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  • : DRadio Wissen: Bedeutung von Social Media für die Proteste in der Türkei
    DRadio Wissen: Bedeutung von Social Media für die Proteste in der Türkei

    Konstantin Zurawski spricht in der heutigen Webschau des Deutschlandradio Wissen über die Proteste in der Türkei und die Bedeutung von Social Media, während klassische Medien kaum über die Demonstrationen berichten.

    Fast jeder, der Mitglied in einem sozialen Netzwerk ist, dürfte derzeit Bilder und Videos von den Demonstrationen in der Türkei in seinem Newsstream finden. Auch Konstantin Zurawski geht das nicht anders. Er hat vor ein paar Jahren auf einer Summer School in Istanbul Tonguc Ibrahim Sezen kennengelernt. Bisher war sein Facebook-Freund nicht sehr aktiv. Doch seit dem aufflammen der Proteste in Istanbul postet Tonguc regelmäßig Bilder, die hautnah zeigen, was los ist.

    Dazu auch die Berichte (Zeit Online, Spiegel Online, FAZ) über 25 Menschen, die wegen Verbreitung „beleidigender Informationen“ über Twitter festgenommen wurden.

    5. Juni 2013
  • : „Dem kommunikativen Vollrausch folgt ein realpolitischer Kater“
    „Dem kommunikativen Vollrausch folgt ein realpolitischer Kater“

    In einer Studie des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik untersuchten die Soziologinnen Jasmin Siri und Katharina Seßler die Twitter-Accounts von 13 deutschen Politikern und ‚Twitteraktivisten’. Vom 10. September 2012 bis zum 16. November 2012 analysierten sie die Twitternutzung von Peter Altmaier, Sigmar Gabriel, Steffen Seibert, Dorothee Bär, Volker Beck, Steffi Lemke, Bodo Ramelow, Thorsten Schäfer-Gümbel, Christian Soeder, Halina Wawzyniak, Marina Weisband, Julia Schramm und Christopher Lauer. Vier Inszenierungsformen konnten die Soziologinnen ausmachen: Kommunikationen, bei denen die Akteure ausschließlich in ihrer Berufsrolle auftreten („strictly to the role“), die Nutzung von Twitter als Instrument zur „Prozess-transparenz“, die Nutzung, um „sanfte Einblicke in das Leben außerhalb des politischen Alltags zu gewähren („unverfänglich menschlich“) und viertens solche Inszenierungsformen, die tiefe Einblicke ins Privatleben ermöglichen („publicly private“).

    Die Autorinnen raten Politikern, nur zu twittern, wenn sie sich auch wirklich auf die Eigenlogik des Mediums einlassen möchten. Dann sei allerdings auch lockere, parteiübergreifende Kommunikation zwischen politischen Gegnern möglich – eine Besonderheit von Twitter.

    18. April 2013 10
  • : Diplomatie über Twitter: Tweet der amerikanischen Botschaft missfällt Kairo und Washington
    Diplomatie über Twitter: Tweet der amerikanischen Botschaft missfällt Kairo und Washington

    usembassyDie amerikanische Botschaft in Kairo twitterte Anfang April den Link zu einem Video der „Daily Show“ des Komikers Jon Stewart. In der Show vom 1. April macht sich Stewart über Ägyptens Staatschef Mohammed Morsi lustig und kritisiert die Festnahme des ägyptischen Satirikers Bassem Youssef wegen Beleidigung des Islams und des Präsidenten. Der Account Egyptian Presidency twitterte daraufhin an die @USEmbassyCairo, es sei nicht angemessen für eine diplomatische Mission, solch negative politische Propaganda zu verbreiten. Die US-Botschaft sperrte ihr Twitter-Konto auf die Kritik hin vorübergehend und löschte den Tweet. „Wieder ein undiplomatischer und unkluger Zug der amerikanischen Botschaft in Kairo, ergreift Partei in einer laufenden Ermittlung, ignoriert ägyptische Gesetze und Kultur“, twitterte nach der Süddeutschen Zeitung die Muslimbruder-Partei „Freiheit und Gerechtigkeit“. Auch aus Washington kommt harsche Kritik, US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland erklärte, es habe bei der Art und Weise, wie die Tweets seitens der Botschaft betrieben wurden, „Pannen“ gegeben. Die Botschaft sei dabei, diese Pannen zu beheben. Seit Mittwochnachmittag sei @USEmbassyCairo wieder zu erreichen.

