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: USA: 5 Jahre Haft wegen Haftung für Links?
: USA: 5 Jahre Haft wegen Haftung für Links?
Vor einiger Zeit berichteten wir hier bereits von der neuen Taktik der US-Regierung, Domains wegen Copyright-Verstößen zu beschlagnahmen. Dieses Schicksal ereilte unter anderem auch die Domain channelsurfing.net, unter der Links zu Online-Streams von TV-Sendungen und Sport-Übertragungen veröffentlicht wurden. Wer die Seite aufruft, bekommt eine Sperrnotiz zu sehen.
(Ähnlichkeiten zur Türkei sind sicher nur Zufall)Das war aber wohl erst der Anfang. Brian McCarthy, der Betreiber der Seite, wurde am Freitag verhaftet. Der Vorwurf lautet auf „kriminelle Copyright-Verletzung“, die mögliche Höchststrafe sind 5 Jahre Freiheitsentzug. Wohlgemerkt: McCarthy hat nie selbst gestreamt, sondern nur Links zu externen Seiten gesetzt.
Das mag nun wie Haarspalterei klingen, aber die Folgen,wenn nun Links „illegal“ werden, sind in ihrem Ausmaß kaum abzuschätzen. Nicht nur die die Frage, über wie viele Ecken ein Link noch strafbar sein sollen, illustriert, wie realitätsfern allein die Idee ist. Mache ich mich strafbar, wenn ich auf jemanden linke, der auf jemanden linkt, der…? Insbesondere, weil sich auch die Veränderung des Inhalts einer verlinkten Seite meinem Einfluss entzieht, ergäbe sich hier letztlich nur Sicherheit, wenn man gar nicht verlinkt. Um mal ein altbekanntes Mem anzustrengen: „Ohne Links ist das Internet aber weitgehend wertlos.“
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: John Young, Cryptome.org und die Welt der Geheimnisse
: John Young, Cryptome.org und die Welt der Geheimnisse Die Berliner Gazette hat ein Portrait über John Young von Cryptome.org, der Mutter aller Leaking-Plattformen veröffentlicht.
Digitale Enthüllungsplattformen sind in aller Munde. Im Rahmen unseres Schwerpunkts WAS BLEIBT? wenden wir uns dem Pionier dieser Bewegung zu: John Young. Seit den frühen 1990er Jahren betreibt er mit Cryptome.org eine Webseite, die nicht zuletzt Vorbild für WikiLeaks war. Wir veröffentlichen an dieser Stelle ein Portrait. Es ist vor vier Jahren in einem US-amerikanischen Magazin erschienen und bis heute der umfangreichste Text über Leben und Werk des John Young. Der Beitrag bietet heutigen LeserInnen die einzigartige Möglichkeit nachzuvollziehen, wie diese einflussreiche Figur im Medien-Mainstream eingeführt wurde.
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: SWIFT-Daten weiterhin unkontrolliert
: SWIFT-Daten weiterhin unkontrolliert Da waren wohl viele EU-Abgeordnete zu naiv oder ihnen war der Datenschutz egal, als das letzte Mal das SWIFT-Abkommen verhandelt und dann beschlossen wurde. Vollkommen überraschend kommt jetzt raus, dass sich in der Praxis keine Verbesserungen beim Datenschutz ergeben habe: EU-Bankdaten fließen unkontrolliert in die USA ab.
Der Bericht von Europol ließ Datenschützern und Parlamentariern den Atem stocken: Vor wenigen Tagen veröffentlichte „Gemeinsame Kontrollinstanz“ der europäischen Polizeibehörde ihren Bericht (PDF) über das Abkommen namens „Terrorist Finance Tracking Programme“ (TFTP), auch bekannt als SWIFT-Abkommen. Darin kam sie zu dem Schluss, dass zu viele EU-Bankdaten in die USA übermittelt worden waren: Jedes einzelne Ersuchen aus den USA wurde unverändert genehmigt. Die Ersuchen der amerikanischen Behörden waren „viel zu abstrakt“ und „umfassend“ formuliert. Lediglich mündlich wurde begründet, warum man die Daten brauche. Dennoch lehnte Europol in keinem einzigen Fall ein Ersuchen ab. Vor dem Abkommen wurden jährlich rund 20 Millionen Bankdaten in die USA übermittelt. Daran hat sich offenbar nichts geändert.
