich in den Papieren später eine Einschätzung seitens des Bundeswirtschaftsministeriums, das Verständnis dafür zeigt, nicht auf Gerichtsentscheidungen warten zu wollen:

Diese Auffassung [dass Abwarten unzumutbar sei] erscheint nach vorläufiger Einschätzung nicht völlig unberechtigt.

Es sei aber erforderlich, eine „gründliche Prüfung“ vorzunehmen und dabei nicht nur die EU-Rechtskonformität im Blick zu haben, sondern auch das Bundesjustizministerium. Denn das ist zuständig für das UWG.

Aber welche Maßnahmen gegen Ad-Blocker?

Was allerdings im Protokoll noch als offen angegeben wird, ist die Frage, „an welcher Stelle ggf. weitere legislative Maßnahmen angedockt“ werden sollen. Wo auch immer man „andockt“, eins ist jedenfalls klar:

Es wurde betont, dass die Notwendigkeit gesetzlichen Handlungsbedarfs bestehe, um die durch Ad-Blocker verursachten Schäden zu verhindern. […] [Es sei] notwendig, ein generelles gesetzliches Verbot von Ad-Blockern zu schaffen.

Wie genau das gewünschte Verbot praktisch umgesetzt werden soll, geht zwar nicht konkret aus den Papieren hervor. Aber folgende bereits bekannte Idee wird angegeben:

Eine mögliche Regelungsoption könnte ein Integritätsschutz für journalistisch-redaktionelle digitale Produkte vergleichbar dem Gedanken des Signalschutzes im Rundfunkrecht sein.

Dieser Signalschutz bezieht sich beim Rundfunk auf die Manipulation eines Signals auf dem Weg vom Sender zum Empfänger: Dritten ist eine Manipulation nicht erlaubt. Die Vorstellung, dass eine Website mit einem Rundfunksendesignal vergleichbar wäre, ist technisch allerdings reichlich abwegig.

Außerdem werden als „gesetzliche Flankierung“ das Urheberrecht, das UWG und der Rundfunkstaatsvertrag (RStV) erwähnt. Aus den Unterlagen gehen aber keine spezifischeren Vorschläge hervor.

Im Fahrplan der Kommission ist für das erste Halbjahr 2016 eine weitere Sitzung der Arbeitsgruppe Vielfaltssicherung vorgesehen, um neben anderen Themen ein Positionspapier zu „ggf. erforderlichen Maßnahmen“ bei Ad-Blockern zu erarbeiten. Den Vorsitz hat das Bundeswirtschaftsministerium, Referat für Wettbewerbs-und Verbraucherpolitik, gemeinsam mit dem Staatsministerium Baden-Württemberg, Referat Rundfunkpolitik und Medien.

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Foto: CC-BY 2.0, Moe_.

Stellungnahmen der Interessengruppen

Zwischenzeitlich gehen die Schreiben der Lobbyisten ein. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) haben nach dem Workshop unter dem Titel „Adblocker und Medienvielfalt im Internet – Fakten und Positionen“ eine gemeinsame schriftliche Stellungnahme abgegeben, die sich offenkundig vor allem mit der Eyeo GmbH auseinandersetzt, also mit einem speziellen kommerziellen Anbieter.

Eyeo bietet „AdBlock Plus“ an, das nach eigenen Angaben fünfhundert Millionen Downloads zu verzeichnen hat. In der Stellungnahme wird das Unternehmen als „Weltmarktführer“ und „Quasi-Monopolist“ bezeichnet. Begründung dafür:

Sämtliche marktgängigen AdBlock-Programme (Adblock Plus, Adblock, Adblock Pro, Adguard, Adblock Super, Del Ad) verwenden die sog. „Easylists“ der Eyeo GmbH als Programmdatei für die Blockadefunktion (sog. Blacklist). Die Easylists werden auf den Servern der Eyeo GmbH gehostet und durch eigene oder beauftragte Mitarbeiter der Eyeo GmbH gepflegt und fortlaufend ergänzt.

Man schießt sich also auf wettbewerbsrechtliche Fragen ein und betrachtet andere Darreichungsformen des Ad-Blocking kaum oder gar nicht. Obwohl um die vierzig Prozent des Browsings mittlerweile mobil stattfindet, spielen in den Stellungnahmen Ad-Blocker auf Mobiltelefonen ebenso keine Rolle wie Lösungen ohne kommerzielle Hintergründe. Ein Teil der Anbieter von Ad-Blockern verfolgt nämlich gar keine eigenen wirtschaftlichen Interessen. Es ist auch nicht in Stein gemeißelt, dass ein gesetzliches Verbot kommerzieller Ad-Blocker langfristig die Nutzerzahlen senken würde, denn ein Ausweichen auf andere Anbieter oder Methoden ist nur einen Klick entfernt.

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Foto: CC-BY-ND 2.0, Hans Splinter.

Die OMG (Organisation der Media-Agenturen) fasst ihre „Kernargumente“ zum Thema Ad-Blocker mit einer Prise Selbstkritik wie folgt zusammen:

  1. Adblocker sind ein gravierender Eingriff in die Kommunikationsfreiheit der Unternehmen.
  2. Adblocker sind auch ein Ausdruck mangelnder Akzeptanz von Onlinewerbung.
  3. Juristische und technologische Maßnahmen sind kein probates Mittel gegen Adblocker.
  4. Die von den Gerichten vorgeschlagenen Maßnahmen sind nicht im Interesse der Werbungtreibenden.
  5. Zur Verbesserung der Akzeptanz von Onlinewerbung muss der Konsument ins Zentrum der Bemühungen rücken.
  6. Alle Marktpartner sind gefragt, ihren Beitrag zu besserer Onlinewerbung zu leisten.

Juristische Maßnahmen sind allerdings wohl doch ein probates Mittel, nämlich wenn sie den Gesetzgeber betreffen und nicht die Gerichte. Die Gerichte haben in letzter Zeit nämlich zu Gegenmaßnahmen geraten: etwa Einblendungen, um Nutzer zum Verzicht auf Werbeblocker zu bewegen, oder das Online-Angebot für Ad-Blocker-Nutzer einzuschränken, teilweise oder vollständig. Die Verbände sind allerdings der Meinung, dass gesetzgeberische Maßnahmen vorzuziehen sind.

Der VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien) bringt in seiner Stellungnahme ähnliche Argumente wie die anderen geladenen Lobbyisten, nimmt bei Adblock Plus von Eyeo GmbH aber wirklich kein Blatt vor den Mund und nennt es ein „parasitäres Geschäftsmodell“. Der Verband verweist auch auf folgende schädliche Wirkung von Ad-Blockern:

Auch für die Kreation von Werbung stellen Ad-Blocker ein Problem dar, da die selektive und willkürliche (Fremd-)Bestimmung, wann eine Werbung „unerwünscht“ oder „belästigend“ ist, den Schöpfungsprozess und die Ausspielung neuer Werbeformen erheblich einschränkt.

Darauf muss man argumentativ auch erstmal kommen. Werbeblocker sollten jedenfalls auch nach Ansicht des VPRT nicht gegen den Willen von Websites-Betreibern eingesetzt werden dürfen.

Insgesamt werden in den Stellungnahmen Ad-Blocker durchgängig als rechtswidrig angesehen. Die Verbände betonten allesamt den rechtspolitischen Bedarf für ein gesetzliches Verbot der Anti-Werbe-Software.

Fazit

Der derzeitige Stand ist nach der Sichtung der IFG-Unterlagen wohl so zu beschreiben: Nach dem Treffen der Länderchefs mit der Bundeskanzlerin war die anfängliche Skepsis in der Kommission vom Tisch, ob man das Thema Ad-Blocker überhaupt in die Arbeitsgruppen aufnehmen soll. Gesetzgeberische Maßnahmen werden momentan geprüft, welcher Art sie sein werden, geht aus den Papieren nicht hervor. Klar wird aber, dass die Verbände es weitgehend auf die kommerziellen Angebote bei Ad-Blockern abgesehen haben und andere Anbieter kaum wahrnehmen. Entsprechend wird wohl ein gesetzliches Verbot in diese Richtung zielen. Es empfiehlt sich wegen dieser Einseitigkeit, auch andere Interessengruppen anzuhören, bevor ein gesetzliches Verbot tatsächlich angegangen wird.

Viele mögen mit den Achseln zucken, weil sie andere Ad-Blocker als die kommerziellen Angebote der Eyeo GmbH nutzen und sich nicht betroffen sehen. Dennoch sollte man das Vorhaben, Ad-Blocker gesetzlich zu verbieten, gut im Blick haben, was die mögliche Umsetzung angeht. Aus dem politischen Vorgehen beim Leistungsschutzrecht für Presseverlage haben wir schließlich gelernt, wie es laufen kann.