    10. April 2013
  • : Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 14
    <a href="http://you-are-perfectly-perfect.tumblr.com/post/47039308716/cute-little-bunny-on-we-heart-it" >you-are-perfectly-perfect</a>
    Netzpolitischer Wochenrückblick: KW 14

    Welche netzpolitischen Themen waren diese Woche wichtig? Hier die wichtigsten Artikel der Woche in unserem Wochenrückblick:

    • Drosselung und Diskriminierung: Die Deutsche Telekom schafft die Netzneutralität auch beim Festnetz-Internet ab

    Die Deutsche Telekom will die Netzneutralität auch bei DSL-Internetanschlüssen verletzen. Das berichtet jetzt auch die FAZ unter der Überschrift Drosselung und Diskriminierung. Statt nur Daten zu transportieren, will sich der Provider jetzt auch in die Inhalte einmischen. [Zum Artikel]

    5. April 2013 1
  • : Twitter App „FireMe!“ sucht beleidigende Tweets gegen den Chef und das eigene Unternehmen
    Twitter App „FireMe!“ sucht beleidigende Tweets gegen den Chef und das eigene Unternehmen

    firemeEin Team der Universität Hannover entwickelte, eigentlich zu Forschungszwecken, die Twitter App „FireMe!“. Die App, die bisher nur auf Englisch funktioniert, durchsucht Tweets auf „kompromittierende Aussagen über die eigene Arbeit und den jeweiligen Vorgesetzten oder Kollegen“ und soll so Twitterer vor sich selbst und einer Kündigung schützen.

    Wenn die App einen eindeutigen Tweet findet, schickt sie dem Verfasser eine Nachricht nach dem Motto „Ich hasse meinen Job extrem. Kannst du dir vorstellen was passiert, wenn dein Chef sieht, was du gerade geschrieben hast? Du hast es getwittert und die ganze Welt kann es sehen.“ Insgesamt hat FireMe! bereits über 4.300 solcher Warnungen allein innerhalb der vergangenen drei Wochen verschickt. Das Resultat: 249 der fragwürdigen Tweets wurden in den darauffolgenden zwei Stunden gelöscht, wie der New Scientist berichtet.

    Zusätzlich gibt es einen FireMeter!-Score, eine weltweite Rangliste derer, die bereits beleidigende Tweets über Job, Chef oder Kollegen tätigten sowie die Möglichkeit, sich die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung in Prozent errechnen zu lassen.

    4. April 2013 7
  • : Das französische Paradox
    Das französische Paradox

    546px-French_Legation_Wine_CellarEin französisches Paradox gibt es nicht nur in Sachen Mittelmeer-Diät und Lebensstil. Auch im digitalen Bereich schaffen es die Franzosen, nicht immer ganz kohärent zu sein. Vor nur wenigen Tagen wurde bekannt, dass Frankreich das Prinzip der Netzneutralität gesetzlich verankern will.

    Der französische Rat für die digitale Agenda CCNum veröffentlichte Mitte März eine kurze Empfehlung, begleitet von einem 67-seitigen Bericht (pdf, FR). Die Stellungnahme des CCNum beschränkt sich zunächst darauf, das Prinzip der Netzneutralität gesetzlich zu sichern – ohne sofort eine effektive Rechtsdurchsetzung vorzuschlagen. Konkret möchte der Rat Artikel 1 des Kommunikationsfreiheitsgesetzes von 1986 mit dem folgenden Text ergänzen:

    Die Neutralität der Kommunikationsnetze, der Infrastruktur, der Zugangsdienste und der öffentlichen elektronischen Kommunikationsdienste garantiert, dass Informationen und Mittel der Meinungsäußerung zu nicht diskriminierenden, gerechten und transparenten Bedingungen zugänglich sind.

    Nach den Niederlanden und Slowenien könnte unser Nachbarland nun also zum dritten europäischen Staat werden, der eine Diskriminierung von Inhalten oder Diensten im Internet verbietet.

    Allerdings passt dies nicht so ganz mit den französischen Überlegungen zur Bekämpfung unliebsamer oder illegaler Inhalte zusammen. Die französische Regierung liebäugelt seit einiger Zeit schon mit einer recht paradoxen Lösung: Amerikanische IT-Riesen einfach mit der Wahrung französischer Werte und Kultur sowie der Durchsetzung politischer Ziele beauftragen.