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: Hillary Clinton spricht über Internet und Freiheit
: Hillary Clinton spricht über Internet und Freiheit Heute Abend, gegen 18:30h deutsche Zeit, wird US-Außenministerin Hillary Clinton über „Freiheit im Internet“ sprechen. Die als Grundsatzrede angekündigte Veranstaltung wird mit einiger Spannung erwartet. Einerseits erwartet man klare Bekenntnisse nach den Internet-Überwachungen und ‑Abschaltungen in Tunesien und Ägypten, andererseits wurden erst gestern in den USA wieder 18 Domains „wegen Piraterie sichergestellt“ und so die Gesamtzahl auf mindestens 119 erhöht.
Zumindest der Titel „Internet Rights and Wrongs: Choices and Challenges in a Networked World“ deutet auch nicht auf eine bedingungslose Position für digitale Bürgerrechte.
Man darf gespannt sein. Zum Live-Stream geht es dann hier entlang.
UPDATE: Ein Transcript gibt es hier (ich habe es nicht im Detail geprüft). Bald soll es dann unter dem Ursprungslink die Aufzeichnung des Streams geben.
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: USA investieren 2 Mrd. in Open Education
: USA investieren 2 Mrd. in Open Education Die Entwicklung von Open Educational Ressources (Offene Bildungsmaterialien) interessiert in Deutschland leider fast Niemanden. In den USA ist das mittlerweile anders. Dort gibt es zahlreiche Initiativen, die sich um das Thema bilde und auch große Organisationen wie Mozilla und Creative Commons sind mit dabei. Die US-Regierung will sogar zwei Milliarden Dollar in den kommenden vier Jahren bereitstellen, um damit die Entwicklung von offenen Bildungsmaterialien zu finanzieren. Die Bedingung ist: Erstellte Inhalte müssen unter der Creative Commons Namensnennungs-Lizenz veröffentlicht und geteilt werden.
Mehr dazu bei Creative Commons: New federal education fund makes available $2 billion to create OER resources in community colleges.
The U.S. Department of Labor and the Department of Education announced a new education fund that will grant $2 billion to create open educational resources (OER) materials for career training programs in community colleges. The Trade Adjustment Assistance Community College and Career Training Grant Program (TAACCCT) will invest $2 billion over the next four years into grants that will “provide community colleges and other eligible institutions of higher education with funds to expand and improve their ability to deliver education and career training programs.” What’s more, the full program announcement (PDF) states that all the resources created using these funds must be released under the Creative Commons Attribution (CC BY) license. The first round of funding will be $500 million over the next year. Applications to the solicitation are now open, and will be due April 21, 2011. Read what our incoming CEO, Cathy Casserly, has to say at the full post.
Und Deutschland verschläft das Thema wieder.
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: Die US-Kabel zu ACTA
: Die US-Kabel zu ACTA La Quadrature du Net hat von Wikileaks alle relevanten US-Kabel zu ACTA aus dem letzten Leak bekommen: WikiLeaks Cables Shine Light on ACTA History. Auf ihrer Seite beschreiben sie in einer Auswertung, wie die USA seit 2006 den ACTA-Prozess gesteuert haben, um ihre Interessen und die der US-Industrie-Lobbyies im Rahmen der Verhandlungen vorbereitet haben.
