Zensur
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: Internetzensur „noch in dieser Legislaturperiode“
: Internetzensur „noch in dieser Legislaturperiode“ Beim nicht-öffentlichen Spitzengespräch mit Providern haben sich die Minister von der Leyen, Schäuble und Glos mit ihrer Forderung nach Internet-Filtern durchgesetzt. Aus der Mitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
In Zukunft wird das Bundeskriminalamt nach kinderpornografischen Internetseiten suchen und diese in eine ständig aktualisierte Liste aufnehmen, die den Internet-Anbietern zugeleitet wird. Diese sperren dann die entsprechenden Seiten. In Deutschland können so bis zu 300.000 Zugänge am Tag verhindert werden.
Eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Bundesfamilienministeriums soll bis Ende Februar verbindliche Vereinbarungen erarbeiten, zusätzlich soll das Telemediengesetz entsprechend geändert werden. An der Arbeitsgruppe beteiligt sind das Bundesinnenministerium, das Bundeswirtschaftsministerium, die sieben größten Zugangs-Provider in Deutschland, die 95 Prozent des Marktes abdecken sowie die drei Dachverbände der Branche.
Heise, Spiegel Online und die Tagesschau haben auch was.
Um die Begründung „Kinderpornografie“ zu verdeutlichen, wurden den Journalisten auch gleich Beispiele vorgeführt:
Irgendwann im Laufe der Pressekonferenz im Familienministerium werden die Fernsehteams gebeten, ihre Kameras abzuschalten. Man werde nun, erklärt Pressesprecherin Iris Bethge, Material zeigen, das man nicht weiterverbreiten dürfe. Dann ruft Bjørn-Erik Ludvigsen von der norwegischen Kriminalpolizei einen Internet-Browser auf und zeigt ein paar Webseiten – live.
Wie solche Filterlisten aussehen, kann man an den veröffentlichten schwedischen und thailändischen Listen sehen. In beiden Fällen sind Seiten mit kinderpornografischen Inhalten die Minderheit. Auf der schwedischen sind Gay-Pornos und auf der thailändischen Webseiten mit Majestätsbeleidigung stark vertreten. In Australien sollen auch Online Casinos gefiltert werden. In Grossbritannien ist gerade die Wayback Machine vom Internet Archive im Filter. Auch die deutsche Ministerin kennt diesen Kritikpunkt am Errichten von Zensur-Infrastruktur und gibt zu, nicht zu wissen, welche „Wünsche und Pläne“ „künftige Bundesregierungen“ dafür entwickeln.
Immerhin weiss sie:
Technisch versierte Internetnutzer werden immer Wege finden, die Sperren zu umgehen.
Obendrein soll auch noch das BKA die Listen führen, was sogar Spiegel Online zur Feststellung veranlasst:
Wird ausgerechnet das BKA, das auf dem besten Wege ist, zum deutschen FBI ausgebaut zu werden, auch zum obersten Web-Zensor?
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: Internet Safety Technical Task Force
: Internet Safety Technical Task Force Die „Internet Safety Technical Task Force“ beim Berkman-Center hat nach einem Jahr Arbeit den Bericht „Enhancing Child Safety and Online Technologies“ veröffentlicht. Darin geht es um die Frage, mit welchen Technologien und welcher Netzpolitik das Netz sicherer für Kinder gemacht werden kann, bzw. welche Technologien riskant sind.
Hier ist das Executive Summary und hier der ganze Report.
Bei RadioBerkman gibt es auch einen Podcast mit John Palfrey dazu: A safer Web.
An exhaustively researched report on the safety of the web is the result of a year of work for the Internet Safety Technical Task Force. The report reveals some surprises about just how safe the web and social networks really are for minors, and some recommendations for dealing with sexual predators, cyberbullying, and access to explicit content.
Gibts jetzt auch bei Spiegel.de: Fachleute halten Risiken für überschätzt
Das Internet soll ein für Kinder gefährlicher Sündenpfuhl sein: An allen virtuellen Ecken lauern angeblich die Verführer. Ein Problem, sagt nun eine hochkarätige US-Studie zum Thema, sei das zwar durchaus – aber nur ein relativ kleines. Schlimm sei dagegen, was die Kids sich gegenseitig antun.
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: Schwedische Filterliste
: Schwedische Filterliste Wer sich mal ein Bild machen möchte, was andere Länder in ihrem Kampf gegen Kinderpornographie alles zensieren, findet hier die schwedische Filterliste. Ich hab kurz überlegt, ob ich diese Seite verlinken soll, weil sich dort auch Links zu Angeboten finden, die ich abstossend finde. Aber man sollte sich seine eigene Meinung dazu bilden, wo von der Bundesregierung mit Verweis auf Länder wie Schweden die Wirksamkeit dieser Filterlisten hochgelobt wird.
Aufmerksamen Beobachtern wird auffallen, dass der Anteil tatsächlicher Kinderpornographie-Angebote unter 1% liegt und die meisten gefilterten Inhalte in den US gehostet werden. Abgesehen davon können sich viele sicherlich vorstellen, welchen Sinn solche Filterlisten machen, wenn sie irgendwie an die Öffentlichkeit kommen. Und das werden sie.