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Beschwerde über „Malwaretisement“ bei Forbes.

Das „Malwaretisement“ findet in den Stellungnahmen der Lobbyverbände übrigens nirgends auch nur Erwähnung, also das Problem der Verbindung der Auslieferung von Werbung mit der Auslieferung von Drive-By-Exploits und anderen Arten von Schadsoftware über die Ad-Server. Auch dass es gute Gründe für die Nutzung von Ad-Blockern geben kann, wird weitgehend ausgeblendet.

Ad-Blocker-Detektoren

Noch ein paar Worte zu den um sich greifenden Ad-Blocker-Detektoren, die in den Papieren nur am Rande Erwähnung finden. Ob es für Anbieter nach EU-Recht eigentlich legal ist, ihrerseits Ad-Blocker-Nutzer abzuweisen, ist zumindest fraglich: So jedenfalls argumentierte Alexander Hanff in einem Brief mit Bezug zur europäischen ePrivacy-Richtlinie. Er sieht in der Richtlinie das Recht der Nutzer festgeschrieben, Werbung abzulehnen. Wenn die Anbieter Detektoren verwenden, um Ad-Blocker-Nutzer auszumachen und sie beispielsweise umzuleiten, dann müssten sie – ähnlich wie bei Cookies – deren Vorab-Genehmigung einholen.

Obwohl die Verbände durchweg angeben, technologische Maßnahmen seien kein geeignetes Mittel zur Abwehr der Ad-Blocker, sind solche Ad-Blocker-Detektoren nicht mehr selten: Jeder bekennende News-Junkie, der noch auf Websites und URLs klickt, wird die Zunahme bemerkt haben. Die Bild GmbH & Co. KG betreibt beispielsweise für die Online-Ausgabe der „Bild“ unter www.bild.de seit Herbst 2015 einen solchen Detektor und damit zugleich eine Werbeblockersperre.

Praktisch befindet sich bei www.bild.de ein Script core.js, das den Adblocker-Test vornimmt und innerhalb von etwa fünfzig Millisekunden auf der Ebene des Browsers prüft, ob Werbeelemente ausgeblendet werden. Wird dabei ein Ad-Blocker detektiert, wird automatisch eine Umleitung auf eine Sperrseite vorgenommen. Der Browser lädt faktisch von der Website, die der Nutzer anklicken wollte, nur ein Bruchteil, je nach Blockade-Methode werden die Inhalte vom Browser teilweise (oder gar nicht) geladen, aber nicht ausgeführt.

Während man allerdings einerseits die Ad-Blocker-Nutzer technisch quasi abzweigt, hat man aus vermutlich ökonomischen Gesichtspunkten heraus wenig Hemmungen: Der zugehörige Axel-Springer-Verlag investiert nämlich andererseits auch in den Adblocker-Anbieter Zenguard und hält daran Anteile.

National wie international ist der Einsatz der „Ad-Blocker-Blocker“ von den Lesern der betreffenden Publikationen intensiv diskutiert worden. Natürlich liegt das Interesse der Verlage aber nicht darin, die Ad-Blocker-Nutzer auszuschließen, sondern darin, sie dazu zu bewegen, die eingeblendete Werbung zu konsumieren und entsprechend die Ad-Blocker zu deaktivieren. Das geht aus den Stellungnahmen der Verbände auch mehrfach hervor.

Allzu erfolgversprechend scheint das Verbannen der Ad-Blocker-Nutzer nicht zu sein, wenn man die Zahlen der Studie „The cost of ad blocking“ (pdf) von PageFair und Adobe aus dem Jahr 2015 zugrundelegt. Danach wuchs die weltweite Nutzung der Ad-Blocker im Jahresvergleich zum Vorjahr um beachtliche 41 Prozent (Year over Year (YoY), 2015). Dass solche Zahlen bei den Verlegerverbänden und bei der Werbewirtschaft Aktivitäten hervorrufen, überrascht nicht und erklärt vielleicht den aktuellen Druck auf den Gesetzgeber.

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Beispiel der Schwärzungen in den IFG-Unterlagen.

Schwärzungen

Die doch recht zahlreichen inhaltlichen Schwärzungen in den Papieren sind freundlicherweise ausgewiesen worden und sollen keinen Bezug zum Antrag haben. Das lässt sich naturgemäß schwer prüfen, jedoch sind die Auflistungen zu den vorgenommenen Schwärzungen hilfreich. Nicht lesbar sind folgende Inhalte:

  • Seite 4: Ergebnisprotokoll der Sitzung der Steuerungsgruppe auf Fachebene am 19. Oktober 2015,
  • Seite 17: Anlage der E-Mail vom BMJV an Rheinland-Pfalz,
  • Seiten 21, 22 und 23: Ergebnisprotokoll der zweiten Sitzung der politischen Steuerungsgruppe der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz am 3. November 2015,
  • Seite 27: Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 3. Dezember 2015,
  • Seite 39: Fragen/Thesen als Diskussionsgrundlage zum Workshop Mediaagenturen und Ad-Blocker am 8. März 2016 zum Thema Mediaagentur,
  • Seiten 100, 101 und 105: Protokoll zum Workshop Mediaagenturen und Ad-Blocker am 8. März 2016 zum Thema Mediaagentur,
  • Seiten 138 und 145: OMW-Stellungnahme, Kernargumente zum Workshop Mediaagenturen und Ad-Blocker zum Thema Mediaagentur,
  • Seite 164: ARD-Stellungnahme zu Fragen/Thesen als Diskussionsgrundlage zum Workshop Mediaagenturen und Ad-Blocker am 8. März 2016 zum Thema Mediaagentur.

Diese IFG-Anfrage hat die Redaktion 102,40 Euro Gebühren gekostet. Wir sind weitgehend leserfinanziert und freuen uns über finanzielle Unterstützung.

97 Kommentare
  1. Kampf den IT-Werbefirmen. Sie sind die Pest unserer Zeit. Ad-Blocker sind nur Auswüchse, sich gegen diese Pest zu wehren.

    Ad-Blocker sind das Mittel der Wahl für genervte User, die sich nicht anders zu helfen wissen.
    Aber es geht auch anders. Mittels eigener DNS-Resolver im LAN kann man die Werbe-Dreckschleudern einfach als „Evil-Dark-Net“ definieren. Es geht also auch ohne Ad-Blocker.

    Kampf den Internet-Konzernen, die uns ausspionieren und mit Werbung nerven!

    Whistleblower aufgepasst: Verpfeift die zahlreichen Steuerhinterzieher in der IT-Werbebranche!

    1. Nicht ganz, den nur rein nicht kommerzielle Adblocker können den Zweck erfüllen. Die kommerziellen wie Adblock usw. dienen lediglich der erpressung der Werbetreibenden die dann auf eine Whitelist kommen, wenn man dafür bezahlt…..

      Und so ein geschäftsmodell gehört m.M.n. in der Tat verboten.
      Nichtkommerzielle müssen erlaubt bleiben, davon abgesehen das man Adblocker eh niemals wegverbieten könnte…

        1. Also: Ich habe Adblocker. Und ja, ich erlaube tatsächlich auf manchen Seiten die Anzeige von Werbung. Zunächst auf Probe, wenn ich dann keinen Augenkrebs kriege bleibt es dabei.
          Im übrigen sind die Werbenden aber auch selbst Schuld: Wenn die zu viel Geld ausgeben, für ihre Werbung, wäre es doch mal ein sinnvoller Anfang, nicht mehr auf seinen eigenen Markennamen Adwords zu schalten – da landet man doch in den organischen Ergebnissen ganz oben.
          Und: Wenn ich (für Google völlig gläsern) nach Damenschuhen Größe 44 suche, dann möchte ich nicht in den nächsten zwei Wochen mit Werbung für zugegebenermaßen tolle Schuhe vollgebombt werden, die es dann nicht in Größe 44 gibt – das frustriert mich und wird mich nicht zum Einkaufen verleiten. Und solche strategischen und taktischen Fehler werden so viel gemacht, dass ich Adblocker inzwischen als medizinische Notwendigkeit betrachte – sonst hätte ich von der ganzen falsch gezielten und schlechten Werbung schon längst diverse Brechattacken bekommen.

    2. DNS-basiertes Blockieren ist obsolet. Die Werbung wird alternativ von Servern des Inhalteanbieters geladen, so zum Beispiel von AdDefend. Lösungen setzen deshalb direkt im Browser an.

