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Afghanistan-Kriegstagebuch: Wie aus großen Datensätzen die Zukunft vorhergesagt werden soll
Afghanistan-Kriegstagebuch: Wie aus großen Datensätzen die Zukunft vorhergesagt werden soll Aus großen Datensätzen lassen sich mitunter Prognosen für die Zukunft ableiten. Ein Forscherteam hat jetzt aus den von WikiLeaks veröffentlichten Afghanistan-Kriegstagebüchern berechnet, wo und wie stark kriegerische Auseinandersetzungen in den Jahren nach den Daten auftreten würden. Im Vergleich mit den tatsächlichen Entwicklungen waren die Vorhersagen erstaunlich korrekt.
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: Kaufkraft-Bestimmung durch Geodaten: Wie Mobilfunkbetreiber mit Vorratsdaten Geld verdienen
Logo von <a href="https://netzpolitik.org/2012/kaufkraft-bestimmung-durch-geodaten-wie-mobilfunkbetreiber-mit-vorratsdaten-geld-verdienen/">Sense Networks</a>. : Kaufkraft-Bestimmung durch Geodaten: Wie Mobilfunkbetreiber mit Vorratsdaten Geld verdienen
Nicht nur der Staat will die Standort- und Verbindungsdaten von Mobilfunk-Kommunikation. Die riesigen Datenberge werden auch ausgewertet, um die Anschlussinhaber in Kategorien einzuteilen – und ihnen anschließend zielgenau Werbung verkaufen zu können. Jetzt will Twitter eine dieser Firmen kaufen.Die meisten kommerziellen Provider sind nur gegen die Vorratsdatenspeicherung, weil sie dafür Geld ausgeben müssen. Mittlerweile ist bekannt, dass viele Provider die Daten auch ohne gesetzliche Verpflichtung weiterhin speichern. Ein Grund könnte sein, dass diese Daten viel Geld wert sind.
Durch Michael Kreil sind wir auf die Audio-Aufzeichnung eines Vortrags auf der Emerging Communications Konferenz 2009 aufmerksam geworden. Greg Skibiski, Gründer und Chef der Firma Sense Networks beschreibt dort, wie er mit der Analyse von Standort- und Verbindungsdaten Geld verdient.
Die Webseite der Firma wimmelt nur so von Buzzword Bingo:
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: Twitter muss Nutzer-Daten herausgeben, macht diese Anfragen ab jetzt transparent
: Twitter muss Nutzer-Daten herausgeben, macht diese Anfragen ab jetzt transparent Der Mikroblogging-Dienst Twitter muss Daten eines Nutzers herausgeben, der sich an den Occupy Wall Street Protesten beteiligt hat. Das hat ein New Yorker Gericht nun gegen Twitters Einspruch entschieden. Gleichzeitig veröffentlicht der Konzern einen Transparenz-Bericht, wie oft Daten herausgegeben werden werden müssen.
Ein New Yorker Richter entschied gestern, dass Twitter alle Informationen des Accounts @destructuremal zwischen 15. September und 30. Dezember 2011 an das Gericht übergeben muss. Das umfasst öffentliche Tweets, aber auch Direktnachrichten und IP-Adressen. Den kompletten Datensatz eines Twitter-Profils haben wir mit einem Selbstversuch dokumentiert.
Der angebliche Account-Inhaber Malcolm Harris war einer von über 700 Occupy Wall Street Demonstrantinnen, die am 1. Oktober 2011 auf der New Yorker Brooklyn Bridge verhaftet wurden. Seine Tweets sollen die Verteidigung widerlegen, dass ihn die Polizei auf die Straße „geführt oder begleitet“ hat. Nach einer Weile zeigt Twitter alte Tweets nicht mehr so einfach an.