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: Nicht-öffentliches Spitzengespräch zu Internetzensur
: Nicht-öffentliches Spitzengespräch zu Internetzensur Scheint ja gerade in Mode zu sein: Es gibt noch ein weiteres von der Bundesregierung organisiertes nicht-öffentliches Spitzengespräch rund um Netzpolitik. Am 13. Januar lädt das Bundesinnenministerium diverse größere Provider ein, um sie auf ihren geplanten Kampf gegen Kinderpornographie einzuschwören, bzw. diese zu überzeugen, dabei mitzumachen und Zensurinfrastrukturen zu errichten. Einem Kontakt zufolge sind Schäuble, Glos und von der Leyen daran beteiligt. (Die SPD darf wohl nicht mitspielen)
Wie das so ist, gibt es keine öffentlichen Informationen dazu und auch das Bundesfamilienministerium reagiert nicht auf Nachfrage. Und wie immer: Wir freuen uns über mehr Informationen aus der Leserschaft und verbreiten diese ggf. gerne.
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: Netzpolitik-Podcast 071: Wikileaks
: Netzpolitik-Podcast 071: Wikileaks Netzpolitik-Podcast 071 ist ein englischsprachiges Interview mit Julien Assange von Wikileaks.
Wikipedia beschreibt Wikileaks so:
Wikileaks ist ein Ende 2006 anonym ins Leben gerufenes Projekt, das nach dem Wiki-Prinzip aufgebaut ist und unzensierbar „für die massenweise und nicht auf den Absender zurückzuführende Veröffentlichung von geheimen Informationen und Analysen” dienen soll. Primäre Ziele sind durch Unterdrückung geprägte Regimes in Asien, den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, Schwarzafrika und dem Nahen Osten. Wikileaks will jedoch auch all denen zur Seite stehen, „die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.“
Das Interview geht um Wikileaks als vernetzte Organisation. Wir unterhalten uns darüber, was Wikileaks ist, für wen die Plattform interessant sein sollte, wer dahinter steht und das Netzwerk finanziert. Wikileaks wird von einer Reihe von Organisationen getragen, zu denen auch z.B. die Electronic Frontier Foundation gehört. Das Geld kommt teilweise von Stiftungen, die ein Interesse an investigativen Journalismus und Meinungsfreiheit haben. Ab 04:30h geht es um die Prozesse, wie Einreichungen ablaufen, wie Wikileaks Dokumente auf Vertrauenswürdigkeit prüft und was passiert, wenn Dokumente als Propaganda identifiziert werden. Bisher hat Wikileaks nach eigener Meinung keine gefakten Dokumente released. Es kommt öfters vor, dass ihnen solche Dokumente zugespielt werden, vor allem in afrikanischen Konflikten. Diese werden dann ggf. als solche deklariert veröffentlicht. Genaue Statistiken, wie viele Dokumente ihnen bisher zugespielt worden, konnte Julien nicht nennen. Das liegt u.a. daran, dass ihnen teilweise ganze Archive zugespielt werden, die viele unterschiedliche Dokumente enthalten.
Ab 9:30 geht es um die Frage, wer sich alles bei Wikileaks beteiligen kann und wie das funktioniert. Bei Interesse ist da für fast jeden was dabei. Hier sind mal ein paar Beispiele: Dokumente können eingeschickt werden, diese müssen nach recherchiert und/oder sortiert werden. Die Innfrastruktur muss sicher vor dem Zugriff von Sicherheitsbehörden und Zensur-Infrastruktur gehalten werden und die Dokumente können z.B. visualisiert werden. Gleichzeitig hilft es, über geleakte Dokumente zu berichten und/oder die Webseite einfach nur zu verlinken.
Zum Schluß geht es um Zensur. Dabei sprechen wir auch über Selbstzensur in den Medien, die sich manchmal nicht trauen, über bestimmte Themen zu berichten und über die Gefahren von Internetzensur durch Filtertechnologien zur (vermeintlichen) Bekämpfung von Kinderpornographie.
Das Interview ist Minuten lang und liegt als MP3 (17MB) und OGG (16MB) bereit.
Das Gespräch wurde auf dem 25c3 im Treppenhaus aufgezeichnet. Das war leider zum Zeitpunkt der einzige Ort, wo man weitgehend seine Ruhe hatte, aber es hallt etwas und ab und an rennt jemand vorbei. Zwischendurch kam leider auch mal ein Reinigungsmann vorbei, der sich nicht vom Interview stören ließ und viel Lärm verursachte. Hab das aber weitgehend rausgeschnitten bekommen. (Rund um Minute 09:15)
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: China: Mehr Netzzensur gegen Pornographie
: China: Mehr Netzzensur gegen Pornographie Die chinesische Regierung baut ihren Druck auf die großen Internetanbieter aus und wünscht mehr Zensurmassnahmen, um ihr Ziel eines „zivilisierten Internets“ zu erreichen. Im Rahmen einer landesweiten Kampagne „zur Säuberung des Internets von einer ordinären Strömung“ werden dabei Internetanbietern höhere Strafen angedroht. Derzeit wird offiziell im Rahmen der Kampagne vor allem gegen Pornographie vorgegangen. Erfahrungsgemäss dürften aber mehr Inhalte gemeint sein.