      1. > DNS-basiertes Blockieren ist obsolet.

        Lächerlich! Diese Methode wird immer beliebter, weil sie so einfach zu realisieren ist.
        Und wenn die Werbung nicht von „dritten“ Hosts gezogen wird, so helfen Proxies weiter.
        Damit bekommt man sein ganzes Netz sauber von Trackern, Werbern & Co – ohne Adblocker und ohne Browser-Apps.

        Lasst die Polit-Deppen doch verbieten was sie wollen! Damit verstärken sie nur das Bedürfnis nach noch mehr und noch besserer Selbstverteidigung.

        1. Stimmt, ich mach das mittlerweile auch so, und es funktioniert eigentlich sehr gut. Ich habe auch keine Werbung bemerkt, die da durchkommt, weil sie auf dem Server des Inhalteanbieters liegt. Ich bezweifle daher stark, daß das soviele Anbieter so lösen.

  2. Sollen die Verlage an ihrer Gier zugrunde gehen. Dass Eyeo mit seinem dubiosen Whitelisting vorm Markt gefegt gehört, ist ohne Frage. Aber das man das im selben Atemzug auf weitere AdBlocker ausweitet und das sogar noch auf Bundesebene, zeigt doch, dass sie ihre finanziellen Felle davonschwimmen sehen. Das Leistungsschutzrecht hat nicht funktioniert, Paywalls/spenden will man nicht, weil man merkt, dass die Qualität der Beiträge den Konsumenten nicht ausreicht, also erpresst man sie halt.

    Ich wäre nicht verwundert, wenn man das lobbygerecht durchgedrückt bekommt, nur um es dann nach 2 Jahren vorm BGH kassieren zu lassen. So läuft das doch auch mit der Vorratsdatenspeicherung etc schon seit ner Weile.

    So lange nutze ich ScriptBlock und uBlock (bzw ohne auf Seiten mit qualitativ hochwertigem Content).

    Außerdem scheren sich diese ganzen Ad-Netzwerke einen Scheiß um Sicherheit. Oftmals kassieren Seiten nur wegen ihrer Werbung schlechte Noten in Sachen Standards/SSL-Implementierung, weil eben diese Anbieter noch nicht mal via HTTPS ausliefern. Warum sollte ich so etwas in meinem Browser zulassen?

    1. Letzten Endes ist es mein gutes Recht, zu bestimmen, was mein PC ausführt/lädt und was nicht. Deswegen nutze ich ja auch kein Windows. Wieso sollte ich mir dann Adblocker verbieten lassen? Und wenn sie verboten sind, nutze ich halt keine „Adblocker“, sondern „Webfilter, die der Sicherheit dienen“.

      Das mit der Werbung ohne TLS ist ja bloß ein Schönheitsfehler im Vergleich zu dem ganzen Malvertising, das so alles unterwegs ist. Und einem Verbot, mich gegen die Ausführung von Malware auf meinem PC zu wehren, kann ich nicht Folge leisten.

      Stellen wir uns doch mal ernsthaft die Frage, warum es überhaupt Adblocker gibt. Mir fallen da spontan vier Gründe ein:
      a) Schutz vor Malware (s.o.)
      b) Sparen von Übertragungsvolumen (über beschränkte/sehr langsame Datenverbindung meiner Meinung durchaus berechtigt)
      c) Schutz der eigenen Privatsphäre
      d) Wiedernutzbarmachung der Website (wenn eine Website durch Banner verdeckt wird oder Links „verbogen“ werden oder es hinter/neben dem eigentlichen Inhalt ständig blinkt oder schreit, ist es berechtigt)
      Werbetreibende und Werbenetzwerke könnten mit vergleichsweise einfachen Mitteln gegen diese Punkte vorgehen:
      a) Prüfung der Werbung auf Malware (oder Verlangen der Vorlage eines Prüfzertifikates von einem externen Dienstleister bei Einreichung)
      b) Verzicht von Videowerbung und übermäßiger Bildwerbung auf mobilen Seiten
      c) Verzicht auf mehr Tracking als notwendig
      d) Auf nicht aufdringliche Werbung setzen (damit meine ich nicht das Eyeo-Produkt): Wenn ein Adblocker-Nutzer aus welchem Grund auch immer Websites mit einem Webbrowser ohne Adblocker ansurft (bei Freunden, …), wird er feststellen, dass er gar keinen Adblocker braucht, wenn die Werbung nicht aufdringlich ist, und sich deshalb bei künftigen Installationen auch keinen Adblocker mehr einrichten. (Hierbei müssen sicher die Advertiser aber beeilen: Immer mehr Menschen verwenden Adblocker, und immer mehr Webbrowser beinhalten einen Adblocker: Konqueror zum Beispiel kann uBlock-Listen benutzen, und die Tracking Protection von Firefox entfernt auch Werbung)

  3. Es geht ja nicht nur um unerwünschte Werbung, Layer Ads, Popups und andere Methoden, es geht hauptsächlich um die eigene Sicherheit des Systems. Ohne Adblocker und Scriptblocker surfe ich halt keine Website mehr an. Es gibt sehr wenige Ausnahmen, die ihre Werbung noch von Hand auswählen und nicht mit Google, Facebook oder anderen Werbeanbietern arbeiten. Einige davon haben bei mir auch Ausnahmen in den Blockern.

  4. Wir sollten lautstarke Demonstrationen vor diesen Verbänden organisieren:

    OMG (Organisation der Media-Agenturen),
    BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) und VDZ (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger),
    ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft),
    VPRT (Verband Privater Rundfunk und Telemedien), APR (Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk) sowie die ARD und die ZDF Werbefernsehen GmbH.

  5. Die Adblocker-Blocker konnten im Pagefair-Report noch nicht auftauchen, da die meisten Anbieter solcher Lösungen zum Erhebungszeitraum gar nicht aktiv waren.

  6. Werbung ist das Furunkel am Arsch unsere Gesellschaft. Einfach nur widerlich. Werbung wird bei mir Grundsätzlich immer mit allen Mitteln ausgeschaltet. Da gibt es viele Möglichkeiten. Ob das über ein Plugin oder über die Host-Datei (egal ob Mac oder PC, beide haben eine) die jede Woche immer größer wird. Muss ich in der Stadt dann auch alle Werbetafeln anschauen? Das wird echt immer bekloppter. Gute Produkte brauchen keine Werbung. Braucht mir keiner zu kommen mit „Der Kosument kann es ja noch nicht kennen, deshalb schalten wir Werbung“ es kommt auf die Art der Werbung an. Popups werden grundsätzlich geblockt. (Javascript aus) „NoScript“ Ghostery“
    und kann ich empfehlen. Wenn ich heute ein neuen Rechner konfiguriere und mit dem IE das erste mal ins Netz gehe, ist das schon fast grob Fahr lässig. Das Geblinke und die Popups kosten einfach nur Zeit und Nerven. Man kann sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren. Hey Ihr Lobbyisten, surft doch wie ihr wollt, aber lasst uns damit in Ruhe. Ein Grund mehr geworbene Firmen einfach zu ignorieren.

    1. Ein Fehler im System … IE verwenden … meiner Meinung nach gleich zu setzen, wie wenn ich mit einem Sturmgewehr zu einer Gewaltfreien DEMO gehe …

  7. Das Adblocker-Problem ist von den Seiten-Betreibern und der Werbeindustrie selbst produziert.
    – nervende Popups
    – ablenkende, animierte Werbung
    – lärmende Werbung
    Insgesamt ist damit die Usability der meisten Seiten deutlich eingeschränkt.

    Viel bedenklicher ist jedoch das Tracking, über dessen Umfang die Besucher der Seiten nicht einmal ausreichend aufgeklärt werden.

    Auch wenn das Geschäftsgebaren rund um Adblock Plus nicht sonderlich seriös wirkt, ist zumindest der Grundgedanke völlig richtig.
    Es wäre gut, wenn akzeptable Werbung darstellt würde, inakzeptable und Tracking jedoch geblockt. Mehr noch. Versucht eine Seite, inakzeptable Werbung zu zeigen, oder zu tracken, wird gleich alles geblockt.
    Akzeptabel ist hierbei Bannerwerbung ohne Animationen, Sound, oder Einschränkungen der Usability, bis etwa 25% der Seite.

    Das damit nicht genug verdient wird, ist kein schlüssiges Argument. Gibt es nichts anderes mehr, wird auch hierfür bezahlt. Das hat Jahrzehnte lang in den Printmedien genügt. Hier kann es das auch.

    Wenn es dennoch nicht genügt, bleibt Micropayment. Bei der Gelegenheit würden dann gleich minderwertige Angebote automatisch ausgesiebt.