Harris’ eigenen Widerspruch der Daten-Herausgabe lehnte das Gericht ab, weil Twitter laut seinen AGBs ein „weltweites, nicht-exklusives“ Recht zur Nutzung seiner Daten hat. Also legte Twitter Einspruch ein und verlangte einen Durchsuchungsbefehl. Auch dem erteilte das Gericht nun eine Absage, da man in öffentlichen Tweets keine Privatsphäre erwarten kann:
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: Innenminister Friedrich fordert Vorratsdatenspeicherung gegen Twitter-Täter
: Innenminister Friedrich fordert Vorratsdatenspeicherung gegen Twitter-Täter Der neueste Anlass für unseren Innenminister, die Vorratsdatenspeicherung zu fordern, sind „Twitter-Täter“. Diese sind „nur die Spitze des Eisbergs der Verwahrlosung der Umgangsformen im Internet“. Anlass war wohl irgendein rassistischer Müll auf Twitter, was ich wegen dem Oberthema Fussball-EM aber jetzt nicht weiter recherchiere.
Der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte Friedrich:
„Der Fall Özil zeigt nur die Spitze des Eisbergs.“ Die Verwahrlosung der Umgangsformen im Internet sei „erschreckend“. Skeptisch äußerte er sich über die Chance, Twitter-Täter zu stellen. „Es gibt grundsätzlich Möglichkeiten, da die Täter im Netz Spuren hinterlassen. In vielen Fällen ist die Fahndung aber mangels Vorratsdatenspeicherung derzeit nicht Erfolg versprechend“, sagte der Minister.
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: Was speichert Twitter über mich? Ein Selbstversuch
: Was speichert Twitter über mich? Ein Selbstversuch Im Februar haben wir über eine Initiative von Privacy International berichtet, von Twitter die Daten anzufordern, die der Konzern über einen Account speichert. Jetzt haben wir unsere Daten erhalten. Der Inhalt ist keine große Überraschung, allein die Speicherdauer von IP-Adressen könnte etwas kürzer ausfallen.
Mit dem einfachen Vordruck habe ich folgende Daten angefordert:
- Alle personenbezogenen Daten, die Twitter über mich hält, unter anderem
- Alle Logs von IP-Adressen, die meinem Konto zugeordnet sind
- Alle Einträge aus meinem Adressbuch, die Twitter über die „Freunde finden“ Funktion erhalten haben könnte, oder jede andere Information, die ein mobiler Twitter-Client gesammelt haben könnte
- Alle Aufzeichnungen der Offenlegung persönlicher Daten an andere Stellen, einschließlich Strafverfolgungsbehörden
Nach dem Abschicken der Anfrage musste ich nochmal eine Bestätigungsmail schicken. Zehn Tage später wurde ich in einer weiteren Mail dazu aufgefordert, die Anfrage nochmal per Fax zu bestätigen. Dort sollte auch die Kopie eines staatlichen Ausweisdokuments drauf sein.
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: Twitternde Korrespondenten
: Twitternde Korrespondenten Die twitternden ZDF-Hauptstadtjournalisten haben ihre Erfahrungen als trendige Außenseiter in einem knapp zwei Minuten langen Aufklärungsfilm verarbeitet: Twitternde Korrespondenten. Man beachte die Bauchbinden.
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: Lesestoff: Was übrig blieb
: Lesestoff: Was übrig blieb Mal wieder sind einige Sachen aufgelaufen, wofür die Zeit zum ordentlich einzeln verbloggen gefehlt hat. Ideen für einen optimistischeren Namen dieser Kategorie nehmen wir in den Kommentaren gerne entgegen.
Christian Stöcker: Das Internet ist totalitär – Spiegel Online
Wenn derzeit also über die vermeintlich allzu große Freiheit im Internet diskutiert wird, darf man eines nicht aus den Augen verlieren: Es gibt eben doch einen zentralen Unterschied zwischen der realen Welt und der digitalen. Im Netz ist absolute Rechtsdurchsetzung möglich. Aber ist sie wünschenswert?