Mehr dazu:
Spiegel-Online: China droht Web-Firmen – auch Google.
Taz.de: China verschärft Zensur im Internet.In diesem Zusammenhang bin ich auch auf die Charter’08 von Human Rights in China aufmerksam geworden:
A group of 303 Chinese writers, intellectuals, lawyers, journalists, retired Party officials, workers, peasants, and businessmen have issued an open letter – the „Charter 08“ – calling for legal reforms, democracy and protection of human rights in China.
Einige Unterzeichner sind laut FT mittlerweile Repressionen ausgesetzt.
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: Radio: Der Freiheitskampf arabischer Blogger
: Radio: Der Freiheitskampf arabischer Blogger Und noch einmal ein Deutschlandfunk-Link für heute: Die Sendung „Markt und Medien“ berichtete über „Mausklicks für Menschenrechte – Der Freiheitskampf arabischer Blogger“.
Ob aus Tunesien, Äypten, Syrien, Marokko oder Saudi-Arabien: Arabische Blogger werden zu Ikonen einer neuen Generation von Menschrechtskämpfern. Tatsächlich klickt sich kaum jemand häufiger als sie in das World-Wide-Web ein, um auf Unterdrückung aufmerksam zu machen. Und das mit großem Geschick.
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: Neues vom Kampf gegen Kinderpornographie
: Neues vom Kampf gegen Kinderpornographie Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann von der CDU ist ja immer für eine Überraschung gut. Diese Woche setzte er sich mal wieder auf eine mediale Welle drauf und äusserte sich, kompetent wie immer, zum Kampf gegen Kinderpornographie. Nichts weniger als eine freiwillige Beteiligung der Provider Kampf gegen Internetseiten mit pädophilen Inhalten forderte er. Seine Experten hatten ihm wohl nicht mitgeteilt, dass die Provider dies seit Jahren schon tun.
Stattdessen haben ihm seine Experten den Floh ins Ohr gesetzt, dass man einfach auf allen Rechnern der Bürgern Firewalls gegen Kinderpornos installieren sollte. Denn:
„Welcher Provider kann es sich eigentlich leisten zu sagen, wir wollen in unserem Netz kinderpornografische Seiten weiterleiten?“ Die bisher vorgeschlagenen Maßnahmen – zum Beispiel, Adressen oder Inhalte zu sperren – seien leicht zu umgehen. Eine Firewall gegen Kinderpornos hingegen setze direkt am Computer des Endverbrauchers an, ähnlich wie ein Spam-Filter. Experten hätten ihm versichert, dass man so 90 bis 95 Prozent der kinderpornografischen Seiten sperren könne, sagte Schünemann.
Tolle Idee, Herr Schünemann. Da kann man gleich noch den Bundestrojaner mit installieren und für die CDU sind damit zwei Probleme auf einmal gelöst. Mal schauen, was als nächstes von Herrn Schünemann kommen wird.
Ansonsten beschäftigt Alvar Freude sich noch mit der Frage, wo denn die vielen offen zugänglichen Kinderpornographie-Angebote herkommen, die man jetzt sperren will. Wisenschaftler sind nämlich der Meinung, dass es so gut wie keine offen zugänglichen Quellen mehr gibt: Es gibt keine offen zugängliche, sperrbare Kinderpornographie im Internet.
Die finnische Sperr-Liste zeigt dann, dass die Mehrheit der Webseiten mit angeblicher Kinderpornographie in den USA und Westeuropa gehostet werden. Wenn es sich also tatsächlich um Kinderpornographie handelt, stellt sich die Frage was besser ist: die Inhalte zeitnah entfernen und die Täter verfolgen – oder den Zugang zu den Inhalten für diejenigen Blockieren, die sie sowieso nicht anschauen?
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: Der globale Trend zum Wegfiltern
: Der globale Trend zum Wegfiltern Torsten Kleinz schreibt bei Zeit-Online über den Abbau von Netzfreiheit und den globalen Trend zum Wegfiltern von unliebsamen Inhalten: Webseite einfach gesperrt.