  8. Ich nutze keine Werbeblocker.

    Ich nutze HTTPS-Everywhere um möglichst nur verschlüsselte Seiten geliefert zu bekommen.

    Ich nutze RequestPolicy, wo ich detailliert festlege, von welchen Fremdseiten eine Internetseite externe Inhalte nachladen darf.

    Ich nutze NoScript, wo ich detailliert festlege, wer Scripte auf meinem System ausführen darf und vor allem, wer nicht.

    Ich nutze Ghostery, um möglichst alle Versuche zu unterbinden, mein Surfverhalten hinter meinem Rücken zu tracken. Das geht niemanden etwas an.

    Des weiteren gibt es auf meinen System kein Flash, Silverlight, Java-Applets oder ähnliche Einfallstore. Wer es nicht schafft, moderne Webstandards zu nutzen, hat normalerweise auch inhaltlich nichts anzubieten.

    Wie man sieht: Kein Werbeblocker sondern nur ganz normale und einfache Schutzmaßnahmen. Trotzdem sehe ich praktisch keine Werbung im Internet außer ich erlaube sie explizit. Das Whitelisting war zu Anfang etwas mühselig aber die Arbeit hat sich gelohnt.

    Und wenn ich demnächst über Tor ins Netz gehen muss, damit ich von den Behörden nicht wegen Werbeblockens verhaftet werde, dann mache ich auch das. Die Industrie hat ihre Chance gehabt, jetzt nutze ich meine.

    1. Die Firma hinter Ghostery ist ähnlich unseriös wie Eyeo. Ich nutze es mangels Alternative dort, nur auf dem Smartphone.

      Mein Setup auf dem Desktop:
      Firefox mit folgenden Addons
      – Privacy Badger
      – uBlock Origin mit reichlich aktivierten Filterlisten gegen Werbung, Tracking und Malware
      – Better Privacy
      – Self-Destructing Cookies
      – Https-Everywhere

      Mobiles Setup:
      Systemebene
      – konsequenter Gebrauch des Privacy Guard (Apps alle Rechte entzogen, die sie nicht für ihre unmittelbare Funktion benötigen)
      – AF-Wall (Firewall. Allen Apps und Systembestandteilen, die für ihre unmittelbare Funktion keinen Web-Zugriff benötigen, diesen entzogen)
      – Adaway (Werbeblocker durch Hosts-List. Wirkt auch in Apps)
      – Wo immer möglich, Verzicht auf Apps. Stattdessen Nutzung des Browsers

      Firefox mit folgenden Addons:
      – Ghostery (mangels Alternative)
      – uBlock Origin (Wie oben)
      – Self-Destructing Cookies
      – Https-Everywhere

      1. Statt uBlock verwende ich Adnauseam: Das ist ein uBlock-Fork, der im Hintergrund auf die Werbung klickt, um die Tracking-Statistiken zu zerstören. Füttern kannst du Adnauseam ganz normal mit uBlock-Listen.

    1. Genau das habe ich mich auch gefragt. Der Satz „Die Tätigkeit von Ad-Blockern wurde als gesetzwidrig angesehen. Es wurde ein rechts- und medienpolitischer Bedarf für ein gesetzliches Verbot bejaht.“ ergibt überhaupt keinen Sinn.

  9. Wenn sie Adblocker verbieten wollen, dann sollen sie auch schadenersatzpflichtig werden für alles was über die Werbenetzwerke ausgeliefert wird. Also jede Maleware.
    Wenn sie die Kosten für ein paar Millionen Neuinstallationen bekommen, dann werden sie schnell wieder zurückrudern.

    1. Bloß interessiert das halt niemanden. Und die Schadensersatzpflicht zieht nicht: Du hättest die Seite ja nicht aufmachen brauchen, hättest einen sichereren Webbrowser nutzen können und außerdem wäre das ja mit Adblocker sicher auch passiert.
      Du siehst: Wenns drauf ankommt, ist keiner dafür verantwortlich.

  10. Haben hier eigentlich alle nur den Verstand einer Eintagsfliege? Mit Adblockern zerstört ihr die Grundlage für ein freies und demokratisches Internet. Jede Webseite auf diesem Planeten finanziert sich durch Werbemittel. Adblockern sind einfach nur dumm. Blöde Konsumenten sind ganz scharf darauf Werbung zu unterdrücken da sie ja schon genug davon im Fernsehen haben und realisieren nicht dass Sie damit langfristig sich selber schaden da immer mehr Webseiten paywalls aufbauen. Bald ist das ganze Internet nur gegen Bezahlung einsehbar und wem haben wir das zu verdanken, so Idioten die denken Adblocker sind eine noble Sache!

    Ja, Werbung muss besser werden aber Eyeo GmbH erpresst Webmaster mit ihrem Whitelisting und geht hoch kriminell vor. Ich werde diese Firma vermutlich noch verklagen da das Vorgehen dieser Firma einfach nur illegal und korrupt ist. Zb whitelisten die Partner der eigenen Affiliate-Netztwerke einfach mal so. Ja meine Freunde das ist höchst illegal.

    Macht euch mal bewusst wie viele tausende von Probloggern keinen Job mehr haben wegen dieser Scheiße? Macht euch mal bewusst wie viele tausende von geilen Blogs nicht mehr online sind wegen Eyeo GmbH. Ja meine Freunde so sieht die Realität nämlich aus. Kein freies Internet mehr, sondern nur noch gegen Bezahlung und dann auch noch schlechte Qualität weil all die kleinen Topblogger als Erste dran glauben müssen.

    So sieht es aus und euer schwachsinniges Gerede „Werbung ist das Übel unserer Gesellschaft“ kann ich einfach nicht mehr hören. Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft. Jedes verdammte Produkt kämpft da draußen um Aufmerksamkeit. Werbung ist ein integraler Bestandteil unserer vernetzten Gesellschaft. Nur dumm dass so Idioten die blocken müssen und dann denken Sie handeln nobel und realisieren gar nicht dass Sie das freie demokratische Internet damit zunehmends zerstört haben.

    Vielen Dank

    1. > Jede Webseite auf diesem Planeten finanziert sich durch Werbemittel. <
      Wieder so ein unterkomplexer Vereinfacher. Diese Aussage ist eine plumpe Lüge.

      1. Wieder so ein Klugscheißer der keine Ahnung von freier Marktwischaft hat und hier rumtrollen muss und wahrscheinlich noch nie in seinem Leben ein Unternehmen geführt hat. Troll

        1. Und ja ich kann für freie Marktwischaft und gegen Adblocker sein, das schließt sich keineswegs aus. Adblocker zerstören eine freie Marktwirtschaft inbesondere wenn der führende Anbieteter eine Monopolstellung hat und diese auch noch kriminell ausnutzt wie Eyeo das mehrfach schon unter Beweis gestellt hat

        2. Aha, ist ja interessant! Und in einer freien Marktwirtschaft braucht es Verbote? Wo bleibt der geheiligte Markt-Liberalismus?
          Wenn ich an einer Werbefläche in der Landschaft vorbeifahre, darf ich meinen Kopf da weg drehen, damit mir nicht übel wird, oder muss ich da gesetzlich hin gucken?

          Ein Verbot von Ad-Blockern wäre ein gutes Beispiel wie es der Kommunismus nicht besser hervor brächte.

          Gute Werbung setzt sich durch, weil sie nützt. Erzwungene Werbung hätte die Wirkung einer stalinistischen Werbung.

          1. Ja in der Tat in der freien Marktwirtschaft braucht es Verbote um Monopole zu verhindern.

            Ich bin gegen ein Verbot von Adblockern aber es müssen Richtlinien her so dass nicht einfach alle Anzeigen geblockt werden können die überlebensnotwendig sind für tausende von kleinen Webseiten – Webseiten die u.a. Minderheiten erlauben an der Gesellschaft teilzuhaben. Aber Minderheiten scheinen euch ja alle egal zu sein, hauptsache mal Anzeigen blocken weil es so trendy und cool ist

            Lang lebe das Monopol! Nieder mit den Minderheiten!

          2. @Anonymous (anonymer Lobbyist)
            Weiter oben schreibst Du selbst:
            > Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft. Jedes verdammte Produkt kämpft da draußen um Aufmerksamkeit.

            So! Und wenn nun das verdammte Produkt Werbung keine Aufmerksamkeit mehr erreichen will, dann ist es Zeit, sich ein neues Geschäftsmodell zu suchen, anstatt hier herumzunölen und die Mitleidstour anzuleiern.