Jürgen Scheele: Siegfried Kauder plädiert jetzt für Two-Strikes – Three-Strikes bleibt Option – Digitale Linke
„Natürlich darf man jemanden aus dem Internet aussperren, das ist aber politisch nicht umsetzbar und vielleicht auch nicht effektiv. Man geht hier aber den Netzpolitikern immer mehr auf den Leim. Aber wenn man A sagt, muss man auch B sagen. Das Zweistufenmodell kann nicht bedeuten, dass man zwei Stufen zündet und dann alles im Sande verlaufen lässt. Dann müssen Anzeigen auch konsequent verfolgt werden.“
Christoph Kappes: Kopiermaschine Internet – Spiegel Online
Es bleibt die Frage, ob die Idee einer „geistigen Verbindung“ zwischen Werk und Urheber noch in das Zeitalter postindustrieller Inhalteproduktion passt. Für alltägliche Zwecke ist es gut, wenn Information ohne Aufwand im Internet fließt, damit das Leben fließen kann, wie es bisher mündlich der Fall war. Aufsagen, Zitieren, Vorspielen und „Mitgeben“ sind aus diesem Grund erlaubt.
Sascha Lobo: Euer Internet ist nur geborgt – Spiegel Online
Wer Facebook, Twitter oder andere soziale Netzwerke nutzt, ist im Netz nicht wirklich frei. All diese Dienste können von den Betreibern jederzeit verändert, verkauft, zensiert, geschlossen werden. Wer wirklich frei im Internet veröffentlichen will, braucht eine eigene Website.
Ian Katz: Tim Berners-Lee urges government to stop the snooping bill – The Guardian
Sir Tim Berners-Lee, who serves as an adviser to the government on how to make public data more accessible, says the extension of the state’s surveillance powers would be a „destruction of human rights“ and would make a huge amount of highly intimate information vulnerable to theft or release by corrupt officials. In an interview with the Guardian, Berners-Lee said: „The amount of control you have over somebody if you can monitor internet activity is amazing.
„You get to know every detail, you get to know, in a way, more intimate details about their life than any person that they talk to because often people will confide in the internet as they find their way through medical websites … or as an adolescent finds their way through a website about homosexuality, wondering what they are and whether they should talk to people about it.“
Jacob Appelbaum: Ultrasurf: the definitive review – The Tor Blog
Ultrasurf is software produced by the UltraReach company for censorship circumvention, privacy, security and anonymity. Unfortunately for them, I found their claims to be overstated and I found a number of serious problems with Ultrasurf.
Michael Joseph Gross: World War 3.0 – Vanity Fair
When the Internet was created, decades ago, one thing was inevitable: the war today over how (or whether) to control it, and who should have that power. Battle lines have been drawn between repressive regimes and Western democracies, corporations and customers, hackers and law enforcement. Looking toward a year-end negotiation in Dubai, where 193 nations will gather to revise a U.N. treaty concerning the Internet, Michael Joseph Gross lays out the stakes in a conflict that could split the virtual world as we know it.
Cindy Cohn, Trevor Timm, & Jillian C. York: Human Rights and Technology Sales – Electronic Frontier Foundation
Below, we outline a basic proposal for companies to audit their current and potential governmental customers in an effort to prevent their technologies and services from being used for human rights abuses. It has two key components: transparency and “know your customer” standards. The same basic proposal could be implemented through voluntary action, governmental or other incentives or regulatory or legal frameworks. Regardless of how it is implemented, however, we believe this framework can help both the public and the companies get a clearer picture of who is using these technologies and how they are being used and then take some basic steps to prevent horrible outcomes like the ones we’ve witnessed.
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: Bundesregierung ist weiter für ACTA
: Bundesregierung ist weiter für ACTA Steffen Seibert, der Sprecher der Bundesregierung, hat heute ein Twitterinterview gegeben. Eigentlich wollte ich darüber bloggen, aber das war mir dann insgesamt zuviel heiße Luft. Was jetzt nicht unbedingt an Seibert lag, aber auf 140 Zeichen kann man nicht wirklich viel beantworten außer eben mit kurzen Floskeln. Netter PR-Gag, aber sonst als Dialog eher enttäuschend.
Nur eine Antwort fand ich dann doch interessant:
@AnonNewsDE Bundesreg. steht zu Kabinettsbeschluss zu ACTA. Ist aber richtig, jetzt Gutachten des Europ. Gerichtshofs abzuwarten
Unser Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hatte kurz vor den großen Demonstrationen gegen ACTA verkündet, dass die Bundesregierung ACTA nicht unterzeichnen wolle solange das Europaparlament nicht darüber abgestimmt habe. Das suggerierte, dass Deutschland unentschlossen ist und die Debatte abwartet.