La Quadrature du Net obtained exclusive access to the WikiLeaks US diplomatic cables regarding the Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA). Although they only give a partial account of the history of this secretly-negotiated agreement, these cables shed an interesting light on the coming into being of ACTA. They show the prime role of the US in the advent of this extremist imposition of violent sanctions against citizens and their fundamental rights. The cables expose the stakes and debates surrounding the participation of developing countries, as well as the evolution of the position of European Union during the negotiations.
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: Julian Assange bei 60 Minutes
: Julian Assange bei 60 Minutes
Julian Assange war bei der CBS-Sendung 60 Minutes zu Gast und das lange Interview gibt es jetzt in zwei Teilen online zu sehen.„60 Minutes“ and correspondent Steve Kroft spent two days with him in Great Britain where he is under house arrest, while fighting extradition to Sweden for questioning in two sexual assault cases, which he’s called part of a smear campaign against him. In his most extensive television interview to date, Assange talked to us about his work, his vision and the prospects of facing criminal charges in the United States.
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: Yochai Benkler: Newspaper of the Future
: Yochai Benkler: Newspaper of the Future Die NPR-Sendung „On the media“ hat Yochai Benkler zur „Newspaper of the Future“ interviewt:
News existed before newsprint. Will it exist after? Of course, according to Yochai Benkler. What we confront, he argues, is a set of practical questions: what do we need in our news? What do we care about? The author of The Wealth of Networks describes our shift from the newspaper we get to the newspaper we seek.
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: 2. PdF Symposium on WikiLeaks and Internet Freedom
: 2. PdF Symposium on WikiLeaks and Internet Freedom Letzte Nacht fand in New York das zweite „PdF Symposium on WikiLeaks and Internet Freedom“ statt. Birgitta Jonsdottir, Gabriella Coleman, Clay Shirky, John Hockenberry und Floyd Abrams diskutierten dort über die Folgen von Wikileaks, Anonymous, etc. Davon gibt es ein Video:
Watch live streaming video from pdfleaks at livestream.comThe first, from Icelandic MP Birgitta Jonsdottir, will cover her involvement with WikiLeaks (which ended last fall), her work on the Icelandic Modern Media Initiative (which seeks to make the country into a kind of anti-censorship haven, in the same way that the Cayman Islands are a tax haven), and her current battle with the U.S. Justice Department over her private Twitter records. Then we’ll hear from NYU Professor Gabriella Coleman, who will share her expertise on Anonymous, the amorphous neo-collective of online activists who jumped into action in support of WikiLeaks in December, downing several major corporate websites, and more recently took action against the government of Tunisia when the Ben-Ali regime tried to block local access to social media sites. After their presentations, we’ll turn to comments from Clay Shirky, who will talk about the globalization of journalism (which he wrote about recently here). Finally, veteran journalist John Hockenberry and longtime First Amendment lawyer Floyd Abrams will round out the panel. They’re batting clean-up in order to help put things in perspective. After which, we’ll turn to the audience, and let the conversation flow where it wants to go.
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: Tim Wu über „The Master Switch“
: Tim Wu über „The Master Switch“ Der US-Wissenschaftler Tim Wu hat vor kurzem sein Buch “The Master Switch: The Rise and Fall of Information Empires.” veröffentlicht, was sich thematisch um Netzneutralität und Medienimperien der vergangenen 80 Jahre beschäftigt. Das liegt schon auf meinem Nachttisch (auf einem riesigen Stappel weiterer Bücher) und ich muss es noch lesen, denn es soll sehr gut sein und Tim Wu ist sowie ein hörenswerter Redner (Hier sein Vortrag auf der re:publica’10 über Netzneutralität und Meinungsfreiheit).
Beim Berkman Center war er vergangene Woche, um die Thesen seines Buches zu präsentieren und über das Thema zu diskutieren. Davon gibt es eine MP3 und OGG und hier auch ein Video.
Und hier gibts eine 500 MB große Version des Videos als Download (.mov).