    2. April 2013
  • : Internet-Zensur in Russland weitet sich aus: Politische Gegner, Mein Kampf, Glücksspiel, Bestechung und Cartoons
    Internet-Zensur in Russland weitet sich aus: Politische Gegner, Mein Kampf, Glücksspiel, Bestechung und Cartoons

    In Russland werden immer mehr Webseiten zensiert, wie aus einer Auflistung im Februar gesperrter Seiten hervorgeht. Das zugrundeliegende Gesetz sollte nur Kinderpornografie, Drogenkonsum und Suizid-Anleitungen sperren, doch es betrifft immer harmlosere Inhalte. Auch westliche Internet-Firmen kooperieren mit der russischen Zensurbehörde.

    2. April 2013 14
  • : Ägyptischer Blogger Alaa Abd El Fattah erhält Haftbefehl für eine Twitter Mention
    Ägyptischer Blogger Alaa Abd El Fattah erhält Haftbefehl für eine Twitter Mention

    Wie Amira Al Hussaini bei Global Voices berichtet, hat der ägyptischer Blogger Alaa Abd El Fattah heute einen Haftbefehl erhalten. Es geht darum, dass „Princess Joumana“ ihn in einem ihrer Tweets erwähnt hatte. Die Staatsanwaltschaft wusste wohl nicht, was sie tun sollte, als Alaa Abd El Fattah dort auftauchte. Er twitterte später, die Vorwürfe seien lächerlich und er schäme sich für die Staatsanwaltschaft. Er wurde zu seinem Verhältnis zu „Princess Joumana“ befragt und wieso sie ihn in einem Tweet erwähnt hätte. Alaa Abd El Fattah verweigerte eine Antwort und schrieb, die Staatsanwaltschaft hätte nichts gegen ihn in der Hand und es wäre eine Farce, falls er verhaftet würde. Auch die Aktivisten Ahmed Douma, Karim Al Shaer, Hazem Abdel Azeem and Ahmed Al Sahafi erhielten Haftbefehle. Leider konnten wir bisher nicht herausfinden, wer „Princess Joumana“ ist und was den anderen Aktivisten vorgeworfen wird.

    26. März 2013
  • : Gelöschte Tweets von Politikern: Kanzlerkandidaten interessieren sich nicht für Netzpolitik
    Gelöschte Tweets von Politikern: Kanzlerkandidaten interessieren sich nicht für Netzpolitik

    Im Jahr 2013 müssen Politiker anscheinend auf Twitter sein – mit allen Vor- und Nachteilen. Die Plattform Politwoops.de dokumentiert automatisch Tweets von Bundestagsabgeordneten, die diese wieder gelöscht haben. Dass das im anstehenden Wahlkampf ganz lustig werden kann, bewies jetzt der Account des SPD-Kanzlerkandidaten.

    Die Plattform Politwoops archiviert gelöschte Tweets von Politikern, automatisch per API:

    Politwoops is a way for us to get transparency from politicians and hold them accountable. With the free flow of information online the playing field is more equal. Politwoops is a way of making politicians feel that equality.

    Jetzt gibt es diesen Service auch für Deutschland. Auf Politwoops.de finden sich gelöschte Tweets von Deutschen Bundestagsabgeordneten.

    In Zusammenarbeit mit Netwerk Democratie und Hack de Overheid hat netzpolitik.org schon seit einiger Zeit an der deutschen Version gearbeitet, wir wollten demnächst™ launchen.

    Vor ein paar Minuten gab es jedoch einen Tweet vom offiziellen Twitter-Account des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, der zu gut ist, um ihn zu ignorieren:

    Peer Steinbrück (@peersteinbrueck): Wann hat sich ein Kanzlerkandidat irgeneiner Partei schon mal für Netzpolitik interessiert! Wann? cc @pottblog

    22. März 2013 19
  • : I accidentally the Peer Steinbrück – Twitter-Account
    I accidentally the Peer Steinbrück – Twitter-Account

    Bildschirmfoto 2013-03-22 um 16.36.55Es ist Onlinewahlkampf und dort erwarten uns die kommenden sechs Monate wieder zahlreiche lustige Erlebnisse. Heute twitterte der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück überraschend: „Wann hat sich ein Kanzlerkandidat irgeneiner Partei schon mal für Netzpolitik interessiert! Wann? cc @pottblog“. Die Tonalität verwunderte, die Arroganz jetzt nicht unbedingt. Der Tweet wurde innerhalb einer halben Minute gelöscht, aber mit den richtigen Tools ist er noch länger sichtbar. Das ganze scheint eher ein Unfall gewesen zu sein. Direkt nach dem Löschen twitterte der SPD-Mitarbeiter @fison denselben Spruch. Damit ist dann auch geklärt, wer für Peer Steinbrück den Twitter-Account betreut.