            Zeig uns doch mal deinen eigenen Blog, oder schreibst du hier nur wie Karl May?

    2. So ein lächerlicher Industrie-Troll.
      Weiter oben habe ich geschrieben, wie es laufen müsste.
      Hätten die Web- und Werbeindustrie nicht so maßlos übertrieben, gäbe es gar keine Adblocker.
      Einfache Anzeigen haben in den Print-Medien jahrzehntelang genügt. Im Fernsehen ist, zumindest hier in Deutschland, die Werbemenge gesetzlich begrenzt.
      Nur im Web glauben die Abzocker, sie könnten einen auf Goldrausch machen, Seiten teilweise unerträglich mit Werbung zukleistern, tracken und auch noch die bodenlose Frechheit haben zu dürfen, rumzuheulen, wenn die Verbraucher sich da wehren?
      Dein Mimimimi kannst Du Dir sparen!

      1. Dann mach mal ein Beispiel? Ja ich bin auch gegen Popups aber Adblocker blockieren einfach mal alles und machen keinerlei Unterschiede. Die richtigen Webmaster und Blogger legen extrem viel Wert darauf ihre Webseiten nicht mit Anzeigen vollzupflastern. Nur dank Seiten wie bild.de gibt es Adblocker nicht wegen den Bloggern und wir Bloggern dürfen das ganze nun ausbaden? Bild.de wird es in 10 Jahren noch geben aber all die kleinen Blogs werden für immer verschwunden sein aus unserer Internetgesellschaft. Dies fördert nur eins: Weitere Monopol-bildung und Ausnutzung dieser Stellung.

        Auf den meisten kleinen Webseiten findest du höchstens 3-4 Anzeigen pro Seite, keine Popups und keine aufdringlichen Flashads.

        Ja dagegen wehre ich mich, gegen so Idioten die dann auch noch sagen es wäre eine noble Sache Adblocker zu nutzen, denn das Gegenteil ist der Fall. Mit Adblockern entzieht ihr nicht den großen Medienagenturen den Boden sonderen den kleinen Bloggern und damit der Vielfalt des Internet. Lebe das Monopol

        1. Es ist nicht meine Aufgabe, etwas zu ändern. Die Industrie hat mit dem Dreck angefangen und eine Antwort bekommen. Statt es über solche Wege zu versuchen, sollte sie selbst etwas ändern. Eine freiwillige Selbstbeschränkung wäre ein Schritt in die richtige Richtung.
          Gemeinsam mit Adblocker-Herstellern eine Methode auszuarbeiten, wie meine Vorgaben von oben erfüllt werden können, wäre eine andere.
          So lange von denen nur Bullshit kommt, wie diese Versuche, wird geblockt. Punkt.
          Ich bin der Verbraucher. Die wollen mein Geld, oder zumindest an mir verdienen. Das können sie, nach meinen Vorgaben und beschränkungen. Ansonsten schrumpft sich das Netz halt gesund. Na und?

        2. Und was für ein Idiot muss man sein, um zu sagen, dass der Verzicht auf Ad-Blocker „eine noble Sache“ ist?

          Desinformation und Propaganda ist es, zu behaupten, dass „die kleinen Blogger“ leiden würden. Es sind die steuervermeidenden Webegiganten, die das große Geld schaufeln, und jetzt wegen ein paar Ad-Blockern die Notleidenden mimen.

          Tracking und Werbung greifen ineinander wie Zahnräder. Daher ist Ad-Blocking auch immer ein Gewinn an mehr System-Sicherheit.

          1. Ah ja und du bist ja auch so ein toller Blogger dass du weisst wie sehr die Blogger leiden ja? Ich sach dir mal was, die meisten Blogger sind bereits Pleite dank Adblockern da die Zunahme fast exponential ist und die Blogger abhängig von diesen Einnahmen waren.

            Ja es trifft zu erst die Blogger und Minderheiten und erst dann die großen Konzerne.

            Und nein ich sage nicht verbietet Adblocker aber es müssen Richtlinien her undzwar sofort! Diese müssen verhindern dass einfach mal so alle regulären IAB Blöcke geblockt werden können. IAB ist harmlos und schadet keinem, da muss sich Eyeo verdammt nochmal dranhalten

          2. Mehr als Banner?
            Tracking?
            Dann ist es mir egal, ob er pleite geht. So einfach und hart ist es.
            Bloggen als Hobby? Keine 3 Euro im Monat.
            Bloggen als Job? Such Dir halt einen richtigen.

          3. @Anonymous (sicher, dass der Name passt?): Wenn du nur Not leidest als Blogger, und dein Plan des Lebensunterhalts vom Bloggen nicht aufgeht (wie bei so vielen Träumern …), such dir nen Job!?

        3. „Macht euch mal bewusst wie viele tausende von geilen Blogs nicht mehr online sind wegen Eyeo GmbH.“

          Alter, lern Server einrichten und coden, Adblocker zu trollen ist ja nun wirklich nicht schwierig.

        4. Ich filtere jedwede Art von Werbung im Netz mit uBlock Origin (aktivierter erfahrener Benutzer-Modus) (mit der Pipette kann man alles ausmerzen) …
          Weiterhin nutze ich auch uMatrix vom selben Entwickler. Beide Erweiterungen für Firefox sind kostenlos.
          Warum: Weil ich es kann und will. Und da kann mir niemand kommen und sagen, du darfst das nicht, ich will für mein Produkt werben.
          Schwachsinn: Ich kaufe das, was ich benötige und gut finde und nicht das, was die Werbung meint, das es gut ist für mich…
          Wieviele Produkte gibt es auf dem Markt, die einfach nur schlecht, ungesund, naturbelastend produziert oder schlicht überflüssig sind?
          Warum braucht es 100 Zahncremes, 250 Waschmittel etc. etc.
          Die Werbebranche gehört verboten, da sie nichts Sinnvolles produziert….
          Ich habe fertig!

    3. Selbst wenn Eyeo plattgemacht wird, nach Blocklisten kommt automatisierte Klassifizierung von Werbung und Inhalt per KI. Als kleiner Problogger würde ich spätestens jetzt den Kampf um die Werbegroschen aufgeben und mir eher darüber Gedanken machen, wie ich meine Inhalte für den Leser der Zukunft – vortrainierte neuronale Netzwerke – interessant mache.

    4. „Problogger“ … also entweder hat man als Hobby ein Blog, oder man ist Journalist(in) bzw. Autor oder Publizist. Aber sich als Werbefläche aushalten zu lassen und gleichzeitig für die unwissenden Besucher so zu tun, als wäre alles nur ein nettes Hobby, ist Täuschung.

      Davon abgesehen ist es völlig richtig, wenn Gewerbetreibende ohne Geschäftsmodell, die auf Erlöse durch Nichtstun hoffen, pleite gehen. Es gibt eben nichts geschenkt …

      Früher waren Websites der Verlage an sich die Werbung für deren Publikationen; durch den Verkauf der Publikationen wurde ursprünglich das Geld verdient, die Website machte lediglich auf die journalostische Qualität aufmerksam und bot ergänzende Serviceleistungen. Inzwischen haben die Verlage sich schlicht selber Konkurrenz gemacht und trauen sich nicht, den Fehler im Konzept inhouse zu suchen, sondern jammern was von fehlenden Werbeerträgen … dann funktioniert es halt nicht so.

    5. 1) Ein Produkt sollte sich verkaufen, weil es überzeugt. Marken erstanden so einst von selbst. Heute werden Marken designt und mit aberwitzigen Werbeetats im Markt platziert. Die sind inhalts- und bedeutungslos. Ist das der Überlebenskampf, den Du meinst? Ich sehe keine Notwendigkeit, mir dafür das Gehirn durch Werbung waschen zu lassen.

      2) Ich habe die Anfänge des Web miterlebt. Die Zeiten vor dem großen Goldrausch, vor der Kommerzialisierung. Die Seiten waren weniger stylish und meistens Hobbyprojekte. Das Web war deutlich kleiner. Dafür waren die Inhalte im Schnitt deutlich wertiger. Das lag daran, das nicht jeder Futzi versucht hat, mit seinen wertlosen Ergüssen bequemes Geld zu machen. Der freie Fluss von Informationen war die Devise.

      Die Gefährdung des freien Internet kam erst mit der Abhängigkeit von Werbung. Gerade bei den Verlagen hat man immer mehr den Eindruck, dass kritische Berichte auch mal ausbleiben, um Werbekunden nicht zu verprellen.
      Ist das Deine Freiheit?