Mehr dazu gibt es auch hier zu lesen: Das Internet ist ein Paradies für Monopole.
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: US-Militär: Tödliche Multitasking-Fehler
: US-Militär: Tödliche Multitasking-Fehler Im Februar 2010 fielen 23 afghanische Zivilisten einer amerikanischen Hubschrauber-Attacke zum Opfer. Erste Untersuchungen ergaben, dass ein Soldat, der eine Aufklärungsdrohne gesteuert hatte, seine Vorgesetzten nicht darüber informiert hatte, dass sich in dem von ihm überwachten Gebiet einige Dorfbewohner zu einem Treffen aufmachten.
Jetzt stellt sich heraus, wie es zu dem ‚tragischen Fehler’ kommen konnte: Das im sicheren Nevada sitzende Drohnen-Team hatte einfach zu viel um die Ohren: Während das Video-Bild der Drohne beobachtet werden musste, prasselten Dutzende Instant-Messages auf sie ein und Funkkontakt zu Strategen und Truppen musste aufrechterhalten werden. Im Eifer des Gefechts ging wohl die Information unter, dass sich Kinder in der Gruppe befanden.
Weil das Team unter dem enormen Druck stand, die in der Nähe befindlichen Truppen zu schützen, wurde fälschlicherweise der Convoy als Bedrohung definiert, und konsequent vernichtet.
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: USA plant Internetperso
: USA plant Internetperso Die US-Regierung plant wohl auch eine Art Personalausweis/Signaturkarte fürs Internet, damit jeder eindeutig identifizierbar wird. Eine „National Strategy for Trusted Identities in Cyberspace“ soll in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet werden, CBSNews berichtete über eine Diskussion, wo der Cybersecurity-Koordinator des Weißen Hauses, Howard Schmidt , mehr Details zu den Plänen erzählt hat: Obama Eyeing Internet ID for Americans. Das ganze soll natürlich einem besseren Schutz der Privatsphäre und IT-Sicherheit dienen, in Neusprech heißt das dann:
„We are not talking about a national ID card,“ Locke said at the Stanford event. „We are not talking about a government-controlled system. What we are talking about is enhancing online security and privacy and reducing and perhaps even eliminating the need to memorize a dozen passwords, through creation and use of more trusted digital identities.“
Aber alles wird gut: „Es gibt keine Chance, dass daraus eine zentralisierte Datenbank entsteht“, so Schmidt, denn schließlich sollen die Identitäten von Unternehmen verwaltet werden.
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: US-Regierung will Zugriff auf Twitter-Daten von Wikileaks-Unterstützern
: US-Regierung will Zugriff auf Twitter-Daten von Wikileaks-Unterstützern Die US-Regierung hat mittlerweile herausgefunden, dass Wikileaks auch auf Twitter ist und verlangt die Herausgabe von diversen Daten von namentlich bekannten Wikileaks-Unterstützern der letzten 180 Tage. Zu den Betroffenen gehören der niederländische Hacker Rop Gonggrijp (@rop_g ), die isländische Parlamentsabgeordnete Birgitta Jónsdóttir (@birgittaj), der US-Hacker Jacob Appelbaum (@ioerror), dem verhafteten Whistleblower Bradley Manning (Account kenn ich nicht) und natürlich der offiziellen Wikileaks-Kanal @wikileaks.
Rob Gonggrijp hat am Freitag eine Mail von Twitter erhalten, dass Twitter die Daten herausgeben soll und er zehn Tage Zeit hätte, dagegen juristisch Einspruch zu erheben. Twitter hat dabei auf die EFF und die ACLU als mögliche Partner verwiesen. Anscheinend war der juristische Weg mit einem sogenannten Gag Order verbunden, so dass Twitter erstmal
klagenEinspruch erheben musste, um die Betroffenen darüber informieren zu können. Das ist löblich, da man davon ausgehen kann, dass wahrscheinlich auch andere Diensteanbieter kontaktiert worden sind. Ein Teil der Betroffenen hat z.B. auch Accounts bei Facebook.