    22. März 2013 16
  • : FDP präsentiert nächste Ausrede für Follower-Wachstum (Update)
    FDP präsentiert nächste Ausrede für Follower-Wachstum (Update)

    Die FDP versucht weiter zu erklären, wie denn ihr sagenhaftes Twitter-Follower-Wachstum entstanden sein könnte. Wir erinnern uns, gestern wurde etwas unglücklich als Möglichkeit die Ähnlichkeit mit dem portugiesischen Schimpfwort “fihlo da puta” (Hurensohn) erklärt.

    Heute präsentiert die FDP eine Webseite namens Fandealer, die auf ihrer Facebook-Seite erklärte, dass ein Mailaccount von einer anderen Partei bei denen 922 reale Follower aus Deutschland geklickt habe. Und jetzt nochmal zum nachdenken: Warum sollte das eine andere Partei genau so tun? Logisch ist das nicht.

    Gestern hatte ich als eine Möglichkeit präsentiert, dass eine andere Partei aus Negative-Campaigning-Gründen Fake-Follower kaufen könnte, damit das auffällt und die FDP schlecht da steht. Aber dann würde man auch richtige Fake-Accounts klicken und nicht die von „realen Followern“. Weil reale Follower nur der FDP etwas bringen, aber keinen Aufschrei verursachen. Außerdem sind Fake-Follower viel günstiger zu haben als reale Follower. Logisch wäre nur eine Leih-Follower-Kampagne von der CDU finanziert.

    Und der FDP-Twitter-Account ist voller „richtiger“ Fake-Accounts, d.h. die sind nicht von realen Personen und kommen überwiegend auch nicht aus Deutschland.

    Meine Vermutung ist, dass die Seite Fandealer als Trittbrettfahrer auf den Aufmerksamkeitszug aufspringt und die FDP glücklich ist, irgendwas als Ausrede verwenden zu können.

    Update: Danke an Ernesto Ruge für den Hinweis in den Kommentaren, dass der Geschäftsführer von Fandealer ein FDP-Mitglied zu sein scheint (Jemand mit seinem Namen wird in FDP-Thüringen-Zeitung genannt, Fandealer sitzt in Erfurt). Das ist dann wohl eine Win-Win-Aktion.

    22. Februar 2013 22
  • : Ausrede des Tages: FDP erklärt sagenhaftes Wachstum bei Twitter
    Ausrede des Tages: FDP erklärt sagenhaftes Wachstum bei Twitter

    Geschichten, die das Leben schreibt: Der Twitter-Account der FDP hat überraschenderweise in den vergangenen Tagen ein sagenhaftes Wachstum von 6400 auf 36.000 Follower hingelegt. Sueddeutsche.de berichtet darüber und hat bei der FDP nachgefragt, wie das denn kommen könnte. Die Antwort verblüfft: Rätselhafter Zuwachs für die FDP auf Twitter.

    Die FDP bestreitet, für die falschen Fans gezahlt zu haben: „Ich kann definitiv erklären, dass wir weder Twitter- noch Facebook-Accounts kaufen“, sagte FDP-Sprecher Peter Blechschmidt zu Süddeutsche.de. Er habe für den Zuwachs keine Erklärung, über die Herkunft könne die FDP nur spekulieren. Möglicherweise stammten die neuen Freunde aus dem Ausland. Die Abkürzung „fdp“ werde auf Twitter im portugiesischen Sprachraum häufig für das Schimpfwort „fihlo da puta“ (dt.: Hurensohn) verwendet.

    Nun gibt es ja grob zwei Erklärungen für das sagenhafte Twitter-Wachstum:

    Variante 1: Jemand aus dem Umfeld der FDP hat neue Follower gekauft, weil 6400 Follower echt nicht viel ist im Vergleich zur Konkurrenz und das etwas schlecht aussieht, wenn es im Rahmen des Online-Wahlkampfes zu Vergleichen mit den Anderen kommt.