      Meine Freiheit im Internet wären mehr werbefreie Hobbyprojekte. Kommerzielle Projekte sollten entweder mit einfacher Bannerwerbung finanziert werden, ohne Tracking, oder eben mit Inhalt gegen Bezahlung.
      Wenn die Qualität stimmt, wird auch angemessen dafür gezahlt.

      Zahlt niemand, war das Projekt nicht gut genug und darf auch gerne von der Bildfläche verschwinden. Freie Marktwirtschaft, Baby!
      Shops verdienen durch Handel. Zusätzliche Werbeeinnahmen, zulasten der Nerven der Kunden, sind unseriös.

      3) Die Freiheit von der Du sprichst, ist also nur die Freiheit, die User mit Werbung abzuzocken, ihre Daten abzugreifen und ihnen dafür zu 85% nur minderwertigen Schrott “kostenlos“ vorzusetzen.
      Glasperlen für die Eingeborenen.
      Auf diese 85% kann ich als Internet-Veteran problemlos verzichten. Viel lieber möchte ich die wahre Freiheit des Web wieder herstellen, auch wenn es sich dafür gehörig gesundschrumpfen müsste. Ist dann halt so. Jeder Revolution fordert Opfer.

      4) Wenn auf Deinen Seiten irgendeine Form des Tracking stattfindet, oder mehr als statische, stumme Banner die Werbung beinhalten, hast Du keinerlei Recht, vom freien Internet zu sprechen. Dann bist Du Teil des Problems und nicht Opfer.

      Die Betreiber der Seiten haben nicht mal die Eier in der Hose, das Tracking so darzustellen, wie es ist. Da kommen Cookie-Hinweise von wegen, “Sie müssen auf dieser Seite Cookies zulassen, damit wir Ihnen das bestmögliche Erlebnis… Bla, kotz…“

      Ehrlich wäre: “Bitte lassen Sie Cookies zu, damit meine Werbepartner Ihr Surfverhalten nachvollziehen, ihnen maßgeschneiderte Werbung servieren und ihren Werbeerfolg messen können.“

      Also bitte! Nicht plärren, sondern korrekt handeln!

      1. Tracking ist auch wieder ein Kapitel für sich: Wenn ich rein statistische Erhebungen mit Piwik oder anderen freien Tools mache, um zu lernen, welche Teile meiner Website wohl eher gelesen werden, ist das für mich noch ok. Aber sobald Personenprofile erstellt werden (also das Ziel von „Durchschnittsbenutzer kennenlernen“ zu „jeden einzelnen Benutzer kennenlernen“ wird), ist das für mich nicht mehr tragbar.

        Wobei sich das „Durchschnittsbenutzer kennenlernen“ nicht nur durch Tracking, sondern auch durch Umfragen (z.B. einfache Bewertung mit 1-5 Sternen am Seitenende) umsetzen lässt. Und auch beim Tracking kann man den Nutzer durch z.B. einen Banner höflich fragen.

    6. So viel Müll habe ich schon lange nicht mehr lesen müssen. Es ist MEINE Entscheidung, was ich an Tracking erlaube, nicht die Entscheidung der Webseite. Freiheit bedeutet generell im Internet sich datensparsam bewegen zu können. Denn die Werbemaßnahmen sind nicht passiv umgesetzt, wie zum Beispiel in einer Printausgabe der Zeit, sondern aktiv daraus ausgelegt den Nutzer allumfassend zu analysieren und diverse Informationen zu übermitteln, zu speichern und weiterzuverarbeiten.

      Und jeder Nutzer hat das Recht genau diesen Datenfluss zu steuern und ggf. zu sagen, ich möchte das nicht, danke.

      Die Zerstörer des „freien demokratischen Internets“ (generell der absolute Lacher des Postings) sind aktuell nicht seine „dummen“, werbeblockenden Nutzer, sondern die Politiker und Großunternehmen. Schämen Sie sich für Ihr unverschämtes Posting.

      1. Ich drücke das gerne so aus:

        Letzten Endes ist es mein gutes Recht, zu bestimmen, was mein PC ausführt/lädt und was nicht. Deswegen nutze ich ja auch kein Windows. Wieso sollte ich mir dann Adblocker verbieten lassen? Und wenn sie verboten sind, nutze ich halt keine „Adblocker“, sondern „Webfilter, die der Sicherheit dienen“.

    7. „Haben hier eigentlich alle nur den Verstand einer Eintagsfliege?“
      „Blöde Konsumenten“
      „Nur dumm dass so Idioten die blocken müssen und dann denken Sie handeln nobel und realisieren gar nicht dass Sie das freie demokratische Internet damit zunehmends zerstört haben.“
      „Wieder so ein Klugscheißer der keine Ahnung von freier Marktwischaft hat und hier rumtrollen muss“
      „Ja dagegen wehre ich mich, gegen so Idioten die dann auch noch sagen es wäre eine noble Sache Adblocker zu nutzen“

      https://de.wikipedia.org/wiki/Hassrede
      oder auf neu-deutsch „Hatespeech“, wird nicht dagegen etwas auch bei NPO gemacht?

      —–

      „Jede Webseite auf diesem Planeten finanziert sich durch Werbemittel.“

      Gegenbeispiele:
      1. Webseiten, die sich über Spenden finanzieren, wie NPO oder Wikipedia
      2. Webseiten, von Personen, die bloggen wollen und nicht aufs Geld aus sind, wie blog von fefe (*ironie* Lass dich von der Werbung auf der Webseite erschlagen! *ironie ende*)
      3. Webseiten über die Produkte selbst, wie z.B. Playstation [muss aktiv angesteuert werden]
      4. Webseiten über Firmen z.B. Sony (z.B. für Bewerbungen)
      5. Webseiten von Ämtern z.B. Arbeitsamt
      6. Webseiten, die sich von Abos finanzieren (Kenne da gerade keine Beispiele für)

    8. Wirst du von der Werbewirtschaft wenigstens auch gut für deine Geschreibsel Bezahlt? Anders kann ich mir deinen Beitrag nämlich nicht erklären. Wobei, deine Kinderstube schon etwas sehr zu wünschen lässt.

      Höchst illegal ist das Tracken und permanente Abgreifen meiner Daten, ohne dass ich jemals um meine Einwilligung gefragt wurde. Höchst illegal ist die Missachtung meines Grundrechts der Informationellen Selbstbestimmung. DAS ist höchst illegal, nicht der Versuch sich dagegen zu wehren.

  11. Dann verbreitet man doch für die unbedarften, mit welchen Browser und anderen Hilfsmitteln man nicht mehr getrackt werden kann, oder mit vorgespielten IP`s oder sonstigen VPN-Schleifen unterwegs sein kann. Wer soll da noch als Gesetzeshüter auf die schnelle deine IP herausbekommen, um dich zu bestrafen, falls du das ganz böse Ding ä Ad-Blocker doch einsetzt? Für wie blöd hält uns der Vatter Staat denn?

  12. Auf Seite 111/124 des https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2016/08/IFG-Adblocker-Medienkonvergenzkommission.pdf kann man lesen:

    2.2 Ad-Blocker
    In der Anhörung wurden Ad-Blocker als rechtswidrig angesehen. Die vertretenen Stakeholder sahen einen rechts- und medienpolitischen Bedarf für ein gesetzliches Verbot von Ad-Blockern. Eine mögliche Regelungsoption könnte ein Integritätsschutz für journalistisch-redaktionelle digitale Produkte vergleichbar dem Gedanken des Signalschutzes im Rundfunkrecht sein.

    Ach, schau mal an! Aus dieser Ecke weht der Wind. Signalschutzes im Rundfunkrecht – welch kreativer Gedanke! Was diese sendenden Steakholder(!) doch noch in der Birne haben.

    Bin ich noch Herr meines Dampfradios, wenn ich bei nervtötender Werbung den Lautstärkeregler auf Null stelle, oder muss ich befürchten, dass künftig auch die Lautstärkeregler verboten werden?

    Insgesamt stellt diese Causa jedoch eine Bankrott-Erklärung der organisierten Werbe-Verbrecher dar. Niemand kann dazu verpflichtet werden, unsäglich unterirdische Werbung zu ertragen, die man schon als gesundheitsschädlich deklarieren müsste. Wenn Werbung schon so schlecht ist, dass die Beworbenen kotzen müssen, muss man sie dann auch noch gesetzlich dazu verpflichten, dass sie die Belästigung ertragen müssen?

    Die Zeit scheint gekommen, dass das Bundes-Immissionsschutzgesetz (Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge) auf Werbung ausgeweitet wird.

      1. Signalschutz wird übrigens auch als Argument genutzt um zum Beispiel Samsung zu verbieten, zusätzliche eigene Werbung auf den von ihnen hergestellten Smart-TVs auszuliefern.