Insofern bestätigt das Statement des Regierungssprechers unsere Befürchtungen, dass es sich dabei um ein reines taktisches Manöver gehandelt habe, um Druck aus den Protesten zu nehmen. Denn der Koalitionsbeschluss besteht weiterhin und darin hatte sich die Bundesregierung darauf geeinigt, ACTA zu unterschreiben.
Bis zum 22. März 2012 kann man noch diese Petition beim Deutschen Bundestag gegen ACTA mitzeichnen.
Und mit Hilfe unseres Tools kann und sollte man weiterhin Europaabgeordnete kontaktieren und ihnen klar machen, dass ACTA ein wichtiges Thema ist, was jetzt nicht in Vergessenheit geraten sollte.
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: Was weiß Twitter über dich? Verlange Auskunft!
: Was weiß Twitter über dich? Verlange Auskunft!
Privacy International ruft in einer neuen Kampagne die Nutzer von Twitter dazu auf, beim Unternehmen eine Auskunft über die gespeicherten persönlichen Daten anzufordern.Nachdem das Unternehmen wegen der umstrittenen Logging-Politik in den letzten Monaten verstärkt in Kritik geriet und neuerdings auch Zugriff auf das gesamte Telefonbuch von Smartphone-Nutzern verlangt, soll die Kampagne Twitter dazu bewegen, seine Datenschutz und ‑speicherungsrichtlinien zu überdenken.
Angelehnt ist der Aufruf an den Fall „Europe vs. Facebook“, bei dem der Wiener Jurastudent Max Schrem die Herausgabe seiner persönlichen Daten des sozialen Netzwerks erstritt und daraufhin einen umfangreichen Papierstapel erhielt. Enthalten waren auch mehrere Jahre alte Beiträge, die eigentlich durch einen Klick auf das „Löschen“-Button entfernt worden waren.
Der Aufruf umfasst im Wesentlichen einen englischen Text zum cutten & pasten, den der Nutzer um seine eigenen Angaben ergänzt an die E‑Mail-Adresse privacy@twitter.com schicken kann.
Our campaign aims to achieve two objectives: to help European citizens exercise their rights and to raise awareness about data retention policies.
Netzpolitik.org bat Twitter bereits vor einiger Zeit um eine Stellungnahme zur Datenspeicherungspraxis. Speziell lautete die Frage, ob gelöschte Daten tatsächlich gelöscht oder nur als „gelöscht“ markiert werden. Eine Rückmeldung gab es bisher nicht.
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: Datenschutz auf dem iPhone: Auch foursquare verschickt ungefragt das gesamte Adressbuch
: Datenschutz auf dem iPhone: Auch foursquare verschickt ungefragt das gesamte Adressbuch
Das Ausspähen von E‑Mail-Adressen und Telefonnummern ist auf dem iPhone scheinbar Mode. Nach Facebook und Path kommt nun raus, dass auch foursquare ungefragt das gesamte Adressbuch an seine Server schickt.Nach einem Hinweis von Paul Haddad hat Henning Tillmann mal recherchiert und den Nachweis veröffentlicht:
Nach der Anmeldung werden weitere Daten an den Server geschickt, ohne, dass der Nutzer gefragt wird oder ein Hinweis erscheint. Die Daten enthalten die Telefonnummern und E‑Mail-Adressen (URL-kodiert).
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: „Dieser Tweet ist in deinem Land nicht verfügbar“ – Twitter führt offenbar länderspezifische Zensur ein
: „Dieser Tweet ist in deinem Land nicht verfügbar“ – Twitter führt offenbar länderspezifische Zensur ein Wie Jannis Kucharz von netzfeuilleton.de berichtet, führt Twitter offenbar gerade eine länderspezifische Zensur-Infrastruktur ein. Twitter hat am Donnerstag Abend in einem Blogbeitrag mit dem euphemistischen Titel “Tweets still must flow” angekündigt, zukünftig bestimmte Tweets für User in bestimmten Ländern zu sperren.