    Variante 2: Ich kann mir ja vorstellen, dass Einzelpersonen oder Organisationen mittlerweile aus Spaß und Schabernack oder als Mittel des Negative-Campaigning einfach mal der politischen Konkurrenz neue Follower schenken. Teuer ist das ja nicht. Und heraus kommt sowas immer.

    Bei beiden Varianten gilt, wenn man in einem solchen Fall darauf angesprochen wird: Die von Sueddeutsche.de zitierte Begründung ist sicher nicht die intelligenteste und glaubwürdigste, die man dann gegenüber Medien herausgeben sollte.

    Update: Es gibt die nächste billige Ausrede von Seiten der FDP.

    21. Februar 2013 25
  • : Diskussionspapier des Instituts für Internet und Gesellschaft: The Politics of Twitter Data
    Diskussionspapier des Instituts für Internet und Gesellschaft: The Politics of Twitter Data

    Cornelius Puschmann und Jean Burgess veröffentlichten im Rahmen der ‚HIIG Discussion Paper Series’ ein Diskussionspapier über Twitter aus einer Perspektive der platform politics – davon ausgehend, dass sich das Internet von einem ‚offenen’ Medium immer mehr hin zu einem ‚geschlossenen’ wandelt, das sich durch wenige, dafür mächtige Unternehmen auszeichnet. Plattformen, die bestimmte Internet-Dienste, Rahmenbedingungen für soziale Interaktion oder Schnittstellen zu anderen vernetzten Kommunikations- und Informationssystemen bieten, werden demnach zum primären Zugangsmodell ins Internet. Puschmann und Burgess sehen diesen Wandel bei Twitter vor allem in einem immer mehr medienzentrierten Geschäftsmodell, das sich auf Werbung und Unternehmenspartnerschaften stützt sowie auf den Weitervekauf von Daten der Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Hinzu kommt Twitters API-Politik, die es Drittanbietern, Nutzern und Forschern erschwere, die Plattform zu verwerten oder zu verbessern.

    13. Februar 2013 3
  • : Berlin direkt: 140 Zeichen verändern die Politik
    Berlin direkt: 140 Zeichen verändern die Politik

    Die ZDF-Sendung Berlin direkt hat gestern über „140 Zeichen verändern die Politik“ berichtet. Den rund vier Minuten langen Beitrag gibt es in der Mediathek und bei Youtube:

    Erst ein #Aufschrei bei Twitter, dann eine national geführte Diskussion über Sexismus. Längst setzen Twitternutzer Themen auf die politische Agenda. Die Macht der Tweets verändert die Politik.

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

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    4. Februar 2013 5
  • : Transparenz-Bericht: Staatliche Stellen fordern alle vier Stunden Nutzer-Informationen von Twitter an
    Transparenz-Bericht: Staatliche Stellen fordern alle vier Stunden Nutzer-Informationen von Twitter an

    Staatliche Stellen verlangen immer öfter von Twitter, Nutzer-Informationen herauszugeben oder Inhalte zu entfernen. Das geht aus dem Transparenz-Bericht hervor, den der Mikroblogging-Dienst gestern mit neuen Zahlen veröffentlicht hat. Nur jede zweite Anfrage davon ist berechtigt und wird von Twitter entsprochen.

    Zum gestrigen Datenschutztag hat Twitter auf transparency.twitter.com eine neue Ausgabe des halbjährigen Transparenz-Berichts herausgegeben. Darin werden die Anfragen nach Nutzer-Informationen, zur Entfernung von Inhalten und Copyright-Hinweise im zweiten Halbjahr 2012 aufgelistet:

    twitter-transparency-2 

    Die Anfragen staatlicher Stellen nach Nutzer-Informationen stiegen im zweiten Halbjahr 2012 im Vergleich zum ersten noch einmal um 20 Prozent an. Der Großteil mit 815 von 1.009 Anfragen kam aus den USA, davon hat Twitter in 69 % der Fälle Daten von insgesamt 1.145 Accounts herausgegeben. In den Niederlanden kam Twitter nur einem Drittel der Anfragen nach und in Australien nur jeder fünften. In den allermeisten Staaten lehnte Twitter Anfragen von Regierungen nach Account-Informationen ab, darunter auch Deutschland, wo es weniger als 10 Anfragen gab.