Die einfachste Methode, mit Unliebsamem oder Verdächtigem im Internet umzugehen, ist die Netzzensur. Immer mehr Organisationen und Regierungen kommen auf den Geschmack
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: Familienministerium: Britische Kinderpornographie-Filter funktionieren
: Familienministerium: Britische Kinderpornographie-Filter funktionieren Als unsere Familienministerin von der Leyen ihre Pläne bezüglich Sperrungen von Kinderpornographie-Seiten öffentlich kommunizierte, schrieb Alvar Freude einen offenen Brief an das Fmailienministerium. Nun ist die Antwort eingetroffen. Zwar heißt Alvar Freude nicht “ Herr Franke“, an den das Anschreibens addressiert ist, aber der Inhalt ist trotzdem interessant. Vor allem im Bezug auf die aktuelle Sperrung von Wikipedia in Grossbritanien, die gestern wieder aufgehoben wurde. Aus der Begründung:
Dass das System funktioniert, zeigen die jahrelangen Erfahrungen anderer Länder, die bereits Zugangssperren eingerichtet haben. Statt vor den Möglichkeiten im World-Wide-Web zu resignieren, werden alle Mittel gegen die Verbreitung von Kinderpornografie genutzt. Wenn Zugangsprovider das wollen, können sie heute punktgenau gefährliche Inhalte blockieren. Das zeigen die Beispiele aus dem Ausland. Die in Großbritannien eingeführte Technik vermag sogar einzelne Bilder zu sperren. Das Problem des unabsichtlichen Blockierens anderer Seiten („Overblocking“) ist damit technisch längst lösbar.
In Grossbritanien wurde ja gerade der Weltöffentlichkeit präsentiert, wie gut das System funktioniert: Während das beanstandete Album-Cover der Scorpions (Also das Bild) noch öffentlich zugänglich war, fiel die gesamte Wikipedia in UK einem Kollateralschaden zum Opfer und wurde fürs editieren gesperrt.
Zum Hintergrund: Netzpolitik-Interview: Alvar Freude über Netzsperrungen.
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: Google Earth sperren wegen Terrorgefahr?
: Google Earth sperren wegen Terrorgefahr? Heise meldet:
Ein Jurist aus der Millionenstadt Mumbai, die Ende November von einer radikal-islamistischen Terrorgruppe angegriffen worden war, hat das höchste Gericht der Stadt aufgefordert, umgehend den Zugriff auf Geoinformationsseiten wie Google Earth und Wikimapia zu sperren. Der Anwalt startete beim Bombay High Court eine sogenannte Public Interest Litigation (PIL), ein Gerichtsverfahren, das Bürgern des Landes die Möglichkeit bietet, staatliche Stellen zu verklagen. Der Jurist wirft der Regierung vor, gegen nationale Sicherheitsvorschriften zu verstoßen, weil über die fraglichen Websites detaillierte Informationen zu möglichen Anschlagszielen abrufbar seien.
Dazu ein treffender Kommentar vom Sicherheitsexperten Bruce Schneier:
Of course the terrorists used Google Earth. They also used boats, and ate at restaurants. Don’t even get me started about the fact that they breathed air and drank water. (…) Yes, the bad guys use it: bank robbers use cars to get away, drug smugglers use radios to communicate, child pornographers use e‑mail. But the good guys use it, too, and the good uses far outweigh the bad uses.
So eine Sperrung wäre in diesem Fall ohnehin wirkungslos gewesen, weil die Angreifer ja vorher die Ziele auch vor Ort genau auskundschaftet hatten.
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: Wikipedia in Grossbritanien zensiert
: Wikipedia in Grossbritanien zensiert Die praktische Anwendung von Internet-Filtern im Kampf gegen Kinderpornographie kann man gerade wieder in Grossbritanien bewundern. Dort wurde die Wikipedia Opfer eines Kollateralschadens. Schuld sind die Scorpions, die 1976 ein Album-Cover veröffentlichten, was ein fast nackte junge Frau zeigte. Nun könnte man meinen, das ist lange her. Allerdings gibt es das Album-Cover im dazugehörigen Scorpions-Artikel zu betrachten. Und so landete die Wikipedia irgendwie auf einer Blacklist der Internet Watch Foundation, die 95% der britischen ISPs nutzen. Eigentlich sollte nur das Bild zensiert werden, aber das gibt es immer noch in Grossbritanien zu sehen. Durch die Verwendung eines Proxy-Servers fiel allerdings die ganze Wikipedia in das Raster und damit aus dem Netz der britischen Provider Virgin Media, Be/O2/Telefonica, EasyNet/UK Online, PlusNet, Demon und TalkTalk (Opal Telecom).
Nun bleibt die große Frage: Wann wird Amazon.com zensiert, wo laut Guardian das Album-Cover immer noch zu sehen ist: Amazon US under threat as internet watchdog reconsiders Scorpions censorship.
Bei Rabenhorst gibts schon den passenden Kommentar: Die Wikipedia trifft auf die Net Nannies.
Der Punkt ist, dass man sich nicht nur darüber streiten kann, wo die nötige Bekämpfung von Kinderpornografie (oder Terrorismus) anfängt und aufzuhören hat, was bereits mit der Frage beginnt, was alles als „terroristisch“ oder „kinderpornografisch“ zu definieren ist, sondern dass man es mit nicht transparenten Konstellation aus Herstellern für Filterprogramme und ‑listen, sich selbst kontrollierenden oder unter staatlichem Einfluß stehenden Internetkontrollinstanzen und Providern zu tun hat, die von ihren Kunden unbemerkt oder nicht nachvollziehbar den Zugang zu Informationen steuern und blockieren.