As we continue to grow internationally, we will enter countries that have different ideas about the contours of freedom of expression. Some differ so much from our ideas that we will not be able to exist there. Others are similar but, for historical or cultural reasons, restrict certain types of content, such as France or Germany, which ban pro-Nazi content.
Until now, the only way we could take account of those countries’ limits was to remove content globally. Starting today, we give ourselves the ability to reactively withhold content from users in a specific country — while keeping it available in the rest of the world.
Begründet wird die Filterung u.a. mit vermeintlichen Regelungen in Deutschland und Frankreich, die „pro Nazi“-Inhalte verbieten würden, was so natürlich schon mal überhaupt nicht stimmt. Es trifft stattdessen vermutlich leider eher Jannis’ Einschätzung zu, dass es bei der Maßnahme eigentlich um Länder wie China geht, zu dessen Markt sich Twitter mit dieser Selbstunterwerfung der Zensur Zugang verschaffen könnte.
Update: Inzwischen gibt es auch noch eine andere durchaus interessante Sichtweise, wie z.B. im Blog von NDR-Zapp dargestellt, nämlich dass durch die Änderung sogar eine Verbesserung der bisherigen Praxis bei strittigen Kommentaren eingetreten sei. Twitter müsse Postings nun nicht mehr global löschen, sondern nur noch lokal je nach nationaler Rechtslage bzw. Zensurvorgabe herausfiltern. Dadurch dass Twitter für die Filterung aber keine Geo-Lokation einsetz, sondern die jederzeit änderbare Ländereinstellung des Nutzers heranziehe, könne jeder Nutzer die jeweilige nationale Zensur leicht umgehen.
Hinzu kommt, dass Twitter keinesfalls alle Tweets blockieren will, die bestimmte Schlüsselwörter enthalten. Eine Zensurflatrate für Syrien und Co wird es nicht geben, sondern eine Fall-zu-Fall-Prüfung, der eine gerichtliche Aufforderung (“legal request”) einer autorisierten Dienststelle vorausgehen muss, auch das bestätigte die Twitter-Sprecherin Zapp gegenüber (alle Mails hier.) Twitter dreht mit dieser Politik den Zensoren in diktatorischen Regimes eine lange Nase, in dem sie sich vermeintlich an die geltenden Gesetze halten, aber genug Hintertürchen offen lassen und das Zensieren zu einer mühevollen Kleinarbeit machen
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: Spot: Alle Tweets auf einen Blick
: Spot: Alle Tweets auf einen Blick
Am besten einfach ausprobieren: Die Twitter-Live-Visualisierung „Spot“.Tweets werden hier nach Themenkreisen, auf einer Timeline oder nach Schlagwörtern präsentiert. Spot zeigt die relevanten Informationen übersichtlich an und bietet einen guten Startpunkt für Recherchen in der Twitter-Welt.
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: #NOLOGS: Wikileaks gegen Twitter-Logging
: #NOLOGS: Wikileaks gegen Twitter-Logging Mit der Kampagne „#NOLOGS“ versucht die Whistleblowing-Plattform Wikileaks, den Kurznachrichtendienst Twitter zu einer Änderung seiner Datenspeicherpraktiken zu bewegen.
Hintergrund ist eine Grand-Jury-Verhandlung in den USA, bei der Daten über die Nutzeraktivität einiger Netzaktivisten bei Twitter abgefragt wurden, um sie auf mögliche Kontakte zu Wikileaks zu durchsuchen. Besonders kritisch ist hierbei die Auskunft über Nicht-US-Bürger wie der isländischen Parlamentsabgeordneten Birgitta Jónsdóttir und Rop Gonggrijp.
Mit der Kampagne will Wikileaks erreichen, dass Daten über die Nutzeraktivität bei Twitter in wesentlich kleinerem Umfang angelegt und gespeichert werden, um derartige Abfragen in Zukunft zu erschweren.
Aktuell wurde ein von der American Civil Liberties Union (ACLU) unterstützter Antrag der betroffen Personen, die Herausgabe der Daten bis zu einem endgültigen Urteil zu verschieben, abgelehnt.