    29. Januar 2013 1
  • : Risikofaktor Einbettung: YouTube, Twitter und das Urheberrecht
    Risikofaktor Einbettung: YouTube, Twitter und das Urheberrecht

    Eine der meistgenutzten Funktionen von Plattformen mit nutzergenerierten Inhalten ist die Möglichkeit, diese direkt in die eigene Webseite bzw. Blog einzubetten. Nicht nur Video-Plattformen von YouTube bis hin zu Vimeo liefern als eine Sharing-Option gleich den Embed-Code für die eigene Homepage, auch Slideshare oder Scribd und selbst Twitter fördern das Einbetten einzelner Tweets durch Bereitstellung entsprechenden Copy&Past-Codes.

    Dennoch sind die rechtlichen Implikationen dieser im Internet völlig alltäglichen Kulturtechnik alles andere als geklärt. Telemedicus listet beispielsweise „Das Einbinden von Videos aus Videoportalen“ als eines von fünf Beispielen dafür, dass selbst medienkompetente Nutzer regelmäßig im alltäglichen Gebrauch Urheberrechte verletzen:

    Da es für den Endnutzer so wirkt, als stamme das Video von der ursprünglichen Webseite, hält die wohl h.M. das Einbinden solcher Videos für eine eigenständige Nutzungshandlung nach § 19a UrhG […]. Das heißt, jeder Webseitenbetreiber, der fremde Videos einbindet, braucht eine Lizenz. Und zwar nicht nur vom jeweiligen Urheber, sondern auch von sämtlichen Leistungsschutzberechtigten, z.B. Kameramann, Toningenieur und Fernsehsender. Das ist im Regelfall unmöglich.

    Bislang waren die praktischen Folgen solcher mehr oder weniger urheberrechtswidrigen Einbettungen gering. Zumindest für die Betreiber kommerzieller Blogs könnte sich das jedoch ändern, wenn deutsche Verwertungsgesellschaften dem Beispiel der niederländischen BUMA/STEMRA folgen sollten. Marc Weissenberger berichtet nämlich von der Praxis, von kommerziellen Webseitenbetreibern für das Einbetten von Videos Vergütung zu verlangen:

    Laut einem Artikel von http://www.nu.nl hat die niederländische GEMA namens BUMA/STEMRA angekündigt, kommerzielle Webseiten vor Gericht zu ziehen, falls diese Youtube-Videos von Künstlern, die durch die STEMRA vertreten werden, auf ihren Homepages embedden, ohne einen entsprechenden Betrag dafür zu zahlen.

    Diese Vergütungspflicht ist auch deshalb bemerkenswert, weil es in den Niederlanden – im Unterschied zu Deutschland – bereits seit längerem eine Einigung zwischen YouTube-Eigentümer Google und den Verwertungsgesellschaften über eine Vergütung für die Nutzung von Inhalten auf YouTube gibt (vgl. den Google Europe Blog). Hier stellt sich die Frage, ob das nicht eine doppelten Vergütung darstellt, wenn einerseits via YouTube und dann für die Einbettung desselben YouTube-Videos noch einmal Vergütung eingefordert wird. Hinzu kommt, dass die Beschränkung auf die Abmahnung von Einbettungen in kommerziellen Kontexten keineswegs gesetzlich vorgesehen ist sondern, so zumindest die Rechtsansicht von BUMA/STEMRA, im Ermessen der Verwertungsgesellschaft liegt.

    23. Januar 2013 15
  • : Data Mining, Data Fusion und jetzt sogar Twitter: Was kann das neue „Cybercrime Centre“ bei Europol?
    Data Mining, Data Fusion und jetzt sogar Twitter: Was kann das neue „Cybercrime Centre“ bei Europol?

    Kürzlich hatten wir hier über den – verspäteten – Start des „EU-Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität“ („European Cybercrime Centre“; EC3) bei der EU-Polizeiagentur Europol berichtet. Das Zentrum soll als „europäische Schaltstelle für die Bekämpfung von Cyberstraftaten“, aber auch der „Gefahrenabwehr“ dienen. Zur Öffentlichkeitsarbeit wurde eine eigene Webseite eingerichtet, ganz modern wird seit diesem Jahr auch getwittert. Laut einem Factsheet sollen auch „Vorhersagen“ über erwartete „Bedrohungen“ erstellt werden:

    Producing threat assessments, including trend analyses and forecasts as well as new developments on the ways cybercriminals operate.