Die Pressemitteilung der Wikimedia Foundation findet sich hier: Censorship in the United Kingdom disenfranchises tens of thousands of Wikipedia editors.
“We have no reason to believe the article, or the image contained in the article, has been held to be illegal in any jurisdiction anywhere in the world,” said the Wikimedia Foundation’s General Counsel, Mike Godwin. “We believe it’s worth noting that the image is currently visible on Amazon, where the album can be freely purchased by UK residents. It is available on thousands of websites that are accessible to the UK public.” “The IWF didn’t just block the image; it blocked access to the article itself, which discusses the image in a neutral, encyclopedic fashion,” said Sue Gardner, Executive Director of the Wikimedia Foundation. “The IWF says its goal is to protect UK citizens, but I can’t see how this action helps to achieve that – and meanwhile, it deprives UK internet users of the ability to access information which should be freely available to everyone. I urge the IWF to remove Wikipedia from its blacklist.”
Eine FAQ der Wikimedia Foundation beantwortet die wichtigsten Fragen und Antworten.
BoingBoing hat ein FlowChart, was zeigt, wie die Internetfilterung in Grossbritanien funktioniert. -
: Internetzensur in der Türkei
: Internetzensur in der Türkei SWR.de berichtet über Internetzensur in der Türkei: “Es wird schlimmer und schlimmer“.
Auf mehr als 1000 Internetseiten haben türkische Nutzer im Moment keinen Zugriff. Möglich macht das das Gesetz 5651, das seit einem Jahr in Kraft ist. Es wurde speziell dafür geschaffen, Straftaten im Internet zu verhindern. Jedes Gericht kann danach Webseiten sperren, wenn sie etwa zum Selbstmord aufrufen, Drogenmissbrauch fördern oder Kinderpornografie – oder eben Atatürk und die türkische Nation beleidigen. Kommunikationsminister Binali Yildirim sagt, das Gesetz richte sich nicht gegen das Internet. Aber es sei Aufgabe des Staates, Familien, Kinder und Jugendliche zu schützen. Kritiker jedoch sehen darin eine Gefahr für die demokratische Entwicklung in der Türkei.
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: Die Woche mit Peter Glaser (KW49)
: Die Woche mit Peter Glaser (KW49) Mehr oder weniger regelmässig gibt es hier zukünftig “Die Woche mit Peter Glaser”. Peter Glaser begleitet seit Anfang der 80er Jahre als Schriftsteller und Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs (CCC) die Entwicklung der digitalen Welt. Sein Blog “Glaserei – Bemerkenswertes aus der digitalen Welt” betreibt er bei der Stuttgarter Zeitung. Ich freue mich, ihn als Kommentator gewonnen zu haben, der mir Fragen beantwortet.
Was war gut diese Woche?
Dass ich mal in Stuttgart war, um zu beweisen dass es mich gibt. Ich schreibe seit acht Jahren eine Kolumne für die Stuttgarter Zeitung, das lief immer alles per Mail. Jetzt war ich eingeladen. Wunderbar. Alles wie echt.
Fast 100.000 Bilder der jüngeren deutschen Zeitgeschichte aus dem Bundesarchiv sind jetzt befreit wurden. Was soll als nächstes kommen?
Als nächstes sollten Lehrer anfangen, Wandertage durch die Bilderberge zu veranstalten und den Kinderlein zeigen, was es da für schöne und hochinteressante Strukturen und Muster und Zugehörigkeiten zu entdecken gibt.
Fast 2200 Anfragen zur Vorratsdatenspeicherung kamen von der Polizei innerhalb von drei Monaten zustande. Was denkst Du, wie viel Zeit hat sich die Justiz für die rechtsstaatliche Kontrolle genommen?
Kann man versuchsweise ausrechnen. Drei Monate (Mai, Juni, Juli) gleich 92 Tage = 2208 Stunden, bei 2186 Verfahren macht das – einen 24-stündigen Schichtbetrieb vorausgesetzt – ziemlich genau 1 Stunde Zeit pro Verfahren. Nehmen wir an, es wird etwas weniger enthusiastisch an der Kontrolle der Zulässigkeit von Vorratsdatenzugriffen gearbeitet, nehmen wir eine 40-Stunden-Woche mal drei Monate gleich 12 Wochen = 480 Stunden, macht bei 2186 Verfahren 13,1 Minuten. Das wäre das Pensum für einen Richter, ohne Mittags- und Klopause. Natürlich ist da mehr als ein Richter rechtsstaatlich tätig. Die Zahl der Verfahren ist erstaunlich hoch, wenn man bedenkt, dass der Zugriff auf Vorratsdaten nur bei schweren Straftaten und „erheblichen Gefahren für die öffentliche Sicherheit“ (= Terrorismus) zulässig ist.
Diese Woche wurden die Rufe nach Netzsperren lauter. Die Familienministerin will Kinderpornographie aussperren und der hessische Innenminister Glücksspielseiten. Wen oder was würdest Du gerne mal im Netz sperren?