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: Was Rick Perry und der Kreml (u.a.) gemein haben
: Was Rick Perry und der Kreml (u.a.) gemein haben Netzpolitik-fernen Politikern wurde in den letzten Jahren ja gerne beigebracht, dass sie Social-Media-Angebote nutzen müssen um transparent und bürgernah zu wirken. Das kann schnell aufgesetzt und peinlich wirken – andererseits ist genau das ja auch eine Form von Transparenz: Eine weitere einfache Möglichkeit zu haben, einzuschätzen, wie vertrauenswürdig manche Politiker – oder gelegentlich auch ganze Regierungen – wirken.
Aktuelle Beispiele finden sich genug, die spektakulärsten dürften diese beiden sein: Da ist zum einen der (hoffentlich endgültige) Tiefpunkt des amerikanischen Präsidentschafts-Vorwahlkampfs, Rick Perrys Anti-Schwulen-Wahlwerbespot, der auf YouTube alle Rekorde für das unbeliebteste Video bricht (allerdings bei der Stammkundschaft ganz gut ankommt).[1] Aktionen, die dazu aufrufen, das Video von YouTube zu verbannen, weil es eine Hassbotschaft enthält, haben einen Nachteil: Sie könnten bei Erfolg dem politischen Kalkül hinter dem Video dienen, wenn aus dem Täter ein Opfer der Zensur und Anhänger der Meinungsfreiheit stilisiert werden kann. Dass das Video mittlerweile ausserhalb jeden Zensur-Zugriffs viral verbreitet wurde macht das Ganze noch unsinniger.
Und da ist Russland. Dort fiel zunächst Präsident Medwedjew unangenehm auf, als er (bzw. sein Account) eine Nachricht retweetete, der zufolge ein oppositioneller Blogger Geschlechtsverkehr mit einem Schaf habe. Und als kurze Zeit später bei Protesten gegen die Umstände, unter denen die gerade abgehaltenen Parlamentswahlen stattfanden, der Twitter-Hashtag #триумфальная von Protestierenden genutzt wurde, tauchten plötzlich über 60 Spambots auf, die die regierungskritischen Nachrichten verdrängten. Beides hilft bei der Einschätzung, beides stellt den Verursacher bloß und ist damit so transparent und bürgernah, wie es entfremdete autoritäre Politiker besser nicht sein sollten. Nebenbei bemerkt führen solche Vorfälle sicherlich auch nicht dazu, dass am Samstag, den 10.12.2011 um 17:00 vor der Russischen Botschaft (Unter den Linden 63–65) in Berlin weniger Menschen stehen.
[1] Die Hintergründe des Spots werden ausführlich auf queer.de beleuchtet.
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: Wie das US-Justizministerium legal meinen Twitter-Account hackte
: Wie das US-Justizministerium legal meinen Twitter-Account hackte Birgitta Jónsdóttir kommentiert im Guardian, wie es ist, wenn die US-Regierung den eigenen Twitter-Account hackt.
Profiling has become a default with companies such as Google and Facebook. These companies have huge databases recording our every move within their environment, in order to groom advertising to our interests. For them, we are only consumers to push goods at, in order to sell ads through an increasingly sophisticated business model. For them, we are not regarded as citizens with civic rights. […] What I have learned about my lack of rights in the last few months is of concern for everyone who uses the internet and calls for actions to raise people’s awareness about their legal rights and ways to improve legal guidelines about digital media, be it locally or globally. The problem – and the dilemma we are facing – is that there are no proper standards, no basic laws in place that deal with the fundamental question: are we to be treated as consumers or citizens online? There is no international charter that says we should have the same civic rights as we have in the offline world.
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: Kann mal passieren: Erotiklinks von der Bundesregierung (Update)
: Kann mal passieren: Erotiklinks von der Bundesregierung (Update) Update: Auflösen am Ende des Artikels.
Das Blog chriszim.com berichtet, dass unser Regierungssprecher bei Twitter wohl versehentlich einen Link zu einem Erotikangebot getwittert hat. Ich kann das nicht verifizieren, da der Tweet gelöscht wurde. Aber in der Twitter-Suche findet man einige Nutzer, die das auch lustig fanden.