    Bei Europol heißt das „Data Fusion“. Informationen werden in einem rund um die Uhr besetzten Kontrollzentrum ausgewertet. Welche technischen Werkzeuge dort zur Anwendung kommen sollen, bleibt aber unklar. Die meisten Berichte über die Eröffnung des EC3 gehen auf diesen Punkt gar nicht ein, lediglich das Wall Street Journal hat hierzu mehr recherchiert. Demnach arbeitet Europol an der Entwicklung neuer digitaler Analysewerkzeuge zur Mustererkennung:

    18. Januar 2013 4
  • : Völkerverständigung mit Diplom-Twittern
    Völkerverständigung mit Diplom-Twittern

    Zum 50. Jahrestags des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrags, am 22. Januar 2013, findet ein Science Tweetup statt. Es begleitet eine Veranstaltung „Etudier et vivre aujourd’hui dans le pays voisin“. Zur „Einführung ins wissenschaftliche Twittern“ stehen bis zu 15 Plätze bereit.

    Twittern was das Zeug hält – aber nicht alleine vor dem heimischen Bildschirm, sondern gemeinsam mit anderen Studierenden und Doktoranden

    ab 17h30 Vorbesprechung und Twittereinführung
    ab 18h00: Warmtwittern zur Ausstellungseröffnung „Dé-construction(s) temporaire(s). Berlin – Paris 2013″
    19h15: Beginn des Science Tweetups

    Ausgedacht haben sich das Tweetup Kulturinstitutionen jenes Volkes, „das aber auch der Welt geistige, wissenschaftliche, künstlerische, philosophische Wellen gespendet hat“ (De Gaulle): das Deutsche Historische Institut Paris, das Heinrich Heine Haus, die Pariser Außenstelle des DAAD, das Centre d’information sur l’Allemagne (CIDAL) und das Deutsche Forum für Kunstgeschichte Paris.

    Am 22. Januar 2013 verweilen übrigens Präsident Hollande, die französische Regierung und alle Abgeordneten der Nationalversammlung in Berlin zu Gast. Vielleicht ließe sich da am Rande aufklären, was „Shitstorm“ und „Diplom-Jodeln“ auf Französisch heißen.

    17. Januar 2013
  • : Der „digitale Tsunami“ wird wahr: Zweite EU-Studie zu Polizeimaßnahmen im Internet veröffentlicht
    Der „digitale Tsunami“ wird wahr: Zweite EU-Studie zu Polizeimaßnahmen im Internet veröffentlicht

    Umfragen unter europäischen Polizeibehörden sollen die Nutzung sozialer Medien vorantreiben. Zu sechs behandelten „IT-Trends“ gehören „Überwachung“, „digitale Biometrie“ und „Probleme mit der Nutzerakzeptanz“.

    Polizei und Internet: Das passt nicht immer gut zusammen. Um den Verfolgungsbehörden der 27 EU-Mitgliedstaaten zu mehr Überblick verhelfen, hat die Europäische Union das Forschungsprojekt „Comparative Police Studies in the EU“ (COMPOSITE) auf die Schiene gebracht. Dabei geht es unter anderem um die Nutzung von Social Media zu Fahndungszwecken oder zur Präsentation der heimischen Polizeiarbeit im globalen Netz. Aus Deutschland nimmt das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT ) unter der Leitung von Sebastian Denef am Projekt teil. Das Institut sorgt sich, dass die Polizei den „digitalen Tsunami“ (O‑Ton Future Group des früheren Innenministers Wolfgang Schäuble) verschläft:

    Die schnelle Einführung von Technologie ist nicht ohne Probleme für die Polizisten. Oftmals sind die neuen Systeme schwierig zu handhaben oder der Umgang nur schwer zu erlernen. Oder etwa physikalische Grenzen (z.B. Netzabdeckung) schränken den Nutzen ein. Teilweise führt das Festhalten an gewohnten Rollen und Praktiken auch dazu, dass neue Technologie nur eingeschränkt, verzögert oder gar nicht benutzt wird.

    Zunächst wurden Interviews mit Herstellern, Providern und Polizeiorganisationen in zehn europäischen Ländern durchgeführt (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Mazedonien, den Niederlanden, Rumänien, Spanien, Tschechische Republik). Später durften sich 20 Polizeiausrüster zu Wort melden. Zu den sechs „IT-Trends“ der Polizei gehört demnach neben „digitaler Biometrie“, „Überwachung“ und „Probleme mit der Nutzerakzeptanz“ vor allem die Nutzung Sozialer Medien.

    12. Dezember 2012 2