Das ganze Netz. Das Internet aus dem Internet auszusperren ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Firmen wie AOL haben das mit proprietären Systemen schon in den neunziger Jahren versucht. Bei Second Life versucht man einen solchen Datenkäfig mit lauwarmer 3D-Grafik zu realisieren. Modern daran ist, dass man die Gitter nicht mehr sehen kann, obwohl sie selbstverständlich da sind. Mit der Sperrung einzelner Sites sollte man sich erst gar nicht aufhalten, das muß konsequent das ganze Netz umfassen. Regierungen wie die in Vietnam sind da beispielgebend. Da läuft der gesamte Datenverkehr über einen staatlichen Proxy-Server. Vor einiger Zeit ist der bei einem Update abgekachelt, da war dann Vietnam ein paar Tage lang komplett aus dem Netz verschwunden. An sowas sollte man sich bei Netzsperrungen orientieren.
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: Netzfilter: Unbrauchbar und schädlich
: Netzfilter: Unbrauchbar und schädlich Sueddeutsche.de hat den Dresdner Informatik-Professor Andreas Pfitzmann zu den Plänen unserer Familienministerin bezüglich Netzfiltern interviewt: Unbrauchbar und schädlich.
sueddeutsche.de: Der Vorschlag der Familienministerin ist also gänzlich unbrauchbar?
Pfitzmann: Die Sperren sind nicht nur unbrauchbar, sie verursachen auch noch Schäden. Für mich ist das reine Symbolpolitik. Dem Wähler wird suggeriert, dass sich die Politiker mächtig ins Zeug legen. Der Zweck, die Verbreitung von Kinderpornographie einzuschränken, ist zweifellos gut, nur wird das im Internet mit Sperren nicht funktionieren.
Zu dieser Ansicht kommen wir in unserem technischen Gutachten für die Kommission für Jugendmedienschutz (kjm). In einem juristischen Gutachten für die kjm nennt das Max-Planck-Institut in Freiburg auch noch juristische Hürden: Sie sehen die Sperren als Grundrechtseingriff in die Meinungs- und Informationsfreiheit und das Fernmeldegeheimnis.
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: Netzpolitik-Interview: Alvar Freude über Netzsperrungen
: Netzpolitik-Interview: Alvar Freude über Netzsperrungen Alvar Freude engagiert sich seit einigen Jahren gegen Netzzensur in Deutschland. Anlässlich der Forderung von Familienministerin von der Leyen nach Netzsperrungen gegen Kinderpornographie hat er heute einen offenen Brief an sie geschrieben: Über den falschen Weg im Kampf gegen Kinderpornographie. Ich hab ihn zu dem Thema etwas ausführlicher interviewt.
netzpolitik.org: Familienministerin von der Leyen hat heute angekündigt, die „Datenautobahn der Kinderpornografie“ zu schließen. Sind diese Pläne neu?
Alvar Freude: Nein, schon vor einigen Jahren gab es diese Pläne, die allerdings kläglich gescheitert sind. 2002 wollte Düsseldorfs Regierungspräsident Jürgen Büssow in einem Feldversuch vier angeblich rechtsextreme Webseiten sperren. Eine existierte nicht mehr und eine andere (rotten.com) ist zwar äußerst geschmacklos, aber hat mit Rechtsextremismus nichts zu tun. Daher wurde die Sperrverfügung auf zwei plakative rechtsextremistische Webseiten reduziert, die aber auch keine besondere Bedeutung in der Szene hatten, wie selbst der Verfassungsschutz schrieb. Durch Büssows Aktionen wurden sie erst richtig bekannt.
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: Gegen Kinderpornographie im Netz – aber richtig
: Gegen Kinderpornographie im Netz – aber richtig
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen fordert nun – grade rechtzeitig zum Start des IT-Gipfels – dazu auf, dass Internetprovider über das Telemediengesetz in die Pflicht genommen werden sollen, Filtersysteme für das Internet vorzuhalten.Ihr Ziel ist es „gegen die Flut der Bilder einen Damm zu bauen“: ISPs sollen verpflichtet werden den Zugriff auf durch das BKA bestimmte Websites zu unterbinden.
Ich schätze die Arbeit der Kinderpornographie-Abteilung des BKAs sehr. Erst vor kurzem hatte ich die Gelegenheit mich mit einer leitenden Beamtin dieser Abteilung zu unterhalten. Diese forderte im Gespräch zunächst den Zugriff auf die Daten der Vorratsdatenspeicherung – „Access-Blocking“, wie es Frau von der Leyen nun fordert, hatte sie allerdings auch schon auf dem Zettel.
Meine ehrliche Einschätzung dazu ist: Beide Maßnahmen können maximal kurzzeitig (für vielleicht ein Jahr) die Aufklärungsquote leicht erhöhen bzw. eine Verbreitung des Materials unterbinden. Danach würden sie die Ermittlungen eher behindern, als bereichern. Es gibt tausend und eine Möglichkeit die Vorratsdatenspeicherung zu Umgehen – ferner können Kriminelle auch mit Trojanern oder Fake-IP-Adressen arbeiten, um unbescholtene Mitbürger in den Verdacht zu ziehen.