Hier ist ein Screenshot:
(Ich hab wohl chriszim.com abgeschossen. Der Server war eben noch da)
Update:
Eine mögliche Erklärung: l und I sehen gleich aus, wie in den Kommentaren erklärt wurde:
Glyphenkompetenz! https://bitly.com/pQI13G+ vs https://bitly.com/pQl13G+
Der eine Link geht zur Bundesregierung, der andere zu dem Erotikangebot. Da ich nicht dabei war, kann ich jetzt nicht sagen, wie das genau abgelaufen ist. Vielleicht machen die im Bundespresseamt kein Copy&Paste, sondern tippen die Kurz-URLs noch händisch ab?
Hier ist noch ein Screenshot von @rauskucker:
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: Ilse Aigner twittert (nicht)
: Ilse Aigner twittert (nicht) Gestern tauchte auf einmal @ilseaigner in der deutschen Twitterwelt auf. Der Account wurde bereits im April 2010 mit einem ersten Posting mit dem Inhalt „Höre Supertramp“ freigeschaltet, aber erst gestern gab es etwas mehr Inhalt und damit fast 1000 Follower. Die ersten Tweets lasen sich wie das etwas unbeholfene Ausprobieren von Twitter und der dazu passenden Kommunikation. Soweit so gut. Lustig wurde es aber, als Dorothee Bär gegenüber vielen skeptischen Nutzern ob der vielen Politiker-Fakes auf Twitter die Echtheit des Accounts bestätigte: „@ilseaigner ist echt. […] Habe mich aus sicherer Quelle rückversichert! :-)“. Ihre Kollegin Julia Klöckner sprang ihr unterstützend zur Hilfe und mit zwei prominenten CxU-Twitterinnen gab es also prominente Fürsprecher für die Echtheit des Accounts.
Schade nur, dass heute Morgen das Verbraucherministerium auf Anfrage des ZDF-Journalisten Frederic Huwendiek die Echtheit des Accounts verneinte: „O‑Ton: Frau Aigner twittert weder über den Ministeriums-Account noch über einen persönlichen Account.“ @ilseaigner nutzte noch den Rest-Aufmerksamkeit für einen Scherz „Ach, wenn man entlarvt ist, twittert es sich doch viel leichter. Ich hatte immer Angst, Ihr merkt, dass ich das R gar nicht rollen kann.“, Dorothee Bär entschuldigte sich und hofft, dass Ilse Aigner demnächst richtig mit dem twittern anfängt.
Wir warten nun auf die Pressemitteilung von Günter Krings und/oder Hans-Peter Uhl, in der eine Passkontrolle beim Anlegen eines Twitter-Accounts gefordert wird.
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: Schönes Anti-Tracking Plugin für Firefox
: Schönes Anti-Tracking Plugin für Firefox
Wie man unten sieht, habe ich mal wieder ein paar mehr Social-Media-Buttons eingebaut. Da diese Buttons sich dazu eignen, Nutzer bei ihren Bewegungen durch das Netz zu verfolgen – der Code wird immer vom Facebook/Google/Twitter-Server geladen – blockieren viele Leser sie per Browser-Plugin vollständig. Der Nachteil: WENN man dann +1en/sharen/twittern möchte, dann hat man nicht den 1‑Klick-Komfort.Das Fiefox-Plugin ShareMeNot soll dem Nutzer beide Wünsche erfüllen: Die Buttons werden angezeigt und funktionieren auch, aber das Tracking wird verhindert, indem die Kommunikation mit den Drittanbieter-Servern nur dann stattfindet, wenn der Nutzer den Button tatsächlich klickt. Gute Idee, so soll das sein.
Interessanter Nebeneffekt dürfte sein, dass man dem Anbieter nicht gar kein, sondern stattdessen ein unbrauchbares Tracking-Profil bietet, weil keine Daten mehr darüber anfallen, was man sich sonst so anschaut und was einem nicht (oder nicht so gut wie etwas anderes) gefällt – denn auch diese Daten sind natürlich interessant.
ShareMeNot ist noch in der Entwicklungsphase, hat aber schon eine Versionsnummer mit einer 1 vorne.