Glenn Greenwald hat auf Salon.com diverse weitere Hintergrundinformationen, u.a. auch ein PDF der Anfrage des US-Justizministeriums. -
: US-Musikindustrie gab mehr als 90 Millionen Dollar für Lobbying aus
: US-Musikindustrie gab mehr als 90 Millionen Dollar für Lobbying aus IP-Watch hat einen interessanten Artikel über die Lobbying-Ausgaben der US-Musikindustrie in den vergangenen zehn Jahren: Special Report: Music Industry’s Lavish Lobby Campaign For Digital Rights. Mehr als 90 Millionen Dollar (!) wurden dort für Lobbying für Urheberrechtsverschärfungen auf nationaler und internationaler Ebene ausgegeben. Damit schlägt die Musikindustrie anscheinend sogar noch die Filmindustrie. Die Analyse wurde möglich, weil es in den USA mehr Transparenzregeln für Lobbyorganisationen gibt und Transparenz-Organisationen wie das Center for Responsive Politics die Auskünfte untersuchen.
Einen guten Kommentar zum Lobbying kommt von der EFF:
“The very first time a major music industry executive heard about Napster and got nervous, they turned left and went down and talked to their lawyers instead of walking out of their office and turning right and heading down to the business section,” says Rebecca Jeschke, media relations director for the Electronic Frontier Foundation. “That was the fundamental mistake.”
Was hätte man mit dem Geld alles gutes machen können, wie z.B. Verbraucherfreundliche Geschäftsmodelle zu entwickeln…
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: Netzneutralität: Was hat die FCC da eigentlich „geregelt?“
: Netzneutralität: Was hat die FCC da eigentlich „geregelt?“ Abigail Phillips von der EFF hat sich durch die gerade von der FCC veröffentlichten 200 Seiten der „Regelung“ zur Netzneutralität gequält. Über viele Einzelheiten wurde im Voraus spekuliert, und die Spekulationen schienen auf den ersten Blick bestätigt.
Leider bestätigen sie sich auch auf den zweiten Blick.
Hier die Übersicht:- Kabelloses Internet. Hier gelten kaum Einschränkungen: So lange die Anbieter den Zugriff auf alle legalen Inhalte und Apps zulassen, insbesondere auch auf die von Konkurrenten, ist alles okay. Noch nicht einmal die Regel gegen „unangemessene Diskriminierung“ greift – die Eingriffe müssen nur „transparent“ gemacht werden. Insbesondere im Hinblick darauf, dass kabellose Netzzugänge in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen werden, ist frustrierend, dass hier keinerlei Netzneutralität auch nur im Ansatz vorgeschrieben wird. Siehe auch: Verizon/Google und „Der Markt wird’s schon richten.“
- Illegale Inhalte. Alle Regeln gegen Blockaden beinhalten die Beschränkung auf „legale Inhalte.“ Sperren und Zensuren sind also weiterhin Tür und Tor geöffnet, sobald der Verdacht einer illegalen Aktivität wie Urheberrechtsverletzung im Raum steht. Siehe auch: Radikal/XS4all, Comcast oder zum Beispiel Wikileaks.
- Angemessenes Netzwerkmanagement. Wird zugelassen, so lange nicht blockiert oder unangemessen diskriminiert wird. Der Rest ist Auslegungssache. Die Gefahr, dass die Ausnahme zur Regel wird, besteht nicht nur, sie wird billigend in Kauf genommen. Siehe auch: Comcast oder iPlayer.
- Sonderdienste. Werden zugelassen, und zwar ohne Anti-Diskriminierungsregeln und ohne nähere Definition, was so ein Sonderdienst sein könnte. Siehe auch: Internet, Schminternet.