Das nun geforderte Access-Blocking ist ebenfalls nicht zielführend: Dieses lässt sich mit Anonymisierungsdiensten oder Proxies im Ausland ebenso umgehen, wie die Vorratsdatenspeicherung. Es würde letztlich nur Kosten mit sich ziehen und nebenbei unter der Absicht der Verbrechensbekämpfung eine Infrastruktur schaffen, die sich sehr leicht missbrauchen lässt, um Zensurmaßnahmen umzusetzen. Denn defakto ist es nichts anderes: Der Staat verlangt an dieser Stelle ein System, dass Inhalte nach ihrer Quelle filtern soll. Sollte dies einmal etabliert sein, wäre es sicher nur ein Frage der Zeit, bis andere Inhalte in Frage kommen. Die Kontrollierbarkeit dieses Apparats würde mit zunehmenden Umfang massiv sinken.
Zielführend wäre es hingegen mehr auf das so genannte „Notice & Takedown“-Verfahren zu setzen: Bei diesem werden lediglich die Internetprovider, welche die Server, von denen Kinderpornographie aus abrufbar ist, informiert. Diese sind dann angehalten den Server direkt an der Quelle vom Netz zu nehmen bzw. die relevanten Inhalte zu sperren.
Denn auch Ursula von der Leyen sagt in ihrem heutigen Interview im Hamburger Abendblatt: „Das Allerwichtigste ist, dass das BKA wie bisher Täter ermittelt und gezielt Quellen schließt.“ Genau, die Quellen – nicht die unbeteiligten Dienstleister: Wenn ein Versandhaus illegale Waren verschickt, kann man der Post schließlich auch nicht sagen, dass sie keine Pakete mehr von diesem Händler zustellen soll.
Oft wird an dieser Stelle entgegnet, dass es für das „Notice & Takedown“-Vorgehen nicht die notwendigen internationalen Abkommen existieren – dann wäre doch eine Baustelle, auf die man sich als ambitionierter Politiker begeben können. Ich bin mir sicher, dass die allermeisten ISPs keinen Bock drauf haben Pädophile als „Kunden“ zu führen und für jeden Hinweis dieser Art dankbar sind, die Kisten auch zügig vom Netz nehmen und sogar bei der Ermittlung der Identität behilflich sein würden. Wahrscheinlich wäre es sogar schlauer, erst einmal auf diese freiwillige Art der Kooperation mit Providern zu setzen, als eine internationale Definition von „illegalen Inhalten“ abzuwarten. Probiert-es-doch-einfach-mal-aus.
Der Austausch von Kinderpornos ist schließlich nur das Symptom einen viel tieferliegenden Problems, dass sich nur gesellschaftlich und nicht technisch lösen lässt.
Nachtrag: Ein weiterer zielführender Vorschlag meinerseits, der im Sinne unserer Bundesministerin auch tatsächlich etwas bewirken kann, ist es besorgte Eltern darauf Aufmerksam zu machen, dass sie an ihren eigenem PC Filter installieren können: Anstatt unwirksame Filtersystem auf Kosten der
ProviderKunden oder des Staates zu entwickeln, sollten vielleicht einfach ein paar passende Plugins für die gängigsten Betriebssysteme programmiert werden, mit denen Eltern ihren Kindern den Zugriff die in der BKA-Liste erfassten Websites sperren können.Ein http-Proxy unter bluemchenwiese.bmfsfj.de wär doch schonmal ein Anfang.
Update: Eco, der Branchenverband der Provider kommentiert in seiner heutigen Pressemitteilung die Forderung von der Leyens sehr ähnlich:
Leider zeigt die Praxis, dass so genannte Internet-‚Sperren’ lediglich Scheinerfolge erzielen. Sie verdrängen das Geschehen aus dem für alle sichtbaren Bereich, aber dadurch wird das Leid keines einzigen Kindes unterbunden, kein einziger Täter gefasst und kein einziges Bild aus dem Internet entfernt. Es ist nach Meinung aller technischen Experten nicht machbar, den Zugang zu diesen Machwerken unmöglich zu machen, wie es die Familienministerin fordert. Effizienter und wirksamer ist es, an der Quelle anzusetzen. Mit unserer Internet-Beschwerdestelle sammeln wir Hinweise, mit denen in internationaler Zusammenarbeit und in enger Kooperation zwischen Strafverfolgern und Wirtschaft erfolgreich Täter überführt und illegale Inhalte entfernt werden. Diese erfolgreiche Kooperation wollen wir fortsetzen.
Update II: Alvar Freude vom Fitug hat dazu einen offenen Brief an Frau von der Leyen geschrieben (Danke Tim).
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: Wikipedia: 518.166 x Lutz Heilmann
: Wikipedia: 518.166 x Lutz Heilmann Die Öffentlichkeitskampgne von Lutz Heilmann war ein voller Erfolg. Knapp ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl dürfte er jetzt einer der prominentesten Bundestagsabgeordneten von der Linkspartei sein. Keine schlechte PR-Strategie für einen Hinterbänkler.