    1. > Die vertretenen Stakeholder sahen einen rechts- und medienpolitischen Bedarf für ein gesetzliches Verbot

      Interessant ist hier vor allem der „medienpolitische Bedarf“. Die „medienpolitische“ Begründung würde ich gerne erfahren. Wer hat hier welchen „Bedarf“?

  13. Pop-up-Werbung ist heute bereits so aufdringlich, dass sie häufig an meinem Android-Tablet den gesamten Bildschirm überschreibt und erst nach mehrfachem Klicken mich weiterarbeiten läßt!

    1. Wir reden nicht über Popups. Bei Popups mache ich eine starke Ausnahme – leider unterscheiden Adblocker nicht zwischen Popups und regulären Anzeigen. Popups sind aufdringlich und die meistens Unternehmen wissen dass Sie damit Kunden vergraueln aber reguläre Anzeigen sind übelebenswichtig für viele Unternehmen im Internet Bereich – ohne diese gäbe es nicht so hochwertige Blogs dort draußen. Und ja dafür lohnt es sich zu kämpfen, daher habe ich Eyeo und Adblockern den Kampf angesagt.

      1. Werter Herr Dr. von Topblogger,
        ich hab n proxy, filter und Listen schraub ich selber und verwehre so vielen den blick auf diese essence der meinungsfreiheit. sind das verbrechen gegen die menschlichkeit, muss ich nach den haag? besser als so ein gesetz zu verabschieden, ist es vielleicht, zu lernen ohne ihre, umworbene meinung zu leben. ein opfer, das ich bereit bin zu bringen.

      2. Was denn nun, Unternehmen oder hochwertige Blogs? Werden die Blogs durch Bannerwerbung finanziert? Warum verlässt sich der Betreiber auf sowas? Existiert der Blog nur wegen der Einkünfte aus Bannerwerbung, nicht wegen der Inhalte? Warum gibt es gutes Webhosting für 3€/Monat von seriösen Anbietern, aber dennoch Gejammere über hohe Betriebskosten im 50–100-fachen Bereich? Ist die in Blogs bevorzugte Werbemethode nicht eher Product Placement, und wenn ja, wie stören Werbeblocker dabei und wie kann ein Blog damit trotzdem seriös sein?

  14. Ich bin wirklich fasziniert.
    Über die Naivität einiger Leute auf der einen Seite und der unverfrorenen Offenheit wer/was dieses Land bestimmt (bestimmen soll) auf der anderen Seite.
    Um einfach eine Sache herauszupicken: „Adblocker sind ein gravierender Eingriff in die Kommunikationsfreiheit der Unternehmen.“

    Wie wäre es mit „Werbung ist ein gravierender Eingriff in die Kommunikationsfreiheit des Lesenden“?!
    Zur Kommunikation gehört nämlich auch die Rezeption.
    Somit wird also deutlich, dass die wirtschaftlichen Interessen das Recht des Einzelnen an Selbstbestimmtheit überwiegen soll.

    [Liebe kommerziellen Leute: wenn euch das „freie“ Netz nicht gefällt dann geht doch einfach wieder. War nämlich ganz schön ohne euch, so am Anfang. Als wir noch Inhalte des Teilens wegen erstellt haben. Einfach so.]

  15. Was mir eindeutig fehlt ist die Selbsterkenntnis der Werbetreibenden. Dass dieser Weg der hier vorgestellt wurde ins Nirvana führt , ist mir klar, denen aber nicht.
    Wo sind die Werberegeln die besagen das Werbung nur in einem gewissen Umfang und unter festgelegten Umständen stattfinden darf ?
    Für mich ist die bisherige Form nur der Auslöser für das Blockieren von Werbung und Scripts.
    Natürlich kostet es mehr Mühe die Werbung dezent in eine Seite zu integrieren und nicht von dubiosen Servern zu laden.
    Die bisherige Praxis bezeugt einfach nur eine gewisse Faulheit.
    Ansonsten halte ich es wie der/die Forenteilnehmer/in: Brennpunkt 5. Sep 2016 @ 17:15

  16. Das Internet soll wohl endgültig kaputt gemacht werden. Zum Glück gehöre ich noch einer Generation an, die noch ohne diesem Überwachungsinstrument (mittlerweile muss man es wohl leider so nennen) Internet aufgewachsen ist. Und ebenso zum Glück, habe ich noch nicht verlernt mich hauptsächlich in der realen Welt zu bewegen.

    Sollten AdBlocker tatsächlich verboten werden, werden mich eben viele Seiten einfach nicht mehr erreichen, und mein Leben wird sich noch mehr wieder zurück in die reale Welt verschieben, als es das ohnehin schon der Fall ist. Auch heute erreicht mich keine Seite, die AdBlocker aussperrt. Sollten diese tatsächlich Verboten werden, wird es statt einer Blacklist, bei mir eine Whitelist geben, von Seiten die von meinen Rechnern aus erreichbar sind. Alle anderen stehen grundsätzlich unter dem Generalverdacht, mich ausspionieren zu wollen und werden somit aus Sicherheitsgründen mit allen technischen Mitteln gänzlich blockiert. Natürlich trifft das dann auch auf deren Produkte in der realen Welt zu, wie schon heute.

    Wobei ich die Verfassungsmäßigkeit eines solchen Verbotes sehr in Zweifel ziehe – Stichwort Grundrecht auf Informationelle Selbstbestimmung. Andererseits interessieren sich unsere Politiker schon lange nicht für die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen, mittlerweile nicht einmal mehr, wenn sie vom BVerfG. zurückgepfiffen werden. Ich sehe ohnehin Schwarz für die Zukunft unserer Demokratie – zumindest mittel- bis langfristig.

  17. Ich zitiere mal Fefe ;)
    „Ich habe ja überhaupt gar kein Mitleid mit den wegberechen Geschäftsmodellen. Niemand hat die gezwungen, aus ihren einem Banner zwei zu machen, dann drei, dann vier, dann Interstitionals, dann Aufsplitten der Artikel über mehr Seiten, damit mehr Werbung reingedrückt werden kann, dann Skyscraper, dann Multimedia-Werbung, selbst anlaufende Flash-Scheiße, dann diese sich selber einblendende Flex-Scheiße, dann diese JS-Fake-Popups, nachdem wir die normalen Popups alle weggeblockt haben. An keiner einzigen dieser Stelle kann sich jemand rausreden, dass nicht völlig klar war, dass man sich über die expliziten Wünsche der Benutzer hinwegsetzt und sich das eigene Geschäftsmodell kaputtmacht, indem man den Wert der Werbung verwässert.

    Und jetzt haben die die Stirn, uns anzuwinseln, dass wir ihre Scheiße vom Blocken ausschließen sollen?

    Ich lasse mir doch nicht jahrelang von denen Klärschlamm in meinen Vorgarten kippen und dann höre ich mir auch noch deren Gewinsel an!

    Nein. Den Niedergang von eurem beschissenen Geschäftsmodell habt ihr euch selbst zuzuschreiben. Niemand außer euch trägt die Verantwortung. Den Guilt Trip könnt ihr euch mal in die Haare schmieren.

    Legt doch mal für ne Sekunde das Koks weg. Vielleicht sehr ihr dann, wie sehr ihr euch gerade zum Stück Brot macht.“

    Word!