- Priorisierung gegen Bezahlung. Die FCC schreibt ausdrücklich, dass priorisierte Behandlung des Traffics eines (mehr) zahlenden Anbieters keine „unangemessene Diskriminierung“ des Traffics von nicht (oder weniger) zahlenden Anbietern darstellen würde. Selbst wenn, wären solche Absprachen schwer im Wirrwarr der Peering- und sonstigen Verträge der verschiedenen Provider festzustellen oder technisch nachzuweisen. Siehe auch: Comcast kürzlich.
Fazit: Die Regelung begegnet kaum dem Problemen der Netzneutralität, und erschwert durch ihre reine Existenz das Finden besserer Lösungen: Die Angelegenheit ist ja jetzt „geregelt“. Die traditionell (und auch aus guten Gründen) FCC-kritischen Amerikaner befürchten außerdem dass jetzt, da man die FCC einmal ans Internet herangelassen hat, mit weiteren unsinnigen und kontraproduktiven Regulierungen zu rechnen ist.
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: Cablegate: USA schrieben fleißig an Netzpolitik-Gesetzen in EU mit (Update)
: Cablegate: USA schrieben fleißig an Netzpolitik-Gesetzen in EU mit (Update) Bei den Wikileaks zugespielten US-Depeschen kommen immer mehr Details rund um die Netzpolitik einzelner Staaten zum Vorschein. In Schweden hat man jetzt Depeschen gefunden, die aufzeigen, dass eine Menge Grundrechtseingriffe in den letzten Jahren der schwedischen Regierung von der der US-Botschaft diktiert worden sind. Rick Falkvinge von der schwedischen Piratenpartei bloggt darüber, dass es u.a. für ein Gesetz zur Durchsetzung von geistigen Monopolrechten und die (geplante?) schwedische Vorratsdatenspeicherung massiv Druck von den USA gegeben hat.
Und in Spanien ist ein sehr schädliches Netzzensur-Gesetz gegen Tauschbörsen und Urheberrechtsverletzungen in letzter Sekunden gescheitert, als die Parlamentarier mitbekommen haben, dass die US-Regierung daran mitgeschrieben hat. Mehr dazu auch bei Telepolis: Wikileaks kippt spanisches Gesetz zur Webseitenzensur.
Es ist ja auch seit vielen Jahren bekannt, dass die USA bei der europäischen Vorratsdatenspeicherung massiv Druck ausgeübt haben, u.a. mit dem Motiv, zuhause bei sich besser für eben diese Lobbying machen zu können mit Verweis, dass es sowas auch in der EU schon gibt.
Es bleibt weiter spannend, was noch alles durch die Depeschen herauskommt.
Update: Danke an @grmpyoldman für die Hinweise auf Frankreich und Italien.
Le Monde berichtete bereits Anfang Dezember, dass die USA die Hadopi-Gesetzgebung unterstützten und auch ein wenig interveniert haben.
Hier ist der französische Originaltext und hier die Google-Übersetzung.Der Guardian hat eine Depesche veröffentlicht, wonach die US-Regierung Italien im Rahmen der ACTA-Verhandlungen beraten hat. Simon Phipps hat das hier nochmal kommentiert.
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: Auswirkungen von weniger Netzneutralität auf Innovation und neue Technologien
: Auswirkungen von weniger Netzneutralität auf Innovation und neue Technologien Aktuell stellt die US-Regulierungsbehörde FCC ihre neuen Pläne für Netzneutralität vor und was man davon mitbekommt, sieht nicht besonders gut aus (Später mehr). Die deutsche Netzneutralitätsforscherin Barbara van Schewick vom Center for Internet and Society an der Stanford Law School hat vergangene Woche in zwei Blog-Postings dargelegt, welche Auswirkungen weniger Netzneutralität auf Innovation und neue Technologien hätte.
Start-Up Video Company Asks FCC to Improve Open Internet Proposal .