Ich war gestern leicht verwundert, dass mehr als 1700 Menschen über Google auf der Suche nach Lutz Heilmann auf diesem Artikel landeten. Das erklärte auch die teilweise komischen Kommentare. Viel interessanter ist aber die Statistik, wie oft seine Wikipedia-Seite angeklickt wurde. 518.166 Besucher interessierten sich am Samstag und Sonntag für seine Biographie. Wenn das mal nicht ein Erfolg ist!
Seit eben funktioniert auch Wikipedia.de wieder und der Wikimedia e.V. hat erfreulich viele Spenden bekommen, die jetzt sinnvoller genutzt werden können als für einen Rechtsstreit.
Update: Hier ist die Anordnung des Landgericht Lübeck, was die von Heilmann beanstandeten Passagen enthält.
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: Journalismus und Schweigegeld in China
: Journalismus und Schweigegeld in China Beim China Media Project an der Universität in Hong Kong berichtet die italienische Journalistin Emma Lupano über die herbe Richtung, die Berichterstattung über heikle Themen in China eingeschlagen hat. In Linfen “gag fees” spark media ethics debate in China wird das Verhalten von Journalisten und die Berichterstattung über einen Minenunfall in Shanxi berichtet, bei dem ein Arbeiter starb. Der Unfall selbst geschah am 21. September 2008. „Gag fees“ heißt auf Chinesisch 封口费, ich habe es als „Schweigegeld“ übersetzt – und genau das haben reihenweise Journalisten bezogen, die zum Unglücksort kamen. Und das ist die eigentliche News in all den Artikeln.
Der Unfall wurde zuerst bei China Youth Daily (中国青年报) berichtet, die eigentlich zu einer staatlichen Jugendorganisation gehört. Der Artikel über die Schlange bei der Geldausgabe ist noch hier: 真假记者排队领“封口费” (Print).
Eine Übersetzung gibt es hier: Shanxi scandal: coal mine „shut up“ cash. Der von Cam MacMurchy übersetzte Bericht schildert neben dem Unfall auch bizarre Einzelheiten zum Verhalten der (echten und falschen) Medienvertreter vor Ort:
Dai has been in the news business for twenty years; still, what he saw shocked him: There were more than ten offices in the building. All the offices were filled with „reporters“ who were chatting with each other. In the hallway, there were other „reporters“ lining up.
Dai took pictures of the most humiliating scene in the news industry in China: this was happening after a coal mine disaster. Real and fake „reporters“ were lining up not to report the disaster, but to collect their „shut up“ money.
Dai received a message from a worker in this coal mine a couple of days ago, which said 41-year old worker Ji Xinhong suffocated to death in the mine. Ji is from Zhenbei village, and was buried on September 22. The coal mine company didn’t report the incident to higher-level leaders. Instead, they handed out „shut up“ money to reporters who arrived. The amount of money varied. At most, it was tens of thousands, at the least, only a few thousand.
Ein Bericht erschien auch bei Hexun.com (sprich „He-schün“), einem Wirtschaftsinformationsdienst für Finanzmärkte: 山西矿难真假记者排队领“封口费”(组图) am 28.10.2008.
Mich machte das erst einmal sprachlos. Offenbar ist das endemisch und schon länger bekannt.
Das Prinzip, positive Nachrichten zu betonen und schlechte Nachrichten zu vermeiden („正面报导为主“) scheint regelmäßig eine total kranke und organisierte Infrastruktur der Vertuschung und Trittbrettfahrerei hervorzubringen, was bei den relativ häufigen Minenunfällen bittere Ausmaße hat. Brrr.(Ich wollte schon am Donnerstag darüber schreiben, kam aber nicht recht dazu. Derweil berichten u.a. auch die chinablätter)
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: Oh. Mein. Gott: MTV überpiepst die Namen von Filesharing-Diensten?
: Oh. Mein. Gott: MTV überpiepst die Namen von Filesharing-Diensten? Eigentlich könnte man MTV auch mal loben. Die Idee, über das Portal MTV Music (wtf?) 22.000 Musikvideos ins Netz zu stellen – und zwar so, dass man sie auf der eigenen Webseite oder in einem eigenen Blog einbetten kann, wie René bei Nerdcore schreibt – finde ich jedenfalls klasse.
Tja, und dann schießen sie gleich wieder einen Bock, der ganz massiv an der Realitätswahrnehmung der Verantwortlichen zweifeln lässt:
Reader Matthew Muro writes in to let us know of a rather insane bit of news. MTV’s new video hosting site is apparently bleeping out the names of file sharing sites in Weird Al Yankovic’s famous 2006 song „Don’t Download This Song.“ The opening verse to the song goes as follows:
- Once in a while maybe you will feel the urge
To break international copyright law
By downloading MP3s from file-sharing sites
Like Morpheus or Grokster or Limewire or KaZaAYet, in that new MTV version, the last line is „Like *BLEEP* or *BLEEP* or *BLEEP* or *BLEEP*“ rather than naming the four file sharing programs.