  18. Ich will eure Werbung nicht. Der Rest ist mir egal. Fertig.

    Oder:
    Ich habe nicht um diese Kommerzialisierung gebeten und ebenso lehne ich es ab, für ein Unternehmensrisiko aus irgendeinem Geschäftsmodell verantwortlich gemacht zu werden.
    Wenn’s nicht funktioniert, habt bitte die Größe, keinen Dritten oder den Konsumenten zu kreuzigen! Mich widert mich der Kommerz in vielen Belangen und auf manche Art und Weise regelrecht an.
    Und das gilt vor allem für’s Netz, das ursprünglich unkommerzialisiert war. Zumindest hab ich weder früher weder im Usenet Werbung gesehen noch im www in tausenden Foren.
    Auch alles, was ich auf die Beine stellte, egal ob eigener Server, Forenmoderation oder sonst was, tat ich aus Liebe zum Thema und um Menschen zusammenzubringen.
    Es ist mir auch erstmal Wurst, ob sich Firmen und auf welche Weise im Netz engagieren. Wenn ich Leistungen als kaufenswert erachte, dann zahle ich auch. Das Anpreisen ist „euer“ Problem, ebenso ob die Art wie ihr mich als Kunde schätzt und behandelt, ankommt.
    Wenn ihr mich den ganzen lieben langen Tag nur trackt und bespitzelt und es nichtmal schafft, auch nur ein vernünftiges Banner zu platzieren, stattdessen zum 378sten mal „Phone/PC is infected
    – Kill virus now“ und „jetz sparen – im 1. Monat gratis“ von ca. 40 externen Ad-Servern vorsetzt, lächle ich nicht mal mehr müde, sondern bin verärgert.
    Es ist mehr als legitim und sicherheitstechnisch vernünftig, solch Unsinn zu unterbinden.
    Davon abgesehen – ich hab’s versucht und AdBlock deaktiviert. Geht leider nicht. Auch wenn ich NoScript, Ghostery, hosts und ca. 10 weitere Plugins und Blocker deaktiviere…kaum Werbung.
    Ich bekomm’s leider nicht mehr auf die Reihe, echt wahr. Einzig auf Android schlüpft dann und wann ein Banner aus der apk, meist immer dasselbe. Ich bitte daher um häufigere sinnlose Werbe-Updates der Apps.
    Und vergessen wir nicht: Werbung ist heutzutage höchstprofessionelle Manipulation der Menschen mit nur einer einzigen Maxime: Gewinnsteigerung. Desweiteren besteht sie sehr oft zum Teil aus Lügen und vermittelt meist fragwürdige Werte, bzw. gar keine. Werbung ist Zeitverschwendung. Und Werbung ist heutzutage schlicht fast immer fehlplatziert und stinkelangweilig. Ich weigere mich folglich und ihr könnt nur hoffen, daß ihr eines schönen Tages einen Weg findet, mich zu zwingen.
    Ich gebe zu, daß das für manche Angebote und Inhalte schade ist, ändert aber nichts daran, daß dieselben dann beweisbar nunmal den Menschen kein Geld wert sind.
    Und das ist erstmal nicht mein Problem, sondern das eurer gigantischen Manipulationsindustrie. Schrumpft in Würde!

  19. Die Welt reißt von der Leine. Aber volle Kanne. Zwangsverpflichtung zum Werbung gucken. Kommt demnächst auch beim Fernsehen der ÖR, wenn erstmal DVB-T2 im Einsatz ist. Ist wohl auch der Grund für DAB+. Dann kannst bei Werbung nicht mal mehr den Lautsprecher stumm schalten.

    Schon klar, daß die Politik da Feuer und Flamme ist. Von wegen Lügenpresse oder „warum schweigen die Lämmer“. Könnte sonst ja ein verleger mal auf die Idee kommen, so wie netzpolitik.org, ungeschönte Fakten statt weichgespültem Neusprech zu publizieren.

    Macht unbedingt weiter so. Der nächste Fuffie an Euch netpolitik.org ist schon unterwegs.

  20. Habe mir eben mal auf Empfehlung der Autorin bild.de erstmalig angesehen. Unter heftigen Qualen kann man auf Blöd verzichten. Adblocker bracht man nicht, noscript reicht für die bild.de auch. Fakt ist, dass sogar google schon Schadware über seine Werbung auslieferte.

  21. Was kommt als nachstes ? Anklage wenn man bei werbung umschaltet? Extra kosten wenn man adds ignoriert? Scheinbar gilt informationsfreiheit nur dann wenn die politiker was davon verdienen. Falls die kein gelt verdienen oder gelt verlieren ist informations freiheit nur ein privileg das sie uns geben.

  22. Irgendwie habe ich grundsätzlich nichts dagegen wenn komerzielle AdBlocker verschwinden würden.
    Irgendwas an diesen Konzepten (mit ausnahme von solchen die sich über ABOs finanzieren), kommt mir eh spanisch vor… wie verdienen die Ihr geld, wenns nicht White-Lists sind? – Nutzerdaten?

    Aber ein Gesetzt dafür?
    Als wenn es nichts wichtigeres gäbe, sind wir immer noch im „Sommerloch“?

    Oder dient das ganze gar auch schon zur Bekämpfun von Pedokirminellen-Terroristen-Hackern-Burkiniträgern-Auslandsspinonen (Hier bitte weitere BINGO-Wörter einfügen) ?

  23. Es geht nur um potentielle Verluste der MwSt., die eventuell durch möglicherweise Verluste bei den eventuell nicht angezeigten Produkten möglicherweise entstehen.

    Also ein möglicher Schaden für potentiell Alle. Eventuell.

  24. Menschen mit einem Rest von Verstand (und die auch bei Verstand bleiben wollen und nicht zu willenlosen Stimulus-Response-Robotern ohne Ruhe im Kopf umprogrammiert werden wollen) blocken online den Zappelkram raus.

    Sogar ohne Wissen um die Browser-Security-Aspekte gilt: Spam filtern ist selbstverständlich. Eine Firewall fürs Hirn ist mehr als legitim, daran wird keine Orwellsche Verdrehung seitens irgendwelcher schleimiger, um Zwangsgesetze zur Profitwahrung bettelnder Lobbies irgendetwas rütteln.

    Ich weiss: hier geht es um Netzthemen.
    Aber behaltet bitte auch die Offline-Welt im Auge.

    Diese Kotzbrocken haben ihre Wunschwelt nämlich schon.

    Niemand braucht eine DAB+-Glotze zu kaufen. Niemand braucht Blöd.de zu klicken.

    Warum zum Teufel tolerieren wir aufdringliche Werbung an öffentlichen Straßen und Gehwegen?! Da gibt es den Zwang zum Hinschauen faktisch schon, es sei denn man schaut nicht mehr raus. Neuerdings zappeln die Dinger auch noch, im Takt der künstlich verkürzten Aufmerksamkeitsspanne eines durchschnittlichen Trash-TV-Konsumenten mit gebrandetem „Smartphone“, der von Adblockern bis zu der widerlichen neuen Kampagne der Blöd-Presse noch nie gehört hat.

    Die penetrante Werbung in „öffentlich privater Partnerschaft“ in der modernen Stadt, entlang von Gehwegen, Straßen oder Bahnstrecken, ist eine durch nichts zu rechtfertigende gewerbsmäßige, absichtliche, kalkulierte, sittenwidrige, die Psyche der unfreiwilligen Rezipienten verachtende und zur verwertbaren, durch die Verwaltung zu monetarisierende Ware degradierende, Belästigung.

    Ich greife dem Widerspruch vor: es mag Dich nicht stören. Ich jedoch habe kein so dickes Fell, vielleicht weil ich die Glotze meide.

    Ich will nicht mit gegen meinen Willen Tag für Tag penetranten, zermürbenden Konsumbefehlen und maximal-abstumpfenden Sinnesausdrücken ausgesetzt werden, ich will nicht durch Marken mental kolonisiert werden. Ich will einfach nur leben, sinnvolle Dinge tun und meine *EIGENEN* Gedanken denken, auch beim Weg zum Büro, beim Gang durch die Stadt, beim Fahren und danach.

    Jeden Tag kotze ich, weil man mir draußen penetranten und mit semiotischen Widerhaken gespickten Sondermüll ins Hirn spritzt, der dann mit viel Mühe wegmeditiert werden muss.

    Mein Verstand – unsere Verstände (sic, im Plural!): für die koksenden Scheusale aus den Hochglanz-Lügenfabriken und für die neoliberalen Politiker, die nichts schöneres kennen als eine PPP, eine ausbeutbare, formbare und gleichschaltbare Ressource.

    Genug!

    Ich hasse diese Branche. Massenwerbung hat keine Daseinsberechtigung, sie dient nur der Förderung der Wegwerfgesellschaft und sie missachtet und zertrampelt obendrein die innere Welt ihrer Opfer. Wo bitteschön ist da das Opt-Out, geschweige denn Opt-In?

    Die Verbindung zu den Netz-Themen kann schneller da sein, als man denkt, denn die Branche experimentiert bereits mit der Fusion von Online und Offline, von Werbung und Überwachung. Auch bei Google Sidewalk Labs erschrecken mittlerweile einige der Techies vor dem Monster, das sie schaffen.

    https://www.engadget.com/2016/07/01/sidewalk-labs-smart-city-kiosks-go-way-beyond-free-wifi/

    George Orwell rotiert schon heute im Grab. Mich schaudert davor, wie es wird, wenn das gehirnwaschende Gewerbe noch mehr Macht erhält und mit dem überwachungsindustriellen Komplex fusioniert.

  25. Lobbyismus muss endlich gesetzlich verboten werden. Wer es trotzdem versucht bekommt eine Mindeststrafe von 10 Jahren + ein Bussgeld in 8-stelliger höhe.
    Das wäre das einzig wirklich wirksame in diesem Staat.

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