Why do innovators and users need protection? If a network provider blocks or discriminates against an application I want to use, I cannot use the Internet in the way that is most valuable to me. If a network provider restricts access to content I am interested in, my ability to educate myself, contribute to discussions of the subject and make informed decisions will be limited. Ideally, open Internet rules would ban this type of discriminatory behavior and provide an easy mechanism for users to ask the FCC to stop it. In the absence of good rules, users just have to live with it.
The FCC’s Open Internet Proposal – Lessons from Silicon Valley.
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: Julian Assange vs. Mark Zuckerberg
: Julian Assange vs. Mark Zuckerberg Bei Saturday Night Live gab es diesen Sketch zu sehen, wo sich Julian Assange in eine Sendung reinhackt, um zu erklären, warum er besser „Man of the year“ vom Time-Magazine geworden wäre anstatt Mark Zuckerberg:
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: Telkos-Traum: Zukunftsszenario ohne Netzneutralität
: Telkos-Traum: Zukunftsszenario ohne Netzneutralität
Die Debatte um Netzneutralität spielt oft in der Zukunft. Debattiert wird, welche technischen Szenarien möglich sein werden, und wie man regulativ darauf reagiert. Die beiden Technikzulieferer Allot Communications und Openet, beide beliefern u.a. Verizon und AT&T in den USA (Keine Ahnung, ob die auch Technik für deutsche Telkos liefern?), haben in einem Web Seminar ein neues Produkt präsentiert, was ein technisches Szenario für die Zukunft sein kann. Wired wurde eine Powerpint-Päsentation mit dem Titel „Managing the unmanageable: monetizing and controlling OTT applications“ (PDF) zugeschickt. Hier ist der dazu gehörige Artikel: Mobile Carriers Dream of Charging per Page.Die Idee dahinter ist recht simple: Einfach mal mit Deep-Packet-Inspections den kompletten Datenverkehr abhören und für einzelne Services Geld verlangen. Ist doch viel „gerechter“, wenn jeder nur das zahlt, was man tatsächlich nutzt, ist wohl die Argumentation. In der Grafik sieht man ein mögliches Bezahlmodellszenario. Nach diesem Modell zahlt ein Nutzer 2 Cent für jedes MB Facebook-Traffic, Skype kostet 3 Euro / MOnat extra, ein bandbreitenlimitierter Zugang zu Youtube kostet 50 Cent, wer schneller Videos haben möchte, kann sicherlich noch mehr Geld bezahlen, damit die Videos nicht mehr ruckeln. Eine tolle Idee ist auch die Einführung einer Happy-Hour, die quasi im Produkt eingebaut ist. Damit könne man die Internetnutzung aus Peak-Zeiten in Nebenzeiten verteilen. Nachts kostet alles nur die Hälfte!
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: Bank of America sperrt Wikileaks
: Bank of America sperrt Wikileaks Inzwischen sind Transaktionen zu Wikileaks bei so vielen Anbietern gesperrt, dass fast schon eher die eine Meldung Wert sind, die sie noch zulassen. Fast. Nun also springt die Bank of America auf die Welle der ‚patriotischen’ Blockierer auf, und sperrt alle Transaktionen ihrer Kunden an Wikileaks, Begründung ist, wie immer, ein nicht näher bezeichneter Verdacht der Verletzung irgendeiner AGB-Klausel.
Verwunderlich ist nur wie spät die Bank of America auf diese Idee kommt: Warum erst jetzt? Wollte man vorher seine Infrastruktu für die erwarteten Proteste ausbauen? Es wird nun natürlich spekuliert, ob sie die große amerikanische Bank ist, um die sich das angekündigte nächste Leak drehen wird.
Im Wikileaks-Twitter-Account heißt es
Does your business do business with Bank of America? Our advise is to place your funds somewhere safer.
Leere Drohungen oder Unsicherheitskampagnen gehörten bisher nur sehr selten zum Repertoire von Wikileaks.